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Claude Favre de Vaugelas - le mousquetaire de la langue francaise

Seminararbeit 2005 14 Seiten

Romanistik - Französisch - Linguistik

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Leben und Werke
2.1. Biographie
2.2. Werke

3. Historischer und gesellschaftlicher Hintergrund
3.1. Historischer Hintergrund
3.2. Gesellschaftlicher Hintergrund

4. Académie fran ¸aise
4.1. Aufgaben der Académie fran¸aise
4.2. Mitglieder der Académie fran¸aise

5. Bon Usage – Mauvais Usage

6. Einzelne Remarques
6.1. Die Adjektive vieux und vieil
6.1.1. Vaugelas’ Auffassung
6.1.2. Betrachtung aus heutiger Sicht
6.2. Das Nomen arc-en-ciel
6.2.1. Vaugelas’ Auffassung
6.2.2. Betrachtung aus heutiger Sicht

7. Gegner von Vaugelas
7.1. Fran¸ois de la Mothe Le Vayer
7.2. Le Sieur Scipion Dupleix
7.3. Gilles Menage

8. Schluss

Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Wer war Vaugelas? Welche Bedeutung hatte er für die französische Sprache? Auf diese und andere Fragen werde ich in meiner Hausarbeit eingehen und versuchen Lösungsansätze zu geben.

Beginnen möchte ich mit einem Zitat von Gilles Menage über Vaugelas:

„M. de Vaugelas estoit un fort honneste homme: ce que j’estime beaucoup plus que d’estre un savant homme: mais ce n’estoit pas un savant homme.“ (Turcan 1995:100)[1]

An diesen Zitat lässt sich erkennen, dass Vaugelas eine sehr interessante Persönlichkeit ist. Mit seiner Grammatik „Remarques sur la langue fran ¸oise“ löste er eine Welle von Diskussionen aus. Seine darin enthaltenen Thesen werden von vielen befürwortet aber auch abgelehnt.

Im ersten Teil der Hausarbeit werde ich kurz auf die Biographie und Werke von Vaugelas eingehen. Anschließend gehe ich, zum besseren Verständnis, auf die historischen und gesellschaftlichen Hintergründe ein. Danach werde ich einige Informationen über die Aufgaben und Mitglieder der Académie fran ¸aise geben. Hinterher versuche ich zu erklären, was bon usage und mauvais usage für Vaugelas bedeutet.

Im zweiten Teil werde ich zwei einzelne Remarques nach Vaugelas’ Auffassung und dann aus heutiger Sicht kommentieren. Zum Schluss stelle ich drei Gegner von Vaugelas’ Thesen vor und werde ihre Ideen kurz erläutern.

2. Leben und Werke

2.1. Biographie

In den biographischen Angaben beziehe ich mich im wesentlichen auf Beatrice Bagola[2] und André Combaz[3].

Claude Favre de Vaugelas wurde am 05. Januar 1585 in Meximieux geboren. Sein Vater war ein angesehener Jurist, der ihm neben der schulischen Ausbildung auch juristische Kenntnisse vermittelte. Mit 10 Jahren kommt er in die Jesuitenschule von Chambéry. 1597 wurde sein Vater vom Herzog von Nemours zum Präsidenten des Conseil de Genevois ernannt. Durch dieses Amt vertrat er Anne d’Este in einem Prozess in Rom und somit kam Vaugelas nach Italien. Vaugelas verfasst drei Jahre später eine Reihe italienischer Verse. Er lernt nicht nur die italienische Sprache und Kultur kennen, sondern auch seinen späteren Akademiekollegen Bachet de Méziriac. 1601 kehrt er mit seinem Vater zurück nach Annecy und zieht im selben Jahr nach Paris. Ein Jahr später kehrt Vaugelas mit dem Herzog von Nemours nach Annecy zurück. 1606 gründen sein Vater und Fran¸ois de Salle die Académie Florimontane, deren Aufgabe darin bestand die Sprache der Savoie auszuschmücken. Zwei Jahre später reist Vaugelas im Auftrag des Herzogs von Nemours als Dolmetscher des Duc de Mayenne nach Turin und 1612 nach Spanien. In dieser Zeit wird ihm der Aufenthalt in Paris ermöglicht und er erhält Zugang zum Hof und der Gesellschaft von Paris. Im Hause CoÁffeteaus begegnete u. a. Voiture, Chapelain und Faret. Des weiteren verkehrte er im Hause de Mme. de Rambouillet. 1635 wird Vaugelas das 32ste Mitglied der Académie fran ¸aise. Fünf Jahre später überträgt Kardinal Richelieu ihm die Durchführung der Arbeiten zu einem Wörterbuch (allerdings nicht nach seinen eigenen Plänen, sondern nach denen von Chapelain). 1647 werden zum ersten Mal seine Remarques sur la langue fran ¸oise publiziert. Am 26. Februar 1650 stirbt er in Paris.

2.2. Werke

Vaugelas schrieb eine Übersetzung der Sermons de Fonseque (1615). Sein Hauptwerk ist die Remarques sur la langue fran ¸ oise vtiles a ceux qvi veulent bien parler et bien escrire (1647). Des weiteren schrieb er eine Quintus Curtis Übersetzung La vie d’Alexandre le grand (1653 posthum).

3. Historischer und gesellschaftlicher Hintergrund

3.1. Historischer Hintergrund

Die innere französische Politik ist gekennzeichnet durch die Vollendung der absolutistischen Monarchie. Unter Heinrich IV. beginnt die Reorganisation der politischen Ordnung und Belebung der Wirtschaft.[4] Weiterhin unterstützte er die Kolonisierung der „Nouvelle France“ (französische Kolonien in Nordamerika). 1610 fiel Heinrich IV. einem Mord zum Opfer (es wird angenommen, dass seine Frau, Marie de Medicis, ihn mit Hilfe der Jesuiten ermordet hat).[5] Sein Nachfolger wurde Ludwig XIII., der das Werk fortsetzte, dies erfolgte vor allem durch Kardinal Richelieu, seinen Ersten Minister. Richelieu bekämpfte den Adel und die Sonderrechte der Hugenotten und ließ 1628 La Rochelle (letzter sicherer Ort der Hugenotten) einnehmen.[6] 1635 gründete er die Académie fran ¸aise. 1642 starb Kardinal Richelieu und ein Jahr später Ludwig XIII. Da der Thronfolger Ludwig XIV. erst fünf Jahre alt war, übernahm seine Mutter die Regentschaft.[7] In Wirklichkeit jedoch lag die Macht in den Händen des Kardinals Marazin, der die Arbeit von Richelieu fortsetzte. 1653 schlug er den letzten Aufstand des Pariser Hofadels nieder, damit wurde der Hofadel als politische Macht ausgeschaltet.[8] Ab 1661 übernahm Ludwig XIV die Macht. Ludwig XIV., auch der „Sonnenkönig“ genannt, brachte den Absolutismus zum Höhepunkt. Er formulierte eine Formel zur absolutistischen Macht: „Un roi, une foi, un loi.“. Hiermit betont er das Gottesgnadentum des Fürsten. Ab 1662 wurde Versailles zum politischen Zentrum ausgebaut. Jean-Baptiste Colbert wurde 1661 neuer Finanz- und Wirtschaftsminister.

Er förderte den Ausbau von Manufakturen, Handel, Verkehrswegen und Gründung von Exportgesellschaften.[9] Colbert gründete 1666 die Académie des Sciences. 1685 wurde der Edikt von Nantes aufgehoben, dies hatte zur Folge, dass der große Teil der Hugenotten aus Frankreich floh und in den Nachbarstaaten aufgenommen wurde.[10] Diese Aufhebung hatte immense Folgen für die Wirtschaft. Die erste Kritik am absolutistischen System wurde deutlich.

1715 starb Ludwig XIV. und eine Ära ging mit ihm unter.

3.2. Gesellschaftlicher Hintergrund

Im 17. Jahrhundert galt das Ideal der honnêteté (höfisches – aristokratisches Courtisan – Ideal). Die Männer führten mit den Frauen in den Salons Diskussionen über belanglose Themen. Es galt als besonders geschätzt, wenn ein honnête homme oder eine honnête femme berufslos, inaktiv und ohne gesellschaftliche Funktion waren. Die Damen der höheren Gesellschaft leiteten diese Salons, da sie keine höhere Bildung besaßen, galt es als ungeschickt, wenn die Männer über spezielle Themen sprachen. Die Sprache musste klar (clarté) und verständlich (précision) für die Damen sein.

Bei der Sprache ging es nicht mehr um ihren Ausbau, sondern um die Steigerung der Qualität.[11] Es wurde versucht eine Reglung, Ordnung und Durchsetzung von Normen zu schaffen.[12] Ein bedeutender Vertreter dieses neuen Bewusstseins war Fran¸ois de Malherbe. Er verlangte eine klare Literatursprache (clarté), ein Neologienverbot, eine bewusste Selektion der sprachlichen Mittel (pureté, précision und élégance) und einen gepflegten Sprachgebrauch.[13]

Dieser grobe Überblick soll helfen die Gedanken und Ideen von Vaugelas besser verstehen zu können.

4. Académie fran ¸aise

In diesem Kapitel möchte ich einen kurzen Einblick in die Aufgaben und Mitglieder der Académie fran ¸aise geben.

[...]


[1] Leroy-Turcan, Isabelle: Gilles Menage (1613-1692) – un grammairien et lexicographe: le rayonnement de son œuvre linguistique ; actes du colloque international tenu à l’occasion de tricentenaire du "Dictionnaire étymologique ou Origines de la langue fran ¸ oise" (1694). (Lyon: Siehlda 1995).

[2] Bagola, Beatrice: Sprachdiskussionen in Italien und Frankreich. Probleme und Tendenzen der Sprachregelung in der ersten Hälfte des 17. Jahrhundert;. Beni, Fioretti, Franzoni, Buomattei – Vaugelas. (Hamburg : Helmut Buske Verlag 1991) (Romanistik in Geschichte und Gegenwart; 25).

[3] Combaz, André: Claude Favre de Vaugelas. Mousquetaire de la langue fran ¸ aise (Paris : Kliensieck 2000).

[4] Geckeler, Horst / Dietrich, Wolf: Einführung in die französische Sprachwissenschaft. Ein Lehr- und Arbeitsbuch. (Berlin: Erich Schmidt Verlag 1997) 213. 2. Auflage

[5] Klare, Johannes: Französische Sprachgeschichte (Stuttgart: Klett 1998) 116.

[6] Klare, Johannes: Französische Sprachgeschichte (Stuttgart: Klett 1998) 116.

[7] Klare, Johannes: Französische Sprachgeschichte (Stuttgart: Klett 1998) 117.

[8] Klare, Johannes: Französische Sprachgeschichte (Stuttgart: Klett 1998) 117.

[9] Klare, Johannes: Französische Sprachgeschichte (Stuttgart: Klett 1998) 117.

[10] Klare, Johannes: Französische Sprachgeschichte (Stuttgart: Klett 1998) 117.

[11] Klare, Johannes: Französische Sprachgeschichte (Stuttgart: Klett 1998) 118.

[12] Klare, Johannes: Französische Sprachgeschichte (Stuttgart: Klett 1998) 118.

[13] Klare, Johannes: Französische Sprachgeschichte (Stuttgart: Klett 1998) 118f.

Details

Seiten
14
Jahr
2005
ISBN (eBook)
9783638450089
Dateigröße
592 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v48250
Institution / Hochschule
Technische Universität Dresden – Romanistik
Note
1,0
Schlagworte
Claude Favre Vaugelas

Autor

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