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Die Feldtheorie von Kurt Lewin

von Mathias Kraft (Autor) Mandy Haller (Autor) Christoph Haas (Autor)

Hausarbeit 2004 25 Seiten

Psychologie - Persönlichkeitspsychologie

Leseprobe

Gliederung

Abbildungsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1 Einleitung

2 Biografie Kurt Lewin

3 Herleitung der Feldtheorie
3.1 Einordnung der Feldtheorie
3.2 Definition

4 Konstrukte der Feldtheorie
4.1 Graphische Darstellung als Jordankurve
4.2 Der Lebensraum
4.3 Bereiche und Grenzwände
4.4 Spannung und Bedürfnis
4.5 Valenz
4.6 Richtung des Verhaltens
4.7 Lokomotion

5 Theoretische Ansätze und praktische Umsetzung
5.1.Appetenz und Aversion
5.2.Konflikte
5.3 Appetenz – Appetenzkonflikt
5.4 Aversion – Aversionskonflikt
5.5 Appetenz – Aversionskonflikt

6. Zusammenfassung

7. Kritische Würdigung

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abb. 1: Die Jordankurve

Abb. 2: Der Lebensraum

Abb. 3: Bereiche und Grenzwände

Abb. 4 : Lebensraum eines Ehemannes. Die schraffierten Flächen geben die von der Ehefrau mehr oder weniger beinflußten Regionen an. Der sog. Raum der freien Bewegung ist durch die weißen Flächen dargestellt

Abb. 5: Die Kraft

Abb. 6: Grafische Verdeutlichung des Appetenz-Aversions-Konfliktes

Miller (1951) nach Lewin

Tabellenverzeichnis

Tab. 1: Gegenüberstellung aristotelischer und galileischer

Denkweise nach der Arbeit von Lewin

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1 Einleitung

Nachfolgend wird das Thema „Kurt Lewin und die Feldtheorie“ aufskizziert. Hierbei wird zunächst auf die Person Kurt Lewin eingegangen (Werdegang, Erziehung und Prägungen), aufbauend darauf wird eine Herleitung der Feldtheorie vorgenommen, um diese im Kontext darstellen zu können. Anschließend wird eine Einführung in die Feldtheorie vorgenommen, d.h. ihre Begriffe, theoretischen Ansätze und ihre praktische Umsetzung. Den Abschluss der Hausarbeit bildet eine Zusammenfassung und eine kritische Würdigung.

2 Biografie Kurt Lewin

Im folgenden Kapitel wird auf Kurt Lewin eingegangen, dies geschieht aufgrund der herausragenden Stellung von K. Lewin in den verschiedensten psychologischen Teilgebieten.

Kurt Tsadek Lewin wurde am 9. Sept. 1890 in Mogilno, zu Polen gehörend, als einer von vier Geschwistern geboren. Es waren einfache Verhältnisse unter denen K. Lewin mit seiner Schwester und seinen zwei Brüdern aufwuchs. Seine Familie gehörte der jüdischen Konfession an, entsprechend wurde K. Lewin auch erzogen, durch den Besuch einer Religionsschule lernte er neben Latein, griechisch und französisch auch hebräisch. Gemäß des jüdischen Gesetzes nahm Lewin im Alter von 13 Jahren am Bar Mitzva Ritual teil. 1905 zog die Familie nach Berlin, dort besuchte Lewin das Kaiserin-Auguste-Gymnasium.

Ab April 1909 studierte Lewin in Freiburg Medizin, sein großer Traum war es, Arzt zu werden, dies ist ein hohes Ziel, aber nichts Ungewöhnliches in jüdischen Familien. Durch den Besuch einiger Psychologie-Vorlesungen wuchs in Lewin immer mehr das Interesse an der Psychologie, Philosophie und Wissenschaftstheorie. Zu Beginn des ersten Weltkrieges meldeten sich Lewin und seine Brüder freiwillig zum Kriegsdienst. Diesen verließ er nach einer Verletzung im August 1918, sein Bruder fiel im selben Monat. Lewins erste Veröffentlichung („Kriegslandschaften“,1917) fiel in diese Zeit. Anfang 1920 beantragte Lewin die Habilitation an der philosophischen Fakultät der Friedrich–Wilhelms–Universität. Gestaltpsychologen wie etwa Max Wertheimer, Wolfgang Köhler und Kurt Koffka waren Kollegen K. Lewins, seiner akademischen Laufbahn waren jedoch durch Antisemitismus spürbare Grenzen gesetzt. 1922 wurde ihm die Venia legendi verliehen. 1929 wurde Lewin zum internationalen Kongress für Psychologie in Yale eingeladen, aufgrund seines dort gehaltenem Vortrages wurde er zu einer sechsmonatigen Gastprofessur an der Stanford University eingeladen.

Durch rassistische Beamtengesetzen wurde Lewin 1933 zur Emigration gezwungen, in den USA setzte er seine theoretischen Arbeiten fort. Er arbeitete von 1933 bis 1935 an der Cornell University als Kinderpsychologe und von 1935–1944 an der Iowa State University. Durch neuartige Untersuchungen wies er den Weg zu einer experimentellen Sozialpsychologie. Das Lewinsche Gedankengut wurde durch die Topology Group, einen Zusammenschluss meist jüngerer Wissenschaftler in den USA, verbreitet. Von 1938 und 1939 lehrte Lewin an der Harvard University, 1944 gründete er das erste Forschungsinstitut für Gruppendynamik in Boston und prägte zahlreiche Schüler wie Leon Festinger. Kurt Lewin starb in Newtonville bei Boston, im Alter von 56 Jahren an den Folgen eines Herzschlages.

Kurt Lewin gehörte wohl ohne Übertreibung zu den aktivsten Psychologen des letzten Jahrhunderts und prägte folgende psychologische Richtungen mit:

- Gestaltpsychologie
- Entwicklungspsychologie
- Sozialpsychologie (experimentell)
- Aktionsforschung (Gruppendynamik)
- Persönlichkeitspsychologie
- Pädagogische Psychologie
- Topologische Psychologie
- Organisationspsychologie[1]

3 Herleitung der Feldtheorie

Lewins erste Veröffentlichung „Kriegslandschaft“(1917) wird als Grundstein seiner Feldtheorie angesehen, da hier bereits wichtige Gesichtspunkte benannt werden. Die Feldtheorie hat Ihren Ursprung in den drei nachfolgenden Richtungen.

-->Galileische Denkweise:

Die Galileische Denkweise bereitet die Feldtheorie wissenschaftstheoretisch vor.

Lewin referierte 1930 über das Thema aristotelische und galileische Denkweise in Berlin, es ging ihm bei der Gegenüberstellung nicht um die Theorien der beiden Philosophen, sondern um den Vergleich der aristotelisch-mittelalterlichen mit der galileisch–neuzeitlichen Forschung. Lewin versteht die aristotelische Sichtweise als unexakt, sie ist gekennzeichnet durch das Auffinden von Gesetzmäßigkeiten, die für einen begrenzten Bereich Gültigkeit haben. Die Klassifizierung eines Gegenstandes ist von entscheidender Bedeutung, dadurch soll sein Wesen definiert werden à Bilden von Kategorien.

Nach aristotelischer Auffassung besitzen nicht alle physikalischen Vorgänge Gesetzlichkeit, erst wenn Ereignisse wiederholt auftreten, verleihen diese Sicherheit. Die galileische Denkweise geht davon aus, dass Gesetze allgemeingültig sind, auch der Einzelfall sei als gesetzlich aufzufassen.

Lewin sieht die Psychologie in vielen Hinsichten aristotelisch ausgerichtet, sein Bemühen, im Kontext der galileischen Sichtweise einen theoretischen Rahmen zu entwickeln, um möglichst alle psychologischen Prozesse besser zu verstehen.

Zusammenfassend kann der Einfluss der galileischen Denkweise auf die Feldtheorie in einem Satz wiedergegeben werden.

Galileische Denkweise àVerhalten als Resultat der Gesamtsituation[2]

Tab. 1: Gegenüberstellung von aristotelischer und galileischer Denkweise nach der Arbeit von Lewin (1931a)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Lück, E. (1996), S.38.

[...]


[1] Vgl. Lück, E. (1996), S. 13-19.

[2] Vgl. Lück, E. (1996), S. 40-44.

Details

Seiten
25
Jahr
2004
ISBN (eBook)
9783638449694
Dateigröße
619 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v48197
Institution / Hochschule
Hochschule Harz Hochschule für angewandte Wissenschaften
Note
1,3
Schlagworte
Feldtheorie Kurt Lewin

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Titel: Die Feldtheorie von Kurt Lewin