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Sammeln als ästhetisches Verhalten. Eine empirische Studie

Über das Sammelverhalten von Kindern, Jugendlichen, Erwachsenen und Künstlern

Examensarbeit 2005 149 Seiten

Pädagogik - Kunstpädagogik

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1 Einleitung

2 Definitionen
2.1 Definition des Begriffs „Sammeln“
2.2 Definition des Begriffs „Ästhetisches Verhalten”

3 Die Geschichte des Sammelns
3.1 Sammlungen der Jungsteinzeit und der Antike
3.2 Kirchliche Sammlungen im Mittelalter
3.3 Kunst und Wunderkammern der Renaissance
3.4 Entwicklung des heutigen Museums
3.5 Sammeln heute

4 Kindliches Sammeln
4.1 Die Vielfalt der Dinge
4.2 Bedeutungen der Dinge
4.3 Aneignung der Welt
4.4 Sammeln als ästhetisches Verhalten
4.5 Tätigkeiten des Sammelns
4.5.1 Auswählen
4.5.2 (Auf-) Bewahren und Ordnen
4.5.3 Basteln
4.5.4 Ausstellen
4.5.5 Aneignung von Wissen
4.5.6 Ausbildung des Gedächtnisses
4.6 Die soziale und identitätsstiftende Funktion des Sammelns
4.7 Geschlechtsspezifische Aspekte des Sammelns

5 Das Sammeln der Erwachsenen
5.1 Geschlechtsspezifische Aspekte
5.2 Die Dinge und ihre Bedeutungen
5.3 Die Sammlerinnen
5.3.1 Sammlerin A
5.3.2 Sammlerin B
5.3.3 Sammlerin C

6 Negative Aspekte des Sammelns
6.1 Sammeln als Form der Angstvermeidung
6.2 Sammelzwang

7 Kommerzialisierung des Sammelns
7.1 Entwicklung der Kommerzialisierung
7.2 Kinder und Konsum
7.3 Kitsch
7.4 Exklusives

8 Das Sammeln in der Kunst
8.1 Die Dinge der Künstler und Künstlerinnen
8.2 Künstlerischer Umgang mit den Dingen
8.3 Christian Boltanski
8.4 Stefan Hoderlein

9 Empirische Studie zum Sammelverhalten von Kindern
9.1 Zur Befragung
9.2 Themen der Sammlungen
9.3 Anlässe und Motive
9.4 Tätigkeiten
9.4.1 Auswählen und Zusammentragen
9.4.2 Aufbewahren, Ordnen und Ausstellen
9.4.3 Tauschen
9.4.4 Wissen aneignen
9.4.5 Weitere Beschäftigungen
9.5 Der soziale Aspekt
9.6 Der identitätsstiftende Aspekt
9.7 Der geschlechtsspezifische Aspekt
9.7.1 Sammelthemen
9.7.2 Beeinflussung durch die Medien
9.8 Der altersspezifische Aspekt
9.9 Zusammenfassung

10 Fazit und Ausblick

11 Literaturverzeichnis

12 Internetquellen

Anhang

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Deckel des Kinokartenalbums

Abbildung 2: Kinokartenalbum

Abbildung 3: Käthe Kruse Puppen

Abbildung 4: Käthe Kruse Puppen in der Vitrine

Abbildung 5: Steifftiere

Abbildung 6: Christian Boltanski: `Vitrine de références´ (1970 )

Abbildung 7: Christian Boltanski: `Diese Kinder suchen ihre Eltern´ (1993)

Abbildung 8: Stefan Hoderlein: `Jacke wie Hose´ (1996)

Abbildung 9: Tims Taschenmesser

Abbildung 10: Fabians Ritterburg und Rebeccas Bauernhof

Abbildung 11: Jan-Philipps Ordner

Abbildung 12: Sammelmappe für Diddl-Blätter

Abbildung 13: Jan-Philipps Siku-Sammlung

Abbildung 14: Marvins Monsterfiguren Sammlung

Abbildung 15: Johannes Urkunden

Abbildung 16: Valeries Urlaubsandenken

Abbildung 17: Verenas Schleichpferdesammlung

Abbildung 18: Verenas Turnierschleifen

Abbildung 19: Ausschnitt aus Carolines Daniel Kübelböck Sammlung

Abbildung 20: Jan-Philipps Ordner

Abbildung 21: Jan-Philipps Collage

Abbildung 22: Carolines «Nietenarmband»

Abbildung 23: Marvins Monsterfiguren

Abbildung 24: Bubbacars Yu-Gi-Oh Figur und Yu-Gi-Oh Poster

Abbildung 25: Yu-Gi-Oh Sammelkarte

Abbildung 26: Diddl-Sammelmappe

Abbildung 27: Valeries Poster

Abbildung 28: Carolines Flava Girl-Barbies und Saskias Barbiesammlung

Abbildung 29: Benitas CD Sammlung

Tabellenverzeichnis

Tabelle 1: Themen der Sammlungen

1 Einleitung

„ Der wahre Reichtum best ü nde also in dem Besitz solcher G ü ter, welche man zeitlebens behalten, welche man zeitlebens genie ß en und an deren Genuss man sich bei immer vermehrten Kenntnissen immer mehr erfreuen k ö nnte “ .

Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832)

Das Sammeln ist eine Beschäftigung, die Menschen seit jeher fasziniert. Zu allen Zeiten und in allen Kulturen werden Dinge entdeckt, bewundert, bestaunt, um dann gehortet, geordnet, und präsentiert zu werden. Was begehrt wird unterliegt einem ständigen Wandel und den ganz persönlichen Vorlieben des Sammlers. Gesammelt werden die kuriosesten und banalsten Dinge. Vom exquisiten Porzellan über Strickmuster, Kinokarten, toten Käfern, Souvenirs und Todesanzeigen bis hin zu Vogelstimmen und Barbiepuppen kann jedes noch so unscheinbare Objekt Anlass zum Sammeln geben. Es muss den Menschen nur in Staunen versetzen und seine Sinne reizen.

Heute werden die Menschen mit sinnlichen Reizen überflutet. Es gibt immer schönere, hochwertigere, buntere, ausgefallenere und attraktivere Angebote zum Sammeln. Das wählerische und lustvolle Zusammentragen von vielfältigen Objekten ist Bestandteil der Alltagskultur. Unsere Konsumkultur bietet eine unbegrenzte Produktpalette möglicher Sammelthemen, die ständig erweitert und vergrößert wird. Der Markt lockt mit Objekten, die in Serie hergestellt werden, aber auch mit limitierten Editionen. Der Sammler muss sich entscheiden, ob er eine Vollständigkeit seiner Sammlung anstrebt, oder gezielt nach außergewöhnlichen Gegenständen sucht, die er selbst zum Sammelobjekt erklärt. Er muss abwägen, wie er die Objekte aufbewahren und nach welchen Kriterien er sie ordnen möchte. Alle Sammler, ob jung ob alt, müssen mannigfache Entscheidungen im Zusammenhang mit ihren Sammlungen treffen. Sammeln impliziert zunächst eine differenzierte Wahrnehmung, im Weiteren einen handelnden Umgang mit den ausgewählten Objekten und schließlich die daraus resultierenden Erkenntnisse. Sammeln bedeutet ästhetisches Verhalten.

Ziel der vorliegenden Arbeit ist es, das Sammeln als ästhetisches Verhalten zu untersuchen. Unterschiede und Gemeinsamkeiten des Sammelverhaltens und deren mögliche Ursachen werden in Zusammenhang mit Kindern, Erwachsenen und Künstlern herausgearbeitet. Ein aktueller Bezug wird durch empirische Studien zum Sammelverhalten von Erwachsenen und schwerpunktmäßig zum Sammelverhalten von Kindern und Jugendlichen hergestellt.

Einführend werden die Begriffe „Sammeln“ und „ästhetisches Verhalten“ als Grundlage für die vorliegende Arbeit definiert.

Anknüpfend wird die geschichtliche Entwicklung des menschlichen Sammelverhaltens skizziert. Art und Funktion des historischen Sammelns werden dargelegt, um heutiges Sammelverhalten reflektieren zu können.

Im Folgenden Kapitel wird das Sammeln im Kindesalter beleuchtet. Die Sammelthemen der Kinder und ihre möglichen Bedeutungen stehen im Mittelpunkt. Es wird gezeigt, wie Kinder sich mit den Gegenständen ihrer Sammlung die Welt aneignen. Die Sammeltätigkeiten der Kinder werden unter dem Aspekt des ästhetischen Verhaltens thematisiert. Ferner wird die Ausbildung des Gedächtnisses über die Sammlung und die soziale und identitätsstiftende Funktion des Sammelns betrachtet. Die geschlechtsspezifischen ästhetischen Vorlieben der Jungen und Mädchen stellen den Abschluss dieses Kapitels dar.

Nachdem das Sammelverhalten der Kinder erörtert wurde, werden die wichtigsten Unterschiede und Ergänzungen des erwachsenen Sammelns dem kindlichen gegenübergestellt. Schwerpunkt bilden die geschlechtsspezifischen Aspekte und die mit den Sammlungen verbundenen Bedeutungen. Das Prinzip des Sammelns im Erwachsenenalter wird exemplarisch an drei Sammlerinnen veranschaulicht. Grundlage bilden Gespräche, die mit drei Frauen über ihre Sammlungen geführt wurden. Die zentralen Aussagen werden vor allem im Hinblick auf Motive und Bedeutungen der Sammlungen und der Sammeltätigkeiten, dargelegt.

Im Anschluss an die Darlegungen des kindlichen und des erwachsenen Sammelns werden dessen mögliche negative Formen erörtert. Dabei werden Bezüge zu verschiedenen pädagogischen und psychologischen Theorien hergestellt. Je nach Kontext wird zwischen dem kindlichen und dem erwachsenen Sammler unterschieden.

Anschließend ist die Kommerzialisierung generell und in Bezug auf das kindliche Sammelverhalten ein Thema. Als Reaktion auf die Kommerzialisierung wird das Sammeln von Kitsch und exklusiven Produkten erörtert.

Das achte Kapitel beschäftigt sich mit der Reaktion der Kunst auf die in unserer Gesellschaft vorherrschende Selbstverständlichkeit des Sammelns. Das Sammelverhalten der Künstler wird in Bezug auf das Sammelverhalten der Erwachsenen und der Kinder dargestellt. Der Spurensicherungskünstler Christian Boltanski und der Video- und Installationskünstler Stefan Hoderlein stehen stellvertretend für einen künstlerischen Umgang mit Sammelgegenständen.

Auf Grundlage der erarbeiteten theoretischen Ansätze wird abschließend die eigens durchgeführte Studie zum Sammelverhalten von Kindern und Jugendlichen dargelegt. Es handelt sich um eine empirische Untersuchung, in der 26 Kinder bzw. Jugendliche zu ihrem Sammelverhalten befragt wurden. Die Befragungen wurden im Zeitraum Februar bis Mai 2005 durchgeführt. Es wurden halboffene Interviews geführt, denen ein Fragebogen als Leitfaden diente.

Wenn im Folgendem von dem Sammler gesprochen wird, so findet die Sammlerin genauso viel Beachtung wie der Sammler.

Der Begriff „Kinder“ wird in der vorliegenden Arbeit im Sinne von Mayer als die Lebensphase der in Deutschland lebenden Kinder ab dem Kindergartenalter bis zum Beginn des Jugendalters (Vierzehn Jahre) verstanden, soweit im Text keine anderen Eingrenzungen oder Ausweitungen erfolgen.1

2 Definitionen

Die vorliegende Arbeit untersucht das heutige Sammeln als ästhetisches Verhalten von Kindern, Jugendlichen, Erwachsenen und Künstlern. Aus diesem Grund soll zunächst dargelegt werden, was unter den Begriffen „Sammeln“ und „ästhetisches Verhalten“ zu verstehen ist.

2.1 Definition des Begriffs „Sammeln“

Eine Vielzahl von Autoren beschäftigt sich mit dem Sammeln. Segeth versteht darunter ein konstruktives Handeln, bei dem der Sammler Dinge zusammenträgt, die für ihn bestimmte positive Eigenschaften aufweisen und aufhebenswert sind. Auswahl und Aufbau der Sammlung geben dabei ein Spiegelbild der geistigen Haltung des Sammlers wieder.2

Pomian definiert Sammlung folgendermaßen:

“Eine Sammlung ist jede Zusammenstellung natürlicher oder künstlicher Gegenstände, die zeitweise oder endgültig aus dem Kreislauf ökonomischer Aktivitäten herausgehalten werden, und zwar an einem abgeschlossenen, eigens zu diesem Zweck eingerichteten Ort, an dem die Gegenstände ausgestellt werden und angesehen werden können“.3

Muensterberger deutet Sammeln als das Auswählen, Zusammentragen und Aufbewahren von Objekten, die einen subjektiven Wert haben. Dieser muss nicht unbedingt im Einklang mit ihrem kommerziellen Wert, ihrer Brauchbarkeit oder Besonderheit stehen. Weiterhin erklärt er, dass sich im Sammeln bestimmte Aspekte der Persönlichkeit des Sammlers, wie Geschmack, Kultiviertheit oder Naivität und Unabhängigkeit oder Abhängigkeit von der Meinung anderer zeigen. Denn alles was gesammelt wird, ist von besonderer Bedeutung für den Sammler.4

Laut Sommer gibt es ökonomisches Sammeln, das auf das Verschwinden des Gesammelten hinzielt und mit ihm endet und Sammeln als naturhaftes Geschehen, an dem kein Sammler aktiv beteiligt ist. Sommer erkennt aber nur das bewahrend ästhetische Sammeln als das einzig wirkliche Sammeln an. Dieses Sammeln beschreibt er als eine aktive und zielgerichtete ästhetische Handlung. Diese setzt sich aus dem Zusammentragen, Anschauen und Bewahren von Gegenständen, um ihrer Anschauung Willen, zusammen. Dabei müssen die Sammlungsgegenstände zwar gleich sein, d.h. untereinander etwas gemein haben (Form, Gestalt, Aussehen, Funktion etc.), dürfen jedoch nicht identisch sein. Der ästhetische Sammler ist gerade an der Verschiedenheit seiner gleichen Gegenstände interessiert.5

Stagl erweitert diese Definitionen, indem er expliziert, dass der Vorgang des Sammelns schrittweise bzw. allmählich erfolgen muss.6

2.2 Definition des Begriffs „Ästhetisches Verhalten”

Ästhetik soll in dieser Arbeit als die Wissenschaft vom sinnlich Wahrnehmbaren und der sinnlichen Erkenntnis, verstanden werden. In Bezug auf das griechische Wort aisthetikos= wahrnehmend, wurde sie um 1750 von dem deutschen Philosophen A. G. Baumgarten geprägt.7 In diesem Sinne zeigt sich ästhetisches Verhalten laut Kirchner in der Auseinandersetzung mit sinnlich wahrnehmbaren Objekten und Phänomenen. Es umfasst die sinnliche Wahrnehmung und das Handeln. Ebenso schließt es die ästhetische Erkenntnis mit allen emotionalen und kognitiven Anteilen im Umgang mit der gegenständlichen und personellen Umwelt mit ein. Ästhetisches Verhalten beinhaltet einen spezifischen sowie universellen sinnlichen Zugang zur Wirklichkeit. Dieser kann sich im Spielen und Gestalten oder u.a. auch im musikalischen, rhythmischen, literarischen Tun ausdrücken. Alle Gestaltungsprozesse, die sich im handelnden Tun mit Gegenständen und Materialien ergeben, wie das Basteln, Bauen, Malen, Zeichnen, Sammeln und Ordnen etc., können in eine symbolische Äußerung gründen. Jede Vergegenständlichung im Material ist Ausdruck ästhetischen Verhaltens. Seine Vorraussetzung ist ästhetisches Vermögen, das unter anderem symbolbildende und mimetische Fähigkeiten, Phantasietätigkeit und Einbildungskraft beinhaltet. Kirchner geht davon aus, dass Kinder im Alter von sechs bis zwölf Jahren über ein besonders ausgeprägtes ästhetisches Vermögen verfügen.8

Die vorliegende Arbeit versteht „Sammeln als ästhetisches Verhalten“, anhand der dargelegten Definitionen, vor allem als eine zielgerichtete, aktive und intensive Handlung, bei der Gegenstände, die die Sinne des Sammlers reizen, um ihrer Anschauung Willen allmählich zusammengetragen, aufbewahrt und mit allen Sinnen erfahren werden. Die Dinge müssen sich dabei in bestimmten Merkmalen gleichen und persönliche Bedeutungen für den Sammler haben.

3 Die Geschichte des Sammelns

Zum Verständnis des heutigen menschlichen Sammelverhaltens ermöglicht die Geschichte des Sammelns einen Einblick in die Thematik. Sammeln ist „eine der ältesten, zielgerichteten Tätigkeiten des Menschen“.9. Art und Funktion des Sammelns haben sich jedoch im Laufe der Menschheitsgeschichte geändert. Kulturgeschichtlich betrachtet fängt diese Tätigkeit mit den Jägern und Sammlern an. Zu ihrer Zeit stellte neben der Jagd das Sammeln von Essbarem eine lebensnotwendige Tätigkeit für den Menschen dar. Der Mensch lebte im Einklang mit der Natur und sammelte nur, was er für seinen Lebensunterhalt brauchte. Durch das Anlegen von Vorräten und dem daraus resultierenden Zeitgewinn übertrug sich der Akt des Sammelns später auch auf Bereiche des Lebens, die nichts mehr mit der reinen Lebenserhaltung zu tun hatten. Der Mensch begann Naturgegenstände und eigene (Kunst-) Erzeugnisse zu sammeln, die für ihn von Bedeutung waren.10

3.1 Sammlungen der Jungsteinzeit und der Antike

Ansammlungen solcher mit Bedeutung versehener Gegenstände wurden in verschiedenen Kulturen auch mit den Verstorbenen beerdigt. Diese Grabbeigaben sind seit der Jungsteinzeit nachgewiesen. Die Gegenstände wurden häufig nach Geschlecht und sozialem Status des Toten differenziert. Die Gräber wurden durch Labyrinthe, Scheingräber und Geheimhaltung ihres Standorts geschützt. Das was dazu bestimmt war, immer mit den Toten im Jenseits zu bleiben, sollte im Diesseits keine Verwendung mehr finden. Die Funktion der Grabbeigaben bestand allein darin, von den Bewohnern des Jenseits immerfort betrachtet und bewundert zu werden. Die Opfergaben zur Zeit der Griechen und Römer, die in den Tempeln angesammelt und ausgestellt wurden, hatten ebenfalls, entgegen aller nützlichen Aktivitäten, nur die Funktion, angeschaut zu werden.11 Die Opfergaben wie auch die Grabbeigaben sollten die Gunst und den Schutz der Götter bzw. der Toten gewährleisten, denen sie zugedacht waren. Aus diesem Grund verzichteten die Menschen auf den Gebrauch und teilweise sogar auf den Anblick dieser Gegenstände.12

Zur Zeit der Antike sammelten sich in den Schatzkammern der Machthaber Gegenstände an, die aus dem Kreislauf ökonomischer Aktivitäten herausgehalten wurden. Diese wurden der Öffentlichkeit nur zu besonderen Anlässen präsentiert. Als Ursprung der Privatsammlungen lässt sich die römische Kriegsbeute ausmachen, die aus den Plünderungen der griechischen Städte stammte.13 Anfangs war die Beute noch Staatseigentum. Sie wurde aber ab Mitte des zweiten vorchristlichen Jahrhunderts vermehrt zu Privateigentum. Denn die Anzahl der öffentlich zur Schau gestellten Statuen und Objekte wurden, aufgrund eines Senatsbeschlusses, begrenzt.14 Da die geraubten griechischen Kunstwerke begehrte Gegenstände der römischen Sammelleidenschaft waren, plünderten die Römer Griechenland und seine Kolonien skrupellos. Um die Größe ihrer Siege zu demonstrieren, stellte die römische Aristokratie die enorme Menge der eroberten Kunstwerke und Kunsthandwerke zur Schau.15 Das öffentliche Ansehen in Rom war stark mit dem Besitz von Dingen verbunden, deren Nützlichkeit völlig außer Acht gelassen wurde und, die man sich trotzdem leisten konnte.16 Demzufolge kam es zeitweise zu aggressivem Sammelverhalten, Verbrechen und Völkermord.17

3.2 Kirchliche Sammlungen im Mittelalter

Im Mittelalter waren vor allem Gegenstände begehrt, von denen man glaubte, dass sie mit Heiligen in Berührung gekommen bzw. Überreste von diesen seien. Die Reliquien wurden neben anderen religiösen sowie weltlichen Schätzen in Sakristeien der damaligen Kirchen aufbewahrt. Den Gläubigen wurden sie bei religiösen Zeremonien oder Prozessionen präsentiert. Die mittelalterlichen Sammlungen der Kirchen basierten auf einer noch aus der Antike stammenden Wundergläubigkeit. Schon zur Zeit der Griechen und Römer erhoffte man sich Schutz und Wohlwollen der Götter oder Heroen indem man ihre Überreste bzw. das, was man darunter verstand, aufbewahrte. In diesem Sinne versprachen sich auch die mittelalterlichen Christen Wunderwirkungen und Beistand ihrer Heiligen, deren Reliquien sie nicht nur betrachteten, sondern auch berührten und küssten.18 Die Gläubigen vertrauten lieber auf diese greifbaren und anschaulichen Fragmente, die über das irdische Leben der Heiligen hinaus wirken sollten, als auf immaterielle Segnungen. Indem die Kirche für irdische Sünden die ewige Höllenstrafe predigte, konnte die Verehrung der Reliquien zu einem bedeutsamen Bestandteil des katholischen Glaubens werden. Die Reliquien wurden für viele, die des greifbaren Rückhalts bedurften, zu emotionalen Bedeutungsträgern und zu technischen Hilfsmitteln. Denn die Menschen waren bestimmt von eigener Hilflosigkeit und dem daraus resultierenden Wunsch nach einer schützenden und rettenden Macht. Der Besitz der begehrten Überreste lockte Pilger an. Er war also auch wirtschaftlich reizvoll, um eigene Macht und eine herausgehobene Stellung zu erlangen. Folglich kam es häufig zu Fälschungen und Diebstählen der Reliquien.19

Neben den kirchlichen Sammlungen gab es im Mittelalter auch Schatzkammern der Könige und Fürsten. In diesen befanden sich Gegenstände aus dem zeremoniellen und religiösen Bereich, naturgeschichtliche Raritäten und verschiedene Instrumente. Aufgrund ihrer Kostbarkeit und großen Anzahl waren sie hauptsächlich dazu bestimmt, bei feierlichen Anlässen betrachtet zu werden und über ihren Besitz Macht zu demonstrieren.20

3.3 Kunst und Wunderkammern der Renaissance

Seit der Renaissance wurden sogenannte Raritäten- und Kuriositätenkabinette, Naturalien- und Artifikalienkammern, Museen, Lustkabinette oder Kunst- und Wunderkammern für die Sammlungen der Könige, Fürsten und reichen Bürger angelegt. Dieser Typus von Sammlung, der im 17. Jahrhundert seine Blütezeit hatte, stellt den Beginn der modernen Sammlungen dar.21 Auslöser dieser Entwicklung waren das aufkommende Wissenschaftsverständnis und das durch den Humanismus einsetzende große Forschungsinteresse. Demzufolge wandelte sich die Weltansicht der Menschen und mit ihr die Struktur des Sammelwesens. Aufgrund des Humanismus wuchs das Interesse an den Dingen der römischen und griechischen Vergangenheit, dem eine nahezu religiöse Verehrung der Antike zugrunde lag. Neben den Gegenständen der Antike wurden auch unbekannte, erstaunliche und Aufsehen erregende Gegenstände anderer Kulturen gesammelt. Gelegenheit hierzu gab der rapide Fortschritt in der Seefahrt, der den Austausch von Waren und Informationen begünstigte und Belege anderer Kulturen nach Europa brachte. Weitere beliebte Sammelgegenstände hingen noch mit dem mittelalterlichen Glauben an magische Kräfte und Praktiken zusammen, von dem sich die Menschen nur langsam lösten. Neuartige Instrumente aus der Forschung fanden ebenfalls Eingang in die Kunst- und Wunderkammern. Die Menschen waren von einem neuen Geist der Wissbegierde an der realen Welt und einer intellektuellen Neugier beflügelt, die bald für das Interesse und die Beschäftigung vieler Sammler bestimmend sein sollte.22 Die Sammlungen der Kunst- und Wunderkammern setzten sich aus vielfältigen Mirabilien, Raritäten, Kuriositäten, Artefakten, Naturalien, Absurditäten, Scientificas, Antiquitäten und exotischen Gegenständen23 zusammen. Diese sollten ein Gesamtbild des breiten Spektrums der Schöpfung, also eine Welt im Kleinen, darstellen. Die Sammlungen enthielten alles, was den Adeligen und Gebildeten zur Zeit der Spätrenaissance von Wert und Bedeutung war. Einerseits waren Objekte vertreten, die noch dem mythischen Symbolgehalt verhaftet waren, andererseits aber auch wissenschaftliche Instrumente, die schon den Weg in eine rational geprägte Zukunft wiesen. Vernunft und Magie, Logos und Mythos, Wissenschaft und Phantasie waren in diesen Sammlungen noch ineinander verwoben.24 Nach Duncker zeigte sich hier:

„Die Idee einer verborgenen harmonischen Weltordnung … ebenso wie die Bemühung um eine aufgeklärte Durchdringung und experimentelle Erforschung der Wirklichkeit, die später die positivistische Aufspaltung und Parzellierung des Wissens mit sich brachten”.25

Das Konzept der Kunst- und Wunderkammern wurzelte tief in der mythisch-christlichen Vergangenheit, wies aber bereits in die wissenschaftlich-weltliche Zukunft. Neben dem Versuch einen allgemeingültigen Gesamtplan der Schöpfung mit Hilfe der Gegenstände darzustellen, wurden die Dinge bald auch katalogisiert, analysiert und systematisiert. Es begann die Entwicklung der heutigen Spezialisierung und Zersplitterung der einzelnen Wissensgebiete.26 Ein wichtiges Merkmal der Kunst- und Wunderkammern ist deren zunehmend individueller Charakter. Die Sammlungen waren Vermittler einer enzyklopädischen, humanistischen Bildung, sagten aber auch viel über die individuellen, materiellen und emotionalen Interessen der Besitzer und deren Verhältnis zur Umwelt aus.27 Die Gründe für den großen Sammeleifer lagen, neben dem Interesse an der Bildung und Erforschung der Welt, immer auch in der Demonstration von Macht und der Zugehörigkeit zu oberen sozialen Schichten.28 Dadurch stieg die Nachfrage nach ihnen und es organisierte sich im Laufe des 16. und 17. Jahrhunderts ein Markt für die unterschiedlichsten Kunstwerke, Altertümer und Raritäten. Es wurde gekauft, getauscht und natürlich auch gefälscht. Kataloge wurden gedruckt, in denen die zum Verkauf vorgesehenen Gegenstände aufgeführt wurden. Diese mussten stetig präziser benannt und klassifiziert werden. Durch den Marktmechanismus spielte das Geld, beim Zugang zu den Sammlungsgegenständen, eine immer größere Rolle, so dass der Großteil der Bevölkerung im 17. und 18. Jahrhundert von den Gegenständen aus den Privatsammlungen ausgeschlossen war.29

3.4 Entwicklung des heutigen Museums

Die einst nur den Reichen und Mächtigen zugänglichen Sammlungen wurden Anfang des 17. Jahrhunderts auf Nachfrage von Wissenschaftlern, Künstlern, Schriftstellern und Gelehrten zu Studienzwecken geöffnet.30 Durch die partielle Öffnung der Sammlungen und den Beginn einer Epoche der nüchternen Sachforschung erfolgte eine immer klarere Abgrenzung der Bereiche Kunst, Naturwissenschaft und Technik. Diese waren, gemäß Wolbert, in den frühen Kunst- und Wunderkammern noch als Einheit begriffen worden:31

„Die Sammlungsgegenstände wurden zerstreut und wanderten vereinzelt in die Spezialabteilungen der Museen, wo sie in einen neuen kunst- oder naturgeschichtlichen Funktionszusammenhang gestellt wurden, der in seiner extremen Spezialisiertheit nichts mehr von dem ganzheitlichen Sinnkomplex ahnen läßt, der in der Blütezeit der Kunst- und Wunderkammern noch aus den Dingen sprach”.32

Während die Kuriositätenkabinette des 16. und 17. Jahrhunderts versucht hatten, die Grenzen des Wissens in Frage zu stellen und auszuweiten, war es im Zeitalter der Aufklärung an der Zeit, die zuvor nur sporadisch klassifizierten Gegenstände in ein allumfassendes, rationales System aufzunehmen.33

Mitte des 18. Jahrhunderts begann man, die Sammlungen als nationales Gut zu betrachten und sie vielen Bürgern, vor allem den Kindern, zum Zweck der Belehrung zugänglich zu machen.34 Als Ausgangspunkt der heutigen Museen wird die Verstaatlichung und öffentliche Ausstellung der Königlichen Kunstsammlung im Louvre (1791), ausgelöst durch die Französische Revolution, gesehen. Der Anspruch moderner Museen ist es, für jedermann zugänglich zu sein.35 Die verschiedenen Bereiche der Wissenschaften und Künste findet man nicht mehr in allumfassenden Sammlungen, sondern akribisch voneinander getrennt in verschiedenen Museen, Spezialabteilungen oder eigenen Sammlungen.36

3.5 Sammeln heute

Heutzutage hat die Sammlung als Bestandteil der Alltags- und Massenkultur sowie als Indiz für den materiellen Überfluss den elitären Charakter verloren, den sie bis zur Öffnung der privaten Sammlungen hatte.37 Aus ökonomischen Gründen war die Tätigkeit des Sammelns und der Zugang zu den Sammlungen in der Vergangenheit auf die herrschenden Kreise beschränkt. Die Sammlungen waren für ihre Besitzer mit großer Bedeutung behaftete Statussymbole, die ihre Macht, aber auch ihr persönliches Interesse, repräsentierten. Blom bezeichnet es als Konsequenz der Massenproduktion, dass die Sammelleidenschaft nicht länger die Domäne der Kultivierten, Reichen und Gelehrten ist.38 Er erläutert:

“Um Dinge aus dem Warenkreislauf herauszunehmen und sich ganz dem Finden und der Pflege nutzloser Dinge hingeben zu können, muß es Überschuß geben, Überschuß an Objekten, Überschuß an Zeit und an Mitteln“.39

Bis zu der Möglichkeit, Gegenstände in Massen zu produzieren, war das Sammeln ein offener Vorgang. Zuvor hatte man nie die Möglichkeit, alle Gegenstände eines Sammelbereichs komplett zu besitzen, egal ob es sich um Muscheln, Reliquien oder antike Münzen handelte. Bei kommerziellen Sammlungen ist diese Option der Vollständigkeit gegeben.40 Daher lassen sich heute zwei Sammlertypen grob unterscheiden: der freie und der systematische Sammler.

Der systematische Sammler sammelt alles, was zu einem bestimmten Gebiet gehört, wobei die Vollständigkeit dieser sogenannten geschlossenen Sammlungen oft im Vordergrund steht.41 Der freie Sammler ist für alle Sammelgebiete offen. Vergleichbar mit den Kunst- und Wunderkammern findet man in den offenen Sammlungen verschiedene ausgefallene, überraschende, wundersame und sonderbare Dinge.42 Den offenen Sammlungen liegt zwar ebenso wie den geschlossenen Sammlungen eine Idee zugrunde, sie ist jedoch wandelbar und wird vom persönlichen Gefallen geleitet.43

Nach Wolbert ist das Bewusstsein und Handeln des modernen Menschen gekennzeichnet durch die Zersplitterung in stetig kleinere, kaum noch zusammenhängende Wissenspartikel. Der moderne Sammler konzentriert sich auf immer kleinere Ausschnitte der Welt und begrenztere Gegenstandsgruppen. Diese Entwicklung beginnt gemäß Wolbert schon in den Kunst- und Wunderkammern, da diese mit der Zeit vermehrt kategorisiert, systematisiert und analysiert wurden. In der damaligen Zeit behauptete sich aber ebenfalls noch lange das mythische, allumfassende Denken.44

4 Kindliches Sammeln

Im Folgenden wird das Sammeln im Kindesalter beleuchtet. Grundlegend wird auch allgemein auf das heutige menschliche Sammelverhalten eingegangen.

4.1 Die Vielfalt der Dinge

Nach Eid sammelt jeder Mensch irgendwann irgendetwas, wobei Kinder mit Zehn bis Vierzehn Jahren eine Zeit des Sammelns durchlaufen.45 Heckmann sieht den Sammelwunsch in der Altersgruppe der Acht- bis Zwölfjährigen erwachen.46 Und laut Flitner scheint der Höhepunkt der Sammelleidenschaft im Alter zwischen sieben und elf Jahren zu liegen. Darüber hinaus findet man auch schon bei fast allen Zwei- und Dreijährigen Sammelsurien unterschiedlichster Dinge.47 Gesammelt werden können grundsätzlich alle Objekte, zu denen Kinder Zugang haben, und die gemäß Kämpf-Jansen „nicht übermäßig groß sind, übermäßig schwer und übermäßig teuer”.48 Zunächst erregen häufig Gegenstände aus der Natur wie Muscheln, Steine, Kastanien oder Tannenzapfen die Aufmerksamkeit der Kinder. Diese werden von den Kindern zum Beispiel auf Spaziergängen, Ausflügen und in den Ferien gesammelt. Auch Alltagsutensilien wie Knöpfe, Streichholzschachteln oder Kronkorken werden von den Kindern in ihre zunächst häufig wahllosen Sammlungen aufgenommen. Neben Sammelklassikern wie Briefmarken, Münzen und Postkarten findet man auch originellere Dinge wie Hüte, Knochen und Riechfläschchen. Laut Duncker sammeln Kinder teilweise sehr außergewöhnliche Dinge wie tote Tiere, Radkappen, Schildkröten oder eigene Zeichnungen.49

Die Sammlungen der Kinder folgen mit zunehmendem Alter bekannten Trends50, wobei die Sammeldinge dann fast immer käuflich zu erwerben sind und sich gezielt, unterstützt durch Werbemaßnamen, an kindliche Konsumenten richten. Solche kommerziellen Sammelthemen wie z.B. Aufkleber, Sammelbildchen oder Überraschungseier-Figuren, zielen meist auf die Vollständigkeit einer Reihe oder Serie ab.51

Sammeln stellt ein Grundbedürfnis des Menschen dar. Er möchte Dinge, die seine Aufmerksamkeit erregen, anfassen und festhalten, sie auswählen, zusammenzutragen und so lange behalten, bis er etwas Besseres findet. Die Sammeltätigkeit variiert dabei ganz individuell. Vor allem jüngere Kinder häufen oft noch wahllos alles an, was sie kriegen können. In der Regel gehen sie schon bald sehr viel kritischer und gezielter bei der Auswahl ihrer Sammelobjekte vor. Die Suche nach begehrten Sammelobjekten ist dann häufig geprägt durch Ausdauer und Intensität. Es kristallisieren sich bevorzugte Themen, Farben, Formen oder andere Zugehörigkeiten der Dinge heraus.52 Einige Sammlungen werden flüchtig angelegt und schnell wieder vergessen, andere dagegen werden sorgfältig über Jahre hinweg gepflegt und ausgebaut.53

Sommer erklärt, dass eine Sammlung niemals aus weniger als drei Dingen bestehen kann.54 Diese müssen außerdem einen Raum ausfüllen, begrenzt sein, eine sie umschließende Form besitzen und eine Zeitlang existieren, um überhaupt als Dinge bezeichnet werden zu können und somit „sammelbar“ zu sein. Flüssige Stoffe, Sinn, Ereignisse, Augenblicke, oder ähnliches kann erst gesammelt werden, indem es an Träger (Behälter, Tonbänder, Papier, CDs etc.) gebunden wird. Ansonsten ist es nicht möglich ungegenständliche Sachen zu sammeln.55 Als Beispiel für eine „immaterielle“ Sammlung lässt sich die Vogelstimmensammlung eines knapp Zehnjährigen anführen, die Segeth folgendermaßen beschreibt:

„Mit Mikrophon und Kassetten-Recorder pirschte er sich durch die Wälder seiner Umgebung. Wieder zu Hause saß er dann `umweltvergessen´ stundenlang über den Stimmen in seinem Zimmer, verglich sie miteinander und überspielte sie so, dass daraus eine Kassetten-Sammlung wurde, die ihm über Vögel in bestimmten Waldgegenden Auskunft gab”.56

Ältere Kinder versuchen über ihre Sammlungen schon stärker ihr Geltungsbedürfnis zu befriedigen, während jüngere Kinder oft noch in aller Stille sammeln. Bei den frühen kindlichen Sammlungen handelt es sich häufig um „wertlose” Dinge wie Stöcke, Steine oder Kastanien. Diese Dinge haben für die Kinder aber einen hohen ideellen Wert und werden daher überwiegend wie Schätze gehütet.57

Anlässe zum Sammeln können zufällig gefundene alltägliche Dinge geben, die das Interesse der Kinder wecken. Des Weiteren fangen Kinder häufig an etwas zu sammeln, wenn sie Dinge bei anderen Kindern oder Erwachsenen sehen, die ihnen gefallen und die sie ebenfalls besitzen möchten. Auch Geschenke von Freunden oder Verwandten können Kinder dazu bringen, eine Sammlung anzulegen. Es sind zufällige Ereignisse, die in der Regel nicht geplant werden, durch die der Wunsch nach einer Sammlung erwacht.58

Während der Pubertät lässt das Sammeln häufig nach. Segeth sieht eine Erklärung hierfür in dem Zeitaufwand für das andere Geschlecht und in dem Sammeln von sexuellen Erfahrungen, die die Zeit der Pubertät prägen.59 Auch gemäß Baudrillard scheint es einen Zusammenhang mit der sexuellen Konjunktur zu geben, wonach sich das Sammeln und die aktive genitale Geschlechtsbeziehung ausschließen, ohne dass von einer stellvertretenden Funktion gesprochen werden könnte. Die aktive Sammelphase scheint demnach in der Latenzzeit zwischen Vorpubertät und Pubertät, also ungefähr zwischen dem siebenten und zwölften Lebensjahr zu liegen.60 Die Sammlungen nehmen im Laufe der Zeit unterschiedliche Stellenwerte im Leben der Menschen ein und haben individuell unterschiedliche Bedeutungen.

4.2 Bedeutungen der Dinge

Bei der Überlegung, welchen Sinn und welche Bedeutungen die Sammelgegenstände für ihre kindlichen Besitzer haben, orientieren Fatke und Flitner sich an den Gegenständen selbst. Sie zeigen verschiedene Gründe auf, die Kinder motivieren, bestimmte Dinge zu sammeln. Demzufolge werden Kinder unter anderem von positiven sinnlich wahrnehmbaren Eigenschaften der Dinge angezogen. Diese verschaffen ihnen einen Genuss, den sie nach Bedarf immer wieder abrufen können. Folglich finden sich in den Sammlungen der Kinder häufig Dinge, die eine schöne Farbigkeit aufweisen oder glitzern, besonders weich und kuschelig sind, wunderbar riechen oder angenehm klingen.

Auch Dinge, von denen ein Appell ausgeht wie der von Schachteln, etwas in sie hineinzulegen, motivieren die Kinder zum Sammeln.

Emotional von Bedeutung sind Dinge, die Erinnerungsträger an eine, dem Sammler wichtige Person, sind. Das können Gegenstände von der geliebten Person selbst sein oder Dinge, die diese repräsentieren.

In den frühen Kindersammlungen spielen Gegenstände eine wichtige Rolle, die Fatke und Flitner mit dem Bedürfnis der Kinder nach Selbstsein, Selberk ö nnen und Selber-einen-Willen-haben erklären. Diese Identitätsbildenden und -stützenden Sammelstücke werden von den Kindern als Repräsentanten des eigenen Ichs präsentiert.

Das Sammeln steht teilweise auch im Dienst von Themen der Selbst- und Welterfahrung, die das Kind emotional stark berühren und die es oft rational-gedanklich noch nicht erschließen kann. Nach Fatke und Flitner kann das Sammeln von Zigarettenschachteln beispielsweise darin begründet liegen, dass das Rauchen des Vaters häufiger Grund für elterliche Auseinadersetzungen ist. Die Sammeltätigkeit kann hilfreich sein, mit diesen psychischen Themen umzugehen und sich nicht von ihnen beherrschen zu lassen.

Im Schulalter sammeln Kinder vielfach Dinge, über die sie mehr erfahren möchten und die ihre Wissbegier und Neugier befriedigen sollen. Ferner ist auch die Brauchbarkeit der Dinge für Kinder wichtig, wobei die bloße Verfügbarkeit der Dinge oftmals wichtiger ist als ihr tatsächlicher Gebrauch. Jugendliche sammeln vielfach Dinge, aus denen sie etwas neues gestalten können.61

Den Kindern sind die Bedeutungen die die Sammelgegenstände für sie haben oft nicht bewusst. Die Gründe und Motive des Sammelns bei Befragungen von Kindern bleiben laut Duncker daher erstaunlich unergiebig:

„Die Kinder sagen, es macht Spaß, man kann die Sammlungen anschauen, mit ihnen spielen, es ist schön, sie zu haben und sich an ihnen zu erfreuen”.62

Kämpf-Jansen nennt als weitere Motive des Sammelns unter anderem das Bedürfnis nach Kommunikation, nach sozialem Austausch und nach Repräsentation. Gründe, warum Kinder sammeln, können außerdem in dem Wunsch nach Vertrautheit, Überschaubarkeit und Ordnung liegen. Sammelobjekte können zudem als Projektionsflächen für Trosterwartungen, Sehnsüchte und für die Befriedigung unerfüllter Bedürfnisse, bedeutungsvoll für ihre Besitzer sein.63 Manchmal sind die Sammelgegenstände, beispielsweise Kuscheltiere, die einzigen Bezugsobjekte, die die Kinder oder Jugendlichen zum Reden oder lieb haben, zum Schmusen und in Arm nehmen, haben. Somit ist es nicht verwunderlich, dass die Stofftiere die Kinderbetten oftmals schier „überbevölkern“.64 Da die Sammlungen in die jeweiligen Besitzerbiographien eingeflochten sind, haben sie in der Regel nur für die Sammler eine besondere Bedeutung. Für Außenstehende ist diese meist mehr oder weniger unverständlich.65 Mit Hilfe der bedeutungsvollen Dinge eignet sich das Kind seine Umwelt an.

4.3 Aneignung der Welt

Die Gegenstände haben für Kinder weit weniger festgelegte, gesellschaftlich anerkannte Bedeutungen, als für Erwachsene. Vor allem jüngere Kinder begegnen in ihrer Umgebung vielen unbekannten Dingen, deren gesellschaftlich festgelegten Sinn sie nicht kennen. Für Kinder ist ein Stuhl beispielsweise nicht nur Möbelstück sondern kann, mit einer Decke behangen, zum Beispiel zu einer Höhle werden. Die noch nicht erschlossenen Dinge werden von ihnen mit vielen neuen Funktionen und Bedeutungen belegt. Für Kinder können fast alle Dinge an Bedeutung gewinnen und zu möglichen Sammelgegenständen werden. Die Eingangs- oder Aneignungsbedeutung ist dabei meist nicht von Dauer. Sie wechselt je nach Bedarf des Kindes.66 Indem Kinder die fremden Dinge mit eigenem Sinn und individuellen Bedeutungen versehen, wird es für sie leichter die Welt zu ordnen, zu ergänzen und sich anzueignen. Während die Sammelobjekte zu verständlichen oder zumindest nicht mehr bedrohlichen Einheiten werden, helfen sie den Kindern, aus der Vielzahl und Fremdheit der Eindrücke einen Ausschnitt der Welt bzw. eine Welt im Kleinen zu gewinnen, die vertraut ist und mit denen sie umzugehen vermögen.67 Die Dinge werden aus dem noch unbekannten räumlichen Chaos und dem zeitlichen Strom herausgenommen, um Ordnung und Verfügungsmacht zu erwirken, eigenes Erleben zu sichern und um einen Bezug zur Welt herzustellen.68

Da die Sammeltätigkeiten freiwillig und selbsttätig geschehen, können sie uns Einblicke in die Formen der kindlichen Weltaneignung geben.69 Nach Duncker erlaubt der Einbezug von Sinn in die Sammeltätigkeit, dieses mit dem Lesen zu vergleichen:

„Sammeln kann deshalb als eine Methode verstanden werden, die die gegenständliche und handgreiflich faßbare wie auch die `unsichtbare´ Welt als einen Text verfügbar macht, der entziffert und in seinen möglichen (spekulativen, phantastischen) und realen (nachweisbaren, empirischen) Zusammenhängen entschlüsselt werden will”.70

Ähnlich dem Vorgang des Lesens werden beim kindlichen Sammeln Bedeutungen erkannt und geschaffen, in die Gegenstände sowohl hineingelegt als auch aus ihnen entnommen. Die Erkenntnistätigkeit geht folglich einher mit Sinngebungsarbeit.71 Kinder lernen und erkennen über die Dinge auch, was in unserer Gesellschaft erlaubt ist und was verboten, was kostbar ist und was ordinär. Sie lernen, dass es ekelig ist Regenwürmer zu sammeln, werden aber gelobt, wenn sie altes Puppengeschirr aufbewahren.72

Die Sammlungen der Kinder dienen, ähnlich denen der Kunst- und Wunderkammern, dem rationalen Erschließen der gegenständlichen Umwelt. Für Kinder sind ihre Sammlungen ebenfalls Schätze aus geheimnisvollen Welten, in denen sich Vernunft und Magie, Wunderglaube und Erkenntnisinteresse mischen.73 Im Sammeln des Kindes lassen sich daher Denkformen beobachten, die einerseits der Welt des Mythos verhaftet sind und Phantasie anregen, andererseits aber auch bereits den Anspruch der Rationalität bergen. Ihre gemeinsame Wurzel finden sie im Sammeln. Durch das Erkennen von feinen Differenzen und Nuancen und dem Untersuchen und Herstellen von Bezügen zwischen den Elementen einer Sammlung wird Rationalität ausgebildet. Hierbei ist der analysierende Verstand gefordert, so dass forschendes Lernen entwickelt werden kann. Im kindlichen Spiel werden die Dinge auch mit geheimen, nicht rational zu erschließenden Phantasiewelten verbunden, in die die Kinder ihre Vorstellungen und Ideen hineindeuten.74 Weil im Sammeln die Welt lesbar gemacht und angeeignet, erforscht und gedeutet wird, muss es als höchst bildungsrelevant erachtet werden. Das Kind entdeckt bei den vielfältigen Tätigkeiten des Sammelns spielerisch mit allen Sinnen seine Umwelt und lernt so für das Leben.75

4.4 Sammeln als ästhetisches Verhalten

Sammeln macht den sinnlichen Umgang mit handgreiflich verfügbaren Gegenständen auf vielfältige Weise möglich und steht somit in einem engen Zusammenhang zur ästhetischen Erfahrung. Das Unerwartete, Fremde, Anstößige erregt Staunen, reizt die Sinne und löst die Erwartung aus, Schönheit zu erfahren und Genuss zu erleben. Die Kinder staunen über die neuen, unbekannten Dinge und die mit ihnen verbundenen sinnlichen Erfahrungen. Die fremden Dinge lösen Fragen aus und wecken das Interesse der Kinder. Dabei lässt die Fähigkeit zum Staunen ästhetische Erfahrung und ursprüngliches Fragen erst möglich werden.76 Die Sammeltätigkeit beginnt im spielerischen Umgang mit Gegenständen und Materialien, die die Aufmerksamkeit des Kindes auf sich ziehen. Sammeln ist sowohl Teil des kindlichen Spiels als auch der ästhetischen Praxis.77

Die Kinder lassen sich beim Sammeln zunächst von ihren Sinnen leiten. Sie erschließen die Wirklichkeit aber bald auch methodisch und überlegend.78 Wenn es darum geht, begehrte Sammelobjekte aufzuspüren und auszuwählen, müssen eine Vielzahl ästhetischer Entscheidungen getroffen werden. Blick, Hand, Verstand und Herz helfen bei der Auswahl, ob etwas schön oder hässlich, interessant oder langweilig, ähnlich oder anders, selten oder massenhaft ist und ob man es in seine Sammlung aufnehmen möchte. Dabei ist der ästhetische Blick hoch sensibel und aktiv.79

Alle Tätigkeiten des Sammelns sind Ausdruck ästhetischen Verhaltens, da sie von diesem spezifisch differenzierten Blick begleitet werden, der die sinnlichen Unterscheidungsfähigkeiten schärft und sich im Laufe der Zeit zu einem Kennerblick ausbildet. Sammeln ist darüber hinaus eine intensive Beschäftigung, was generell für ästhetisches Arbeiten gilt.80 Die sinnlich gewonnenen Daten werden spielerisch in phantasievolle Vorstellungswelten des Kindes eingebunden. Es entstehen immer neue Ideen und Fragen darüber wie mit dem Gegenstand gespielt und wie sich außerdem mit ihm beschäftigt werden kann.

4.5 Tätigkeiten des Sammelns

Die vielfältigen Tätigkeiten, die mit dem Anlegen und Pflegen einer Sammlung verbunden sind, wie das Zusammentragen und Erweitern, Untersuchen und Analysieren, Auswählen und Ordnen, Aufbewahren und Ausstellen der Sammelobjekte, weisen auf ein systematisches Verhältnis zur Wirklichkeit hin und machen es zu einem wertvollen Element des Lernens.81 Diese Tätigkeiten kommen dem wissenschaftlichen Arbeiten nah, da beim sammelnden und ordnenden Umgang mit den Dingen Gesetzmäßigkeiten erforscht und erfunden werden. Durch die verschiedenen Erfahrungen, die beim Sammeln gemacht werden, wird die Welt neu entdeckt und anders gesehen.82 Da die Tätigkeiten des Sammelns Neues erzeugen und hervorbringen, kann die Sammlung Grund zur Freude und zum Stolz sein.83 Um dies zu erreichen, müssen zunächst Dinge für die Sammlung ausgewählt werden.

4.5.1 Auswählen

Entscheidend bei der Auswahl der Sammelgegenstände ist die Gleichheit der Dinge untereinander. Sie dürfen aber auch nicht identisch sein. Der ästhetische Sammler ist gemäß Sommer gerade an der Verschiedenheit der Objekte interessiert.84 Die Auswahl der Sammelstücke bereitet oftmals große Lust, indem bei der Suche nach den begehrten Objekten freudige Erregung aufgebaut wird, um dann beim Finden in spannungslösende Befriedigung überzugehen. Die Dinge dürfen nicht in zu großer und auch nicht in zu geringer Zahl vorkommen. Ansonsten wird das Auswählen eine langweilige oder hoffnungslose Arbeit, die keine Freude bereitet.85

Laut Duncker haben Kinder ganz bestimmte Kriterien, nach denen sie ihre Sammelobjekte auswählen. Demnach müssen die noch nicht besessenen Objekte in erster Linie gefallen. Darüber hinaus müssen sie in die Sammlung `passen´, d.h. sie dürfen nicht zu groß oder zu klein sein und in der Regel keine Mängel aufweisen. Im Laufe der Zeit bildet sich bei einigen Kindern eine Spezialisierung der Sammlung heraus, so dass nur noch Dinge in die Sammlung aufgenommen werden, die ganz besonderen Ansprüchen genügen.86

Die Wertungen der Kinder, nach denen sie ihre Stücke auswählen, stimmen häufig mit denen vieler anderer Kinder und auch Erwachsener überein. Oftmals wird mit Anderen über die Sammlung gesprochen, oder es werden Stücke getauscht. Aus diesem Grund werden Kriterien Anderer übernommen und eigene erweitert. Die Kinder wissen meist genau, was schön, kostbar oder selten ist und somit in die Sammlung aufgenommen werden kann. Echt-Produkte werden dabei Billig-Versionen vorgezogen, nicht nur weil diese teurer sind, sondern weil sie häufig auch besser verarbeitet sind, sich besser anfühlen oder schöner aussehen.87 Die Objekte werden bereits bei der Auswahl pfleglich behandelt, um die Sammellust zu verlängern. Die konservierenden Maßnahmen werden durch das Aufbewahren und Ordnen der Sammlung weitergeführt.88

4.5.2 (Auf-) Bewahren und Ordnen

Nach Pomian müssen die ausgewählten Gegenstände, um sie als Sammlung bezeichnen zu können, zeitweise oder endgültig aus dem Kreislauf ökonomischer Aktivitäten herausgehalten werden und an einem abgeschlossenen, eigens zu diesem Zweck eingerichteten Ort aufbewahrt werden, an dem sie ausgestellt und angesehen werden können.89 Die Objekte einer Sammlung sollen nicht nur besessen, sondern auch bewahrt werden. Der Sammler beabsichtigt, den angetroffenen Zustand der begehrten Dinge zu verlängern, weshalb er sie schonend, sorgsam und behutsam behandelt.90 Bewahrt und geschützt werden müssen die Dinge einer Sammlung vor dem Selbstzerfall, vor äußeren Einflüssen und davor, dass sie nicht zerstreut werden, sondern zusammen an einem Ort bleiben.91 Aus diesen Gründen bewahren die meisten Sammler ihre Objekte gestapelt in Kisten und Kartons auf, ordnen sie in Alben und Mappen ein und reihen diese in Regale. Sie verschließen die Dinge sicher an geheimen Orten und schützen sie so gut es geht vor Staub, Motten, oder anderen Einflüssen.92

Da Dinge einer Sammlung aus ihrem ursprünglichen Kontext gelöst und an einem sicheren Ort aufbewahrt werden, an dem sie angeschaut werden können, muss man sie ordnen. Durch die Ordnung unterscheidet sich eine Sammlung von einer bloßen Ansammlung.93 Es ist nicht wichtig, wie die Dinge arrangiert werden, ob angehäuft, gestapelt, geschichtet, aufgereiht oder durcheinander gewürfelt, die Raumgestaltung kann nach belieben verändert werden.94 In der Regel gilt, je dauerhafter die Sammlung bzw. die gesammelten Objekte sind, desto mehr können sie an Bedeutung gewinnen und desto wichtiger wird es, sie zu bewahren und in eine Ordnung zu bringen.95 Hierzu wird oft ein System geschaffen, in dem Halte-Vorrichtungen wie Stellwände, Vitrinen, Schubladen, Blätter und Folien nach einem Prinzip aufgeteilt und angeordnet sind. Die Ordnung resultiert in der Regel aus dem Interesse und der Idee des Sammlers und der Natur der Dinge. Die Dinge können unter anderem nach Alter, Herkunft oder Größe geordnet werden. Münzen sortiert man üblicherweise chronologisch und geographisch, aber nicht nach Farben oder Gewicht. Wichtig dabei ist es, nicht nur eine Ordnung zu haben, sondern diese auch zu kennen. Hierbei kann dem Sammler das Dokumentieren, Etikettieren, Benennen und Katalogisieren der einzelnen Dinge helfen.96

Beim systematischen, geschlossenen Sammeln folgen die Ordnungskriterien meist festgelegten, außengeleiteten Prinzipien mit vorgegebenen Aufbewahrungsobjekten. Überraschungsei-Figuren werden beispielsweise in Setzkästen aufbewahrt, Briefmarken werden in Alben und Aufkleber in Sammelhefte geordnet. Diese typischen kommerziellen Sammelthemen werden derzeit von einem großen Markt bedient, der nicht nur die Sammelgegenstände, sondern auch jegliches Zusatzbehör anbietet.97

Offene bzw. freie Sammlungen, wie man sie häufig bei jüngeren Kindern antrifft, werden dagegen nicht in speziell vorgesehenen Behältnissen aufbewahrt, sondern in unterschiedlichen Schachteln, Mappen, Dosen, Kartons oder Kisten gehortet. Sie werden von den Kindern nach persönlichen Vorlieben immer wieder neu geordnet und sortiert.98 Den Kindern sind Vollständigkeit und klassische Ordnungskategorien in jungen Jahren zunächst nicht wichtig. Ihre Sammlungen dienen eher dem Experimentieren mit Ordnungskriterien, Zusammengehörigkeiten und Unterscheidungen, wodurch die Wirklichkeit angeeignet und Handlungsfähigkeit ausgebildet wird.99 Ordnungen kindlicher Sammlungen reichen laut Duncker vom chaotischen Aufbewahren in einem Schuhkarton bis hin zu Sammelmappen mit Inhaltsverzeichnissen.100

Durch das Ordnen der Dinge gewinnen Kinder an Wissen, Übersicht und Verfügungsmacht über die zuvor nur als diffus wahrgenommene Wirklichkeit. Sie schaffen sich ihr eigenes kleines Reich in der noch nicht erschlossenen Welt die sich ständig ändert. Durch das Ordnen können sie sich darauf verlassen, dass sie ihre Dinge wieder so vorfinden, wie sie sie arrangiert haben. Diese Alleinherrschaft über die Dinge und deren Ordnung, die sie beliebig verändern können, gibt den Kindern Sicherheit.101

Die Dinge werden aus dem Chaos der Welt herausgenommen und in der Sammlung unter bestimmten Zeigeinteressen immer wieder neu arrangiert. Die individuellen Ordnungsgesichtspunkte, die ein interessantes Licht auf die Gegenstände werfen, machen die Qualität und Besonderheit der einzelnen Sammlungen aus. Dabei werden Strukturen sichtbar, die im ursprünglichen Zusammenhang nicht zu erkennen waren. Duncker bezeichnet folglich die kindliche Sammlung als ein Konstrukt, das Theoriearbeit enthält und Sammeln als einen kreativen Akt, bei dem objektive Merkmale und subjektive Sinndeutungen zusammenspielen. Ordnungsgesichtspunkte dienen in erster Linie meist einer Steigerung der Wahrnehmungs- und Genussfähigkeit. Die Dinge werden besonders schön arrangiert und geordnet, damit es Freude bereitet sie anzusehen. Diese intensive Auseinandersetzung mit den Dingen schärft die sinnlichen Unterscheidungsfähigkeiten der Kinder.102 Nach Kirchner gilt das kindliche Ordnen und Sortieren unter anderem als grundlegende Tätigkeit für die Ausbildung von Intelligenz und Kommunikationsfähigkeit. Kirchner sieht die Fähigkeit sich Objekte sinnbildlich vorstellen zu können als Vorraussetzung des Denkens. Diese Fähigkeit wird durch die vielen verschiedenen sinnlichen Erfahrungen, die die Kinder beim Ordnen der Dinge durch das Betasten, Ansehen, Bewegen, Hören, Riechen und u.a. Schmecken mit den Dingen erleben, geformt.103

Den Höhepunkt der Sammler-Tätigkeit sieht Kämpf-Jansen in der ritualisierten Aufnahme des neuen, geputzten und aufgeputzten Objekts in die Sammlung. Dabei wird immer wieder umgeordnet, neu-arrangiert und umgeräumt, um den Genuss der Anschauung zu steigern. Neben dem Ordnen bzw. Sortieren der Dinge werden diese teilweise auch den kindlichen Sammlungen entnommen und übergeordneten Zwecken wie dem Basteln, zugeführt.104

4.5.3 Basteln

Im Gegensatz zum Ordnen werden die gesammelten Gegenstände beim Basteln umgestaltet und nicht aufbewahrt. Basteln ist Ausdruck ästhetischen Verhaltens, wenn es sich, im Gegensatz zu den häufig stereotypen Basteleien die bestimmten Anleitungen folgen, um improvisiertes, spontanes, phantasievolles, unkonventionelles Gestalten mit unterschiedlichen Materialien und Gegenständen handelt.105 Die Sammlung der Kinder stellt die Materialbasis dar, aus der Dinge entnommen und durch das Basteln in einen anderen Funktionszusammenhang gestellt werden. Das Bestehende wird in Sammlungen verfügbar gemacht, analytisch durchdrungen und in einem kreativen, schöpferischen Akt zu Neuem verarbeitet. Dabei entstehen gleichzeitig Elementeneuer Wirklichkeiten.106 Führt der Sammler seine Gegenstände keinen übergeordneten Zwecken zu, stellt er sie in der Regel aus.

4.5.4 Ausstellen

Der zufällig gefundene, wunderliche Gegenstand ist Anschauungsobjekt. Der Sammler will ihn nicht nur selber sehen, sondern ihn auch anderen zeigen. Der Gegenstand ist gemäß Sommer an sich exhibitionistisch, er will betrachtet und angeschaut werden. Ihm geschieht Unrecht, wenn es niemand sehen will. Dabei stellt der Sammler sich mit seinen Dingen auch immer selbst dar. Je nachdem, ob andere Menschen seine Gegenstände sehen wollen und sie interessant finden, oder kein Interesse und Gefallen an ihnen haben, macht der Sammler sich verletzbar oder erlangt Erfolg und Bewunderung. Die Sammlung auszustellen und sich auszustellen fallen somit in eins.107 Jede Ausstellung zeigt etwas Neues, etwas Individuelles, ein Arrangement, das bislang nicht existiert hat. Die Ausstellung ist laut Sommer ein Werk.108

Da sie ihre Dinge als etwas Besonderes und Sehenswertes ansehen und Stolz sind sie zu besitzen, möchten viele Kinder anderen ihre Sammlung zeigen.109 Vor allem Freunden und Verwandten werden die kindlichen Sammlungen dann präsentiert.110 Es gibt aber auch Kinder, die ganz privat und heimlich sammeln und ihre Objekte niemandem zeigen möchten.111 Gründe hierfür mögen in dem Unverständnis und Spott liegen, den die kindlichen Sammler von anderen ernten könnten, wenn sie ihnen ihre Sammlungen zeigen. Auch die Angst vor Neid oder Desinteresse anderer kann dazu führen, dass Kinder ihre Sammelgegenstände nicht zeigen möchten.112

4.5.5 Aneignung von Wissen

Die vielfältigen Beschäftigungen und Tätigkeiten, die mit dem Sammeln verbunden sind, lassen den Sammler in der Regel zu einem Experten auf seinem Interessensgebiet werden.113 Durch die intensive Beschäftigung mit der Sammlung, dem ständigen Ergänzen und Umordnen neuer Stücke, die noch schöner, interessanter und wertvoller sind, verfeinert sich der Blick des Kindes zu einem Expertenblick.114 Als Vorraussetzung für die Aneignung von Wissen muss daher die Intensität des Sammelns gesehen werden. Je größer die Identifikation mit der Sammlung ist, desto intensiver wird sich mit ihr beschäftigt und desto mehr Wissen wird erworben.115 Anlass zum Sammeln gibt die kindliche Neugier. Wenn das Kind sich mit der Sammlung identifiziert und wenn es beim Sammeln Erfolge erzielt, kann diese zum Wissensdrang führen.116

Gemäß Duncker haben Kinder oft ein spezielles Wissen über die Gegenstände und Themen ihrer Sammlungen. Sie kennen viele fachliche Ausdrücke ihres Sammelgebietes und können sie teilweise näher erläutern. Kinder sind kenntnisorientiert und bestrebt möglichst vielfältige Informationen zu ihren Gegenständen zu bekommen. Sie beschäftigen sich mit Bereichen wie Mensch, Natur, Wissenschaft und Technik, denen ihre Sammelgegenstände angehören. Expertenwissen wird laut Duncker besonders im Zusammenhang mit Briefmarkensammlungen, Sammlungen aus dem technischen Bereich, sowie im Zusammenhang diverser Tier- und Pflanzensammlungen ausgebildet. Der Wissensdrang lässt sich an zunehmend konkreter werdenden Sammeltätigkeiten und einem spezieller werdenden Interesse der Kinder ablesen.117

Kinder, die kommerzielle Dinge sammeln erlangen häufig ähnliche Kenntnisse wie gleichgesinnte Sammler, da die Sammlungen oft in ein soziales System des Austausches und der Kommunikation eingebunden sind. Die Vielfalt der kommerziellen Sammelobjekte ist sehr groß. Dem Austausch mit anderen Sammlern kann daher beispielsweise das Benennen der Dinge mit phantasievollen Namen dienen.118

Kindliche Sammlungen werden mehrfach unvermittelt aufgegeben, aufgelöst oder es werden Sammelgebiete durch andere ersetzt. Diese plötzlichen Wechsel zeigen ganz deutlich den Abschluss bzw. den Neubeginn eines geistigen Aneignungsprozesses.119 Anlass zu verändertem Sammelverhalten können wechselnde Lebensumstände geben.120

4.5.6 Ausbildung des Gedächtnisses

Sammlungen enthalten nach Duncker signifikante Lebensspuren, da mit den Gegenständen einer Sammlung biographische Ereignisse verbunden sind und über sie immer wieder wachgerufen werden können.121 Anhand der Sammelobjekte lässt sich die eigene Biographie nachvollziehen, denn diese ist von ihnen geprägt und hinterlässt ihrerseits Spuren auf den Objekten. Porath spricht in diesem Zusammenhang von einer „gegenstandsbezogenen Nutzerbiographie“.122 Das Sammeln fördert den Sinn für die Vergangenheit, indem Aufbewahrtes vor dem Vergehen oder Vergessen geschützt wird. Je länger die Sammelgegenstände aufbewahrt bzw. konserviert werden, desto tiefer können sie in die Vergangenheit zurückverweisen. An die Dinge sind Erinnerungen und Erzählungen über ihren ursprünglichen Kontext, sowie über die näheren Umstände ihres Gesammeltwerdens, geknüpft.123

Das Zurückerinnern an die Sammlung und das Wachrufen vergangener Situationen kann jederzeit, durch ähnlich aussehende Gegenstände oder Ereignisse und jede damit verknüpfte Sinneswahrnehmung, ausgelöst werden.124 Sammlungen unterstützen die Ausbildung eines Zeitbewusstseins, indem sie Erlebtes wach halten und den Kindern erlauben, zukünftige Entwicklungen ihrer Sammlungen und die damit verknüpften Erweiterungen ihrer eigenen Erfahrungen, anzunehmen. Duncker sieht im Wachstum der Sammlung daher eine Parallele zum Wachstum des Kindes. Er erläutert, dass das Kind an seiner Sammlung die Steigerung seines Könnens, seiner Kompetenz und Stärke mitverfolgen und aktiv beeinflussen kann.125 Sammlungen sind somit Erinnerungsträger, repräsentieren vergangene Ereignisse und Gefühle und bilden eine Art Gedächtnis.

Dieses ist bei privaten Sammlungen sehr subjektiv, denn die ausgewählten Dinge unterliegen in erster Linie persönlichen Maßstäben des Sammlers. Sie können aber auch zu kollektiven Erinnerungsträgern werden, wenn sie repräsentativ für eine bestimmte Generation, Zeit oder Subkultur sind.126 Kinder fügen sich mit ihren gesammelten Fundstücken in unsere Kulturgeschichte ein, die sie aus Heimatmuseen, archäologischen Sammlungen, kirchlichen Reliquienschreinen oder aus der Kriminologie kennen. Sie sehen ihre gefundenen Steine, Knochen und Scherben als Träger biographischer und kultureller Spuren vergangener Zeiten und belegen sie mit geheimnisvollen, phantasievollen fiktiven Geschichten.127 Ein allgemeines, kulturelles Gedächtnis wird vor allem in öffentlichen Sammlungen der Museen, Galerien, Universitäten und Vereine geschaffen und bewahrt.128

4.6 Die soziale und identitätsstiftende Funktion des Sammelns

Fast jede Sammeltätigkeit impliziert gemäß Kämpf-Jansen sozialen Austausch, wobei kommerzielle Sammlungen verstärkt auf Tausch und Kommunikation angelegt sind.129 Geschieht das Sammeln der Kinder nicht heimlich, wird häufig auf dem Schulhof über die Sammlungen gesprochen, Gegenstände werden getauscht und Expertenwissen wird verglichen. Kinder die andere an ihrem speziellen Wissen teilhaben lassen und mit ihren Gegenständen großzügig umgehen, können über ihre Sammlungen zu Achtung und sozialem Prestige gelangen. Auf diese Weise tragen Sammlungen zur Selbstdarstellung und Selbstbehauptung bei und wecken den kindlichen Ehrgeiz.130

Teilweise kommt es unter den Sammlern auch zu Wettbewerben. Die Kinder mit den schönsten, meisten, seltensten oder ausgefallensten Sammelobjekten genießen es, von anderen bewundert oder auch beneidet zu werden. Viele Sammlungen sind darin begründet, den Sammler nach außen zu repräsentieren, indem dieser sich bewusst von typischen Sammlungen abgrenzt oder sich diesen anpasst.131 Schloz zufolge wird mit geschlossenen Sammlungen vor allem eine Selbstdarstellung und die Bewunderung Anderer angestrebt. Offene Sammlungen zeigen im Gegensatz zu den geschlossenen Sammlungen, eher die Persönlichkeit und den eigenen Standpunkt des Sammlers und können ihm Selbstsicherheit verleihen.132

Da alles was gesammelt wird von besonderer Bedeutung für den Sammler ist, zeigen sich im Sammeln verschiedene Aspekte der Persönlichkeit wie Geschmack, Kultiviertheit oder Naivität und Unabhängigkeit oder Abhängigkeit von der Meinung Anderer. Auch der Grad der Selbstdefinition über die Sammlung lässt sich am Sammelverhalten und den Dingen ablesen.133 Die Bedeutungsinhalte der kindlichen Sammlungen können Teil dieser Selbstdefinition sein und der Identitätserweiterung dienen. Postkartensammlungen verbildlichen beispielsweise die Sehnsucht nach fernen Ländern und Starposter den Wunsch nach Berühmtheit. Das Gefühl der Verfügbarkeit über die Dinge und das Wissen durch sie aktiv etwas in der Welt bewirken zu können, ist für Kinder ebenfalls sehr wichtig und steigert ihr Selbstwertgefühl.134 Dieses wird auch durch Erfolgserlebnisse, die über das selbst zusammengestellte Sammelwerk erfahren werden können, verstärkt.135 Der Sammler empfängt über die Objekte Empfindungen und Wahrnehmungen. Diese werden zu Gedanken und Einstellungen verarbeitet, wodurch es dem Sammler möglich ist, sich in der Welt zu orientieren und in sie hineinzuhandeln. Indem er sich die Welt aneignet, erschafft er sich zugleich selbst und bildet seine Identität aus. Sammlungen können als Fortsetzungen der Persönlichkeit des Sammlers verstanden werden und werden oftmals dementsprechend verteidigt.136

4.7 Geschlechtsspezifische Aspekte des Sammelns

Wenn in der vorliegenden Arbeit von Kindern die Rede ist, müsste eigentlich jedes Mal zwischen Jungen und Mädchen unterschieden werden. Laut Baacke werden Kinder nicht nur als Mädchen oder Jungen geboren, sondern wachsen sehr früh in Rollen hinein, die den Geschlechtern zugeordnet sind. Hieraus ergeben sich unterschiedliche Lebenspläne und

Handlungsmöglichkeiten.137 Man unterscheidet aus diesem Grund zwischen dem biologischen Geschlecht und dem sozial zugeschriebenen und kulturell definierten Geschlecht (Gender).138 Natürlich sind auch in den Sammlungen von Jungen und Mädchen geschlechtsspezifische Merkmale von Bedeutung. Kämpf-Jansen sieht eine klassische Teilung der Sammelthemen, wobei Barbies bei den Mädchen und Fußball-Fan-Artikel bei den Jungen die Spitzenpositionen einnehmen. Jungen sammeln darüber hinaus Modellautos und Comicfiguren, während Sammelbilder, Glanzbilder, Postkarten, Diddlmäuse und Fan-Artikel der aktuellen Musikgruppen von Mädchen gesammelt werden. Zu Dingen die sowohl Mädchen als auch Jungen sammeln, rechnet Kämpf-Jansen Überraschungseier-Figuren, „Plüschtiere, Steine und die sogenannten Sammelsurien“.139 Insgesamt lässt sich sagen, dass Mädchen und Jungen verschiedene ästhetische Zugänge zur Welt haben. Sie haben unterschiedliche ästhetische Vorlieben und statten ihre Umwelten mit unterschiedlichen Dingen aus. Sie sammeln andere Sachen und bekommen andere Dinge geschenkt.140 Sie bekommen sehr früh unterschiedliches Spielzeug, dabei werden bei Mädchen eher sozialbezogene Spielaktivitäten gefördert, bei Jungen wird dagegen Aggressivität und Durchsetzungsvermögen und der Umgang mit technischen Dingen unterstützt.

Mit Fünf bis Sechs Jahren hat sich die geschlechtliche Identität der Kinder gefestigt. Dabei achtet ihr Umfeld umso stärker auf die Einhaltung ihrer Geschlechtsrollen, je älter die Kinder werden. In der späteren Kindheit und im Jugendalter wird von Jungen und Mädchen die Stereotypisierung ihrer Geschlechtsrollen selbst verstärkt, indem sie typische Jungen bzw. Mädchen Dinge tun und sich dadurch gezielt vom anderen Geschlecht abgrenzen.141 Mädchen sind dabei eher bereit sich auf die Dinge der Jungen einzulassen als umgekehrt. Für Jungen sind die Dinge der Mädchen gesellschaftlich weniger Wert. Puppen sind `Weiber-Kram´, mit dem man sich als Junge nicht abgibt.142 Mädchen gestalten ihre Zimmer mit anderen Bildern, Postern und Gegenständen als Jungen. Sie identifizieren sich mehr über Puppen und Popstars, Jungen dagegen über technische Gegenstände und Motorradposter.143 Nach Ströter-Bender werden Mädchen bereits mit drei Jahren in die leuchtenden, freundlichen Farben des Barbie Spieluniversums mit seinen glitzernden, funkelnden Materialien sozialisiert. Die harmonische Barbie-Welt wird aber spätestens mit acht, neun Jahren als zu langweilig und eng empfunden.144

[...]


1 Vgl.: Mayer, Kinderwerbung-Werbekinder, 1998, S.14

2 Vgl.: Segeth, Sammler und Sammlungen, 1989, S.25

3 Pomian, Ursprung des Museums, 1988, S.16

4 Vgl.: Muensterberger, Sammeln, 1995, S.20 f.

5 Vgl.: Sommer, Sammeln, 1999, S.7 ff.

6 Vgl.: Stagl, Homo Collector, 1998, S.37

7 Vgl.: Dudenredaktion (Hg.): Duden: Herkunftswörterbuch, 2001, S.52

8 Vgl.: Kirchner, Ästhetisches Verhalten von Kindern, 1999, S.304 f.

9 Eid, Plädoyer, 1978, S.38

10 Vgl.: Segeth, Lust und Frust des Sammelns, 1993, S.12

11 Vgl.: Pomian, Ursprung des Museums, 1988, S.20ff.

12 Vgl.: Pomian, Ursprung des Museums, 1988, S.38

13 Vgl.: Pomian, Ursprung des Museums, 1988, S.26

14 Vgl.: Muensterberger, Sammeln, 1995, S.90

15 Vgl.: Muensterberger, Sammeln, 1995, S.89 f.

16 Vgl.: Pomian, Ursprung des Museums, 1988, S.28

17 Vgl.: Muensterberger, Sammeln, 1995, S.91

18 Vgl.: Pomian, Ursprung des Museums, 1988, S.30ff.

19 Vgl.: Muensterberger, Sammeln, 1995, S.107ff.

20 Vgl.: Pomian, Ursprung des Museums, 1988, S.33ff.

21 Vgl.: Wolbert, Kunst- und Wunderkammer, 1981, S.9

22 Vgl.: Muensterberger, Sammeln, 1995, S.271ff.

23 Da diese Bezeichnungen heute veraltet sind, möchte ich sie kurz erläutern: Mirabilien= Wunderdinge; Raritäten= Seltenes; Kuriositäten= Sonderbarkeiten, Merkwürdigkeiten, etwas, was vom Normalen abweicht und deshalb selten ist und besonderes Aufsehen erregt; Artefakte= durch menschliches Können Geschaffenes, Kunsterzeugnis ;Naturalien= Naturprodukte (die keine Umänderungen durch den Menschen erfahren haben); Absurditäten= Widersinnigkeiten; Scientifica= wissenschaftliche Gegenstände; Antiquitäten= altertümliche (Kunst-)Gegenstände; Exotisches= Fremdländisches, Überseeisches, Fremdartiges. Vgl.: Dudenredaktion (Hg): Duden: Fremdwörterbuch, 2001. S.638/ 842/ 559/ 91/ 664f./ 21/ 973/ 74/ 293

24 Vgl.: Duncker, Mythos, Struktur, Gedächtnis, 1990, S.116ff.

25 Vgl.: Duncker, Mythos, Struktur, Gedächtnis,1990, S.119

26 Vgl.: Wolbert, Kunst- und Wunderkammer, 1981, S.10ff.

27 Vgl.: Langemeyer/Peters, Stilleben, 1979, S.87ff.

28 Vgl.: Kern, Gesammelte Schätze, 1988, S.15

29 Vgl.: Pomian, Ursprung des Museums, 1988, S.62ff.

30 Vgl.: Pomian, Ursprung des Museums, 1988, S.66

31 Vgl.: Wolbert, Kunst- und Wunderkammer, 1981, S.27

32 Wolbert, Kunst- und Wunderkammer, 1981, S.27

33 Vgl.: Blom, Sammelwunder, 2004, S.147f.

34 Vgl.: Kern, Gesammelte Schätze, 1988, S.15

35 Vgl.: Bertelsmann, Museums Führer, 1992, S.7ff.

36 Vgl.: Wolbert, Kunst- und Wunderkammer, 1981, S.9f.

37 Vgl.: Schloz, Alltagskultur: Sammeln, 1986, S.353

38 Vgl.: Blom, Sammelwunder, 2004, S.259

39 Blom, Sammelwunder, 2004, S.38

40 Vgl.: Blom, Sammelwunder, 2004, S. 259f

41 Vgl.: Kern, Gesammelte Schätze, 1988, S.14

42 Vgl.: Kern, Gesammelte Schätze, 1988, S.14

43 Vgl.: Schloz, Alltagskultur: Sammeln, 1986, S.354

44 Vgl.: Wolbert, Kunst- und Wunderkammer, 1981, S.10ff.

45 Eid, Plädoyer, 1978, S.40

46 Vgl.: Heckmann, Sachen sammeln, 1978, S.46

47 Vgl.: Flitner, Steine, Muscheln, Zinnsoldaten, 1984, S.276 f.

48 Kämpf-Jansen, Ästhetische Forschung, 2002, S.53

49 Vgl.: Duncker, Mythos, Struktur, Gedächtnis, 1990, S.112

50 Vgl.: Kämpf-Jansen, Ästhetische Forschung, 2002, S.53

51 Vgl.: Duncker/ Frohberg/ Zierfuss, Sammeln als ästhetische Praxis, 1999. S. 67f.

52 Vgl.: Segeth, Lust und Frust des Sammelns, 1993, S.52 ff.

53 Vgl.: Flitner, Steine, Muscheln, Zinnsoldaten, 1984, S.277

54 Vgl.: Sommer, Sammeln, 1999, S.116

55 Vgl.: Sommer, Sammeln, 1999, S.104ff.

56 Segeth, Lust und Frust des Sammelns, 1993, S.53

57 Vgl.: Fatke/ Flitner, Was Kinder sammeln, 1983. S. 600 ff.

58 Vgl.: Duncker/ Frohberg / Zierfuss, Sammeln als ästhetische Praxis, 1999, S.74

58 Vgl.: Duncker/ Frohberg / Zierfuss, Sammeln als ästhetische Praxis, 1999, S.74

59 Vgl.: Segeth, Lust und Frust des Sammelns, 1993, S.56

60 Vgl.: Baudrillard, System der Dinge, 1991, S.112

61 Vgl.: Fatke/ Flitner, Was Kinder sammeln, 1983, S 604ff.

62 Vgl.: Duncker/ Frohberg/ Zierfuss, Sammeln als ästhetische Praxis, 1999, S.74

63 Vgl.: Kämpf-Jansen, Ästhetische Forschung, 2002, S.55-57

64 Kämpf-Jansen, Die ästhetischen Gegenstände, 1979, S.163-178

65 Vgl.: Stagl, Homo Collector, 1998, S.41

66 Vgl.: Fatke/ Flitner, Was Kinder sammeln, 1983, S. 603

67 Vgl.: Flitner, Steine, Muscheln, Zinnsoldaten, 1984, S.278

68 Vgl.: Fatke/ Flitner, Was Kinder sammeln, 1983, S. 607

69 Vgl.: Duncker/ Frohberg/ Zierfuss, Sammeln als ästhetische Praxis, 1999, S.63

70 Duncker/ Frohberg/ Zierfuss, Sammeln als ästhetische Praxis, 1999, S.79f.

71 Vgl.: Duncker/ Frohberg/ Zierfuss, Sammeln als ästhetische Praxis, 1999, S.79f.

72 Vgl.: Kämpf-Jansen, Ästhetische Forschung, 2002, S.57

73 Vgl.: Duncker, Mythos, Struktur, Gedächtnis, 1990, S.119 f.

74 Vgl.: Duncker, Mehr als eine Leidenschaft, 1992, S.30f.

75 Vgl.: Segeth, Lust und Frust des Sammelns, 1993, S.55

76 Vgl.: Duncker, Methodisches Lernen, 1999, S.80f.

77 Vgl.: Kirchner, Ästhetisches Verhalten von Kindern, 1999, S.309

78 Vgl.: Duncker, Methodisches Lernen, 1999, S.80f.

79 Vgl.: Kämpf-Jansen, Ästhetische Forschung, 2002, S.59

80 Vgl.: Kämpf-Jansen, Ästhetische Forschung, 2002, S.61

81 Vgl.: Duncker, Methodisches Lernen im Sammeln und Ordnen, 1999, S.76

82 Vgl.: Salber, Erfahrung Sammeln, 1998, S.42 f.

83 Vgl.: Sommer, Sammeln, 1999, S.195

84 Vgl.: Sommer, Sammeln, 1999, S.7 ff.

85 Vgl.: Stagl, Homo Collector, 1998, S.42

86 Duncker/ Frohberg/ Zierfuss, Sammeln als ästhetische Praxis, 1999, S.76

87 Vgl.: Kämpf-Jansen, Ästhetische Forschung, 2002, S.55

88 Vgl.: Stagl, Homo Collector, 1998, S.43

89 Vgl.: Pomian, Ursprung des Museums, 1988. S.16

90 Vgl.: Sommer, Sammeln, 1999, S.59

91 Vgl.: Sommer, Sammeln, 1999, S.214 f.

92 Vgl.: Segeth, Lust und Frust des Sammelns,1993, S.116

93 Vgl.: Stagl, Homo Collector, 1998, S.43

94 Vgl.: Sommer, Sammeln, 1999, S.201

95 Vgl.: Stagl, Homo Collector, 1998, S.44

96 Vgl.: Sommer, Sammeln, 1999, S.224 ff.

97 Vgl.: Kämpf-Jansen, Ästhetische Forschung, 2002, S.61

98 Vgl.: Kämpf-Jansen, Ästhetische Forschung, 2002, S.61

99 Vgl.: Duncker, Mythos, Struktur, Gedächtnis, 1990, S.123

100 Vgl.: Duncker/ Frohberg/ Zierfuss, Sammeln als ästhetische Praxis, 1999, S.80

101 Vgl.: Kirchner, Ästhetisches Verhalten von Kindern, 1999, S.310

102 Vgl.: Duncker/ Frohberg/ Zierfuss, Sammeln als ästhetische Praxis, 1999, S.80

103Vgl.: Kirchner, Ästhetisches Verhalten von Kindern, 1999, S.310

104Vgl.: Kämpf-Jansen, Ästhetische Forschung, 2002, S.59ff.

105Vgl.: Kirchner, Ästhetisches Verhalten von Kindern, 1999, S.307 ff.

106 Vgl.: Duncker, Mythos, Struktur, Gedächtnis, 1990, S.128

107 Vgl.: Sommer, Sammeln, 1999, S.61ff.

108 Vgl.: Sommer, Sammeln, 1999, S.232

109 Vgl.: Zerull, Über Sammeln reden, 1987, S.36

110 Vgl.: Duncker/ Frohberg/ Zierfuss, Sammeln als ästhetische Praxis, 1999, S.76

111 Vgl.: Zerull, Über Sammeln reden, 1987, S.36

112 Vgl.: Duncker/ Frohberg/ Zierfuss, Sammeln als ästhetische Praxis, 1999, S.77

113 Vgl.: Duncker, Mehr als eine Leidenschaft, 1992, S.31

114 Vgl.: Kämpf-Jansen, Ästhetische Forschung, 2002, S.55

115 Vgl.: Duncker/ Frohberg/ Zierfuss, Sammeln als ästhetische Praxis, 1999, S.77f.

116 Vgl.: Wasem, Sammeln ,1991, S.37

117 Vgl.: Duncker/ Frohberg/ Zierfuss, Sammeln als ästhetische Praxis, 1999, S.75 f.

118 Vgl.: Duncker/ Frohberg/ Zierfuss, Sammeln als ästhetische Praxis, 1999, S.75 f.

119 Vgl.: Eid, Plädoyer, 1978, S.40

120 Vgl.: Duncker/ Frohberg/ Zierfuss, Sammeln als ästhetische Praxis, 1999, S.65

121 Vgl.: Duncker, Mehr als eine Leidenschaft, 1992, S.31

122 Vgl.: Porath, Von der Vernunft, 2001, S.274

123 Vgl.: Stagl, Homo Collector, 1998, S.40

124 Vgl.: Kämpf-Jansen, Ästhetische Forschung, 2002, S.39

125 Vgl.: Duncker, Mythos, Struktur, 1990, S.124f.

126 Vgl.: Duncker, Methodisches Lernen, 1999, S.76ff.

127 Vgl.: Kämpf-Jansen, Ein oder zwei Dinge, 2000, S.269 f.

128 Vgl.: Zerull, Über Sammeln reden, 1987, S.36

129 Vgl.: Kämpf-Jansen, Ästhetische Forschung, 2002, S.55

130 Vgl.: Duncker, Mythos, Struktur, Gedächtnis, 1990, S.126

131 Vgl.: Kämpf-Jansen, Ästhetische Forschung, 2002, S.55 f.

132 Vgl.: Schloz, Alltagskultur: Sammeln, 1986, S. 354 f.

133 Vgl.: Muensterberger, Sammeln, 1995, S.20 f.

134 Vgl.: Fatke/ Flitner, Was Kinder sammeln, 1983, S 609

135 Vgl.: Wasem, Sammeln, 1991, S.37

136 Vgl.: Stagl, Homo Collector, 1998, S.38

137 Vgl.: Baacke, Die 6- bis 12 jährigen, 1989, S.183f.

138 Vgl.: Rolff/ Zimmermann, Kindheit im Wandel, 1997, S.34

139 Vgl.: Kämpf-Jansen, Helga: Ästhetische Forschung, 2002, S.54

140 Vgl.: Kämpf-Jansen, Mädchenästhetik-Jungenästhetik, 1990, S.8

141 Vgl.: Baacke, Die 6- bis 12 jährigen, 1989, S.184ff.

142 Vgl.: Kämpf-Jansen, Mädchenästhetik-Jungenästhetik, 1990, S.8

143 Vgl.: Kämpf-Jansen, Die ästhetischen Gegenstände, 1979, S.174

144 Vgl.: Ströter-Bender, Zur ästhetischen Sozialisation, 1999, S.229

Details

Seiten
149
Jahr
2005
ISBN (eBook)
9783638448413
Dateigröße
2.2 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v48033
Institution / Hochschule
Universität Paderborn
Note
1,0
Schlagworte
Sammeln Verhalten Eine Studie

Autor

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Titel: Sammeln als ästhetisches Verhalten. Eine empirische Studie