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Welchen Nutzen kann die international vergleichende Soziale Arbeit / Sozialpädagogik aus der Vergleichenden Erziehungswissenschaft ziehen?

Seminararbeit 2004 25 Seiten

Sozialpädagogik / Sozialarbeit

Leseprobe

INHALTSVERZEICHNIS

Einleitung

1. Die International Vergleichende Soziale Arbeit / Sozialpädagogik
1.1 Werdegang des internatonalen Vergleichs in der Sozialen Arbeit / Sozialpädagogik
1.2 International vergleichende Sozialpolitikforschung und international vergleichende Sozialarbeit / Sozialpädagogik
1.3 Stand und Gegenstand der international vergleichenden Sozialarbeit / Sozialpädagogik
1.4 Notwendigkeit des internationalen Vergleichs in der Sozialen Arbeit / Sozialpädagogik
1.5 Fragestellungen der international vergleichenden Sozialen Arbeit / Sozialpädagogik

2. Die international Vergleichende Erziehungswissenschaft
2.1 Geschichte der Vergleichenden Erziehungswissenschaft
2.2 Gegenstandsbestimmung und Stand der Vergleichenden Erziehungswissenschaft
2.2.1 Standort im Wissenschaftssystem
2.3 Was erforscht die Vergleichende Erziehungswissenschaft / Welche Fragestellungen bearbeitet sie?
2.4 Grundlegende Vergleichsmethoden und unterschiedliche Zugänge
2.4.1 Grundlegende Vergleichsmethoden
2.4.2 Unterschiedliche Zugänge

3. Fazit

4. Literaturverzeichnis

Einleitung

Im Laufe der Referatsvorbereitung im Seminar „ International vergleichende Soziale Arbeit: Funktionsbestimmung institutioneller Fremderziehung in der Großregion“ zum Referatsthema „(Internationaler) Vergleich in anderen Disziplinen „ stellte sich mir die Frage: „ Welchen Nutzen kann die Vergleichende Soziale Arbeit aus der Vergleichenden Erziehungswissenschaft ziehen?“

Da ich mehr über die Komparatistik in beiden Disziplinen, welchen Nutzen die Vergleichende Soziale Arbeit von der Vergleichenden Erziehungswissenschaft wissen möchte, will ich diese Fragestellung in dieser vorliegenden Arbeit beleuchten.

Um dies beantworten zu können werde ich beide Disziplinen betrachten.

Beginnen werde ich mit der Vergleichenden Sozialen Arbeit.

Als erstes werde ich dort den Werdegang der Disziplin, ihre Geschichte, aufzeigen.

Weiter möchte ich, anhand des vorangegangenen Absatzes, eine Begriffsklärung von Vergleichender Sozialer Arbeit, Vergleichende Sozialpädagogik und International vergleichende Sozialpolitikforschung tätigen, da diese Begriffe in der von mir bis dato bearbeiteten Literatur teilweise synonym verwendet wurden.

Hieran knüpfe ich den Stand der Disziplin heute. Welche Studien existieren, sind sie überhaupt verfügbar? Gibt es Länderübergreifende Kooperationen im Bereich der ( internationalen) Vergleichenden Sozialen Arbeit? Auf diese Frage gilt es in diesem Kapitel eine Antwort zu finden.

Daran anschließen beantworte ich die Frage nach der Notwendigkeit des Vergleichs in der Sozialen Arbeit. Gründe hierfür sind nicht nur die „allgemeine Internationalisierung“, welche in vielen Dimensionen des sozialen Bereichs zu einem selbstverständlichen Merkmal geworden ist.

Ausgehend hiervon, will ich den Nutzen der Vergleichenden Erziehungswissenschaft für die Vergleichende Soziale Arbeit herausarbeiten, führe ich diejenigen Fragestellungen an, welche von ihr bearbeitet werden. Dies ist mit eine Voraussetzung um den Nutzen der Vergleichenden Erziehungswissenschaft für die Vergleichende Soziale Arbeit herausarbeiten zu können, da sie zur Bearbeitung der Fragen helfen kann.

Den Nutzen kann ich aber erst aufzeigen, wenn ich beide Disziplinen in ihren Eigenschaften betrachtet habe. Deshalb werde ich in einem zweiten Teil der Arbeit die Vergleichende Erziehungswissenschaft beleuchten.

Auch hier werde ich mit dem Werdegang, der Geschichte der Disziplin beginnen.

Von meiner Fragestellung ausgehend ist es von Interesse, was Gegenstand der Disziplin Vergleichende Erziehungswissenschaft heute ist, mit welchen Fragestellungen sieht sie sich heute gegenüberstellt. Dies wird der Inhalt dieses Absatzes darstellen.

Darauf folgend ergibt sich die neue Frage, wie geht sie mit diesen Fragestellungen um? Wie bearbeitet sie diese? Auf diese Fragen will ich in an dieser Stelle eine Antwort geben. Hier werden die Methoden des Vergleichs in der Vergleichenden Erziehungswissenschaft dargestellt. Allerdings werde ich mich dabei auf drei, für mich wesentliche, Methoden beschränken, da es nicht Sinn dieser Arbeit sein soll eine Vielzahl von der Methodenvielfalt in der Vergleichenden Erziehungswissenschaft aufzuzählen. Ich beschränke mich hierbei auf die von Hilker und Robinsohn.

Zum Schluss werde ich nun in einem Fazit, meine oben aufgeführte Arbeit, auf einen Nutzen der Vergleichenden Erziehungswissenschaft für die Vergleichende Soziale Arbeit hin kritisch überprüfen, um damit Antwort auf meine Fragestellung zu erhalten.

1. Die International Vergleichende Soziale Arbeit / Sozialpädagogik

1.1 Werdegang des internatonalen Vergleichs in der Sozialen Arbeit / Sozialpädagogik

Will man den Werdegang des internationalen Vergleichs in der Sozialarbeit / Sozialpädagogik herausarbeiten, so gelingt dies nur wenn man mit dem Moment des internationalen in der Verberuflichung der Sozialarbeit beginnt. Deshalb beginnt der Autor mit dem Gesichtspunkt der internationalen Dimension für die Epoche der Weimarer Republik, 1918 – 1933.

Der Austausch zwischen der Sozialarbeit / Sozialpädagogik der Weimarer Republik und derer mehrerer verschiedener anderer Länder, war schon zu dieser Zeit sehr rege. Ein charakteristisches Beispiel hierfür stellt die Person Alice Salomon dar. Sie hat nicht nur die professionelle Sozialarbeit mit geprägt, sondern auch durch ihre internationalen Beziehungen den Austausch gefördert (vgl. Pfaffenberger 1994, S. 8).

Mit Beginn der Machtübernahme der NSDAP in Deutschland sollte sich dies aber schlagartig verändern. Viele Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter emigrierten ins Ausland. Ein Beispiel war der Sozialwissenschaftler Lewin, welcher in die USA auswanderte. So existierten zwar Einflüsse auf die Sozialarbeit / Sozialpädagogik von Deutschland auf andere Länder, selber sah man sich aber in „ einem Prozess zunehmender Isolierung und Ideologisierung unterworfen“ (Pfaffenberger 1994, S. 9). Hieraus entsprang eine neue Phase der Entwicklung von Sozialarbeit / Sozialpädagogik in Deutschland. Die Pervertierung dieses Bereiche, auch damals Fürsorge genannt, durch die NS – Ideologie, ist aber für diese Arbeit nicht von Interesse. Wichtig hierfür ist das „ Internationale Arbeit [ … ] in Praxis und Wissenschaft der sozialen Arbeit wie in anderen Bereichen nicht mehr möglich [ war ]. Schon das Wort „ international“ erhielt in der Sprache der NS – Ideologie einen abwertenden, diffamierenden Beigeschmack“ (ebd.).

Nach dem Ende des zweiten Weltkrieges, und damit dem Ende der NS – Zeit, war der Weg für einen internationalen Austausch in der Sozialen Arbeit wieder frei (vgl. Pfaffenberger 1994, S.9ff. und Kreidenweis / Treptow 1990, S.40).

In den ersten Nachkriegsjahren erfolgte dieser mit Unterstützung der westlichen Besatzungsmächte „ durch Austausch von Personen, Fachliteratur und durch Fachtagungen und Fortbildungen (Pfaffenberger 1994, S.11).

Allerdings kann dies nur bei den westlichen Besatzungsmächten konstatiert werden, und dort hat die US – amerikanische Sozialarbeit den größten Einfluss auf den weiteren Werdegang der deutschen Sozialarbeit gehabt. Neben dem schon oben dargestellten, „ erfolgte die Öffnung auch durch die Entsendung ausländischer Experten zu Fachtagungen und Fortbildungsmaßnahmen nach Deutschland“ (Pfaffenberger 1994, S.11).

Durch einsetzen des Kalten Krieges wurde diese Öffnung zur Internationalität in der Sozialen Arbeit / Sozialpädagogik wieder eingeengt. Ähnlich wie in der NS – Zeit wurden bestimmte Positionen in West – Deutschland bald wieder diffamiert und tabuisiert.

Beispiele für Einflüsse aus dem Ausland auf die deutsche Sozialarbeit / Sozialpädagogik der 60er Jahre war die Rezeption des casework Konzeptes aus den USA oder auch die Übernahme der Gemeinwesenarbeit aus den USA, Großbritannien und den Niederlanden.

In den 70er Jahren fand weiterhin ein reger internationaler Austausch im Bereich der Sozialarbeit / Sozialpädagogik statt. Ein Beispiel hierfür ist, dass „ die Konzeption der mobilen Jugendarbeit oder im Bereich der Drogentherapie US – amerikanische Projekte und Theorien von großer Wichtigkeit waren.

In den 80ern kann man die Werke von Lowy „ Sozialarbeit, Sozialpädagogik als Wissenschaft im angloamerikanischen und deutschsprachigen Raum „ von 1983, den Sammelband von Menzemer / Mureau „ Soziale Arbeit im Vergleich. Deutsche und französische Perspektiven zur Jugend- und Sozialarbeit „ von 1984 und von Bauer / Thränhardt ( Hrsg. ) das Werk „ Verbandliche Wohlfahrtspflege im internationalen Vergleich „ von 1987 als Beispiele nennen.

In den 90er Jahren sollte die Internationalität in der Sozialarbeit / Sozialpädagogik zudem noch einen neuen Gegenstand erhalten.

„ Auch der Blick auf die Verberuflichung und Verwissenschaftlichung der westdeutschen Sozialen Arbeit seit Ende des II. Weltkrieges und nach 1968 belegt: die Entwicklung von Profession und Disziplin insgesamt steht in unterschiedlicher Intensität im internationalen Bezug. [ . . . ] Dieser Sachverhalt aber wurde bis Mitte der 90er Jahre des 20. Jahrhunderts eher selten thematisiert „ (Treptow 2002, S. 897).

Eine „ internationale Öffnung, die lange und oft genug aus politischen, zeitgeschichtlichen und ideologischen Gründen behindert wurde, . . . „ (Pfaffenberger 1994, S. 17) setzte in diesen Jahren ein.

Diese internationale Öffnung war gekennzeichnet durch die Veränderung im Verhältnis von Nationalstaaten (EU und EU – Erweiterung), der voranschreitenden Globalisierung der Märkte und länderübergreifender Problemlagen und entsprechender Abkommen. Gerade dieser (internationalen) Öffnung ist es zu verdanken, dass die Internationalität in der Sozialen Arbeit / Sozialpädagogik mehr an Bedeutung innerhalb der Disziplin gewann.

Durch den neuen Austausch über die Bewältigung von sozialen Problemlagen ergaben sich neue Aufgabenstellungen (z. B. Migration, Minderheiten, europäische Einigung).

Mit der Zeit bildeten sich in dem großen Bereich der internationalen vergleichenden Sozialen Arbeit / Sozialpädagogik unterschiedliche Bezeichnungen heraus, die es im Folgenden zu unterscheiden gilt.

1.2 International vergleichende Sozialpolitikforschung und international vergleichende Sozialarbeit / Sozialpädagogik

Im Kontext dieser Arbeit findet es der Autor gewichtig, eine kurze Unterscheidung zweier verschiedener Richtungen im Bereich des international vergleichenden Bereichs der pädagogischen Disziplin zu skizzieren.

Im Hinblick darauf, dass Vergleichen auf mehreren Ebenen vollzogen werden kann: z. B. „ auf der Ebene der Verträge verschiedener Staaten, der Sozialpolitiken, der Einrichtungen, der Handlungsaktivitäten“ (Homfeldt / Brandhorst 2004, S.2), haben sich dementsprechend zu unterscheidende Forschungsfelder entwickelt.

Zum einen existiert die international vergleichende Sozialpolitikforschung. Für sie ist es von Interesse „ unterschiedliche Entwicklungslinien von Sozialgesetzgebung sowie die sozialpolitischen Strategien der Durchsetzung und die Veränderung sozialer Sicherungsstandards im Rahmen der Organisation sozialer Interessensgruppen“ (Treptow 2004, S.18) international vergleichend zu untersuchen.

Im Unterschied zur international vergleichenden Sozialpolitikforschung ist es für die international vergleichende Sozialarbeit / Sozialpädagogik von Interesse die „ […] Gestaltung von Erziehung und Hilfe in schwierigen Lebenslagen […]“ zu fokussieren „ […] und dabei in der Hauptsache jeweils nationale Ausformungen dieser Aufgabe in den Kontext anderer nationalstaatlich entwickelten Strukturen und Handlungsmuster […]“ (Treptow 2004, S.18) zu stellen.

[...]

Details

Seiten
25
Jahr
2004
ISBN (eBook)
9783638446402
Dateigröße
647 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v47765
Institution / Hochschule
Universität Trier
Note
2,5
Schlagworte
Welchen Nutzen Soziale Arbeit Sozialpädagogik Vergleichenden Erziehungswissenschaft

Autor

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Titel: Welchen Nutzen kann die international vergleichende Soziale Arbeit / Sozialpädagogik aus der Vergleichenden Erziehungswissenschaft ziehen?