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Allgemeine und spezielle Unterrichtsbeobachtung im Sport

Seminararbeit 2005 28 Seiten

Didaktik - Sport, Sportpädagogik

Leseprobe

1 Inhaltsverzeichnis

2 Einleitung

3 Lerngruppe

4 Bisheriger Unterricht

5 Stundenthema

6 Lernziele
6.1 Motorische Lernziele
6.2 Affektive Lernziele
6.3 Kognitive Lernziele

7 Beobachtungsschwerpunkte
7.1 Beschreibung der Beobachtungskategorien
7.1.1 Allgemeine Beobachtung
7.1.1.1 Inhalte
7.1.1.2 Methodische Maßnahmen
7.1.1.3 Organisationsformen
7.1.2 Spezifische Beobachtung
7.2 Methodische Aspekte der Unterrichtsbeobachtung

8 Stundenverlauf

9 Bewertung der Lernzielerreichung
9.1 Motorische Lernziele
9.2 Affektive Lernziele
9.3 Kognitive Lernziele

10 Ergebnis der Unterrichtsbeobachtung
10.1 Ergebnis der allgemeinen Unterrichtsbeobachtung
10.1.1 Inhalte
10.1.2 Methodische Maßnahmen
10.1.3 Organisationsformen
10.2 Ergebnis der spezifischen Unterrichtsbeobachtung

11 Interpretation der Zielerreichung
11.1 Interpretation der allgemeinen Beobachtung
11.1.1 Inhalte
11.1.2 Methodische Maßnahmen
11.1.3 Organisationsformen
11.2 Interpretation der spezifischen Beobachtung

12 Beobachtungsprotokolle
12.1 Beobachtungsprotokoll der allgemeinen Beobachtung
12.2 Beobachtungsprotokoll der spezifischen Beobachtung

13 Zusammenfassung

14 Literaturverzeichnis

1 Einleitung

Die vorliegende Unterrichtsbeobachtung wurde im Rahmen des Schulmethodischen Seminars für Lehrämter am Gymnasium im Fach Sport durchgeführt.

Gerade als Sportlehrer sieht man sich ständig mit der Beobachtung konfrontiert, zudem kommt der Beobachtung ein wesentlich erhöhter Stellenwert zu als in anderen Schulfächern, da sich der Unterricht im Raum vollzieht und die Schüler zumeist in Bewegung sind. Ferner liegt dieser erhöhte Stellenwert darin begründet, dass die Beobachtung leitend für das Handeln des Sportlehrers während des Unterrichts ist und beispielsweise die Grundlage für die Leistungsbewertung darstellt. Daher erscheint es sinnvoll, bereits im Studium sich mit der Unterrichtsbeobachtung vertraut zu machen.

Es sollen daher in dieser Arbeit zum einen die durchgeführte „allgemeine Unterrichtsbeobachtung“, die sich auf die im Unterricht aufgetretenen Inhalte, methodischen Maßnahmen und Organisationsformen konzentriert und zum anderen eine „spezifische Unterrichtsbeobachtung“ unter dem Aspekt der Bewegungskorrektur dargestellt werden.

2 Rahmenbedingungen

Der zu beobachtende Unterricht fand am 21.09.04 in der 8. und 9. Schulstunde von 14 Uhr bis 15.30 Uhr in der Sporthalle des Feudenheim-Gymnasiums in Mannheim statt. Da die Sporthalle direkt an das Schulgelände angrenzt, war mit keinen durch Anfahrt bedingten Verzögerungen zu rechnen. Die Sporthalle des Feudenheim-Gymnasiums stellt von den Abmessungen her eine Dreifelder-Halle dar, für den Unterricht stand ein Hallendrittel zur Verfügung. In dem Hallendrittel befinden sich zwei fest installierte Basketballkörbe und in den direkt angrenzenden Geräteräumen mehrere Basketbälle, sowie zudem ein Wagen mit Turnmatten, zwei Weichbodenmatten, zwei fünfteilige Turnkästen, drei kleine Turnkästen und drei Reutherbretter, von denen sich eines als untauglich herausstellte.

3 Lerngruppe

In der beobachteten Doppelstunde wurde eine 10. Klasse unterrichtet, die aus 19 Jungen bestand, von denen jedoch nur 13 anwesend waren. Die Tatsache, dass die Lerngruppe nur aus Jungen bestand, lässt sich dadurch erklären, dass die Unterrichtsbeobachtung in einer baden-württembergischen Schule stattfand, in denen Jungen und Mädchen getrennt im Sport unterrichtet werden.

Da der Sportlehrer die Klasse erst in diesem Schuljahr übernommen hatte, konnte er keinerlei Aussagen über die Einstellung der Schüler zum Sport oder ihre motorischen, kognitiven und sozialen Kompetenzen treffen. Unserem Eindruck nach gingen die Schüler jedoch weder übermäßig motiviert zu Werke, noch schienen sie übermäßig desinteressiert zu sein. Die motorische Leistungsfähigkeit in der beobachteten Klasse war u. E. annähernd normalverteilt, d. h. es handelte sich um eine Klasse mit wenigen auffallend starken und wenigen auffallend schwachen Schülern und einer breit gefächerten Mitte. Auffällig war nur ein Schüler, der im Vergleich zu seinen Mitschülern nach Größe und Statur noch stark unterentwickelt erschien und wohl eine Art Außenseiterstellung einnahm. In sozialer Hinsicht waren ansonsten keine Auffälligkeiten festzustellen. Endgültige Rückschlüsse über das Schüler-Schüler-Verhältnis können jedoch ebenso wie über die Einstellung der Schüler zum Sportunterricht und das motorische Niveau der Schulklasse nicht gezogen werden.

4 Bisheriger Unterricht

Der unterrichtende Sportlehrer konnte uns aufgrund der Tatsache, dass er die Klasse selbst noch kaum kennt, nur sehr wenige Angaben in diesem Bereich machen. Er teilte uns mit, ohne dies jedoch weiter zu konkretisieren, dass die Schulklasse im Bereich Gerätturnen bereits über Vorerfahrungen verfügt und wohl auch „schon mal gesprungen sei“.

5 Stundenthema

Das Stundenthema lautete „Sprunghocke über den fünfteiligen Querkasten“.

6 Lernziele

Lernziel ist ein weiter Begriff. Um präzisere Aussagen treffen zu können, unterscheiden wir daher motorische, kognitive, affektive und soziale Lernziele. Während motorische Lernziele auf den Erwerb von sportlichen Fertigkeiten, also die Realisation bestimmter Bewegungstechniken, abzielen, wird mit kognitiven Lernzielen die Ausbildung intellektueller Fertigkeiten wie z. B. das Denken oder die Problemlösungsfähigkeit angestrebt. Die Schüler sollen lernen, Phänomene erkennen, verstehen, beschreiben und erklären zu können. Affektive Lernziele beziehen sich hingegen auf die Empfindungen und Einstellungen (z.B. gegenüber dem Sportunterricht) der Schüler, soziale Lernziele beziehen sich auf das Verhalten der Schüler in konkreten Unterrichtssituationen untereinander und gegenüber dem Lehrer.

Vor Beginn der Unterrichtsstunde nannte uns der Lehrer sowohl motorische als auch affektive Lernziele.

6.1 Motorische Lernziele

- Die Schüler sollen aus einem beidbeinigen Absprung vom Reutherbrett eine Sprunghocke über das seitgestellte Sprunggerät ausführen können. Die Bewegungsaufgabe gilt als erfüllt, wenn die für diese Technik charakteristische erste und zweite Flugphase von den Schülern realisiert werden kann.

6.2 Affektive Lernziele

- Die Schüler sollen ihre Angst vor dem Sprung abbauen. Als Kriterium für die Erreichung des Lernziels Angstabbau wird die Differenz der Häufigkeiten von Verweigerungen, Abbrüchen und Ausweichbewegungen der Schüler zu Beginn und gegen Ende der Stunde herangezogen.
- Die Schüler sollen eine positive Einstellung gegenüber der Sportart Gerätturnen gewinnen, was sich direkt am Verhalten der Schüler beispielsweise in Form von Freude an der Bewegung, an wiederholten Erfolgserlebnissen und Engagement während des Unterrichts ableiten lässt.

6.3 Kognitive Lernziele

- Die Schüler sollen erkennen, dass man schon mit wenig Aufwand kleine Erfolge erzielen kann.

7 Beobachtungsschwerpunkte

Um sowohl einen generellen Überblick über den gesamten zu beobachtenden Unterricht zu gewinnen als auch einen differenzierten Einblick in bestimmte Unterrichtssituationen, haben wir die Beobachtung in eine allgemeine und eine spezifische unterteilt, welche nun im nächsten Absatz erläutert werden sollen.

7.1 Beschreibung der Beobachtungskategorien

Um eine Unterrichtsbeobachtung erfolgreich durchführen zu können, muss schon im Vorfeld festgelegt werden, welche Variablen beobachtet werden sollen. Dabei werden verschiedene Kategorien gebildet, die der allgemeinen und der spezifischen Beobachtung zugeordnet werden.

7.1.1 Allgemeine Beobachtung

Bei der allgemeinen Beobachtung haben wir drei Beobachtungskategorien gebildet, die sich mit den Inhalten, den methodischen Maßnahmen und den Organisationsformen befassen.

7.1.1.1 Inhalte

Der Inhalt gibt an, was im Unterricht gerade vollzogen wird und lässt sich unseres Erachtens in drei Kategorien untergliedern, die zusammen den Gesamtbereich Inhalte abdecken.

- Das Unterrichtsgespräch: Ein Unterrichtsgespräch liegt dann vor, wenn ein verbaler Informationsaustausch zu lernzielbezogenen Themen zwischen Schülern und Lehrer stattfindet.
- Die sportliche Bewegungsaufgabe: Diese liegt vor, wenn Schüler versuchen, die vom Lehrer vorgegebenen Bewegungsanweisungen motorisch zu realisieren.
- Der Auf- und Abbau von Geräten: Ein Auf- oder Abbau von Geräten liegt dann vor, wenn Objekte von Schülern in das Unterrichtsgeschehen eingebracht oder daraus entfernt werden. Ein Auf- / Abbau kann ebenso wie ein Umbau auch während der Erfüllung einer sportlichen Bewegungsaufgabe erfolgen.

7.1.1.2 Methodische Maßnahmen

Die methodischen Maßnahmen geben an, wie Unterricht vollzogen wird, also auf welche Art und Weise der Lehrer versucht, den Schülern den Unterrichtsstoff zu vermitteln. Hier ist nach Hartmann (1997, 93) zwischen vier Aktionsformen zu differenzieren:

- Vormachen: Unter Vormachen verstehen wir „die Vermittlung einer Bewegungsvorstellung im Lernenden durch die Demonstration der Bewegung durch den Lehrer oder Schüler“ (Röthig, 1983, 447).
- Bewegungsbeschreibung: Ein Lehrer ist beschreibend tätig, wenn er verbal den räumlich-zeitlich-dynamischen Verlauf einer Bewegung oder Bewegungsfolge im Rahmen einer sportlichen Handlung formuliert (vgl. Hartmann, 1997, 93).
- Bewegungserklärung: Ein Lehrer ist erklärend tätig, wenn er z.B. in Form kausaler Zusammenhänge die Ursache-Wirkungsprinzipien einer Bewegung formuliert (vgl. Hartmann, 1997, 93).
- Bewegungsanweisung: Eine Bewegungsanweisung „ist eine verbale oder schriftliche Information über den Vollzug einer Bewegung oder Bewegungshandlung, bei der die Ausführung durch genaue Angaben und Aussagen reglementiert wird“ (Hartmann, 1997, 93).

7.1.1.3 Organisationsformen

Die Organisationsformen geben an, unter welchen Bedingungen Unterricht abläuft und lassen sich in Sozialformen, Ordnungsformen und Betriebsformen unterscheiden.

Innerhalb der Sozialformen unterscheiden wir nach Hartmann (1997, 97-104):

- den Frontalunterricht

Der Frontalunterricht zeichnet sich dadurch aus, dass der Lehrer frontal zu den Schülern positioniert ist und die Interaktionen zumeist zwischen Lehrer und Schülern stattfinden (vgl. Abb.1).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

- die Partnerarbeit

Bei der Partnerarbeit wird eine Aufgabe entweder von zwei Schülern gemeinsam oder von einem Schüler mit Unterstützung des anderen bewältigt. Die Interaktionen beschränken sich weitestgehend auf die beiden Partner (vgl. Abb.2).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

- die Alleinarbeit

Alleinarbeit findet statt, wenn jeder einzelne Schüler für sich versucht, ohne Mithilfe anderer eine Aufgabe zu bewältigen. Interaktionen finden hier in der Regel nicht statt (vg. Abb. 3).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

- die Gruppenarbeit

Bei der Gruppenarbeit sind mindestens drei Schüler an der Aufgabenbewältigung beteiligt, die untereinander frei interagieren können (vgl. Abb. 4).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Innerhalb der Ordnungsformen unterscheiden wir:

- die Reihe

Sind die Schüler hintereinander angeordnet, so nennt man dies eine Reihe (vgl. Abb.5).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

- die Linie

Sind die Schüler nebeneinander angeordnet, so nennt man dies eine Linie (vgl. Abb. 6).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

- den Kreis

Wenn die Schüler sich in gleichem Abstand und mit Blickrichtung zu einem imaginären Mittelpunkt positionieren, bilden sie einen Kreis (vgl. Abb. 7).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

- den Halbkreis

Ein Halbkreis entsteht, wenn die Schüler einen Kreis bilden, der nach einer Seite hin offen ist (vgl. Abb. 8).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

- den Haufen

Beim Haufen sind die Schüler ohne erkennbare geometrische Ordnung im Raum verteilt (vgl. Abb. 9).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Innerhalb der Betriebsformen unterscheiden wir:

- den Riegenbetrieb

Im Riegenbetrieb werden vor allem sportmotorische Fertigkeiten gelehrt. Die Schüler stellen sich in mehreren Reihen auf und absolvieren in identischer Weise parallel zueinander Aufgaben nach einem vorgegebenen Ablaufplan. Sind die Aufgaben erfüllt, stellen sich die Schüler wieder hinten an und beginnen erneut.

- den Stationsbetrieb

Beim Stationsbetrieb wird an jeder Station eine andere Bewegungsaufgabe gestellt mit dem Ziel, entweder mehrere verschiedene Fertigkeiten oder eine bestimmte sportmotorische Fertigkeit auf unterschiedliche Art und Weise zu schulen. Es befindet sich in der Regel je eine Gruppe an jeder Station.

- den Kreisbetrieb

Der Kreisbetrieb, oft auch Zirkeltraining genannt, ist ein Stationsbetrieb mit unterschiedlichen Bewegungsaufgaben und wird zumeist dazu angewandt, sportmotorische Fähigkeiten zu verbessern. Im Kreisbetrieb sind die Reihenfolge, in der die verschiedenen Aufgaben bewältigt werden müssen, sowie die Belastungsnormativa Tätigkeitsdauer, Tätigkeitsintensität und Pause genau vorgegeben.

- den Frontalbetrieb

Der Frontalbetrieb zeichnet sich dadurch aus, dass alle Schüler dieselbe Bewegungsaufgabe zu lösen versuchen, unabhängig davon, ob dies in Einzel- oder Partnerarbeit geschieht.

[...]

Details

Seiten
28
Jahr
2005
ISBN (eBook)
9783638444613
Dateigröße
540 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v47531
Institution / Hochschule
Technische Universität Darmstadt – Institut für Sportwissenschaft
Note
1,3
Schlagworte
Allgemeine Unterrichtsbeobachtung Sport Schulmethodisches Seminar

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