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Wie beeinflusst Humor in der Schule das Unterrichtsklima?

Hausarbeit 2019 10 Seiten

Didaktik - Allgemeine Didaktik, Erziehungsziele, Methoden

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis:

1. Einführung

2. Klima
2.1 Unterrichtsklima
2.2 Humor im Unterricht
2.2.1 Warum?

3. Zusammenfassung

4. Quellenverzeichnis

1. Einführung

Die Schule – ein wichtiger Lebensraum für Kinder und Jugendliche. An diesem Ort eigenen sich SchülerInnen Wissen an, stellen dieses unter Beweis, Freundschaften werden geschlossen, Einstellungen und Werte entwickelt, etc. Gleichzeitig tragen aber auch SchülerInnen unterschiedliche Erwartungen an die Schule heran, wobei die Frage nach Akzeptanz und soziale Eingebundenheit eine wichtige Rolle spielen. Doch nicht nur die Wissensvermittlung und die Umsetzung der Entwicklung der Kinder und Jugendlichen spielen eine entscheidende Rolle, sondern auch die Wahrnehmung und das Wohlbefinden der SchülerInnen. (vgl. Reindl/Gniewosz 2017, 1)

Hier kommt der Begriff Klima ins Spiel: wie ist das Befinden der SchülerInnen aber auch der Lehrpersonen in der Schule, in der Klasse und während des Unterrichts?

In diesem Portfolio möchte ich kurz auf den Begriff Unterrichtsklima weiter eingehen und versuchen, diesen näher zu erläutern. Danach wird auf das Thema Humor der Fokus gelegt, unterschiedliche Arten des Humors im Unterricht definiert und Relevanz und Wichtigkeit erläutert. Den Schluss bildet eine kurze Zusammenfassung zu den beschriebenen Gebieten.

2. Klima

Der Begriff „Klima lässt sich als die von den Betroffenen wahrgenommene Konfiguration bedeutsamer Merkmale innerhalb der jeweiligen schulischen Umwelt beschreiben.“ (Eder 2010, 694) Mit bedeutsamen Merkmalen sind zum Beispiel interpersonale Merkmale (Beziehungen zwischen Menschen), personale Merkmale (Eigenschaften unterschiedlicher Personen) oder strukturelle Merkmale (z.b. Computerraumausstattung) gemeint. Erstere Merkmale betreffen zweierlei Arten von Beziehungen: Schüler-Schüler-Beziehungen und Lehrer-Schüler-Beziehungen. (vgl. Reindl/Gniewosz 2017, 4)

Wichtig ist auch anzumerken, dass der Begriff Klima etwas sehr subjektives ist, jede Person diese also unterschiedlich wahrnimmt. Gibt der eine an, in seiner Schule herrscht ein sehr angenehmes Schulklima, fühlt sich der nächste eher unwohl. Meint eine Lehrperson, das Klima in der Schule könnte besser nicht sein, sieht der nächste dies wiederum anders. Dasselbe Klima kann also unterschiedlich wahrgenommen werden, sei es in der Schule generell, in der Klasse oder im Unterricht.

Es werden vier verschiedene Arten von Klima unterschieden:

- „Das Bildungsklima bezieht sich auf die Wahrnehmungen der bildungsbezogenen Umwelten auf der Makroebene in der betreffenden Gesellschaft (z.B. wahrgenommene gesellschaftliche Wertschätzung von Bildung)“ (Ebd., 7)
- Das Schulklima bezieht sich auf die wahrgenommene Umwelt in der Schule als ganzer Institution. (vlg. Ebd.)
- „Das Klassenklima [...] wird als die sozial geteilte subjektive Repräsentation wichtiger Merkmale der Schulklasse als Lernumwelt […] gesehen.“ (vgl. Ebd.)
- Das Unterrichtsklima (Mikroebene) fokussiert den Kernbereich Lehren und Lernen. (vgl. Ebd.)

Ich werde mich näher mit dem letzten Begriff, dem Unterrichtsklima, beschäftigen.

2.1 Unterrichtsklima

Die Frage nach einer geeigneten Definition für den Begriff des Unterrichtsklimas haben sich schon viele ForscherInnen gestellt, jedoch scheint eine vollständig befriedigende Antwort schwer zu finden sein. (vgl. Reindl/Gniewosz 2017, 105)

Trotzdem sollten hier einige Merkmale aufgelistet werden, die für ein gutes Unterrichtsklima wichtig erscheinen:

- Gegenseitiger Respekt und Autonomie
Obwohl Lehrpersonen genau genommen hierarchisch über den SchülerInnen stehen und sie die Aufgabe besitzen, diese zu beurteilen und Noten zu verteilen, ist von großer Wichtigkeit, dass dabei die Kinder und Jugendlichen fair und gerecht behandelt und sie in der Ausschöpfung ihres Potentials unterstützt werden. Auch sollten die Meinungen und Ideen der SchülerInnen respektiert und die Möglichkeit gegeben werden, ihren Lernprozess autonom zu gestalten. (vgl. Ebd., 106)
- Emotionale Unterstützung
Die Fürsorge der LehrerInnen für Ihre SchülerInnen stellt ein wichtiges Merkmal für ein positives Unterrichtsklima dar. Die Lehrpersonen sollen den Kindern und Jugendlichen das Gefühl geben, dass sie sich für sie interessieren, für ihre Lernbedingungen und Lernmöglichkeiten, ein offenes Ohr für ihre Anliegen haben und sie entsprechend motivieren, fördern und fordern, aber nicht überfordern. Ein vertrauensvolles Verhältnis hat hier oberste Priorität und trägt positiv zu einer guten Beziehung bei. (vgl. Ebd., 107)
- Entspannte Lernatmosphäre (Humor)
Eine gute Lernatmosphäre kann im Unterricht entstehen, in dem die Lehrpersonen Witz mit einfließen lassen. Dabei spielen die unterschiedlichen Arten von Humor und ihre Qualität eine große Rolle, diese möchte ich aber im nächsten Kapitel näher erläutern und analysieren. (vgl. Ebd., 107)
- Umgang mit Fehlern
„Macht die Lehrperson Schülerinnen oder Schülern bei Fehlern keine Vorwürfe, entwickeln sie keine Angst, Fehler zu machen, und können diese sogar als Chance begreifen, aus Fehlern zu lernen.“ (Ebd., 109) Die Kinder und Jugendliche müssen also im Unterricht das Gefühl haben, Fehler machen zu DÜRFEN, denn dadurch werden sie sich im Unterricht wohler fühlen und keine Angst davor entwickeln, Antworten zu geben und in der Stunde mitzuarbeiten.
- Klassenführung
Eine gute Klassenführung besteht aus drei Bausteinen: klare Regeln formulieren, gut geplantes Zeitmanagement durchführen und bei Störungen einen effizienten Umgang vorweisen. (vgl. Ebd.) Die Lehrperson hat dadurch die Kontrolle in der Klasse, die SchülerInnen fühlen sich gut geführt, wissen über Regeln Bescheid und haben das Gefühl, die Lehrperson führt ihren Unterricht kompetent durch.
- Motivierung
Auch zum Thema Motivierung gibt es vier verschiedene Bereiche, die eine wichtige Rolle spielen: thematische Motivierung (Auswahl und Gestaltung des Unterrichts), Lehrererwartung (keine zu hohen oder zu niedrigen Leistungserwartungen an die SchülerInnen stellen, Kinder und Jugendliche nicht über- aber auch nicht unterfordern), Vorbildfunktion der Lehrperson (Enthusiasmus kann von der Lehrperson an die SchülerInnen weitergegeben werden) und Neugier der SchülerInnen (Lehrperson haben die Aufgabe, diese zu wecken). (vgl. Ebd., 110)
- Klarheit und Strukturiertheit
Wichtig sind hierbei akustische Verstehbarkeit, sprachliche Prägnanz, inhaltliche Kohärenz und fachliche Korrektheit.. Auch sollten Lehrpersonen klare Lehrziele vorgeben und den Inhalt gut strukturieren. Durch diese Kompetenzen fühlen sich die SchülerInnen, wie auch in Punkt Klassenführung, gut durch den Unterricht manövriert. (vgl. Ebd., 111)
- Umgang mit Heterogenität
Heterogenität bezieht sich auf viele Bereiche: Unterschiede im Vorwissen, Migrationshintergrund, Entwicklungsstand, Lernstil, etc. Diese Verschiedenheit der SchülerInnen sollte von den Lehrpersonen gesehen, der Unterricht muss dementsprechend angepasst und die SchülerInnen nach ihren unterschiedlichen Voraussetzungen gefördert werden. (vgl. Ebd.)

All diese unterschiedlichen Bereiche sollte eine Lehrperson vorweisen, um das Unterrichtsklima gut zu gestalten, denn nicht nur die LehrerInnen fühlen sich dadurch in ihrer Stunde wohler, sondern auch die SchülerInnen haben das Gefühl, respektiert und gut geführt zu werden.

Durch diese Auflistung wird auch klar, dass Lehrpersonen nicht nur die Aufgabe der Wissensvermittlung besitzen, um SchülerInnen einen guten, interessanten und angenehmen Unterricht bieten zu können, sondern auch eine fähige Bezugsperson darstellen und Kinder und Jugendliche emotional unterstützen müssen.

2.2 Humor im Unterricht

In diesem Kapitel möchte ich näher auf den Bereich des Humors eingehen, unterschiedliche Arten auflisten und mir überlegen, wie wichtig das Einfließen von Witz im Unterricht wirklich ist.

Zuerst werden vier verschiedene Formen von Humor unterschieden, die eine Lehrperson vorweisen kann, jedoch nicht immer eine positive Wirkung erzielen:

- Affiliativer Humor
Hierbei handelt es sich um eine Humorform, die nicht auf Kosten von anderen Personen geht, deshalb also zu einer positiven Lernatmosphäre beiträgt und die soziale Beziehung fördert. (vlg. Ebd., 108)
- Selbstabwertender Humor
Eine weitere, positive Humorform ist der selbstabwertender Humor, da sich die Lehrperson selbst hierbei nicht so ernst nimmt und eigene Angelegenheiten, Charakterzüge, etc. ironisch in den Mittelpunkt stellt. (vlg. Ebd.)
- Selbstaufwertender Humor
Diese Form von Humor wird als weniger gut für andere Personen wahrgenommen, da sich die Lehrperson selbst durch witzige Gedanken oder Aussagen positiv darstellt und das eigene Selbstwertgefühl positiv bestärken will. (vgl. Ebd.)
- Aggressiver Humor

[...]

Details

Seiten
10
Jahr
2019
ISBN (eBook)
9783668962187
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v471365
Institution / Hochschule
Universität Salzburg
Note
1
Schlagworte
Unterricht Unterrichtsklima Klima Klima im Unterricht Bildungswissenschaften

Autor

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