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Der Konflikt zwischen Lenina und John in Szene 13 als satirischer Höhepunkt in Brave New World

Seminararbeit 2003 13 Seiten

Anglistik - Literatur

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Vorwort

2. Die Satire - eine allgemeine Definition

3. Aldous Huxley’s Satire

4. Merkmale der Satire
4.1 Lenina und John „ the Savage “ als übertriebene Charaktere
4.1.1 John
4.1.2 Lenina
4.2 Fehlen einer gemeinsamen Basis für Gespräche
4.3 Die Verspottung ernster Angelegenheiten
4.4 Die Lösung des Kommunikationsproblems

5. Schlussgedanke

Literaturverzeichnis

1. Vorwort

Zunächst muss vorangestellt werden, dass der Titel Brave New World in Anlehnung an Shakespeares 'Der Sturm' entstanden ist. Und mit Sicherheit lässt sich feststellen, dass Huxley mit Brave New World ein wichtiges Stück satirischer Romandichtung, wohl aber kaum eine wissenschaftliche Prophezeiung verfasst hat. Deshalb wird auf alle Fälle das eigentliche Ziel verfehlt, betrachtet man sein Meisterwerk nur als schlecht konzipierte Zukunftsvision, anstatt als eine Arbeit der ganz großen Literatur. Mit Brave New World präsentiert er dem Leser ein erschreckendes Bild der nahen Zukunft, das aber zunächst oberflächlich betrachtet schon eher belustigend wirkt. Aber Humor war mit Sicherheit nicht die Absicht Huxleys, als er das Buch in den frühen Dreißigern schrieb. Tatsächlich ist seine wirkliche Botschaft sehr düster. Was sein Werk aber von den vielen anderen, thematisch ähnlich bedachten Romanen anderer Autoren unterscheidet, ist die Tatsache, dass seine fiktionale Gesellschaft nicht nur unter einer totalitären Regierung lebt, sondern sie auch wie eine Horde hirnloser Roboter freiwillig annimmt. Durch Leninas und Johns[1] Charaktere porträtiert Huxleys Satire geradezu die absoluten Gegensätze der zwei unterschiedlichen Welten. In Szene 13, auf die sich diese Arbeit zum größten Teil konzentriert, kommt es zu einem entscheidenden Höhepunkt der Konfrontation der Gegenwelten. Hierhinein legt Huxley seine größte satirische Ausdrucksweise, was im folgenden verdeutlicht werden soll.

2. Die Satire – eine allgemeine Definition

Die Satire zielt in erster Linie darauf ab, bestimmte Vorstellungen, Ereignisse, Einrichtungen oder Personen vor Augen zu führen und diese zu kritisieren.[2] Dabei will die Satire ihre Ziele nicht durch bloße Strafen durchsetzen. Dies gelingt ihr vielmehr durch das Hervorrufen von Empörung, Verachtung oder Verspottung auf Seiten der Leser, was häufig aus der dargebotenen Lächerlichkeit resultiert. Folglich ist es Ziel der Satire, einen Fortschritt in Einsicht und Verständnis zu erreichen. Deshalb ist es ein weiteres Ziel, die jämmerlichen, vorherrschenden Zustände zu ändern. Daraus ergibt sich, dass die Satire auch ein begehrenswertes Ideal, das die ironisierte „Realität“ kontrastiert, zur Verfügung stellen muss.[3]

3. Aldous Huxley’s Satire

Hier muss zunächst festgehalten werden, dass Huxley aber eben nicht dieses „makellose“ Ideal darstellt. Vielmehr begnügt er sich damit, wie auch in vielen anderen Satiren durchaus erkennbar, lediglich über Einstellungen, Werte oder Glauben zu spotten und diese lächerlich zu machen.

In Brave New World greift Aldous Huxley fortwährend auf satirische Elemente zurück. Das Hauptaugenmerk wird dabei aber zunächst in zwei verschiedene Richtungen gelenkt. Zunächst wird die wissenschaftliche Technik und im Anschluss, die daraus hervorgehende, in Gedanken und Geist erstarrte, Gesellschaft kritisiert. Huxley warnt davor, dass eines Tages nicht mehr die Menschen die Wissenschaft kontrollieren, sondern diese die Menschheit unter ihrer Kontrolle bringt und zu ihrem Nutzen missbrauchen könnte. Und tatsächlich sind die Menschen in Brave New World bereits nicht mehr freigeborene, aus menschlicher Zuneigung entstandene und nach ihrem Gewissen handelnde Personen, sondern am Fliesband produzierte, konditionierte und somit willenlose Geschöpfe.

Im Großen und Ganzen, trotz des tragischen Endes, ist Huxleys Stimmung beinahe durch das ganze Buch hindurch mehr oder weniger stark von einer gewissen Leichtigkeit und Belustigung geprägt. Aber ein Satiriker wie Huxley gibt sich nicht damit zufrieden, das Thema lediglich zu verspotten und lächerlich wirken zu lassen. Vielmehr möchte er den Leser dazu zwingen die möglichen Gefahren, die sich hinter der Wissenschaft verbergen und die eine immer bedeutender werdende Rolle im täglichen Leben der Menschen spielen, zu erkennen und zu lernen damit umzugehen.

Brave New World kann somit durchaus als Dystopie, das heißt in diesem Fall satirische Zukunftsvision eingestuft werden.[4]

Diese Arbeit konzentriert sich im weiteren Verlauf hauptsächlich auf die Szene 13, in welcher die unterschiedlichen Meinungen von Lenina und John im Bezug auf ihre Abstammung aufgeführt werden, da hier das stilistische Mittel der Satire am deutlichsten ersichtlich wird.

[...]


[1] Name wurde aus Verständnisgründen nach der englischen Ausgabe Huxley, A.. Brave New World.

Edinburgh Gate u.a : Penguin Books Ltd, 1999. gewählt. In der deutschen Ausgabe handelt es

sich um den Charakter des Michel.

[2] nach: Huxley, A.. Schöne Neue Welt. Übersetzt von Roman Fischer. Frankfurt am Main:

Fischer, 1997. S.9.

[3] nach: Routh, M.. York Notes on Brave New World. Edinburgh Gate u.a: Longman York Press,

141997. S.50.

[4] nach: Routh, M.. York Notes on Brave New World. S.50.

Details

Seiten
13
Jahr
2003
ISBN (eBook)
9783638440950
Dateigröße
528 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v47052
Institution / Hochschule
Bayerische Julius-Maximilians-Universität Würzburg
Note
2
Schlagworte
Konflikt Lenina John Szene Höhepunkt Brave World

Autor

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Titel: Der Konflikt zwischen Lenina und John in Szene 13 als satirischer Höhepunkt in Brave New World