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Der Würzburger Ratskalender von Johann Ulrich Kraus (1695/1696)

Eine kunsthistorische und historische Einordnung

Masterarbeit 2019 104 Seiten

Kunst - Kunstgeschichte

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung mit Forschungsbericht

2 Der Wiirzburger Ratskalender von Johann Ulrich Kraus
2.1 Entstehung und Definition von Wappenkalendern
2.2 Die Geschichte der Wiirzburger Wappenkalender
2.3 Entstehung des Wappenkalenders von 1695/96
2.4 Johann Ulrich Kraus
2.4.1 Leben
2.4.2 Werk
2.5 Die Augsburger und ihre Druckgrafik bis ca
2.6 Werkanalyse
2.6.1 Daten und Fakten
2.6.2 Beschreibung
2.6.3 Formale Analyse
2.6.4 Ausdeutung des Bildprogramms
2.7 Einfliisse franzosischer Druckgraphik und Ornamentik

3 Resume

4 Bibliographie

5 Abbildungsverzeichnis

6 Transkriptionen

1 Einleitung mit Forschungsbericht

Im Rahmen einer ftir das Friihjahr 2019 geplanten Ausstellung zum Augsburger Kupferstecher Johann Ulrich Kraus wurde das Museum fiir Franken auf drei Kupferplatten in dessen Besitzt aufmerksam. Diese stammten aus der Werkstatt des Augsburger Kiinstlers und zeigen Teile des Wappenkalenders des Wiirzburger Stadtrats von 1695/96. Dieser Kalender fand bisher in der Forschung wenig Beachtung ebenso wie sein Stecher. Die vorliegende Arbeit mochte dazu beitragen. dies zu iindern. Sie hat sich in erster Linie das Ziel gesetzt. den Wappenkalender in einen groBeren historischen und kunsthistorischen groBeren Zusammenhang zu setzen. indem sie dessen Entstehungsumstiinde und Bildaussage analysiert. Dabei wird auch dem Kiinstler Johann Ulrich Kraus ein eigenes Kapitel gewidmet. wodurch sich der Frage angenahert werden soli. welche stilistischen Einfliisse der Kiinstler vor allem in den beiden horizontalen Bordtiren des FuBteils verarbeitete.

In Bezug auf den Wappenkalender des Wiirzburger Stadtrats sind historische Quellen. die das Wiirzburger Stadtarchiv aufbewahrt. in Form von Ratsprotokollen auf uns gekommen. Sie lagen der Verfasserin dieser Arbeit vor und konnen im Anhang eingesehen werden. Carl Gottfried Scharold verfolgte in einer Publikation von 1820 die Geschichte der Wtirzburger Kalender bis in die ersten Jahre des Buchdrucks zuriick. 1 Scharolds Veroffentlichung war fiir die nach ihm aktiven Autoren das Grundlagenwerk zum Komplex Wtirzburger Wappenkalender. Beispielsweise nahm Brod immer wieder Bezug auf dessen Forschung. auch wenn sich Scharold vor allem die Geschichte der Wappenkalender des Domkapitels analysierte. Walter M. Brod widmete den historischen Wiirzburger Wappenkalendern eine ausfiihrliche Festschrift mit dem Titel ,Mainfriinkische Kalender aus vier Jahrhunderten".2 Brod analysierte darin die ermittelten Wtirzburger Wappenkalender vom 15. bis zum 18. Jahrhundert und bezog sich immer wieder auf Scharold. Der Ratskalender von 1726 ist darin erstmals reproduziert und lag zu jener Zeit noch im Original vor. Allerdings sind ihm Datierungsfehler unterlaufen. Beispielsweise wurde der Bildhauer Maucher nicht 16963 sondern 16934 Burger Wtirzburgs. AuBerdem konnte Brod nicht klaren, wer Wappenkalender unter welchen U mstanden in das Ftirstbistum einftihrte.

Heute sind noch Versatzstticke des Ratskalenders im handschriftlich geftihrten Btichlein mit der Bezeichnung ,Matricula Senatus Civitatis Wirceburgensis" (Abb. 1 und 2) vorhanden.5 Das Buch fand die Autorin dieser Arbeit in der Abteilung Handschriften und alte Drucke der Universitatsbibliothek Wtirzburg. Es ist bisher weder wissenschaftlich bearbeitet noch digitalisiert worden, konnte aufgrund der enthaltenen Wappensammlung und der Informationen aber Lucken zur Geschichte des Wtirzburger Stadtrates schlieBen.

Interessant ist die Veroffentlichung ,Gesamtansichten und Plane der Stadt Wtirzburg vom 15. bis zum 19. Jahrhundert" von Rudolf Feurer 6 • Er war es, der einen neuen Abzug der Sockelplatte initiierte. Die Provenienz der beiden im Museum ftir Franken tiberlieferten kupfernen Druckplatten kann Ieider nicht nachvollzogen werden, da das Hauptinventar im Krieg verbrannte. Die handschriftlichen Vorgangerinventare mtissten mit mehr Zeit auf weiterftihrende Informationen geprtift werden und konnten moglicherweise Erkenntnisse zur Provenienz liefern. 1989 erschien eme weitere Festschrift derselben Gesellschaft, mit der sie dem Martyrertod der drei Apostel gedachte. Hans-Peter Trenschel erweiterte mit seiner Arbeit ,Die Ratskalender der Stadt Wtirzburg" das Werk seines Vorgangers urn weitere Informationen7. Allerdings bleiben trotz der intensiven Archivarbeit des Autors im Stadtarchiv Wtirzburg offene Forschungsfragen. Ungeklart bleibt beispielsweise der Grund ftir die Darstellung mancher Heiliger in der Kopfzeile des Kalenders. Des Weiteren ist Ieider kein Vertrag zwischen Kraus und dem Stadtrat aufgetaucht, ebenso wenig wie eine Vorzeichnung Mauchers. AuBerdem machte Trenschel einen Fehler bei der Benennung der im Kalender dargestellten Gebaude, was an entsprechender Stelle der Arbeit aufgezeigt wird.

Einen guten Oberblick tiber den Forschungsstand zur Augsburger Druckgraphik bietet der Aufsatz , Der Augsburger Forscherkreis urn Wolfgang Seitz 1973-2013" von Herrn Josef Hugo Biller. 8 Im Aufsatz wird beschrieben, wie sich 1973 ein Forscherkreis zur Augsburger Druckgraphik griindete, der sich aus den heutigen Spezialisten Wolfgang Seitz, Josef H, Biller, Angelika Marsch, Dr, Josef Bellot und Dr, Karin Friedlmaier zusammensetzte, Die Augsburger Druckgraphik war zuvor so gut wie nicht wissenschaftlich bearbeitet worden9, Nach dem Fund unbekannter Wappenkalender im Augsburger Stadtarchiv spezialisierte sich Josef H, Biller auf deren Erforschung 10 Im Laufe der Zeit gewann der Forscherkreis an Zulauf und es konnten verschiedene Publikationen und Funde verOffentlicht werden, Nachdem sich u,a, der Wiirzburger Arzt und Graphiksammler Dr, Michael Brod aus Wiirzburg der Forschergruppe anschloss, fand Angelika Marsch im Jahr 1990 in der Universitiitsbibliothek Wiirzburg ein kunsthistorisch kostbares Vedutenalbum des Herzogs Ottheinrich von Pfalz­ Neuburg aus dem Winter 1536/37, 11 Eine geplante Ausstellung des Forscherkreises zur Gesamtheit der Augsburger Druckgraphik12 konnte allerdings noch nicht verwirklicht werden, Herr Josef H, Biller kann als wichtigster Experte im Bereich der offiziellen Wappenkalender des Heiligen Romischen Reiches gesehen werden und verOffentlichte zahlreiche Aufsiitze zum Thema, Seine aktuellste VerOffentlichung behandelt die Einblattkalender Bambergs vom 15, Bis 19, Jahrhundert, die vom Autor in einem Katalog bearbeitet und zusammengestellt worden sind, 13

Zu Beginn seiner Forschungen existierten lediglich einzelne lokalhistorische Arbeiten, mit Ausnahme des Werkes von Walter M, Brod aus dem Jahr 195214, In den 80er Jahren wurde das Interesse der Wissenschaft am Thema geweckt, Adolf Dresler fasste als Erster die ihm bekannten offiziellen Wappenkalender in einem Katalog zusammen, welcher allerdings recht unvollstiindig war 15 Bisher exisiteren zwei Aufsiitze zum Thema der Verbreitung franzosischer Ornamentik und Druckgraphik in Europa durch Augsburger Nachstiche aus der Werkstatt des Kraus, Beide verOffentlichte Ulrike Seeger, den ersten Aufsatz im Jahr 2010 unter dem Titel ,Die 'Tapisseries du roydes Verlags Johann Ulrich Kraus von 1687, Ein Beitrag zum franzosischen Nachstichwesen in Augsburg vor 1700"16 Die Autorin analysierte darin exemplarisch an einem speziellen Nachstich von Kraus, inwiefern sein Verlag die Verbreitung franzosischer Stilornamentik im Heiligen Romischen Reich Deutscher Nation untersttitzte. In ihrem aktuellsten Aufsatz ,Abgekupfert, aufgefiichert, angewandt: Maria Philippina Ktisels ,Gemahlter Himmel". Zur Rezeption franzosischer Ornamentstiche via Augsburg"17 untersuchte Seeger wieder anhand eines Werkes die Verbreitung franzosischer Vorlagen in Europa. Diesmal handelte es sich urn den Nachstich einer Kupferstecherin aus der Verwandtschaft des Kraus. Eine generelle Forschungsarbeit zur Rezeption franzosischer Vorlagen oder Ornamentik im Kraus'schen Verlag und deren Einfluss auf andere Kupferstecher oder den Kunstgeschmack im Heiligen Romischen Reich fehlt bisher. Es existierten bis vor Kurzem auch keine selbststiindigen Arbeiten tiber den Kupferstecher Johann Ulrich Kraus. Dennoch findet man seinen Namen mit ausfiihrlichen Artikeln beispielsweise im Allgemeinen Ktinstlerlexikon18 Quellen zu seinem Leben und Werk sind vorhanden. Das Augsburger Stadtarchiv bewahrt beispielsweise Originaldokumente zu Kraus auf 19 Der Erste, der tiber den Ktinstler berichtete, war Paul von Stetten mit dem Werk ,Kunstgewerbe- und Handwerks Geschichte der Reichs-Stadt Augsburg" aus dem Jahr 1779 20. Von Stetten gibt einen kurzen Abriss tiber das Leben des Kraus. In einer Randnotiz vermerkte von Stetten, dass ihm eine von Kraus selbst geschriebene Biographie vorgelegen habe 21 • Laut Ulrike Seeger entspricht dies den Tatsachen22. Am Anfang des 20. Jahrhunderts wuchs das Interesse an Kraus und dessen CEvre. Otto Reichl verOffentlichte 1933 eine Publikation mit dem Titel ,Die Illustrationen in vier geistlichen Btichern des Augsburger Kupferstechers Johann Ulrich Krauss'23. Dies kann als eine Art Grundlagenwerk zum Stecher-Verleger gesehen werden. Neueste Forschungsergebnisse zu Kraus liefert die Publikation der Graphikspezialisten Jorg Diefenbacher und Eckhard Leuschner mit dem Titel ,Johann Ulrich Kraus"24 • Sie erschien 2018 in der Reihe ,The New Hollstein's German series: German engravings, etchings and woodcuts, 1400-1700". Die zwei Bande beinhalten u.a. das gesamte graphische Schaff en des Johann Ulrich Kraus.

Das neueste Projekt zum Thema Kalendermacher ist das Oberblickswerk ,Bibliographische Handbuch der Kalendermacher von 1550 bis 1750"25 von Klaus­ Dieter Herbst. Da viele Ersteller von Schreibkalendern auch andere Arten von Kalendarien lieferten, ist das Handbuch auch im Bereich Wappenkalender ein gutes, stetig anwachsendes Nachschlagewerk.

2 Der Wiirzburger Ratskalender von Johann Ulrich Kraus

2.1 Entstehung und Definition von Wappenkalendern

Kurze Zeit nach Erfindung des Buchdrucks gab man bereits die ersten gedruckten Kalender heraus. Schon friih existierte eine Nachfrage an Kalendern, urn religiose Feiertage und arztliche Anordnungen im Blick zu behalten. Deshalb befassten sich, neben Astronomen und Mathematikern, haufig Arzte mit der Erstellung der Kalendarien. Dabei ging es ihnen vor allem urn die Kennzeichnung von Tagen, die fiir die Gesundheit als relevant angesehen worden waren. Beispielsweise war es wichtig, die Mondphasen vorhersagen zu konnen, urn die gtinstigsten Zeiten ftir den Aderlass zu bestimmen. Dies wurde gerne mit Angaben zu den Festtagen der Heiligen kombiniert. Solche Kalender fanden unter der Bezeichnung ,Almanach" weite Verbreitung. Als Weiterentwicklung zu jenen entstand ab ca. 1510 der Wandkalender. Wie im Almanach ftihrte man auch in diesem alle Monatstage, den Sonnenstand, Neumonde, Vollmonde und Finsternisse eines Jahres auf. Zusatzlich konnte man darin neben den Aderlassen die gtinstigsten Zeiten fiir das Schropfen, Abftihren oder Abstillen ablesen.26 Ein Kalendarium vergangener Jahrhunderte war nie eine einfache Aufzahlung von Tagen und Monaten, sondern hatte fiir die zeitgenossischen Betrachter eme dariiberhinausgehende, medizinische und religiose Bedeutung. Deshalb ist ein Kalender eine historische QueUe tiber die Weltanschauung und den Alltag der Menschen seiner Entstehungszeit. Aufgrund der Wichtigkeit eines solchen Kalenders verwundert es kaum, dass man Kalender mit der Zeit auch kiinstlerisch aufwertete.

Der erste groBe Einblattkalender stammt aus dem Jahr 1457 und der erste Wappenkalender aus dem Jahr 1499. Zu Beginn des 16. Jahrhunderts entstanden die ersten nachweisbaren amtlichen Wappenkalender, Josef Biller definiert einen Wappenkalender als Einblattdruck, der durch ein graphisches Verfahren hergestellt wurde. Die territoriale Verbreitung dieser speziellen Kalender beschriinkt sich im GraBen und Ganzen auf das Gebiet des Heiligen Romischen Reiches Deutscher Nation und auf jenes der Schweiz auch wenn diese 1648 aus dem Reich ausschied27 • Ein solcher Kalenderdruck muss drei Kriterien erfiillen, urn in die Gruppe ,Offizielle Wappenkalender" zu fallen. Diesen Begriff priigte der Wappenkalenderforscher Josef Biller, Wichtigstes Merkmal ist das auffallend groBe Format. AuBerdem muss der Kalender mit emer auffallend graBen Menge an Wappen, insbesondere Personenwappen, geschmiickt sein. Als drittes muss der Kalender als Druck einen offiziellen Charakter besitzen, d. h. von Amts wegen genehmigt sein. Dem entsprechend musste und wurde ein solcher Kalender von einer amtlichen Gewalt herausgegeben werden. Offizielle Herausgeber konnten stiidtische oder staatliche Korperschaften, eigenstiindige Ritterorden, geistliche Stifte oder Ordens- und Klostergemeinschaften sem. .28

Wiirzburg hat eine absolute Sonderstellung innerhalb der Wappenkalenderforschung aufgrund der Vielzahl der dort verOffentlichten Kalender inne. Fiir gewohnlich kam es zur Herausgabe eines Kalenders pro Jahr und pro Territorium im Reich. In Wiirzburg aber gaben sechs Institutionen lange Zeit parallel jeweils emen e1genen Wappenkalender heraus.29

Insgesamt publizierten 105 herrschaftliche Gebiete innerhalb des Reiches eigene Wappenkalender, aber nur 20 Stiidte gaben einen eigenen Ratskalender heraus. Darunter befanden sich die neun souveriinen Reichsstiidte (Augsburg, Frankfurt a.M., Undau, Niirnberg, Ravensburg, Regensburg, Schweinfurt, StraBburg, Ulm), die v1er bischoflichen Stiidte (Wiirzburg, Bamberg, Konstanz, Koln), die beiden Reichshauptstiidte (Wien und Bregenz) und die fiiuf Schweizer Stadtstaaten (Basel, Bern, Solot!Jurn, Zug und Ziirich).30

Biller konnte 1984 112 Herausgeber von Wappenkalendern identifizieren. Diese veroffentlichten Wappenkalender vor allem als anschauliches Mittel der eigenen Reprasentation. ganz im Stil des barocken Zeitgeists. sodass die Kalender detailreicher. filigraner und kiinstlerisch aufwendiger gestaltet wurden. AuBerdem konnte an ihnen die momentane personale Besetzung der herausgebenden Institution abgelesen werden. Natiirlich gab es auch immer noch die gesundheitlichen Hinweise auf den Kalendarien. die durchaus wichtig waren.31

Wiirzburg ist in der Geschichte der Wappenkalenderforschung auch an anderer Stelle von herausragender Bedeutung. Der erste Wappenwandkalender im gesamten Heiligen Romischen Reich Deutscher Nation wurde im Hochstift Wiirzburg im Jahr 1516 herausgegeben. Den ersten groBformatigen Ratskalender publizierte die Stadt StraBburg 1559. Augsburg folgte dem Trend erst 1643. trotz seiner bedeutenden Stellung als Hauptstadt der deutschen Druckgraphik. Zu diesem Zeitpunkt hatten sich bereits die Rate von Basel (1595). Koln (1620). Ulm (ca. 1623) und Niirnberg (1635) zur Herausgabe der Wappenkalender entschlossen. Erstaunlich ist. dass sich Augsburg 1643 fiir einen Holzschnitt entschied. obwohl der modernere Kupferstich bereits Anwendung in Stadten wie Koln fand.32

Die Exklusivitat der Herausgeber spiegelte sich immer deutlicher in der immer aufwiindiger werdenden Gestaltung wieder. weshalb sich die Drucke zu kunsthistorisch und kiinstlerisch wertvollen Graphiken entwickelten. Neben ihrer GroBe stechen sie noch heute durch die groBe Vielfalt an Szenen. Allegorien. Stadtansichten und den typischen Wappen neben anderen Kalenderarten hervor. Die Wappen waren dabei das wichtigste Element fiir die Autoren. Herausgeber und Betrachter.33

Die Initiative zur Herstellung solcher Kalender kam meist nicht von den spateren. offiziellen Auftraggebern. In den meisten Fallen kamen die Buchdrucker der jeweiligen Herrschaftsgebiete auf die Idee. einen mit den Wappen der Herrschenden versehenen Kalender zu produzieren. Diesen stellten sie bei den potenziellen Auftraggebern in der Hoffnung vor. neue kaufkraftige Kundschaft zu gewinnen. Sehr haufig hatten sie damit Erfolg. So betrieben sie Eigenwerbung nicht nur bei den mit Wappen bedachten Regierenden. sondern auch bei anderweitigen Empfiingern. Die Wappenkalender gab man gerne als Staatsgeschenke aus. Erst allmahlich wurde den Kalender Herausgebern die repriisentative Wirkung bewusst. Die Kalender war ein beliebtes Neujahrs- oder Ehrengeschenk ftir bedeutende Giiste. Oft lassen sich manche Originale nicht mehr an ihren Bestimmungsorten ausfindig machen. tauchen im Laufe der Zeit aber zum Beispiel in Archiven beschenkter Stifte und Kapitel auf. wo sie aufgehoben worden waren. Am Ort seiner Entstehung warf man den Kalender nach Ablauf des abgebildeten Jahres als Gebrauchsgraphik meist weg. zerschnitt ihn oder nutzte ihn anderweitig neu. urn Platz fiir emen neuen Kalender zu haben. Dennoch waren an der Kalenderherstellung die besten Kiinstler ihrer Zeit beteiligt. Darunter befanden sich beispielsweise Kosmas Damian Asam. Maximilian von Welsch oder Johann Wolfgang Baumgartner.34

Diese prominenten Namen machen die hohe Bedeutung der Graphiken fiir die Herausgeber deutlich. da man bereit war. eine betriichtliche Menge Finanzmittel in deren Erschaffung zu investieren.

Im 17. Jahrhundert stiegen die Anspriiche der Herausgeber beziiglich der kiinstlerischen Qualitiit und Ausarbeitung der Kalender weiter. Als Herstellungstechnik der repriisentativen Wappenkalender nutzte man fast ausschlieB!ich den Kupferstich. der technisch mehr kiinstlerische Feinheiten und Moglichkeiten als der Holzschnitt bot. Dennoch gaben manche Herrschaften parallel den kostengiinstigeren Holzschnittkalender heraus. Diese entsprachen weiterhin dem eiufachen traditionellen Aufbau eines Wappenkalenders. wahrend sich die Kupferkalender in der Bildtradition weiterentwickelten. Man reihte urn 1700 nicht mehr einfach Kopf- Haupt- und FuBteil aneinander. Diese Bestandteile wurden nun von iibergreifenden Rahmungen und bestimmten kompositorischen Elementen der Barockzeit. w1e beispielsweise Triumphbogen oder altarahnliche Aufbauten. verklammert. Die Hochzeiten der Wappenkalender waren der Barock und das Rokoko. weshalb vereinheitlichende Elemente von der zeitgenossischen Architektur inspiriert waren 35. Auch im 18. Jahrhundert hestand ein Wappenkalender im Wesentlichen noch aus Kopf-. Mittel- und FuBteil. Die Kopfleiste wurde je nach Ausrichtung der auftraggebenden Institution mit verschiedenen Elementen geschmiickt. Ein geistlicher Auftraggeber wahlte beispielsweise die Stiftpatrone oder eine Madonna als Motiv. wahrend ein staatlich initiierter Kalender den Reichsadler oder Allegorien der Tugenden zeigte. Der Mittelteil wurde in der Regel vom eigentlichen Kalendarium eingenommen. Die Wappen rahmten in der Friihzeit der Kalender meist die Liingsseiten des Mittelteils und den unteren Rand des FuBteils. Die Wappen des FuBteils wurden im 17. Jh. gerne durch Stadtprospekte oder Ansichten einzelner Gebaude ersetzt. Gegen Ende des Jahrhunderts begleiteten auch oft Flussgotter die jeweilige Stadtansicht zu deren Seiten.36

Der in dieser Arbeit behandelte Kalender erfiillt also die Kriterien eines offiziellen Wappenkalenders nach Biller und zeigt typische zeitgenossische Elemente. Er besitzt ein groBes Format. eine entsprechende Menge an Personenwappen und wurde offiziell durch den Wiirzburger Stadtrat in Auftrag und herausgegeben. Des Weiteren ist er ein typischer Vertreter seiner Zeit. In seinem FuBteil findet man keine Wappen sondern eine Ansicht der Stadt Wiirzburg. Mythologische Figuren und ein Flussgott flankieren das Prospekt. Auch die Madonna im Kopfteil sowie die Patrone des Stifts entsprechen dem zeitgenossischen Darstellungskanon. Diese Arbeit wird in ihrem Verlauf auf die eben genannten Elemente noch niiher eingehen.

Mit der Sakularisation und dem Ende des Heiligen Romischen Reiches Deutscher Nation urn 1802/03 gingen auch der Niedergang und die Abschaffung der Wappenkalender einher. Den letzten Wappenkalender gab der Frankfurter Stadtrat fiir das Jahr 1856 heraus.37

Die Quellenlage in Bezug auf Wappenkalendern ist im Allgemeinen. obwohl es sich urn Gebrauchsgraphik handelt. erstaunlich gut. Wegen des offiziellen Charakters der Blatter konnen deren Entstehung. eventuell vorgenommene Veriinderungen und auch die Ablosung durch neue Kalender meist sehr gut durch Archivalien nachvollzogen werden. Ein Stadtrat musste z.B. tiber Kosten der Herstellung. ausfiihrende Kiinstler. Hohe der Auflagen etc. durch Mehrheitsbeschluss. Ausschuss o.A. abstimmen. Die Diskussionen und Ergebnisse hielten Beamte in Ratsprotokollen und stadtischen Rechnungen fest. welche in den meisten Fallen bis heute erhalten geblieben sind.38

2.2 Die Geschichte der Wiirzburger Wappenkalender

Die ersten Wiirzburger Drucke von Kalendern kamen einige Jahre nach der Einfiihrung des Buchdruckes in Wiirzburg auf. Brod berichtet vom Beginn des Buchdrucks im Jahr 1479. welchen Fiirstbischof Rudolf von Scherenberg initiierte. als er den Eichstatter Buchdrucker Georg Reyser nach Wiirzburg beorderte. Reyser war gleichzeitig derjenige. der als erster den Kupferstich in ein gedrucktes Buch aufnahm. Das erste Wiirzburger Kalendarium war Teil des iiltesten Buchs im Bistum. dem ,Brevarium". Das Buch ist eine Inkunabel aus eben jenem Jahr 1479. Es beinhaltet liturgische Texte. die von einem Heiligenkalender eingeleitet werden. Der Kalender war nicht fiir ein bestimmtes Jahr konzipiert. sondern nur dazu bestimmt. die Festtage im Kirchenjahr aufzuzeigen. Das Domkapitel gab den iiltesten Wappenkalender Wiirzburgs einige Zeit spiiter. niimlich im Jahr 1524. heraus.39

Leider ist unbekannt. wer die iiblichen Almanache Georg Reysers zu Wappenkalendern weiterentwickelte. Vermutlich kamen die Wappenkalender aber als Vorlagen von auBerhalb des Fiirstbistums. Der erste Wiirzburger Kalender. in dem Wappen in nennenswerter Anzahl auftraten. stammt aus dem Jahr 1516 und ist fragmentarisch erhalten. Er wurde allerdings noch privat finanziert40. Der Kalender dieses Jahres ist als Almanach konzipiert und erstmals mit Wappen verziert. Weshalb das Domkapitel beschloss. die Kalendarien mit Wappen zu verzieren. ist in der Forschung nicht bekannt. Brod vermutet aber. dass Wappenkalender aus anderen Teilen des Reiches als Vorbild gedient haben diirften. Seit dem Beginn des 16. Jahrhunderts gab das Domkapitel jiihrlich zu Neujahr fiir die Dauer von ca. 300 Jahren einen Kalender heraus. 41

Diesem Vorbild folgten weitere geistliche Einrichtungen sowie der Stadtrat Wiirzburgs. Neben Wiirzburg gab unter den nicht-freien Stiidten im Reich nur noch Bamberg einen Kalender heraus.42

Der iiiteste Kalender. der dem in dieser Arbeit besprochenen Wappenkalender ahnelt. ist Teil der ,Sammlung friinkischer Portraits" von Oberthiir. Er wurde im Jahr 1634 vom Domkapitel verOffentlicht und zeigt eine Wiirzburger Stadtansicht. doch wurden die Wappen durch Evangelisten und Apostel ersetzt.43

Neben den Domherren gaben auch andere Korperschaften solche Wappenkalender in Auftrag. In Wiirzburg kam es zu dem Sonderfall. dass sechs Insitutionen parallel einen Kalender herausgaben. Dabei handelte es sich neben dem Domkapitel urn die Stifte Sankt Burkart. Neumiinster und Haug. das Kaiserliche Landgericht Franken und den Stadtrat.44 Da es keine festgeschriebene Form fiir die Wappenkalender gab. sind neben Einblattdrucken auch Taschenkalender aus dem 18. Jahrhundert sowie Schreibkalender in gebundener Buchform auf uns gekommen. welche am Ende des 15. Jahrhunderts aufkamen45. Seit dem 16. Jahrhundert verloren die medizinischen Hinweise auf den Wappenkalendern des Hochstifts immer mehr an Bedeutung. bis sie sich ab 1555 nur noch auf fiinf Hinweise pro Kalender reduzierten. Mit der Gregorianischen Kalenderreform von 1582 tat man sich zuniichst schwer. Nachdem jedoch die Bistiimer Mainz. Koln und Trier die neue Jahresberechnung eingefiihrt hatten. zog auch das Wiirzburger Domkapitel fiir das Jahr 1584 nach.46

2.3Entstehung des Wappenkalenders von 1695/96

Dieses Kapitel analysiert die wechselvolle Geschichte hinter der Produktion der Wappenkalender fiir den Wiirzburger Stadtrat.

1676 widmete Jacob Amling dem Wiirzburger Stadtrat einen ersten eigenen Schreibkalender47 fiir das darauffolgende Jahr. Amling. der auch das Domkapitel belieferte. erhielt daraufhin einen jahrlichen Auftrag des Stadtrates. Er wurde in das Amt des Kalendermachers berufen und begriindete so die Tradition der jahrlichen Herausgabe eines Kalenders durch den Rat.48

Jacob Amling war Arzt und Hofmathematiker in Wiirzburg und erstellte auch Schreibkalender und Wappenkalender in Bamberg49. Die Erwahnung des ersten Wappenkalenders kann in den Ratsprotokollen vom Dezember 1683 nachgelesen werden. Von 1683 bis 1696 erwarb der Rat jahrlich den Wappenkalender des Domkapitels fiir das Folgejahr. Einen e1genen. dezidiert dem Stadtrat gewidmeten Kupferstichkalender mit dessen Wappen fiihrte erst Christian Ignaz Pezolt. Kupferstecher und Steuerbeamter. im Jahr 1684 mit einem Kalender fiir dasselbe Jahr ein. Dies geschah allerdings nicht im Auftrag des Rates. sondern auf Initiative Pezolts hin. der den Kalender auch selbst gestochen hatte und in Niirnberg drucken lieB.50

Darunter befanden sich die Wappen der 22 Ratsmitglieder. der beiden Biirgermeister und vermutlich auch jene des Fiirstbischofs Konrad Wilhelm von Wernau. des OberschultheiBen Johann Philipp Kottwitz von Aulenbach und das Stadtwappen. Zehn Wappen Pezolts haben sich anf zehn kleinen Pliittchen aus den Jahren zwischen 1673 und 1691 erhalten. Sie befinden sich heute im Mainfriinkischen Museum und tragen die Inventarnummern H. 64924 und H. 6493351 Aufgrund der positiven Resonanz seiner Mitglieder beschloss der Stadtrat. auch in den kommenden Jahren jiihrlich einen eigenen Wappenkalender herauszugeben und betraute Pezolt mit der Aufgabe. Dieser bearbeitete bei Bedarf die Kupferplatten mit den Wappen des Stadtrats. je nach momentaner Besetzung.52

Die Kalenderausgaben unterschieden und veriinderten sich nicht nur wegen des wechselnden Kalendariums von Jahr zu Jahr. sondern auch wegen der Wappen. Der zweite Biirgermeister wurde jedes Jahr aus der Mitte der Ratsmitglieder heraus neu gewiihlt. sodass auch die restlichen Wappen neu sortiert werden mussten. Ausschlaggebend fiir die Sortierung war das Dienstalter der Ratsmitglieder. Aber auch die Zusammensetzung des Rats selbst unterlag stiindigen Schwankungen. zum Beispiel aufgrund von Tod oder Neuwahl der Mitglieder.53

Fiir die Stecharbeit der Wappen fiir den Kalender von 1685 bekam Pezolt 6 Rthlr.. drei Malter Korn und drei Eimer Wein. fiir den Satz und Druck des Kalenders noch zusiitzlich 7 Rthlr. und 6 bz. Die Kupferplatten gingen in den Besitz des Rates tiber. Im Laufe der Jahre iiberarbeitete er je nach Aufnahme von neuen Mitgliedern in den Rat die Wappenpliittchen. Pezolt starb 1687. hatte aber zuvor noch den Kalender fiir 1688 produziert.54

Fiir den Druck des Wappenkalenders des nachfolgenden Jahres und einigen notwendig gewordenen Veriinderungen an der Kupferplatte. wandte sich der Rat an Johann Salver d. A. Der hauptberufliche Kupferstecher wurde am 17. Juni 1638 in Ellwangen geboren und starb am 5. Miirz 1718. Sein Vater warder Hofmusiker und - kupferstecher Matthias Salver. In der Literatur werden seine Lebensdaten hiiufig mit denen seines Sohnes Johann Salver d.J. vertauscht. so auch bei Trenschel. AuBerdem halt man hiiufig seinen Enkel. den Archivar Johann Octavian. fiir seinen Sohn. Salver d.A. arbeitete von 1695 bis 1724 fiir den Fiirstbischof und hatte die Amter des Hof- und U niversitiitskupferstechers inne. Aufgrund einer im GNM Niirnberg aufbewahrten ,Ansicht der Wiirzburger Festung Marienberg" war er spiitestens ab 1673 in Wiirzburg ansiissig. Von ihm stammen auBerdem der Trauerdruck ,Johann Philipp von Schonborn auf dem Katafalk" aus demselben Jahr. mehrere Portraits der BischOfe Wiirzburgs von 1314 bis 1714 und zwolf Embleme im ,Geistlichen Seelenspiegel", herausgegeben von Philipp Wilhelm Fuckert im Jahr 1733,55

Salver iibernahm den Druckstock und die Kupferwappen Pezolts, Der Rat beauftragte ihn zuniichst mit dem Druck der Kalender fiir das Jahr 1689 ohne eine zuniichst im Rat diskutierte Erneuerung der Kalenderdruckplatte, Salver lieferte 75 Kalender und wurde im Januar 1689 mit 11 f], und, als zusiitzliche Ehrung, mit zwei Malter Korn und zwei Eimer Wein bezah!t 56

Auch am 10, Oktober 1689 erging durch den Rat ein Auftrag an Salver, der den Kalenderdruck und die Anbringung der Wappen fiir das kommende Jahr tiitigte, Dem Ratsprotokoll und den Rechnungen ist zu entnehmen, dass Salver 4 Rthlr, fiir einen namentlich Ieider unbekannten Buchdrucker bekam und an jenen auszahlen musste, Dieser setzte und druckte das Kalendarium, Fiir das Papier erhielt Salver aufgrund der 6 aufgebrauchten Biicher 2 Rthlr, 6 f], 1 ]b, 3 Pfg, ergingen an ihn fiir seine Tiitigkeit, wobei er zusiitzlich Geld fiir eine Nachforderung in unbekannter Hohe vom Rat erhielt Am 13, November 1690 schlug Salver d,k dem Stadtrat vor, die alte Druckplatte gegen Bezahlung vollig neu zu stechen und zu modernisieren, Salver hatte bereits einen Neuentwurf angefertigt und legte diesen dem Stadtrat vor, Der Rat entschied, dass das Steueramt zuniichst die anfallenden Kosten eines Neustichs kliiren sollte, Dieser Aufgabe nahm sich der Steuergehilfe Sylvester Ockhler an, der moglicherweise wie sein Vorgiinger Pezolt ein lukratives Zubrot witterte, Ockhler wurde 1653 als Sohn des Musikers Conrad Ockhler geboren, Nachdem er 1679 Wiirzburgs Biigerrechte erhielt, heiratete er 1680, Am 1L Oktober 1691 beforderte ihn der Stadtrat nach Erlaubnis des Fiirstbischofs Johann Gottfried von Guttenberg vom Adjunkt des Steuerschreibers zum neuen Steuerdiener der Stadtverwaltung, Er starb am 2, Mai 1717 in Wiirzburg, Wie Salver bot einige Wochen spiiter auch Ockhler dem Rat am 9, Dezember 1690 an, selbst einen Entwurf zu einem neuen Kalender anzufertigen, Der Rat lehnte aber beide Angebote ab und lieB den alten Kalender von Salver fiir das kommende Jahr neu auflegen, Bis zum Jahr 1694 wurde die alte Druckplatte beibehalten und der jahrliche Druck von Salver besorgt Salvers erneute Anfrage fiir eine neue Druckplatte am 3, August 1691 wurde vom Rat abgelehnt, da man den Kalender des Domkapitels in Pracht nicht iibertreffen wollte, welches mit dem Modernisierungsvorhaben seines Kalenders in Verzug geraten war. Der Rat beschloss aber eine Ausbesserung der alten Kupferplatte.57

Im Jahr 1694 schlug Salver dem Stadtrat ein drittes Mal vor. den alten Wappenkalender durch seinen Neuentwurf von 1690 zu ersetzen und fiir das kommende Jahr neu stechen zu lassen. obwohl der Rat erst einen Beschluss zur Beibehaltung des alten Kalenders gefasst hatte. Dieser ist im Ratsprotokoll Nr. 60 vom 20. Juli 1694 nachzulesen (Abb. 3 und Transkription zu Abb. 3). Salver argumentierte mit dem mittlerweile renovierungsbediirftigen Zustand der Platte. deren erneute Ausbesserung mindestens 12 Rthlr. kosten sollte. Der Rat bevorzugte zuniichst die RenovierungsmaBnahme und verhandelte mit dem Kupferstecher tiber einen giinstigeren Preis. Am 18. Oktober 1694 rollte Sylvester Ockhler das Thema eines volligen Neustichs des Ratskalenders erneut auf. Er schlug dem Rat ein weiteres Mal vor. eine vollig neue Druckplatte stechen zu lassen. Dazu zeichnete Sylvester Ockhler einen Entwurf und begriindete seine Motivwahl in einem Schreiben an den Rat. Leider existiert die Entwurfszeichnung heute nicht mehr. doch sein Schreiben ist auf uns gekommen und kann im Ratsprotokoll Nr. 60 nachgelesen werden (Abb. 4 und 5. Transkriptionen zu Abb. 4 und 5). Dieses Schreiben schien den Stadtrat von sowohl von der Notwendigkeit einer neuen Platte moderneren Bildinhalts. als auch von Ockhlers Entwurf als den besten Losungsvorschlag zu iiberzeugen. Moglicherweise lieB sich Steuerdiener dabei von einem Wiirzburger Kalender von 1634 inspirieren. der bereits eine Stadtansicht zeigte. aber noch keine Wappen58. Zuniichst holte sich der Rat zur Herstellung des neuen Kalenders die Zustimmung des amtierenden Fiirstbischofs Johann Gottfried von Guttenberg.Johann Salver d. A. bemerkte seine Niederlage und forderte am 11. Januar 1695 die Entlohnung seiner Entwurfstiitigkeit von 1690. welche der Rat teilweise auszahlen lieB.59

Nachdem man die Zustimmung von Guttenbergs im Miirz 1695 erhalten hatte. lief im Rat die Herstellung eines neuen Wappenkalenders an. Fiir eine hohere Qualitiit als beim alten Kalender schloss man die Auftragsvergabe an einen regionalen. Wiirzburger Kiinstler aus. Johann Jacob Schnapp erhielt den Auftrag. in Augsburg einen Kostenvoranschlag fiir die Umsetzung von Ockhlers Skizze in Kupfer einzuholen.60

Im Protokolleintrag vom 14. Miirz 1695 (Abb. 6 und 7. Transkription zu 6 und 7) ist vermerkt. dass Schnapp ein Schreiben nach Augsburg aufsetzte. dem er eine Zeichnung von Ockhlers Entwurfs beifiigte. Als Antwort erhielt er von einem nicht namentlich genannten Korrespondenten. dass der Kostenaufwand fiir die Erstellung einer Kupferplatte nach den Vorstellungen des Rates bei minimal 300 Rthlr. liegen wiirde. Dies war dem Rat zu teuer. weshalb sich Schnapp nach einem preiswerteren Angebot in Niirnberg oder anderweitig in niiherer Umgebung erkundigen sollte. Diese Idee verwarf der Rat allerdings wieder. da Niirnberg weniger qualitiitvolle Arbeiten als Augsburg lieferte und der Ruf des Rates infolge eines schlecht gemachten Kalenders leiden konnte. Im Ratsprotokoll vom 24. Miirz 1695 (Abb. 9 und Transkription zu Abb. 9) ist nachzulesen. dass dem Rat in der Zwischenzeit von einem weiteren Unbekannten ein zweiter Kostenvoranschlag tiber 475 fl. gemacht worden war. Im selben Eintrag wird auch von einem Kupferstecher namens Kraus berichtet. der die Ausfiihrung des Stiches und die Druckarbeit iibernehmen wiirde. Also hielt man im Ratsprotokoll desselben Tages fest. dass man mit Kraus aus Augsburg den Betrag von 250 Rthlr. ausgehandelt und festgelegt habe. Einen weiteren Rabatt wollte Kraus nicht gewiihren. da er den Entwurf Ockhlers zwecks Ausfiihrung noch verbessern miisse. So schuf Kraus in der folgenden Zeit die Platte fiir den Wappenkalender des Jahres 1696. Johann Jacob Schnapp zahlte Kraus It. einer Rechung vom 10. Februar 1696 des Stadtarchivs Wiirzburg (Abb. 8 und Transkription zu Abb. 8) eine Summe von 367 fl. 1 lb. und 3 Pfg. aus. Sylvester Ockhler bekam am 16. Januar 1696 fiir seine organisatorischen Miihen den Ratskalender betreffend 6 Rthlr. (Abb. 10 und Transkription zu Abb. 10). Johann Michael Maucher. dessen Mitarbeit am Kalender durch eine Signatur im FuBteil bezeugt ist. findet in den Ratsprotokollen keine Erwiihnung. 61

Der Elfenbeinschnitzer und Bildhauer Maucher wurde am 16. August 1645 in Schwiibisch Gmiind geboren und starb in Wiirzburg urn das Jahr 1701. Der Sohn des Biichsenschiifters Georg Maucher und seiner Frau Catharina war der jiingste von drei Briidern.62

Die beiden Briider Johann Michael und Johann Christoph Maucher entwickelten sich zu herausragenden Kiinstlern. Christoph wurde ein bedeutender Bernstein- und Elfenbeinschnitzer mit einer Werkstatt in Danzig. Michael lieB sich in Schwiibisch Gmiind mit einer Werkstatt nieder und spezialisierte sich zuniichst ebenfalls auf Elfenbein und Prunkwaffen. Leider ist die Quellenlage zum Leben der ganzen Familie sehr schlecht.63

Vermutlich ging Johann Michael wie sein Bruder Johann Christoph bei seinem Vater in die Lehre zum Biichsenschiifter und Bildhauer. Danach folgten die Jahre der Wanderschaft. Wahrscheinlich eignete er sich wiihrenddessen Kenntnisse der Herstellung von GroBplastiken an. 1670 war er zuriick in Schwiibisch Gmiind und heiratete Anna Barbara Wasserburger. eine Patriziertochter. die ihm 13 Kinder gebar. Unter anderem war Maucher der Vater des Steinbildhauers Johann Friedrich Maucher 64 • Durch die Hochzeit erlangte er den Meistertitel und das Recht. eine Werkstatt zu betreiben. So waren die folgenden seine schaffensfreudigsten Jahre. bis er 1688 wegen Falschmiinzerei der Heimatstadt verwiesen wurde. Eigentlich stand in Schwiibisch Gmiind zu dieser Zeit die Todesstrafe auf die Herstellung von Falschgeld.65

In Schwiibisch Gmiind florierte sein Geschiift mit Kabinettstiicken. Waffen und andere Luxusartikel fiir adelige Auftraggeber. aber auch mit kleinen Alltagsgegenstiinden wie z.B. Tabaksdosen. Heute finden sich Stiicke beispielsweise im Schloss Vaduz. im Met­ Museum in New York. im Victoria and Albert Museum in London und im Griinen Gewolbe Dresden.

Nach einem Bittgesuch begnadigte Kaiser Leopold I. den Bildhauer von der Todesstrafe. Des Weiteren bekam Maucher die Erlaubnis. sich im Herrschaftsgebiet des Kaisers frei bewegen zu diirfen. seine Heimatstadt allerdings durfte er nie wieder betreten. Nach dem Verlassen von Schwiibisch Gmiind war Maucher kaum mehr als Biichsenschiifter und Elfenbeinschnitzer tiitig. sondern nahm v.a. kirchliche Auftriige an und wandte sich der GroBplastik zu.66

Als niichstes ist Maucher in Ebrach nachweisbar. wo er mit dem Priilaten des Klosters einen Vertrag zur Herstellung zweier Nebenaltiire. des Marien- und Kreuzaltars schloss. Der Marienaltar befindet sich heute in der Pfarrkirche in Oberspiesheim. was durch Dokumente 1m Bamberger Staatsarchiv und durch emen Altarentwurf der U niversitiitsbibliothek Wiirzburg nachgewiesen werden konnte. In Wiirzburg herrschte fiir Altaraufbauten in der zweiten Hiilfte des 17. Jh. der von Friichtebiischen. knorpeligen Voluten und strenger Architektonik charakterisierte Stil des Johann Philipp PreuB vor. Auch dessen Schiiler J. C. Brandt und J. M. RieB verwendeten den Akantlms nach dem Tod von PreuB urn 1689 sehr zuriickhaltend. Die Zeichnung Mauchers jedoch ist gepriigt durch den nahezu verschwenderischen Gebrauch des Akanthusornaments.67

Nach beendeter Arbeit ging Johann Michael irgendwann im zweiten Halbjahr 1691 nach Bamberg. Von dort aus sandte er Nachzahlungsaufforderungen nach Ebrach woraufhin es zu einem Streit kam. Der zustiindige Pater Candidus fiihrte an. Maucher habe vertraglich festgelegte Arbeiten an den Altiiren nicht oder nur schludrig ausgefiihrt. ungeregelte Extraarbeiten angebracht. das zur Verftigung gestellte Werkzeug gestohlen und auBerdem ein von ihm zu Tode gerittenes Pferd. Wein und einen Schreinergesellen nicht bezahlt. Nach einem weiteren Brief Mauchers. in dem er tiber Streit unter den Gesellen klagte. welcher wiederum den Streit urn Lohn des Gesellen entfachte. stellte Maucher am 2. Mai 1693 eine Quittung tiber eine erhaltene Nachzahlung von 12 Reichstalern aus. was die Meinungsverschiedenheit mit Ebrach beendete. 1691 hielt sich Johann Michael in Dettelbach auf. 1692 siedelte er sich in Wtirzburg an. Ab 1693 unterschrieb er mit dem Zusatz ,Btirger". Das Btirgerrecht erlangte der Antragssteller in Wtirzburg erst nach eingehender Priifung seines Leumundes und seines finanziellen Hintergrundes. AuBerdem mussten zwei Personen btirgen und ein Geburts-sowie ein Abschiedsbrief mussten vorgelegt werden. Wegen Mauchers Begnadigung durch den Kaiser war kein Abschiedsbrief notig und er konnte Btirger werden. Wiihrend seiner Wtirzburger Jahre arbeitete er ab November 1693 am kleinen Altar fiir Oberdtirrbach. ab Oktober 1694 am Hochaltar der Kirche in HeB!ar und 1696/97 an Statuen fiir das Kloster Oberzell. Den Bildhauer lehnte das Domkapitel allerdings 1697 als Entwurfszeichner fiir einen eigenen Wappenkalender ab. da es die Darstellung der Rathausarchitektur im Ratskalender von 1695/96 als misslungen bewertete. Maucher starb wahrscheinlich 1701. da seine Witwe eine Forderung wegen seiner letzten Arbeit an einer Grabplatte erhob.68

Maucher war derjenige. der die Ideen und Plane Ockhlers zu Komposition und Ikonographie eines neuen Ratskalenders in einen zeichnerischen Entwurf verwandelte. welchen Ockhler dem Stadtrat zusammen mit dem Memorial vorlegte. Weshalb der Steuerdiener einen Bildhauer anstelle eines Maiers beauftragte. kann anhand der mangelnden Quellenlage nicht gekliirt werden. Trenschel vermutet. dass es vielleicht an personlicher Bekanntschaft lag.69

Den Wappenkalender ftir das Jahr 1696 stach und druckte Johann Ulrich Kraus 1695 noch in Augsburg. Der Drucker bzw. Ersteller des Kalendariums ist Ieider unbekannt. Im darauffolgenden Jahr wechselten die Platten (Abb. 11 und 12) in den Besitz des Rates nach Wiirzburg. Dieser beauftragte den Wiirzburger Drucker Johann Caspar Baumeister mit dem Druck der niichsten Jahrgiinge. 1696 war auBerdem das letzte Jahr. in dem der Stadtrat den Wappenkalender des Domkapitels kaufte. was von einigem Selbstbewusstsein zeugt.70

Uber Baumeister sind in der Literatur nur die Lebensdaten. geboren 1652 und gestorben am 6. Dezember 1720. bekannt. Er druckte ftir die Ausgabe 1697 200 Kalender und der U niversitiitsbuchdrucker Martin Richter baute die Einzelteile zusammen. Das Papier lieferte der Papierhiindler Sigmund Sebastian Popp. Ftir die Ausgabe 1698 wurden sogar 300 Exemplare gedruckt mit dem Versuch. einige zu verkaufen. wovon aber nur 29 Stiick veriiuBert werden konnten. Fiir 1699 bestellte der Rat wieder 200 Stiick. Nach der Wahl des neuen Wiirzburger Fiirstbischofs Johann Philipp von Greiffenclau am 7. Februar 1699 wurde erstmals Johann Salver d. J. mit einem Dienst am Ratskalender beauftragt. Er stach ftir die Ausgabe 1700 das Wappen von Greiffenclaus. Der 1673 geborene und am 9. Juli 1738 verstorbene Salver war ab 1702 Hof- und Universitiitskupferstecher. Aufgrund seiner Hochzeit mit der Tochter Oswald Onghers war Salver ein Schwager von Jakob von der Auwera. Er war u.a. fiir seine Veduten und Wiirzburger Wappenkalender bekannt. Zwar druckte wieder Baumeister die Ausgabe. das Kalendarium erstellte diesmal jedoch der Universitiitsbuchdrucker Johann Michael Kleyer. der Amtsnachfolger Richters.71

Die Kalender fiir 1701 und 1703 erstellte dasselbe. bereits eingespielte Personal. Ab der Auflage des Jahres 1703 wechselte der Drucker und Johann Salver d. J.. iibernahm die jahrliche Produktion des Kalenders bis einschlieB!ich 1729. wahrend Baumeister der Auftrag durch den Stadtrat entzogen wurde. Fiir den Jahrgang 1705 kaufte man das Papier ausnahmsweise bei dem Papiermacher Johann Wasmann. in den Folgejahren aber wieder bei Popp. Der Miniaturmaler Wolfgang Hagler priisentierte dem Rat fiir die Ausgabe 1707 farbige Kalender. die der Rat am 18. Januar 1707 kaufte. deren Zweck aber nicht benannte.72

Die ersten VerschleiBerscheinungen an der Kraus'schen Druckplatte machten sich erstmals bemerkbar. sodass Salver am 23. Dezember 1707 dem Kollegium einen Vorschlag zur Renovierung iiberbrachte, der aber von jenem abgelehnt wurde, Urn dieselbe Zeit scheint es aufgekommen zu sein, dem Fiirstbischof jiihrlich ein Exemplar des Kalenders zu iibergeben,73

1709 rang sich der Rat nun doch zu einer Renovierung durch, Der Biirgermeister Johann Nikolaus Ferdinand Schmitt erkundigte sich nach Kostenvoranschliigen bei Salver und einem Mainzer Stecher, Am 7, Januar 1709 vergab man den Auftrag der Renovierung an Salver, AuBerdem wurde Salver verpflichtet, sich fiir 10 Jahre urn die gesamte Organisation der jiihrlichen Kalenderproduktion zu kiimmern, Fiir 300 Exemplare erhielt er 46 f], 4lb, Und 15 Pfg, Durch die Wahl Johann Philipp Franz von Schonborns zum Fiirstbischof besorgte Salver auBerdem den Neustich des Staatswappens, 1722 renovierte Salver auch die Druckplatte mit den Wappen des Ratskalenders, Ab dem 2, Oktober 1724 musste das Staatswappen erneut geiindert werden, in jenes des frisch gewiihlten Fiirstbischofs Christoph Franz von Hutten.74

Leider sind die heute erhaltenen Kupferplatten also nicht mehr das urspriingliche Werk des Kraus, sondern beinhalten Renovierungen durch Johann Salver d, J, aus den Jahren 1709 und 1722, Deshalb ist die Gravierung moglicherweise nicht mehr so fein ist wie Kraus sie geschaffen haL 75

Salver wurde am 19, Juli 1725 vom Rat wegen fehlerhafter Qualitiit bei der Kalenderproduktion getadelt, doch stellte Salver auch noch den Kalender des Jahrgangs 1726 her, Der zu jener Zeit amtierende Fiirstbischof war Christoph Franz von Rutten (1724-1729) 76, Ein Abzug aus dem Jahr 1726 ist bis in die jiingere Vergangenheit erhalten geblieben, Bis 1962 hing er im Wiirzburger Biirgerspital, von wo er im selben Jahr gestohlen wurde und bisher als verschollen gilL Von diesem Kalender existieren zum Gliick noch Fotos,77

AuBerdem existiert eme Handschrift namens ,Matricula Senatus Civitatis Wirceburgensis", die in der Abteilung Handschriften und alte Drucke der Universitiit Wiirzburg aufbewahrt wird, Ein unbekannter Sammler schnitt die Architekturdarstellung des Rathauskomplexes und verschiedene Wappen aus einem Ratskalenderexemplar aus und klebte sie auf die foL 4 und 5, Auf foL 6 klebte er den ausgeschnittenen Turm des Grafeneckarts neben den abgeschnittenen Turmhelm, Vier Wiirzburger Stadtwappen kleben auf foL 7, drei davon stammen vom Kraus'schen Ratskalender. Auf fol. 9 findet man u.a. das Wappen des Vicedoms Friedrich Faust von Stromberg, betitelt mit dem Zusatz ,hochfiirstl. Wiirtzb. geheimer Rath und Ober­ Schultheis". Auf den restlichen Seiten des Buches folgen die ausgeschnittenen und aufgeklebten Wappen des Wiirzburger Stadtrats.78

Die 24 Wappen der Kupfertafel des Kraus waren schon 1727 nicht mehr auf dem neuesten Stand, sodass die heute iiberlieferte Wappenplatte (Abb. 13) nur zum Teil fiir den Kalender von 1726 benutzt wurde79 • Der Kalender in der Form nach Kraus wurde bis einschlieBlich 1728 herausgegeben 80 Am 15. Marz 1728 beschloss der Rat einen Neustich des Ratskalenders auf Initiative des neuen Biirgermeisters Johann Michael Hoffmann. Eine erste Skizze bewahrt das Museum fiir Franken auf. 81

Der Rat beauftragte damit den Augsburger Kupferstecher Jacob Andreas Friedrich d. A. Der Kalender sollte die groBen Neubauten Wiirzburgs zeigen, wie beispielsweise die Residenz und die Heiligenfiguren der alten Mainbriicke. Leider ist dieser Kalenderdruck nicht auf uns gekommen, alle drei Druckplatten befinden sich aber im Museum fiir Franken.82

2.4 Johann Ulrich Kraus

2.4.1 Leben

Der Stadtrat betraute Johann Ulrich Kraus mit der Umsetzung der von Ockhler und Maucher erdachten Ratskalenderzeichnung. Damit bekam der Stecher die wahrscheinlich wichtigste Rolle im Entstehungs- lund Herstellungsprozess des Kalenders zugewiesen83

Johann Ulrich Kraus wurde am 23. 06. 1655 in Augsburg geboren und starb dort am 16.07.171984 Der Protestant85 Kraus war gleichzeitig Zeichner, Kupferstecher und Verleger. Wahrscheinlich lehrte ihn sein Vater Ulrich III. Kraus das Kistlerhandwerk, woraufhin sich Johann Ulrich angeblich selbststiindig im Formenschneiden fortbildete, Ulrich beantragte nachweislich fiir seinen 16jahrigen Sohn im Jahr 1671 die freie Berufsausiibung des Formenschneidens, die sich Johann !aut Antrag des Vaters selbst beigebracht habe, Der Antrag wurde allerdings abgelehnt, weshalb Kraus anschlieBend beim Kupferstecher Melchior Kiisel eine Lehre absolvierte,86

Die Familie Kraus war bereits seit 1652/53 in Augsburg im Bereich Kunsthandwerk tiitig, Beispielsweise erteilte man schon Johann Jakob Kraus, den Auftrag, die evangelische Pfarrkirche HL Kreuz nach den Zerstorungen durch den DreiBigjahrigen Krieg wiederherzustellen, Bei Johann Jakob handelte es sich wahrscheinlich urn einen Onkel Johann Ulrichs87 und nicht, wie Paul von Stetten behauptete88 urn dessen Vater. Seeger stiitzte ihre These auf ein Zitat von Johann Ulrich aus einer Festschrift zur Wiederherstellung der Kirche aus dem Jahr 1779, in der Kraus von seinem Vater als Verantwortlichen fiir die Arbeiten spricht89,

Kraus Lehrer, der Kupferstecher Melchior Kiisel, war eine namhafte GroBe Augsburgs und wird in wenigen, auf uns gekommenen Dokumenten geriihmt, Er hatte seine Kunst bei Matthiius Merian d, A, in Frankfurt gelernt und dessen Tochter Maria Magdalena spiiter geheiratet, Bis spiitestens 1651 kam Kiisel wieder zuriick nach Augsburg, Er brachte seine Farnilie mit und arbeitete mit seinem Bruder Matthiius Kiisel fiir den Miinchner Ho[ Durch ein Dokument ist auBerdem Kiisels Anwesenheit am Hof in Wien im Jahr 1669 nachweisbar, Aus der dritten Ehe gingen zwei Kinder hervor, darunter Maria Philippina KiiseL Beriihmtheit erlangte er u,a, fiir seine Bilderbibel aus dem Jahr 1679/80, seine Thesenbliitter und seine Stiche nach beriihmten, vor allem franzosischen, Kiinstlern wie z,B, Huret, Simon Vouet, Lepautre, Jacques Callot etc,90

Kraus bekam also schon von seinem renommierten Lehrer den Trend zum Nachstich franzosischer Vorbilder miL Es ist deshalb auch denkbar, dass er durch ihn ein Gespiir fiir den sich eben entwickelnden Trend hin zur franzosischen Kunst im Reich bekam, Des Weiteren konnte er durch seinen Lehrmeister zu Kontakten an den Wiener Hof gelangt sein, zumal ein Bruder Matthiius Auftriige in Wien aus kaiserlichem Umfeld bekam91. Von Stetten schrieb ,Er [Kraus] hielt sich hierauf ziemlich lange in Wien auf"92. Es bleibt in der Literatur allerdings unklar. ob er iiberhaupt nach Wien ging und wenn. innerhalb welchen Zeitraums93 Seeger argumentierte fiir einen moglichen Zeitraum vom Ende der 1670er bis zu den beginnenden 1680er Jahren. da Kraus 1685 wieder zuriick in Augsburg sein musste. urn in diesem Jahr Johanna Sybilla Kiisel zu heiraten. AuBerdem liefen im Wien des Jahres 1683 die Vorbereitungen auf die Belagerung durch die Osmanen an. sodass Kraus die Heimat wahrscheinlich als sicherer erachtete als Wien. Sicher ist. dass Kraus an verschiedenen Werken zusammen mit dem kaiserlichen Ingenieur des Theaters. Ludovico Burnacini. und mit Johann Bernhard Fischer von Erlach zusammenarbeitete. Es existieren durchaus Werke von Kraus mit einem Auftrag aus Wien. Jene. die datiert werden konnen. stammen aile aus der Zeit nach 1683. Seeger. die von einem Wienaufenthalt ausgeht. vermutet. dass Kraus zu einem beliebten Stecher in Wien wurde. als er wieder zuriick in Augsburg war. 94

Zu jener Zeit wurde Kraus auch schnell einer der bekanntesten Stecher Augsburgs und soli verschiedene Anstellungsangebote von Fiirstenhofen abgelehnt haben 95. Seine Ehefrau Johanna Sibylla war als iilteste Tochter seines ehemaligen Lehrmeisters Kiisel selbst in der Kunst des Kupferstechens ausgebildet. Die Vermahlung der beiden 1685 ist in den Augsburger Hochzeitsprotokollen belegt. wo sie auf pagina 155/2 nachgepriift werden kann96. Durch die Hochzeit mit Johanna erwarb sich Kraus die Rechte. den Verlag seines Lehrmeisters zu iibernehmen. der zu jenem Zeitpunkt bereits seit ein bis zwei Jahren verstorben war.97

Johann Ulrich arbeitete regelmiillig mit seiner Frau Johanna Sibylla zusammen. urn neue Werke herauszubringen. Im Titel zur 1702 von ihm herausgegeben Bilderbibel heiBt es beispielsweise im letzten Satz: ,Copiert von Johanna Sibylla Kraussen eine gebohrne Kiisslen. mit Maria Phillippina Kiisslen"98 • Demnach arbeitete an der Bibel auBerdem Maria Kiisslen mit. die Schwester der Johanna Sibylla. Zu jener Zeit war die Mitarbeit von Frauen an Biichern theologisch-piidagogischer Art recht giingig. da man es zu ihren Aufgaben zahlte. den Nachwuchs durch ansprechende Literatur zu bilden. Die kleinste Bilderbibelfolge der Zeit mit dem Titel ,Des Alten (Neuen) Testaments Mittler" geht auf Christina und Magdalena Kiislin zuriick, die wiederum Verwandte von Johanna Sibylla und Johann Ulrich waren,99

Johanna Sibylla lernte die Tiitigkeit des Kupferstechers wie ihr Ehemann von ihrem Vater Melchior KiiseL Dass sich kiinstlerisch tiitige Frauen durch eigene Inventionen hervortaten, war im Barock nicht gerne gesehen, Als anerkannte Kunst fiir Damen galt allerdings die Reproduktionsgraphik, Eigene Zuriickhaltung bei der Arbeit wurde zugunsten des nachzustechenden Originals als typische feminine Charaktereigenschaft gesehen, weshalb Frauen fiir diese graphische Gattung als priidestiniert galten, Johanna tat sich jedoch so positiv in ihrer Tiitigkeit als Stecherin hervor, dass sie nicht nur im evangelischen Totenregister Augsburgs als Frau mit einer Berufsbezeichnung gelistet wurde, Zusiitzlich lobt sie Paul von Stetten 1779 fiir ihre graphische Kunstfertigkeit, Paul von Stetten ziihlt des Weiteren auf, nach welchen Originalen sie im Verlag ihres Mannes gearbeitet hat, darunter Perrelle, Callot, della Bella und Lucas von Leiden100 101 An dieser Erwiihnung von Stettens kann eine Ahnung von den Kiinstlern gewonnen werden, die im Kraus'schen Verlag reproduziert und im Reich weiterverbreitet worden sind,

Neben seiner Ehefrau arbeiteten im Verlag des Johann Ulrich Kiisel ca, seit dem Jahr 1700 die Stecherinnen Maria Philippina Kiisel, Halbschwester Johanna Sybillas, und spiiter Johanna Christina Kiisel, eine Schwester Johannas, mit102 Die Heirat mit Johanna brachte Kraus nicht nur deren Talente als Kupferstecherin ein, sondern auch ein weit tiber Augsburg hinausgreifendes verwandtschaftliches Netzwerk narnhafter Graphiker und Verleger, Besonders enge verwandtschaftliche Beziehungen unterhielt Kraus mit der Verlegerfamilie Merian aus Frankfurt, Die iilteste Schwester von Johannas Mutter Maria Magdalena Kiisel, geborene Merian, war Susanna Barbara Merian, Susanna heiratete den Kupferstecher und Publizisten Christof Le Blon, Deren Sohn konnte das elterliche Unternehmen nicht halten und musste seinen Bankrott erkliiren, woraufhin zuniichst Melchior Kiisel und anschlieBend Johann Ulrich Kraus die Verlagsbestiinde iibernahm, Des Weiteren war Kraus Schwiegermutter Maria Magdalena eine Halbschwester der Maria Sibylla, geb, Merian, Maria Sibylla ging aus der zweiten Ehe des Matthiius Merian mit Johanna Sybilla Heim hervor.

[...]


1 Scharold. Carl Gottfried: Beytriige zur Geschichte des Kalender-Wesens. in: Scharold. Carl Gottfried (Hrsg.): Beytriige zur iilteren und neueren Chronik von Wiirzburg. Ed. 1. Wiirzburg 1820. S. 257-276.

2 Brad. Walter Michael: Mainfriinkische Kalender aus vier Jahrhunderten. Inkunabel und Wappenkalender. Festgabe der Freunde Mainfriinkischer Kunst und Geschichte E. V. Wiirzburg zur Zwolfhundert-J ahrfeier. Wiirzburg 1952.

3 Vgl. Brad (wie Anm. 2). S. 50.

4 Ehmer, Angelika: Maucher, Johann Michael, in: Beyer, Andreas I Savoy, Benedicte I Tegethoff, Wolf (Hrsg.): Allgemeines Ktinstlerlexikon, Bd. 88, Berlin/ Rostock 2018, S. 29.

5 Universitatsbibliothek Wtirzburg: Matricula Senatus Civitatis Wirceburgensis, Signatur M.ch.q.179.

6 Feurer, Rudolf I , Maidt, Petra: Gesamtansichten und Plane der Stadt Wtirzburg 15.-19. Jahrhundert. Aus der Graphischen Sammlung des Mainfrankischen Museums Wtirzburg, Wtirzburg 1988.

7 Trenschel, Hans-Peter: Die Ratskalender der Stadt Wiirzburg, in: Freunde Mainfrankischer Kunst und Geschichte e.V. (Hrsg.): Mainfrankische Hefte, Heft 86, Wtirzburg 1989.

8 Biller, Josef Hugo: Der Augsburger Forscherkreis urn Wolf gang Seitz 1973-2013. Anfange, Ent wicklung, Teilnehmer, Aktivitaten. Erinnerungen und Berichte, in: Paas, John Roger I Biller, J osef Hugo I Hopp-Gantner, Maire-Luise (Hrsg,): Gestochen in Augsburg, Forschungen und Beitriige zur Geschichte der Augsburger Druckgrafik, Hommage an Wolfgang Seitz zum 90, Geburtstag 2011 und Festgabe zum 40, J ahrestag des von ihm gegriindeten Augsburger Forscherkreises 1973-2013, Augsburg 2013a, S, 15-23,VgL S, 17,

9 VgL Biller 2013a (wie Anm, 8), S, 15,

10 VgL Biller 2013a (wie Anm, 8), S, 18 [,

11 VgL Biller 2013a (wie Anm, 8), S, 20 [,

12 Biller, Josef Hugo: Die offiziellen Wappenkalender des Heiligen Romischen Reiches, Erfassung, Erforschung und Katalogisierung, Wiesbaden 1984 (Wolfenbiitteler Barock-Nachrichten; 16), S, 1-12,

13 Biller, Josef R: Calendaria Bambergensia, Bamberger Einblattkalender des 15, Bis 19, J ahrhunderts von der Inkunabelzeit bis zur Siikularisation, Ed, 1 und 2, Weillenhom 2018,

14 VgL Brad (wie Anm, 2),

15 Vgl. Biller 2018 (wie Anm. 12), S. Sf: Diese kurze Lisle erschien im ,Borsenblatt fiir den Deutschen Buchhandel" in der Frankfurter Ausgabe Nr 17 von 1967 auf S. 363 f. Dresler identifizierte insgesamt 39 Herausgeber von Wappenkalendem. Biller identifizierte 1984 allerdings bereits 112 Herausgeber.

16 Seeger, Ulrike: Die ,Tapisseries du roy" des Verlags Johann Ulrich Kraus von 1687. Ein Beitrag zum franzosischen Nachstichwesen in Augsburg vor 1700, in: Miinchner J ahrbuch der bildenden Kunst, Ed. 61, Miinchen 2010, S. 50-69.

17 Seeger, Ulrike: Abgekupfert, aufgefachert, angewandt: Maria Philippina Ktisels ,Gemahlter Himmel". Zur Rezeption franzi::isischer Omamentstiche via Augsburg, in: Frommel, Sabine I Leuschner, Eckhard (Hrsg.): Architektur- und Ornamentgraphik der Frtihen Neuzeit. Migrationsprozesse in Europa. Publikation zur Ausstellung in der Forschungsbibliothek Gotha der Universitat Erfurt vom 5. Juni bis 31. Juli 2014 =Gravures d'architecture et d'ornement au debut de l'epoque modeme. Processus de migration en Europe, Gotha 2014, S. 285-294.

18 Hammerle, Albert: KrauB, Johaun illrich, in: Thieme, illrich I Becker, Felix: Allgemeines Lexikon der bildenden Kiinste. Von der Antike bis zur Gegenwart, Ed. 21, Leipzig 1935, S. 440-443.

19 Vgl. Hammerle (wie Anm. 18), S. 442: Es existiert ein Bericht tiber die Heirat des Kraus im Augsburger Hochzeitsamtsprotokoll von 1685 aufp. 155, auBerdem ein Taufbuch von 1655 und eine evangelische Totenliste von 1719.

20 Sletten, Paul von: Kunst-, Gewerb- und Handwerks-Geschichte der Reichs-Stadt Augsburg, Augsburg 1779, [22.01.2019], URL http://mdz-nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bvb:12-bsb11084254-1.

21 Vgl. Sletten (wieAnm. 20), S. 393.

22 Vgl. Seeger2010 (wieAnm.16), S.100.

23 Reichl, Otto: Die Illustrationen in vier geistlichen Btichern des Augsburger Kupferstechers Johann illrich Krauss, Strassburg 1933 (Studien zur deutschen Kunstgeschichte; 294).

24 Diefenbacher, Jorg I Leuschner, Eckhard: Johann Ulrich Kraus, Rotterdam 2018 (The new Hollstein: German engravings, etchings and woodcuts, 1400-1700; 16, Teil I und II).

25 Herbst, Klaus-Dieter: Amling, J acob, in: Bibliographisches Handbuch der Kalendermacher von 1550 bis 1750, Bremen 2012, [07.01.2019], URL: https://www.presseforschung.uni- bremen.de/dokuwiki/doku.php?id=Startseite.

26 Vgl. Brod (wie Anm. 2), S. 11.

27 Vgl. Biller 1984 (wie Anm. 12), S. 6.

28 Vgl. Biller 1984 (wie Anm. 12), S. 1-4.

29 Vgl. Biller 1984 (wie Anm. 12), S. 7.

30 Vgl. Biller, Josef Hugo: Der groBe Ratskalender der Freien Reichsstadt Augsburg 1643-1802. Genese und Geschichte- Typen und Dberlieferungen, in: Paas, John Roger I Biller, Josef Hugo I Hopp-Gantner, Maire-Luise (Hrsg.): Gestochen in Augsburg. Forschungen und Beitriige zur Geschichte der Augsburger Druckgrafik. Hommage an Wolfgang Seitz zum 90. Geburtstag 2011 und Festgabe zum 40. J ahrestag des von ihm gegriindeten Augsburger Forscherkreises 1973-2013. Augsburg 2013b. S. 101.

31 Vgl. Biller 1984 (wie Anm. 12). S. 2-3.

32 Vgl. Biller 2013b (wie Anm. 31).S. 101.

33 Vgl. Brod (wie Anm. 2), S. 12.

34 Vgl. Biller 1984. (wie Anm. 12). S. 4-8.

35 Vgl. Brod (wie Anm. 2), S. 12.

36 Vgl. Biller 1984 (wie Anm. 12). S. 3 ff.

37 Vgl. Biller 1984 (wie Anm. 12). S. 4.

38 Vgl. Biller 2013 (wie Anm. 31). S. 101 f.

39 Vgl. Brad (wie Anm. 2). S. 12 f.

40 Vgl. Biller 2013b (wie Anm. 31). S. 101.

41 Vgl. Brad (wie Anm. 2). S. 16 ff.

42 Vgl. Trenschel (wie Anm. 7). S. 9.

43 Vgl. Brad (wie Anm. 2). S. 28.

44 Vgl. Biller 1984 (wie Anm. 12). S. 7.

45 Vgl. Brad 1952 (wieAnm. 2). S.12

46 Vgl. Brad 1952 (wie Anm. 2). S. 28.

47 Schreibkalender entwickelten sich in der Mitte des 16. J ahrhunderts aus Wandkalendem heraus. Man band ca. 16 BHitter zusammen zu einem diinnen Btichlein. Auf der einen Seite wurde das Kalendarium mit den wichtigsten astrologischen, astronomischen und religii::isen Daten abgedruckt, wabrend die gegeniiberliegende Seite fiir eigene Notizen frei blieb. Diese Kalender sind besondere Zeitzeugen, da sie perstinliche bzw. geschtiftliche Termine und Ereignisse an die Nachwelt iiberliefern. Vgl. Herbst, Klaus-Dieter: Der Schreibkalender- ein fast vergessenes Kommunikationsmittel fiir Wissenschaft. Bildung und Aufkliirung. verfaBt im J ahr 2012 fiir die Intemetseiten des Verlages HKD und des Instituts Deutsche Presseforschung der Universitiit Bremen. Bremen 2012. [12.09.2018]. URL: http://gottfried-kirch-edition.dieunikate.com/wp-content/uploads/2014/03/AAA-Der-Schreibkalender.pdf.

48 Vgl. Trenschel (wie Anm. 7). S. 10.

49 Vgl. Herbst (wie Anm. 25).

50 Vgl. Trenschel (wie Anm. 7), S. 11.

51 Vgl. Trenschel (wie Anm. 7). S. 101.

52 Vgl. Trenschel (wie Anm. 7). S. 12.

53 Vgl. Trenschel (wie Anm. 7). S. 34.

54 Vgl. Trenschel (wie Anm. 7), S. 14.

55 VgL Eibelshiiuser, Henrike: Salver, Joharm, in: Beyer, Andreas I Savoy Benedicte /Tegethoff, Wolf: Allgemeines Kiinstlerlexikon, Band 100, Berlin I Rostock 2018, S, 500 [,

56 VgL Trenschel (wie Anm, 7), S, 15,

57 Vgl. Trenschel (wie Anm. 7). S. 16 ff.

58 Vgl. Scharold (wie Anm. 1). S. 268.

59 Vgl. Trenschel (wie Anm. 7). S. 20 ff.

60 Vgl. Trenschel (wie Anm. 7). S. 24.

61 Vgl. Trenschel1989. S. 24 ff.

62 Vgl. Ehmer. Angelika: Die Maucher. Eine Kunsthandwerkerfamilie des 17. J ahrhunderts aus Schwiibisch Gmiind. Schwiibisch Gmiind 1992. S. 28.

63 Vgl. Ehmer 1992 (wie Anm. 66), S. 9.

64 Vgl. Ehmer. Angelika: Maucher. Johann Michael. in: Beyer. Andreas I Savoy. Benedicte I Tegethoff. Wolf (Hrsg.): Allgemeines Kiinstlerlexikon. Ed. 88. Berlin I Rostock 2015. S. 77.

65 Vgl. Ehmer 1992 (wieAnm. 66). S. 28.

66 Vgl. Ehmer 2015 (wie Anm. 68) S. 77.

67 Vgl. Kossatz. Tilman: Zwei Altiire Johann Michael Mauchers fiir Ebrach. in: Freunde Mainfriinkischer Kunst und Geschichte e.V. (Hrsg.): Mainfriinkisches J ahrbuch fiir Geschichte und Kunst 29. Ed. 100. Wiirzburg 1977. S. 81 ff.

68 Vgl. Ehmer 1992 (wieAnm. 66). S. 29 f.

69 Vgl. Trenschel (wie Anm. 7). S. 26.

70 Vgl. Trenschel (wie Anm. 7). S. 34 ff.

71 Vgl. Trenschel (wie Anm.7). S. 37 f.

72 Vgl. Trenschel (wie Anm. 7). S. 39 f.

73 VgL Trenschel (wie Anm, 7), S, 42,

74 VgL Trenschel (wie Anm, 7) S, 44 [,

75 VgL Trenschel (wie Anm, 7), S, 34, Abb, 21 auf S, 69,

76 VgL Kolb, Peter: Die Wappen der Wiirzburger FiirstbischOfe, Wiirzburg 1974, S, 157,

77 VgL Feurer (wie Anm, 6), S, 78,

78 Universitatsbibliothek Wiirzburg: Matricula Senatus Civitatis Wirceburgensis, Signatur M.ch.q.179.

79 Vgl. Trenschel (wie Anm. 7), S. 46.

80 Fehler bei Trenschel (wie Anm. 7). S. 28: falschlicherweise schreibt er dort von 1729, in der Tabelle auf S. 93 ist es aber wieder richtig angegeben.

81 Vgl. Trenschel (wie Anm. 7), S. 48.

82 Feurer (wie Anm. 6), S. 78.

83 Neben dem Ratskalender Hisst sich noch ein weiterer Wiirzburgbezug zu Kraus finden, denn die Abteilung Handschriften und Alte Drucke der Universitatsbibliothek Wiirzburg bewahrt zwei Werke von ihm auf. Dabei handelt es sich urn ,Die Verwandlungen des Ovidii in Zweyhundert und sechs und zwanzig Kupffem" aus dem Jahr 1700 und ,Templum S. Petri apostolorum principis Romanum", datiert auf das J ahr 1696.

84 Vgl. Schwingenstein, Christoph: Kraus, Johann Ulrich, in: Neue deutsche Biographie, Bd. 12, Berlin 1980, S. 689.; vgl. Seeger (wie Anm. 16), S. 69; vgl. Zijlma, Robert: Johann Ulrich Krauss, Amsterdam 1977 (Hollstein's German engravings, etchings and woodcuts. Maria Magdalena Kusel to Johann Christoph Laidig; 20), S. 89; vgl. Hammerle (wie Anm. 18), S. 440; vgl. Knorre, Eckhard von: Die Augsburger Baukunst des Barocks, in: Arndt, Karl I Thon, Christina (Hrsg.): Augsburger Barock. Ausstellung unter dem Patronat von ICOM; Augsburg, Rathaus und Holbeinhaus, 15. Juni bis 13. Oktober 1968, Augsburg 1968, S. 63.

85 Vgl. Seeger 2010 (vgl. Anm. 16), S. 71.

86 VgL Hammerle (wie Anm, 18), S, 440,

87 VgL Seeger2010 (wieAnm, 16), S, 100,

88 VgL Sletten (wie Anm, 20), S, 393 und Hammerle (wie Anm, 18), S, 440,

89 VgL Seeger2010 (wieAnm, 16), S, 100,

90 VgL Rott, Susanne: Zur Ikonographie und Ikonologie barocker Thesenblatter des Augsburger Kupferstechers Melchior Kiisel (1626- ca, 1683), in: Zeitschrift des historischen Vereins fiir Schwaben, Ed, 83, Augsburg 1990, S, 51

91 Vgl. Seeger2010 (wieAnm. 16). S. 69 f.

92 Sletten (wie Anm. 20) S. 393.

93 Vgl. Knorre (wie Anm. 88). S. 63: Beispielsweise schreibt Knorre davon. dass sich Kraus zwischen Beendigung seiner Formschneiderlehre uud Aufnahme der Ausbildung bei Kiisel nach Wien begab. Vgl. Hammerle (wie Anm. 18). S. 440: Hammerle spricht davon. dass Kraus zunachst beide Lehren abschloss. wobei die Formulierung nicht eindeutig ist.

94 Vgl. Seeger2010 (wieAnm.16). S. 69 f.

95 Vgl. Knorre (wie Anm. 88). S. 63.

96 Vgl. Seeger2010 (wieAnm.16). S.100.

97 Vgl. Seeger2010 (wieAuum.16). S. 69.

98 Reichl (wie Anm. 23). S. 9.

99 VgL Reichl (wie Anm, 23), S, 9,

100 VgL Sletten (wie Anm, 20), S, 387,

101 VgL Seeger 2010 (wie Anm, 16), S, 7L

102 VgL Seeger2010 (wieAnm, 16), S, 72,

Details

Seiten
104
Jahr
2019
ISBN (eBook)
9783668931701
ISBN (Buch)
9783668931718
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v469534
Institution / Hochschule
Bayerische Julius-Maximilians-Universität Würzburg – Philosophisches Institut
Note
1,3
Schlagworte
würzburger ratskalender johann ulrich kraus eine einordnung

Autor

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Titel: Der Würzburger Ratskalender von Johann Ulrich Kraus (1695/1696)