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Diversität als Herausforderung im Kindergarten

Wie gelingt Inklusion von Kindern mit einer geistigen Behinderung im Kindergarten?

Seminararbeit 2018 14 Seiten

Pädagogik - Kindergarten, Vorschule, frühkindl. Erziehung

Leseprobe

I. Inhaltsverzeichnis

I. Inhaltsverzeichnis

II. Abkürzungsverzeichnis

1. Einleitung – Die Einführung zum gewählten Thema

2. Diversität als Herausforderung im Elementarbereich
2.1 Diversität
2.1.1 Begriffsdefinition
2.1.2 In der Frühpädagogik
2.2 Wie gelingt Inklusion von Kindern mit geistiger Behinderung im Kindergarten?
2.2.1 Begriffsdefinition von Inklusion
2.2.2 Begriffsdefinition von geistiger Behinderung
2.2.3 Inklusive Pädagogik bei geistiger Behinderung im Kindergarten
2.2.4 Starke Kinder
2.2.5 Die Ressourcen von Pädagogischen Fachkräften
2.2.6 Erziehungsebene mit Eltern
2.2.7 Weiterbildung zum Thema Inklusion

3. Fazit der Arbeit

4. Literaturverzeichnis

II. Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1. Einleitung – Die Einführung zum gewählten Thema

Unsere ältere Bevölkerung in Deutschland steigt stetig weiter an mit den Jahren, der Nachwuchs für unser Land sinkt stetig. Immer mehr Menschen im Alter zwischen zwanzig und vierzig entscheiden sich gegen Nachwuchs und Kinder. Woran mag das liegen? Auf der einen Seite dauern Berufsausbildungen und Studium länger, Menschen werden später erst selbstständig und verdienen ihr eigenes Geld. Um weiter im Beruf am Ball zu bleiben, benötigen sie langjährige Berufserfahrung und Familiengründung geschieht spät. Dadurch steigt auch das gesundheitliche Risiko bei einer Frau. Es besteht die Gefahr, dass ein Kind mit einer Behinderung und/oder einer Beeinträchtigungen im gesundheitlichen Bereich zur Welt kommen könnte. Es kann verschiedene Ursachen haben, dass Kinder mit einer geistigen oder körperlichen Behinderung zur Welt kommen so wie folgt, z.B., : „Als Ursachen einer geistigen Behinderung liegen in der Regel mehr oder weniger diagnostizierbare organische Schädigungen vor, die vor, während oder nach der Geburt entstanden sind…“ (Kießling, o.J., Internetquelle).

Eltern, die sich für ein Kind mit einer Behinderung oder mit einer Beeinträchtigung entscheiden, stehen verschiedene Möglichkeiten offen. In den letzten Jahren sind die Schlagwörter Integration und Inklusion omnipräsent in Medien und Politik. Zu Beginn möchte ich das Fachwort Integration wie folgt erklären: „Das lateinische Wort Integratio bedeutet so viel wie Erneuerung oder Wiederherstellung“ (Groschwald, Rosenkötter, 2015, S.9). Meine Arbeit findet sich im pädagogischen Bereich wieder, daher sehe ich das Wort Integration wie folgt: „Im soziologischen und pädagogischen Zusammenhang sind damit Einbeziehung und Eingliederung gemeint“ (Groschwald, Rosenkötter, 2015, S.9). Seit Jahren werden Menschen mit einer Beeinträchtigung und/oder einer Behinderung in unsere Gesellschaft durch verschiedene Angebote in Form von speziellen Einrichtungen oder auch neuen Gesetzesregelungen eingegliedert, damit eine gleichberechtigte Teilhabe am Leben in unserer Gesellschaft stattfinden kann.

Vom Beruf bin ich ausgebildete Erzieherin und setze mich durch meinen Berufsalltag selbst mit der Thematik ständig auseinander. Ich selbst habe im Anerkennungsjahr zur Erzieherin in einer Schule mit beeinträchtigten Kindern gearbeitet, welche eine Lernbehinderung oder eine geistige Behinderung in Form eines Down-Syndroms hatten. Mein Schwerpunkt damals lag im Bereich der Integration mit Schülerinnen einer geistigen Behinderung. Deshalb hat mich das Thema dieser Seminararbeit, Diversität als Herausforderung im Kindergarten, mit der jeweiligen Fragestellung, wie gelingt Inklusion von Kindern mit einer geistigen Behinderung im Kindergarten, sehr angesprochen.

Im Hauptteil meiner Seminararbeit greife ich das Thema Diversität auf. Woher kommt der Begriff? Wie lässt er sich definieren? Was bedeutet er in der Frühpädagogik? Wie gelingt die Inklusion? Dazu erläutere ich auch den Fachbegriff näher. Was ist inklusive Pädagogik, vor allem im Bezug auf geistig behinderte Kinder im Kindergarten? Was stärkt unsere Kinder, welche Fähigkeiten werden von Pädagogischen Fachkräften erwartet und wie können sie sich in ihrem Berufsalltag weiter entwickeln? Daneben ist noch die Zusammenarbeit mit den Eltern von ganz großer Bedeutung, damit eine fundierte pädagogische Arbeit stattfinden kann, um das Förder- und Lernpotenzial des Kleinkindes mit einer geistigen Behinderung wertvoll zu unterstützen. Im letzten Teil meiner Seminararbeit greife ich die Zusatzqualifikation oder Weiterbildung im Bereich der inklusiven Pädagogik auf, auch in Form von einer Inklusionsassistenz. Zum Schluss meiner Seminararbeit gebe ich noch eine kurze Aussicht meiner Seminararbeit, die ich mit diverser fundierter und aktueller Literatur belege.

2. Diversität als Herausforderung im Elementarbereich

2.1 Diversität

2.1.1 Begriffsdefinition

Es gibt viele verschiedene Begriffserklärungen zur Definition Diversität. Die Definition im sozialwissenschaftlichen Bereich lässt sich folgendermaßen beschreiben: „Im aktuellen sozialwissenschaftlichen Diskurs wird mit dem Begriff Diversität oder Diversity auf individuelle, soziale und strukturelle Unterschiede und Gemeinsamkeiten von Menschen und Gruppen fokussiert. Dabei handelt es sich vorwiegend um gesellschaftlich gesetzte Unterschiede wie Alter, Hautfarbe, Geschlecht, ethnische Herkunft, Religion und Weltanschauung, sexuelle Orientierungen, Behinderungen und Beeinträchtigungen“ (Surur u. Hofmann, 2013).

Wie man auch anhand der obigen Definition sieht, hat der Begriff Diversity auch englischsprachige Wurzeln: „In den neunziger Jahren kamen verstärkt Konzepte des Managing Diversity aus dem englischsprachigen Raum nach Deutschland. Besonders in Wirtschaftsunternehmen, aber auch in den Sozialwissenschaften und der Pädagogik wurden entsprechende Ansätze rezipiert“ (Brockmann, 2014, S.9).

Aus beiden Zitaten geht hervor, dass die Diversität sich erst neu in Deutschland etabliert hat und mittlerweile in der Praxis auch langsam Einzug hält. Vor allem beschäftigt sich Diversität, auch Vielfalt genannt, mit kulturellen und sozialen Aspekten: „Ansätze, die sich mit kultureller und sozialer Vielfalt beschäftigen, sind aus der sozialpädagogischen Praxis nicht mehr wegzudenken. Ziel dieser Ansätze ist auf der einen Seite, Ungleichbehandlungen bzw. Diskriminierungen zu erkennen und abzubauen. Auf der anderen Seite geht es darum, kultureller und sozialer Vielfalt wertschätzend und anerkennend zu begegnen“ (Brockmann, 2014, S.9).

2.1.2 In der Frühpädagogik

Es gibt noch wenig Arbeiten, die sich mit Diversität in der Praxis auseinandersetzen und sich vor allem auch mit den Ansätzen beschäftigen, dass diese in der Praxis umgesetzt und für die jeweilige Zielgruppe oder Zielperson bewusst und spürbar gemacht werden können. Brockmann hat sich mit dieser Arbeit, Diversität in der Frühpädagogik, beschäftigt: „Die Frühpädagogik erfährt gerade in den letzten Jahren (wieder) eine breite gesellschaftliche Aufmerksamkeit“ (Brockmann, 2014, S.9). Woran mag es liegen? Brockmann erklärt es wie folgt: „Dies hat u.a. mit dem schlechten Abschneiden Deutschlands bei der PISA-Studie im Jahr 2000, aber auch mit dem ab 2013 gültigen Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz der Null- bis Dreijährigen zu tun. Hinzu kommt, dass in den letzten Jahren verstärkt eine Akademisierung des Arbeitsfeldes angestrebt wird“ (Brockmann, 2014, S.9).

Trotzdem ist es Aufgabe der P.F., sich mit dem Thema der Diversität auseinander zu setzen und sich dazu Gedanken zu machen, so wie folgt: „Wir möchten noch einmal betonen, dass eine Pädagogik der Vielfalt nur umgesetzt werden kann, wenn Pädagogische Fachkräfte eine klare Haltung zu Vielfältigkeit und damit zu Chancengleichheit und Anti-Diskriminierung haben“ (Groschwald, Rosenkötter, 2015, S.38). Natürlich ist es für P.F. nicht einfach, diese Haltung im Tag zu integrieren, aber es ist eine große Aufgabe, die das Berufsleben begleiten wird: „Dazu gehört die kritische und permanente Auseinandersetzung. Keiner von uns ist frei von Vorurteilen. Jeder kennt Situationen, die innerlich schnell auf Ablehnung stoßen oder einen dazu bringen, erst einmal auf Abstand zu gehen. Das ist normal“ (Groschwald, Rosenkötter, 2015, S.38).

2.2 Wie gelingt Inklusion von Kindern mit geistiger Behinderung im Kindergarten?

2.2.1 Begriffsdefinition von Inklusion

Der Begriff Inklusion stammt gebürtig aus dem Lateinischen: „Dort bedeutet das Verb includere einlassen und einschließen, das Substantiv inclusio bedeutet Einschließung und Einbeziehung“ (Schöb, 2013, Internetquelle). Der Begriff Inklusion wird auch in der Soziologie benutzt: „Als soziologischer Begriff beschreibt das Konzept der Inklusion eine Gesellschaft, in der jeder Mensch akzeptiert wird und gleichberechtigt und selbstbestimmt an dieser teilhaben kann…“ (Schöb, 2013, Internetquelle).

D.h. in der Pädagogik: „Der Einschluss aller Kinder in eine Gemeinschaft meint, jedes einzelne Kind gleichberechtigt an allen Tätigkeiten teilhaben und mitgestalten zu lassen – unabhängig von seinen Fähigkeiten, von seiner ethnischen, kulturellen oder sozialen Herkunft, seinem Geschlecht oder von seinem Alter. Inklusion betrachtet den Menschen als Teil der Gemeinschaft“ (Groschwald, Rosenkötter, 2015, S. 9).

2.2.2 Begriffsdefinition von geistiger Behinderung

Zu Beginn möchte ich den Begriff Behinderung definieren, zu dem auch verschiedene Definitionen vorhanden sind: „In der UN-Behindertenrechtskonvention wird Behinderung eher als eine soziale Beeinträchtigung gesehen. Dieses Verständnis schließt alle Menschen ein, die langfristige körperliche, seelische, geistige oder Sinnesbeeinträchtigungen haben, die sie in Wechselwirkungen mit verschiedenen (einstellungs- und umweltbedingten) Barrieren am vollen und gleichberechtigten Gebrauch ihrer fundamentalen Rechte hindern“ (Groschwald, Rosenkötter, 2015, S. 53). Im Sozialgesetzbuch (SGB IX) wird Behinderung auch definiert: „Menschen sind behindert, wenn ihre körperliche Funktion, geistige Fähigkeit oder seelische Gesundheit mit hoher Wahrscheinlichkeit länger als sechs Monate von dem für das Lebensalter typischen Zustand abweichen und daher ihre Teilhabe am Leben in der Gesellschaft beeinträchtigt ist. Sie sind von Behinderung bedroht, wenn die Beeinträchtigung zu erwarten ist“ (Groschwald, Rosenkötter, 2015, S. 53).

Eine geistige Behinderung wird wie folgt erklärt: „Unter einer geistigen Behinderung wird dabei ein erheblicher Rückstand der intellektuellen Entwicklung verstanden, der, gemessen an den Normwerten der Gesellschaft, zu lebenslang vorliegenden, unterdurchschnittlichen kognitiven Fähigkeiten führt“ (Kießling, o.J., Internetquelle). Die jeweilige Intelligenzleistung kann anhand von Intelligenztests individuell gemessen werden: „… die individuelle Intelligenztestleistung auf einer Normskala zuordnen, für die ein Mittelwert von 100 festgelegt wurde“ (Groschwald, Rosenkötter, 2015, S.64). Zum Schluss kann ich sagen, dass geistige Behinderung eine große Aufgabe in der Umsetzung von Pädagogen ist und sie die Kinder mit allen Fähigkeiten und Schwierigkeiten annehmen, ihnen aber Möglichkeiten zur Förderung aufzeigen.

2.2.3 Inklusive Pädagogik bei geistiger Behinderung im Kindergarten

Die Pädagogik bei geistiger Behinderung ist wie folgt zu zuordnen: „Im Grunde ist die Heil- oder Sonderpädagogik, die sich mit der Erziehung und Bildung von Menschen mit besonderen Förderbedarf befasst, als spezialisierte Form der Allgemeinen Pädagogik anzusehen, d.h. sonderpädagogische Fragen sind in erster Linie pädagogische Fragen im Kontext erschwerter Bedingungen. Aufgabe ist es, Menschen mit Behinderung pädagogische Möglichkeiten und Mittel zum Kompetenzerwerb bzw. zur Selbstverwirklichung und zu kultureller Teilhabe zur Verfügung zu stellen“ (Kießling, o.J., Internetquelle).

Im Kindergarten bedeutet Inklusion: „… dass die Kita allen Kindern gleichermaßen offenstehen soll, unabhängig davon, ob sie körperlich, psychisch oder geistig beeinträchtigt sind, ob sie hochbegabt sind,…“ (Fachbegriff-Inklusion, o.J., Internetquelle-Herder). Der inklusive Kindergarten soll keine Normalität definieren, wo das Kleinkind integriert wird: „Es ist normal, verschieden zu sein. Heterogenität soll ressourcenorientiert und wertschätzend begegnet werden“ (Kießling, o.J., Internetquelle). Dabei spielt die Bildung eine ganz wichtige Rolle in der inklusiven Pädagogik: „Die inklusive Pädagogik beschreibt einen Ansatz, der im Wesentlichen auf der Wertschätzung der Vielfalt beruht. in einem inklusiven Bildungssystem lernen Menschen mit und ohne Behinderung von Anfang an gemeinsam. Homogene und damit separierende Lerngruppen werden nicht gebildet“ (Schöb, 2013, Internetquelle). Kein Mensch wird von Anfang einer Kindertagesstätte, über Schule, Hochschule und weiter hinaus bis Einrichtungen zur Weiterbildung von der Allgemeinheit des Bildungssystems ausgegrenzt: „Vielmehr ist es die Aufgabe des Bildungssystems, durch Bereitstellen von speziellen Mitteln und Methoden einzelne Lernende besonders zu unterstützen und zu fördern“ (Schöb, 2013, Internetquelle). Wichtig dabei ist, dass ein System zur Verfügung steht, welches die Bedürfnisse der einzelnen Lernenden in einer Gruppe anspricht, aber vor allem auch berücksichtigt und dementsprechend angepasst wird.

In Deutschland gibt es diverse Bildungspläne, die unterschiedlich von Bundesland zu Bundesland sind: „Alle 16 Bundesländer haben in den Jahren 2003 bis 2007 eigene Bildungspläne verabschiedet. Nicht nur der gedruckte Umfang ist sehr unterschiedlich, sondern auch die Qualität der Konzepte und Themen“ (Groschwald, Rosenkötter, 2015, S.24). In einigen Bundesländern sind Bildungspläne vorhanden, wo das Thema Integration und Inklusion überhaupt nicht zu finden ist oder nur als eine Notiz vorhanden ist: „Und in den Bildungsplänen, in denen Inklusion zum Thema geworden ist, nehmen Kindertagesstätten meist nur einen schmalen Raum ein (BMFSFJ 2009)“ (Groschwald, Rosenkötter, 2015, S.24).

Wichtig ist in der pädagogischen Arbeit mit geistig behinderten Kindern in inklusiven Einrichtungen: „Ein solches Vorgehen entspricht dem Selbstbildungsgedanken im Elementarbereich, nämlich Material zur Verfügung zu stellen, welches Bildungsprozesse bei Kindern anregt“ (Brockmann, 2014, S.127). Gerade bei Kindern mit einer geistigen Behinderung: „… lassen sich wiederum Grundsätze zur pädagogischen Förderung mit Intelligenzminderungen ableiten: Einfaches Spielzeug mit hoher Signalwirkung-Wenige Farben-Einfache Formen-Geringe Anzahl-Ausreichende Größe, Kurze Anforderungs- und Spielphasen, Langsam sich steigernde Veränderbarkeit…, Häufige Wiederholungen zur Stabilisierung des Erreichten…, Langsame und kleinschrittige Steigerung der Anforderung, Hohes Maß an Belohnung und Motivierung“ (Groschwald, Rosenkötter, 2015, S.67).

2.2.4 Starke Kinder

Bei der Stärkung von Kindern in inklusiven Kindergärten ist es wichtig, dass verschiedene Ansätze der Pädagogik verwendet werden: „Die Anerkennung und Wertschätzung der Heterogenität und der Abbau von Barrieren für eine Teilhabe am gesellschaftlichen Leben sollte das Ziel einer jeden Kindertagesstätte sein“ (Groschwald, Rosenkötter, 2015, S.27).

Wertschätzung findet nicht nur auf der Ebene der Heterogenität statt, sondern auch auf der Bindungsebene zur Bezugsperson. Im Kindergarten ist die Bezugsperson oft ein/e Erzieher/In oder eine P.F. und zu Hause sind es meist die Eltern und/oder Großeltern: „Kinder benötigen für eine gesunde Entwicklung eine sichere frühe Bindungsbeziehung. Liebevolle Geborgenheit einer zuverlässig für sie verfügbaren feinfühligen Bezugsperson und ein stimulierendes Umfeld, in dem sie die Gesetzmäßigkeiten der Welt ohne Stress erkunden können“ (Strüber, 2016, S. 303). gerade bei Kindern mit einer geistigen Behinderung ist die Bindungsbeziehung von ganz großer Bedeutung. Sie gewinnen dadurch ein Vorbild, lernen und können so mit Freude die Welt und die Dinge um sich herum erkunden.

Ein weiterer Ansatz wird wie folgt beschrieben: „Der Ansatz der vorurteilsbewussten Bildung und Erziehung ist ein Praxiskonzept, das seit dem Jahr 2000 vom Berliner Institut für den Situationsansatz im Rahmen von KINDERWELTEN entwickelt und bundesweit erprobt wurde“ (Groschwald, Rosenkötter, 2015, S.29). Inwieweit dieser Ansatz Pädagogen unterstützt, wird wie folgt erklärt: „Er stellt für Pädagogen eine Arbeitshilfe dar und ist gekennzeichnet von Zielen und didaktischen Prinzipien, und bietet Methoden und Materialien für die Umsetzung“ (Groschwald, Rosenkötter, 2015, S.29). Vorurteilsbewusste Bildung und Erziehung als Ansatz beinhaltet verschiedene Ziele: „Die Identität aller Kinder stärken…“ (Groschwald, Rosenkötter, 2015, S.29). Wie kann ein Pädagoge die Identität der Kinder stärken? Es wird wie folgt erklärt: „Jedes Kind wird in seiner Einzigartigkeit wahrgenommen, erhält Anerkennung und Wertschätzung. … sondern auch um die Anerkennung der sozialen Bezugspersonen des Kindes. Hier ist besonders die Familie zu nennen“ (Groschwald, Rosenkötter, 2015, S.29). Hiermit ist gemeint, dass der Pädagoge sich über das soziale Umfeld des Kindes informiert und die Eltern mit einbezieht.

Ein weiteres wichtiges Element in der Erziehung ist das Mittel der Sprache: „Wichtig dabei ist einerseits, dass Kinder lernen, ihre Gefühle zu benennen bzw. sie nonverbal ausdrücken, andererseits brauchen sie Erwachsene als Vorbild“ (Groschwald, Rosenkötter, 2015, S.30). Bei Kindern mit geistiger Behinderung ist es ganz wichtig, dass der Pädagoge das Mittel Sprache als Ausdruck über Gefühle und Willen durch Symbole beim Kind fördert. So lernt das Kind die Interaktion mit dem Pädagogen und innerhalb der Gruppe aktiv zu werden, damit eine Teilhabe am gesellschaftlichen Leben möglich ist und stattfinden kann.

Eine weitere Stärke unseres Nachwuchses in der inklusiven Pädagogik kann durch Partizipation unterstützt werden: „Neben der Anerkennung und Wertschätzung von Vielfalt nimmt der Begriff Partizipation(=Teilhabe) in der Inklusions-Diskussion einen breiten Raum ein. Voraussetzung für eine gelungene Teilhabe ist es, zunächst die Bedürfnisse eines Kindes zu erkennen“ (Groschwald, Rosenkötter, 2015, S.11). Dabei werden aber verschiedene Bedürfnisse näher beleuchtet: „Dazu gehören alle Bedürfnisse in der Pflege und Betreuung, in Bildung und Erziehung“ (Groschwald, Rosenkötter, 2015, S.11).

Ein Kind möchte sich mitteilen können, egal ob in verbaler(sprachlich ausgedrückt) oder nonverbaler(durch Gestik, Mimik und Symbolik) Form, meist möchte es Freude, aber auch traurige Dinge mitteilen, aber oft auch gewisse Ungerechtigkeiten aus dem Umgang mit anderen Kindern der Gruppe: „Die Erzieherinnen versuchen die Kinder für Ungerechtigkeiten zu sensibilisieren und diese mit den Kindern zu thematisieren. Es werden aber auch die Kinder unterstützt, die Konflikte erfolgreich zu lösen um so Selbstwirksamkeitserfahrungen zu machen. Die Kinder werden mit den Konflikten nicht allein gelassen“ (Brockmann, 2014, S.155). Dazu benötigt das Kind die schon wie oben beschriebene Partizipation, aber die erlangt es durch Empowerment. Zu Beginn erkläre ich den Begriff Empowerment wie folgt: „Empowerment – („Selbstbemächtigung“; „Selbstbefähigung“; „Stärkung von Autonomie und Eigenmacht“) – das ist heute eine Sammelkategorie für alle jenen Arbeitsansätze in der psychosozialen Arbeit, die die Menschen zur Entdeckung ihrer eigenen Stärken ermutigen und ihnen Hilfestellungen bei der Aneignung von Selbstbestimmung und Lebensautonomie vermitteln“ (Herriger, 2006, PDF-Datei).

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Details

Seiten
14
Jahr
2018
ISBN (eBook)
9783668946224
ISBN (Buch)
9783668946231
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v469293
Note
1,7
Schlagworte
diversität herausforderung kindergarten inklusion kindern behinderung

Autor

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