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Projektbericht: Analyse des Gebietes 8650 in Bochum anhand eines Flächennutzungsplans und einer Lärmpegelkarte

Hausarbeit (Hauptseminar) 2005 26 Seiten

Geowissenschaften / Geographie - Bevölkerungsgeographie, Stadt- u. Raumplanung

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Beschreibung des Gebietes
2.1 Lage des Gebietes
2.2 Straßennetz
2.2.1 Verkehrsaufkommen
2.2.2 Straßenbelag
2.3 Bebauung
2.4 Flächennutzung

3 Beurteilung der Schallimmissionen durch Straßenverkehr
3.1 Schallimmissionssituation bei Tag (6-22 Uhr)
3.2 Schallimmissionssituation bei Nacht (22-6 Uhr)
3.3 Grenzüberschreitungen

4 Möglichkeiten der Schallminderung
4.1 Lärmarme Fahrbahnen
4.2 Schallschutzwände und -dämme
4.3 Verkehrsverlagerung auf geeignete Strecken
4.4 Ausbau der öffentlichen Verkehrsmittel
4.5 Lärmabgewandte Orientierung von Wohnräumen

5 Abschlussbetrachtung

6 Abbildungsverzeichnis

7 Tabellenverzeichnis

Anhang

1 Einleitung

Diese Arbeit schließt an das Projektseminar „Lärm“ der letzten beiden Semester an. Ziel des Seminars war es ursprünglich, einen Lärmminderungsplan für das Stadtgebiet Bochum zu erstellen. Dies ist aus zeitlichen Gründen jedoch nicht vollständig gelungen.

Jedem Seminarteilnehmer wurde ein Gebiet von 1 x 1 km zugewiesen. Aufgabe war es zunächst, auf Grundlage einer DGK, die Gebäudehöhen sowie die jeweilige Nutzung der Gebäude zu bestimmen, um anschließend das Gebiet in ArcView 3.3 zu digitalisieren. Die Bestimmung der jeweiligen Gebäudenutzung ist notwendig, da es für unterschiedliche Gebiete unterschiedliche Lärm-Immissionsrichtwerte gibt, die nicht
überschritten werden dürfen. Diese sind:

Tabelle 1: Immissionsrichtwerte nach „16. Verordnung des Bundesimmissionsschutzgesetztes“ (Verkehrslärmschutzverordnung)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Die ArcView-Dateien wurden anschließend in IMMI 5.3 importiert. Mit diesem Programm wurden zum Schluss Lärmpegelkarten hergestellt, die in dieser Arbeit untersucht werden sollen.

2 Beschreibung des Gebietes

2.1 Lage des Gebietes

Das zu bearbeitende Untersuchungsgebiet liegt im Osten von Bochum, in ca. 1 km zur Stadtmitte und damit zur Bochumer Fußgängerzone entfernt. An der linken oberen Ecke hat es den Rechtswert 5706; der zugehörige Hochwert ist 2586. Das Gebiet erstreckt sich über eine Fläche von 1 km².

2.2 Straßennetz

In dem untersuchtem Gebiet befindet sich als Hauptverkehrsstraße die Wittener Straße, die im Südwesten verläuft. Sie hat stellenweise
4 Fahrspuren; in der Mitte verläuft eine Straßenbahnlinie.

Auf der östlichen Seite verläuft von Norden nach Süden die Buselohstraße, die später in die Immanuel-Kant-Straße übergeht.

Diese beiden Straßen werden durch den Freigrafendamm verbunden. Dieser ist gekennzeichnet durch eine zweispurige Fahrbahn, deren beide Fahrtrichtungen durch einen grünen Vegetationsgürtel getrennt werden. Eine vereinfachte Übersichtskarte zum Straßennetz befindet sich im Anhang dieser Arbeit (Abbildung 4).

2.2.1 Verkehrsaufkommen

Im Gebiet überwiegend Gemeindestraßen vorhanden, die sowohl durch eine Geschwindigkeitsbeschränkung auf 30 km/h als auch durch die DTV-Werte (DTV = durchschnittlicher täglicher Verkehr [schließt PKW, LKW und Kradräder mit ein]) ersichtlich werden: Sie haben, wenn überhaupt ein Wert angegeben wurde, einen DTV-Wert zwischen 1000 (Altenbochumer Straße) und 3100 (nördlicher Teilbereich der Liebfrauenstraße).

Anders sieht es dagegen bei den drei größeren Straßen aus. Die Immanuel-Kant-Straße besitzt einen DTV-Wert von 8100, ähnlich wie der Freigrafendamm, dessen Werte zwischen 7900 und 9700 liegen.

Auf der Wittener Straße verkehren täglich durchschnittlich 29200 Verkehrsteilnehmer. Diese kann somit als Hauptstraße für das Untersuchungsgebiet angesehen werden.

Die drei oben genannten größeren Straßen besitzen eine Geschwindigkeitsbeschränkung von 50 km/h, die anderen Neben- bzw. Gemeindestraßen (im Flächennutzungsplan als „Wohn- und Erschließungsstraßen“ bezeichnet) dagegen ein Tempolimit von lediglich 30 km/h, wie dies für Wohngebiete in Deutschland mittlerweile häufig der Fall ist.

2.2.2 Straßenbelag

Die meisten Straßen bestehen aus Beton oder geriffeltem Asphalt. Auf der Immanuel-Kant-Straße, der Altenbochumer Straße sowie an einigen Stellen in der Bonhoefferstraße im Norden des Gebietes finden sich zahlreiche Straßenbeschädigungen. Die Fahrbahn einiger kleiner Straßen im Wohnbereich (u.a. Goerdstraße nördlich der Altenbochumer Straße) ist gepflastert.

2.3 Bebauung

Das gesamte Gebiet ist nicht sehr homogen bebaut. Die Unterschiede betreffen nicht nur die Gebäudehöhe, sondern auch das Gebäudealter. So handelt es sich beispielsweise bei den Gebäuden an der Wittener Straße im Südwesten um Altbauhäuser aus der Jahrhundertwende um 1900, während andere Häuser im Norden des Untersuchungsgebietes dagegen relativ jung sind und vermutlich aus den 1970/80er Jahren stammen.

Bezüglich der Gebäudehöhe gibt es ebenfalls erhebliche Unterschiede. Durchschnittlich sind die Häuser knapp 7 m hoch. Die niedrigsten Gebäude sind die Garagen mit 2,5 m Höhe sowie die Schrebergartenhäuschen im Nordwesten mit der gleichen Höhe.

An der Wittener Straße sind die Häuser dagegen durchschnittlich
10 Meter hoch, in der Liebfrauenstraße, die nachfolgend ebenfalls ausführlicher behandelt werden soll, 9,4 m, ähnlich wie an der Altenbochumer Straße mit 9,2 m. Deutlich niedriger wurden die Häuser in der Wirmerstraße mit durchschnittlich 8,7 m gebaut. Die Straße mit der im Durchschnitt niedrigsten Bebauung – außerhalb der Schrebergartensiedlungen - ist mit knapp 7 m der Freigrafendamm.

Die beiden höchsten Gebäude mit etwa 21 m Höhe stehen im Lindengraben 12 ganz im Süden sowie an der Immanuel-Kant-Str. 43 im Nordosten des Gesamtgebietes.

2.4 Flächennutzung

Im gesamten Untersuchungsgebiet sind unterschiedliche Nutzungen vorhanden (vgl. Abbildung 3).

Bei der ersten Betrachtung fallen zunächst zwei große, zusammenhängende Flächen auf: Zum einen die Schienenverkehrsflächen im Nordwesten des Gebietes sowie die Nebenanlagen, die sich Richtung Süden weiterziehen; zum anderen der Friedhof auf der östlichen Seite, der für die Lärmentwicklung jedoch keine Rolle spielt.

Der Schienenverkehr, der tiefer als das umliegende Gebiet liegt, müsste bei einer Beurteilung der Lärmbelastung mit berücksichtigt werden; bei diesem ersten Lauf, der hier erarbeitet wird, wurde er jedoch außen vorgelassen, da wir uns aus zeitlichen Gründen lediglich mit dem Straßenverkehr beschäftigt haben. Der überwiegende Teil, immerhin 23,6 % der Gesamtfläche, setzt sich aus bebauter Fläche zusammen, die dem Wohnen dient (236132 m²), und aus Mischbauflächen (124507 m² und somit 12,5 %), die hauptsächlich an der Wittener Straße auftreten. Hier befinden sich im Erdgeschoss meist Geschäfte des täglichen Bedarfs oder anderes Gewerbe, während ab dem ersten Stockwerk die Flächen zum Wohnen genutzt werden. Zusammen bilden sie einen prozentualen Anteil von 36,1 % hinsichtlich des gesamten Untersuchungsgebietes.

Im Nordwesten befinden sich zwei Kleingartenanlagen, die eine Fläche von insgesamt 61651 m² einnehmen (6,2 %). Des weiteren gibt es einige Flächen, die zum Sport und zur Erholung dienen; hierbei handelt es sich um Tennisplätze sowie um einen Bolzplatz in der Mitte des Gebietes, die eine Fläche von insgesamt 17745 m² einnehmen (1,8 %). Außerdem gibt es einige Gemeindebedarfsflächen (118116 m², somit
11,8 %), Erwerbsgartenbauflächen sowie einige wenige Gewerbeflächen, die mit 159296 m² immerhin noch 16 % ausmachen. Zu den Gemeindebedarfsflächen gehören u.a. ein Jugendheim im Nordwesten, zwei Schulgelände im Südosten und Nordosten sowie ein Kindergarten, der sich ebenfalls im Nordosten befindet.

3 Beurteilung der Schallimmissionen durch Straßenverkehr

3.1 Schallimmissionssituation bei Tag (6-22 Uhr)

Um sich mit den Schallimmissionen durch Straßenverkehr zu beschäftigen, wurde zunächst eine Beurteilungspegelkarte angefertigt. Jede Farbe entspricht dabei einer Pegelklasse von 5 dB(A). Da es tagsüber und nachts unterschiedliche Immissionsrichtwerte gibt (vgl. Kap. 1), muss auch für beide Untersuchungszeiträume jeweils eine Karte erstellt werden.

In Abbildung 5 ist der Straßenverlauf deutlich zu erkennen, da auf den Straßen selbst höhere Lärmimmissionswerte erreicht werden als in der angrenzenden Umgebung. Die Wittener Straße im Südwesten, die mit einem DTV-Wert von 29200 Fahrzeugen von mir zuvor als Hauptverkehrsstraße dieses Gebietes herausgestellt wurde (vgl. Kap 2.2), weist die höchsten Schallimmissionen auf. Im Durchschnitt zeigen sich Werte zwischen 70-80 dB(A); an den Stellen, wo sie jedoch vierspurig verläuft, kann es zu einer Lärmbelastung von bis zu 100 dB(A) kommen. In den angrenzenden Bereichen dieser Straße treten noch immer Schallimmissionen von 55-65 dB(A) auf. Bei dichter Bebauung, wie dies z.B. auf der südlichen Straßenseite der Fall ist, verhindern die Häuser die Schallausbreitung ein wenig, sodass dort stellenweise nur noch 50-55 dB(A) auftreten.

Die Straße mit der zweithöchsten Verkehrsbelastung, ist die Buselohstraße / Immanuel-Kant-Straße (DTV = 8100). Auch hier kommt es zu einer hohen Lärmerzeugung, die zwischen 70 und 80 dB(A) auf der eigentlichen Fahrspur liegt. Dieser Wert wird, im Gegensatz zur Wittener Straße, nicht allein durch die Verkehrsdichte bestimmt, sondern zusätzlich durch den schlechten Straßenzustand; denn hier finden sich zahlreiche Schlaglöcher und unebener Asphalt, die die Lärmbelastungen zusätzlich erhöhen. So kommt es am Straßenrand noch immer zu einer Schallimmission von 65-70 dB(A). Ein weiterer Unterschied zur Wittener Straße ist eine Bebauung, die bei weitem nicht so geschlossen und unmittelbar an der Straße vorhanden ist.

Durch die lückenhafte Bebauung kann sich der Schall viel weiter in das dahinterliegende Gebiet im Westen ausbreiten. Der Friedhof auf der Ostseite zeigt diese Schallausbreitung noch deutlicher.

[...]

Details

Seiten
26
Jahr
2005
ISBN (eBook)
9783638439817
Dateigröße
1.5 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v46898
Institution / Hochschule
Ruhr-Universität Bochum – Geographisches Institut
Note
1,7
Schlagworte
Projektbericht Analyse Gebietes Bochum Flächennutzungsplans Lärmpegelkarte Projektseminar Lärm

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Titel: Projektbericht: Analyse des Gebietes 8650 in Bochum anhand eines Flächennutzungsplans und einer Lärmpegelkarte