Lade Inhalt...

Wie werden Wortarten in der Schule vermittelt? Eine Analyse der Gemeinschaftsschule und des Gymnasiums im Saarland

Hausarbeit 2017 19 Seiten

Deutsch - Pädagogik, Didaktik, Sprachwissenschaft

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

1 Einleitung

2 Wortartensystem der Dudengrammatik
2.1 Die flektierbaren Wortarten
2.1.1 Das Substantiv
2.1.2 Artikelwörter und Pronomen
2.1.3 Das Adjektiv
2.1.4 Das Verb
2.2 Die nicht flektierbaren Wortarten
2.2.1 Das Adverb
2.2.2 Die Partikel
2.2.3 Die Präposition
2.2.4 Junktionen: die Konjunktionen und die Subjunktionen

3 Wortartenlehre in der Schule
3. 1 Unterstufe
3.1.1 Unterrichtsstoff der Gemeinschaftschule und des Gymnasiums im Vergleich
3.1.2 Bewertung der Differenzierung zwischen den Schulformen
3.1.3 Einführung in die Unterrichtsthematik und Festigung des Stoffes durch Übungen
3.2 Mittelstufe
3.2.1 Unterrichtsstoff der Gemeinschaftschule und des Gymnasiums im Vergleich
3.2.2 Bewertung der Differenzierung zwischen den Schulformen

4 Fazit

5 Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abb. 1: Verwendung von Nomen (Ninnemann; Schäpers; Teepe 2009, S.266)

Abb. 2: Genus, Kasus und Numerus von Substantiven (Henniger; Höhme; Nutz 2012, S.165)

Abb. 3: Aktiv- und Passivformen (Henniger; Höhme; Nutz 2012, S.174)

Abb. 4: Bestimmter und unbestimmter Artikel (Ninnemann; Schäpers; Teepe 2009, S.268)

Abb. 5: Spielidee zum Thema Artikel und Substantive (Ninnemann; Schäpers; Teepe 2009, S.268)

Tabellenverzeichnis

Tab. 1: Stellung der Artikelwörter

Tab. 2: Unterteilung von Partikeln

1 Einleitung

Ein grundlegendes Thema der deutschen Grammatik, bildet die Wortartenlehre. Sie versucht eine Klassifizierung der lexikalisch-grammatischen Einheiten einer Sprache zu ermöglichen. Die Wortarten werden bereits in der Primarstufe in geringem Umfang gelehrt und werden je nach Klassenstufe der Schüler immer umfangreicher und ausführlicher behandelt. In meiner Hausarbeit befasse ich mich genauer mit dem aktuellen wissenschaftlichen Wortartensystem der Dudengrammatik und betrachte anschließend die Wortartensysteme in Schulbüchern. Hierbei lege ich vor allem dar, welche Wortarten behandelt werden, wie sie definiert sind und wie ihre Kenntnis in Übungen gefestigt wird. Ich vergleiche sowohl die Unterstufe, in der Wortarten hauptsächlich durchgenommen werden, mit der Mittelstufe als auch unterschiedliche Schulformen miteinander. Die Schulformen, die ich in meiner Hausarbeit vergleiche sind die Gemeinschaftsschule und das Gymnasium des Saarlandes.

2 Wortartensystem der Dudengrammatik

2.1 Die flektierbaren Wortarten

In der aktuellen wissenschaftlichen Dudengrammatik werden Wörter zunächst anhand morphologischer Eigenschaften in flektierbare (veränderbare) und nicht flektierbare (unveränderbare) Wortarten eingeteilt. Zu den flektierbaren Wortarten gehören Substantive, Artikelwörter, Pronomen, Adjektive und Verben. Sie können nach dem Kasus (dem Fall), dem Numerus (der grammatischen Zahl) und dem Genus (dem grammatischen Geschlecht) verändert werden. Die Flexion von Substantiven, Artikelwörtern/Pronomen und Adjektiven wird als Deklination bezeichnet, während man die Flexion eines Verbs Konjugation nennt. (vgl. Gallmann 2009, S.135).

2.1.1 Das Substantiv

Substantive oder Nomen sind Wörter mit einem festen Genus. Sie sind also entweder ein Maskulinum, ein Femininum oder ein Neutrum (vgl. Gallmann 2009, S.145). Durch ihre Flexionsform, die entweder im Singular oder im Plural zum Ausdruck kommt, tragen sie eine Numerusmarkierung. Zudem zeigt die Flexionsform den Kasus des Nomens an. Sie stehen „je nachdem im Nominativ, im Genitiv, im Dativ oder im Akkusativ“ (Gallmann 2009, S.145).

In semantischer Hinsicht werden Substantive unter anderem in Konkreta und Abstrakta unterteilt (Gallmann 2009, S. 146). Unter Konkreta versteht man Nomen, die etwas Gegenständliches beschreiben, wie zum Beispiel: Hund, Stuhl, Vase, Kind. Abstrakta hingegen bezeichnen Nichtgegenständliches, zum Beispiel: Tod, Seele, Hass, Liebe. Vor allem Konkreta können nach ihrer Belebtheit genauer bestimmt werden. Während Vase und Stuhl unbelebte Substantive darstellen, gehören Hund und Kind zu den belebten Substantiven. Allerdings können auch Abstrakta „belebt“ sein, zum Beispiel, wenn von menschlichen Organisationsformen die Rede ist.

Bsp.: Das Publikum freut sich sehr über das gelungene Theaterstück.

Zuletzt wird zwischen dem Appellativ und dem Eigennamen unterschieden. Appelative beschreiben Gattungen oder Klassen mit bestimmten Eigenschaften. Eigennamen bezeichnen hingegen „jeweils ein bestimmtes Individuum.“ (Gallmann 2009, S.148). Ein Beispiel für einen Appelativ ist das Wort „Schildkröte“, das eine bestimmte Tierart mit besonderen Merkmalen beschreibt, wohingegen der Name „Mia“ einen Eigennamen darstellt. Den Namen „Mia“ können Menschen, Hunde, Katzen usw. tragen. Sie müssen keine Gemeinsamkeiten haben und haben lediglich die Funktion, etwas Einzelnes zu benennen.

2.1.2 Artikelwörter und Pronomen

Die Artikelwörter und Pronomen sind weitere Wortarten. Sie werden ebenfalls nach dem Kasus, dem Numerus und meist auch nach dem Genus flektiert. Allerdings haben sie, anders als die Substantive, kein festes Genus, sondern können in allen drei Genera vorkommen. Artikelwörter stimmen mit dem Substantiv, auf das sie sich beziehen, in Kasus, Numerus und Genus überein; ein Pronomen, das sich auf ein Bezugswort bezieht, übernimmt von diesem die Flexionsformen. Man spricht hierbei von Kongruenz (vgl. Gallmann 2009, S. 249-257).

„Artikelwörter stehen in Satzteilen mit einem bestimmten Substantiv, in Nominalphrasen“ (Gallmann 2009, S. 250).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tab. 1: Stellung der Artikelwörter

Artikelwörter treten zusammen mit einem Substantiv auf. Zwischen ihnen können Adjektive und ihre Erweiterungen stehen (vgl. Tab.1).

Sowohl Artikelwörter als auch Pronomen haben „zeigende, fragende oder quantifizierende Funktion“ (Gallmann 2009, S. 250). Artikelwörter charakterisieren das zugehörige Substantiv oder die Nominalphrase, das Pronomen hingegen übernimmt die gesamte Funktion einer Nominalphrase (vgl. Gallmann 2009, S. 250). Artikelwörter und Pronomen werden in verschiedene Unterarten gegliedert. Man unterscheidet zwischen dem Personalpronomen (ich, mich, uns, unser, euer…), dem Reflexivpronomen (mich, mir - uns; sich...), dem Possessiv (mein – unser; sein – ihr) und dem Demonstrativ (der, die, das; dieser – jener). Zudem gibt es definite Artikel (der, die, das) und indefinite Artikel (ein, eine). Außerdem wird zwischen dem Relativ (der, die, das, welcher, wer, was), dem Interrogativ (wer, was, welcher) und dem Indefinitum (man, jedermann, irgendwas…) unterschieden.

2.1.3 Das Adjektiv

Wie die Pronomen haben die Adjektive kein festes Genus. Sie kommen im Maskulinum, Femininum und Neutrum vor. Zudem gibt es unflektierte Formen.

Bsp.: Die Nacht war still.

Adjektive sind größtenteils komparierbar, d.h. zu ihnen können ein Komperativ und ein Superlativ gebildet werden (z.B. heiß – heißer – am heißesten) (vgl. Gallmann 2009, S.338).

Adjektive unterscheiden sich auch syntaktisch von anderen Wortarten. „So können nur Adjektive zwischen definitem Artikel und Substantiv stehen“ (Gallmann 2009, S.338).

2.1.4 Das Verb

Verben verändern ihre Form in Hinblick auf die Kategorieklassen Tempus, Modus, Numerus und Person. Die Tempus-Modus-Flexion unterscheidet das Verb von anderen Wortarten. Sie ordnet das beschriebene Geschehen zeitlich ein (vgl. Fabricius-Hansen 2009, S. 389).

Bsp.: Anna weint. (Präsens)

Anna weinte. (Präteritum)

Als Nennform des Verbs dient die auf –en endende Infinitivform.

Vollverben sind typische Vertreter der Verben und beschreiben Handlungen oder Geschehnisse. Beispiele hierfür sind: sagen, töten, liegen, aufwachen.

Zudem können sie in finiter Form das Prädikat im Satz bilden und haben eine syntaktisch-semantische Valenz, die festlegt, „welche Ergänzungen das Verb als Prädikat im Aktivsatz fordert und welche semantischen Rollen die Ergänzungen jeweils tragen“ (Fabricius-Hansen 2009, S. 389).

Neben den Vollverben gibt es auch „unselbständige Verben“, die nicht allein das Prädikat im Satz bilden können, sondern als Bestandteile mehrteiliger Prädikate auftreten.

Verben, die sich mit einem Subjekt und einem Akkusativobjekt verbinden und diesen Leerstellen eine semantische Rolle zuteilen, werden Transitive Verben genannt (vgl. Fabricius-Hansen 2009, S. 392). „ Intransitiv werden Verben bezeichnet, die eine Subjektleerstelle eröffnen und dieser eine semantische Rolle zuordnen, aber kein Akkusativobjekt fordern (Fabricius-Hansen 2009, S.392).

2.2 Die nicht flektierbaren Wortarten

Unter nicht flektierbaren Wörtern versteht man solche Wörter, die sich weder konjugieren noch deklinieren lassen. Zu den unflektierbaren Wortarten gehören Adverbien, Partikel, Präpositionen und Junktionen.

2.2.1 Das Adverb

Neben der Eigenschaft unflektierbar zu sein, besteht die Gemeinsamkeit von Adverbien darin, vor dem finiten Verb stehen zu können. Sie müssen nicht sich nicht immer auf das Verb beziehen, sondern „können neben dem Verb auch Adjektive, andere Adverbien, Substantive, nicht selten auch den ganzen Satz modifizieren“ (Nübling 2009, S.569). Darüber hinaus können alle Adverbien satzgliedfähig sein. In semantischer Hinsicht sind Adverbien Wörter, die Ort, Zeit, Art und Weise eines Geschehens näher kennzeichnen können. Adverbien werden daher nach ihrer Semantik in lokale, temporale, modale und kausale Adverbien unterschieden.

2.2.2 Die Partikel

Partikel zeichnen sich insbesondere durch ihre Kürze aus und kommen besonders häufig in der gesprochenen Sprache vor. Sie können in verschiedenen Klassen der nichtflektierbaren Wörter oder der Partikel vorkommen (vgl. Nübling 2009, S.588). Daher ist es wichtig, neben der Form vor allem auch die Funktion der jeweiligen Partikel zu berücksichtigen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tab. 2: Unterteilung von Partikeln

2.2.3 Die Präposition

Eine weitere Gruppe der nichtflektierbaren Wörter bilden die Präpositionen. Der Terminus Prä -position lässt bereits darauf schließen, dass die Wörter vor ihrem Bezugswort stehen. Dies trifft tatsächlich auf die meisten Präpositionen zu. Nur wenige werden nachgestellt. Man nennt diese Postposition. Als Zirkumpositum bezeichnet man mehrgliedrige Präpositionen, die ihr Bezugswort einrahmen (vgl. Nübling 2009, S.600). Sie kommen noch seltener vor. Die Funktion der Wortart besteht darin, zwei Größen zueinander auf temporale, kausale, modale oder neutrale Weise zueinander in Bezug zu setzen (vgl. Nübling 2009, S.600). Präpositionen treten immer mit einer Ergänzung, im Normalfall einer Nominalphrase auf, deren Kasus sie festlegen. (vgl. Nübling 2009, S.602)

2.2.4 Junktionen: die Konjunktionen und die Subjunktionen

Junktionen verknüpfen Sätze, Satzglieder und Gliedteile miteinander, ohne selbst ein Satzglied bilden zu können. Im Unterschied zu den Präpositionen regieren sie keinen Kasus. Es wird zwischen Konjunktionen, die gleichrangige Wörter, Satzglieder oder (Teil)sätze miteinander verbinden und zwischen Subjunktionen, die Nebensätze oder Infinitivphrasen unterordnen, unterschieden. Bei Konjunktionen bleibt die Syntax des folgenden Satzes unverändert (Verbzweitstellung), bei Subjunktionen nimmt das finite Verb die letzte Position im Nebensatz ein (Verbletztstellung) (vgl. Nübling 2009, S.619ff.).

[...]

Details

Seiten
19
Jahr
2017
ISBN (eBook)
9783668943254
ISBN (Buch)
9783668943261
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v468617
Institution / Hochschule
Universität Trier
Note
1,0
Schlagworte
Wortarten Schule Schulbücher Wortartenlehre Nomen Adjektive Verben

Autor

Teilen

Zurück

Titel: Wie werden Wortarten in der Schule vermittelt? Eine Analyse der Gemeinschaftsschule und des Gymnasiums im Saarland