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Revolutionsarchitektur. Der Newton-Kenotaph von Étienne-Louis Boullée

Seminararbeit 2009 24 Seiten

Kunst - Kunstgeschichte

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Étienne-Louis Boullée und die Architektur seiner Zeit
2.1 Biographische Aspekte
2.2 Revolutionsarchitektur
2.3 Boullées Essai sûr l’art

3 Der Newton-Kenotaph
3.1 Der Aufbau des Newtonkenotaphs
3.2 Zwei Entwürfe: Armillars-und Sternenhimmelvariante --
3.3 Das Monument für Isaac Newton und die Revolutionsarchitketur Boulléesgeisteswissenschaftliche Hintergründe
3.4 Der Newton-Kenotaph als Vorbild moderner Kugel-architektur

4 Schlussfolgerung

Appendix

I Bibliographie
II Abbildungen
III Abbildungsverzeichnis

1 Einleitung

Architektonische Bauten, die grundlegend aus einer geometrischen Figuren aufgebaut sind, bedeuten heutzutage für uns nichts außergewöhnliches mehr. Längst hat sich in der Architektur ein auf glatten, reduzierten Formen beruhender Stil im Bild der gegenwärtigen Stadt behauptet. Nicht nur Quader und Würfel haben sich spätestens seit der Bauhauszeit in der Architektur etabliert, auch Kugelformen lassen sich, wenn auch eher selten, im Stadtbild entdecken.

Als einleuchtendes Beispiel eignet sich das Wahrzeichen Berlins, dessen geometrische Form die Kugel aufweist (Abb.13), welche 1964 bis 1969 unter Hermann Henselmann errichtet wurde und sich in mehr als 300 Metern über der Erde erhebt1. Doch woher stammt die Idee ein Gebäude in Kugelform zu bauen? Bis zum Jahre 1914 war in weiten Kreisen nicht bekannt, dass bereits um 1780 die Revolutionsarchitekten Claude- Nicolas Ledoux und Étienne-Louis Boullée Kugelhäuser entworfen hatten. Eines der wichtigsten dieser Gebäude ist der Newton-Kenotaph (Abb.1), welcher vom französischen Architekten Boullée konzipiert wurde. Das Grabmal, wie auch das Haus des Flurwächters (Abb.2) von Ledoux, könnten als eigentliche Grundlagen für Kugelbauten des 20. Jahrhunderts angesehen werden.

In dieser Hausarbeit werde ich den Newton-Kenotaph von Étienne-Louis Boullée vorstellen. Einleitend hierzu erscheint es mir wichtig die Revolutionsarchitektur Boullées und Ledoux’ in ihrer Entstehung zu erklären. Anschließend werde ich kurz über das Leben Boullées und die Architektur seiner Zeit informieren. Im folgenden Abschnitt werde ich sein Traktat „Essai sûr l’art“ vorstellen, welches den Entwurf des Newton-Grabmals enthält und seine theoretischen Vorstellungen über Architektur komplett darlegt. Schließlich komme ich zum eigentlichen Thema, dem Newton- Kenotaph, dessen Aufbau ich beschreiben werde. Hierauf folgt ein Kapitel zu den zwei Varianten, die Boullée für den Bau ausgearbeitet hat und ein Abschnitt zum geisteswissenschaftlichen Hintergrund, aufgrund dessen ein Gebäude für den Wissenschaftler Isaac Newton überhaupt entworfen wurde. Zum Schluss bleibt zu klären, wie sich die Architektur Boullées, insbesondere der Newton-Kenotaph, auf die moderne Baukunst ausgewirkt hat, welche modernen realisierten Kugelbauten es gibt und was sie mit dem Grabmal gemeinsam haben.

2 Étienne-Louis Boullée und die Architektur seiner Zeit

2.1 Biographische Aspekte

Étienne-Louis Boullée wurde am 12. Feburar 1728 in Paris als Sohn des Architekten Louis-Claude Boullée geboren. Um seines Vaters Nachfolger zu werden, begann Boullée Architektur zu studieren, obwohl er Maler werden wollte. Zunächst lernte er bei seinem Vater selbst verschiedene Konstruktionstechniken, später ging er bei verschiedenen Dozenten wie Nicolas Lancret, Jaques-François Blondel, Jean Laurent Legeay und Germain Boffrand in die Lehre. Boullée war keineswegs, wie oftmals fälschlich angenommen nur theoretisch tätig. Ab 1747, mit nur 19 Jahren wurde Boullée Professor an der Akademie in Paris und begann verschiedene Bauaufträge zu realisieren, wie beispielsweise das Hôtel de Brunoy2, eines der wichtigsten Stadthäuser der französischen Architekturgeschichte in Paris, bei dem er auf die zeitgenössischen Stilmittel des Barock und der Klassik verzichtete.3

Ab 1776 unterrichtete er auch an der École de Ponts et Chaussées – einer Ingenieursschule. Ende des 18. Jahrhunderts kam es zu Rivalitäten zwischen Ingenieuren und Architekten, weil die Landesverwaltung Frankreichs den Architekten eine nicht unerhebliche Anzahl ihrer traditionellen Aufgaben absprach, wie beispielsweise der Straßen- und Verkehrsbau, die Stadtplanung und der Militär- und Wasserbau. Jene Aufgaben wurden an Ingenieure und Kartographen verteilt, weshalb den Architekten letztendlich nur noch die Aufgabe des „Embellissement“, der Verschönerung,4 blieb.

2.2 Revolutionsarchitektur

Der Begriff „Revolutionsarchitektur“ wurde erstmals 1914 von Emil Kaufmann, einem österreichischen Kunstwissenschaftler, publiziert. In seinem Buch „Von Ledoux bis Le Corbusier“ erörtert Kaufmann, dass „um das Ende des 18. Jahrhunderts in Frankreich ein großer Umschwung stattgefunden“5 hat. 150 Jahre blieben die architektonischen Entwürfe und Theorien von Etienne-Louis Boullée, Claude-Nicolas Ledoux und Jean Jacques Lequeue in der wissenschaftlichen Literatur unerwähnt, obwohl sie schon frühzeitig Prinzipien der modernen Architektur vorwegnahmen. Ihren Namen hat die „Revolutionsarchitektur“ allerdings nicht ihrer Entstehungszeit vor und nach der französischen Revolution von 1789 zu verdanken. Mit den politischen Umbrüchen dieser Zeit kann sie nicht unmittelbar in Verbindung gebracht werden. Nicolas Ledoux selbst fertigte Entwürfe für das französische Königshaus an und wurde während der Französischen Revolution aufgrund von royalistischer Loyalität inhaftiert. Auch Boullée stand dem Hof nahe und entwarf Gebäude für den französischen Adel, wie beispielsweise für das Schloss Versaille.

Laut Gottfried Friedl ist es in diesem Zusammenhang trotzdem richtig von „Revolutionsarchitektur“ zu sprechen, allerdings im Sinne eines Umbruchs auf politisch-gesellschaflticher Ebene, sondern als Revolution des architektonischen Stils.6 Seit Jahrhunderten basieren architektonische Entwürfe auf den Grundideen des römischen Architekten, Ingenieurs und Schriftstellers Vitruv7. Seit dem ersten Jahrhundert vor Christus orientierten sich Architekten an den Säulenordnungen und der baulichen Hierarchie, die von Vitruv eingeführt wurden. Ledoux und Boullée waren nicht mehr bereit sich diesen Vorgaben unterzuordnen und formulierten in ihren Schriften und Entwürfen eine neue Architektur unabhängig von der Antike. Als Grundlage ihrer Entwürfe sollten nunmehr die Natur und die Geometrie dienen. Desweiteren war es für beide von Bedeutung einem Gebäude einen bestimmten „caractère“8 zu verschaffen, welcher seinen innewohnenden Zweck nach außenhin wiederspiegeln und beim Betrachter ein bestimmtes Gefühl erzeugen sollte. Ein Lehrer Boullées, Jaques François Blondel, schrieb hierzu bereits in seinem Werk „Cours d’Architecture“, von 1771:

„ […]alle von der Architektur abhängigen Erzeugnisse müßten ein Zeichen der jeweiligen Bestimmung eines Bauwerkes tragen und deshalb einen Charakter aufweisen, der seine allgemeine Form bestimmt und das Gebäude als das ankündigt, was es ist.“9

Bei Emil Kaufmann wird dieser Formalismus, welcher auf die Funktion des jeweiligen Bauwerks aufbaut, als „architecture parlante“, als „sprechende Architektur“ bezeichnet. Diese Sprache der Architektur verdeutlicht sich beispielsweise am Entwurf für eine Idealstadt von Nicolas Ledoux: der „Saline von Chaux“ (Abb.2)10. Der Architekt entwirft das Bild einer kreisförmig angelegten Stadt, deren zentrale Aufgabe die Salzgewinnung ist. Im Mittelpunkt der Stadtmauern befinden sich das Haus des Direktors und die Salinenanlagen, um die Arbeiterwohnhäuser angeordnet sind. Das Eingangsportal der Stadt verdeutlicht mit seiner schroffen, grottenähnlichen Felsenausgestaltung den Bezug zur Natur. Dieser wird bei Boullée beispielsweise im Tempel der Vernunft thematisiert, indem Boullée den gewölbten Bodenbereich mit groben Gestein auskleidete und in dessen Mitte einen Felseingang zur Grotte für die Göttin Diana von Ephesos plante.11

2.3 Boullées Essai sûr l’art

Kurz vor seinem Tod schrieb Boullée einen Traktat „Essai sûr l’art“, das eine umfassende Sammlung all seiner visionären Entwürfe und dazugehörige Textpassagen enthält. Die Schrift vermachte er der gesamten französischen Nation. Wie bereits im Abschnitt über Revolutionsarchitektur erwähnt, entdeckte Emil Kaufmann die Schrift erst 1914 wieder. Es dauerte fast vierzig weitere Jahre bis Helen Rosenau, eine deutsche Kunsthistorikerin, welche in London lebte, den Essai 1953 übersetzte.

Die Entwurfsammlung Boullées umfasst ausschließlich monumentale Bauten für den öffentlichen Gebrauch. Er unterscheidet 14 Gebäudetypen12, wie beispielsweise den Nationalpalast, das Museum, den Gerichtspalast und die Nationalbibliothek voneinander. Die Gebäudeordnung bei Boullée orientiert sich nicht an den Formen der antiken Bauten, die in die dorische, ionische, korinthische und komposite Ordnung untergliedert sind, sondern am Zweck der Architektur.13 Bei all seinen Zeichnungen legt der Architekt großen Wert darauf eine bestimmte Wirkung beim Betrachter zu erzielen. Vor den niemals realisierten, und wahrscheinlich auch nicht auf Verwirklichung angelegten, Gebäuden plaziert Boullée winzige Staffagefiguren, die eine Wirkung des Riesenhaften und Erhabenen, oder auch der Naturschönheit,14 erweitern. Durch zeichnerische Mittel, wie beispielsweise der Schattensetzung, soll beim Betrachter ein Gefühl der Ehrfurcht und des Schreckens hervorgerufen werden. Das Leitmotiv zu Boullées „Essai sûr l’art“ lautet „Ed io anche son pittore.“ – „Auch ich bin Maler“. Boullées Auffassung, dass Architektur gleich Kunst ist, wird schon im Namen der Schrift deutlich.15 Alle Entwürfe wenden sich von den traditionellen Vorgaben ab. Boullée versucht eine neue Architekturtheorie zu entwickeln, welche auf Elementen der Natur und der Geometrie basieren. Den pathetischen, monumentalen Stil seiner Bauten überträgt Boullée auch auf seine Texte, welche er mit poetischen und hymnischen Formulierungen ausschmückt. So leitet er beispielsweise das Kapitel über Grabmonumente und Kenotaphe folgendermaßen ein:

„Tempel des Todes, euer Anblick soll die Herzen erstarren lassen! Fliehe das Licht, Künstler, steige hinab in die Gräber, um dort beim fahlen und flackernden Schein der Totenlichter deine Ideen zu entwerfen!“16

An dieser Stelle verdeutlicht sich Boullées Bedürfnis der Architektur eine emotional bewegende Ausdruckskraft zu verleihen. Ähnlich hymnische Textpassagen zum Newton-Denkmal werden im folgenden Absatz zitiert.

3 Der Newton-Kenotaph

Étienne-Louis Boullée erläutert in seinem Traktat, bevor er über den Newton-Kentaph schreibt, Grabmonumente und Kenotaphe, wobei er auch auf die „architecture enselevie“, die versunkene Architektur, und die „architecture des ombres“, die Architektur der Schatten, eingeht. Indem Boullée dem Newton-Kenotaph ein eigenes Kapitel widmet, hebt er seine Besonderheit gegenüber den anderen Kenotaphen hervor. Der Newton-Kenotaph wird auch vom Architekten selbst als seine ureigenste und beste Erfindung bezeichnet17.

Boullée widmet Newton ein Monument, womit er den Wissenschaftler mit einem göttlichen Wesen oder gar Weltenschöpfer gleichsetzt. Seine Wertschätzung spiegelt sich in den ersten Worten des Abschnitts zum Newton-Kenotaph wieder. Einleitend wir der Kenotaph wie folgt gepriesen:

„Herrlicher Geist! Umfassendes und tiefschürfendes Genie! Göttliches Wesen! [...] O Newton! Wenn Du durch das Ausmaß Deiner Erkenntnisse und Dein erhabenes Genie die Gestalt der Erde bestimmt hast, so habe ich das Projekt entworfen, Dich mit Deiner Entdeckung zu umhüllen, Dich gewissermaßen mit Dir selbst zu umhüllen. Aber wie außerhalb deiner selbst etwas finden, wo es doch dort nichts geben kann, was Deiner würdig ist! Diese Gedanken waren es, die mich bestimmten, Deinem Grabmal die Gestalt der Erde zu geben.“18

3.1 Der Aufbau des Newtonkenotaphs

Im Wörterbuch der Architektur von Hans Koepf und Peter Binding steht unter dem Begriff „Grabdenkmal“ (oder auch Kenotaph) folgende Erklärung:

„ [...] im Gegensatz zum raumschaffenden Grabbau ist das G. lediglich ein Erinnerungsmal an einen Toten. Doch sind die Übergänge fließend. Reicher geschmückte Formen sind einem Sarg (...) oder der Liegestatt für einen Toten (Tumba) nachgebildet. Eine Sonderform ist das Heilige Grab.[...]“19

Desweiteren stellt Boullée in seinem Essay mehrere Entwürfe zu Grabmälern vor, allerdings unterscheidet er dabei meist nicht, wie bei Koepf & Binding, zwischen Leergräbern und Grabstätten. Die Kenotaphen stehen für ihn im Allgemeinen für Bauten, welche der Totenehrung und ihrer Andacht dienen. Der Newton-Kenotaph aber war als Leergrab geplant und sollte dementsprechend nicht den Körper Newtons beherbergen, sondern nur symbolisch für die Ehrschätzung Toten stehen.20

Das Konstruktionsvorbild für den Newton-Kenotaph war wohl Boullées kegelförmiger „Cenotaph cônique“ (Abb.3), welcher einen ähnlichen abgestuften und kreisförmigen Unterbau wie das Denkmal Newtons vorweist. Der Kegelkenotaph ruht ebenfalls auf flachen Zylindern, welche mit Zypressen kolonnadenartig umgeben sind.21 Im Unterschied zum Newton-Denkmal entwirft Boullée für den „Cenotaphe cônique“ ein gesamtes Areal als Totengedenkstätte, in dessen Mitte sich der „geköpfte“ Kegel befindet. Der Innenraum beider Bauten ist kugelförmig aufgebaut, wobei der Scheitelpunkt beim Kegel-Denkmal abgesenkt ist, sodass der Innenraum aus einer flachen Kuppel mit eine Leerraum darüber besteht. Der Newton-Kenotaph ist eindeutig als Vollkugel angelegt. Boullée fertigte für sein Traktat „Essai sur l’art“ sechs verschiedene Entwürfe an. Zwei verschiedene Innenansichten, auf die nocheinmal näher eingegangen werden soll (Abb.4 und Abb.5), eine Innenansicht mit kreisförmigen Sternenhimmel (Abb.6), zwei frontale Außenansichten (eine bei sonnigem Wetter und eine zweite Ansicht bei Nacht und schlechtem Wetter, Abb.1 und Abb.7) und einen Grundriss (Abb.8). Der Kenotaph besteht aus der Kugel, sprich aus der vollkommensten geometrischen Form. Diese ruht in ihrer reinen Form auf drei stufig übereinander angelegten Zylindern, auf denen Zypressen gepflanzt wurden. Jener Aufbau ist ebenfalls beim „Cenotaphe conîque“ wieder zu finden. Ähnlich wie bei antiken Tumulusgräbern, wie beispielsweise dem Augustusgrab, plant Boullée die Zypresse ein, welche in der antiken Mythologie metaphorisch für den Tod steht. Der Eingang zum Innenraum ist durch eine Treppe zugänglich und eröffnet sich am biedrigsten Punkt der Kugel. Er ist apsid-ähnlich in die Mauer eingelassen und wird auf beiden Seiten von den unterbrochenen Maureringen in einer Art Parabel gefasst. Am Fuße dieser Mauerausläufer sind vier Sphinxen installiert, die sich in Paaren auf der linken und rechten Seite verteilen. Wie beim „Kenotaph für Turenne“ (Abb.9) oder beim konischen Kenotaphen (Abb.3) verwendet Boullée beim Newton-Kenotaph Elemente aus den Nekropolen des alten Ägypten. Über dem Eingang auf dem zweiten Mauerring ist ein weiterer kleiner rechteckiger Zugang zum Innenraum zu verorten, welcher allerdings nur bei der Armillars-Variante verwendet werden sollte22. Rechts und links zu diesem Portal laufen zwei Treppen zum obersten Mauervorsprung, an dem sie sich an einer Feuerstelle wiedertreffen. Auf den Zugangstreppen am Fuße des Kenotaphs und vor dem oberen Eingang zeichnet Boullée winzige Staffagefiguren ein, durch die dem Betrachter die Monumentalität des Grabmals verdeutlicht wird. Antonio Hernandez schreibt, dass der gesamte Kenotaph im proportionalen Vergleich mit den winzigen Menschen auf der Zeichnung ungefähr 250 bis 280m Durchmesser gefasst haben müsste, was zu jener Zeit technisch niemals umsetzbar gewesen wäre.23 Für Boullée spielte der Gedanke der eigentlichen Realisierung allerdings keine entscheidende Rolle. Folglich schreibt er als Leitspruch seines Essais „Ed io anche son pittore“, was zum Ausdruck bringt, dass er vorwiegend auf den künstlerischen Ausdruck seiner Gebäudezeichnungen Wert legte.

[...]


1 Ein weiteres berühmtes Beispiel für einen Fernsehturm mit eingesetzter Kugel ist der „Oriental Pearl Tower“ in Shanghai, welcher zwischen 1992 und 1995 erbaut wurde. Mit einer Höhe von 468 Metern ist er der vierthöchste Turm der Welt.

2 Das Gebäude für Madame de Brunoy wurde 1774 bis 1779 erbaut. Das Stadtpalais ist ein Beispiel für Boullées weder zum Barock noch zum Rokoko zuzuordnenden neoklassizistischen Stil, welcher ägyptisiernede Elemente, wie z.B. die Böschung, aufweist.

3 Vgl. Madec, S.17ff.

4 Vgl. Madec, S.14.

5 Siehe Hernandez, S.50.

6 Vgl. Friedl, S.251, Fußnote 51.

7 Marcus Vitruvius Pollio, heute bekannt als Vitruv, wurde im 1.Jahrhundert v.Chr. geboren und diente in der Armee Gaius Julius Caesars und Augustus als Ingenieur für Kriegsmaschinerie.

8 Der Begriff wurde schon 1734 bei Germain Bofrand verwendet und von Jaques François Blondel weiterentwickelt. Nach Katharina Brichetti ist der Charakter die Grundlage der franzöischen Revolutionsarchitektur.

9 Siehe Oechslin, S.43.

10 Im Gegensatz zu den meisten anderen revolutionären Entwrfen Ledoux’ wurde die1773 in Auftrag gegebene Saline von Chaux ab 1775 wirklich – wenn auch nur teilweise – erbaut.

11 Vgl. Falkhausen, S.

12 Nach Beat Wyss unterscheidet Boullée in seinem Traktat folgende Typen: I (Natur-) Kathedrale, II (Natur-) Museum, III Basilika, IV Theater, V Palast eines Herrschers, VI Justizpalast, VII Nationalpalast, VIII Gemeindepalast, IX Kolosseum, X Öffentliche Bibliothek, XI Grabmonumente, XII Kenotaph für Newton, XIII Militärarchitektur, XIV Brücken.

13 Vgl. Wyss, Etienne-Louis Boullée, Architektur, Abhandlung über die Kunst, S.28

14 Boullée sagt selbst über das Erhabene: „Das Bild des Großen hat eine solche Macht über unsere Sinne, daß sogar die Vorstellung, es sei schrecklich, in uns noch ein Gefühl von Bewunderung hervorruft. Ein Feuer und Tod speiender Vulkan ist ein Bild von schrecklicher Schönheit. (...) Wenn man uns einen Menschen malt, mitten auf hoher See, nur Himmel und Wasser um sich, so ist dieses Schauspiel für uns wahrlich dasjenige der Unendlichkeit. In dieser Situation ist alles um uns herum außer Reichweite gerückt. Es gibt keine Vergleichsmöglichkeiten mehr.“

15 Aus Boullées Biographie lässt sich ebenfalls entnehmen, dass der Architekt lieber Künstler geworden wäre, ihm dies jedoch durch den Wunsch seines Vaters verwährt blieb.

16 Siehe Boullée, S.125.

17 Vgl. Friedl, S. 254.

18 Siehe Boullée, Essai sur l’art, S.131.

19 siehe Koepf/ Binding, S.225-226.

20 Isaac Newton wurde bereits 1727, kurz nach seinem Tod, in der Westminster Abbey beigesetzt.

21 Vgl. Vogt, Adolph Max, S. 282.

22 Siehe auch Abschnitt 3.2

23 Vgl. Hernandez, S.55, in anderen Schriften findet man eine Größenangabe von 150m.

Details

Seiten
24
Jahr
2009
ISBN (eBook)
9783668943834
ISBN (Buch)
9783668943841
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v468072
Note
Schlagworte
revolutionsarchitektur newton-kenotaph boullée

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Titel: Revolutionsarchitektur. Der Newton-Kenotaph von Étienne-Louis Boullée