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Sind Kryptowährungen langfristig eine Alternative zu traditionellen Anlageformen?

Bachelorarbeit 2018 59 Seiten

BWL - Investition und Finanzierung

Leseprobe

Inhalt

Abbildungsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1. Einleitung

2. Einführung in das Thema

3. Die Börse
3.1 Erläuterung, was ist die Börse?
3.1.1 Verschiedene Börsenarten
3.1.2 Börsenspezialisierungen der größten deutschen Börsen
3.2 Was wird an der Börse gehandelt?
3.3 Wie wird an der Börse gehandelt?
3.4 Gesetze und Steuern an der Börse

4. Traditionelle Anlagen
4.1 Erläuterung der Begrifflichkeit traditionelle Anlagen
4.2 Was gibt es für traditionelle Anlagemöglichkeiten?
4.2.1 Staatsanleihen
4.2.2 Aktien
4.2.2.1 Vorbörslicher Aktienkauf
4.2.2.2 Insidergeschäfte
4.2.3 Termingeschäfte
4.2.4 Devisenhandel
4.2.5 Anlegen auf dem Bankkonto
4.3 Wo und wie werden traditionelle Anlagen gehandelt?
4.4 Kursbeispiele von traditionellen Anlagen
4.5 Indikatoren mit Einfluss auf die Kurse
4.5.1 bei Staatsanleihen
4.5.2 bei Aktien
4.5.3 bei Termingeschäften
4.5.4 bei Devisenhandel
4.5.5 beim Anlegen auf der Bank

5. Kryptowährungen
5.1 Erläuterung der Begrifflichkeit Kryptowährungen
5.2 Geschichten und Fakten zu Kryptowährungen
5.3 Welche Kryptowährungen gibt es?
5.3.1 Bitcoin
5.3.2 Ethereum
5.3.3 Auroracoin
5.4 Wo und wie werden Kryptowährungen gehandelt?
5.5 Pro und Contra von Kryptowährungen
5.6 Betrugsmodelle erkennen
5.7 Kursbeispiele von Kryptowährungen
5.8 Indikatoren mit Einfluss auf die Kurse

6. Der Vergleich
6.1 Vergleich von traditionellen Anlagen und Kryptowährungen
6.2 Vergleichbare Trenderscheinungen im Anlagegeschäft aus der
Vergangenheit
6.2.1 Vergleich mit Dotcom Blase
6.3 Sind Kryptowährungen überhaupt Finanzanlagen?

Fazit

Literaturverzeichnis

Management Summary Deutsch

Diese Arbeit wird im Folgenden versuchen die Frage zu beantworten, ob die derzeit im Trend liegenden Kryptowährungen auch tatsächlich in der Lage sind ihren derzeitigen Kursanstiegen langfristig gerecht zu werden. Oder ob die traditionellen Anlagemöglichkeiten auf dem Markt wie z.B. Aktien, Devisen oder Staatsanleihen langfristig gesehen höhere Renditen und sicherere Gewinne versprechen, was sie damit zur clevereren Anlage macht.

Hierzu wird diese Arbeit zunächst im Allgemeinen auf die Börse eingehen, da anhand der Börse der Handel mit Finanzanlagen sehr gut beschrieben werden kann. Anschließend wird sowohl eine repräsentative Auswahl an Kryptowährungen, als auch eine repräsentative Auswahl an traditionellen Anlagen genau erklärt und erläutert. Im Anschluss daran werden beide Anlagemöglichkeiten gegenübergestellt und verglichen. Kurz darauf folgt ein Vergleich zwischen Kryptowährungen und in der Vergangenheit ähnlich exotischen Anlagen um anschließend eine möglichst exakte Zukunftsprognose aufstellen zu können. Diese dient dazu die zu Beginn der Arbeit gestellte Frage, ob Kryptowährungen langfristig gesehen eine Alternative zu traditionellen Anlagen darstellen, zu beantworten.

Management Summary English

This essay is going to answer the question if crypto currencies are able to compete with the traditional ways of investment. If they are based on long term considerations worth their current ratings on the international stock market or if the traditional ways of investment guarantee a more secure and promising way of investment. To answer this complicate question this essay will start with some general knowledge about the stock market itself as it is the most important market place to deal with most traditional investments as stocks. After the general information about the stock market this essay will describe traditional ways of investment and crypto currencies in detail. After that this essay is going to compare both ways of investment and see if there were compared to crypto currencies similar exotic examples of investment in the past. In the end this essay will answer the question if crypto currencies are as promising and secure as traditional ways of investment or if they are even better or worse.

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1 Kursverlauf Staatsanleihen Griechenland (Boerse.de, 2018)

Abbildung 2 Kursverlauf Aktie Volkswagen (Finanzen.net, 2018)

Abbildung 3 Kursverlauf Feinunze Gold (Finanzen.net, 2018)

Abbildung 4 Wechselkurs Euro-US-Dollar (Finanzen.net, 2018)

Abbildung 5 Leitzinsentwicklung der Europäischen Zentralbank (Ariva.de, 2018)

Abbildung 6 Kursverlauf Bitcoin (Finanzen.net, 2018)

Abbildung 7 Ether Kursverlauf (Finanzen.net, 2018)

Abbildung 8 Kursverlauf Auroracoin (Coingecko.com, 2018)

Abbildung 9 Kursvergleich Dotcom Blase und Bitcoin (Halver, 2017)

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1. Einleitung

Diese Arbeit wird im Folgenden versuchen das aktuell sehr präsente Thema der Kryptowährungen und die damit verbundene Faszination vom schnellen Geld aufzuarbeiten. Diese Arbeit wird versuchen die Frage zu klären, ob Kryptowährungen langfristig gesehen so erfolgreich wie traditionelle Anlagemöglichkeiten sind, oder ob sich hinter dem Trend der Kryptowährungen aktuell nicht eher der Wunsch der Anleger nach Alternativen und etwas Abwechslung verbirgt.

Um diese Frage abschließend zu beantworten, wird diese Arbeit nach und nach die folgenden Themen abarbeiten.

Zunächst wird diese Arbeit den traditionellen Handelsplatz für die meisten Anlagen, die Börse, genauestens erklären, damit der Hintergrund des Handels mit Anlagen klar wird. Dieser Punkt wird ein wenig auf die Geschichte der Börse eingehen und anschließend die verschiedenen Börsen und Börsenarten erläutern.

Im nächsten Punkt wird diese Arbeit auf verschiedene traditionelle Anlagemöglichkeiten eingehen. Darunter fallen unter anderem der Handel mit Staatsanleihen, Aktien und Termingeschäfte. Zudem die einfachste Form der Anlage bei der Bank.

Nachdem die verschiedenen traditionellen Anlagen erklärt und untersucht worden sind, werden die Handelsmöglichkeiten mit diesen Anlagen ein wenig erklärt. Dazu werden einige Kursbeispiele der Börsengeschichte wiedergegeben, um sowohl positive Eindrücke der Möglichkeiten des Börsenhandels, als auch einige Gefahren des Börsenhandels herauszuarbeiten.

Anschließend werden die wichtigsten Umweltindikatoren für die Kursschwankungen aufgelistet.

Im nächsten Schritt werden dieselben Punkte wie bereits bei den traditionellen Anlagen abgearbeitet. Dieses Mal jedoch im Hinblick auf die wichtigsten Kryptowährungen. Außerdem werden Kryptowährungen und traditionelle Anlagen umfangreich miteinander verglichen. Es werden die Kurse der letzten Jahre miteinander verglichen und vorsichtige Zukunftsprognosen aufgrund der Vergangenheit aufgestellt. Es werden die jeweiligen Vor- und Nachteile der verschiedenen Anlagemöglichkeiten gegenübergestellt. Ebenso werden Kryptowährungen mit ähnlich exotischen Anlagemöglichkeiten der Vergangenheit verglichen, damit eine möglichst klare Aussage auf die Zukunft der Kryptowährungen gewagt werden kann. Dies dient dazu die am Anfang dieser Arbeit gestellte Frage möglichst aussagekräftig und genau zu beantworten.

Anders als bei den meisten wissenschaftlichen Arbeiten wird diese Arbeit vermehrt mit Internetquellen arbeiten, einfach aufgrund der Gegebenheit, dass die Inhalte dieser Arbeit so aktuell und schnelllebig sind, dass Fakten von gestern schon heute überholt sein können. Das bedeutet, dass die Zeit, in welcher ein Buch geschrieben, gebunden, verlegt und schließlich verkauft ist, viel zu lange dauert, um in diesem speziellen Thema dann noch topaktuell sein zu können. Daher ergibt es sich auch, dass diese Arbeit auf weniger wissenschaftliche Quellen zurückgreifen kann als eventuell üblich. Das liegt darin begründet, dass diese Arbeit auf die neuesten und aktuellsten Begebenheiten eingeht, welche unter Umständen noch nicht endgültig wissenschaftlich bestätigt sein können.

Des Weiteren sind die Börse und alle möglichen Finanzanlagen weniger wissenschaftlich erfassbar. Es handelt sich bei allen Anlageformen um Spekulationsobjekte und um ein klassisches Angebot und Nachfrage Prinzip. Kurse sind selbst von Wissenschaftlern und Profis am Markt nicht vorhersehbar, weshalb es auch keine bis kaum wissenschaftlichen Quellen geben kann, die mehr Aussagekraft als andere Quellen hätten. Da nun nicht jede Quelle die üblichen wissenschaftlichen Standards aufweist, ist es nicht verwunderlich, dass einige angegebenen Quellen keinen Autor oder kein Datum enthalten, jedoch ist das Thema rund um die Kryptowährungen und alle anderen Anlagen dieser Arbeit so aktuell, dass es nahezu keine Quellen im Internet von vor 2010 gibt.

In dieser Arbeit beziehen sich oftmals mehrerer aufeinanderfolgende Absätze auf dieselbe Quelle. Daraus ergibt sich, dass die einer Behauptung zugehörige Quelle oftmals erst zwei oder drei Absätze später genannt wird. Diese Besonderheit ergibt sich, da diese Arbeit aufgrund des umfangreichen Themas an einigen Stellen versucht etwas Platz einzusparen, um möglichst alle Aspekte der Fragestellung behandeln zu können. Außerdem beziehen sich einige Absätze auf mehrere aufeinanderfolgende Seiten einer Quelle. Das macht es unmöglich eine exakte Quelle zu jedem Absatz zu nennen. Diese Maßnahme dient also zudem der Übersicht dieser Arbeit.

2. Einführung in das Thema

Glücksspiele faszinieren die Menschen schon seit jeher. Bereits im alten Ägypten gab es Hütchenspieler, welche ihr Geld mit Glücksspielen verdient haben. Seitdem haben sich Glücksspiele natürlich um einiges vervielfacht und weiterentwickelt. Es wurden sogar ganze Zivilisationen rund um die Glücksspielszene gegründet. So hat sich beispielsweise Las Vegas innerhalb von weniger als 70 Jahren um das 120-fache vergrößert. Von 25.000 Einwohnern im Jahr 1950 auf 2.000.000 Einwohner im Jahr 2005 und knapp 3.000.000 Einwohner im Jahr 2018. Der Umsatz der Casinos lag 2005 bei 8,7 Milliarden Dollar(DPA, 2005).

Auch wenn die Börse natürlich weder mit Las Vegas, noch mit Glücksspielen im allgemein üblichen Sprachgebrauch etwas zu tun hat, ist der Vergleich an dieser Stelle nicht so abwegig wie er zunächst erscheint. Privatpersonen setzen Geld auf eine Anlage, in der Hoffnung damit viel Geld zu verdienen und verlieren dabei eventuell ihren ganzen Einsatz, womöglich ihr gesamtes Vermögen. Dabei muss man natürlich sagen, dass die Börse durchaus weniger mit reinem Glück zu tun hat, als es eventuell bei einem einarmigen Banditen der Fall ist. Auch werden keine großen Firmen auf die Idee kommen ihr Vermögen in Las Vegas vermehren zu wollen. Und genau an dieser Stelle wird diese Arbeit ansetzen.

Diese Arbeit wird die Börse untersuchen, wie sie funktioniert, was dort gehandelt wird und wie man an der Börse zu Geld kommen kann. Hierzu werden einige schon länger auf dem Markt befindlichen Anlagen auf ihre Möglichkeiten, Vor- und Nachteile und Eigenarten untersucht. Daneben gibt es das brandaktuelle Thema, dass sogenannte Kryptowährungen die Finanzmärkte weltweit erobern. Diese sogenannten Kryptowährungen werden anschließend ebenso auf ihre Vor- und Nachteile sowie Möglichkeiten im Allgemeinen untersucht.

3. Die Börse

Bevor das Thema rund um Kryptowährungen und traditionelle Anlagemöglichkeiten weiter vertieft wird, ist es wichtig die grundsätzlichsten Informationen über den wichtigsten Handelsplatz weltweit für die überwältigende Mehrheit an Geldanlagen zusammenzutragen. Dieser Handelsplatz wird durch die Börse verkörpert. An ihr können Anleger aus aller Welt, mehr oder weniger problemlos, ihr privates Vermögen investieren. Ohne Anleger würde die Börse nicht existieren können.

3.1 Erläuterung, was ist die Börse?

Doch was ist die Börse nun genau? Man kann sich die Börse in jedem Fall als eine Art organisierten Handelsplatz, wie z.B. einen Marktplatz, für Anlagen vorstellen. Die allererste Börse wurde bereits im Jahre 1409 in der belgischen Stadt Brügge eröffnet. Damals trafen sich in Brügge die wichtigsten Kaufleute der Welt um zu handeln. Aus heutiger Sicht erscheint Brügge eher merkwürdig als Wahl für die erste Börse der Welt, jedoch war Brügge im Jahr 1409 noch durch den inzwischen versandeten Fluss Zwyn mit dem Meer verbunden. Dadurch war es ein wichtiges Zentrum des Welthandels. Die Idee der Börse in Brüssel hat durchaus Gefallen gefunden und hat weltweit weitere Börsenhandelsplätze aus dem Boden schießen lassen. Es hat dennoch 131 Jahre gebraucht bis die ersten Börsen in Deutschland eröffneten. Dies waren die Börsen in Augsburg und Nürnberg. Die heute größte und bedeutendste Börse in Deutschland, die Frankfurter Börse, zog erst 1585 nach.

Zu Beginn des Börsenzeitalters gab es jedoch noch keine Aktiengesellschaften und daher keine Aktien, welche man hätte kaufen können. An der Börse wurden damals daher keine Unternehmensbeteiligungen und Anleihen, wie im heutigen Börsenalltag üblich, gehandelt, sondern Wertpapiere, welche zum Kauf von Gütern zu einem bestimmten Preis, oder in anderen Worten Kurs, berechtigten. Diese Wertpapiere kamen also tatsächlich dem Kauf von Schweinehälften, Getreide oder Tulpenzwiebeln gleich. Das Ganze ähnelte schon ein wenig den heutigen Termingeschäften. Die erste Aktiengesellschaft der Geschichte wurde am 20. März 1602 durch den Zusammenschluss einiger niederländischer Fernkaufleute gegründet. Es handelte sich dabei um die Vereinigte Ostindische Compagnie (VOC). Die VOC vervielfachte den Wert ihrer Aktien bis ins Jahr 1720 um fast 1200 Prozent, musste jedoch im Jahr 1799 aufgrund von Missmanagement Konkurs anmelden. Die älteste Originalaktie der Welt, eine Aktie der VOC ausgestellt am 27. September 1606, hängt in der Börse Amsterdam und wurde für einen Gegenwert von ca. 450.000 Euro versichert(Dr. Bortenlänger Christine, 2017, S. 32-33).

Inzwischen gibt es schon lange nicht mehr nur die Börsen in Brüssel, Nürnberg, Augsburg oder Frankfurt. Heute hat fast jede größere Stadt ihre eigene Börse. Jeder dieser einzelnen Handelsplätze hat seine eigene kleine Spezialisierung vorgenommen. D.h., dass jede Börse ihre eigenen Spezialgebiete anzubieten hat und in diesem Spezialgebiet hat die jeweilige Börse dann üblicherweise auch die günstigsten Kurse oder die umfangreichsten Services anzubieten.

3.1.1 Verschiedene Börsenarten

Börsen gibt es zahlreiche verschiedene auf der Welt. Da verwundert es nicht, dass es auch Handelsplätze gibt, an welchen keine Wertpapiere in Form von Aktien gehandelt werden, sondern andere Papiere und Güter. Es gibt zum Beispiel sogenannte Waren(termin)börsen. Hier werden sog. „Commodities“ gehandelt. Das sind z.B. Güter wie Kaffee, Sojabohnen und Baumwolle. Jedoch werden hier auch Vieh, Öl, Gold und andere Edelmetalle gehandelt. Je nachdem worauf sich die Warenterminbörse spezialisiert hat. Allen Warenterminbörsen gemeinsam ist jedoch die Tatsache, dass sie alle großen Preisschwankungen unterliegen.

Das kommt daher, dass die Preise für Zukunftsgüter stark von Krisen, Katastrophen, Missernten, also höheren Mächten, abhängig sind. Daher kommt auch der Begriff des Schweinezyklus. Dieser lässt sich wie folgt beschreiben. Wenn es auf dem Markt aufgrund irgendeiner Katastrophe wenig Schweine gibt, steigen die Preise für Schweine enorm. Viele Bauern nehmen dann dementsprechend an, dass sie Schweine züchten sollten, da damit gerade sehr viel Geld verdient werden kann. Plötzlich gibt es jedoch wieder jede Menge Schweine, da viele Bauern dieselbe Idee hatten. Fallende Kurse für Schweine, aufgrund des nun bestehenden Überangebotes sind die logische Folge. Da aber kein Bauer auf die Idee gekommen ist weiter an seinen Rindern festzuhalten, gibt es davon plötzlich zu wenige auf dem Markt und der Schweinezyklus erfasst die Rinderpreise. An Warenterminbörsen wird jedoch nicht mit den Gütern direkt vor Ort gehandelt, sondern mit sogenannten Derivaten, hierauf wird im Punkt 4.2.3 noch genauer eingegangen. Diese berechtigen unter anderem zum Kauf eines Gutes zu einem vorher festgelegten Preis(Dr. Bortenlänger Christine, 2017, S. 53).

Eine weitere Börsenart ist die Rentenmarktbörse. Hier werden in erster Linie Anleihen gehandelt. Im Grunde unterscheiden sich Rentenmärkte in der Struktur kaum von üblichen Aktienbörsen. Der einzige wirkliche Unterschied liegt in den zu handelnden Wertpapieren. Während bei der Aktienbörse natürlich überwiegend Aktien gehandelt werden, wird an den Rentenmärkten vorwiegend mit Anleihen gehandelt. Das heißt mit i.d.R. festverzinslichen Wertpapieren. Dies können z.B. Staatsanleihen, Schiffsanleihen oder Anleihen von Unternehmen sein. Bundesschatzbriefe und Sparbriefe sind nicht zum Handel an der Börse zugelassen und können von daher nicht gehandelt werden(Boerse.de, kein Datum).

Wie bereits erwähnt ist eine weitere wichtige, wenn nicht die wichtigste Börse die Aktienbörse. Sie unterscheidet sich lediglich in der Art der gehandelten Papiere von einem Rentenmarkt. Aufgrund der großen Anzahl verschiedener an einer Aktienbörse gehandelten Papiere gibt es unter den Aktienbörsen, ähnlich wie bei den Warenterminbörsen nochmals einige Spezialisierungen. Speziell auf die verschiedenen Spezialisierungen der wichtigsten deutschen Börsen wird im Punkt 3.1.2 weiter eingegangen.

Ein weiterer wichtiger Markt ist der Devisenmarkt. Beim Devisenmarkt handelt es sich jedoch nicht wirklich um eine „Devisenbörse“. Das lässt sich sagen, da Devisen anders als andere Börsenpapiere direkt auf elektronischem Wege durch Devisenhändler gehandelt werden, welche international vernetzt sind. Es gibt weder einen räumlichen Standort im Sinne eines Saales, noch Makler, wie bei Börsen allgemein üblich. Eine weitere Besonderheit welche den Devisenmarkt von üblichen Börsen unterscheidet ist, dass hier 24-Stunden, also rund um die Uhr, gehandelt werden kann. Klassische Börsen haben bestimmte Uhrzeiten, zu welchen man handeln kann. Am Ende des Börsentages schließt die Börse dann auch. Das bedeutet jedoch für die Devisenhändler, dass sie rund um die Uhr aufmerksam sein müssen, damit sie auch wirklich keine einzige Kursschwankung am anderen Ende der Welt verpassen. Das macht das Handeln mit Devisen für den Privatanleger eher unattraktiv(Boerse.de, kein Datum).

Portale wie Gebrauchtwagenbörsen, Sammlerbörsen oder Singlebörsen werden zwar im Volksmund als Börsen bezeichnet und bringen in der Regel immer zwei Interessenten, Verkäufer und Käufer, zusammen, jedoch erfüllt keine der oben genannten „Börsenarten“ die gesetzlichen Vorschriften und Anforderungen um sich selber Börse nennen zu dürfen(Boerse.de, kein Datum).

3.1.2 Börsenspezialisierungen der größten deutschen Börsen

Um nun einen kurzen Überblick zu bekommen, wie die weiter vorne beschriebenen Spezialisierungen der einzelnen Börsen in etwa aussehen können, werden diese nun anhand einiger bedeutender deutscher Börsen zu erklären versucht.

Börse Berlin: Die Berliner Börse hat sich inzwischen vor allem auf internationale Aktien spezialisiert. Schwerpunkte liegen hier auf den USA, Osteuropa, China, Australien und der Türkei. Außerdem hat sich die Berliner Börse auf Investmentfonds spezialisiert und dafür sogar ein eigenes Segment namens „FondsPlus“ eingeführt. An der Berliner Börse werden etwa 10.000 Aktien aus 120 Ländern gehandelt. Ein gutes Näschen haben die Verantwortlichen der Berliner Börse 1991 bewiesen, als diese als eine der ersten Börsen weltweit die Microsoft-Aktie gehandelt hat, noch bevor Microsoft mit dem Betriebssystem Windows 3.1 seinen Siegeszug angetreten hat(Dr. Bortenlänger Christine, 2017, S. 38-39).

Börse Hamburg-Hannover: Schon 1999 gingen die Hamburger und die Hannoveraner Börse eine Liaison ein. In Hamburg gibt es zwar fünf verschiedene Börsen, jedoch ist die mit Abstand wichtigste Börse in Hamburg die Wertpapierbörse. Die Börse Hamburg-Hannover gilt als Innovator für den Fondshandel und bietet die Plattform „Fondshandel“ für geschlossene und offene Fonds an. Die Börse Hamburg-Hannover hat sich hierbei auf Privatanleger eingeschossen(Dr. Bortenlänger Christine, 2017, S. 39).

Börse München: Die Börse in München hat mit M:acces ein ganz eigenes Segment entwickelt, welches überwiegend auf kleinere und mittlere Aktienunternehmen zielt. Durch das ebenfalls eigens entwickelte Handelssystem Max-One 2.0 haben die Anleger jederzeit direkten Zugriff auf über 4500 Aktien aus über 60 Ländern. Außerdem hat sich die Münchner Börse auch auf Renten und Fonds spezialisiert. Um immer den besten Kurs zu erhalten, wählt das Handelssystem immer vollautomatisch den liquidesten Markt. Ein weiterer Pluspunkt der Münchner Börse ist, dass sie auf Teilausführungen verzichtet. Das ist deshalb ein Vorteil, da ein Anleger immer auf einen Schlag all seine georderten Aktien erhält und nicht nach und nach seine Aktien „überwiesen“ bekommt und für jede „Überweisung“ erneut Gebühren zahlt(Dr. Bortenlänger Christine, 2017, S. 40).

Börse Stuttgart: Die Stuttgarter Börse hat sich besonders auf die sehr interessante Produktgruppe der verbrieften Derivate spezialisiert. Ein verbrieftes Derivat ermächtigt den Besitzer im Grunde eine Aktie zu einem vorab festgelegten Preis zu handeln. Das Ganze funktioniert also ganz ähnlich wie die vorab beschriebenen Termingeschäfte, nur eben für Aktien und andere Anlagen. Ein weiterer Service der Stuttgarter Börse ist, dass keine Kursspanne zulasten des Anlegers anfällt, zumindest nicht bei den Hauptaktienindizes, also den größten deutschen Aktienunternehmen. Die Stuttgarter Börse bietet zudem einen eigenen Taxgenerator, welcher dem Anleger immer auf einen Blick alle An- und Verkaufspreisinformationen in Echtzeit anzeigt(Dr. Bortenlänger Christine, 2017, S. 41).

Natürlich gibt es noch viel mehr Spezialisierungen für die Anleger auf dem Markt und noch viel exotischere Möglichkeiten sein Geld anzulegen, jedoch sollte dieser Punkt lediglich dazu dienen einen groben Überblick darüber zu verschaffen wie umfangreich und voller Möglichkeiten die Welt der Geldanlage sein kann.

3.2 Was wird an der Börse gehandelt?

Wie inzwischen mehrfach geschildert, werden an der Börse allerlei Werte gehandelt. Üblicherweise handelt es sich hierbei um Aktien. Jedoch werden auch viel exotischere Güter gehandelt. Je nachdem um was für eine Art Börse es sich handelt, variieren natürlich auch die Anlagemöglichkeiten. Gemeinsam haben sie jedoch in der Regel, dass es sowohl ein zentrales Gebäude gibt, in welchem die Händler zusammenkommen können, als auch feste Handelszeiten, zu welchen an der Börse gehandelt werden darf gibt. Die Ausnahme bildet der Devisenmarkt, an welchem rund um die Uhr, i.d.R. Online über Computer gehandelt wird. Das Ziel der Anleger, egal ob sie nun mit Derivaten, Devisen, Aktien, Warenterminen oder Renten handeln, ist immer die Vermehrung des Wertes. Also dass die jeweilige Anlage im Wert steigt, bevor man sie dann mit möglichst viel Gewinn weiterverkauft.

3.3 Wie wird an der Börse gehandelt?

Der Handel an der Börse läuft grundsätzlich wie auf jedem Marktplatz ab. Eine Person hat etwas, was eine andere Person gerne hätte und sie einigen sich auf einen Preis. Wenn sich mehrere Interessenten für ein und dasselbe Produkt interessieren, steigt der Preis, und wenn sich niemand mit Interesse an einem Produkt findet, fällt dieser wieder. Es herrscht also ein ganz normales Angebot und Nachfrageprinzip, bei welchem jeder für sich das Maximum herausschlagen möchte(Dr. Bortenlänger Christine, 2017, S. 31).

Es gibt grundsätzlich zwei Wege an der Börse zu handeln. Entweder man handelt selbst, oder über einen Makler. Wenn man selbst über die von den Börsen entworfenen Onlinebörsen handelt, muss man zwar keine hohen Maklergebühren zahlen, muss sich jedoch dafür komplett eigenständig um den Kauf und den Verkauf der Aktien kümmern. Mit einem Makler hat man die Möglichkeit jemanden an seiner Seite zu haben, der sich um alles kümmert, der aber natürlich auch an den Transaktionen mitverdienen will. Makler sind von daher auch immer kritisch zu sehen, da sie nur dann ihr Geld verdienen, wenn sie Aktionen durchführen, also entweder kaufen oder verkaufen. Daher werden Makler immer eher dazu raten zu kaufen oder zu verkaufen, auch wenn sie womöglich ahnen, dass das Halten der Aktien wahrscheinlich klüger wäre(Buffett Mary, 2017, S. 28).

Für den Handel an der Börse gibt es natürlich ganz verschiedene Strategien. Zum einen gibt es die Strategie des Kaufens und Verkaufens. Daneben gibt es die Strategie des Kaufens und Haltens. Der Unterschied zwischen den beiden Strategien ist überwiegend, dass die eine sehr kurzfristig orientiert ist und die andere Strategie eine langfristige Orientierung darstellt. Bei der Strategie des Kaufens und Verkaufens versuchen die Anleger immer auf einen steigenden Kurs aufzuspringen und von einem fallenden Kurs so schnell wie möglich abzuspringen. Die Anleger reagieren extrem schnell auf den Markt und müssen exakt vorhersehen was passieren wird. Diese Strategie eignet sich daher für den Laien kaum, da sie auch mit einem enormen Risiko verbunden ist. Mit dieser Strategie haben schon erfahrene Profis ihren gesamten Besitz verloren. Die Strategie des Kaufens und Haltens eignet sich in der Regel besser für Privatanleger und ist außerdem mit weniger Stress verbunden. Denn hier liegt die gesamte Taktik darin, eine Aktie während eines außergewöhnlichen Tiefs oder zumindest zu einem unter Berücksichtigung der Unternehmenskennzahlen fairen Preis zu erwerben und dann möglichst lange, oft sogar zwanzig, dreißig oder gar vierzig Jahre zu halten bevor sie weiterverkauft wird. Diese Strategie baut auf dem Prinzip von Zins und Zinseszins auf. Eine einfache Beispielrechnung hierfür wäre zum Beispiel. Eine Person legt 30 Jahre lang, 50.000 Euro zu 5% jährlicher Rendite an. Am Ende der 30 Jahre wäre der Wert dieser 50.000 Euro auf eine Summe von über 216.097 Euro (50.000 x 1,05^(30)) angewachsen ohne dass man dieses Geld in irgendeiner Art und Weise angefasst hätte. Zum Vergleich, wenn man das Geld noch weitere Zehn Jahre zur selben Rendite angelegt lassen würde, wäre der Wert bei unglaublichen 351.999 Euro (50.000 x 1,05^(40)). Und sollte es der Anleger sogar schaffen eine Rendite von knapp 10% zu erhalten, was bei guten Aktien von starken Unternehmen in Ausnahmefällen möglich ist, dann hätte der Anleger nach 40 Jahren einen Aktienwert von ca. 2.263.000 Euro (50.000 x 1,1^(40)). Hier sieht man dann wie enorm der Effekt von Zins und Zinseszins selbst bei kleinen Unterschieden in der Rendite von nur 5% ins Gewicht schlägt(Buffett Mary, 2017, S. 27,36).

3.4 Gesetze und Steuern an der Börse

Die Gesetze und Steuern an der Börse werden in dieser Arbeit nochmals ein wenig gesplittet, da es zwei unterschiedliche Seiten gibt. Zum einen gibt es Regeln für den Anleger, ob privat oder geschäftlich spielt dabei zunächst eine untergeordnete Rolle. Die andere Seite ist die Börse. Auch diese muss sich an umfangreiche Gesetze und Vorschriften halten, um weiterhin als Börse notiert zu bleiben.

Zunächst zu den Vorschriften und Richtlinien für Anleger: Für den Anleger gibt es an der Börse zunächst nicht so vieles zu beachten. Er benötigt lediglich einen Zugang zum Online-Banking und ein wenig Kapital. Schon kann er an der Börse einsteigen. Beachten muss er im Gewinnfall lediglich, dass der Staat, wie auf alle anderen Einkommensarten, Steuern erhebt. Und zwar 50%! Der Aktionär muss aber glücklicherweise nicht die gesamten 50% Steuern selber zahlen. Der Aktionär muss lediglich 25% der eigenen Aktiengewinne versteuern. Die anderen 25% holt sich der Staat in Form von Körperschafts-Steuer direkt vom Unternehmen. Die sogenannte Abgeltungssteuer ist allerdings ebenfalls eine Quellensteuer, was bedeutet, dass der Staat die Steuern direkt über die Bank einzieht. Dadurch hat der Aktionär immerhin keine Arbeit in Form einer Steuererklärung. Auf diese 25% fallen dann gegebenenfalls noch Kirchensteuer und Solidaritätszuschlag an. Weitere finanzielle Belastungen des Börsenanlegers sind die Gebühren bei der Bank, welche bei Kauf und Verkauf je nach Bank zwischen 0,1% und 3% liegen. Außerdem wird eine Depotgebühr für das „Aktienkonto“ bei der Bank verlangt. Diese beträgt in der Regel 1/1000 des aktuellen Aktienwertes. Aktiengewinne waren bis 1.1.2009 sogar steuerfrei, wenn man die Aktien über ein Jahr in seinem Depot hatte. Somit wurden nur die Gewinne der Spekulanten versteuert(Dr. Bortenlänger Christine, 2017, S. 153-154).

Im Folgenden werden nun einige Gesetze und Vorschriften der Börse selbst genannt. In Deutschland ist es so, dass das Börsengesetz für alle Börsen gleichermaßen gilt. Da aber jedes Bundesland selbst entscheidet ob, wann, wo und was für eine Börse es errichtet, gibt es für jede Börse extra eine gesonderte Börsenordnung. Die Börsenordnung regelt eher Dinge, welche den eigentlichen Betrieb an der Börse direkt betreffen.

Des Weiteren gibt es jedoch auch noch Zusätze im Bürgerlichen Gesetzbuch, welche den Handel an der Börse betreffen. So sind zum Beispiel im Wertpapierhandelsgesetz ausdrücklich sogenannte Insidergeschäfte verboten. Dies bedeutet, dass Mitarbeiter oder Manager eines Unternehmens an der Börse ihr internes Wissen über das Unternehmen, welches der Öffentlichkeit noch nicht zugänglich ist, nicht ausnutzen dürfen um Aktien zu kaufen oder zu verkaufen, um davon persönlich zu profitieren.

Im Börsengesetz sind auch alle Organe festgehalten, welche eine Börse aufweisen muss, um als Börse zugelassen zu werden. Diese sind unter anderem der Börsenrat, welcher aus 24 Mitgliedern besteht. Der Börsenrat ist das oberste Organ an der Börse. Die Börsengeschäftsführung besteht aus ein oder mehreren Geschäftsführern, welche für höchstens fünf Jahre im Amt sein dürfen. Weiterhin gibt es ein Börsenschiedsgericht, welches für Streitigkeiten zwischen den Börsenteilnehmern bezüglich Börsengeschäften zuständig ist und eine Handelsüberwachungsstelle, welche die Geschäftsabwicklung, den Handel und die Preisfeststellung überwacht(Dr. Bortenlänger Christine, 2017, S. 49-50).

Außerdem hat die Börse, was viele nicht wissen, eigene Betriebszeiten. Es gibt keine festgeschriebenen Öffnungszeiten für die Börse, aber für die Anleger gilt, nur während der Öffnungszeiten kann an der jeweiligen Börse gehandelt werden. Außerhalb dieser Zeiten müssen sich die Anleger entweder gedulden bis die Börse wieder öffnet oder aber sich eine andere Börse zum Handeln aussuchen. Öffnungszeiten einiger wichtiger Börsen sind z.B.:

Frankfurt: 08:00-20:00 Uhr (MEZ)

New York Stock Exchange: 15:30-22:00 Uhr (MEZ)

Stuttgart: 08:00-22:00 Uhr (MEZ)

London Stock Exchange: 09:00-17:30 Uhr (MEZ)

Shanghai Stock Exchange: 02:30-08:00 Uhr (MEZ)

Wiener Börse: 08:55-17:35 Uhr (MEZ)

Wichtig bei den Börsenöffnungszeiten ist hierbei zu bedenken, dass alle Zeitangaben auf MEZ beruhen. Die Ortszeiten können hierbei abweichen. So hat die New York Stock Exchange z.B. nicht zwischen 15:30 und 22:00 Uhr Ortszeit geöffnet, sondern zwischen 09:30 und 16:00 Uhr Ortszeit(Boerse.de, kein Datum).

4. Traditionelle Anlagen

Was diese Arbeit unter traditionellen Anlagen definiert, ist unumgänglich sehr stark zusammengefasst. Tatsächlich ist es so, dass es in der realen Welt eine fast unüberschaubare Menge an Anlagemöglichkeiten gibt, welche der private Anleger wohl als traditionelle Anlage definieren würde. Dieser Punkt wird lediglich traditionelle Anlagen genannt, um die Abgrenzung dieser Anlagemethoden, die schon einige Jahre und Jahrzehnte existieren, zu den vergleichsweise sehr neuen Kryptowährungen deutlich zu machen. Als traditionelle Anlagemöglichkeiten werden in dieser Arbeit Staatsanleihen, Aktien, Termingeschäfte, der Devisenhandel und die traditionelle Anlage auf dem Bankkonto genauer untersucht.

4.1 Erläuterung der Begrifflichkeit traditionelle Anlagen

Wie eben bereits erwähnt, ist die Begrifflichkeit der traditionellen Anlagen eigens für diese Arbeit gewählt worden, um die Abgrenzung zu den neueren Anlagen wie Kryptowährungen deutlich zu machen. Auch werden nicht alle auf dem Markt befindlichen traditionellen Anlagen behandelt, da dies den Umfang dieser Arbeit sprengen würde. Daher konzentriert sich das Augenmerk hier vornehmlich auf die wohl bekanntesten traditionellen Anlagen auf dem heutigen Markt.

4.2 Was gibt es für traditionelle Anlagemöglichkeiten?

Im Folgenden werden nun die eben genannten traditionellen Anlagen genauer erläutert.

4.2.1 Staatsanleihen

Mit den Staatsanleihen gleich zu einer Anlagemöglichkeit, welche vermeintlich zu den sichersten aller Anlagemöglichkeiten gehört. Mit dem Erwerb einer Staatsanleihe leiht der jeweilige Anleger dem Staat sein privates Kapital für einen bestimmten Zeitraum und erhält dafür regelmäßig vorher festgelegte Zinsen ausgezahlt. Geld leihen kann dem Staat in der Regel jeder. Dabei macht es keinen Unterschied, ob ein Unternehmen oder ein Privatanleger dem Staat sein Kapital zur Verfügung stellt. Natürlich macht es allerdings einen bedeutsamen Unterschied, welchem Staat man sein Kapital leiht. Jeder Staat hat unterschiedliche Zinsen auf Staatsanleihen und bei jedem Staat ist das Geld unterschiedlich sicher angelegt.

Das größte Risiko bei Staatsanleihen besteht in einem Totalausfall des Staates als Schuldner in Form eines Staatsbankrotts. In diesem Fall wäre das geliehene Geld verloren. Daher gelten große, wirtschaftsstarke Staaten wie zum Beispiel Deutschland und die USA als besonders sichere Herausgeber von Staatsanleihen.

Natürlich hat eine sichere Staatsanleihe den positiven Aspekt, dass man sein Geld sehr wahrscheinlich wiedersieht und man regelmäßige Zinsauszahlungen erhält, jedoch sind risikoreichere Staatsanleihen dafür höher verzinst. Staatsanleihen können bei Bedarf auch vor Ablauf der Laufzeit an der Börse weiterverkauft werden.

Wie sicher Staatsanleihen einzelner Staaten sind wird von sogenannten Rating-Agenturen festgestellt. Diese ermitteln sowohl die Bonität, als auch die Kreditwürdigkeit der jeweiligen Staaten und bewerten diese mit einem sogenannten Ratingscore, welcher in der Regel durch Buchstabencodes angegeben wird. AAA steht hierbei für die höchste Bonität während C und D für eine ausgesprochen schlechte Bonität stehen. Hierbei muss man auch darauf achten, dass unterschiedliche Ratingagenturen verschieden bewerten, dabei gehen die Bewertungen meist nur sehr geringfügig auseinander. Auch die Anlagedauer unterscheidet sich von Staatsanleihe zu Staatsanleihe. Der Anleger kann sein Kapital entweder kurz-, mittel-, oder langfristig zur Verfügung stellen. Kurzfristig bedeutet in der Regel eine Laufzeit von bis zu vier Jahren. Mittelfristig beschreibt eine Anlagedauer von vier bis acht Jahren und ab acht Jahren spricht man von einer langfristigen Anlage. Bei langfristigen Anleihen existieren die beiden Auszahlvarianten, dass der Anleger entweder jährlich seine Zinsausschüttung erhält, oder am Ende der Laufzeit alles zusammen, also das geliehene Kapital plus die über die Jahre angehäuften Zinsen, ausgezahlt bekommt. Unabhängig von der Laufzeit der Staatsanleihe gehören zumindest die als sicher eingestuften Staatsanleihen aufgrund ihrer langen Laufzeit und den geringen Renditen zu einer der konservativeren Anlageformen auf dem Markt(Aktien.net, kein Datum).

4.2.2 Aktien

Eine deutlich riskantere Anlageform als die der Staatsanleihen sind Aktien. Aktien „entstehen“ immer, wenn sich ein Unternehmen dazu entscheidet an die Börse zu gehen. Dann teilt es einen gewissen Anteil seines Grundkapitals in eine festgelegte Anzahl an Aktien auf und bietet diese an der Börse zum Verkauf an. Durch Aktien beschaffen sich Unternehmen also privates Kapital um zum Beispiel zu expandieren oder sich anderweitig weiterzuentwickeln. Durch Staatsanleihen besorgen sich Staaten privates Kapital um zum Beispiel Straßen oder Schulen zu sanieren. Jedoch gibt es zwei grundlegende Unterschiede zwischen Staatsanleihen und Aktien. Anders als bei Staatsanleihen erhält ein Aktionär seine Aktie nicht für einen vorher festgelegten Zeitraum vom Unternehmen, sondern eine Aktie wird auf unbestimmte Zeit veräußert. Auch gibt es bei Aktien keine festen Zinsen auf das investierte Kapital.

Der Aktienkurs hängt in der Regel von der Anzahl der angebotenen Aktien auf dem Markt und der Nachfrage nach eben jenen Aktien ab. Wenn viele Aktien angeboten werden und kaum Nachfrage besteht, sinkt der jeweilige Kurs und wenn kaum Aktien angeboten werden aber die Nachfrage nach den Aktien eines bestimmten Unternehmens groß ist, steigt der Kurs. Das ist jedoch lediglich ein Aspekt, welcher die Aktienkurse beeinflussen kann, genauer wird hierauf im Punkt 4.6 dieser Arbeit eingegangen.

Somit hat der Aktionär, anders als es bei Staatsanleihen in der Regel der Fall ist, keine Garantie, dass er sein investiertes Kapital beim Verkauf auch zurückerhält. Entweder der Kurs ist seit dem Erwerb gestiegen oder aber er ist gefallen. Dass ein Aktienkurs über einen längeren Zeitraum exakt gleich bleibt ist sehr selten. Also erhält der Aktionär entweder mehr Geld zurück, oder aber er bekommt deutlich weniger als er ursprünglich investiert hat. Das hängt in der Regel vom Erfolg des Unternehmens zu dem die jeweiligen Aktien gehören ab. Das bedeutet zwar, dass Aktionäre selbst die volle Entscheidungsfreiheit haben, in welche Aktien sie investieren und es bedeutet, dass Aktionäre Chancen auf Wertsteigerungen der Aktien haben, bei welchen eine Staatsanleihe bei Weitem nicht mithalten kann. Es bedeutet aber auch, dass von heute auf morgen das investierte Kapital nur noch halb so viel wert sein kann oder aber sogar komplett wertlos wird.

Beim Aktienhandel muss ein Anleger üblicherweise auf einige Gebühren achten. Also sollte der Kurs insgesamt immer ein wenig angestiegen sein, bevor die Aktie nach allen Abzügen noch mit Gewinn weiterverkauft werden kann. Anleger müssen beim Aktienhandel folgende Kosten auf jeden Fall beachten und bei ihrer Kalkulation bedenken.

Zum einen muss natürlich der aktuelle Tageskurs für die Aktie bezahlt werden. Dieser Teil macht auch in der Regel den größten Kostenpunkt aus.

Die Bank verlangt üblicherweise bei jedem Kauf und Verkauf an der Börse eine Gebühr von zwischen 0,1 und 3 Prozent des Aktienwertes.

Bei Kursgewinnen oder Dividenden, welche ausgeschüttet werden, muss der Aktionär 25 Prozent der Ausschüttung versteuern. Das Unternehmen führt bereits vor der Ausschüttung 15 Prozent als Körperschaftssteuer ab.

Außerdem verlangt die Bank jährlich eine Depotgebühr von ca. einem Tausendstel des Aktienwertes im Depot(Dr. Bortenlänger Christine, 2017, S. 153-154).

Unabhängig von den vielen Abgaben, welche ein Aktionär zahlen muss, ist der Aktienhandel nach wie vor sehr riskant. Wobei diese Aussage immer mit Vorsicht betrachtet werden muss. Es sollte eher heißen, dass unerfahrene Anleger, die wenig Kenntnis der Materie haben und dennoch, vergleichsweise naiv, überbewertete Aktien vermeintlich gut klingender Unternehmen erwerben, ein hohes Risiko eingehen Verluste zu machen. Wenn man an der Börse weiß, worauf man zu achten hat, lässt sich das Risiko jedoch begrenzen. Doch auch dann noch gibt es einige Risiken, die die Anleger beachten müssen und welche oftmals plötzlich, vollkommen ohne Ankündigung, eintreten können. Auf solche Gefahren und Risiken des Aktienhandels auf welche der Anleger keinen bis kaum Einfluss hat wann, in welcher Art und Weise und wo sie auftreten, wird weiter hinten in dieser Arbeit im Punkt 4.6 nochmals eingegangen(Aktien.net, kein Datum).

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Details

Seiten
59
Jahr
2018
ISBN (eBook)
9783668934948
ISBN (Buch)
9783668934955
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v465806
Institution / Hochschule
Macromedia Fachhochschule der Medien Stuttgart
Note
1,7
Schlagworte
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Titel: Sind Kryptowährungen langfristig eine Alternative zu traditionellen Anlageformen?