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Gestaltung des Sportunterrichts in der zehnten Klasse

Training zur Förderung der Kraftausdauer unter Berücksichtigung der Differenzierung

Ausarbeitung 2017 17 Seiten

Sport - Sportpädagogik, Didaktik

Leseprobe

Inhalt

1. Einbettung in die Unterrichtsreihe

2. Beschreibung der Lerngruppe

3. Thema und Lernziele
3.1 Stundenlernziel
3.2 Teillernziele
3.2.1 im motorischen Bereich
3.2.2 im kognitiven Bereich

4 Didaktisch-methodische Begründung
4.1.1 Kraftausdauer
4.1.2 Krafttraining in der Schule
4.1.3 Legitimation des Unterrichtsinhalts

5 Verlaufsplan

6 Literaturverzeichnis

7. Anhang

1. Einbettung in die Unterrichtsreihe

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

2. Beschreibung der Lerngruppe

Die Unterrichtsstunde dieser 10. Klasse einer Realschule aus Nordrheinwestfalen, wird an einem Donnerstag in der 3. Und 4. Stunde durchgeführt. Der Sportunterricht findet immer montags in der 6. Stunde und donnerstags in der 3. und 4. Stunde statt. Die Klasse besteht aus 10 Jungs und 7 Mädchen, welche sich zum größten Teil bereits seit der 5. Klasse kennen. Die Verhaltensregeln im Sportunterricht sind allen bekannt und werden weitestgehend eingehalten. Es herrscht ein sehr gutes Lernklima, obwohl sich die Schülerinnen und Schüler (werden im weiteren Verlauf mit SuS abgekürzt) bereits mitten in der Pubertät befinden. Durch die körperlichen Unterschiede zwischen Jungen und Mädchen, die sich im Laufe der Pubertät entwickeln, ist die Gruppe sehr heterogen. Darüber hinaus ist knapp die Hälfte der SuS in einem Sportverein aktiv, während die andere Hälfte in der Freizeit weniger mit Sport beschäftigt ist. Aufgrund der vielen körperlichen Veränderungen in der Pubertät sowie teilweise mangelndes Bewusstsein für die Gesundheit, ist es sinnvoll ein Fitnesstraining in den Sportunterricht zu integrieren. Die SuS sollen lernen den eigenen Körper wahrzunehmen und ein Bewusstsein für ein gesundes Leben zu entwickeln.

3. Thema und Lernziele

Das Thema der Unterrichtsstunde lautet „Reflexive Beurteilung des entwickelten Zirkels anhand der Beobachtungen und Kriterien der letzten Stunden“.

3.1 Stundenlernziel

Die SuS sollen erfahren, wie der Körper auf verschiedene Arten von Belastung reagiert, sich selber wahrnehmen und die Übungen in der Reflexion aufgrund der zuvor erarbeiteten Kriterien bewerten und modifizieren.

3.2 Teillernziele

3.2.1 im motorischen Bereich

Die SuS können die Kontraktion eines Muskels wahrnehmen Die SuS können eine Belastung über einen längeren Zeitraum ausführen

3.2.2 im kognitiven Bereich

Die SuS können Kraftübungen im Hinblick auf den Schwierigkeitsgrad anpassen Die SuS können die entwickelten Übungen im Hinblick auf die erarbeiteten Kriterien überprüfen Die SuS können ihre Fähigkeiten und Kenntnisse der Trainingsgestaltung verbessern Die SuS können sich untereinander Hilfestellungen geben und gegenseitig motivieren

4 Didaktisch-methodische Begründung

Zu Beginn der didaktisch-methodischen Begründung soll zunächst eine Sachanalyse durchgeführt werden, bevor die Unterrichtsinhalte spezifischer dargestellt werden.

4.1 Sachanalyse

Die Sachanalyse wird gegliedert in die Vorstellung der Kraftausdauer und wie sich diese in den schulischen Kontext einordnen lässt.

4.1.1 Kraftausdauer

Um den Begriff der Kraftausdauer definieren zu können, gilt es die Begriffe Kraft und Ausdauer zu bestimmen. Unter Kraft versteht man in der Sportwissenschaft nach Nicolaus Anstrengungen, die deutlich über dem durchschnittlichen Beanspruchungsbereich liegen. Eine durchschnittliche Belastung liegt nach Hettinger bei ca. 30 % des Maximalkraftwertes eines Sportlers. Die Kraft bildet auf der Grundlage dieser Erkenntnis die Basis für Muskelleistungen mit Krafteinsätzen, die über 30% der maximalen Kraft des Sportlers liegt (Nicolaus 1995, S.15).

Der Begriff der Ausdauer beschreibt die Ermüdungswiderstandsfähigkeit des Muskels bei langandauernden Belastungen (Nicolaus 1995, S.20).

Die Kraftausdauer ist demnach als komplexe Kombination der beiden zuvor genannten Komponenten zu definieren. Die Abhängigkeit des Maximalkraftniveaus mit der Stoffwechselleistung bzw. Ermüdungswiderstandsfähigkeit, bestimmt die Fähigkeit der Kraftausdauer. Die Kraftausdauer kann ebenfalls als die Fähigkeit Muskelanstrengungen, die über 30% der Maximalkraft liegen, über einen längeren Zeitraum auszuführen, definiert werden (Nicolaus 1995, S. 21). In diesem Fall hätte man eine Operationalisierung der Kraftausdauer erreicht, indem man eine Zeit/Dauer und eine Belastungsgröße bestimmen konnte. Eine bei ca. 30% der Maximalkraftliegende Belastung sollte demnach über ca. 2 Minuten ausgeführt werden können. Dieser Prozess ist auf das Phänomen der anaeroben Muskelstoffwechselleistungsfähigkeit zurückzuführen. Es gilt dabei die Wiederholungszahl der Kraftstöße über einen Zeitraum möglichst gleich zu halten. Eine Verringerung der Kraftstöße repräsentiert die zuvor erwähnte Komponente der Ermüdungswiderstandsfähigkeit, welche den Aspekt der Ausdauer widerspiegelt. Es gilt demnach Bewegungen auszuführen die im submaximalen Bereich liegen, um eine möglichst langandauernde Belastung zu erzielen. Diese Bewegungen dürfen jedoch nicht unter 30% der Maximalkraft liegen, da sie sonst dem Bereich der reinen Ausdauer angehören würden. Wichtig ist demnach das Zusammenspiel zwischen Kraft und Ausdauer optimal aufeinander abzustimmen. „Kraftausdauerleistungen setzen sich aus einer Serie gleicher, zyklischer bzw. ähnlicher, azyklischer Bewegungen in dichter Folge zusammen“ (Nicolaus 1995, S.23).

4.1.2 Krafttraining in der Schule

Durch die zurückgehende Straßenspielkultur und der Technisierung des Alltags, kommt es immer häufiger zu muskulären Dysbalancen im Kindesalter. Dadurch, dass Kinder bereits sehr früh im Verein tätig sind und sich somit spezialisieren, kommt es zu einseitigen Belastungen und dementsprechend zu Muskelverkürzungen (Weineck 2007, S.535). Durch Krafttraining bzw. Muskeltraining ist diesen Verkürzungen und Dysbalancen entgegen zu wirken. Krafttraining im Kindes- und Jugendalter sollte immer mit leichten Gewichten und am besten mit dem eigenen Körpergewicht erfolgen. Dabei ist es wichtig eine ganzkörperliche Schulung durchzuführen, um muskulären Dysbalancen vorzubeugen. Darüber hinaus können Dysbalancen auch durch Dehnung kompensiert werden. Diese ist allerdings schonend und nur durch Kontraktion des Antagonisten durchzuführen um die Gelenke bestmöglich zu schonen (Weineck 2007, S.538). Allerdings stellen nicht nur die muskulären Dysbalancen der Kinder und Jugendlichen ein gesundheitliches Risiko dar, sondern auch Bluthochdruck, Adipositas und andere aus Bewegungsmangel resultierende Erkrankungen, kommen häufiger bei Kindern und Jugendlichen vor. Neben einer gesunden Ernährung, worauf der Sportunterricht als solcher keinen Einfluss nehmen kann, ist eine Schulung vor allen Dingen im Kraft- und Ausdauerbereich notwendig.

Diesen Dysbalancen und Erkrankungen mit dem Sportunterricht entgegenzuwirken gilt in der Wissenschaft als nicht tragbar, da viele Gesetzmäßigkeiten des Trainings verletzt würden (König 2014, S.2-3). Durch eine unangemessene Trainingshäufigkeit würde z.B. das Prinzip der Superkompensation umgangen, bei dem es auf die optimale Relation von Belastung und Erholung ankommt, um den größten Trainingseffekt zu erreichen. Durch die Ferien würden darüber hinaus auch noch die wenigen Trainingsreize unterbrochen, die durch den Sportunterricht gesetzt werden. Auf der anderen Seite kann Krafttraining im Schulsport den Auftrag der sportlichen Qualifizierung, der Prävention und der Gesundheitsförderung leisten (König 2014, S.3). Der Auftrag der Didaktik ist es die Fragwürdigkeit, welche durch das Verletzen von Trainingsprinzipien entsteht, zu entkräften. Dabei gilt es, dass Didaktik und Trainingswissenschaft gemeinsam nach Lösungen suchen. Dabei gibt es verschiedene Lösungsansätze, die einen Trainingsprozess im Sportunterricht ermöglichen.

In einem intentionalen Krafttraining werden Effekte durch Trainingsinhalte wie z.B. Zirkeltraining, direkt angesteuert (König 2014, S.3). Das Zirkeltraining eignet sich im besonderen Maße für den Sportunterricht, da es auch in Form eines Kurzprogramms durchgeführt werden kann. Die Wirksamkeit solcher Trainingsprogramme wurde bereits empirisch nachgewiesen, sodass das Krafttraining im Sportunterricht auch wissenschaftlich, seine Berechtigung findet.

Effekte eines lerngebundenen Krafttrainings laufen, anders als bei dem intentionalen Krafttraining, nebenbei ab. Beim Ausüben des Aufschwungs am Reck entstehen überschwellige Reize, die letztendlich den Trainingseffekt ausmachen.

Es gilt den SuS in der Schule ein Gesundheitsbewusstsein zu vermitteln. Das Krafttraining kann dabei eine große Rolle spielen. Wichtig ist darüber hinaus, dass die Kinder Freude daran finden sich selber zu erproben und ihren Körper wahrzunehmen

4.1.3 Legitimation des Unterrichtsinhalts

Die geplante Unterrichtsstunde mit dem Thema „Reflexive Beurteilung des entwickelten Zirkels anhand der Beobachtungen und Kriterien der letzten Stunden“ bezieht sich, in Bezug auf den Kernlehrplan NRW, auf die Pädagogische Perspektiven (A) Wahrnehmungsfähigkeit verbessern, Bewegungserfahrung erweitern und (D) Das Leisten erfahren, verstehen und einschätzen. Die Unterrichtstunde ist darüber hinaus dem Bewegungsfeld 1“Den Körper wahrnehmen und Bewegungsfähigkeiten ausprägen“ zuzuordnen. In der 10. Klasse sollten die SuS unter anderem die Kompetenzerwartungen „ausgewählte Faktoren der Leistungsfähigkeit weiterentwickeln und in komplexeren, sportbezogenen Anforderungssituationen zeigen“. Das Stundenlernziel „Die SuS sollen erfahren, wie der Körper auf verschiedene Arten von Belastung reagiert, sich selber wahrnehmen und die Übungen in der Reflexion aufgrund der zuvor erarbeiteten Kriterien bewerten“, erfüllt die zuvor erwähnten Kompetenzerwartungen des Kernlehrplans NRW. Das Ziel der Stunde ist es, dass die SuS Kraft- und Ausdauerbelastungen beschreiben und diese in Bezug zueinander setzen können. Vor allen Dingen ist es wichtig zu verbalisieren, was genau im Muskel vorgeht, wie man sich bei einer bestimmten Übung gefühlt hat und kritisch Übungen zu hinterfragen. Da man innerhalb einer Reihe keine wissenschaftlichen Antworten der SuS erwarten kann, ist es wichtig auf das Empfinden der SuS einzugehen. Das Empfinden ist zudem eine individuelle Größe anhand der man die Übungen variieren kann, um sie für jeden ausführbar zu machen. Das Stundenlernziel wird durch einen ergebnisoffenen Unterricht angestrebt. Die SuS konnten frei wählen, welche Übungen sie für den Kraftausdauerzirkel entwickeln. Die SuS müssen sich lediglich an den, in der ersten Stunde erarbeiteten Kriterien orientieren. Die Erprobung der von den SuS entwickelten Varianten ist ebenfalls ergebnisoffen.

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Details

Seiten
17
Jahr
2017
ISBN (eBook)
9783668944350
ISBN (Buch)
9783668944367
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v465772
Institution / Hochschule
Universität Bielefeld
Note
1,7
Schlagworte
gestaltung sportunterrichts klasse training förderung kraftausdauer berücksichtigung differenzierung

Autor

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