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Alkoholismus. Überblick über das Krankheitsbild, Behandlungsmöglichkeiten und Ansätze der Rückfallprävention

Hausarbeit 2015 30 Seiten

Psychologie - Klinische u. Gesundheitspsychologie, Psychopathologie

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einführung in das Thema

2 Alkoholismus – Krankheitsbild und mögliche Behandlungsansätze
2.1 Überblick über das Krankheitsbild
2.1.1 Definition
2.1.2 Ausgewählte Entstehungsmöglichkeiten und die Entwicklung des Krankheitsbildes
2.1.3 Unterscheidung nach den Alkoholikertypen (Jellinek) und in primären und sekundären Alkoholismus
2.1.4 Symptomatik und mögliche organische Folgeerkrankungen
2.1.5 psychiatrische und neurologische Folgekrankheiten des Alkoholismus
2.2 Überblick über die Behandlung
2.2.1 Mögliche diagnostische Leitlinien
2.2.2 Phasen der Alkoholismustherapie

3 Ansätze der Therapie und der Rückfallprävention
3.1 Das Transtheoretische Modell der Verhaltensänderung (TTM)
3.2 Social Skills Training
3.3 Selbstkontrolle und Selbstmanagement
3.4 Expositionsübungen und Entspannungsübungen

4 Kritische Zusammenfassung und Ausblick

5 Quellenverzeichnis

1 Einführung in das Thema

Alkohol. Die sogenannte Volksdroge Deutschlands.

Allein schon dieser Name, der so oft benutzt wird, ohne die eigentliche Bedeutung dahinter ernst zu nehmen, zeigt, wie leichtfertig die Alkoholkrankheit häufig gesehen wird. Natürlich sieht das nicht jeder so, meiner Meinung nach wird das Thema aber trotzdem nicht immer mit genügend Ernsthaftigkeit wahrgenommen.

In dieser Hausarbeit möchte ich deshalb genauer auf die Probleme mit und durch übermäßigen Alkoholkonsum eingehen.

Bereits 1774 beschrieb der amerikanische Arzt Benjamin Rush Alkoholismus als Krankheit des Willens. Damit wurde diese Verhaltensauffälligkeit sukzessive zum Gegenstand der medizinischen und psychologischen Forschung.

Erstmals offiziell als Krankheit anerkannt wurde Alkoholismus im Jahre 1968, wodurch die Betroffenen nun Anspruch auf Behandlung bekamen (vgl. http://www.c-d-k.de/psychotherapie-klinik/Stoerungen/rueckfall_diagnose.html).

Durch die hohe Akzeptanz des Alkoholgenusses in unserer Gesellschaft ist der Grundstein für Missbrauch schon gelegt. Allein in Deutschland trinken 96,4% der Menschen im Alter zwischen 18 und 64 Jahren Alkohol. Laut Statistik betreiben davon 1,61 Millionen Menschen Alkoholmissbrauch, trinken also übermäßig Alkohol, und 1,77 Millionen gelten als alkoholabhängig (vgl. http://www.aktionswoche-alkohol.de/hintergrund-alkohol/zahlen-fakten.html). Alarmierend ist die drastische Steigerung der stationär behandelten Jugendlichen zwischen 10 und 20 Jahren durch Alkoholmissbrauch. Im Jahr 2000 waren es 9.514 Fälle, im Jahre 2012 schon fast die dreifache Anzahl: 26.673 (vgl. http://www.dhs.de/datenfakten/alkohol.html). Insgesamt sind ca. 20% der Krankenhausbetten belegt mit suchtkranken Menschen (vgl. MANN 2002, 16).

Letztendlich sterben jährlich schätzungsweise 74.000 Menschen in Deutschland an riskantem Alkoholkonsum oder der Kombination aus Alkohol und Tabak (vgl. http://www.aktionswoche-alkohol.de/hintergrund-alkohol/zahlen-fakten.html).

Immens ist dadurch auch der volkswirtschaftliche Schaden. Allein durch alkoholbedingte Krankheitsausfälle, Fehlzeiten oder auch Frühverrentung entstehen jährlich Kosten von ca. 26,7 Milliarden Euro. Im Gegensatz dazu bekommt der Staat nur 3,3 Milliarden Euro Mehreinnahmen über die Alkoholsteuer. Es bleibt folglich ein Defizit von 23,4 Milliarden Euro jährlich (vgl. http://www.aktionswoche-alkohol.de/hintergrund-alkohol/zahlen-fakten.html).

Ein besonderes Problem stellt die psychosoziale Entwicklung im Umfeld eines Alkoholkranken dar. Dazu gehören zum einen die Familie und Freunde, zum anderen die Arbeitsleistung der Person.

Durch die Alkoholkrankheit eines oder beider Elternteile sind Kinder extremen Belastungen ausgesetzt. In dieser Situation fungieren sie als sogenannte Co- Alkoholiker, die als solche psychotherapeutisch behandelt werden müssen (vgl. MÖLLER/ LAUX/ DEISTER 2001³, 316). Problematisch ist dabei vor allem die Gefahr, ihre eigenen Probleme wiederum mit Alkohol zu kompensieren.

Die Mehrausgaben für Alkohol vermindern das Haushaltsbudget für andere Ausgaben und können Familien in Armut treiben. Verstärkter Alkoholgenuss führt oftmals zu Aggressivität und häuslicher Gewalt. Ein Drittel, 55.448 Fälle, aller aufgeklärten Gewalttaten von 2012 wurden unter Alkoholeinfluss begangen (vgl. http://www.aktionswoche-alkohol.de/hintergrund-alkohol/zahlen-fakten.html).

Im Arbeitsbereich lässt sich beobachten, dass viele Arbeitnehmer nur noch unter Alkoholeinfluss ihrer erwarteten Arbeitsleistung nachkommen können. Im späteren Krankheitsverlauf fallen sie durch Unzuverlässigkeit, höhere Fehlerquoten, Krankheitsausfälle, bis zur Arbeitsunfähigkeit auf.

Aus den oben genannten Punkten wird ersichtlich, warum Alkoholismus ein Problem unserer gesamten Gesellschaft ist. Daher besteht ein besonderes Interesse die Betroffenen gezielt und nachhaltig zu therapieren.

Im folgenden Text möchte ich deshalb auf drei besondere Fragen umfangreicher eingehen:

Was ist genau unter der Krankheit Alkoholismus zu verstehen?

Wie kann sie therapiert und die Betroffenen langfristig betreut werden?

Wie kann man einem Rückfall in die Sucht entgegenwirken?

2 Alkoholismus – Krankheitsbild und mögliche Behandlungsansätze

2.1 Überblick über das Krankheitsbild

2.1.1 Definition

„Unter Alkoholmissbrauch wird ein Alkoholkonsum verstanden, der gegenüber der soziokulturellen Norm überhöht ist bzw. zu unpassender Gelegenheit erfolgt. Dies geht mit vorübergehenden, deutlichen Veränderungen der psychischen und physischen Funktionen des Konsumenten einher.

Alkoholabhängigkeit (chronischer Alkoholismus) ist definiert durch das Vorliegen von psychischer und/oder körperlicher Abhängigkeit von Alkohol.

Psychische Abhängigkeit ist durch das unwiderstehliche Verlangen nach Alkohol charakterisiert („craving“) und wird häufig von Kontrollverlust begleitet.

Körperliche Abhängigkeit ist durch Toleranzsteigerung mit nachfolgender Dosissteigerung und Entzugserscheinungen gekennzeichnet.“ (vgl. MÖLLER/ LAUX/ DEISTER 2001³, 315).

Unter der soziokulturellen Norm versteht die Deutsche Hauptstelle Suchtfragen im Mai 2012 einen Alkoholkonsum von bis zu 24 Gramm reinen Alkohol am Tag für gesunde Männer. Für gesunde Frauen sieht sie bis zu 12 Gramm reinen Alkohol am Tag vor. Um eine Vorstellung davon zu bekommen: ein Glas Bier (0,3 Liter) enthält ca. 13 Gramm reinen Alkohol (vgl. http://www.zeit.de/wissen/gesundheit/2013-04/alkoholkonsum-sucht).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb.1:Alkoholkonsum pro Tag

2.1.2 Ausgewählte Entstehungsmöglichkeiten und die Entwicklung des Krankheitsbildes

Grundsätzlich hat Alkoholismus eine multifaktorielle Genese (Entstehung). Unterteilen kann man diese in genetische, psychologische und soziokulturelle Faktoren. Im Folgenden nenne ich eine Auswahl etablierter Theorien der einzelnen Faktoren.

Genetische Faktoren können durch die erhöhte Übereinstimmung der genetischen Merkmale bei eineiigen Zwillingen belegt werden. Es wurde festgestellt, dass genetisch determinierte Unterschiede beim Abbau und der Verstoffwechselung des Alkohols durch wichtige Enzyme auffällig sind. Eineiige Zwillinge reagieren demnach sehr ähnlich auf Alkohol und seine Folgewirkungen. Somit erhöht sich die Wahrscheinlichkeit des Erkrankens in einer Familie. Erhöhter Alkoholkonsum kann zu einer Veränderung der Neurotransmittersysteme führen. Betroffen können folgende Systeme sein: Glutamat, Dopamin, GABA und das Opioidrezeptorensystem. Sie regulieren unser Schmerz- und Wohlbefinden. Der Körper hat in Krisensituationen gelernt, dass Alkohol vorübergehend Schmerz reduzieren kann und psychische Krisen ausgleichen kann. So wird im Laufe der Zeit ein Suchtgedächtnis aufgebaut. Dies führt zu erneutem Verlangen des Suchtstoffes bei entsprechenden Beschwerden (vgl. MÖLLER/ LAUX/ DEISTER 2001³, 317).

Lernpsychologisch gesehen wird die Entstehung des Suchtgedächtnisses durch folgende Beispielereignisse zusätzlich gefördert: Hemmungen werden durch Alkoholeinfluss vermindert, Ängste kompensiert, Unsicherheiten und Kontaktschwäche werden überspielt und reduziert. Außerdem werden Entzugssymptome wie etwa Zittern, Kopfschmerzen, Übelkeit und Magenprobleme durch erneuten Alkoholkonsum wieder temporär beseitigt. Allerdings werden diese Abstände zwischen Konsum und Entzugserscheinungen mit Krankheitsprogression immer kürzer und die Dosis muss sukzessive durch die auftretende Toleranzentwicklung erhöht werden.

Anfällig für Alkoholmissbrauch sind dabei besonders die Menschen, die durch ein gesteigertes Verlangen nach Stimulation und neuen Eindrücken auffallen. Gefährdet sind auch diejenigen, die dysfunktionale (nicht nützliche) Grundüberzeugungen bezüglich ihrer Person haben. Sie sehen sich als hilflose Versager, unfähig, nicht begehrenswert und sozial inkompetent (vgl. BISCHOF 2004, 26).

Außerdem leiten oft dysfunktionale Gedanken ihr Konsumverhalten. Alkoholkonsumenten haben eine gewisse Erwartungshaltung an die Wirkung der Substanz, ebenso eine Angst vor unerträglichen Entzugserscheinungen. Sie sehen sich nicht in der Lage, einen Versuch der Substanzkontrolle zu schaffen. Dies führt zu stärkerer innerer Anspannung, die wiederum mit suchtspezifisch- dysfunktionalen Annahmen ein starkes Verlangen (craving) hervorruft.

Psychologische Ursachen für Alkoholismus können zum einen sogenannte Broken-Home-Situationen, zum anderen negative Vorbilder sein.

Als Broken-Home wird ein zerrüttetes Familiengefüge bezeichnet. Es können sich für Kinder verschiedene Belastungssituationen herausbilden, die zu Alkoholmissbrauch als Kompensationsmittel führen, beispielsweise:

- Vereinsamung und Verwahrlosung (emotional wie auch physisch) durch fehlende Aufmerksamkeit der Eltern oder durch Entwurzelung bei Wohnungswechsel,
- Parentisierung, d.h. das Kind wird gegen ein Elternteil ausgespielt oder als Ersatz für diesen missbraucht,
- Überhäufung der elterlichen Liebe bis hin zur Unmöglichkeit, sich entwickeln zu können und dürfen. Dabei können dem Kind zusätzlich Schuldgefühle aufgedrängt und/oder anerzogen werden.

Persönliche Vorbilder können negative Beispiele für erhöhten oder unpassenden Alkoholkonsum sein und somit zu eigenem riskanten Konsum animieren. Besonders gefährdet sind auch anti-soziale Persönlichkeiten: Gesellschaftliche Anpassungsschwierigkeiten, geringe Frustrationstoleranz, kaum ausgeprägtes Schuldbewusstsein und hohe Gewaltbereitschaft zeichnen diese Persönlichkeitsstruktur hauptsächlich aus. Dadurch kommt es zu ständigen Problemen im Zusammenleben mit anderen Menschen, speziell im primären Umfeld der Person. Sie haben selten gelernt, mit diesen Problemen konstruktiv umzugehen und greifen deshalb verstärkt zu Suchtmitteln (vgl. MÖLLER/ LAUX/ DEISTER 2001³, 317).

Ergänzend zu den bereits genannten Charaktereigenschaften, sind Personen mit Entwicklungsstörungen und daraus resultierender Überforderung im Alltag auch anfällig für Alkoholmissbrauch. Viele haben keine Berufsausbildung und somit weniger Zukunftsperspektive. Ebenso gefährdet sind sogenannte Hochsensible, die mit der Masse an Emotionen überflutet werden (vgl. AREND 1994, 36-38).

Soziokulturelle Begünstigungen für Alkoholismus treten vor allem durch die ständige Verfügbarkeit und gesellschaftliche Akzeptanz des Alkohols auf. Das Suchtmittel ist im Vergleich zu anderen preisgünstig und unkompliziert zu erwerben. Alkoholkonsum gehört heutzutage in bestimmten Berufsbranchen zum Alltag, zum Beispiel im Baugewerbe in der Mittagspause oder als sogenanntes Feierabend-Bier oder bei Geschäftsleuten während der üblichen Sektempfänge und Abendveranstaltungen, wo das Angebot von Alkohol zum guten Ton gehört. Verbreitet ist Alkoholgenuss auch im Vereinsleben, ebenso bei privaten Veranstaltungen (vgl. MÖLLER/ LAUX/ DEISTER 2001³, 317). Verkannt wird allerdings die Wirkung von Alkohol als Droge:

- um Problemen temporär zu entgehen, nicht wahrnehmen wollen oder zu vergessen;
- Die Gefahr der Suchtentwicklung wird nicht ernst genommen durch Bagatellisierung (vgl. AREND 1994, 50).

Bei Frauen fällt auf, dass sie ihren Alkoholmissbrauch oft als Symptom einer anderen Schwierigkeit sehen, zum Beispiel durch häusliche Gewalt oder sexuellen Missbrauch. Häufig leiden sie primär an einer Depression, die im Verlauf zu Alkoholmissbrauch führt (vgl. BISCHOF 2004, 34).

Modellhaft lässt sich die Entwicklung zum Alkoholismus in vier Stufen darstellen.

1. Stufe: präalkoholische Phase

Kennzeichen für diese Phase sind das Erleichterungstrinken bei Problemen, dadurch verbunden ist eine verminderte Tragfähigkeit seelischer Krisen. Zusätzlich wird die Alkoholverträglichkeit gesteigert.

2. Stufe: Prodromalphase

Das Trinkverhalten ändert sich so, dass Gedächtnisverlust möglich ist, öfters an Alkohol gedacht wird und auch heimlich und allein getrunken wird. Aufgrund des dringenden Verlangens wird das erste Glas oft sehr schnell getrunken.

3. Stufe: kritische Phase

Zunehmender Kontrollverlust über die Trinkmenge wird deutlich, allerdings sind Abstinenzzeiten noch möglich. Persönlichkeitsveränderungen treten auf, der Mensch isoliert sich zunehmend und körperliche Abhängigkeitssymptome und erste Folgeschäden durch Alkoholmissbrauch (Zittern, teigige und aufgedunsene Haut) werden sichtbar.

4. Stufe: chronische Phase

Der Konsum muss bereits schon morgens beginnen, die Räusche können tagelang andauern. Der körperliche, seelische und soziale Zusammenbruch lässt sich ohne fremde Hilfe kaum stoppen und würde zu Organschäden, Demenz, bis hin zum Tode führen (vgl. MÖLLER/ LAUX/ DEISTER 2001³, 318).

2.1.3 Unterscheidung nach den Alkoholikertypen (Jellinek) und in primären und sekundären Alkoholismus

Elvin Morton Jellinek (1890-1963) war ein US-amerikanischer Physiologe und Erforscher des Alkoholismus. Seine Alkoholikertypologie wird in der Medizin heute noch am häufigsten gebraucht. Er klassifiziert Menschen, die Alkoholmissbrauch betreiben, in 5 Typen.

Die Alpha- Trinker konsumieren Alkohol bei Konflikten und Stress. Sie verlieren die Kontrolle über ihre Trinkmenge nicht und sind abstinenzfähig. Die Abhängigkeit ist nur psychisch, begründet auf dem lernpsychologischen Prozess.

Beta- Trinker sind nicht abhängig. Sie sind Gelegenheitstrinker bei gesellschaftlichen Anlässen und trinken dabei oft zu hohe Mengen. Trotzdem haben sie noch Kontrolle über ihr Trinkverhalten und sind zur Abstinenz fähig.

Süchtige Trinker werden als Gamma- Trinker bezeichnet. Sie verlieren die Kontrolle sobald sie mit dem Trinken beginnen, können allerdings zeitweise abstinent bleiben. Die Toleranz gegenüber Alkohol ist erhöht. Zuerst sind sie psychisch, dann auch körperlich abhängig.

Personen, die aufgrund ihrer starken körperlichen Abhängigkeit einen gewissen Blutalkoholspiegel brauchen (sogenannte Spiegeltrinker) sind Delta- Trinker. Sie haben zwar eine relative Kontrolle über die Trinkmenge, d.h. sie erleiden in der Regel keinen typischen Rausch. Trotzdem brauchen sie Alkohol, um ein Wohlbefinden herzustellen und die Entzugserscheinungen zu vermeiden. Daher sind sie nicht mehr abstinenzfähig und organische Schäden sind die unvermeidliche Folge.

Der fünfte Typ nach Jellinek ist der Epsilon- Trinker oder auch episodischer Trinker bzw. Quartalstrinker genannt. In unregelmäßigen Abständen konsumiert er exzessiv Alkohol, was zu tagelangem oder sogar wochenlangem Kontrollverlust, einhergehend mit zeitweiligem Gedächtnisschwund, führt. Längere abstinente Zeiten sind dennoch möglich, aber er gilt als alkoholkrank. Ursache für dieses Trinkverhalten ist oft eine Depression, weshalb er vor allem psychisch abhängig ist (vgl.http://www.paradisi.de/Health_und_Ernaehrung/Erkrankungen/Alkoholabhaengigkeit/Artikel/12679.php).

Jeweils ca. 5% der betroffenen Personen sind entweder Alpha-, Beta- oder Epsilon- Trinker. Ein Fünftel der Personen sind Delta- Trinker und über die Hälfte (ca. 65%) sind die süchtigen Gamma- Trinker (vgl. MÖLLER/ LAUX/ DEISTER 2001³, 320).

Unabhängig von Jellineks Typisierung kann man auch primären und sekundären Alkoholismus unterscheiden.

Primärer Alkoholismus zeichnet sich durch Alkoholabhängigkeit vor dem Entstehen anderer psychiatrischen Erkrankungen aus.

Sekundärer Alkoholismus tritt bei bereits vorliegenden psychiatrischen Störungen auf, wie die schon angesprochenen Depressionen oder anti-sozialen Persönlichkeitsstörungen. Weitere Comorbiditäten können Arzneimittelabhängigkeit, Angststörungen, selbstunsichere Persönlichkeitsstörungen, Borderline- Störung, abhängige oder passiv-aggressive Persönlichkeitsstörungen sein (vgl. MÖLLER/ LAUX/ DEISTER 2001³, 320).

2.1.4 Symptomatik und mögliche organische Folgeerkrankungen

Je nach Intoxikationsgrad sind folgende Symptome möglich und unterschiedlich ausgeprägt:

- Ataxie: Koordinationsstörungen, wie etwa schwankender Gang
- Nystagmus: unwillkürliches Zittern des Auges
- Dysarthrie: verwaschene Sprache, lallen
- Foetor alcoholicus: strenger Atemgeruch nach Alkohol
- Nervosität
- Tremor: Zittern
- Konzentrations- und Gedächtnisstörungen

Die weitere Symptomatik des Alkoholismus ist sehr vielfältig und wird bei einem Arztbesuch oft anfänglich verkannt. Der Patient selber kommt üblicherweise mit einem anderen Beschwerdeempfinden zum Arzt, zum Beispiel klagt er über Magenbeschwerden oder Schlaflosigkeit und Nervosität.

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Details

Seiten
30
Jahr
2015
ISBN (eBook)
9783668924109
ISBN (Buch)
9783668924116
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v465724
Note
2,3
Schlagworte
alkoholismus krankheitsbild behandlungsmöglichkeiten rückfallprävention

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