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Heinz Rühmann im Nationalsozialismus - Sein Star-Image anhand des Filmes "Die Feuerzangenbowle"

Hausarbeit 2005 30 Seiten

Medien / Kommunikation - Mediengeschichte

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Rühmanns Verhältnis zum Nationalsozialismus

3. Heinz Rühmanns Filmstar-Image
3.1 Zum Verständnis: „Star-Image“
3.2 Heinz Rühmanns Image im Überblick
3.3 Das „Fünf-Phasen-Modell“ nach LOWRY

4. Die Feuerzangenbowle
4.1 Inhaltsangabe
4.2 Historisch-gesellschaftliche Einordnung
4.3 Filmgeschichtliche Einordnung
4.4 Analyse nach LOWRYs „Fünf-Phasen-Modell“

5. Interpretation und Fazit

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Anhang

1. Einleitung

Erinnerungen an die eigene Schulzeit zaubern vielen Menschen ein Schmunzeln in das Gesicht. Späße mit den Klassenkammeraden oder aber – nicht weniger oft – mit und über die Lehrer sind den meisten sicherlich noch im Gedächtnis geblieben. Doch eben diese sind es, die die Hauptfigur aus Die Feuerzangenbowle (1944, Regie: Helmut Weiß), aufgrund von häuslichem Privatunterricht, nicht erlebt hat und sich deshalb auf eine Entdeckungsreise seiner nie erlebten Schulzeit begibt.

Heinz Rühmann, der in diesem Film die Rolle des erfolgreichen Schriftstellers Pfeiffer und gleichzeitig die des gleichnamigen Pennälers übernimmt, währte als Langzeitstar über Jahrzehnte hinweg. In der Zeit des Nationalsozialismus avancierte er zum Filmstar, wobei Die Feuerzangenbowle dabei schon einer seiner späteren Filme war. In diesen Jahren entstand seine noch weit über das Ende des Dritten Reiches anhaltende Beliebtheit. Maßgeblich für diese besondere Beliebtheit war sein Star-Image, das in dieser Hausarbeit näher beleuchtet werden soll. Wie hat Heinz Rühmann damals auf seine Zuschauer gewirkt? Welche spezifischen Charakterzüge machen die Figuren Rühmanns aus? Und welches Geheimnis steckt hinter der Beliebtheit seiner Filme, die Scharen von Zuschauern in Kinos lockte? Um dies herauszufinden soll im Rahmen dieser Hausarbeit, unter dem Thema „Heinz Rühmann im Nationalsozialismus – Sein Star-Image anhand von Die Feuerzangenbowle“, sein Image zur Zeit des Dritten Reiches genauer untersucht werden.

Zunächst werde ich Heinz Rühmann und dessen Leben im Kontext des Nationalsozialismus’ darstellen. Daran anschließend werde ich auf sein Star-Image und eine Methode für dessen Analyse überleiten. Woraufhin die Untersuchung anhand dieser Methode in Bezug auf den Film Die Feuerzangenbowle folgen wird.

2. Rühmanns Verhältnis zum Nationalsozialismus

Zur Zeit der Machtergreifung der Nationalsozialisten 1933 spielte Heinz Rühmann noch viel im Theater. Doch erschienen auch Filme mit ihm am laufenden Band. Er drehte, wie er selbst sagte, ziemlich wahllos in dieser Zeit, um seine Fliegerleidenschaft zu finanzieren [PEIPP 1994, 25]. Für Rühmann war es also ein erfolgreiches Jahr, doch in dessen Verlauf bekam er immer öfter mit, wie jüdische Freunde und Kollegen aus Deutschland emigrierten. Er selbst war seit 1924 mit einer Jüdin verheiratet, Maria Rühmann, geborene Bernheim.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1: Heinz Rühmann Quelle: http://www.kino sessel.de/ruehmann.htm [Stand 16.09.05]

Während einige von Rühmanns Kollegen sich schon zu Anfang der nationalsozialistischen Herrschaft in Propagandafilmen zeigten, versuchte er selbst solchen Filmen aus dem Weg zu gehen. Trotz seiner Bemühungen war er mit Drei blaue Jungs, ein blondes Mädel (1933) doch einmal in die Propagandamaschinerie der Nationalsozialisten geraten. Von dem für die deutsche Marine werbenden Film sowie von einigen anderen zu dieser Zeit gedrehten Filmen distanzierte sich Rühmann später. Ende des Jahres wurde er in die von Propagandaminister Joseph Goebbels gegründete Reichsfilmkammer aufgenommen, obwohl er noch immer mit Maria Bernheim verheiratet war. Doch machte Rühmann selbst keinerlei Unterschied zwischen jüdischen und nicht-jüdischen Menschen und pflegte seine Kontakte zu seinen mittlerweile teilweise ins Ausland emigrierten jüdischen Freunden weiter. Er selbst wollte mit seiner Frau 1934 Deutschland verlassen und sich in Österreich niederlassen, doch gelang ihnen die Auswanderung nicht. Zu dieser Zeit kriselte es bereits in der Ehe des Schauspielers woraufhin er beschloss in Deutschland zu bleiben. Um seine Karriere erfolgreich fortsetzen zu können, bot Deutschland für einen deutschsprachigen Schauspieler der damaligen Zeit die größten Chancen. Doch arbeitete er weiterhin auch bei jüdischen Firmen in Österreich bis man ihm von Seiten der Nationalsozialisten deutlich machte, dass man sein Verhalten „als provozierend empfinde“ [GÖRTZ 2001, 155]. Auch die Ehe mit einer inzwischen getrennt von ihm lebenden „Volljüdin“ wurde nicht geschätzt. Rühmann weigerte sich 1936 jedoch noch sich von Maria Bernheim scheiden zu lassen, da er um das Leben seiner Frau fürchtete.

Mit der Komödie Wenn wir alle Engel wären (1936) schaffte Rühmann seinen Durchbruch als Filmstar und zählte damit zur Filmelite des Dritten Reiches. Doch hatte sich Rühmann nicht nur in die Herzen der Zuschauer gespielt, sondern erfreute sich auch großer Beliebtheit bei Hitler und Goebbels. Letzterer ernannte Rühmann im Dezember 1937 für den Kunstausschuss der Produktionsfirma Tobis, in dem unter anderen auch Leni Riefenstahl mitwirkte. Dies zeugt davon, wie sehr Goebbels Rühmann schätze, obwohl er Auftritte in Propagandafilmen mied. Aber es gab noch andere Möglichkeiten einen Star der damaligen Zeit propagandistisch einzusetzen. Den alljährlichen Sammlungen für das Winterhilfswerk konnte ein Künstler nicht aus dem Weg gehen, so auch Heinz Rühmann nicht. 1937 sammelte Rühmann auch bei dem bekanntesten Mann im Staat, bei Hitler selbst. Ein Foto, das zu diesem Anlass entstand, zeigt Rühmann mit der Sammelbüchse neben Hitler und Adjutant Julius Schaub. „Es suggerierte ein stilles Einverständnis: auch Rühmann bekannte sich zu Hitler und zum nationalsozialistischen Deutsch-land“ [GÖRTZ 2001, 182]. Auch wenn Rühmann politisch nicht dieser Auffassung war, so GÖRTZ weiter, wirkte es dennoch so.

Die Ehe mit Maria Rühmann, die 1938 mal in Österreich, mal in München unter anderem Namen lebte, existierte zu dieser Zeit nur noch auf dem Papier. Heinz Rühmann musste jedoch täglich auf immer neue Anfeindungen gefasst sein. Zeitschriften hetzten immer wieder gegen seine jüdische Ehefrau. Nur von Zeitungen, die Goebbels unterstanden, konnte Rühmann sicher sein, nur Positives zu vernehmen. Um eine Lösung für sein Eheproblem, der Scheidung von Maria Rühmann ohne diese zu gefährden, zu finden, wandte sich Heinz Rühmann an Hermann Göring. Dieser riet ihm, Maria solle einen neutralen Ausländer heiraten. Infolgedessen ließen sich Heinz und Maria Rühmann im November 1938 scheiden. Daraufhin ging Maria eine Scheinehe mit dem schwedischen Schauspieler Rolf von Nauckhoff ein und emigrierte später ohne ihren damaligen Mann in dessen Heimatland. Die Scheidung selbst brachte Heinz Rühmann viele Vorteile. Zum einen wurde er „von der Judenliste“ [GÖRTZ 2001, 196] gestrichen. Zum anderen nahm ihn Goebbels Anfang 1939 wieder in die Reichsfilmkammer auf, aus der er wegen seiner Ehe zu Maria Rühmann zuvor ausgeschlossen worden war. Damit waren alle Einschränkungen für Rühmann, der die vorherigen Jahre nur mit einer Sondergenehmigung von Goebbels hatte drehen dürfen, aufgehoben.

Bei Dreharbeiten, bei denen er selbst Regie führte hatte Heinz Rühmann inzwischen die Bekanntschaft der bildhübschen, österreichischen Schauspielerin Herta Feiler gemacht. Sie lernten sich lieben und heirateten 1939 in Berlin-Wannsee. Ein Jahr später stellte sich heraus, dass sie Vierteljüdin war. Goebbels verordnete in dieser Sache jedoch „strengste Amtsverschwiegenheit“ [GÖRTZ 2001, 203]. Er, „der Juden aus tiefster Überzeugung heraus haßte und den Holocaust propagandistisch vorbereitete, konnte offenbar den ganzen nazistischen Rassenwahn vergessen, wenn es sich um eine Schauspielerin wie Herta Feiler und die Ehefrau von Heinz Rühmann handelte. Der Propagandaminister hatte auch keine Probleme damit, das Ehepaar Rühmann/Feiler zu sich einzuladen oder die beiden in ihrer Villa am Wannsee zu besuchen“ [ebenda]. Dies zeugt von engem Kontakt zwischen Heinz Rühmann und Joseph Goebbels. Solang dieser von ihm begeistert war, hatte er wenig zu befürchten. Doch hatte ein Mitarbeiter Goebbels, Reichsfilm-Intendant Hippler, eine Reihe von Verfehlungen gegen Rühmann zusammengetragen. Neben den Umständen, dass seine Frau Herta Feiler ebenfalls nicht einwandfrei den nationalsozialistischen Überzeugungen entsprach, zählte auch, dass Rühmann seine Ex-Frau, inzwischen Maria von Nauckhoff, zur Hochzeitsfeier eingeladen hatte, die ja Volljüdin war. Außerdem weigerte sich Rühmann mit „Heil Hitler“ zu grüßen, in die NSDAP einzutreten und sich politisch eindeutig zu den Nationalsozialisten zu bekennen. Doch nach seiner Anhörung im Propagandaministerium wurden diese Anschuldigungen auch bald schon zu den Akten gelegt.

Rühmann hatte nie als Soldat gedient, doch auf seine Prahlerei hin, er habe außerordentliche Flugkünste, stand seine Einberufung zur Luftwaffe 1941 kurz bevor. Mittels einiger Kontakte konnte er sich jedoch das größere Übel ersparen und wurde zur technischen Kompanie einer Fliegerhorstkommandantur in Rechlin einberufen. Nach vier Wochen, die der flugbegeisterte Schauspieler vor allem seiner Leidenschaft widmen konnte, kehrte er zu seiner Frau zurück, die inzwischen Sohn Peter erwartete. Die folgenden Jahre verbrachte Rühmann beim Filmdreh. Als sich dann jedoch das Ende des Krieges näherte, drohte ihm erneut die Einziehung, diesmal jedoch zum Volkssturm. Um diesem Schicksal zu entgehen, mobilisierte er den verbliebenen Rest seiner Kollegen und Freunde und strebte einen letzten Film an. „Es hätte wahrhaftig eine Passage aus einer Filmkomödie sein können, die sie da aufführten. Der Kameramann kurbelte mit Begeisterung – ohne einen Film eingelegt zu haben. Landbewohner wurden als Komparsen für Massenszenen eingesetzt, die natürlich ein dutzendmal wiederholt werden mußten, bis sie den künstlerischen Ansprüchen genügten“ [PROST 1994, 69]. Diese Pseudo-Filmerei hatte dann jedoch auch ein Ende, im Februar 1945 war der Film fertig gestellt worden. Rühmann kehrte daraufhin zu seiner Frau und seinem Sohn nach Berlin zurück und erwartete die letzten Tage des Krieges.

Heinz Rühmann war bestimmt kein Held im Nationalsozialismus – weder auf der Seite der Nationalsozialisten noch auf derer des Widerstandes. Er versuchte sich durchzukämpfen, das Beste aus seiner Situation zu machen und dabei nicht unter zu gehen. Dabei machte er keine Unterschiede zwischen Juden und Angehörigen anderer Religionen und hielt sich weitestgehend von NS-Größen und NS-Propaganda fern. Doch blickte er auch nicht allzu genau auf das, was sich um ihn herum abspielte. „<Nur nicht auffallen> hieß die Devise, und sie schien für Rühmann genauso zu gelten wie für die meisten Deutschen“ [GÖRTZ 2001, 164].

3. Heinz Rühmanns Filmstar-Image

Unter „Filmstar“ – oder allgemeiner „Star“ – wird in der Literatur ein Mensch verstanden, der über eine „besonders exponierte und bedeutsame >>Persönlichkeit<<“ [LOWRY 2000, 7] verfügt, die zu seiner Qualität als Star beiträgt. Wesentlich hierfür sind die drei Eigenschaften Erfolg, Idolwirkung und Kontinuität im Image. Da das Star-Image offensichtlich eine erhebliche Rolle für den Star als solchen spielt, soll zunächst geklärt werden, was hierunter zu verstehen ist.

3.1 Zum Verständnis: „Star-Image“

Stars sind normalerweise natürliche Personen, die jedoch nicht als Person selbst, sondern als Image von dieser Person in der Öffentlichkeit Verbreitung finden. Eine Person kann erst dann wirklich zum Star avancieren, wenn ihr Image den „Geschmack“ des Publikums trifft und den Anschein erweckt, die Privatperson sei ein Ebenbild ihres Images. Doch um das Interesse des Publikums aufrecht zu erhalten, darf diese Übereinstimmung nie gänzlich erfolgen, muss den „Star“ immer etwas Mysteriöses umgeben. Die Öffentlichkeit, so LOWRY, erfährt die wirkliche Person nur als „ein imaginäres Konstrukt; das Publikum interagiert letztlich immer nur mit Images, nicht mit der Person“ [LOWRY 2000, 9] selbst. Das Image des Filmstars wird aus verschiedenen Zeichen zusammengesetzt und entsteht in erster Linie durch Filme, aber auch durch andere Medien wie Texte, Fanberichte, Fotos und Fernsehauftritte. Da sich das Image über Jahre hinweg entwickelt, kann es passieren, dass längst gedrehte Filme erst in einer späteren Zeit Anerkennung gewinnen und den Star so in seiner Popularität aufwerten. Mit dem Tod eines Stars kann dieser ebenfalls eine neue Bedeutungsebene erlangen – so geschehen bei Marilyn Monroe, Elvis Presley oder James Dean [LOWRY 2000, 10]. Die Bedeutung und Aktualität eines Stars hängen also von der jeweiligen historischen Lage ab. „Ein Star kann im Laufe der Zeit völlig an Bedeutung verlieren, sein Image verändern oder für verschiedene Teile des Publikums in verschiedenen Kontexten sehr unterschiedliche Bedeutungen haben“ [ebenda]. Das Image an sich soll, durch die Differenz zwischen wirklicher Person und imaginärer Konstruktion, dem Star etwas Übermenschliches verleihen. Dazu kann der Star selbst beitragen, indem er durch sein Talent, seine erlernten Fähigkeiten, sein Aussehen, seine Präsenz oder Ausstrahlung, sein Auftreten und seine Lebensweise überzeugt.

Die Bildung des Images lässt sich in zwei Kategorien unterscheiden. Zum einen in das innerfilmische Image, welches sich auf die Rollen des Stars im Film und das Leinwandimage bezieht. Zum anderen das außerfilmische Image, das sich auch anders mit Person, Persönlichkeit, Erscheinung, öffentliche Person oder Privatexistenz beschreiben lässt [LOWRY 2000, 11]. Dabei ist zu beachten, dass das Image meist aus der Kombination verschiedener Medien, die den Star auf ihre Weise darstellen, geprägt wird.

3.2 Heinz Rühmanns Image im Überblick

Geprägt sind Heinz Rühmanns Rollen immer wieder durch die freche und kecke Art, die er ihnen verleiht, und die auf eine sympathische Weise jeden Zuschauer zum schmunzeln bringt. Mit einer gewissen Spritzigkeit und jugendlichen Ausstrahlung dynamisiert er seine Charaktere, die sich, trotz abwesender Perfektion, im Alltagsleben behaupten. Dabei reicht sein Repourtoir von eben dieser jungendlichen Art, mit der er bekannt wurde, bis hin zu ernsteren Rollen, in die er eher am Ende seiner gut 50-jährigen Karriere schlüpfte.[1]

Im Großen und Ganzen kann Heinz Rühmanns Image in zwei Teilcharaktere unterteilt werden. Zum einen ist er „der >kleine Mann<, der sich mit Pfiffigkeit, Cleverness und manchmal Frechheit durchsetzt“ [LOWRY 2000, 35], zum anderen „die reifere, leisere Figur, die durch >Menschlichkeit<, >Warmherzigkeit< oder durch den traurigen Humor des Bajazzo charakterisiert wird“ [ebenda]. Nach LOWRYs Untersuchungen, spiegeln sich die hier verwandten Begriffe auch in einer Reihe von zwischen 1960 und 1992 erschienenen Presseartikeln wieder. Doch sei nicht immer eindeutig gewesen, ob sich die Beschreibung auf die dargestellte Figur oder Rühmann selbst bezöge. „Insofern scheint eine starke Übereinstimmung zwischen dem inner- und dem außerfilmischen Image zu bestehen, so daß behauptet wurde, Rühmann spiele sich selbst“ [ebenda].

3.3 Das „Fünf-Phasen-Modell“ nach LOWRY

Die imaginäre Konstruktion des Stars erfüllt gegenüber dem Publikum eine Vorbildfunktion. Die eigenen Verhaltensweisen werden mit denen des Stars verglichen, er wird zum Idealbild oder zu einer Leitfigur für positive Werte. „Bei einem scheinbar >zeitlosen< Star wie Rühmann ist der Bezug zu ideologischen Problemen zunächst zwar weniger offensichtlich, besteht aber gerade in der konservativen Bestätigung gegebener Werte und Verhaltensweisen“ [LOWRY 2000, 38]. LOWRY kategorisiert Heinz Rühmanns Filme in drei Hauptgruppen, welche jeweils ein Teilimage des Schauspielers repräsentieren, und benennt sie wie folgt: >Erziehung zur Autorität<, >Kleinbürger auf Abwegen< sowie >Bewahrung der Identität in der Konfrontation mit der Obrigkeit< [ebenda]. Um eines dieser Images einmal exemplarisch aufzuzeigen, habe ich mir den wohl beliebtesten Film mit Heinz Rühmann, Die Feuerzangenbowle, herausgesucht und möchte an ihm das Image der >Erziehung zur Autorität< untersuchen.

>Erziehung zur Autorität< meint in diesem Fall ein an die Gesellschaft angepasstes Individuum zu werden. Der Protagonist muss sich bestimmter Verhaltensweisen entledigen, andere weiter ausbauen oder neu erlernen. Dies können jedoch in verschiedenen Filmen auch so unterschiedliche Eigenschaften sein wie Überheblichkeit oder übertriebene Zurückhaltung. „Die Figuren lernen schließlich, ihre >eigentliche< Position in der Gesellschaft einzunehmen und sich die dafür nötigen Eigenschaften in der >richtigen< Mischung von Individualismus und Unterordnung anzueignen [LOWRY 2000, 38]. Das Dargestellte – in Form von Handlungen und sozialen Normen – ist dabei immer abhängig von den gesellschaftlichen Werten, die in der Gesellschaft zu einer bestimmten historischen Zeit hoch angesehen sind.

Bei der Analyse von Heinz Rühmanns Image stellte LOWRY fest, dass sich die Filme, die unter die Kategorie >Erziehung zur Autorität< gefasst werden können, immer in fünf Phasen gliedern lassen [LOWRY 2000, 46]. Wie in Abbildung 3 dargestellt, befasst sich die erste Phase eines solchen Films mit der Charakterisierung

[...]


[1] Zu den einzelnen Phasen der Imageentwicklung Heinz Rühmanns siehe LOWRY 2000, 32ff.

Details

Seiten
30
Jahr
2005
ISBN (eBook)
9783638436458
ISBN (Buch)
9783638658782
Dateigröße
770 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v46454
Institution / Hochschule
Universität Siegen
Note
1,3
Schlagworte
Heinz Rühmann Nationalsozialismus Sein Star-Image Filmes Feuerzangenbowle Seminar Mediengeschichte Film

Autor

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