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Wie verändert die Mediennutzung der Jugendlichen den Film?

Probleme der Medien- und Filmsoziologie

Hausarbeit 2018 15 Seiten

Soziologie - Kinder und Jugend

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1. Einleitung

2. Definition: Jugend, Jugendfilme und Jugendkulturen

3. Gerätebesitz der Jugendlichen

4. Der Film im Wandel der Zeit

5. Welche Auswirkungen haben die technischen Fortschritte auf den Film?

6. Die Probleme des Films

7. Fazit

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1. Einleitung

Aufmerksam geworden durch den Zeitungsartikel „Jugendliche und die digitale Welt“ (Boeselager, 2018), stellt sich mir die Frage:

„Wie verändert die Mediennutzung der Jugendlichen den Film?“

Mit dieser Hausarbeit prüfe ich daher, ob ein Zusammenhang der verstärkten Mediennutzung von Jugendlichen und Filmen besteht. Die gewaltigen technischen Fortschritte der letzten Jahre sowie das ständige und vereinfachte Mitführen von elektronischen Geräten erleichtert den so- fortigen Zugriff auf die Medienlandschaft. Somit besteht die Möglichkeit mit diversen Geräten Filme anzuschauen, wodurch die klassischen Medien wie TV oder Kino zum Teil ersetzt wer- den.

2. Definition: Jugend, Jugendfilme und Jugendkulturen

Der Begriff „Jugend“ ist ein definierter wissenschaftlicher Begriff, welcher dazu verwendet wird, eine bestimmte Gruppe von Menschen zu definieren, der Begriff umschreibt Heranwach- sende zwischen 12 und 19 Jahren. (Albert Scherr, 2009, p. 17 ff.) Daher wurde für sie bei Fil- men ein eigenes Genre entwickelt, welches sich mit ihren Problemen und Fragen auseinander- setzt. Sehr oft werden in den Filmen Idole und Helden verkörpert, zu denen die Jugendlichen aufschauen und sich identifizieren können. (Ingelore König, 1995, S. 185 ff.)

Mit dem Genre „Jugendfilm“, werden nicht nur junge Erwachsene angesprochen, sondern auch viele ältere Menschen, diese werden als junggeblieben Erwachsenen bezeichnet. Das Genre „Jugendfilm“ hat sich in den 1950ern etabliert, ab hier verstanden die Filmmacher und Regis- seure, dass es einen Markt für Jugendliche gibt. Hierbei muss beachtet werden, dass sich der Markt ständig im Wandel befindet und die Nachfrage aufgrund der Geburtenrate in den Jahren zuvor variieren kann. (Markus Kuhn, 2013, S. 295 ff.) Des Weiteren gilt es zu beachten, dass es auf der Welt demographische Unterschiede gibt, beispielsweise kann ein europäischer Ju- gendfilm im asiatischen Bereich weniger Akzeptanz findet, da europäische Jugendliche vor an- dere Probleme stehen als asiatische Jugendliche.

Jugendliche werden gesellschaftlich in Jugendkulturen eingeteilt, diese definiert sich meist über einen Zeitraum von 10 Jahren und beschreibt in der Regel das Verhalten und Aussehen, wie Kleidungstile und Frisuren von Jugendlichen. Selbstverständlich gibt es allerdings auch hier Jugendliche, welche sich nicht mit den jeweils verfügbaren Jugendkulturen identifizieren. Von Außenseitern wird nicht gesprochen, sondern eher von Individualisten. Ein Vergleich zu Mu- sikrichtungen lässt erkennen, wie viele unterschiedliche Jugendkulturen und Subkulturen exis- tieren. (Albert Scherr, 2009, p. 181 ff.)

3. Gerätebesitz der Jugendlichen

Heutzutage haben Jugendliche auf diverse Geräte zur medialen Nutzung Zugriff. Generell war nach dem Millenniumjahr ein starker Zuwachs an diversen Geräten zu beobachten, der für die Jugendlichen zu einem hohen Stellenwert führte. (Wegener, 2016, S. 28 f.) Hinzukommt, dass Jugendliche sehr lernfähig sind und gerne neue Produkte und Dienstleistungen testen, sie gelten in der Regel daher als technikaffin. (Scheer, 2009, S. 148 f.) Dies spiegelt sich in der jährlich erhobenen Jim-Studie nieder, wenn beachtet wird, auf welche Geräte Jugendliche im Durch- schnitt Zugriff haben. (MPFS - JIM, 2017)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1

Die obeng aufgeführte Tabelle verdeutlicht, wie viele Geräte sich im Besitz eines Jugendlichen befinden. Fast alle zuvor aufgeführten Geräte lassen sich zum Konsum von Filmen nutzen. Al- lerdings darf hierbei nicht vergessen werden, dass der bloße Besitz der Geräte nicht einen Rück- schluss auf die Nutzung der Geräte zulässt. Wenn zurückliegende JIM-Studien angeschaut wer- den, können ebenfalls Unterschiede beim Besitz festgestellt werden. Als Beispiel soll die JIM- Studie des Jahres 2000 dienen, einige der damals aufgeführten Geräte sind inzwischen schon lange aus den Jugendzimmern verbannt. Freuten sich beispielsweise im Jahre 2000 34% der Befragten über einen Videorecorder, so wird dieser heute noch bestenfalls auf dem örtlichen Schrottplatz angetroffen. Es lässt sich klar feststellen, dass sich die Geräte, welche von Jugend- lichen zum Konsum eingesetzt werden alle 10 Jahre verändern und die Austauschintervalle immer kürzer werden. (MPFS - JIM, 2000)

4. Der Film im Wandel der Zeit

Ab 1895 war es der Menschheit erstmals möglich, bewegte Bilder mit Hilfe eines Kinemato- graphen aufzunehmen, zuvor konnten nur bewegte Bilder erstellt werden, wenn z.B. eine Seri- enaufnahme von Fotos erstellt wurde. Somit waren die ersten stummen, schwarzweißen Filme geboren, diese waren untermalt durch Klavierbegleitung in den Kinos. Es dauerte fast weitere 30 Jahre bis es möglich war, den bewegten Bildern eine Audiospur hinzuzufügen und diese synchron zum Film ablaufen zu lassen, somit entstand schließlich der erste Film mit bewegten Bildern und einem Ton. (Winter, 1992, S. 1 ff.) Anfangs waren Kino-Besuche der besseren Gesellschaft vorbehalten, heutzutage kommt jeder in den Genuss von bewegten Bildern mit Ton.

Ab 1930 gab es erste Experimente mit Röhrengeräten, diese ermöglichten den Genuss des be- wegten Bildes mit Ton in einer gemütlichen Privatsphäre von zu Hause aus. In Farbe konnten die ersten Filme ab den 1960ern von zu Hause empfangen werden, da die Farbfilmproduktion mehr in den Vordergrund rückte und die Schwarzweißproduktion ablöste. Der Fernseher etab- lierte sich über die Jahre weltweit in den Haushalten, verfügt heute fast jeder Haushalt über mindestens einen Fernseher. Selbstverständlich wurde auch dieser über die Jahre verbessert, wodurch das Fernsehgerät immer schmaler wurde und die Bilddiagonale anwuchs. Im Ver- gleich zu früher besitzen wir heute diverse Möglichkeiten, um Filme anzuschauen. Musste frü- her noch zwangsläufig ein Kino aufgesucht werden oder der Fernseher angeschaltet werden, so lassen sich Filme heute über diverse Endgeräte konsumieren. (Rathje, 2018)

So konnte der Film ebenfalls beachtliche Erfolge feiern. Aufgrund des technischen Fortschrittes konnte die Filmqualität über die Jahre verbessert werden. Inzwischen ist der Fortschritt derart weit, dass wir Filme mit besserer Auflösung produzieren können, als das menschliche Auge es wahrnehmen kann. (Handelsblatt, 2018)

5. Welche Auswirkungen haben die technischen Fortschritte auf den Film?

Wie wir bereits erfahren konnten, haben Jugendliche heute auf diverse Endgeräte Zugriff, um Medien zu konsumieren, zusätzlich haben sich die Filme im Bereich der Qualität in den letzten Jahren nochmals sehr stark verbessert. Allerdings bleibt offen, welche Auswirkungen dies auf Jugendfilme hat. Die Jugend ist bei Filmen anspruchsvoller geworden, es zeigt sich, dass der Fernseher noch immer das primäre Hauptkonsummittel darstellt, um Filme zu betrachten. (MPFS - JIM, 2017, S. 62 ff.) Trotzdem scheint gerade der Fernseher, wenn es um lineare Fernsehinhalte geht, an Zuwachs einzubüßen. Dies liegt daran, dass Filme und Serien nicht mehr den Hauptteil an Unterhaltung ausmachen, sondern Jugendliche lieber andere Geräte be- vorzugen. (MPFS - JIM, 2017)

Generell lässt sich sagen, dass Jugendliche es bevorzugen, Online-Videos anzuschauen, aller- dings handelt es sich hierbei nicht um Filme oder Serien, sondern eher um Videos, die bei- spielsweise auf YouTube oder ähnlichen Plattformen abgerufen werden können. Generell kann festgestellt werden, dass Jugendliche seltener ins Kino gehen, um die neuesten Filme sehen zu können, sondern lieber Bloggern auf YouTube folgen und sich Videos von diesen anschauen. (MPFS - JIM, 2017) (Wegener, 2016, S. 38 ff.) (Bleul, 2018)

Jugendliche wollen heutzutage das gezeigte Programm selbstständig bestimmen und sich nicht mehr nach Fernsehzeiten richten. Dadurch wird auch die vor dem Fernsehgerät verbrachte Zeit bei jungem Publikum immer weniger. (Spiegel Online, 2017) (Internationales Zentralinstitut für das Jugend- und Bildungsfernsehen, 2018)

Die nachfolgende Grafik zeigt die Interessen der Jugendlichen. Hierbei ist erkennbar, dass sich Filme und Serien im mittleren Segment niederschlagen. Der Fernseher ist immer noch angesagt bei Jugendlichen, auch wenn nur noch jeder zweite einen eigenen Fernseher besitzt. Dieser steht nicht mehr allein im Vordergrund, um Filme und Serien zu konsumieren. (MPFS - JIM, 2017)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Medienbeschäftigung in der Freizeit 2017

Interessanterweise gab es zuvor bereits einen ähnlichen Wandel bei Jugendlichen, als sie sich in den 50er und 60er Jahren von Radiogeräten verabschiedeten und der Fernseher sich in den Haushalten etablierte. Im Laufe der Zeit wurde die Anschaffung eines zweiten Fernsehgerätes für die Jugendzimmer erschwinglich. Bekanntermaßen entstand um diese Zeit ebenfalls das Genre Jugendfilm.

Das Genre für junge Erwachsene wurde etabliert um passende Filme zu produzieren und erfolgreich zu vermarkten. In den 1980er entwickelten die damaligen Schauspieler der Serien Baywatch und Knight Rider zu Idolen und Vorbildern.

Seit kurzem lassen sich Jugendliche von Influencern leiten, diese haben auf Plattformen wie YouTube, Instagram und ähnlichen Portalen eine Markenpräsenz geschaffen, welche die Jugendlichen unter anderem zum Kauf von Produkten animieren. Interessanterweise benötigen Influencer kein Startbudget oder viel Werbung, da sich die Markenpräsenz von alleine durch mehrfach abgerufene, selbsterstellte Videos entwickelt. Die Jugendlichen können durch Kommentare mitwirken und sich mit Gleichgesinnten austauschen ohne großen Aufwand. (Wegener, 2016, S. Seite 29 ff.) Teils haben Influencer mehr Aufrufe auf ihren Videos als Jugendfilme Kinobesucher ins Kino locken. (Schmitt, 1997, S. 468 ff)

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Details

Seiten
15
Jahr
2018
ISBN (eBook)
9783668909564
ISBN (Buch)
9783668909571
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v461153
Institution / Hochschule
Universität Hamburg
Note
2,7
Schlagworte
mediennutzung jugendlichen film probleme medien- filmsoziologie

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