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Mediation als moderne Methode in der Sozialen Arbeit

Hausarbeit 2017 19 Seiten

Soziale Arbeit / Sozialarbeit

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Mediation als Methode
2.1. Was ist Mediation?
2.2. Entstehungsgeschichte und aktueller Stand
2.3. Organisation der Mediation
2.4. Phasen der Mediation
2.5. Ziele der Mediation
2.6. Methoden der Mediation
2.7. Prinzipien und ethische Grundsätze der Mediation
2.8. Vorteile und Grenzen der Mediation
2.9. Mediation als Beruf

3. Mediation in der Sozialen Arbeit
3.1. Trennungs- und Scheidungsmediation
3.2. Mediation bei Familienkonflikten
3.3. Mediation in Erziehung und Bildung
3.4. Interkulturelle Mediation
3.5. Täter-Opfer-Ausgleich
3.6. Gemeinwesenmediation
3.7. Mediation im Gesundheitswesen
3.8. Konfliktmanagement in Behörden und Sozialen Organisationen
3.9. Elder Mediation

4. Beitrag zur Professionalisierung der Sozialen Arbeit

5. Fazit

6. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Der Begriff der Mediation hat in Deutschland in den letzten Jahren einen hohen Bekanntheitsgrad erlangt (vgl. Schäfer 2017, S.1). Obwohl Mediation also in immer mehr Fachwissenschaften und auch verschiedensten Handlungsfeldern der Sozialen Arbeit Anwendung findet, kommt die Auseinandersetzung mit der Methode im Bachelorstudium der Sozialen Arbeit – nach eigener Erfahrung des Verfassers - häufig viel zu kurz und wird zumeist nur am Rande thematisiert.

Die vorliegende Hausarbeit soll deshalb dazu dienen, einen auf Grund des vorgegebenen Umfangs grob komprimierten Überblick über die Methode und deren Nutzen zu bieten. Sie beschäftigt sich dabei – im Hinblick auf das zu Grunde liegende Modul - auch mit der Fragestellung, inwiefern die moderne Methode der Mediation zur weiteren Professionalisierung der Sozialen Arbeit beitragen kann. Ausgeklammert werden in dieser Hausarbeit wegen des gewünschten Umfangs die vielfältigen theoretischen Hintergründe der Methode (z.B. Wissen über Konflikte) und weitestgehend die ebenfalls sehr umfassenden Methoden (z.B. Gewaltfreie Kommunikation).

Die Beantwortung der Fragestellung ist wichtig, weil in kaum einer Handlungswissenschaft die eigenen Mitglieder so konträr über den Professionsstatus diskutieren, wie in der Soziale Arbeit. Auch in der öffentlichen Betrachtung gehen die Meinungen auseinander, ob die Soziale Arbeit nun eine „echte Profession“ ist oder doch nicht eher nur eine „Semi- bzw. Quasiprofession“ (vgl. hierzu bspw. Herwig-Lempp, dessen Beitrag von 1997 nach wie vor aktuell ist). Um die Professionalisierung der Sozialen Arbeit weiter voranzutreiben, ist es notwendig, sich mit modernen Methoden auseinanderzusetzen und das eigene Handlungsrepertoire so zu erweitern.

Als Arbeitshypothese vermute ich, dass die Methode der Mediation für die Soziale Arbeit sehr gut geeignet ist und durch vermehrte Anwendung ein Beitrag zur weiter fortschreitenden Professionalisierung der besagten Handlungswissenschaft geleistet werden kann.

Um diese These zu belegen, soll im ersten Schritt die Methode der Mediation in ihren verschiedenen Facetten komprimiert dargestellt werden. Im zweiten Schritt wird exemplarisch aufgezeigt, in welchen Handlungsfeldern der Sozialen Arbeit Mediation Stand heute bereits Anwendung findet. Nachdem schließlich noch explizit auf die Forschungsfrage Bezug genommen wird, welchen Beitrag die Methode der Mediation zur Professionalisierung der Sozialen Arbeit leisten kann, sollen abschließend in einem Fazit die gesammelten Erkenntnisse resümiert werden.

Obwohl aus Gründen der Lesbarkeit im Text dabei stets die männliche Form gewählt wurde, beziehen sich die Angaben selbstverständlich auf Angehörige beider Geschlechter.

2. Mediation als Methode

2.1. Was ist Mediation?

Mediation ist in Deutschland die aktuell wichtigste und am meisten verbreitete Methode, Streit und Konflikte alternativ, d.h. außergerichtlich, beizulegen (vgl. Schäfer 2017, S.1). Sie zählt damit zu den Methoden „Alternativer Konfliktlösungen“, die international auch als ADR („Alternative Dispute Resolution“) abgekürzt werden (vgl. Marx 2016, S.34). Eine einheitliche oder allgemeingültige Definition des Begriffes Mediation (Englisch für „Vermittlung“) gibt es Stand heute dabei noch nicht (vgl. Rabe/Wode 2014, S.4). Beispielhaft sei für diese Hausarbeit der Definitionsversuch des Mediationsgesetzes aus dem Jahr 2012 genannt. Dieses beschreibt die Mediation als „ein vertrauliches und strukturiertes Verfahren, bei dem Parteien mit Hilfe eines oder mehrerer Mediatoren freiwillig und eigenverantwortlich eine einvernehmliche Beilegung ihres Konfliktes anstreben“ (vgl. §1Abs.1 MediationsG). Gerade diese Autonomie und Selbstverantwortlichkeit der Streitparteien unterscheidet die Mediation von den weiteren Verfahren der außergerichtlichen Streitbeilegung unter der Leitung Dritter wie z.B. den Schieds- und Schlichtungsverfahren (vgl. Montada/ Kals 2013, S.21). Schließlich trifft der Schlichter stellvertretend für die Konfliktparteien eine nach seiner Auffassung tragfähige Entscheidung (vgl. Galuske 2013, S.210). Die Handlungsfelder der Mediation sind – wie auch die weitere Hausarbeit aufzeigen wird – sehr unterschiedlich und facettenreich. So findet Mediation beispielsweise in Wirtschaftsunternehmen, im Sport, in der Politik, bei Konflikten in Nachbarschaft und Wohnumfeld, bei Umweltkonflikten oder bei Paaren und Familien Anwendung. Auch die Zielgruppen könnten also nicht unterschiedlicher sein, reichen von jung bis alt und umfassen die unterschiedlichsten Kulturkreise (vgl. Schäfer 2017, S.4). Mediatoren sind dabei allparteiliche Dritte, die in einem strukturierten Verfahren zur Konfliktlösung beitragen (vgl. Schäfer 2017, S. 13). Dies können sowohl Anwälte, freiberuflich Tätige, kirchliche, öffentliche und private Träger, sowie fest angestellte Mediatoren sein (vgl. Schäfer 2017, S.37). Möglich und in bestimmten Situationen vorteilhaft (z.B. bei Verfahren mit vielen Beteiligten), ist dabei auch eine Co-Mediation, d.h. das mehrere Mediatoren gemeinsam die Streitparteien unterstützen (vgl. Schäfer 2017, S.25). Die Co-Mediatoren stehen dabei gleichberechtigt nebeneinander (vgl. Rabe/Wode 2014, S.3).

2.2. Entstehungsgeschichte und aktueller Stand

Auch wenn den meisten Menschen Mediation eher als modernes Verfahren ein Begriff ist, hat diese Methode eine lange Geschichte. So reichen die Wurzeln auf Jahrhunderte alte Traditionen in verschiedenen Kulturen wie China und Japan, dem antiken Griechenland, Afrika, Jordanien, Lateinamerika, Spanien oder sogar auf die Bibel zurück. Durch Einwanderung wurde das Wissen um diesen Ansatz der Vermittlung schließlich in die USA gebracht, in denen durch spannungsgeladene Jahrzehnte ab den 1960er Jahren das Verfahren der Mediation verstärkt angewendet und nach und nach formalisiert wurde. In Deutschland wurde Mediation seit Ende der 1980er Jahre weiterentwickelt und genutzt. Die Methode wurde von Pädagogen und Juristen nach Deutschland gebracht, welche die Mediation in den USA erlernt hatten (vgl. Schäfer 2017, S.13).

Anfangs fand die Mediation in Deutschland hauptsächlich im Trennungs- und Scheidungsbereich, sowie im Schulwesen Berlins Anwendung. Heute gehört Mediation – wie bereits aufgeführt - in vielen weiteren Bereichen und in ganz Deutschland weitestgehend zum Standard. 2012 trat das Mediationsgesetz in Deutschland in Kraft, das neun Paragraphen umfasst. Am 01.09.2017 folgt nun bald auch die zugehörige Verordnung über die Aus- und Fortbildung von zertifizierten Mediatoren (vgl. Schäfer 2017, S. 13). In zahlreichen anderen Verfahrensordnungen sind darüber hinaus ebenfalls nach und nach Mediationsklauseln hineingearbeitet worden, so zum Beispiel in der ZPO oder im FamFG (vgl. Marx 2016, S. 73). Die drei Berufsverbände für Mediation, die sich zwischen 1992 und 1996 gegründet haben und einige weitere kleine Organisationen mit dem Schwerpunkt Mediation und Konfliktmanagement kooperieren heute auf einer breiten Basis und veranstalten seit 2012 jährlich einen gemeinsamen Mediationskongress (vgl. Marx 2016, S. 72).

2.3. Organisation der Mediation

Die Organisation des Mediationsverfahrens ist je nach Mediator bzw. Zielgruppe verschieden:

In Bezug auf den Zeitaspekt dauert eine Mediationssitzung in Familien und anderen sozialen Kontexten meist 1,5 – 3 Stunden. In der Arbeit mit Gruppen und Teams, sowie der Wirtschaftsmediation, bietet es sich dagegen an, mehr Stunden pro Einheit oder sogar mehrere Tage am Stück anzusetzen. Auch wie lange das gesamte Mediationsverfahren dauert kann sehr unterschiedlich sein und ist beispielsweise von der Zahl der Medianden und der Eskalationsstufe des Konfliktes abhängig. Grundsätzlich beginnen die meisten Mediatoren mit einer dicht gestaffelten Anzahl an Terminen und weiten den Zeitraum zwischen zwei Mediationssitzungen zum Ende hin immer weiter aus (vgl. Schäfer 2017, S. 24). Die Dauer einer einzelnen Sitzung sollte vorher festgelegt und dann auch eingehalten werden. Je länger eine einzelne Mediationssitzung dauert, desto wichtiger ist es, ausreichend Pausen einzulegen, um beispielsweise auf Toilette oder rauchen zu gehen bzw. sich neu zu sammeln. Der Effekt, den Pausen erzielen können, sollte nicht unterschätzt werden. So kommen die Ideen zur Lösung eines Konfliktes den Beteiligten nicht selten innerhalb einer Sitzungspause. Weiterhin sollte der Mediator bei längeren Sitzungen auch für Verpflegung sorgen und so zumindest Getränke anbieten (vgl. Rabe/Wode 2014, S. 124f.). Müssen Termine von einer Konfliktpartei abgesagt werden, ist es ratsam, vorher diesbezüglich eine Vereinbarung zu treffen, z.B. das mindestens 24 Stunden vorher abgesagt werden muss und wenn dies nicht geschieht, die jeweilige Partei die Ausfallkosten tragen muss (vgl. Rabe/Wode 2014, S. 138).

Als Ort für die Mediation empfiehlt sich ein neutraler Ort und Rahmen. Dieser sollte also außerhalb des Systems der Medianden liegen und ist in der Regel ein angenehm eingerichtetes Büro oder ein Besprechungs- oder Tagungsraum in einem Hotel. Findet Mediation in einer Einrichtung statt, kann auch einer dieser Räume genutzt werden, solange er keinen Bezug zu einer der Streitparteien hat. Benötigte Materialien sind beispielsweise ein runder Tisch, genügend gleichwertige Stühle, Flipchart mit Papier, Moderationskoffer und eine Pinnwand (vgl. Schäfer 2017, S. 25f.). Es sollte darauf geachtet werden, dass der gewählte Ort – im Hinblick auf die Verschiedenartigkeit der Mobilität von Medianden - barrierefrei ist (vgl. Rabe/Wode 2014, S.121). Auch angenehme Lichtverhältnisse und eine ruhige äußere Umgebung (z.B. kein Baustellenlärm) müssen - so weit dies möglich ist – sichergestellt werden (vgl. Rabe/Wode 2014, S. 123).

Die Kosten einer Mediation sind dabei nicht verallgemeinerbar, sondern hängen beispielsweise von der Zahl der Mediatoren, den benötigten Sitzungen, dem Preissegment des Fachgebiets und vielen weiteren Faktoren ab. Die Bandbreite reicht von kostenloser, Spenden finanzierter Mediation, bis hin zur Bezahlung von Top-Honoraren beispielsweise in der Wirtschaft (vgl. Schäfer 2017, S.26). Das Honorar einer Mediation berechnet sich dabei in der Regel nach Stundensätzen. Möglich ist aber auch eine Abrechnung nach Tagessätzen, pauschalisierten Budgets oder anhand von Erfolgsprämien (vgl. Rabe/Wode 2014, S.137). Eine Kostenförderung der Mediation für einkommensschwache Bürger ähnlich der „Prozesskostenhilfe“ gibt es in Deutschland Stand heute nicht. Dies wird von den Berufsverbänden einhellig kritisiert. Schließlich würden enorme Justizkosten durch die Methode gespart werden, die in eine solche „Mediationskostenhilfe“ fließen

2.4. Phasen der Mediation

Die Mediation ist eine sehr strukturierte Methode und wird anhand eines Phasenmodells durchgeführt. Je nach Fachliteratur werden hier unterschiedliche Phasen formuliert bzw. mehr oder weniger ausdifferenziert und hervorgehoben (vgl. Schäfer 2017, S.26). Die vorliegende Hausarbeit folgt dabei den Ausführungen von Rabe und Wode, die sich am klassischen „5-Phasen-Modell“ orientieren.

Die erste Phase nennen sie „Arbeitsbündnis schließen“. Hier kommt es zur ersten Kontaktaufnahme mit dem Mediator, welche meist einseitig von einem der Konfliktpartner initiiert wird, der Vereinbarung und Durchführung eines Erstgesprächs und schließlich der Formulierung eines Arbeitsauftrages an den Mediator. Dieser verschafft sich hier einen ersten groben Überblick über Konfliktparteien und Sachverhalt, informiert diese über die Grundprinzipien und den Ablauf eines Mediationsverfahrens und prüft, ob eine Mediation im jeweiligen Konfliktfall eine geeignete Methode ist. Schließlich werden gemeinsame „Spielregeln“ aufgestellt und um das Rechtsverhältnis zwischen dem Mediator und den Konfliktparteien, sowie zwischen den Auftraggebern selbst, zu regeln, ein „Mediationsvertrag“ und eine „Mediationsvereinbarung“ ausgehandelt. Es folgt der Einstieg in die gemeinsame Arbeit (vgl. Rabe/Wode 2014, S.9f.).

Die zweite Phase ist die „Themensammlung“. Hier wird im Gespräch mit den Konfliktparteien eine Liste der zu bearbeitenden Punkte bzw. zu klärenden Konflikte erstellt. Die Themen werden dabei in eine zeitliche Bearbeitungsreihenfolge gebracht, wobei sich die Mediation durch Flexibilität und nachträgliche Veränderbarkeit auszeichnet. So kann die Reihenfolge der Themenbearbeitung im Laufe des Verfahrens verändert und auch neue Punkte ergänzt werden (vgl. Rabe/Wode 2014, S.10).

Als dritte Phase schließt sich die sogenannte „Bedürfnisermittlung“ an. Diese ist das Kernstück einer jeden Mediation, weil hier die eigentliche Problembearbeitung erfolgt und erfordert von allen Beteiligten viel Zeit und Energie. Die Konfliktparteien schildern jeweils ihre eigene Sicht auf das Geschehen; also ihre Position. Gemeinsam mit dem Mediator wird herausgearbeitet, welche Bedürfnisse und Interessen hinter den einzelnen Themen stehen; also worum es den Konfliktparteien eigentlich geht und welche Kriterien eine gemeinsame Lösung erfüllen muss (vgl. In der vierten Phase geht es um die „Entwicklung von Teillösungsoptionen“. Diese Phase ist von Kreativität geprägt. Die Konfliktparteien versuchen zu den gesammelten Themen so viele Lösungsideen wie möglich zu sammeln, wobei diese nicht bewertet werden (z.B. im Hinblick auf Umsetzbarkeit). Es gilt: Keine Lösung ist zu absurd! Im zweiten Schritt werden die Ideen und Vorschläge bewertet und noch ganz unverbindlich sinnhafte und realisierbare Teillösungsoptionen herausgefiltert. Dabei wird darauf geachtet, dass diese auch wirklich den Interessen und Bedürfnissen aller Konfliktparteien nicht entgegenstehen (vgl. Rabe/Wode 2014, S.11).

Die Mediation schließt mit der fünften Phase, in der es zur „Abschlussvereinbarung“ kommt. Hier werden die jeweils gefundenen Teillösungen zu einer stimmigen Gesamtlösung zusammengeführt. Es wird eine verbindliche Lösung des Konfliktes vereinbart (vgl. Rabe/Wode 2014, S.11). Dies geschieht in der Regel schriftlich und wird symbolisch von allen Konfliktparteien und vom Mediator unterzeichnet. Das Ergebnis wird somit dokumentiert. Die Abschlussvereinbarung sollte nach dem „SMART-Modell“ auf den Einzelfall bezogen, messbar, umsetzbar und realistisch, sowie zeitlich bestimmt sein (vgl. Hösl 2015, S.153). Es kann sinnvoll sein, die schriftliche Vereinbarung noch einmal auf ihre rechtliche Haltbarkeit zu hinterfragen. So können die Streitparteien diese durch ihre juristischen Vertreter überprüfen lassen (vgl. Galuske 2013, S.214).

Auch ist es ratsam, während und nach Abschluss der Mediation eine Evaluation durchzuführen. Hier geht es sowohl darum, die Lösungsumsetzung der Konfliktparteien zu begleiten und zu kontrollieren, als auch darum, das gesamte Mediationsverfahren an sich zu evaluieren (vgl. Montada/ Kals 2013, S.308ff.).

2.5. Ziele der Mediation

Das Mediationsverfahren verfolgt verschiedene Ziele. Im Kern geht es darum, für alle Konfliktparteien eine zufriedenstellende Lösung zu finden. Optimal wäre dabei also ein Kompromiss, der für alle Beteiligten eine „Win-Win“ Situation darstellt. Um dies zu erreichen, geht es darum, die Gefühle und Bedürfnisse des Gegenüber zu verstehen, um auch dessen Konflikthandlungen nachvollziehbar zu machen. Zentrales Ziel der Mediation ist also eine Perspektivübernahme (vgl. Schäfer 2017, S.1). Auch wird durch ein erfolgreichesMediationsverfahren häufig die zukünftige Konfliktkompetenz der Medianden gestärkt (vgl. Schäfer 2017, S.13). Es geht also vor allem auch um die „Hilfe zur Selbsthilfe“ der Konfliktparteien. Schließlich gewinnen diese während des Prozesses beispielsweise viele Selbsterkenntnisse oder Einsichten, wie Kommunikationsfehler- und Krisen vermieden und behoben werden können. Die vorliegenden Konflikte sollen also als „Entwicklungschance“ genutzt werden (vgl. Montada/ Kals 2013, S. 14ff.). Lösungsräume sollen durch die Mediation erweitert und die Kreativität der Konfliktparteien gefördert werden (vgl. Rabe/Wode 2014, S.23). Mediation bietet zudem die Möglichkeiten, neue soziale Kompetenzen zu erlernen und die vorhandenen zu erweitern (vgl. Montada/ Kals 2013, S. 326f.).

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Details

Seiten
19
Jahr
2017
ISBN (eBook)
9783668909540
ISBN (Buch)
9783668909557
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v461113
Institution / Hochschule
Hochschule Koblenz (ehem. FH Koblenz)
Note
1,0
Schlagworte
Soziale Arbeit Mediation Methoden Professionalisierung

Autor

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Titel: Mediation als moderne Methode in der Sozialen Arbeit