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Sprache als Faktor für In- und Exklusion an der Frankfurt University of Applied Sciences

Hausarbeit 2016 75 Seiten

Sozialpädagogik / Sozialarbeit

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Datenerhebung
2.1 Einschlusskriterien, Durchführungsort, Rekrutierung der Teilnehmer/innen
2.2 Erstellung des Interviewleitfadens
2.3 Durchführung und Transkription der Interviews
2.4 Datenerhebung mittels beobachtender Teilnahme und des schriftlichen Fragebogens

3. Datenauswertung
3.1 Durchführung der Inhaltsanalyse n. Mayring
3.2 Ergebnisse aus den erhobenen Daten

4. Dateninterpretation

5 Schlussteil

6 Literaturverzeichnis

Anhang

1. Einleitung

Problembeschreibung: Ein Gespräch kann durch den Gebrauch einer Zweitsprache erschwert werden, denn gegenseitiges Verstehen setzt eine gemeinsame Sprache voraus (Spirig 2001, 83f). Finden Gespräche mit Menschen mit einer anderen Muttersprache statt, kann es zu Miss-verständnissen kommen und zur Etikettierung dieser Menschen. Dies betrifft Menschen mit Migrationshintergrund an deutschen Hochschulen oder in den Berufsfeldern Pflege und Soziale Arbeit. Aber auch Menschen mit Sprachschwierigkeiten der Muttersprache können ausgegrenzt und stigmatisiert werden, denn innerhalb einer Sprachgemeinschaft verfügen Menschen über dieselben linguistischen Konventionen, welche sich am gemeinsamen Verständnis von Grammatik und Orthographie zeigen (Spirig 2001, 83f). Jene Menschen, welche unter einer Lese- und Rechtschreibschwäche (LRS) leiden entsprechen diesen Konventionen nicht. Menschen mit Beeinträchtigungen (Gehörlosigkeit) oder chronischen Krankheiten (Depression) haben meist Schwierigkeiten ihre Bedürfnisse und Erwartungen gegenüber ihrem Umfeld (Hochschule, Berufsfeld) durchzusetzen. Oft haben diese „Randgruppen“ nicht die sprachlichen Möglichkeiten, um ihre Machtstrukturen zu besetzen (Spirig 2001, 83f; Beuse 2004, 10). Die Kraft der Sprache liegt also in der Macht der Worte und Gewalt beginnt im Kopf, aber auch in der Sprache (Sitzmann 1997, 48). Verdeckte ausgrenzende Mechanismen vor der Datenerhebung: Lehrende thematisierten in Vorlesungen nicht, dass es Möglichkeiten gibt Menschen mit LRS wohlwollender zu bewerten. Ferner zeigte sich, dass eine Person mit Migrationshintergrund durch Lehrende schlechter bewertet wurde, weil diesen der bestehende Migrationshintergrund nicht auf- gefallen war. Das gleiche Phänomen konnte für eine Person mit einer LRS nach der Daten- erhebung herausgearbeitet werden. Bedeutung des Aspektes „Sprache“ als Faktor für Inklusion/ Exklusion: „Gewalt und Inhumanität beginnen bereits mit den Worten, die wir wählen.“ (Staudacher 2015, 122) Menschen benennen durch Sprache ihre Umwelt und ihre Begegnungen mit anderen Menschen, d.h. sie bewerten und etikettieren ihren Alltag oder stigmatisieren andere Personen (Spirig 2001, 83f). Durch Sprache werden nicht nur Informationen transportiert, sondern auch Einverständnisse, Meinungsverschiedenheiten oder Missverständnisse erzeugt (Spirig 2001, 83f). Wenn Menschen Missstände benennen können, haben sie auch die Möglichkeit diese zu verändern. Soll Inklusion an der Fra UAS gelingen, so müssen Missstände im Kontext Sprache angesprochen und verändert werden, denn: „Die Sprache ist die Mitte, in der sich die Verständigung der Partner und das Einverständnis über die Sache vollzieht.“ (Gadamer 1960, 361) Kommt ein Einverständnis zwischen den Betroffenen und deren Umfeld über die Sache (Vermeidung Benachteiligung) zustande, kann dies mittels Sprache die Benachteiligten zur sozialen Mitte führen. Definition Sprache: Denken und Sprache sind Vehikel zur Aneignung der Welt und zur Teilhabe an der Welt (Mayer 2016, 1). Denken ist untrennbar mit Sprache verbunden (Mayer 2016, 1). Sprache ist ein System von Zeichen mit einer bestimmten Einheit, dass der menschlichen Gesellschaft als Kommunikationsmittel und als Instrument des begrifflichen Denkens dient (Geyken 2016, 1). Sprache ist verbal und nonverbal möglich, d.h. auch Verhalten ist Ausdruck der Sprache (Körpersprache). Ferner ermöglicht Sprache der Menschheit, den Erwerb und die Speicherung des vorhandenen Wissens (Geyken 2016, 1). Definition Exklusion: Externe Beeinträchtigung von Lebenschancen durch physische Ausschließung (z.B. räumliche Trennung), psychische und/oder soziale Ausschließung von Ressourcen, die andere monopolisiert haben (Kronauer 2010, 25ff). Exklusion ist also gekennzeichnet durch eine Aussonderung, bzw. durch die fehlende Einbeziehung der Betroffenen in die soziale Mitte der Gesellschaft. Verständnis von Inklusion: Inklusion wird hier als Prozess des Eingehens auf die Verschiedenheit des Bedarfs aller (lernenden) Menschen gesehen (Wansing 2015, 46). Durch Erhöhung der Teilhabe an Lernprozessen, Kulturen, Gemeinschaften und die Reduzierung von Ausschlüssen aus dem Bildungswesen, bzw. innerhalb des Bildungswesens, entsteht soziale Einbeziehung (Inklusion) der Betroffenen in die Gesellschaft (Wansing 2015, 46). Soll Inklusion gelingen, so muss auf die individuell-verschiedenen Bedarfe der Sprachförderung ein- gegangen werden. Es müssen (Gebärden)dolmetscher bereitgestellt werden, sowie Möglichkeiten des Korrekturlesens (LRS) bestehen. Menschen mit Migrationshintergrund und depressiver Erkrankung sollen in Lerngruppen und Gemeinschaften vollwertiges, nicht benachteiligtes Mitglied sein, auch wenn sie nicht den genormten Erwartungen des Umfeldes entsprechen. Hierzu muss sich die Norm an den Betroffenen anpassen. Verständnis von Behinderung: Bei den Befragten handelt es sich um Personen, welche eine funktionelle Schädigung oder Krankheit (Ausnahme: Person mit Migrationshintergrund) aufweisen. Diese Schädigung führt zur Beeinträchtigung ihrerseits. Beeinträchtigungen können (verdeckte) äußere isolierende Mechanismen in Gang setzen und somit zur Exklusion führen. Wobei nicht die Beeinträchtigung an sich, sondern die soziale Umwelt darüber entscheidet, ob eine Person in ihrer Entwicklung behindert wird (Lanwer 2010, 6). Behinderung ist also von außen konstruiert.

Folgende Forschungsfrage hat sich aus der Problematik ergeben: Wie wirkt sich Sprache an der Frankfurt University of Applied Sciences als Faktor für Inklusion bzw. Exklusion aus?

Zur Beantwortung wurden 3 Studierende aus dem Fachbereich Soziale Arbeit und Gesundheit der Frankfurt University of Applied Sciences befragt. Bei einer Person wurde eine beobachtende Teilnahme durchgeführt. Die Studierenden wurden gewählt, weil sie in der Sprache (gesprochenes Wort oder Schrift) beeinträchtigt sind und die Gefahr besteht, dass sie eine Benachteiligung, in Bezug auf ihre Kompetenzbewertung an der Hochschule oder in ihrem Berufsumfeld erfahren. Sie sind gefährdet sozial ausgeschlossen zu werden.

2. Datenerhebung

2.1 Einschlusskriterien, Durchführungsort, Rekrutierung der Teilnehmer/innen

Als Einschlusskriterium für die Auswahl der betroffenen Studierenden wurde eine Beeinträchtigung in der Sprache gewählt. Diese äußerte sich bei einem/einer Teilnehmer/in in der Lese- und Rechtschreibschwäche und der vorliegenden depressiven Erkrankung. Der/die zweite Teilnehmer/in hat Schwierigkeiten mit der deutschen Sprache, weil sie/er erst seit 5 Jahren in Deutschland lebt. Ein/e weitere/r Teilnehmer/in leidet unter Gehörlosigkeit. Als Durchführungsort der Interviews wurde eine entspannte Atmosphäre an der Hochschule gewählt. Das erste Interview umfasst ca. 1 Stunde Gesprächszeit und das Zweite ca. 30 Minuten. Beim 3. Interview beantwortete die/der Teilnehmer/in schriftlich gestellte Fragen per Email (Interview gehörlose Person) und es wurde vorab eine beobachtende Teilnahme (in der Vorlesung) durchgeführt. Des Weiteren wurde der Behindertenbeauftragte der Fra UAS befragt. Die Teilnehmer/innen wurden persönlich gefragt, ob ein Interesse zur Teilnahme an einem Interview besteht. Es bestanden zum Teil schon persönliche Kontakte zwischen der Projektgruppe und den Teilnehmer/innen, wodurch die Rekrutierung und Terminabsprache erleichtert wurde.

2.2 Erstellung des Interviewleitfadens

„Entscheidend für das Gelingen des Experteninterviews ist unserer Erfahrung nach eine flexible, unbürokratische Handhabung des Leitfadens im Sinne eines Themenkomplexes und nicht im Sinne eines standardisierten Auflaufschemas.“ (Meuser, Nagel 1997, 487) Um den halbstrukturierten Interviewleitfaden erstellen zu können, wurde zuerst eine umfangreiche Literaturrecherche durchgeführt und entsprechende Fachliteratur besorgt, sowie aus-gearbeitet (vgl. Flick 1996, 99ff, 112ff) (siehe Anhang). Der Leitfaden diente zur Strukturierung des Experteninterviews und als konkretes Hilfsmittel in der Erhebungssituation (Boger 2014, 27). Ziel war es, eine Gedächtnisstütze zu nutzen und nicht ein Redeskript, von dem, eine Frage nach der anderen Frage abgelesen wird (Boger 2014, 28). Es war auch nicht notwendig in beiden Gesprächen absolut identische Fragen zu stellen, um eine Vergleichbarkeit zwischen den Interviews herzustellen. Die genaue Formulierung der Fragen variierte individuell nach Teilnehmer/in (vgl. Boger 2014, 30). Es wurde der jeweilige Interviewleitfaden vorab individualisiert und bei der Durchführung des Interviews entsprechend flexibel gehandhabt, d.h. es wurde auf einen narrativ fördernden Erzählstil der Teilnehmer/ innen geachtet (Lamnek 2010, 350). Die Leitfäden wurden in drei Hauptblöcke strukturiert und mit 3-6 Hauptfragen versehen (siehe Anhang L1 und L2). Zu diesen Hauptfragen wurden Unterfragen oder Stichpunkte formuliert. Diese Unterkategorien wurden nur verwendet, wenn der/die Teilnehmer/in diesen Themenkomplex nicht (von sich aus) tiefgehend beantwortet hatte. Es wurden, wenn dies notwendig war, ohne den/die Teilnehmer/in zu unterbrechen, tiefgehende Nachfragen gestellt, welche sich nicht „auf“ dem Leitfaden befanden. Ferner wurde auf eine übersichtliche Gliederung durch entsprechende Überschriften (Allgemein, Hochschule, Berufsfeld) und durch Nummerierung hervorgehobene Hauptfragen, sowie kursiv geschriebene Nebenfragen, geachtet (Boger 2014, 29). Des Weiteren wurde der Leitfaden kurz gehalten, damit die Interviewsituation pragmatisch gestaltet werden konnte (Boger 2014, 29f). Der erste Block des Leitfadens diente zur Einführung in das Gespräch und zur flexiblen erzähl-generierenden „Öffnung“ des/der Teilnehmer/s/in, trotz einem gewissen Maß an Strukturierung. Die Leitfäden wurden den Teilnehmer/n/innen vorab nicht zugesandt und es erfolgte kein Pretest. Die Entwicklung der einzelnen Interviewfragen (siehe Anhang) erfolgte durch den 6 Schritte Prozess nach Boger und wird wegen ihrem Umfang hier nicht dargestellt (Boger 2014,32ff). Ferner wurde eine Einverständniserklärung (mit entsprechenden Aufklärungsinhalten) verfasst und sie wurde durch die Teilnehmer/innen nach ausreichender Bedenkzeit unterschrieben (siehe Anhang).

2.3 Durchführung und Transkription der Interviews

Bei der Durchführung des Interviews wurde auf einen weichen Befragungsstil geachtet. Die Teilnehmenden wurden nicht im Redefluss unterbrochen. Kam der Redefluss zum Stocken, wurde die Erzählung durch Steuerungs- und Aufrechterhaltungsfragen (Stichpunkte im Leit- faden) wieder in Gang gebracht (Helfferich 2011, 181). Dies konnte durch den flexiblen Leitfaden geschehen. Die Strukturierung und Richtung der Erzählung wurde den Teilnehmenden überlassen. Offene Fragen seitens der interviewenden Person wurden erst im Anschluss geklärt. Die Interviews (siehe Anhang) wurden in eine Einstiegs-, Haupt- und Abschlussphase gegliedert (vgl. Mayer 2015,220; Froschauer, Lueger 2003,69). Die Transkription der Audiodateien erfolgte mittels der Übertragung ins normale Schriftdeutsch, wobei Dialektfärbungen mitprotokolliert wurden (Kuckartz 2010, 43; Mayring 2002, 92). Dazu wurde sich der Transkriptionsregeln von Kallmeyer und Schütze bedient, wobei manchmal (zu Gunsten der Lesbarkeit) auf Sonderzeichen verzichtet werden musste (Kall- meyer, Schütze 1976, 6ff). Anschließend erfolgte die Anonymisierung.

2.4 Datenerhebung mittels beobachtender Teilnahme und des schriftlichen Fragebogens

In einem Kurs, den eine unserer Kommilitoninnen besuchte, wurde uns die Möglichkeit geboten, eine beobachtende Teilnahme bei einer Frau mit einer „Hörbehinderung“ durchführen zu können. Diese beobachtende Teilnahme sahen wir als geeignete Methode für weitere Forschung an, da sie als Methode fungiert, welche den Zugang der Betroffenen zum Interview ermöglicht (vgl. Juraforum). Das Ziel dieser Methode ist, etwas über eine einzelne Person, somit ihr Auftreten und das der Gruppe herauszufinden. Das größte Merkmal dieser Methode ist, dass die beobachtende Person bei dem Geschehen dabei ist (vgl. Juraforum). Die Person wurde von uns in dem Seminar beobachtet, dadurch entstanden offene Fragen, die durch die reine Beobachtung nicht aufgeklärt werden konnten. Somit wurde die betroffene Person mit Hilfe der Dolmetscher gefragt, ob sie sich für ein Interview bereit erklären würde. Sie hat sich selbst für eine schriftliche Stellungnahme entschieden, da sie die Dolmetscher dafür selbst hätte bezahlen müssen.

3. Datenauswertung

3.1 Durchführung der Inhaltsanalyse n. Mayring

Als Auswertungsmethode wurde die Inhaltsanalyse nach Mayring gewählt, weil diese besonders geeignet ist für rekonstruierende Untersuchungen und speziell für die Auswertung von Experteninterviews (vgl. Gläser, Laudel 2010, 47). „Die qualitative Inhaltsanalyse wertet Texte aus, indem sie ihnen in einem systematischen Verfahren Informationen entnimmt“ (ebd., 46). Um die Transkripte zu interpretieren wurde die Form der Zusammenfassung gewählt. Bei dieser Analysetechnik wird das Material so reduziert, dass die wesentlichen Inhalte erhalten bleiben, sodass ein Corpus entsteht, welcher das Abbild des Grundmaterials ist (vgl. Mayring 2010, 65). Dazu müssen zunächst Analyseeinheiten bestimmt werden, welche anschließend in eine knappe, nur auf den Inhalt beschränkte, beschreibende Form umgeschrieben, also paraphrasiert werden (vgl. ebd., 69). Mit den Analyseeinheiten wird festgelegt, welches der größte und welches der kleinste Textbestandteil ist, der unter eine Kategorie fallen kann sowie die Reihenfolge der ausgewerteten Textteile (vgl. ebd., 59). So wurden in diesem ersten Schritt der Analyse alle Textstellen markiert, die inhaltlich wesentlich für die Faktorenbildung waren und anschließend in paraphrasierter Form in die Tabelle aufgenommen. Im zweiten Schritt wurde das Abstraktionsniveau bestimmt, d.h. alle Paraphrasen, die zu einer verallgemeinerbaren Aussage zusammengefasst werden konnten, wurden in diesem Schritt generalisiert (vgl. ebd., 69). Das Abstraktionsniveau wurde so festgelegt, dass möglichst allgemeine Äußerungen der Probanden, nicht auf spezifische Fälle bezogene Aussagen, verallgemeinert zusammengefasst wurden. In der Tabelle 1 wurde die Person, Seite und Zeile der jeweiligen Textstelle, die Zitate, Paraphrasen und die Generalisierung aufgeführt. Mittels der Reduktion wurde der Materialbestand auf die wesentlichen Inhalte reduziert. Die drei beschriebenen Schritte der Paraphrasierung, Generalisierung und Reduktion sind in der Tabelle Inhaltsanalyse Auswertung 1 im Anhang dargestellt. Ziel der Auswertung sollte sein, in Form der einzelnen Kategorien die Faktoren zu erhalten, welche auf die Forschungsfrage zurück zu führen sind. So wurde im letzten Schritt der Analyse eine induktive Kategorienbildung vorgenommen, d.h. die Kategorien wurden direkt aus dem Material in einem Verallgemeinerungsprozess abgeleitet, ohne sich auf vorab formulierte Theoriekonzepte zu beziehen (vgl. ebd., 83). Die vollständige Ergebnistabelle 2 ist im Anhang aufgeführt. Ferner befinden sich ausführliche Daten zur Auswertung der beobachtbaren Teilnahme und zum Fragebogen im Anhang.

3.2 Ergebnisse aus den erhobenen Daten

Aus der inhaltsanalytischen Auswertung ergaben sich fünf Kategorien, welche jene Faktoren aufzeigen, die der Sprache einen inklusiven bzw. einen exklusiven Charakter zuweisen. Die fünf Faktoren lauten: Prüfungsleistungen, Nachteilsausgleich, Unterstützung, Soziale Kontakte und Kommunikation. Die folgende Ergebnisinterpretation geht aus den Generalisierungen hervor, welche die einzelnen Kategorien bildeten (siehe Anhang, Tabelle Inhaltsanalyse Auswertung Teil 2). Der Faktor Prüfungsleistungen hat einen bedeutsamen Stellenwert hinsichtlich der Thematik, da Studenten mit Migrationshintergrund oder mit einer Leserechtsschreibschwäche (LRS) einen höheren Leistungsdruck aufweisen als ihre Kommilitonen. Beispielsweise muss ein Deutschkurs mit einer abschließenden Prüfung absolviert und mit einer guten Note bestanden werden, um ein Visum beantragen zu können. Diese erste Hürde müssen ausländische Studenten vorab auf sich nehmen, um überhaupt in Deutschland studieren zu dürfen. Des Weiteren geht aus den Interviews hervor, dass Studierende mit einer LRS, diese nicht offenbaren möchten, aus Angst dies könne die Note negativ beeinflussen. Die Erfahrung habe gezeigt, dass bedingt durch die LRS ein verschlechterter Notenspiegel in der Schule bzw. im Abitur entstanden sei. Zum Thema Nachteisausgleich wurde gesagt, dass kaum Gespräche zu diesem Thema in der Frankfurt University stattfänden und dass Betroffene sich wünschen, die Prüfungsleistung mehr auf den Inhalt und nicht auf die Rechtschreibung auszurichten. Bei der Nachteilsausgleichsregelung sei eine Grundleistung zu erbringen und eine verlängerte Prüfungszeit vorgesehen. Doch auch eine verlängerte Prüfungszeit sei für Studierende mit LRS nicht hilfreich. Jedoch wäre sie für Studenten mit Migrationshintergrund nützlich, da diese meist etwas länger brauchen um Texte zu lesen und zu verstehen. Allgemein lässt sich zum Faktor Nachteilsausgleich sagen, dass Studierende ihren sogenannten „Nachteil“ nicht offenbaren möchten. Dies könne keine Strategie für Inklusion sein, denn inhaltlich gebe es keinen Unterschied zu den Leistungen der Kommilitonen. Mehr Unterstützung und Verständnis seitens der Professoren und Kommilitonen könne zur Inklusion in diesem Zusammenhang zielführend sein. Die Probanden sagten, dass besonders die ersten Semester schwer für sei seien, da ein Schamgefühl sie davon abhalten würde, nach Unterstützung zu fragen. Es sei vermehrt aufgefallen, dass Kommilitonen Abneigungen gegenüber Studierenden mit Migrationshintergrund zeigen. Besonders sei es bei Präsentationen vorgekommen, dass Kommilitonen einen gelangweilten Blick aufsetzten oder der präsentierenden Person nicht zuhörten, wenn diese nicht perfekt deutsch sprach. Aus der Angst sich bloß zu stellen, resultiert das Schamgefühl. Somit ist die Kommunikation eingeschränkt und Betroffene haben Probleme, soziale Kontakte zu knüpfen. Trotz das im Berufsfeld der Pflege viele Menschen arbeiten, die Probleme mit der deutschen Sprache haben, würden Kollegen kein Verständnis dafür zeigen und seien vermehrt der Meinung, dass gute Deutschkenntnisse erforderlich seien. Es sei auch aufgefallen, dass häufiges Nachfragen und Nicht-Verstehen zu pflegende Personen stört. Doch all diese Hürden und Probleme verschwinden mit der Zeit, wenn die Kommunikation nicht mehr eingeschränkt ist. So würden Betroffene im Laufe der Zeit Freundschaften in der Frankfurt University knüpfen und auch im Berufsleben gäbe es nach einiger Zeit keine Schwierigkeiten mehr.

4. Dateninterpretation

Welche ausschließenden Mechanismen wurden durch die Ergebnisse aufgedeckt? Warum sind dies ausschließende Mechanismen?

Anhand der drei Methoden zur Ermittlung der Forschungsfrage wird die Interpretation der Ergebnisse dargestellt. Die Interpretationen über die Aussagen der Befragten sind mögliche Annahmen und keine sicheren Aussagen, sondern Interpretationen und hypothetische Verallgemeinerungen in Bezug zu den gefundenen ausschließenden Mechanismen. Ein erforschtes Ausschlusskriterium ist die „LRS“. Es wurde ermittelt, dass „LRS“ zunächst zu keiner Exklusion führt, da es für die Gesellschaft so nicht sichtbar ist. In der Schulzeit werden aber ausschließende Mechanismen gefunden. In der FH Frankfurt führt die „LRS“ zu Benachteiligungen, da es Professor_Innen gibt, die „LRS“ nicht als „Problem“ wahrnehmen. Der Nachteilsausgleich, dass die „Betroffenen“ eine halbe Stunde länger Zeit bei Prüfungen haben, gleicht nicht den Notennachteil aus, den sie durch ihre LRS bekommen. Es können durch das nicht sonderliche Wahrnehmen der „Defizite“, seitens der Professor_Innen und Kommiliton_Innen, ausschließende Mechanismen entstehen, da sich die „Betroffenen“ selbst schon oft zurück ziehen und somit selbst ausschließen. Ein weiteres Ausschlusskriterium sind Depressionen. Die „Betroffenen“ isolieren sich selbst. Die Gesellschaft hat wenig Wissen über die Krankheit. Die Studierenden mit der medizinischen Diagnose Depression fühlen sich durch Professor_Innen nicht gut unterstützt. Auch in der psychosozialen Beratung ist keine adäquate Krankheitsbehandlung gegeben. Auschließende Mechanismen sind die geringen Kenntnisse dieser „Krankheit“ und daraus entstehende Missverständnisse. Da die Krankheit nicht sichtbar ist, wird auch nicht viel interveniert, die Prüfungsvoraussetzungen somit nicht überdacht und das bedeutet Ausschluss. Die Menschen mit „der Deutschen Sprache als Fremdsprache“, haben auch Probleme mit den Prüfungen der Fachhochschule. Die Kommunikation fällt sehr schwer, auch kommen Schamgefühle gegenüber den Mitstudierenden und Professor_Innen auf, da das nicht Beherrschen der deutschen Sprache in Seminaren auffällt. Freundschaften innerhalb der Fachhochschule helfen jedoch, um der deutschen Sprache näher zu kommen. Unterstützt werden Menschen mit Migrationshintergrund auch durch die Professor_Innen, die sich manchmal Einleitungen und Gliederungen anschauen. Auch Kommiliton_Innen unterstützen. Ausschließende Mechanismen lassen sich in der Art des Unterrichts wieder finden. Denn der Unterricht könnte etwas langsamer durchgeführt werden, damit die Menschen, die Schwierigkeiten mit der deutschen Sprache haben, keinen Nachteil erleiden müssen. Menschen die „Gehörlos“ sind, werden in der Fachhochschule Frankfurt sehr gut unterstützt. Auch im Seminar führt das „Anders“ sein nicht zur Exklusion. Über den Nachteilsausgleich werden sie zu Beginn von dem Behindertenbeauftragten informiert. Dass die Dolmetscher nicht von der Fachhochschule bezahlt werden, kann man nicht als ausschließenden

Mechanismus werten, da andere Träger dafür aufkommen. Ein Ausschlusskriterium ist das fehlende Wissen über die Gebärdensprache in der Fachhochschule, bezogen auf die Kommiliton_Innen und auch die Professor_Innen. Dadurch, dass nur sehr wenige diese „Sprache“ beherrschen und der Rest zu viel Scham hat sich mit „gehörlosen“ Menschen zu unterhalten, fühlen sich die „Betroffen“ ausgeschlossen (sowohl im Seminar, im Hochschulsport und auch bei den Partys). Doch es bleibt die Frage offen, ob die Bezahlung der Dolmetscher zu hoch angesetzt ist, da auch die interviewte Person ihre Dolmetscher, für das geplante Interview, hätte selbst bezahlen müssen. Wenn wir die Ergebnisse in Bezug zu der Berufswelt Pflege und Soziale Arbeit setzen ist zu betonen, dass jede Person die befragt wurde mit ihrer „Krankheit“ oder „Behinderung“ Bedenken über die Berufliche Zukunft hat. Denn oft ist es ein wechselseitiges Verhalten der einzelnen Person zur Gesellschaft und auch anders herum, dass Exklusion in einem Beruf durch „Defizite“ ermöglicht. Um eine genaue Analyse unserer Ergebnisse in Bezug zur Praxis stellen zu können, müsste qualitativer und quantitativer geforscht werden. Zusammenfassend ist zu sagen, dass alle untersuchten Bereiche in der Fachhochschule Frankfurt ausschließende Mechanismen/ Exklusion aufweisen. Oft wird ein Kreislauf aufgebaut, wobei die Betroffenen durch vorurteilsbehaftete Ängste gegenüber ihren Mit- studierenden und Professor_Innen anfangen sich „anderes“ zu verhalten und somit eine Selbstausgrenzung stattfindet. Durch dieses Verhalten fängt das Umfeld umso stärker an, bewusst und unbewusst auszugrenzen und zu benachteiligen. Auch birgt dieser Kreislauf oft Unwissen über eine Krankheit/Behinderung, welches zu Exklusion durch Benachteiligung führt. Jedoch ist auch zu sagen, dass die Fachhochschule Frankfurt viel Unterstützung leistet. Es ist zu erkennen, dass Beeinträchtigungen, die auffallen, wie zum Beispiel das „Gehörlos sein“ und ein „Migrationshintergrund haben“ eher mit ihren Problemen anerkannt werden, als zum Beispiel „LRS“ und „Depressionen“. Die Fachhochschule Frankfurt stellt unausweichlich die Weichen für die Berufswelt, somit sollten die ausschließenden Mechanismen, die hier erforscht wurden, bedacht werden. Ein Gespräch mit dem Behindertenbeauftragen der Fachhochschule Frankfurt sollte unsere Informationen durch die Datenerhebungen abrunden. Dieses wird unter anderem in dem nächsten Kapitel dargelegt.

5 Schlussteil

Durch die geführten Interviews wurde erkennbar, dass Sprache zu Exklusion führen kann. Jedoch ist in diesem Zusammenhang immer zu berücksichtigen, wie entstehen überhaupt exklusive Strukturen und wie geht die Hochschule damit um bzw. trägt sie als staatliche Institution zur Aufrechterhaltung exklusiver Rahmenbedingungen bei? Seit 2001 gehört das Institut für Migrationsstudien und interkulturelle Kommunikation (IMiK) zur Frankfurt University of Applied Sciences (vgl. frankfurt-university.de 2016). Dort wird unter anderem zum Thema Inklusion/Exklusion geforscht. Des Weiteren hat die Hochschule einen Schwerbehindertenbeauftragten. In einem kurzen Interview hat er uns seine Aufgaben erklärt. Neben der Beratung für Menschen mit einer Schwerbehinderung oder chronischen Erkrankung, unterstützt er die Studierenden auch beim Ausfüllen von notwendigen Anträgen. Er erklärte uns, dass der Anspruch an Tutorinnen in den letzten Jahren stetig gestiegen sei. Nach seiner Einschätzung sei in den letzten Jahren die Anzahl der Studierenden mit psychischen Erkrankungen gewachsen, diese kämen aber nur selten zu ihm. Er vermutet, dass die Betroffenen die Hilfe bei der Psychotherapeutischen Beratung der Frankfurt UAS aufsuchen und daher nicht zu ihm kommen würden. Eine weitere Aufgabe des Schwerbehindertenbeauftragten ist es, „[...] innerhalb der Hochschule auf eine kontinuierliche Verbesserung der Studiensituation hin zu wirken“ (frankfurt-university.de 2016).

Die Interviews haben aber gezeigt, dass es noch Verbesserungsbedarf an der Hochschule gibt. Alle drei Befragten wurden zu Beginn des Studiums kaum bis gar nicht über den Nachteilsausgleich informiert. Des Weiteren wurde bemängelt, dass durch den Nachteilsausgleich nicht alle Betroffene profitieren. Aufgrund der empirischen Datenlage wurde festgestellt, dass Menschen die von einer Benachteiligung betroffen sind, sich häufig nicht trauen über ihre Erkrankung zu sprechen. Sich „trauen“ steckt im Wort „Vertrauen“ (Spiller 2000, 141). Wichtig wäre an dieser Stelle, das Anbieten von vertraulichen Gesprächen durch die Lehrenden, nur so kann gemeinsam an einer möglichen Lösung gearbeitet werden. Lehrende gaben laut den befragten Personen an, eine wohlwollende Bewertung abzugeben, wenn sie von den Schwierigkeiten gewusst hätten. Es kann also von einer Tabuisierung der Einschränkungen und einer hohen Dunkelziffer betroffener Menschen ausgegangen werden. In diesem Zusammenhang wird folgender Leitsatz deutlich: „Wenn wir etwas nicht benennen (können), können wir es auch nicht lehren, finanzieren oder zum Bestandteil politischer Entscheidungen machen“ (Bartholomeyczik 1997, 11). Exklusion zeigt sich auch durch sprachliche Formulierungen, wenn im Kontext Sprache von Ausländern (Menschen mit Migrationshintergrund) gesprochen wird. Durch sprachliche Formulierungen können die betroffenen Menschen kategorisiert, klassifiziert, unterworfen und stigmatisiert werden und es kommt zum „Akt der Seelenverletzung“ durch unachtsamen Umgang mit der Sprache, häufig „ohne Konsequenzen für die Täter“ (Staudacher 2015, 122). Die Sprache gehört zum alltäglichen Repertoire der Berufsfelder Pflege und Soziale Arbeit. Durch das sprachliche und schriftliche Ausdrucksvermögen zeichnet sich die Professionalität der Fachkräfte aus (vgl. Spiller 2000, 1). Die Goethe Universität hat ein sogenanntes Diversity-Modell entwickelt. Aufgrund der vorgegeben Seitenanzahl werde ich das Konzept nur kurz anreißen können. Ziel des Diversity-Police ist zum einen, die Untersuchung von ausgrenzenden Mechanismen an der Hochschule. Bestrebt wird, dass allen Personen unabhängig von ihren sozialen Merkmalen, die gleichen Zugangs- und Erfolgschancen ermöglicht werden. Des Weiteren steht im Fokus des Konzepts, dass die einzelnen Talente und Potentiale aller Studierenden gefördert werden. Um die Ziele zu verwirklichen, setzt die Goethe Universität auf die Veränderungen der Rahmenbedingungen. Oberste Priorität ist die Gleichstellung der Individuen. Die ständige Evaluation der Gleichstellungsmaßnahmen gehört ebenfalls zum Diversity-Konzept. Ein weiterer Punkt der Umsetzung, ist die Schaffung von Kompetenz-Trainings für die unterschiedlichen Zielgruppen. Durch die Öffentlichkeitsarbeit möchte die Universität für Gender- und Diversity-Aspekte sensibilisieren. Auch der Austausch und die Vernetzung mit anderen Hochschulen im Bereich Diversity ist Bestandteil des Konzepts (vgl. Goethe Universität.de, Diversity-Konzept). Zusammenfassend ist festzustellen, dass Sprache – als wichtiger Bestandteil der Kommunikation – an der Frankfurt UAS zu Exklusion führen kann. Die Hochschule hat die Aufgabe gleiche Bedingungen für alle Studierenden zu schaffen. Jedoch sehen wir, nach jetziger Erkenntnislage, noch Verbesserungsbedarf im Umgang mit Inklusion/Exklusion. Ein Punkt ist die frühzeitige Aufklärung über die Rechte und den Anspruch der Studierenden. Allerdings hat sich in den Interviews gezeigt, dass der Nachteilsausgleich und die Sprachkurse nicht allen Studierenden zu Gute kommen. Wie schon erwähnt ist die Tabuisierung ein Aspekt, der dazu führt, dass Studierende sich ausschlossen und benachteiligt fühlen können. Das Diversity-Konzept der Goethe Universität kann als Anreiz für Veränderungen an der Frankfurt UAS gesehen werden. Aufgrund der hohen Relevanz von Inklusion/Exklusion möchte ich die Bedeutung, am Beispiel der Sozialen Arbeit, kurz anreißen. Soziale Arbeit steht in dem „Dilemma“ sich zum einen gegen exklusive Strukturen zu wehren und zum anderen trägt Soziale Arbeit zur Aufrechterhaltung dieser ausgrenzenden Bedingungen bei. Am Beispiel der Hartz I-IV- Gesetze ist dies deutlich erkennbar. Ziel ist es, durch Druckausübung auf die Klient_Innen und Schaffung von Konkurrenzmechanismen, eine Qualitätssteigerung und Senkung der Kosten von sozialen Dienstleistungen zu erreichen. Soziale Arbeit trägt dazu bei, dass die Adressat_Innen nutzbar für den Arbeitsmarkt gemacht werden (vgl. Seifert 2013: 6f, z.n. Wolf 2007: 1166). Aufgrund dessen, werden neue Selektionsprozesse geschaffen. Soziale Arbeit wird von der Politik für ihre Aufgaben instrumentalisiert und sie wird „[…] selbst zum Objekt von Disziplinierungen, in dem sie selbst dem Primat der Ökonomie nachgeordnet und SozialarbeiterInnen betrieblichen Effizienzkriterien unterworfen werden“ (ebd.). Foucault (1983) plädiert an an dieser Stelle, dass es für die Soziale Arbeit unabdingbar ist eine kritische Position zu vertreten. Dazu gehört die ständige Reflexion des eigenen Handelns, vor allem in Hinblick auf die Themenbereiche Inklusion/Exklusion (vgl. Seifert 2013: 9, z.n. Foucault 1983). Genau dieses Ziel – entwickeln einer kritischen positiven Haltung – sollte die Hochschule inne haben, so dass die Studierenden eben nicht zum Werkzeug der Politik gemacht werden.

6 Literaturverzeichnis

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Seifert, Ruth (2013): Eine Debatte Revisited: Exklusion und Inklusion als Themen der Sozialen Arbeit. Zeitschrift für Inklusion-online.net. Online im Internet: http://www.inklusion-online.net/index.php/inklusion-online/article/view/25/25 [Stand: 05.07.2016].

Sitzmann, F. (1997): Mit wachen Sinnen auf Sprachhygiene achten. In: Angelika A.-Z. (Hrsg.): Sprache und Pflege. Berlin: Ullstein

Schindler, Ch. (2014): Auf dem Weg zu einer inklusiven Hochschule. Zeitschrift für Inklusion. URL: http://www.inklusion-online.net/index.php/inklusion-online/article/view/219/220 4.6.16 Spiller, A. (2000): Sprache und Pflege untersucht am Beispiel der Pflegedokumentation. In: Pflegewissenschaft 5, 132 – 142.

Spririg, R. (2001): Editorial. In: Pflege. 14, 83 – 84.

Staudacher, D. (2015): Verletzende Worte: Sprachliche Gewalt. Zur Notwendigkeit einer ethisch reflektierten Sprache in der Pflegewissenschaft. In: Pflege 2 (28), 122

Wansing, Gudrun (2015): Was bedeutet Inklusion? Annäherungen an einen vielschichtigen Begriff. In: Theresia, D.; Ulrike, D. (Hrsg.): Handbuch Behindertenrechtskonvention. Teilhabe als Menschenrecht. Inklusion als gesellschaftliche Aufgabe. Schriftenreihe der Bundeszentrale für politische Bildung, Bd. 1506, Bonn. S. 43-54.

Anhang

Forschungsprozess

Nach der Rekrutierung der StudienteilnehmerInnen, wurde im nächsten Schritt das Forschungsvorgehen geplant.

Der Forschungsprozess wird in der Pflegeforschung wie in der Sozialforschung in vier Phasen unterteilt:

- Theoretische Phase
- Datenerhebungsphase
- Datenauswertungsphase
- Abschlussphase

(vgl. Panfil 2013: 32, Alemann 1977: 58).

Damit der Prozess der Studie gelingen kann, bedarf es einem geplanten Vorgehen. Forschung will eine allgemeingültige Aussage über seinen zu untersuchenden Gegenstand treffen, dazu ist ein nachvollziehbarer Ablauf nötig um sich den wissenschaftlichen Gütekriterien der Objektivität, Reliabilität und Validität zu nähern. Die theoretische Phase des Forschungsprojekts besteht aus der Definition des Problems bzw. der Forschungsfrage, welche untersucht werden soll und wie sich diesem Problem genähert werden kann (vgl. Panfil 2013: 32).

Zur Beantwortung der Forschungsfrage wurde sich für ein qualitatives Vorgehen entschieden. Die Qualitative Forschung folgt einem idiografischen Ansatz, das heißt, Menschen verhalten sich nicht immer nach vorhersehbaren Mustern, sie konstruieren Regeln im Alltag selbst (vgl. Brandenburg 2013: 20). Im Gegensatz zum quantitativ-nomothetischen Ansatz der zum Ziel hat eine allgemeingültige Gesetzlichkeit zu beschreiben, wie sie vielmals in der Naturwissenschaft zu finden sind (vgl. Brandenburg 2013: 20). Da die Beschreibung einer Theorie-Praxis-Diskrepanz ein sehr individuelles Erleben eines einzelnen Individuums ist, wurde sich bei dieser Studie für diesen idiografischen Ansatz entschieden.

Die nächste Frage, die sich im Rahmen des Forschungsprozesses stellte, ist die des Forschungsdesigns. Das Forschungsdesign ist „ein spezielles System von Regeln um an neue Erkenntnisse zu gelangen“ (Brandenburg 2015: 22).

Es wurde sich für eine deskriptive Darstellung des Untersuchungsgegenstandes entschieden. Ziel sollte es hierbei sein, herauszuarbeiten was unter der Theorie-Praxis-Diskrepanz verstanden wird und somit eine vergleichende Darstellung der Ergebnisse zu erreichen. Nach erfolgreicher Gewinnung der Studienteilnehmer und der Planung des Forschungsvorgehens, schloss sich im nächsten Schritt die Feldphase an.

Datenerhebung

„Befragung bedeutet Kommunikation zwischen zwei oder mehreren Personen. Durch verbale Stimuli (Fragen) werden verbale Reaktionen (Antworten) hervorgerufen: Dies geschieht in konkreten sozialen Situationen und unterliegt gegenseitigen Erwartungen. Antworten beziehen sich auf erlebte und erinnerte soziale Ereignisse, stellen Meinungen und Bewertungen dar.

Mit dem Mittel der Befragung wird nicht soziales Verhalten insgesamt, sondern lediglich verbales Verhalten als Teilaspekt erfasst“ (Atteslander 2010: 109).

Um das Phänomen der Theorie-Praxis-Diskrepanz zu erfahren ist die Durchführung von Interviews das scheinbar beste Mittel zur Erkenntnisgewinnung. Atteslander (2010) beschreibt aber auch zugleich Einschränkungen von Interviews. Begründet in der Gegenseitigen Erwartung an die soziale Interaktion, kann es passieren, dass die Interviewten Situationen erzählen von denen sie glauben, dass der Interviewer dies wünscht. Doch schien sich die Befragung als beste Möglichkeit sich dem Gegenstandsbereich des Interesses zu nähern, da bei dem Erleben der Theorie-Praxis Diskrepanz weder eine Beobachtung sinnvoll, noch ein Experiment aus ethischen und praktischen Gründen möglich wäre.

Nach der Entscheidung ein mündliches Interview durchzuführen stellt sich die Frage, was für eine Form von Interview durchgeführt werden soll.

In der Literatur werden unterschiedlichste Interviewformen ausdifferenziert. Dazu gehört u.a. das fokussierte Interview oder das narrative Interview (vgl. Hopf 1995: 177 ff.).

Während es bei einem narrativen Interview um das biografisch Erleben geht, also mehr die Lebensgeschichte des Betroffenen im Vordergrund steht (vgl. Hopf 1995: 179; vgl. Hermanns 1995: 182 f.), legt das fokussierte Interview seinen Schwerpunkt auf das Erleben des Betroffenen und fordert von dem forschenden Interviewer ein „zurückhaltende, nicht-direktive Gesprächsführung“ (Hopf 1995: 179), worum sich für diese Form des Interviews entschieden wurde.

Als Kommunikationsart wurde eine teilstrukturierte Interviewform gewählt, um das Interview nicht zu sehr abschweifen zu lassen bzw. anzuregen, wenn die Befragten unsicher wurden (Anlagenband 2015: 5f.). Diese sollte unter anderem auch dem Forschenden helfen, wichtige Aspekte während des Interviews anzusprechen.

Ein strukturierter Interviewbogen wurde nicht verwendet. Atteslander (2010: 144f.) beschreibt ein strukturiertes Interview als ein Interview mit vorgegebenen „Antwortkategorien“ um eine „Vergleichbarkeit herzustellen“. Um dem Prinzip der Offenheit gerecht zu werden (vgl. Lamnek 2005: 21), wurde auf eine Strukturierung des Leitfadens verzichtet. Die Interviews wurden mit einem digitalen Tonbandgerät aufgezeichnet.

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Details

Seiten
75
Jahr
2016
ISBN (eBook)
9783668907935
ISBN (Buch)
9783668907942
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v460618
Institution / Hochschule
Frankfurt University of Applied Sciences, ehem. Fachhochschule Frankfurt am Main – Fachbereich Pflege und Soziale Arbeit
Note
1,0
Schlagworte
Sprache Inklusion Exklusion Pflege Soziale Arbeit Migrationshintergrund LRS Depression teilnehmende Beobachtung Interview Transkription Inhaltsanalyse nach Mayring Datenerhebung Datenauswertung Dateninterpretation Hausarbeit

Autor

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Titel: Sprache als Faktor für In- und Exklusion an der Frankfurt University of Applied Sciences