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Gewichtsreduktion im Fitness-Studio. Eine empirische Erhebung

Die Veränderungen des Körpergewichts, des Körperfettanteils und der Körperfettverteilung von abnehmwilligen Neukunden

Bachelorarbeit 2019 52 Seiten

Gesundheit - Sport - Sportmedizin, Therapie, Prävention, Ernährung

Leseprobe

Inhalt

1 Einleitung und Problemstellung

2 Zielsetzung

3 Gegenwärtiger Kenntnisstand
3.1 Verbreitung von Gewichtsabnahmeversuchen und praktizierte Strategien zur Gewichtsabnahme
3.2 Strategien und Massnahmen zur Gewichtsreduktion
3.2.1 Diät/ Ernährungsmodifikation
3.2.2 Körperliche Aktivität/Training
3.2.3 Verhaltensmodifikation
3.2.4 Kombinierte Interventionen aus Ernährungsmodifikation, körperlicher Aktivität/ Training und Verhaltensmodifikation
3.3 Empfohlene Gewichtsabnahmeziele bei Übergewicht
3.4 Wirksamkeit verschiedener Interventionsmassnahmen zur initialen Gewichtsreduktion innert drei bis sechs Monate
3.4.1 Körperliche Aktivität/Training
3.4.2 Diät und Training
3.4.3 Gewichtsreduktionsprogramme
3.5 Erzielbares Ausmass einer Gewichtsreduktion durch Interventionsmassnahmen im Fitness-Studio

4 Methodik
4.1 Personenstichprobe
4.1.1 Ablauf Probanden-Rekrutierung
4.2 Untersuchungsvariablen und Erhebungsinstrumente
4.2.1 Datenauswertung und Statistik
4.3 Beschreibung des Ausbildungsbetriebes (Ort der Datenerhebung)
4.3.1 Anlageprofil des Ausbildungsbetriebs
4.3.2 Leistungsangebote zur Unterstützung einer Gewichtsreduktion im Ausbildungsbetrieb
4.4 Ablauf der Untersuchung

5 Ergebnisse
5.1 Anthropometrischer Ausgansstatus der Studienteilnehmenden zu Beginn der Fitnessmitgliedschaft (t0)
5.2 Selbstberichteter Gesundheitsstatus der Studienteilnehmenden
5.3 Zielvorstellungen bezüglich einer Gewichtsreduktion der Studienteilnehmenden
5.4 Aktivitätsverhalten der Studienteilnehmenden
5.5 Im Fitness-Studio genutzte Leistungsangebote der Studienteilnehmenden
5.6 Veränderung von Körpergewicht, Körperfett, Taillenumfang und BMI der Studienteilnehmenden in Abhängigkeit der genutzten Leistungsangebote
5.6.1 Nutzung der Trainingsangebote
5.7 Zielerreichungsgrad und Zufriedenheit mit den Abnahmeergebnissen

6 Diskussion
6.1 Initialer Körpergewichtsstatus, selbst gesteckte Abnehmziele und erzielte Gewichtsreduktion
6.1.1 Einordnung der eigenen Befunde in den gegenwärtigen Kenntnisstand
6.1.2 Bezug zur betrieblichen Situation und Ableitung von Schlussfolgerungen
6.1.3 Methodische Einschränkungen der Studie
6.2 Abschließendes Gesamtfazit und Ausblick

7 Zusammenfassung

8 Literaturverzeichnis

1 Einleitung und Problemstellung

Es gibt viele unterschiedliche Motive, weshalb Menschen ein Fitness-Studio aufsuchen. Gemäss des Statistikportals «Statista» (2018) zeigen die Resultate einer Umfrage, dass in Amerika 45% der Umfrage-Beantworter «Gewichtsabnahme» als Hauptmotiv angeben. Die in dieser Umfrage noch höher gewerteten Ziele wie «gesund bleiben», «sich besser fühlen», «in Form bleiben» und «besser aussehen» sind ebenfalls direkt oder indirekt mit dem Körpergewicht und dessen Kontrolle in Verbindung zu stellen oder durch eine Gewichtsabnahme zu erreichen. Das Bemühen um eine Gewichtsreduktion ist in der erwachsenen Bevölkerung westlicher Industrienationen weit verbreitet (Bish et al., 2005; Kruger et al., 2004, Weiss et al., 2006). Während viele Abnehmwillige versuchen, eine Gewichtsreduktion unter Anwendung der unterschiedlichsten Strategien in Eigenregie herbeizuführen (Fabricatore & Wadden, 2005; Stroebe, 2008; Wadden & Osei, 2002), versucht ein Teil, dieses Ziel mit qualifizierter Unterstützung, z. B. durch den Besuch eines Fitness-Studios, zu erreichen. Dies unterstreichen die Befragungsergebnisse verschiedener Untersuchungen zur Häufigkeit und zum Stellenwert des Trainingsmotivs „Gewichtsreduktion, Abnehmen, Fettabbau“ bei deutschen Fitness-Studiobesuchern (DSSV 2005 und 2006; Innofact AG, 2008; Kamberovic & Schwarze, 1999; VDF, 2002; Zarotis, 1999). Aber auch publizierte Branchendaten zur Angebotsstruktur, Positionierung bzw. Zielgruppenpriorisierung und zum Marketing von Fitness-Studios deuten darauf hin (Body Life, 2008; Deloitte, 2007 und 2008; DSSV 2007, 2008a und 2008b; Horn Verlag, 2009; VDF, 2002).

Prinzipiell bieten Fitness-Studios gute Möglichkeiten eine Gewichtsreduktion zu erzielen. Neben bewegungszentrierten Angeboten, wie z. B. angeleitete und relativ gut strukturierte Kraft- und Ausdauertrainingsprogramme (Body Life, 2008), gibt es in zahlreichen Fitness-Studios auch eine Ernährungsberatung und/oder spezielle Gewichtsreduktionskurse (Deloitte, 2008; Horn Verlag, 2004; VDF, 2002), denen ein multimodaler Interventionsansatz zu Grunde liegt. Über das tatsächlich unter realen Feldbedingungen erzielte Ausmass einer Gewichtsreduktion von Neukunden im Fitness-Studio mit diesem vorrangigen Trainingsmotiv ist bisweilen jedoch wenig bekannt. Obwohl ein relativ hoher Anteil der erwachsenen Bevölkerung in Deutschland (9 Mio., DSSV, 2015) und in den USA (41,5 Mio., IHRSA, 2008) Mitglied in einem Fitness-Studio ist, existieren sowohl national als auch international nur wenige wissenschaftliche Untersuchungen (Ball & Bolhofner, 2008; Kercksick et al., 2009; Samsel, 2003 und 2008; Trunz, Böhm & Lompa, 2009), welche ausgehend von unterschiedlichen Fragestellungen und untersuchungsmethodischen Ansätzen Ergebnisse zu den erzielbaren Gewichtsreduktionseffekten, von unterschiedlichen im Fitness-Studio genutzten Interventionsmaßnahmen, liefern. Da es sich bei den vorliegenden Untersuchungen entweder um Interventionsstudien (Ball & Bolhofner, 2008; Kercksick et al., 2009) oder um die Programmevaluation eines einzigen lizensierten, speziell für Fitness-Studio konzipierten Gewichtsreduktionskonzeptes (Samsel, 2003 und 2008) handelt, wird der übliche Alltag im Fitness-Studio gar nicht oder nur auszugsweise abgebildet. Aus den Untersuchungsergebnissen lassen sich daher kaum zu verallgemeinernde Antworten bezüglich der hier vorrangig interessierenden Fragestellung ableiten. Was bis dato fehlt, ist eine Untersuchung, welche Daten über das Ausmaß einer kurzfristig erzielbaren Gewichtsreduktion bei abnehmwilligen Fitness-Studiobesuchern unter Berücksichtigung der im Fitness-Studioalltag allgemein vorherrschenden Interventionsbedingungen und in Abhängigkeit von den tatsächlich von den Kunden genutzten Leistungsangebote zur Gewichtsreduktion (Trainingsangebote, Trainingsangebote plus Ernährungsberatung, Teilnahme an einem Gewichtsreduktionskurs) liefert. Diese Forschungslücke bietet den Ansatzpunkt für die vorliegende Arbeit.

Einen weiteren Ansatzpunkt lieferten studiointerne Auswertungen von ca. 170 Anamnesebögen, in denen ersichtlich wurde, dass im betrachteten Betrieb der ONE Training Center AG das Trainingsmotiv «Gewichtsreduktion» bei über 60% der Neumitglieder als eines der wichtigsten angegeben wurde. Aufgrund dieser Erkenntnis und der Tatsache, dass aktuell keine zielgruppenspezifischen Programme im Trainingsbereich angeboten werden, wurden elf Neumitglieder, deren vorrangiges Trainingsmotiv die Gewichtsreduktion war, bei ihrem Erstgespräch für die Studie «Gewichtsreduktion im Fitness-Studio» rekrutiert. Aufgrund des grossen Bedürfnisses nach einer Gewichtsreduktion und dem Bestreben, diesem besser entsprechen zu können, soll die Untersuchung Aufschluss darüber geben, welche initiale Gewichtsreduktion und damit einhergehende Veränderungen der Körperkomposition von abnehmwilligen Neukunden im ONE Training Center unter realen Feldbedingungen innerhalb der ersten drei Monate einer Mitgliedschaft, in Abhängigkeit der genutzten Leistungsangebote erzielt werden können. Gerade der durch eine Interventionsmassnahme bedingte initiale Gewichtsverlust innerhalb der ersten Wochen und Monate, scheint für den weiteren Abnahmeerfolg bedeutsam zu sein (Elfhag & Rössner, 2005; Nackers, Ross & Perri, 2010; Thomas, 1995; Wadden et al., 1992; Wirth & Hauner, 2013). Umgekehrt kann ein fehlender oder unzureichender initialer Gewichtsverlust zu einem vorzeitigen Abbruch der Gewichtsabnahmebemühungen führen (Carels et al., 2003; Teixeira et al., 2005). Eine Parallele zur Situation im Fitness-Studio ist hierbei durchaus gegeben. Auch Fitness-Studios haben relativ hohe Abbrecherquoten zu verzeichnen. Die selbstberichteten Fluktuationsraten liegen in der Fitnessbranche je nach Anlagentyp zwischen 22 und 42% innerhalb eines Jahres (Deloitte, 2005). Vor allem in den ersten 3-6 Monaten ist die Abbrecherquote bei Trainingsneueinsteigern besonders hoch (VDF, 2000), d. h. das Training wird trotz eines noch laufenden Vertrages aus den unterschiedlichsten Gründen nicht mehr durchgeführt (Rampf, 1999).

2 Zielsetzung

Das Ziel dieser Bachelor-Thesis besteht darin, im Auftrag der Deutschen Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement unter realen Feldbedingungen im ONE Training Center (Standort Stans) empirische Daten hinsichtlich der kurzfristig erzielten Veränderungen des Körpergewichts, des Körperfettanteils und der Körperfettverteilung von abnehmwilligen Neukunden zu Beginn ihrer Fitnessmitgliedschaft sowie drei Monate danach zu erheben. Zudem werden zu den beiden Messzeitpunkten mittels einer standardisierten schriftlichen Befragung verschiedene soziodemografische, gesundheitsbezogene, psychografische und verhaltensbezogene Merkmale der Neumitglieder erhoben, welche erwiesenermassen eine Gewichtsreduktion beeinflussen können. Des Weiteren werden in Form eines kriteriengeleiteten Selbstberichtes die im Fitness-Studio zur Gewichtsreduktion vorhandenen Leistungsangebote sowie weitere ausgewählte Strukturmerkmale des Fitness-Studios dokumentiert.

In diesem Kontext besteht das spezifische Ziel der vorliegenden Bachelor-Thesis darin, zu insgesamt zwei Messzeitpunkten die geforderten Daten mittels standardisierter anthropometrischer Messungen sowie standardisierter Fragebögen zu erheben und eventuell eintretende Veränderungen des Körpergewichts, des Körperfettanteils und der Körperfettverteilung in Abhängigkeit der von den Kunden genutzten Leistungsangebote mittels deskriptiver Statistik darzustellen. Darüber hinaus wird der Status quo hinsichtlich

- des initialen Körpergewichtsstatus mittels Body-Mass-Index (BMI),
- des aktuellen Gesundheitszustandes,
- der selbst definierten Abnehmziele
- und der persönlichen Zufriedenheit mit der kurzfristig erreichten Gewichtsveränderung

von abnehmwilligen Neumitgliedern zu den verschiedenen Messzeitpunkten erfasst und ebenfalls mittels deskriptiver Statistik dargestellt.

3 Gegenwärtiger Kenntnisstand

3.1 Verbreitung von Gewichtsabnahmeversuchen und praktizierte Strategien zur Gewichtsabnahme

Laut der Studie von Bish et al. (2005) liegt die Prävalenz des Versuchs Gewicht zu verlieren, bei Frauen bei 46%, bzw. 33% bei Männern. Frauen nennen den Wunsch einer Gewichtsreduktion bereits bei einem tieferen BMI-Wert als Männer. Des Weiteren versuchten 60% der als übergewichtig eingestufte Frauen an Gewicht zu verlieren, während Männer dieses prozentuale Niveau erst erreichten, wenn sie bereits als fettleibig galten. Teilnehmende der Studie, die im Jahr zuvor bei einer routinemässigen, ärztlichen Untersuchung eine medizinische Empfehlung zum Abnehmen erhielten, versuchten häufiger eine Gewichtsabnahme zu erzielen als Teilnehmende ohne eine Untersuchung oder Empfehlung (81% Frauen und 77% Männer vs. 41% Frauen bzw. 28% Männer).

Während sich bei der Häufigkeit des Versuchs Gewicht zu verlieren, geschlechterspezifisch Unterschiede zeigten, waren die Gewichtsverluststrategien bei beiden Geschlechtern ähnlich. Unter den Befragten gaben hier 19% der Frauen und 22% der Männer an, weniger Kalorien zu sich zu nehmen und in ihrer Freizeit während 150 min / Woche körperlich aktiv zu sein.

Die Studie von Kruger et al. (2004) hat ähnliche Ergebnisse ermittelt: Der Versuch, einen Gewichtsverlust zu erreichen, war bei Normalgewichtigen (BMI < 25 kg/m2) weniger ausgeprägt (Männer 6%, Frauen 24%) als bei Übergewichtigen mit einem BMI von 25 bis 30 kg/m2 (Männer 28%, Frauen 49%) oder adipösen Personen deren BMI ≈ 30 kg/m2 beträgt (Männer 50%, Frauen 58%). Die Befragten beider Geschlechter gaben als Gewichtsverluststrategie am häufigsten an, entweder kalorien- oder fettreduziert zu essen oder sich mehr zu bewegen. Lediglich ein Drittel der Abnehmwilligen berichtete, eine Strategie aus einer Kombination der beiden Aspekte (Kalorienreduktion plus mehr Bewegung) gewählt zu haben.

Weniger häufige Strategien waren das Auslassen von Mahlzeiten, der Verzehr von Nahrungsergänzungsmitteln bzw. von Diätpillen oder die Teilnahme an Gewichtsverlust-Programmen.

Weiss et al. (2006) ermittelten sogar noch höhere Werte was die Anzahl an Personen mit dem Wunsch nach Gewichtskontrolle betrifft: 51% der Erwachsenen in den USA haben laut dieser Studie in den letzten 12 Monaten versucht, ihr Gewicht zu kontrollieren. Davon haben 34% der Männer bzw. 48% der Frauen versucht Gewicht zu verlieren, 10% bzw. 11%, versuchten, nicht mehr zuzunehmen. Es zeigten sich unter allen Befragten vier Hauptstrategien zur Gewichtskontrolle:

1. Allgemein weniger Nahrung zu sich nehmen
2. Mehr Sport treiben
3. Eine fett- oder kalorienreduzierte Ernährung
4. Eine kalorienreduzierte Ernährung mit erhöhter körperlicher Aktivität von mindestens 300 min./Woche,

Allerdings kombinierten weniger als ein Viertel der Befragten eine hypokalorische Ernährung mit einer erhöhten körperlichen Aktivität, obwohl diese Strategie unter anderem in den Ernährungsrichtlinien (2005) vom US-Gesundheits- und Agrarministerium (USDA) empfohlen wird.

Die erwähnten Studien wurden in Amerika durchgeführt, dennoch kann man davon ausgehen, dass sich deren Ergebnisse auf sämtliche Industriestaaten übertragen lassen und dort ebenfalls ein gemeinsames Streben nach einem als gesünder eingestuften Körpergewicht herrscht. Trotz dieses Strebens steigert sich laut der World Health Organisation (WHO, 2000) die Prävalenz von Übergewicht und Adipositas stetig schneller.

Wie die erwähnten Werte zeigen, ist der Kontrollverlust über das eigene Körpergewicht in der heutigen Zeit ein sehr häufig anzutreffendes Problem, welches sich immer weiter zuspitzt. Trotz des Bewusstseins um die Problematik und der Bereitschaft abzunehmen, halten sich die meisten Betroffenen dennoch nicht an die offiziell empfohlenen Massnahmen.

3.2 Strategien und Massnahmen zur Gewichtsreduktion

«Körperfett sammelt sich dann an, wenn der Energiegehalt der eingenommenen Nahrung und Getränke die Menge der durch Stoffwechsel und Bewegung der betroffenen Person verbrauchten Energie übersteigt» (WHO, 2007, S. 16).

Im Umkehrschluss bedeutet dies, dass sich bei einer hyperkalorischen Ernährung und/oder einer gesteigerten Stoffwechselaktivität, bzw. einem gesteigerten Bewegungsverhalten, das Körperfett verringert. In den offiziellen Empfehlungen wird diesbezüglich einheitlich eine Kombination der beiden Strategien proklamiert.

3.2.1 Diät/ Ernährungsmodifikation

Obwohl keine validen Studien zu diesen Empfehlungen vorliegen, herrscht unter den Experten der Leitlinienkommission der Deutschen Adipositas Gesellschaft (DAG, 2014) ein starker Konsens darüber, dass abnehmwillige Personen an ihre Therapieziele und an ihr Risikoprofil angepasste Ernährungsempfehlungen erhalten sollten. Hintergrund dieser auf klinischer Praxis basierenden Empfehlungen ist die Annahme, dass eine Gewichtsreduktion nur durch eine Akzeptanz der Lebensstiländerung und durch betroffenenzentrierte Informationen langfristig erfolgreich sein kann. Das Aneignen von umfassendem Wissen über die Ziele, Prinzipien und praktischen Aspekte der Ernährungsumstellung wird als «stark empfehlenswert» eingestuft (DAG, 2014). Da ein ausreichend hohes Energiedefizit die Grundlage einer Gewichtsabnahme ist, empfiehlt die DAG (2014) die tägliche Kalorienzufuhr um 500 kcal (ggf. mehr) zu senken. Wirth und Hauer (2013, S 305) geben für die Kalorienreduktion mit 500-600 kcal/Tag ähnliche Empfehlungen ab, sowie auch die WHO (2007, S. 37) mit 600 kcal/Tag.

Weitere Ernährungsstrategien der DAG (2014, S. 46) werden in Tab. 1 dargestellt. Es handelt sich hierbei um eine Kombination von Ernährungs-, Bewegungs- und Verhaltenstherapie:

Tab. 1: Ernährungsstrategien zur Gewichtsreduktion (eigene Darstellung nach DAG, 2014, S. 46)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Es gibt ein unüberschaubares Angebot an Diäten und Ernährungsformen, welche durch ihre hypokalorische Ausrichtung eine Gewichtsabnahme unterstützen sollen. Laut Wirth und Hauner (2013, S. 284) war die fettreduzierte Mischkost (Low-Fat) jahrelang der empfohlene Standard. Im direkten Gegensatz dazu wurde die kohlenhydratarme Ernährung (Low-Carb) in den letzten Jahren nicht nur unter Fitness-Sportlern bliebt, sondern auch als schnelle Methode für die Gewichtsreduktion beworben. Eine kürzlich im Journal of the American Medical Association (JAMA) publizierte Studie von Gardner et al. (2018) hat die beiden Methoden direkt miteinander verglichen. Die Ergebnisse zeigten, dass während der 12-monatigen Dauer der Studie bezüglich der Gewichtsabnahme durchaus Erfolge, jedoch kein signifikanter Unterschied zwischen den beiden Methoden gemessen werden konnte (Tab 2). Es wurde dabei auch der Genotyp der Teilnehmenden berücksichtigt, um zu eruieren, ob dieser einen Einfluss auf den Abnehmerfolg hat. Ein Zusammenhang konnte in dieser Studie jedoch nicht nachgewiesen oder bestätigt werden.

Tab. 2: Auswirkungen nach 12 Monaten; Mittelwert/Minimum/Maximum (eigene Darstellung, mod. nach Gardner et al., 2018, S. 667–679)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Die zahlreichen (teilweise unseriösen) Empfehlungen, Konzepte und Trends bezüglich der Gewichtskontrolle sind oft mit hohen Kosten für die Teilnehmenden verbunden. Sie führen durchaus zu Ergebnissen, welche aber meist nicht von Dauer sind, denn laut Wirth und Hauner (2013) lassen sich diese Diäten unter Alltagsbedingungen kaum über längere Zeit durchführen und sind auch ohne nachvollziehbare Rationale. Sie führen zur raschen Wiederzunahme des eventuell verlorenen Körpergewichts.

Was die Prävention von (erneutem) Übergewicht betrifft, so gibt die DAG (2014, S. 31-32) folgende Empfehlungen ab:

- Reduzierter Konsum von Lebensmitteln und Getränken mit hoher Energiedichte (z. B. Softdrinks, tierische Fette, Süssigkeiten, Nahrungsmittel mit hohem Fettanteil etc.)
- Reduzierter Konsum von «fast food» (typischerweise hohe Energiedichte)
- Reduzierter Alkoholkonsum
- Vermehrter Konsum von energieärmeren, faserreichen Nahrungsmitteln (z. B. Vollkornprodukte, Gemüse, Obst, Salat etc.)
- Niedrige Fettaufnahme

3.2.2 Körperliche Aktivität/Training

Die Ermutigung zu mehr körperlicher Aktivität ist nach Ansicht der Leitlinienkommission der DAG (2014) nebst der Verhaltensmodifikations- und Ernährungstherapie eine wichtige Massnahmen zur Gewichtsreduktion. Durch die Kombination eines bewegungsbedingt erhöhten Energieverbrauchs mit einer energiereduzierten Ernährung wird eine negative Energiebilanz erreicht. Langfristig angewandt hat sich diese Kombination als optimale Lebensstiländerung zur Gewichtsreduktion bewährt. Die Experten der DAG (2014) empfehlen ausserdem, die betroffenen Personen im Rahmen einer Beratung verständlich über die Vorteile und Effekte von körperlicher Aktivität zu informieren. Es sollen realistische, alltagstaugliche Ziele gesetzt werden, bei denen auch die gesundheitliche Verfassung der Betroffenen berücksichtigt wird.

Für eine effektive Gewichtsabnahme empfiehlt die DAG in ihren Leitlinien des Weiteren (2014, S. 52), sich während >150 min/Woche mit einem Energieverbrauch von 1200-1800 kcal/Woche zu bewegen. Krafttraining allein wird diesbezüglich als wenig effektiv gewertet, da es im Gegensatz zum Ausdauertraining keine vergleichbare Evidenz gibt.

Das ausdauerorientierte Training von mind. 200-250 min/Woche bzw. einem Verbrauch von 2000-2500 kcal/Woche wird aufgrund von mehreren Studien als zielführender gewertet (DAG, 2014, S. 52). Auch Donnelly et al. (2009, S. 462) sagen aus, dass Krafttraining den Gewichtsverlust nicht fördere, jedoch helfe, die Körperfettmasse und somit die gesundheitlichen Risiken zu senken. Sie stellten zudem fest, dass 150-200 min/Woche moderate körperliche Aktivität (mit 1200-2000 kcal/Woche) ausreichen um eine Gewichtsabnahme von >2 kg (>3%) vom Ausgangsgewicht zu erreichen. In Verbindung mit einer moderaten (nicht aber strengen) Diät können noch etwas höhere Ergebnisse erzielt werden. Bei körperlicher Aktivität von 225-240 min/Woche (1800-3360 kcal/Woche) sei sogar eine Gewichtsreduktion von 5-7.5 kg wahrscheinlich. Signifikante Gewichtsveränderungen werden mit zeitlich umfangreicher, moderater körperlicher Aktivität von >250 min/Woche in Verbindung gebracht (Donnelly et al. 2009, S. 459).

3.2.3 Verhaltensmodifikation

Die Verhaltensmodifikation stellt laut der DAG (2014, S. 54) ein wesentliches Element der Therapie bei Übergewicht dar. Bei der systematischen, verhaltenstherapeutischen Behandlung kann zwischen einer Lebensstilintervention (z. B. Ernährungsumstellung und Steigerung der körperlichen Aktivität) und (kognitiv) verhaltenstherapeutischen Massnahmen unterschieden werden. Die Effektivität hinsichtlich eines Gewichtsverlusts durch Verhaltensinterventionen, insbesondere in Kombination mit einer angepassten Ernährung und zusätzlicher körperlicher Bewegung, ist systematisch untersucht und belegt worden. Es werden folgende verhaltenstherapeutischen Elemente empfohlen (DAG, 2014, S.54-56):

- Selbstbeobachtung von Verhalten und Fortschritt: Körpergewicht; Essmenge und -struktur; Bewegungsausmass; führen von Tagebüchern (da positive Veränderungen die Motivation verstärken).
- Einübung eines flexibel kontrollierten Ess- und Bewegungsverhaltens: Umgang mit gezügeltem Essverhalten; Verhaltenskontrolle; keine absoluten Gebote und Verbote; zeitlich überdauernde Strategie.
- Stimuluskontrolle: Einkaufen nur im satten Zustand; feste Nahrungsaufnahmezeiten; keine Ablenkungen beim Essen; kontrollierte Vorratsmengen.
- Kognitive Umstrukturierung: Funktionale Gedankenmuster erlernen; ungünstige Werte und Bewertungen sowie unrealistische Therapieziele erkennen.
- Zielvereinbarungen: Realisierbarkeit von Zielen analysieren und operationalisieren; Konsens finden zwischen Berater und betroffener Person.
- Problem- /Konfliktlösetraining: Individuelle Strategien im Umgang mit Herausforderungen und Problemen erlernen, Überprüfen von Fertigkeiten und alternativen Herangehensweisen, die zu weniger Defiziterleben führen.
- Soziales Kompetenzen- /Selbstbehauptungstraining: Umgang mit individuell schwierigen Situationen; Reflektieren von Beziehungsinteraktionen
- Verstärkerstrategie: Erleben von Erfolg; positive Rückmeldungen von Bezugspersonen; Wiederaufnahme von Hobbies; soziale Kontakte etc.
- Rückfallprävention: Vermeidung von Katastrophisierung bei Rückschlägen; Erlernen von Verhalten, welches den erreichten Gewichtsverlust aufrechterhält.
- Soziale Unterstützung: Integration des sozialen Umfelds in die Verhaltenstherapie (Familienmitglieder, Kollegen, Freunde etc.)

Laut der «Kommission der europäischen Gemeinschaften» (2007) stellt beispielsweise auch die Nährwertkennzeichnung eine wichtige Methode dar (Weissbuch vom 30. Mai 2007„Ernährung, Übergewicht, Adipositas: Eine Strategie für Europa“), die Verbraucher über die Zusammensetzung von Lebensmitteln zu informieren und im weiteren Sinne dadurch eine bewusstere Wahlmöglichkeit und eine Modifikation der Ernährung zu unterstützen. Contento et al. (1995) konnten diesbezüglich in ihrer umfangreichen Analyse jedoch zeigen, dass Informationsangaben z. B. über den Fettgehalt in Nahrungsmitteln, lediglich dann zu Verhaltensmodifikationen führen, wenn betroffene Personen bereits hochmotiviert und änderungsbereit sind. Was also kann bei der Motivation für eine solche Modifikation helfen? Es lässt sich grundsätzlich feststellen, dass vor allem ein hoher (medizinischer oder sozialer) Leidensdruck als Motivator für eine Veränderung verantwortlich ist (Wirth & Hauner, 2013, S. 272).

3.2.4 Kombinierte Interventionen aus Ernährungsmodifikation, körperlicher Aktivität/ Training und Verhaltensmodifikation

Die Komponenten Ernährungs-, Bewegungs- und Verhaltenstherapie (Tab. 3) des Basisprogramms sind in Kombination effektiver, können jedoch je nach individueller Situation und Verfassung der Betroffenen auch als Einzelkomponenten angewandt werden (DAG 2014, S. 43). Über all dem steht jedoch wie bereits erwähnt, die Motivation der Teilnehmenden.

Die Meta-Analyse von Wu, Gao, Chen & van Dam (2009) bestätigt diese Ansicht. So wurde ermittelt, dass durch kombinierte Interventionen durchschnittlich 4.6 kg, während bei alleiniger Reduktionskost lediglich 0.48 kg an Körpergewicht abgenommen wurden. Die kombinierten Interventionen bestanden überwiegend aus 30-60 min körperlicher Aktivität an 3-5 Tagen/Woche sowie einer mässig hypokalorischen Kost und Strategien wie Selbst-Monitoring der Energieaufnahme, Essverhalten und -frequenzen, Rückfallprävention, Zielsetzung und Problemlösung.

Die Therapiekomponenten können in Form von Einzel- wie auch Gruppentherapie durchgeführt werden. Beide Methoden führen zu einem signifikanten Gewichtsverlust, Gruppenprogramme sind jedoch noch etwas effektiver und führten in dieser Studie nach zwölf Monaten zu einem höheren Gewichtsverlust von durchschnittlich 1.4 kg (Jolly et al., 2010). Grundsätzlich sind Teilnehmende, welche sich an längerfristigen Programmen beteiligen (Monate bis Jahre) auch bei niedrigen Kontaktfrequenzen bezüglich einer Gewichtsabnahme und -stabilisierung erfolgreicher als solche, die nach einer anfänglichen Intervention keine Weiterbetreuung erhalten (DAG, 2014, S. 43).

Tab. 3: Therapiekomponenten des Basisprogramms für Gewichtsreduktion (mod. nach DAG, 2014)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Die Einnahme von Medikamenten sowie chirurgische Eingriffe kommen üblicherweise erst zum Einsatz, wenn eine extreme Adipositas besteht und durch eine Lebensstiländerung eine nur unzureichende Gewichtsabnahme erzielt wurde. Auch diese beiden Massnahmen sollten jedoch vom Basisprogramm begleitet werden (DAG, 2014).

Franz et al. führten im Jahre 2007 eine systematische Überprüfung und Meta-Analyse über die Gewichtsverlust-Ergebnisse aus über 80 klinischen Studien (mit einer Nachverfolgungszeit von mindestens einem Jahr) durch. Konkret wurde untersucht, welche Massnahmen zur Gewichtsreduktion und deren dauerhaften Erhalt beitragen. Nachfolgend werden die Ergebnisse der Erfolge dargestellt, welche durch „Nur Beratung“, „Nur Diät“, „Nur Bewegung“, „Diät und Bewegung“, „Mahlzeitenersatz“, „Diät mit reduzierter Energie“, „Orlistat“ und „Sibutramin“ (beides Arzneistoffe zur begleitenden Behandlung von Adipositas) erzielt wurden (Abb. 1). Bei den Interventionen, welche eine energiereduzierte Diät und/oder Arzneimittel beinhalteten, konnte während der ersten sechs Monate ein durchschnittlicher Gewichtsverlust von 5 kg bis 8,5 kg beobachtet werden. Im Gegensatz dazu berichteten „Nur-Beratungsgruppen“ und „Nur-Trainingsgruppen“ von einem minimalen Gewichtsverlust. Massnahmen, bei denen eine Diät mit reduzierter Energie und Bewegung kombiniert wurden, führten nach sechs Monaten zu einer moderaten Gewichtsabnahme, welcher trotz anfänglichem Wiederanstiegs langfristig beibehalten wurden.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1: Meta-Analyse: Durchschnittlicher Gewichtsverlust diverser Interventionen (Sharp et al. 2017, S. 1157)

3.3 Empfohlene Gewichtsabnahmeziele bei Übergewicht

Es gibt verschiedene Methoden ein gesundheitliches Risikoprofil anhand des Körpergewichts und/oder anhand diverser Körpermessungen zu erstellen. Die Methode nach Broca «Körpergröße minus 100=Normalgewicht» und «Normalgewicht minus 10% = Idealgewicht» wurde in der Praxis von der Methode zur Berechnung des BMI «Körpergewicht : (Körpergröße in m)2» zur Bestimmung und Klassifikation von Übergewicht und verschiedener Adipositas‐Schweregrade abgelöst. Die androide, stammbetonte Fettverteilung (messbar als Taille‐Hüft‐Quotient «Taillenumfang / H üftumfang »), korreliert jedoch weitaus stärker mit dem kardiovaskulären Risikoprofil und könnte den BMI zukünftig eventuell verdrängen (Goebel & Schulz, 2006). Weitere Methoden sind die Messung des Taillenumfangs sowie die Durchführung einer bioelektrischen Impedanzanalyse, welche als Zusatzwerte zum BMI bezüglich der Körperfettmenge und -verteilung Auskunft geben können. Nachfolgend werden die für diese Arbeit verwendeten Methoden genauer beschrieben.

Messung des Taillenumfang

Um eine noch bessere Einschätzung des Gesamtrisikos machen zu können, sollte laut Wirth & Hauner (2013, S. 4) zusätzlich zum BMI der Taillenumfang in die Bewertung miteinbezogen werden. Dieser liefert zusätzliche Hinweise auf die Fettverteilungsmuster des Körpers und den Grad des kardiovaskulären und metabolischen Risikos (Tab. 4).

Tab. 4: Taillenumfang: kardiovaskuläres & metabolisches Risiko. (Mod. nach WHO 2000)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Der BMI:

Die BMI-Formel ermittelt eine Masszahl, welche das Körpergewicht eines Menschen in Relation zu seiner Körpergrösse stellt. Konkret wird berechnet, wie viel ein Körper (kg) pro Quadratmeter (m2) wiegt. Da die Körperzusammensetzung (Fettgewebe, Muskulatur etc.) und die Statur einer Person hierbei nicht berücksichtigt werden, handelt es sich um einen Richtwert, der jedoch von der WHO und in vielen Studien als Orientierungshilfe anerkannt wird, um Übergewicht bzw. Adipositas zu klassifizieren und die damit verbundenen gesundheitlichen Risiken –wie z. B. Diabetes Mellitus Typ 2 oder Bluthochdruck– und die allenfalls geringere Lebenserwartung zu bewerten (Tab. 5). Je nach BMI gibt die WHO (2000) diesbezüglich auch Gewichtsabnahmeziele vor (Tab. 6).

Tab. 5: Gewichtsklassifikation bei Erwachsenen (eigene Darstellung nach WHO, 2000)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tab. 6: Gewichtsabnahmeziele (WHO, 2000, eigene Darstellung)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Die bioelektrische Impedanzanalyse (BIA)

Bei der BIA wird zur Bestimmung der Körperfettmasse gesundheitlich unbedenklicher, nicht spürbarer Wechselstrom durch den Körper geleitet. Die Ergebnisse (Referenzwerte nach WHO 2000; Abb. 2) ergeben sich aufgrund der unterschiedlichen Leitfähigkeit der Körpergewebe, welche die Geschwindigkeit, die der Strom für die Durchquerung des Körpers braucht, beeinflusst. Flüssigkeitsarmes Gewebe (z. B. Knochen) besitzt eine hohe Impedanz und ist nicht sehr leitfähig, während Gewebe mit einem höheren Anteil an elektrolytreichem Körperwasser (z. B. Muskelgewebe) eine geringe Impedanz besitzt und den Strom gut leitet (Wirth & Hauner, 2013, S. 14). Anhand des Körpergewichts in Verbindung mit der Körperfettverteilung kann so mittels standardisierter Tabellen eine grobe Einschätzung des gesundheitlichen Risikos gemacht werden. Die BIA wird aufgrund ihrer einfachen Durchführbarkeit häufig in Fitness-Studios angewandt, ist jedoch aufgrund der Notwendigkeit von stets identischen Messbedingungen fehleranfällig.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 2: Referenzwerte für den Körperfettanteil (WHO, 2000)

Abnehmwillige Personen wünschen sich in der Regel eine möglichst rasche und signifikante Gewichtsabnahme und sehnen sich eher nach einer „Traumfigur“ die ihnen mehr Attraktivität verspricht, während die gesundheitlichen Vorteile eines als normal geltenden Körpergewichts eine untergeordnete Rolle spielen. Ohne entsprechendes Wissen werden Ziele oft unrealistisch gesetzt und sind, wenn überhaupt erreichbar, nicht langfristig haltbar. Doch auch wenn aufgrund eigener, früherer Fehlversuche die Erfahrung der Unrealisierbarkeit solcher Erwartungen durchaus gemacht wurde, sind betroffene Personen oft weiterhin mit der Quantität eines als realistisch geltenden Gewichtsverlusts nicht zufrieden und verlieren die Motivation für weitere Therapiemassnahmen (Wirth & Hauner, 2013, S. 267).

Unrealistische Erwartungen an eine Gewichtsreduktion (wie beispielhaft dargestellt in Abb. 3) werden auch von den Medien genährt, in denen schnelle Erfolge ohne grossen Aufwand versprochen werden (z. B. «Schlank im Schlaf», «-10 kg in 7 Tagen» etc.).

Bei einem BMI von 25 bis 35 kg/m2 sieht die DAG (2014, S.47) eine Abnahme von >5%, bzw. bei einem BMI von >35 kg/m2 eine Abnahme von >10% des Ausgangsgewichts als realistisch. Es wird hierfür empfohlen, ein tägliches Energiedefizit von 500-800 kcal anzustreben. In einem Zeitraum von 12 Monaten führt dies zu einem durchschnittlichen Gewichtsverlust von (lediglich) 5.1 kg, bzw. von 1.3 kg in 3 Monaten.

Laut Wirth und Hauner (2013, S. 285) sollten sich realistische Abnahmeziele, in Absprache mit den Betroffenen, nach dem Ausgangs-BMI und dem Gesamtrisiko richten. Sie stufen bei einem BMI von <35 kg/m2 eine Gewichtssenkung um 5-10%, bzw. bei einem BMI von >35% um 10-30% als realistisch ein.

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Details

Seiten
52
Jahr
2019
ISBN (eBook)
9783668973015
ISBN (Buch)
9783668973022
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v459455
Institution / Hochschule
Deutsche Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement GmbH
Note
2
Schlagworte
gewichtsreduktion fitness-studio eine erhebung veränderungen körpergewichts körperfettanteils körperfettverteilung neukunden
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Titel: Gewichtsreduktion im Fitness-Studio. Eine empirische Erhebung