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Was ist das Primary Nursing Konzept?

Ausarbeitung 2016 8 Seiten

Pflegewissenschaften

Leseprobe

Was ist das Primary Nursing Konzept?

Definition

4 Kernelemente von PN (Manthey 2002, 34)

Geschichte von Primary Nursing

Bedeutung der Kernelemente

Tätigkeitsbeschreibung der Primary Nurse

Praktische Umsetzung

Vorteile von PN

PN als Voraussetzung für Qualität

Literaturliste

Definition

Marie Manthey bezeichnet Primary Nursing als "eine Organisationsform der Pflege, die dazu dient rund - um - die - Uhr - Verantwortung für die Versorgung eines Klienten einer bestimmten Pflegenden zu übertragen und dieser Pflegenden, wenn immer möglich, auch tatsächlich die Pflege des Patienten zu übertragen." (Manthey 2002, 19)

Manthey Marie (2002): Primary Nursing - ein personenbezogenes Pflegesystem. Bern: Hans Huber.

4 Kernelemente von PN (Manthey 2002, 34)

1. Verantwortung
Übertragung und Übernahme individueller Verantwortung für pflegerische Entscheidungen durch eine Pflegende
2. Kontinuität
Zuteilung der täglichen pflegerischen Arbeit nach der Fallmethode (Fallbesprechungen)
3. Direkte Kommunikation
4. Pflegeplanender ist zugleich Pflegedurchführender
Ein Person ist operational verantwortlich für die Qualität der für den Klienten geleisteten Pflege, und zwar 24 Stunden am Tag und sieben Tage in der Woche.

Manthey Marie (2002): Primary Nursing - ein personenbezogenes Pflegesystem.

Primary Nursing ist ein Pflegesystem, dessen bestimmendes Kennzeichnen ist, dass jeder Klient eine Pflegende als „Primary Nurse“ zugeordnet bekommt, die von der Aufnahme bis zur Entlassung die Verantwortung für seine Pflege und Versorgung trägt.

Thomas Fischer, Dipl. - Pflegewirt (FH), Stabsstelle Pflegeforschung am Klinikum der Johann Wolfgang Goethe Universität Frankfurt am Main

Geschichte von Primary Nursing

Primary Nursing (PN) ist eine aus den USA stammende Form der Pflegeorganisation. Es wurde von Marie Manthey Ende der sechziger Jahre am Universitätskrankenhaus von Minneapolis entwickelt und eingeführt.

Von dort aus fand es in den siebziger Jahren weite Verbreitung in den USA und gelangte schließlich in den achtziger Jahren auch nach Großbritannien.

Neben den angelsächsische Ländern, wird auch in den skandinavischen Staaten, sowie in Afrika und Australien mit Primary Nursing gearbeitet.

In Deutschland besteht erst seit der zweiten Hälfte der neunziger Jahre ein verstärktes Interesse an Primary Nursing. Vorreiter waren dabei einige Krankenhäuser und Rehaeinrichtungen, denen nun Anbieter aus der Altenpflege und dem ambulanten Bereich folgen.

Bedeutung der Kernelemente

1. Verantwortung

Die umfassende Übertragung der Verantwortung für die Pflege eines Klienten an die Primary Nurse setzt die Dezentralisierung von Machtstrukturen voraus. Nicht die Teamleitung und deren Stellvertretung entscheidet und verantwortet ausschließlich die Ausgestaltung der individuellen Pflege, sondern die Primary Nurse. Die Festlegung der Verantwortung der Primary Nurse ist streng patientenbezogen definiert. In Bezug auf andere Mitarbeiter wird keine neue Hierarchiestufe errichtet. Ein grundsätzliches Weisungsrecht der PN etwa gegenüber anderer Mitarbeiter besteht nicht. Sie macht lediglich fachlich Vorgaben bezogen auf die ihr zugeordneten Klienten. Die PN ist diejenige, die den Rahmen für die Pflege der Klienten aufstellt. Für die anderen Klienten ist sie aber Stellvertretung (Associated Nurse, AN) und somit an die Vorgaben einer anderen Primary Nurse in deren Abwesenheit gebunden.

Während die Primary Nurse die unmittelbare klientenbezogene Verantwortung trägt, hat die Teamleitung und ihre Stellvertretung, die Verantwortung für Mitarbeiterführung, Organisation der Pflegeeinheit und Qualitätsentwicklung.

2. Kontinuität

Kontinuität erfordert die Orientierung der organisatorischen Rahmenbedingungen am Interesse des Klienten. Für Primary Nursing bedeutet dies vor allem die Anpassung der Tourenplanung. Eine Primary Nurse soll kontinuierlich, wenn sie im Dienst ist, bei ihrem Klienten sein.

3. Direkte Kommunikation

Die Primary Nurse übernimmt die Absprachen und Koordination bezüglich der Pflege und Behandlung ihre Klienten. Sie spricht sich sowohl mit den anderen Pflegenden aber auch mit Ärzten und anderen an der Versorgung beteiligten ab, wie zum Beispiel Physiotherapie, Ergotherapie, Überleitungspflege, Logopädie und Angehörigen. Dies erfordert ausgeprägte kommunikative Kompetenzen und die Fähigkeit zur teamorientierten Arbeit und Kommunikation. Primary Nurses können auch AnsprechpartnerInnen für Dienstleister außerhalb der Einrichtung werden, also z.B. bei Krankenhausaufenthalten des Klienten.

4. Pflegeplanender ist zugleich Pflegedurchführender

Die Kompetenz, die die Primary Nurse besitzt, kommt besonders im direkten Kontakt zum Patienten zum tragen. Die Pflegende muss direkt mit dem Patienten arbeiten und ihre Arbeit auch selbst bestimmen können. Ihre Informationen über den Patienten, die sie zur Koordinierung des Versorgungsverlaufs braucht, muss sie bei der Arbeit mit dem Klienten erwerben. Die AN des jeweiligen Klienten erhält durch die PN ebenfalls Vorgaben zur Versorgung des Patienten. Hierbei handelt es sich selbstverständlich um qualifizierte pflegerische Tätigkeiten. Associated Nurses sind keine Pflegenden zweiter Klasse, sondern werden mit ihren gesamten fachlichen Fähigkeiten gefordert, z.B. in der kritischen Auseinandersetzung mit der Pflegeplanung der PN.

Manthey Marie (2002, 54ff): Primary Nursing - ein personenbezogenes Pflegesystem. Bern: Hans Huber.

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Details

Seiten
8
Jahr
2016
ISBN (eBook)
9783668883147
ISBN (Buch)
9783668883154
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v459355
Institution / Hochschule
Frankfurt University of Applied Sciences, ehem. Fachhochschule Frankfurt am Main – Fachbereich Pflege und Soziale Arbeit
Note
Schlagworte
Primary Nursing Primärpflege Primary Nursing Konzept PN

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