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Exzerpt zum Artikel "Suchtverhalten: Pflegende häufig betroffen"

Exzerpt 2017 20 Seiten

Gesundheit - Pflegewissenschaft - Sonstiges

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Teil A: Exzerpt zum Artikel „Suchtverhalten: Pflegende häufig betroffen“

Teil B:

1. Einleitung

2. Suchterkrankungen
2.1. Alkoholabhängigkeit
2.2. Medikamentenabhängigkeit

3. Sucht am Arbeitsplatz
3.1. Ursachen
3.2. Gefahren
3.3. Mögliche Folgen
3.4. Strategien im Umgang
3.4.1 Erkennen
3.4.2 Maßnahmen

4. Fazit

Literaturverzeichnis

Anlage 1: Betriebsvereinbarung Suchtgefahren im Betrieb 13

Teil A: Exzerpt zum Artikel „Suchtverhalten: Pflegende häufig betroffen“

Der Artikel „Suchtverhalten: Pflegende häufiger betroffen“ von N. Schüßler, U. Stering, R. Schmidt und Prof. Dr. J. Osterbrink, bezieht sich auf die Problematik der Suchterkrankung bzw. des Suchtmittelkonsums bei Fachkräften aus dem Gesundheitswesen, speziell der Pflege.

Festzuhalten ist, dass ca. 10 – 15% aller Mitarbeiter im Gesundheitswesen, im Laufe ihrer dienstlichen Tätigkeit, schädlichen Suchtmittelkonsum betreiben. Die Ursachen sind weit gefächert und beginnen damit, dass Pflegekräfte schnellen, unkomplizierten und damit oft auch anonymen Zugang zu abhängigkeitsfördernden Mitteln, wie beispielsweise Benzodiazepinen haben. Auch werden die stressreichen Arbeitsbedingungen und der Hang zur Selbsttherapie als Ursachen genannt. Das Problem des Suchtmittelkonsums bei Pflegekräften besteht nicht alleine in der erheblichen Selbstschädigung, sondern zusätzlich in der Gefährdung der Patientensicherheit durch das Arbeiten unter Suchtmitteleinfluss.

Viele Studien haben sich bereits mit dem Thema befasst. Im Jahr 2011 hat das Pflegewissenschaftliche Institut der Paracelsus Universität in Salzburg dazu eine Online-Befragung durchgeführt, an der insgesamt 1317 Personen teilgenommen haben. In der Umfrage ging sowohl um die Häufigkeit von suchtbasiertem Verhalten, aber auch um Risikofaktoren, welche mit der Arbeitsplatzgestaltung zusammen hängen. Der durchschnittliche Teilnehmer der Umfrage war weiblich und zwischen 31 und 50 Jahren alt.

Fast 60% der Befragten gab an, dass sie bei Kollegen ein Suchtproblem beobachtet, oder davon gehört haben. Oft war es für die Befragten auch möglich, mehr als eine Person im Arbeitsumfeld mit einer solchen Problematik zu benennen. Als Konsumhäufigkeit wurde als häufigste Nennung (40%) mehrmals wöchentlich und bei 29,5% täglich angegeben. Die Studie zeigt auch, dass der größte Teil der Abhängigen weiblich ist.

Das Problem ist nicht primär die Gefährdung der Patientensicherheit, sondern viel mehr die Folgen des Suchtmittelkonsums für die Betroffenen selbst. Bis eine klare Diagnose bei den Abhängigen gestellt wird, vergehen oft Jahre. Die Mortalitätsrate ist daher mit 37% verhältnismäßig hoch. Viele Teilnehmer der Studie (50%) gaben an, unter körperlichen Schädigungen zu leiden. Ebenfalls berichten die Betroffenen von Folgen im Anstellungsverhältnis, welche teilweise bis zur Kündigung geführt haben.

Die Befragten äußerten außerdem, dass von 107 Personen 81,3% unter erkennbaren Medikamenteneinfluss und von 256 Personen 65% unter erkennbaren Alkoholeinfluss während der Arbeit standen. Man kann hier festhalten, dass es zu vielen Situationen gekommen ist, die die Patientensicherheit akut gefährdeten.

Die Frage die sich stellt ist, wie kann man hier reagieren? Der BDA (Berufsverband Deutscher Anästhesisten e.V.) und die DGAI (Deutsche Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin e.V.) haben hierzu eine Veröffentlichung mit dem Titel „Empfehlung zum Umgang mit abhängigkeitserkrankten Mitarbeitern im Krankenhaus“ herausgegeben. Hier werden Hilfestellungen zum Umgang mit den entsprechenden Mitarbeitern gegeben, aber auch die Hilfestellung zu Akzeptanz der eignen Erkrankung. Die Empfehlung richtet sich sowohl an Leitungskräfte, als auch an Mitarbeiter ohne Leitungsverantwortung, aber auch an Betroffene selbst.

Die Ergebnisse der vorliegenden Studie zeigen die dringende Notwendigkeit in diesem Thema tätig zu werden, da es hier zum einen natürlich um das einzelne Schicksal des betroffenen Mitarbeiters, aber auch um die offensichtliche Gefährdung der Patientensicherheit geht.

Teil B:

1. Einleitung

Wie im o.g. Artikel zu lesen ist, ist die Berufsgruppe der Pflegenden sehr stark anfällig für eine Suchterkrankung. Leider sind in unserer Gesellschaft Erkrankungen aus dem Bereich der Psychiatrie noch lange nicht so akzeptiert, wie Erkrankungen aus dem Bereich der Somatik. Ich selbst habe mehrere Jahre in der Suchttherapie gearbeitet und konnte hier wertvolle Erfahrungen im Umgang mit betroffenen Menschen sammeln.

Im Rahmen meiner Hausarbeit möchte ich auf das Thema der Suchterkrankungen als solches eingehen und mich danach damit beschäftigen, wie eine Leitungskraft, aber auch ein Mitarbeiter mit der Thematik in der Praxis umgehen kann und sollte. Ebenfalls möchte ich kurz einen Blick darauf werfen, welche Folgen ein Suchtmittelkonsum im beruflichen Kontext haben kann und letztlich auch, wie das Unternehmen hier agieren kann.

2. Suchterkrankungen

Suchterkrankungen sind als Erkrankungen lt. ICD-10 anerkannt. Hier gilt nicht die landläufige Meinung, die Betroffenen seien selbst schuld oder etwa, man könne jederzeit einfach, ohne fremde Hilfe, seinen Konsum beenden. Die Suchterkrankung bleibt auch dann bestehen, wenn der Betroffene sich bereits in einer Phase der Abstinenz befindet. Häufige Ursachen einer Suchterkrankung sind Erfahrungen, die die Betroffenen im Rahmen von Problemlösungsprozessen haben. Der Betroffene merkt hier, dass wenn er im Rausch seines Konsums ist, sein vorher bedrückendes Problem nicht mehr so schwer auf ihm lastet. Lässt der Rausch des Konsums nach, merkt der Betroffene wieder, wie stark sein Problem auf ihm lastet. Er erinnert sich zurück, was zur Entlastung geholfen hat und verfällt erneut dem Konsum. Der ständige Konsum sorgt dafür, dass der Konsument einen Gewöhnungseffekt hat und nun, um das gleiche Ergebnis zu erreichen, die Dosis erhöhen muss. Diese Spirale durchläuft er von Konsum zu Konsum. Oft werden hier auch Problemlösungsstrategien aus dem Elternhaus wiedergespiegelt. Ebenfalls kann eine genetische Prädisposition zur Suchterkrankung führen.

Im Rahmen der Hausarbeit, möchte ich zwei besondere Arten der Abhängigkeitserkrankungen kurz beleuchten. Zum einen die Alkoholabhängigkeit, zum anderen die Medikamentenabhängigkeit. Diese beiden Erkrankungen stellen, neben dem Rauchen, den Hauptteil der Suchterkrankungen bei Mitarbeitern dar. Natürlich hat auch das Rauchen Folgen für Mitarbeiter und Unternehmen, welche nicht zu unterschätzen sind und dem Unternehmen viel Geld kosten (Rauchen während der Arbeitszeit), aber dies soll kein primärer Bestandteil dieser Hausarbeit sein.

2.1. Alkoholabhängigkeit

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1 (vgl.Künzl, Oberlander, 16)

Mit rund 1,8 Millionen alkoholabhängigen Menschen in der Bundesrepublik Deutschland, stellt diese Erkrankung gesundheitsökomisch, aber auch volkswirtschaftlich ein großes Problem dar. Die Quote der alkoholabhängigen Männer ist doppelt so hoch, wie die der Frauen (vgl. Jahrbuch Sucht).

In der o.g. Studie zeigte sich hier ein anderes Bild. Dies steht sicherlich damit in Zusammenhang, dass es faktisch mehr Frauen in Pflegeberufen gibt, als Männer.

2.2. Medikamentenabhängigkeit

Die Medikamentengruppen, welche vermehrt im Rahmen von Abhängigkeiten konsumiert werden sind: Schlafmittel, Psychopharmaka, Schmerzmittel, etc. (vgl. Künzl, Oberlander, 18/19). In Summe ist davon auszugehen, dass in Deutschland ca. 1,5 Millionen Menschen medikamentenabhängig sind (vgl. Jahrbuch Sucht, 2015).

Der Konsum ist hier nicht direkt erkennbar. Das unterscheidet die Medikamentenabhängigkeit beispielsweise von der Alkoholabhängigkeit. Die hier Betroffenen haben nach dem Konsum keine „Fahne“. Oftmals wird dadurch der Konsum von Medikamenten erst recht spät wahrgenommen. Die Betroffenen können hier noch andere Erkrankungen und Ursachen für die, durch die Medikamente entstehende, Symptomatik nennen.

3. Sucht am Arbeitsplatz

3.1. Ursachen

Der Druck, der auf Pflegepersonal lastet, wird derzeit subjektiv spürbar größer und stärker. Pflegekräfte haben oft das Gefühl, sie können der Lage nicht mehr Herr werden. Gerade auch Führungskräfte sind einem ständigen Spannungsfeld zwischen Emotionen, Ethik und Effizienz ausgeliefert (vgl. Unger 297-326). Die Emotionsarbeit stellt hier einen additiven Teil der Arbeit dar. Die Führungskraft befindet sich als Verantwortlicher im ständigen Spagat zwischen Patienten, Mitarbeitern und den wirtschaftlichen Zielen der Unternehmung. Manche Führungskräfte sehen hier keinen weiteren Ausweg, als den Druck durch Suchtmittel zu betäuben.

Für Kräfte in stationären Einrichtung besteht hier oft die Gefahr, dass gerade die Medikamente in greifbarer Nähe. Es ist ein kurzer Gang vom Schreibtisch zum Medikamentenschrank. In der ambulanten Pflege stellt sich hier eine kleine Barriere dar, da die Medikamente bei den Patienten zu Hause gelagert werden und somit nicht für jeden frei zugänglich sind.

[...]

Details

Seiten
20
Jahr
2017
ISBN (eBook)
9783668882638
ISBN (Buch)
9783668882645
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v459314
Institution / Hochschule
Hamburger Fern-Hochschule
Note
0,5
Schlagworte
exzerpt artikel suchtverhalten pflegende

Autor

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