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Die Äbte Wilhelm von Hirsau und Siegfried von Schaffhausen in Bernold von Konstanz' Chronik

Essay 2014 7 Seiten

Geschichte Europa - and. Länder - Mittelalter, Frühe Neuzeit

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Abt Wilhelm von Hirsau (1030 – 1091)

3. Abt Siegfried von Schaffhausen

4. Fazit

5. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Im folgenden Text werde ich mich mit den zwei Äbten, Abt Wilhelm von Hirsau und Abt Siegfried von Schaffhausen, aus dem Buch von Ian Stuart Robinson „Bertholds und Bernolds Chroniken“, auseinandersetzen. Dabei werde ich den Schwerpunkt darauf legen was über beide Äbte geschrieben wurde. Als Quelle für den folgenden Text werde ich die Freiherr von Stein Gedächtnisausgabe, der Chronik von Bertholds und Bernolds, herausgegeben von Ian Stuart Robinson aus dem Jahre 2002 benutzen.

Wie aus der „Capitula Regulae“ hervor geht, ist ein Abt der Stellvertreter Christi im Kloster. Der Titel Abt ist ein Ehrenname der den Vorstehern eines Klosters vorbehalten war. Er wird von allen stimmberechtigten Professen gewählt und erhält diesen Titel auf Lebenszeit, trotzdem hatte er die Möglichkeit vorzeitig zu resignieren. Durch die Annahme dieses Titels fungierte er für die gläubigen Menschen im Kloster als ein Vorbild und Uneinsichtigen Menschen sollte er, durch sein Beispiel, die „Weisung Gottes“ nahebringen. Er hat nicht nur die Leitung eines Klosters inne, sondern verwaltet auch dessen Vermögen. Ein Abt untersteht direkt dem „Heiligen Stuhl“.

2. Abt Wilhelm von Hirsau (1030 – 1091)

Zum ersten Mal in der Chronik wird der Abt Wilhelm von Hirsau auf Seite 95 genannt. Dort wird darüber berichtet, dass im Herbst des Jahres 1075 das Kloster Hirsau von Erlefred, Graf von Calw (830) gestiftet wird. Zu dieser Zeit herrscht König Pippin. Das Kloster war schon in Verfall geraten und wird von dem Grafen Adalbert, seiner Frau Wiltrud und seinen Kindern wiederhergestellt. Aus folgender Textstelle geht hervor, dass nach der Wiederherstellung es „in Form eines testamentarischen Rechtschreibens durch königliche Vollmacht mit vollkommenster Freiheit Gott dem Herrn, dem heiligen Aurelius, dem heiligen Petrus und dem heiligen Benedikt in jeder Hinsicht übertragen“1 wird. Das Kloster wird Abt Wilhelm und seinen Nachfolgern zur freien Verfügung gestellt und die Brüder sollen dort unter der Mönchsregel leben.

Um das neu gestiftete Kloster bestätigen zu lassen, begibt sich Abt Wilhelm von Hirsau nach Rom, wo der Papst Gregor seinem Gesuch Folge leistet. Auf seinem Rückweg nach Hirsau wird Abt Wilhelm von einer Krankheit befallen die sich „Atrophie“ nennt. Unter dieser Krankheit leidet er fünf Monate. Obwohl er schon von den Ärzten aufgegeben wurde kann er sich durch die Barmherzigkeit Gottes und das Gebet des Glaubens bald von dieser Krankheit erholen und kehrte mit den „Privilegien und Segenswünschen apostolischer Freigiebigkeit“2 in sein Kloster zurück.

Im Jahr 1077 wird ein Streit zwischen König Heinrich und Papst Gregor geschildert. Der Graf Udalrich hatte den Abt von Marseille und mit ihm Christian, einen Mönch, gefangen genommen und ausgeplündert. Nun wurden die beiden Kirchenmänner in Lenzburg gefangen gehalten. König Heinrich hatte daraufhin dem Papst eidlich versprochen, dass diese beiden Kirchenvertreter freigelassen werden sollten, was er aber nicht tat. Aufgrund dieses Meineides schreibt der Abt von Cluny, König Heinrich, ein Mahnschreiben was ihn daran erinnern soll seinen Eid einzuhalten. Nachdem die Gefangenen freigelassen wurden begeben sie sich zum Kloster des heiligen Aurelius. Dort werden sie von Abt Wilhelm von Hirsau „mit menschenfreundlichem Eifer aufgenommen und fast ein ganzes Jahr lang, liebevoll verpflegt“3. Nach dem Jahr erhalten sie die Möglichkeit zur Heimkehr.

Ein letztes Mal wird Abt Wilhelm von Hirsau auf Seite 377 erwähnt. Dieser verstirbt am 05. Juli 1091. Der Chronik ist zu entnehmen, dass er ein äußerst begeisterter, sehr eifriger und frommer Mann war. Er erhöhte nicht nur das Kloster Hirsau hinsichtlich seiner Baulichkeiten, sowie auch in seiner Zucht der Regel und machte es dadurch „unter Papst Gregor durch ein Privileg des Apostolischen Stuhls für immer frei“4, sondern errichtete auch viele Klöster im Umkreis neu. Zu den neu errichteten Klöstern gehören unteranderem zwei im Schwarzwald, ein Kloster des heiligen Georg und das andere dem heiligen Gregor. Außerdem noch ein weiteres bei Zwiefalten in der Nähe der Donau und eines im Würzburger Bistum bei Komburg. Des Weiteren führte er in den Klöstern Schaffhausen und Petershausen am Rhein die „Zucht der Regel ein“5. Außerdem war er an weiteren ungenannten Klöstern beteiligt.

Zusätzlich zu seinem Bemühen um die Klöster hinterließ er auch viele Denkmäler im Bereich der freien Künste, die durch einen Vertrauten schriftlich festgehalten wurden. Dazu zählen Geometrie, Astronomie, Kunst und Musik (Quadrivium). „Aber all diese Dinge wurden bei ihm von dem Eifer für mönchische Zucht übertroffen“6, welche er ganz und gar verkörperte.

Am Ende verstirbt Abt Wilhelm von Hirsau, nach vielen Jahren unermüdlicher Arbeit, im hohen Alter von 61 Jahren.

3. Abt Siegfried von Schaffhausen

Das erste Mal wird Siegfried, Abt von Schaffhausen (vom Kloster des Erlösers) im Jahre 1093 erwähnt. In diesem Jahr erhält er die Zelle Nobiliacum, vom Abt Richard von Marseille. Diese Zelle sollte als Ort dienen, an dem er und seine Brüder zeitweilig leben könnten, wenn sie wegen der Exkommunikation, die der Papst Gregor gegen sie verhängt hatte, nicht bestehen könnten. „Jene verjährte Exkommunikation nämlich, welche Papst Gregor frommen Angedenkens über Wilbert und dessen Komplizen verhängt hatte, befleckte schon so sehr Vornehme und Geringe Schwaben, daß alle Frommen stark bezweifelten, unter ihnen verbleiben und die katholische Gemeinschaft unbeschadet halten zu können“7.

Im August desselben Jahres wird Abt Siegfried von Schaffhausen ein weiteres Mal erwähnt. Gebhard, „Bischof von Konstanz und Legat des Apostolischen Stuhls“8 weihte das neu erbaute Kloster. Außerdem führte Abt Gebhard von Hirsau am 1. August 1093 die Weihe der „mönchischen Zucht“9 ein, am gleichen Tag wie die „Station von Ketten des heiligen Petrus stattfindet“10. Während dessen erbringt der Abt Siegfried vom Kloster des Erlösers eine Schenkung von Reliquien anderer Heiliger. Bevor die Weihe zu Ende ist wird für das neue Kloster ein Abt gewählt und ihm werden Mönche und die Ausrüstung des Ortes überlassen. Dieser Ort sollte außerdem von nun an unter dem Apostolischen Stuhl stehen.

Eine Woche vor Ostern 1094 hält der Bischof der Konstanzer Kirche, eine Synode mit zahlreichen Äbten, Klerikern, Herzögen und Fürsten Schwabens ab. Auf dieser Synode spricht der Abt Siegfried vom Kloster des heiligen Erlösers über „den ihm zum Gehorsam verpflichteten Tuoto“11. Dieser habe sich und sein Habe dem Kloster freiwillig übergeben, kurz darauf aber versucht sich diesem, mit seiner Habe, wieder vollständig zu entziehen. Die Synode urteilt daraufhin das Tuoto ohne allen Widerspruch sich seinem Abt immer demütig zu unterwerfen habe und zu ihm zurückkehren solle und nach der Vorschrift des Abtes Buße zu leisten habe.

Am 28. Oktober 1096 stirbt Siegfried, Abt von Schaffhausen. Er war „ein Mann von großer Klugheit und bewunderungswürdigem Wohlwollen“12.

[...]


1 Ian Stuart Robinson, Bertholds und Bernolds Chroniken, S. 95.

2 Ebd. S. 95.

3 Ian Stuart Robinson, Bertholds und Bernolds Chroniken, S. 163

4 Ebd. S. 377 (vgl. S.94 ff.)

5 Ebd. S. 377

6 Ebd. S. 377

7 Ian Stuart Robinson, Bertholds und Bernolds Chroniken, S.393

8 Ebd. S. 397

9 Ebd. S. 397

10 Ebd. S. 397

11 Ebd. S. 405

12 Ian Stuart Robinson, Bertholds und Bernolds Chroniken, S. 423

Details

Seiten
7
Jahr
2014
ISBN (eBook)
9783668898547
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v458912
Institution / Hochschule
Bergische Universität Wuppertal – Geschichtswissenschaft
Note
2,0
Schlagworte
Lektüre Bernold Bernold von Konstanz Äbte Wilhelm von Hirsau Siegfried von Schaffhausen Essay Mittelalter

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Titel: Die Äbte Wilhelm von Hirsau und Siegfried von Schaffhausen in Bernold von Konstanz' Chronik