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Agiles Projektmanagement und Kanban. Prinzipien, Methodik, Anwendungsbereiche

Hausarbeit 2018 25 Seiten

Informatik - Wirtschaftsinformatik

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1. Einleitung

2. Agiles Projektmanagement
2.1. Das Agile Manifest
2.1.1. Leitsätze
2.1.2. Prinzipien

3. Einführung in Kanban
3.1. Methodik
3.1.1. Limitierte Mengen
3.1.2. Visualisierung
3.1.3. Controlling & Monitoring
3.2. Prozess

4. Erfolg mit Kanban
4.1. Anwendungsbereiche
4.2. Fallbeispiel Computest
4.2.1. Agile Transformation anhand Kanban
4.2.2. Erfahrungen und Ausblick
4.3. Zusammenfassung

5. Fazit und Ausblick

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Leitsätze des Agilen Manifests

Abbildung 2: Beispielhafter Aufbau und Funktionsweise eines Kanban-Boards

Abbildung 3: Studie zu Art der Nutzung agiler Methoden

Abkiirzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1. Einleitung

Unter dem Begriff des Projektmanagements verbirgt sich mehr als nur eine Arbeitstech- nik. Es umfasst zum einen Planung, Methoden und Werkzeuge, agiert in einem kom- plexen Projektumfeld und bezieht zum anderen verschiedenste Interessengruppen mit ein. In den letzten Jahrzehnten erfuhr es einem stetigen Weiterentwicklungsprozess, um sich an neue Gegebenheiten und Arbeitsweisen anzupassen.1

Man unterscheidet in diesem Zusammenhang zwischen strategischem und agilem Pro- jektmanagement. Das agile Vorgehen entwickelte sich vor allem durch Zunahme neuer Einflüsse auf das Projektgeschehen,2 auf welche durch situationsbezogenes Arbeiten und Flexibilität reagiert werden soll. Es verzichtet auf feste Standards sowie detaillierte Pla- nungen und konzentriert sich auf die projektinterne Kultur. Dabei stehen Werte wie Transparenz und Kommunikation im Vordergrund. Durch diese Vorgehensweise soll dem klassischen, starren Projektmanagement entgegengewirkt werden.3

In dieser Hinsicht stellt sich die Frage, inwieweit agiles Projektmanagement in der Lage ist, das klassische altbewährte Vorgehen abzulösen und Projekte auf den unterschied- lichsten Ebenen erfolgreich umzusetzen. Ist es allgemein die bessere Alternative oder muss diesbezüglich noch situationsabhängig entschieden werden?

In den folgenden Kapiteln wird zunächst auf das agile Projektmanagement im Allgemei- nen eingegangen und dessen grundlegenden Prinzipien erläutert. Anschließend wird das Vorgehensmodell Kanban, bezogen auf die Softwareentwicklung, in seinen Grundsätzen und seiner Arbeitsweise beleuchtet sowie mögliche weitere Anwendungsbereiche aufge- zeigt und anhand eines Fallbeispiels die praktische Umsetzung dargestellt. Diesbezüglich werden die Erfolgsaussichten bei Anwendung dieser agilen Methodik in Bezug auf die Fragestellung betrachtet und zudem mit der klassischen verglichen. Schließlich wird die zentrale Fragestellung diskutiert und ein Ausblick gegeben.

2. Agiles Projektmanagement

Das agile Projektmanagement entstand Ende des 20. Jahrhunderts aufgrund von auftre- tenden Problematiken innerhalb des bis dahin verfolgtem traditionellen Vorgehens.4 Die Motivation zu dieser neuen Herangehensweise stammt aus dem Bereich der Softwareent- wicklung, in welcher sich umfangreiche Planung und Steuerung von Projekten durch wechselnde Anforderungen als impraktikabel herausstellte und eine flexiblere Methodik gewünscht wurde, um die Arbeit zwischen der Entwicklung und dem Auftraggeber zu erleichtern.5 6

Allgemein gesehen muss sich heutzutage aber auch im grundsätzlichen Projektumfeld aufgrund in- und externer Entwicklungen verstärkt mit schnelllebigen Gegebenheiten und unterschiedlichen Einflüssen beschäftigt werden, bei welchen das traditionelle Projekt- management oftmals an seine Grenzen stößt oder einer erfolgreichen Projektumsetzung im Wege steht. Hierzu zählen zum einen die Informationszunahme der letzten Jahre sowie die allgemeine Komplexität verschiedenster Projekteinflüsse.7

Das klassische Projektmanagement kann mit seiner starren Methodik nur schlecht auf unvorhergesehene Veränderungen im Projekt reagieren und diese auch nicht in die Pro- jektarbeit einbinden, wie es mit der agilen Methodik möglich ist. Diese sieht Verän- derungen als einen Teil des Projektes an und kann durch seine iterative Vorgehensweise schnell und flexibel auf neue Anforderungen und nötige Anpassungen reagieren.8 Des Weiteren unterscheiden sich agile Projektmethoden durch ihre leichtgewichtige Art von den traditionellen Herangehensweisen. Sie sind weniger präskriptiv und lassen den Pro- jektmitarbeitern mehr Handlungsspielraum offen sowie die Wahl, eigene Optionen tref- fen zu können.9

Die grundlegenden Prinzipien der agilen Projektarbeit sind in dem Agilen Manifest zu- sammengefasst. Bezogen wird sich im Speziellen auf die agile Softwareentwicklung, den- noch können die Richtlinien auch auf das Projektmanagement im Allgemeinen ange- wandt werden.10

2.1. Das Agile Manifest

Bei dem Agilen Manifest handelt es sich um grundlegende Leitsätze und Prinzipien agiler Softwareentwicklung. Verabschiedet wurde es im Jahre 2001 von insgesamt 17 Vertre- tern des agilen Projektmanagements auf diesem Gebiet. Es verfolgt das Ziel, zentrale Richtsätze und Werte vorzulegen, um die Entwicklung von Software und den miteinher- gehenden Prozess erfolgreicher zu machen. In den folgenden Unterkapiteln werden diese zum generellen Verständnis des agilen Projektmanagements herangezogen und allgemein betrachtet.11

2.1.1. Leitsätze

Die Basis bilden vier bündige Leitsätze, nach welchen sich agile Softwareentwicklung richten soll. Sie werden in der folgenden Abbildung auf ihre Kernaussagen reduziert und in Stichworten dargestellt. Bei der Betrachtung ist zu berücksichtigen, dass alle aufge- fassten Punkte Teil der agilen Projektarbeit sind, jedoch durch die unterschiedliche Her- vorhebung eine Wertung zwischen den einzelnen Pendants getroffen wird. In dieser Hin- sicht haben fettgeschriebene Aspekte eine höhere Priorität als die ihnen untergeordne- ten.12

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Eigene Abbildung nach: Beck, K. et al. (2001).

Abbildung 1: Leitsätze des Agilen Manifests

Allgemein fällt auf, dass diese Grundsätze vor allem die Akteure und deren Kommunika- tion untereinander in den Vordergrund stellen. Des Weiteren betonen die Vertreter der agilen Softwareentwicklung in den Gesichtspunkten die Priorität des entstehenden Pro- duktes, welches besseren Aufschluss auf die Leistung der Teamarbeit gibt, als eine zeit- aufwendige Dokumentation dazu in der Lage ist. Auf ähnlicher Ebene befindet sich die Befolgung des Projektplans. Sie ist unter dem vierten Punkt aufgefasst und ist dem Leit- faden nach zwar vonnöten, soll aber nur zur groben Orientierung dienen, damit auf Ver- änderungen reagiert werden kann und die Arbeit flexibel anpassbar bleibt.13

2.1.2. Prinzipien

Neben den Leitsätzen wurde sich im Rahmen des agilen Manifests auf zwölf konkrete Prinzipien geeinigt, die der agilen Softwareentwicklung zu Grunde liegen. Diese lauten kurzgefasst:14

1. Höchste Priorität trägt die kontinuierliche und frühestmögliche Auslieferung hochwertiger Software.
2. Veränderungen in den Anforderungen sind erwünscht, da diese zum Wettbe- werbsvorteils beitragen.
3. Auslieferung von Software soll regelmäßig in kurzen Zeitspannen erfolgen.
4. Zusammenarbeit von Fachexperten und Entwicklern wird fokussiert.
5. Verantwortungsübergabe und Unterstützung aller Teammitglieder bildet die Basis für den Projekterfolg.
6. Persönliche Gespräche stärken die Informationsübermittlung.
7. Maßgebend für den Projektfortschritt ist die funktionierende Software.
8. Eine kontinuierliche Arbeitsgeschwindigkeit unterstützt einen nachhaltigen Ent- wicklungsprozess.
9. Berücksichtigung von Design sowie technischen Aspekten fördert die Agilität.
10. Einfachheit von Prozessen hat Priorität.
11. Selbstorganisation der Teams führt zu den besten Ergebnissen.
12. Regelmäßige Reflektion der Teamarbeit und eine agile Einstellung gegenüber Verbesserungspotenzial fördert die Effektivität.

Insgesamt stehen vor allem die Projektinitiatoren im Vordergrund. In dieser Hinsicht wird die Notwendigkeit von Selbstorganisationsfähigkeit, Interaktionen und Zusammenarbeit innerhalb des Teams deutlich sowie ständige Kommunikation und Austausch mit dem Kunden. Zusätzlich werden aber auch Faktoren aufgezählt, welche grundsätzlich nötig sind, um ein technisch effizientes Arbeiten zu ermöglichen. Diese Gesamtheit an harten und weichen Faktoren umfassen verschiedene Projektbereiche und stehen in ihrer Simp- lizität für ein erfolgreiches Projektmanagement nach dem agilen Prinzip.15

3. Einführung in Kanban

Seitdem sich verstärkt auf agiles Projektmanagement konzentriert wird, haben sich zahl- reiche Anwendungsmethoden entwickelt, die auf unterschiedliche Weise die allgemeine Attention dieser Herangehensweise vertreten. Generell entstanden die meisten Modelle bereits vor Verabschiedung des in Kapitel 2.1 vorgestellten Agilen Manifestes, sie folgen dennoch alle den zu Grunde liegenden Prinzipien und Richtsätzen. Charakteristisch sind Unterschiede in den einzelnen Vorgehensweisen und verwendeten Techniken.16

Eine der bekanntesten Vorgehensmodelle im Bereich des agilen Projektmanagements nennt sich Kanban. Diese Methodik wurde in der Branche der Automobilindustrie entwic- kelt, mit dem Ziel, die Produktion auf der Basis eines minimalen Lagerbestandes in ihrer Flexibilität und ihrem Prozessfluss zu optimieren, ohne die Qualität des Produktes nega- tiv zu beeinflussen.17

Des Weiteren strebt sie ein gleichmäßiges Arbeitstempo an, um es zu ermöglichen, fol- gende Teilprozesse sowie das Erreichen von wertschöpfenden Ergebnissen zeitlich vor- hersagen zu können.18 Die Wertschöpfungskette bildet in diesem Zusammenhang das zu fokussierende Zentrum und den Bezugsgegenstand des andauernden Optimierungspro- zesses. Dies wird durch iteratives Vorgehen und das Limitieren von parallel ablaufenden Teilaufgaben umgesetzt19 sowie durch Arbeiten nach dem Pull-Prinzip. Dieses Prinzip sorgt dafür, dass sich nicht an geplanten Vorgaben orientiert wird, sondern die Produktion in erster Linie durch die Nachfrage gesteuert wird.20

Außerdem charakterisiert sich diese Methode durch eine Visualisierung der einzelnen Prozesse, welche zu Transparenz und Überblick führt und den gleichmäßigen Arbeits- fluss im Projekt unterstützt.21

Die agile Softwareentwicklung adaptiert diese Idee per Kanban, indem sie sich auf nach- folgend genannte Prinzipien stützt:22

1. Vermeidung von Verschwendung durch Steigerung der Produktivität und Verzicht auf Arbeiten, welche keinen Mehrwert für den Kunden leisten.

[...]


1 Vgl. Meyerbröker, P. et al. (2011), Seite 4.

2 Vgl. Kuster, J. (2011), Seite 35.

3 Vgl. Ahlemann, F., Eckl, C. (2013), Seite 4.

4 Vgl. Meyerbröker, P. et al. (2011), Seite 4f.

5 Vgl. Wolf, H., Bleek, W.-G. (2011) , Seite 14f.

6 Vgl. Cockburn, A. (2003), Seite 289f.

7 Vgl. Kuster, J. (2011), Seite 35.

8 Vgl. Meyerbröker, P. et al. (2011), Seite 4f.

9 Vgl. Kniberg, H., Skarin, M. (2010), Seite 9.

10 Vgl. Beck, K. et al. (2001).

11 Vgl. Beck, K. et al. (2001).

12 Vgl. Beck, K. et al. (2001).

13 Vgl. Beck, K. et al. (2001).

14 Vgl. Beck, K. et al. (2001).

15 Vgl. Trepper, T. (2012), Seite 71f.

16 Vgl. Pröpper, N. (2012) , Seite 45.

17 Vgl. Pröpper, N. (2012), Seite 45ff.

18 Vgl. Epping, T. (2011), Seite 23ff.

19 Vgl. Pröpper, N. (2012), Seite 45ff.

20 Vgl. Schulte, G. (2001), Seite 324.

21 Vgl. Pröpper, N. (2012), Seite 58.

22 Vgl. Baumgartner, M. et al. (2017), Seite 34.

Details

Seiten
25
Jahr
2018
ISBN (eBook)
9783668895973
ISBN (Buch)
9783668895980
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v458222
Institution / Hochschule
FOM Hochschule für Oekonomie & Management gemeinnützige GmbH, Bonn früher Fachhochschule – FOM Bonn
Note
1,7
Schlagworte
Projektmanagement kanban scrum agil agiles pm seminararbeit

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Titel: Agiles Projektmanagement und Kanban. Prinzipien, Methodik, Anwendungsbereiche