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Innovationen im Gesundheitswesen. E-health und Telemedizin

Hausarbeit 2019 25 Seiten

Medizin - Diagnostik

Leseprobe

I Inhaltsverzeichnis

1Einleitung

2 Theoretischer Teil
2.1 Definition: Innovation und Innovationstypen
2.2 Definition: eHealth .
2.3 Definition: Telemedizin .

3 Innovationen im Gesundheitswesen
3.1 Wie gelangen Innovationen in den Gesundheitsmarkt? .
3.2 Finanzierungsmöglichkeit: Innovationsfonds

4 Zu erwartende Innovationen in eHealth und Telemedizin
4.1 Künstliche Intelligenz (KI)
4.2 Social Media/Dr. Google/Gesundheits-Apps
4.3 Elektronische Patientenakte (ePA)
4.4 Virtual Reality (VR) / Augmented Reality (AR) .
4.5 Biosensoren

5Fazit

II Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

III Abbildungsverzeichnis

Abb. 1: Regelungsbereiche im medizinisch-technischen Fortschrittsprozess

Abb. 2: So funktioniert der Innovationsfonds

Abb. 3: Informationssuche bei „Dr. Google“

Abb. 4: Wie würde eine elektronische Patientanakte aussehen?

Abb 5: Gesundheitscampus, Virtuelle Realität in der Medizin

Abb. 6: Neil Harbisson

Abb. 7: Digitalisierung im Gesundheitswesen: die 34- Milliarden-Euro-Chance für Deutschland .

1 Einleitung

„Innovationen geben der Zukunft eine Zukunft.“1 Dieses Zitat spiegelt den eigentlichen Sinn und Zweck von Innovationen wider. Nämlich, um für die Zukunft gewappnet zu sein und um mit, bzw. in ihr arbeiten zu können. Mit diesem Zitat benennt der deutsche Chemiker und Träger des Bundesverdienstkreuzes, Hans-Jürgen Quadbeck-Seeger, die positiven Elemente einer Innovation, zeitgleich wird aber auch ein Konfliktfeld deutlich. Einerseits verbessern und erleichtern Innovationen viele Bereiche des täglichen Lebens, andererseits sind Resultate, Auswirkungen und Konklusionen erst nach einer Verzögerung erkennbar. Angesichts der stetig steigenden Gesamtausgaben des Gesundheitswesens, welche erstmals für 2017 mit über einer Milliarde Euro pro Tag beziffert werden, ist es immer bedeutsamer, das Gesundheitssystem effizienter zu gestalten.2

Innovationen können in diesem Zuge dienlich sein, denn sie führen des Öfteren dazu,

dass Aufgaben maschinell oder technisch gelöst werden, oder zumindest neue Systeme unterstützend tätig sein können und so zu einer Reduktion der Personalkosten führen.

Ich habe mich für das Thema der nächsten Innovation in Telemedizin und eHealth entschieden, da die Digitalisierung in Zeiten einer fortschreitenden Technisierung an immer größerer Bedeutung gewinnt und Innovationen ein viel diskutiertes und konträres Thema sind. Explizit im Bereich der Medizin können Innovationen ein prekäres Thema, denn im Mittelpunkt einer medizinischen und pflegerischen Leistung steht der Kontakt von Mensch zu Mensch. Diese Hausarbeit dient nicht dem Ziel, eine Fragestellung zu bearbeiten, sondern soll einen Überblick über die kommenden möglichen Innovationen in eHealth und Telemedizin geben, den Weg dieser in den Gesundheitsmarkt erläutern und einen Gesamtüberblick über die Situation von Innovationen im Gesundheitsmarkt vermitteln. Im theoretischen Teil dieser Ausarbeitung werden die Begriffe Innovation bzw. Innovationstypen, eHealth und Telemedizin erläutert. Es folgen der Weg von Innovationen in den Gesundheitsmarkt und ein kurzer Überblick über die Finanzierungsmöglichkeit des Innovationsfonds. Der eigentliche Hauptteil dieser Ausarbeitung befasst sich mit den Themen Künstlicher Intelligenz, der medizinischen Online-Recherche, Social Media und Gesundheitsapps, der elektronischen Patientenakte, der virtuellen Realität bzw. erweiterten Realität und einem Überblick über Biosensoren. Durch die Komplexität der einzelnen Themen werden sie nicht vollständig in ihrer Feinheit erläutert, es erfolgt ein Überblick über jedes Thema. Abschließend wird ein Fazit über die genannten Innovationen gezogen.

2 Theoretischer Teil

Der theoretische Teil dieser Ausarbeitung befasst sich mit Begriffserläuterungen und Definitionen der Begriffe Innovation und Innovationstypen, eHealth und Telemedizin.

2.1 Definition: Innovation und Innovationstypen

Das Wort „Innovation“ stammt von dem lateinischen Begriff „innovatio“ ab, und bedeutet Veränderung oder Erneuerung.3 Eine Innovation kann auch eine neuartige Kombination von Produktionsfaktoren sein und lässt sich in vier Innovationstypen einordnen: In eine Produktinnovation, also ein neues oder verbessertes Produkt, eine Prozessinnovation, bezogen auf bessere Fertigungs- und Verfahrenstechniken oder eine Produktivitätssteigerung. Des Weiteren in eine Marketinginnovation, dabei handelt es sich beispielsweise um ein neues Design eines Produktes, oder abschließend um eine Organisationsinnovation. Diese wird durch eine Veränderung und Weiter- oder Neuentwicklung von innerbetrieblichen Strukturen charakterisiert.4 Bei Neugestaltungen im Gesundheitswesen handelt es sich überwiegend um teurere Produktinnovationen und nicht um z. B. kostensparendere Prozessinnovationen. Diese Neuerungen werden ebenfalls häufiger durch Leistungserbringer und die Versicherten der Krankenkassen in Anspruch genommen.5

2.2 Definition: eHealth

Eine einheitliche Definition existiert auch bei diesem Oberbegriff nicht. Matusiewicz definiert den Begriff wie folgt: „Unter dem Begriff „Electronic Health“ werden elektronisch unterstützende Aktivitäten und Systeme im Gesundheitswesen zusammengefasst, die Patientendaten und andere medizinische Informationen über Entfernungen hinweg erheben, verfügbar machen und/oder auswerten und dabei Techniken einsetzen, die noch nicht als Standard empfunden werden.“6

2.3 Definition: Telemedizin

Unter Telemedizin wird im Allgemeinen die Erbringung konkreter medizinischer Dienstleistungen unter Überwindung räumlicher Entfernung mithilfe moderner Informations- und Kommunikationstechnologie beschrieben und wird dem Oberbegriff eHealth zugeordnet.7 Wichtig ist hierbei, dass es sich um eine konkrete medizinische Dienstleistung handelt, ist dies nicht explizit der Fall, handelt es sich nicht um eine telemedizinische Leistung.

3 Innovationen im Gesundheitswesen

In diesem Kapitel der Hausarbeit wird zunächst das Thema der Etablierung von Innovationen in das Gesundheitswesen behandelt. Abschließend folgt die Erläuterung einer Finanzierungsmöglichkeit in Form des Innovationsfonds.

3.1 Wie gelangen Innovationen in den Gesundheitsmarkt?

Die Einführung von Innovationen im Bereich eHealth und Telemedizin unterscheidet sich im Gesundheitswesen signifikant von einer Einführung in andere Märkte aufgrund der Intensität von öffentlichen Eingriffen. Dazukommend muss erwähnt werden, dass medizinisch-technische Innovationen überwiegend einen „Add-on Effekt“ vorweisen. Dies bedeutet, dass sie öfter als zusätzliche Produkte zu bestehenden Technologien eingesetzt werden. Der Weg einer Innovation beginnt nicht mit der Erstattung der Kosten einer Krankenkasse, sondern beginnt erheblich früher, nämlich bei Forschung und Patentschutz.8

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1: Regelungsbereiche im medizinisch-technischen Fortschrittsprozess (Quelle: Reimers [2009], S. 24.)

In der vorliegenden Abbildung kennzeichnet die y-Achse den Umsatz, die x-Achse verweist auf die zeitliche Dauer. Wie zu erkennen ist, beginnt der Prozess am Beispiel einer medizinisch-technischen Innovation mit der Phase der Forschung und Entwicklung. In dieser Phase beteiligen sich die pharmazeutische und medizintechnische Industrie mit 7,79 Mrd. Euro, Hochschulen und Universitäten mit 2,7 Mrd. Euro, und von Bund und Ländern geförderte wissenschaftliche Einrichtungen mit 0,39 Mrd. Euro an der Forschung.

Ist die Phase der Forschung und Entwicklung abgeschlossen, beginnt die Phase des Patentschutzes. Dieser ermöglicht Unternehmen eine zeitliche Monopolstellung und dient der Refinanzierung von Forschung und Entwicklung. Die Sicherung des Patents erfolgt seitens der deutschen Unternehmen heutzutage eher beim Europäischen Patentamt, da dies einen Patentschutz in mehreren europäischen Ländern garantiert. Zuzüglich können Patente auch bei nationalen ausländischen Patentämtern geschützt werden. Es existieren jedoch Unterschiede bezüglich des Patentrechts im Vergleich zu anderen Branchen einer Wirtschaft. Eine relevante Disparität ist, dass explizite Schutzzertifikate für Arzneimittel existieren, welche einen längeren Patentschutz bedeuten. Dieser Zusatz tritt ebenfalls ein, wenn Studien, welche für die Zulassung von Arzneimitteln erforderlich sind, ausgesetzt werden.9 Nach einer erfolgreichen Genehmigung des Patents erfolgt die Marktzulassung. Diese Phase ist besonders von einer staatlichen Regulation geprägt, bei dem die Überprüfung der technisch-physikalischen (bei Medizinprodukten) und der chemisch- biologischen (bei Arzneimitteln) Sicherheit, Qualitätsstandards und Eignung im Mittelpunkte stehen. Die Zulassung erfolgt in Deutschland auf nationaler Ebene durch das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) und dem Paul- Ehrlich-Institut (PEI).

Den letzten und wichtigsten Abschnitt bei der Einführung in den Markt bilden jedoch die Verfahren zur Übernahme und Erstattung durch die gesetzlichen oder privaten Krankenversicherungen. Dort existieren verschiedene Erstattungswege, neben dem Idealweg (formaler Erstattungsweg) über den G-BA, gibt es auch die Möglichkeit des faktischen Erstattungsweges von Neuerungen durch bestehende Abrechnungsmöglichkeiten. Es ist für eine Innovation entscheidend, welches Verfahren sie durchläuft, denn von diesem gehen starke Anreize für ihre Verbreitung und Anwendung aus.10

3.2 Finanzierungsmöglichkeit: Innovationsfonds

Aufgrund demografischer Veränderungen der Bevölkerung, sowie unterschiedlichen Versorgungssituationen bezogen auf Ballungsräume und ländliche Gebiete, entsteht neuer Anpassungs- und Handlungsbedarf für das Gesundheitssystem. Um die Versorgung der Patienten auf einem konstant hohen qualitativen und gut erreichbaren Niveau sicherzustellen, müssen die Rahmenbedingungen der gesundheitlichen Versorgung mit Hilfe von Innovationen und technischen Verbesserungen stetig angepasst werden. Eine der Finanzierungsquellen für Innovationen im Gesundheitswesen ist der Innovationsfonds, welcher der Gesetzgeber bei dem G-BA (Gemeinsamer Bundesausschuss) etablierte. Ziel des Innovationsfonds ist es, die Versorgung im Rahmen der gesetzlichen Krankenversicherungen in Deutschland weiterzuentwickeln. Diese Förderung ermöglicht unter anderem, innovative Versorgungskonzepte in der Praxis des Gesundheitssystems zu testen. Wenn diese Erprobungen erfolgreich verlaufen, tätigt der G-BA erforderliche Maßnahmen zur Anpassung der Rahmenbedingungen, um diese neuen Versorgungskonzepte in der Regelversorgung zu etablieren und so allen Patientinnen und Patienten zur Verfügung zu stellen. Die Fördersumme des Innovationsfonds betrug in den Jahren 2016 bis 2019 pro Jahr 300 Millionen Euro, davon fallen 225 Millionen Euro auf die Förderung von neuen Versorgungsformen und 75 Millionen Euro auf die Versorgungsforschung.11

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 2: So funktioniert der Innovationsfonds (Quelle: Techniker Krankenkasse [2018], o. S.)

Das Budget, welches dem Innovationsfonds zugrunde liegt, wird von den gesetzlichen Krankenkassen und dem Gesundheitsfonds getragen. Dem Bundesversicherungsamt wurde die Aufgabe übertragen, die Finanzmittel des Innovationsfonds zu verwalten. Im Gemeinsamen Bundesausschuss wurde ein Innovationsausschuss eingerichtet, dieser legt in Förderbekanntmachungen die Kriterien und Schwerpunkte fest, führt Interessensbekundungsverfahren durch und entscheidet über die eingegangenen Anträge einer Förderung auf Grundlage der Paragrafen §§ 92a und 92b des Fünften Sozialgesetzbuch (SGB V).12

4 Zu erwartende Innovationen in eHealth und Telemedizin

In diesem Kapitel der Ausarbeitung werden die meines Erachtens nach fünf wichtigsten zu erwartenden Innovationen in den Bereichen Telemedizin und eHealth vorgestellt. Begonnen wird mit dem Thema der Künstlichen Intelligenz (KI), es folgt ein Blick auf die sozialen Medien, Internetplattformen und Gesundheits-Apps, die elektronische Patientenakte (ePA), Virtuelle Realität (VR) bzw. Erweiterte Realität (Augmented Reality/AR) und zuletzt folgt ein Beitrag über Biosensoren.

4.1 Künstliche Intelligenz (KI)

Künstliche Intelligenz bezieht sich auf die Erforschung von intelligenten Problemlösungsverhalten, sowie die Erstellung intelligenter Computersysteme. Des Weiteren beschäftigt sich die künstliche Intelligenz mit Methoden, „die es einem Computer ermöglichen, solche Aufgaben zu lösen, die, wenn sie vom Menschen gelöst werden, Intelligenz erfordern.“13 Intelligenz in diesem Zuge exakt zu formulieren, ist kaum möglich. Prof. Dr. Günter W. Maier von der Universität Bielefeld nennt es in der Psychologie: „Ein hypothetisches Konstrukt, das die erworbenen kognitiven Fähigkeiten und Wissensbestände einer Person bezeichnet, die zu einem gegebenen Zeitpunkt zur Verfügung stehen.“14 Anzumerken ist, dass Maier die Intelligenz nur auf eine „Person“ bezieht, weder auf einen Computer, noch auf eine andere Maschine generell.

Oft wird künstliche Intelligenz nur im Hinblick darüber diskutiert, wie sie technische Geräte optimiert, die Autos auf den Straßen der Welt fahren lässt, oder wie gefährlich sie bezogen auf moderne Kriegsführung sei. KI-Technologien können jedoch auch die Effizienz und Effektivität der Gesundheitsversorgung verbessern. Techniken, wie Bildererkennungstechnologien oder die natürliche Sprachverarbeitung (Computerlinguistik) helfen bereits heute den Patienten. Durch schnelles computerbasiertes Auslesen großer Datenmengen half beispielsweise der Supercomputer Watson von IBM, das Erbgut von Patienten nach den für ihre Krankheit relevanten Mutationen zu durchforsten und dafür geeignete Therapien herauszufinden.

Diese Technik bedeutet ebenfalls Vorteile für Pharmaunternehmen bezüglich schnellerer Arzneimittelentwicklung. Die Entwicklungszeit von neuen Medikamenten kann von ca.

15 Jahren auf 10 Jahre verkürzt werden, indem große Mengen an genetischen und klinischen Daten in verkürzter Zeit durchsucht werden.15 Aus Sicht des Mediziners und Informatikers Klaus Juffernbruch, Vorsitzender der Expertengruppe „Intelligente Gesundheitsnetze“ des Digitalgipfels der Bundesregierung, seien KI-gestützte Systeme in der Lage eine drohende Versorgungslücke durch den Fachkräftemangel abzumildern. Bedenklich sei jedoch der Datenschutz, denn grundsätzlich ist zu hinterfragen, welche Daten einfließen. Ebenfalls sei das Thema der Verantwortung zu klären, denn ein Mediziner wisse normalerweise nicht exakt, wie ein Algorithmus bei einer künstlichen Intelligenz funktioniert. Unbestritten ist aber, dass Algorithmen einen Arzt bei der Diagnosestellung oder Therapiefindung unterstützen können. Es herrscht jedoch eine geringe Verbreitung dieser Systeme und die Evidenz ist nicht eindeutig bewiesen. Der Supercomputer Watson beispielsweise ist erst in ca. 150 Krankenhäusern der Welt im Einsatz, dies bedeutet eine relativ geringe Anzahl, denn in Deutschland existieren bereits nahezu 2000 Krankenhäuser.16

[...]


1 Quadbeck-Seeger [o. J.], o. S.

2 Vgl. Destatis [2019], o. S.

3 Vgl. Duden [2018], o. S.

4 Vgl. Wirtschaftslexikon24 [2018], o. S.

5 Vgl. Reimers [2009], S. 22.

6 Matusiewicz/Pittelkau/Elmer [2017], S. 3.

7 Vgl. DGTelemed [2018], o. S.

8 Vgl. Reimers [2009], S. 22ff.

9 Vgl. Reimers [2009], S. 23ff.

10 Vgl. ebd.

11 Vgl. Amelung/Eble/Hildebrandt [2017], S. 1ff.

12 Vgl. Gemeinsamer Bundesausschuss [2018], o. S.

13 Lackes [2018], o. S.

14 Maier [2018], o. S.

15 Vgl. Pharmazeutische Zeitung [2018], o. S.

16Vgl. Balzter [2017], o. S.

Details

Seiten
25
Jahr
2019
ISBN (eBook)
9783668893443
ISBN (Buch)
9783668893450
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v458136
Institution / Hochschule
Hochschule Fresenius; Hamburg
Note
1.7
Schlagworte
Gesundheitswesen Krankenkassen Innovation Künstliche Intelligenz Elektronische Patientenakte Biosensoren Gesundheitsapps

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Titel: Innovationen im Gesundheitswesen. E-health und Telemedizin