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Besonderheiten nachhaltiger Innovationen am Beispiel der innatura gGmbH

Hausarbeit 2019 16 Seiten

BWL - Unternehmensgründung, Start-ups, Businesspläne

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1 Einleitung

2 Terminologische Abgrenzungen
2.1 Nachhaltigkeitsbegriff..
2.2 Innovationsbegriff...

3 Erläuterung am Beispiel der innatura gGmbH
3.1 Konzeptvorstellung der innatura gGmbH
3.2 Soziale Dimension nachhaltiger Innovationen
3.3 Ökonomische Dimension nachhaltiger Innovationen
3.4 Ökologische Dimension nachhaltiger Innovationen

4 Fazit und kritische Würdigung

5 Anhang

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Anzahl der Sommertage (>25°C) in Potsdam von 1893 bis 31.12.2018, Quelle: Eigene Darstellung (Datenbasis: www.wetterzentrale.de, siehe Literaturverzeichnis)

Abbildung 2: Das Nachhaltigkeitsdreieck, Quelle: in Anlehnung an Nachhaltigkeit Lernen, Seybold, H. und Beule, A. (2013), URL: https://www.bne-bw.de/fileadmin/downloads/Lehrer/Modul_2_Nachhaltigkeit_lernen.pdf, Abruf am 09.01.2019

Abbildung 3: Grundbestandteile einer Innovation, Quelle: eigene Darstellung

Abbildung 4: Beschreibung der Kernprozesse der innatura gGmbH, Quelle: in Anlehnung an Gordon, G. und Nelke, A. (2017), CSR und Nachhaltige Innovation, Köln, S. 74-78

Abbildung 5: Vergleich der Warenwege mit und ohne Spendenvermittlung durch innatura, Quelle: eigene Darstellung

Tabellenverzeichnis

Tabelle 1: Ziele für Nachhaltige Entwicklung, Quelle: in Anlehnung an Engagement Global gGmbH, URL: https://17ziele.de, Abruf am 14.01.2019

1 Einleitung

Wir erinnern uns sicher alle an den vergangenen Sommer und seine nicht enden wollenden Sonnentage. Tatsächlich konnte der Deutsche Wetterdienst im Jahr 2018 die im Durchschnitt meisten Sommertage, also Tage, an denen die Temperatur auf über 25 Grad Celsius steigt, seit Beginn der Messungen verzeichnen. So wurden 2018 zum Beispiel in Potsdam 96 Sommertage ermittelt während es 2017 nur 42 waren.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1: Anzahl der Sommertage (>25°C) in Potsdam von 1893 bis 31.12.20181

Die langanhaltenden Dürreperioden zeigten auch hier zu Lande ihre Auswirkungen. Beispielsweise meldete das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft im September 2018 nur noch eine knappe Marktversorgung mit Kartoffeln. Als Grund hierfür wurde die Hitze und Trockenheit während der Wachstumsphase genannt. Zwar lässt sich nicht mit Sicherheit sagen wie stark der menschengemachte Klimawandel einen Einfluss auf diesen heißen Sommer hatte, doch warnen Klimaforscher bereits seit Jahrzeiten vor den negativen Auswirkungen der Erderwärmung. Dass der Mensch das Klima zum Beispiel durch Ausstoß von Treibhausgasen beeinflusst ist seit Ende der 1950er Jahre nachgewiesen. Während sich die Auswirkungen in unseren Gefilden noch in Grenzen halten, sorgen schon leichte Temperaturanstiege in bereits trockenen Gebieten für endgültige Austrocknung der Agrarflächen. Dies wiederum sorgt für Hungersnöte, Kriege und letztlich für Flüchtlingsströme in die Industrienationen. Dieser Zusammenhang wurde im Jahr 2015 deutlich. Die Komplexen Zusammenhänge in der globalisierten Welt erfordern ein Umdenken. Der Mensch muss durch Veränderungen seines Zusammenlebens versuchen Gesellschaft, Umwelt und Wirtschaft in Einklang zu bringen. Solche Veränderungen werden auch als „nachhaltige Innovationen“ bezeichnet und sollen anhand eines innovativen Geschäftsmodell näher beleuchtet werden.

2 Terminologische Abgrenzung

2.1 Nachhaltigkeitsbegriff

Der Begriff Nachhaltigkeit stammt ab vom deutschen Verb nachhaltig, welches i. w. S. „ sich auf längere Zeit stark auswirkend“ meint. Im engeren Sinne meint Nachhaltigkeit „… ein Prinzip, nach dem nicht mehr verbraucht werden darf, als jeweils nachwachsen, sich regenerieren oder künftig wieder bereitgestellt werden kann“.2

Erstmals fand der Begriff in der Forstwirtschaft Verwendung durch Hans Carl von Carlowitz (1645 – 1714), indem er in seinem Werk Sylvicultura oeconomica eine nachhaltige Waldnutzung forderte wobei es ihm darum ging „Reserven für künftige Generationen nachzuhalten“. 3 Im Juni 2012 fand in Rio zum zweiten Mal nach 1992 die UN-Konferenz für Nachhaltige Entwicklung statt. Die Staatengemeinschaft bekannte sich zum sogen. „Green Economy“-Konzept in dem ökologische, ökonomische und soziale Aspekte sowie deren Wechselwirkungen zu gleichen Teilen in ein Wirtschaftsmodell eingearbeitet wurden.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb.: 2: Das Nachhaltigkeitsdreieck4

Die oben dargestellte Grafik soll sowohl die Gleichberechtigung als auch die Vernetzung aller Nachhaltigkeitsdimensionen verdeutlichen. Grundsätzlich können drei Strategien zur gleichmäßigen Berücksichtigung der Nachhaltigkeitsdimensionen abgeleitet werden. Die Effizienzstrategie zielt auf eine bessere Ressourcenausnutzung mittels moderner Technologien ab. Weiter dient die sogenannte Konsistenzstrategie der Verbesserung der Kreislaufwirtschaft durch angemessene Nutzung nachwachsender Rohstoffe und deren Wiederverwertung. Beispiele sind das klassische Papier-Recycling oder die Verarbeitung schadstofffreier Textilien sowie deren spätere Rückführung in die Natur nach Ende des Produktlebenszyklus.5 Als dritte Nachhaltigkeitsstrategie gilt die sogenannte Suffizienzstrategie welche zum Ziel hat, eine Veränderung der sozial- kulturellen Lebensstile insbesondere in den Industrieländern herbeizuführen. Es soll dabei ein Mentalitätswandel von Quantität, hin bzw. zurück zu Qualität stattfinden, welcher vor allem im übermäßigen Konsum begründet liegt. Die Vereinten Nationen einigten sich im Juli 2015 auf Basis dieser drei Strategien auf insgesamt 17 Ziele 6 für nachhaltige Entwicklung, welche mit der Agenda 2030 für alle Staaten der Welt verbindlich verabschiedet wurden.7

2.2 Innovationsbegriff

Der Begriff Innovation ist von dem lateinischen Verb innovare abgeleitet was so viel wie erneuern bedeutet. Die Organisation für wirtschaftliche Entwicklung und Zusammenarbeit (OECD) definierte Innovation im Jahr 2018 als „…ein neues Produkt bzw. neuen Prozess oder deren Verbesserung (oder eine Kombination aus beidem) welche sich deutlich von den vorherigen Produkten oder Prozessen des Akteurs unterscheidet und welche potenziellen Nutzern zugänglich gemacht wurden (Produkt) oder durch den Akteur genutzt werden (Prozess).“8 Mit Akteur meint die OECD den Verantwortlichen der jeweiligen Innovation. Dies können Institution in jedem Sektor sein, also sowohl Unternehmen welche neue Produkte und Prozesse entwickeln, als auch beispielsweise Familien und deren einzelne Mitglieder. Mit dieser Begriffsabgrenzung wird deutlich, dass Innovationen nicht nur Sache der Unternehmen, Forschungseinrichtungen oder ausgewiesenen Erfindern sind, sondern von jedem Einzelnen erreicht werden können. Es kommt laut Definition auch nicht darauf an, ob die jeweils neuen bzw. verbesserten Produkte oder Prozesse bereits anderswo Verwendung finden, sondern eine Innovation besteht bereits, wenn diese Neuerungen erstmals in einem bestimmten Zusammenhang dauerhaft genutzt werden. Beispielsweise wäre ein neu verlegter Wasseranschluss im Zuge der Kernsanierung einer Berliner Wohnung keine Innovation, wohingegen der erstmalige Zugang zu fließendem Wasser in einem Dorf der Sahelzone durchaus als innovativ gelten kann. In Bezug auf in Unternehmen entstehende Innovationen, unterscheidet die OECD zwischen Produkt- und Geschäftsprozessinnovationen, welche jeweils das Endergebnis der unternommenen Innovationsbemühungen des Unternehmens meinen. Ähnlich der obigen allgemeinen Definition beziehen sich Produktinnovationen in Unternehmen auf für das Unternehmen deutlich neuartige bzw. verbesserte Produkte oder Dienstleistungen, welche es dem Markt erstmals zur Verfügung stellt. Ein Beispiel hierfür wäre das iPhone der ersten Generation - ein Mobiltelefon, welches in dieser Form bisher nicht am Markt erhältlich war. Eine Geschäftsprozessinnovation meint hingegen das Etablieren neuer Abläufe innerhalb des Unternehmens bzw. zwischen ihm und seinen Partnern. Dies kann zum Beispiel die Einführung einer Open- Innovation-Strategie sein, wobei der Innovationsprozess erstmals nach außen geöffnet wird um externes Know-How, z.B. von Kunden, direkt in die Produktentwicklung einfließen zu lassen.

Neben dem Neuheitsgrad eines Produkts oder Prozesses, also ihrem bisherigen „Nicht- Vorhanden-Sein“ bei einer Zielgruppe gelten diese erst dann als innovativ, wenn sie auch tatsächlich zur regelmäßigen Nutzung bzw. Anwendung kommen. Müller- Prothmann und Dörr verdeutlichen dies mit folgender Formel: Idee + Invention + Diffusion = Innovation. 9 Die Idee meint hierbei Gedanken und Pläne des Akteurs, Invention meint die Erfindung und erstmalig erfolgreiche Anwendung und die Diffusion ist die Etablierung am Markt bzw. in der Zielgruppe.

Abb. 3: Grundbestandteile einer Innovation10

In der obigen Abbildung wird die zentrale Stellung des Ideengebers deutlich, welcher nach OECD auch als „Akteur“ bezeichnet wird. Die Relevanz der Diffusion, d.h. der Marktdurchdringung soll hier am Beispiel eines weiteren Apple-Produkts, dem iPod aufgezeigt werden. Das von der Fraunhofer-Gesellschaft entwickelte Audioformat MP3 (MPEG-1 Audio Layer 3) wurde bereits 1982 entwickelt und im Jahr 1992 als Standard etabliert. Dieser Standard ermöglichte später die Entwicklung des ersten industriell gefertigten MP3-Players durch die Südkoreanischen Firma MPMAN welcher für etwa 500 Dollar zu erstehen war.11 Doch erst mit der Einführung des iPod im Jahr 2001 welcher besser ausgestattetet war und ein vergleichsweise ansprechendes Design besaß, setzten sich MP3-Player auch am Massenmarkt durch. Der iPod wird heute in der Literatur und Gesellschaft als innovativ bezeichnet während sich der Player von MPMAN nicht am Markt durchsetzte und so nach obiger Definition nicht als Innovation gelten kann. An dieser Stelle sei darauf hingewiesen, dass Apple bei der Entwicklung des iPod bereits auf den weiter oben beschriebenen Open-Innovation-Ansatz zurückgriff.12

[...]


1 Eigene Darstellung (Datenbasis: www.wetterzentrale.de)

2 Vgl. Duden (2019), Internetquelle

3 Vgl. Seybold, H. und Beule, A (2013), S. 9

4 In Anlehnung an Seybold, H.; Beule, A. (2013), Internetquelle

5 Vgl. Cradle to Cradle e.V (2019), Internetquelle (Der Ansatz, der Natur entnommene Rohstoffe sortenrein zu Produkten zu verarbeiten und diese am Ende des Produktlebenszyklus in die Natur zurückzuführen, wird auch Cradle-to-Cradle®-Prinzip bezeichnet.)

6 siehe Anhang

7 Vgl. Vereinte Nationen (2015)

8 Vgl. OECD (2018)

9 Vgl. Müller-Prothmann, T und Dörr N. (2014), S. 7

10 Eigene Darstellung

11 Vgl. Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen IIS (2019), Internetquelle

12 Vgl. Zerfaß, A und M. Möslein, A (2009), S. 21

Details

Seiten
16
Jahr
2019
ISBN (eBook)
9783668890114
ISBN (Buch)
9783668890121
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v457457
Institution / Hochschule
AKAD University, ehem. AKAD Fachhochschule Stuttgart
Note
1,3
Schlagworte
Innovation Gründerforschung Unternehmensgründung Nachhaltigkeit Innatura Entrepreneurship Nachhaltigkeitsdreieck

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