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Interkulturelle Kommunikation (im Unternehmen)

Seminararbeit 2000 25 Seiten

Führung und Personal - Sonstiges

Leseprobe

Interkulturelle Kommunikation

1 Einführung

2 Interkulturelle Kommunikation
2.1 Grundlagen interkultureller Kommunikation
2.1.1 Kultur
2.1.2 Definition: Kommunikation
2.2 Interkulturelle Kommunikationstheorien
2.2.1 Anxiety/Uncertainty Management Theory (AUM)
2.2.2 Cultural Identity Negotiation Theory

3 Kommunikation
3.1 Sprache
3.2 Nichtverbale Kommunikation
3.2.1 Gestik
3.2.2 Paralinguistik
3.2.3 Mimik
3.3 Wertorientierung
3.4 Verhaltensmuster: Sitten, Normen, Rollen
3.5 Die vier Seiten einer Nachricht – Schulz von Thun

4 Verhandlungstechniken
4.1 Definition: interkulturelle Verhandlungen
4.1.1 Variablen, die Verhandlungen beeinflussen
4.1.2 Die vier Stadien des Verhandlungsprozesses
4.1.3 Verhandlungsziele

5 Vergleich internationaler Verhandlungstypen am Beispiel von Japanern, Amerikanern, Russen, Deutschen und Österreichern
5.1 Der Japaner
5.2 Der Amerikaner
5.3 Der Russe
5.4 Die Österreicher und Deutschen
5.5 Fähigkeiten eines guten Verhandlers

6 Interview zum Thema „Interkulturelle Kommunikation“

7 Schlusswort

8 Literaturverzeichnis

1 Einführung

Die Welt ist klein geworden. Durch die Globalisierung der Märkte haben multikulturelle Kontakte, Beziehungen, Auseinandersetzungen und Verhandlungen stark an Bedeutung gewonnen.

Es ist heute kaum noch möglich, in seiner eigenen kleinen Welt zu existieren und seine Kultur- und Wertvorstellungen als absolut anzunehmen. Viel eher könnte man den idealtypischen modernen Menschen als vielsprachigen Kosmopoliten verstehen.

Solange jedoch interkulturelle Kommunikation von Menschen geführt wird, bringen sie ihre Kultur, Werte, Verhaltensstile und interaktive Erwartungen ins Gespräch ein. Wer sich der Relativität der eigenen Kultur und auch des eigenen Denkens und Handelns nicht bewußt ist, kann keine erfolgreiche (interkulturelle) Kommunikation führen.

Die vorliegende Seminararbeit gibt einen Überblick über relevante Aspekte interkultureller Kommunikation.

Es wird der Versuch einer Definition von Kultur und Kommunikation vorgenommen, Grundlagen interkultureller Kommunikation werden behandelt und interkulturelle Kommunikationstheorien vorgestellt.

Außerdem wird auf die Aspekte von Kommunikation, auf Sprache, nichtverbale Kommunikation, Gestik und Paralinguistik, sowie Wertorientierung, eingegangen.

Verhaltensmuster, wie Sitten, Normen und Rollen und deren Einfluß auf Verhandlungen werden erläutert.

In einem weiteren Kapitel werden Verhandlungstechniken, Verhandlungsziele und die Verhandlung beeinflussenden Variablen betrachtet.

Im fünften Kapitel wird ein Vergleich internationaler Verhandlungstypen gezogen, spezielles Augenmerk wird auf die Japaner, Amerikaner, Deutsche und Österreicher und Russen gelenkt.

Abschließend wird der Interviewleitfaden für unser Gespräch mit Mitarbeitern der Firma Samsung vorgestellt.

Ziel unserer Arbeit war es, zum Nachdenken über sich selbst, seine Kultur und andere Kulturen anzuregen.

2 Interkulturelle Kommunikation

2.1 Grundlagen interkultureller Kommunikation

Interkulturelle Kommunikation bedeutet dem Wortsinn entsprechend "Kommunikation zwischen Menschen verschiedener Kulturen" (Maletzke, 1963, S. 57).

Im Folgenden geben wir einen kurzen Überblick zum Kultur- und Kommunikations-begriff.

2.1.1 Kultur

Wissenschaftler verschiedenster Fachrichtungen haben sich mit der Definition dieses Begriffes beschäftigt und hunderte unterschiedlichste Definitionen hervorgebracht. Es gibt jedoch keine allgemein gültige Definition.

Unser Autorenteam hat bei einem Brainstorming zum Begriff "Kultur" unter anderem folgende Assoziationen auf dem Flip-Chart zusammengetragen: Sitten, Bräuche, Sprache, Literatur, Kunst, Musik, Theater, Architektur, Essen, Verhalten, Religion, Zeitempfinden etc. Laut Robinson (Vgl. Robinson, 1988, S. 8) haben wir bei unserem Brainstorming nur von außen direkt beobachtbare Phänomene dem Begriff "Kultur" zugeordnet (behavioristischer Kulturbegriff).

Die Literatur beschäftigt sich im Zusammenhang mit interkultureller Kommunikation vor allem mit dem, was "im Kopf" der Kulturteilnehmer als Wissensvorrat geteilt wird. Sie greift daher auf den Kulturbegriff der kognitiven Anthropologie zurück (Vgl. Warthun, 1997, S. 8).

Kultur ist nicht als historische, einmal erbrachte Leistung zu begreifen, sondern stellt einen fortwährenden Prozeß dar, den der Mensch selbst aktiv gestaltet.

Es ist schwierig, die Menschen in Kulturgruppen bzw. in Subkulturgruppen einzuteilen, da jeder Mensch ein Individuum ist.

2.1.2 Definition: Kommunikation

Wie für den Begriff "Kultur" gibt es auch für den Begriff "Kommunikation" verschiedenste Definitionen.

Vereinfacht kann man Kommunikation als "Verständigung untereinander, Umgang, Verkehr" sowie als "Verbindung, Zusammenhang" betrachten (Drosdowski u.a., 1990, S. 413).

Inhalt und Ausdrucksform der Botschaften sind ebenso wichtige Bestandteile der Kommunikation, wie Wahrnehmung und Interpretation der selben.

Der Begriff Kommunikation wird oft auch gleichbedeutend mit dem Begriff Interaktion verwendet. Der Schwerpunkt in der Kommunikation liegt bei der wechselseitigen Verständigung, in der Interaktion bei aufeinander bezogenem Handeln und Verhalten (Vgl. Maletzke, 1996, S. 37).

Interkulturelle Kommunikation stellt ein sehr komplexes Thema dar, das vielen Einflüssen ausgesetzt ist. Durch die wechselseitige Beeinflussung von Individuen und Kultur entstehen Situationen, in denen es keine allgemeingültigen Regeln geben kann. Vorstellungen (z.B. Stereotypen) und Einstellungen (z.B. Vorurteile) wirken sich auf das (Kommunikations-)Verhalten des Menschen aus. Durch Bewußtwerden eigener und Verstehen fremder Vorurteile kann man jedoch Begegnungsproblemen entgegenwirken. Einige andere Eigenschaften und Schlüsselqualifikationen wirken sich positiv auf interkulturelle Begegnungen aus: Intelligenz, Selbstkritik, Toleranz, soziale Kompetenz, positives Selbstwertgefühl, offenes Wesen und ähnliche.

2.2 Interkulturelle Kommunikationstheorien

Im folgenden werden zwei interkulturelle Kommunikationstheorien, die „Anxiety/Uncertainty Management Theory (AUM)“ und die „Cultural Identity Negotiation Theory“, näher erläuter.

2.2.1 Anxiety/Uncertainty Management Theory (AUM)

Die „Anxiety/Uncertainty Management Theory“ (AUM) beschäftigt sich mit den Emotionen und Wahrnehmungen, die bei interkulturellen Begegnungen entstehen. AUM wurde aus vielen allgemeinen Theorien entwickelt. Das Hauptaugenmerk bei dieser Theorie liegt darin, daß Individuen Angst und Unsicherheit im Umgang mit Fremden (d.h. mit Mitgliedern anderer Gruppen) erleben. Ziel ist es, die Unsicherheit Fremden gegenüber durch Kommunikation zu reduzieren. Je mehr kommuniziert wird und je geringer die Disparitäten zwischen unterschiedlichen Gruppen, desto schneller wird Unsicherheit und Angst abgebaut.

Unsicherheit entsteht laut dieser Theorie, weil wir nicht wissen, wie Fremde denken, handeln und fühlen und warum sie das tun. Ist diese Unsicherheit zu hoch, bedeutet dies oft das Ende der Interaktion. Ist sie zu niedrig, könnte es passieren, daß es dem Betreffenden egal wird, ob er effektiv handelt oder nicht.

Angst entsteht aus dem Gefühl, nicht zu wissen was passieren kann und basiert meistens auf negativen Erfahrungen. Ist die Angst zu groß, lenkt sie entweder zu sehr von den Inhalten der Kommunikation ab, oder die Menschen neigen dazu Begegnungen zu vermeiden. Im umgekehrten Fall könnte es passieren, daß man zu wenig über die Folgen des eigenen Handelns nachdenkt oder darüber reflektiert.

Die AUM Theorie versucht effektive Kommunikation zu beschreiben und erklärt, wie diese stattfindet. Effektive Kommunikation bedeutet, daß die Teilnehmer ähnliche Vorstellungen von Inhalt und Aussage der Kommunikation haben. Probleme können dann auftreten, wenn der Empfänger den Worten des Sprechenden andere Inhalte beimißt als dieser selbst.

Um effektive Kommunikation zu erreichen, ist es wichtig, ein richtiges Maß an Unsicherheit und Angst zu haben; von beidem sollte also weder zu viel, noch zu wenig vorhanden sein.

Bei Kommunikation mit Fremden sind Unsicherheit und Angst meist zu hoch um effektiv kommunizieren zu können. In diesen Fällen ist es wichtig, Unsicherheit durch Einholen von möglichst vielen Informationen zu reduzieren. Angst kann dadurch kontrolliert werden, indem man versucht Spannungen abzubauen (Vgl. Guirdham, 1999, S. 206-211).

Die Literatur liefert zahlreiche weitere Verbesserungsvorschläge für effektive interkulturelle Kommunikation, die im Rahmen dieser Seminararbeit nicht näher erläutert werden.

2.2.2 Cultural Identity Negotiation Theory

Die „Social Identity Theory“ von Tajfel (1978) erläutert, wie Individuen bei Begegnungen verschiedener Gruppen nach positiven sozialen Gemeinsamkeiten suchen.

Die „Cultural Identity Negotiation Theory“ beschreibt, wie kulturelle Gemeinsamkeiten durch Verhandlungen mit anderen entstehen. Interkulturelle Begegnungen sind erst dann erfolgreich, wenn zu Beginn einer Verhandlung die kulturellen Unterschiede, die zwischen den jeweiligen Kommunikationspartnern bestehen, thematisiert und abgebaut werden, und nicht vorrangig geschäftliche Themen verhandelt werden. Derartige kulturelle Unterschiede können z.B. unterschiedliche Auffassungen über die Zeit, über Regeln oder Lebenseinstellungen sein.

Diese Theorie liefert außerdem eine neue Definition von interkultureller Kommunikation: „Communication is intercultural if the interactors so define it“ (Guirdham, 1999, S. 213). Diese Definition ist auch gleichsam das Standbein dieser Theorie. Qualifizierte interkulturelle Kommunikation soll in letzter Konsequenz zur Verstärkung herausragender Gemeinsamkeiten führen. Die folgende Grafik (Quelle: Guirdham, 1999, S. 213) zeigt die wichtigsten Elemente dieser Theorie:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

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Details

Seiten
25
Jahr
2000
ISBN (eBook)
9783638128049
ISBN (Buch)
9783638901253
Dateigröße
542 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v4566
Institution / Hochschule
Wirtschaftsuniversität Wien – Abteilung für ABWL - Personal, Führung, Organisation
Note
sehr gut
Schlagworte
Interkulturelle Kommunikation Unternehmen) Seminar Personal Unternehmensführung

Autor

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Titel: Interkulturelle Kommunikation (im Unternehmen)