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Der Humboldt'sche Bildungsbegriff. Ein Wandel im Denken

Essay 2018 5 Seiten

Pädagogik - Allgemein

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis:

1. Das Bildungsverstandnis im Neuhumanismus

2. Der Humboldt’sche Bildungsbegriff
2.1 Das Ziel der Humboldt’schen Bildung
2.2 Humboldts Forderung nach einer freien Bildung fur alle

3. Ein Wandel im Denken

4. Literaturverzeichnis

1. Das Bildungsverstandnis im Neuhumanismus

Wilhelm von Humboldt wurde 1767 in Deutschland, in der Stadt Potsdam geboren. Sein Bildungsbegriff steht in Zentrum der neuhumanistischen Bewegungen Deutschlands, die die Uberlegungen zum Thema Bildung und Schule der damaligen Zeit kritisierten und zu einem Wandel im Denken fuhrten.

Bei dem Neuhumanismus, handelt es sich um eine Geistes- und Bildungsbewegung, die an den alteren Humanismus der Renaissance anknupft und Mitte des 18.Jahrhunderts aufstrebte. (Koller, 2009, S.75) Diese war im Gegensatz zur Aufklarungspadagogik, gegen einen Gemeinnutzen der Schulerziehung und fur eine Bildung, die den Wert der Individuality betont, ohne Rucksicht auf gesellschaftliche Bedurfnisse nehmen zu mussen (Lausberg, 2015). In der griechischen Antike, an die sich der Neuhumanismus zum einem groBen Teil orientiert, sieht Humboldt eine gelungene Herausbildung von Idealitat innerhalb von Individualitat (Ruhloff, 2004, S.449). Einen besonders wichtigen Stellenwert erhielt dabei die Sprache, uber welche der Mensch zu sich selbst gelangt. Der Mensch sollte die Alten Sprachen wie zum Beispiel griechisch lernen, da diese den Zweck der formalen Bildung am besten erfullen (Ruhloff, 2004, S.450). Fur Humboldt war eine allgemeine Bildung der Schlussel zur Freiheit, weswegen eine berufliche Ausbildung erst danach erfolgen sollte, denn erst der gebildete Mensch kann seine ganze Energie im Berufsleben einsetzen, und somit umso mehr fur die Gesellschaft leisten (Lausberg, 2015). Diese neue humanistische Bewegung fand groBen Zuspruch im Burgertum, da diese sich durch die Individualists-, Gleichheits- und Freiheitsversprechen, eine Zuruckdrangung der standischen Lernleistungskontrolle versprachen (Ruhloff, 2004, S.450). Im Folgenden wird nun der Humboldt‘sche Bildungsbegriff mit Bezug auf den historischen Kontext erlautert.

2. Der Bildungsbegriff von Wilhelm von Humboldt

2.1 Das Ziel der Humboldt’schen Bildung

Humboldts Bildungsbegriff befasst sich in erster Linie, wie nicht wenige Bildungstheoretiker seiner Zeit, mit dem Inneren des Menschen, mit seiner individuellen Entwicklung und sieht dabei von gesellschaftlichen Zwangen und Anforderungen ab.

,,Der wahre Zeck des Menschen - nicht der, welchen die wechselnden Neigung, sondern welche die ewig unveranderliche Natur ihm vorschreibt - ist die hochste und proportionirlichste Bildung seiner Krafte zu einem Ganzen.“ (Leitzmann, 1968, S.106)

Die Krafte, welche Humboldt erwahnt, sind dabei die menschlichen Anlagen oder Potenziale, die zu einem Ganzen zu bilden sind (Koller, 2009, S.75). Bei genauerem Anblick lasst sich diese Bildungstheorie in vier Bestimmungen aufteilen: erstens, die Bildung von Kraften, zweitens, die hochste Erfahrung dieser Krafte, drittens die proportionierlichste Entfaltung dieser Krafte und viertens die Zusammenfassung eben jener zu einem Ganzen (Koller, 2009, 5.75) . Wie man sieht stellt Humboldt den Menschen, wie es im Neuhumanismus ublich ist, selbst ins Zentrum der Bildung (Koller, 2009, S.75). Das was einen Menschen ausmacht, sind seine Krafte, die es zu starken und zu erhohen gilt. Das Ziel von Bildung muss also sein, die menschlichen Moglichkeiten zu einem groBtmoglichen Inhalt zu verwirklichen (Koller, 2009, 5.76) . Die Formulierung ,,hochste und proportionirlichste“ Entfaltung der Krafte impliziert ebenfalls, dass der Mensch verschiedene und teilweise in Konkurrenz stehende Krafte besitzt, die gleichmaBig und im richtigen Verhaltnis zu einem Ganzen zusammenzufugen sind. (Koller, 2009, S.76). Eine ausgewogene Bildung zielt deshalb auf die Entfaltung aller moglichen menschlichen Krafte zu einem harmonischen Gesamteindruck ab. In Bezug auf die Gesellschaft sollen die menschlichen Potenziale so weit ausgebildet werden, dass ein AuBerirdischer, der ein menschliches Individuum als einziges Exemplar der Menschheit zu Gesicht bekommt, eine moglichst hohen Vorstellung von der Menschheit bekomme (Koller, 2009, S.78). Um die Frage zu beantworten wie ein Individuum gleichzeitig die gesamte Gesellschaft verkorpern kann, schlagt Humboldt eine gesellschaftliche Verwirklichung des Ideals vor (Koller, 2009, S.79). Der Einzelne kann zwar versuchen, die Ganzheit der menschlichen Moglichkeiten so weit wie moglich in seiner Personlichkeit zu realisieren, doch wird ihm dies nie vollkommen gelingen. Letztlich sind dazu nur alle Individuen zusammen in der Lage, das heiBt, dass Bildung keinen rein individueller Vorgang darstellt, sondern einen gesellschaftlichenProzess (Koller,2009, S.79).

2.2 Humboldts Forderung nach einer freien Bildung fur alle

Ein Mensch kann sich jedoch nicht alleine bilden. Er benotigt dazu einen Gegenstand, der nach Humboldt, die Welt ist (Koller, 2009, S.80). Die Beziehung mit dieser Welt, auch Wechselwirkung genannt, sollte dabei „allgemein, rege und frei sein“ (Koller, 2009, S.81).

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Details

Seiten
5
Jahr
2018
ISBN (eBook)
9783668885196
ISBN (Buch)
9783668885202
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v456067
Institution / Hochschule
Ludwig-Maximilians-Universität München
Note
2,00
Schlagworte
humboldt bildungsbegriff wandel denken

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