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Transaktionsanalytisches Training für angehende FreizeitpädagogInnen

Ausarbeitung 2018 37 Seiten

Pädagogik - Allgemein

Leseprobe

Inhalt

Vorwort

Einleitung

1. Über die Transaktionsanalyse
1.1. Das Leben des Eric Berne und die Entwicklung der Transaktionsanalyse
1.2. Die Grundanschauung der Transaktionsanalyse
1.3. Grundbegriffe der Transaktionsanalyse
1.4. Die Anwendungsgebiete der Transaktionsanalyse
1.5. Trainingskonzept

2. ICH- Zustände
2.1. Was ist ein ICH-Zustand?
2.2. Welche Ich-Zustände gibt es
2.3. Strukturmode
2.4. Wie die ICH-Zustände sich entwickeln
2.5. Warum dieses Wissen für FreizeitpädagogInnen wichtig ist

3. Transaktionen
3.1. Was sind Transaktionen
3.2. Welche Arten von Transaktionen es gibt

4. Strokes
4.1. Definition
4.2. Welche Arten von Strokes gibt es
4.3. Entwicklung
4.4. Warum Strokes so wichtig sind (anhand der Maslowschen Bedürfnisspyramide)
4.5. Was bei Stroke Entzug passiert
4.6. Eine Geschichte aus der Praxis

5. Lebensskript und Grundpositionen
5.1. Lebenskripten
5.2. Grundpositionen

6. Innere Antreiber

7. Resümee des Trainings

8. Literaturverzeichnis

Vorwort

Im Masterlehrgang Kommunikation Coaching wurde mehrmals das Konzept der Transaktionsanalyse thematisiert, am Ende des ersten Semesters hatten wir ein Seminarwochenende zur Thematik - und es mit Abstand das Seminar aus dem ich mir persönlich am meisten mitnehmen konnte.

Als ich nach diesem Seminarwochenende die entsprechende Pflichtliteratur las, wurde die Theorie nochmals interessanter für mich und vor allem umsetz- und anwendbar. Für mein Privat- als auch Berufsleben.

Ich begann mich zunehmend und intensiver damit auseinander zu setzen und der Transfer von der Theorie in die Praxis gelang mit Leichtigkeit.

Auch für meine persönlichen zwischenmenschlichen Problematiken, die mir bis dahin kaum bis gar nicht bewusst waren, lieferte sie Erklärungen und Lösungsansätze.

In meiner Arbeit als Freizeitpädagoge halfen mir Erläuterungen aus der Transaktionsanalyse oftmals, Hintergründe besser zu verstehen.

Von da an war ich begeistert von dieser Theorie. Sie ist so vielschichtig, positiv in der Grundanschauung aber dennoch ehrlich, lebendig und dynamisch. Doch ein Punkt war für meine Begeisterung ausschlaggebend – sie ist menschenorientiert!

Ich habe immer das Gefühl, sie ist von Menschen, für Menschen. Es ist keine trockene Wissenschaft, sie ist menschlich und real.

Schon bald begann ich die Transaktionsanalyse als Gegenstand meiner Seminare heranzuziehen (an der Pädagogischen Hochschule Wien halte ich Seminare für angehende FreizeitpädagogInnen) – da sie mir so viel geholfen hatte, wollte ich dies auch an die Studierenden weitergeben. Auch hier war der Anklang groß und so brauchte ich nicht lange um mich für den Inhalt dieser Trainerarbeit zu entscheiden – Transaktionsanalytisches Training für FreizeitpädagogInnen.

In der Arbeit als Freizeitpädagoge/in passiert täglich sehr viel auf der zwischenmenschlichen Ebene, es wird sehr stark auf die (psycho-)soziale Entwicklung der Kinder eingewirkt.

Daher empfand ich diese Theorie als sehr passend und hilfreich, weil sie gut verständlich ist und schnell anwendbar – ein gutes Handwerkszeug für angehende FreizeitpädagogInnen.

Einleitung

Da die Transaktionsanalyse ein sehr ausführliches Konzept mit vielen Themen und Unterthemen darstellt, hätte es den Rahmen dieser Arbeit gesprengt als auch den des Trainingskonzepts, alle Bereiche zu beleuchten.

Ich konzentriere mich daher auf einzelne Teilbereiche, die meiner Ansicht nach den meisten Ertrag für FreizeitpädagogInnen bringen können.

In Kapitel 1 geht es um die Transaktionsanalyse im allgemeinen – Entstehung, Grundanschauung, Merkmale als auch Einsatzgebiete. Dieses Kapitel dient dem Verständnis, insbesondere betreffend der Einflüsse und Grundideen.

Kapitel 2 behandelt die Ich- Zustände. Was diese sind, wie sie zu unterscheiden sind, wie sie entstehen und wie dieses Wissen angewandt werden kann.

Das dritte Kapitel ist den Transaktionen gewidmet – was eine Transaktion ist, welche Arten von Transaktionen es gibt und wie diese zu analysieren sind.

Kapitel 4 umfasst das Kernthema meines Konzepts und der Trainerarbeit – Strokes, Einheiten der Anerkennung. Was Strokes sind, wieso diese so wichtig sind insbesondere für Kinder und was passieren kann wenn sie ausbleiben.

Die Kapitel 5 und 6 sind knapp gehalten und bleiben im Überblick. Hier setze ich mich mit der Grundposition, den Lebensskripten und den inneren Antreibern auseinander.

Da diese Trainerarbeit als auch das Trainingskonzept einer ganz bestimmten Zielgruppe zugeordnet ist, habe ich in dieser Arbeit die Theorien mittels Beispielen aus der Freizeitpädagogik erläutert.

Ich erhoffe mir dadurch, dass diese Arbeit an Authentizität gewinnt und die Zielgruppe bei den Erklärungen persönlich angesprochen wird.

1. Über die Transaktionsanalyse

1.1. Das Leben des Eric Berne und die Entwicklung der Transaktionsanalyse

Eric Berne gilt als Begründer der Transaktionsanalyse. Er wurde am 10. Mai 1910 als Eric Lennard Bernstein in der kanadischen Stadt Montreal geboren. Es wird vermutet, dass sein Vater großen Einfluss auf seinen Werdegang hatte. Sein Vater, selbst Arzt, starb als er elf Jahre alt war. Bis dahin verbrachte er viel Zeit mit seinem Vater, begleitete ihn auch oftmals bei der Arbeit und widmete ihm eine seiner ersten großen Veröffentlichungen “In Memoriam“.

Nach seinem Studium (1935, Doktor der Medizin) begann er seine Facharztausbildung in Psychiatrie und im Jahre 1941 seine Ausbildung zum Psychoanalytiker.

Gegen Ende des zweiten Weltkriegs wurde Eric Berne in die amerikanische Armee einberufen und fungierte als Psychiater bei der Ausmusterung von Soldaten. Im Jahre 1946 verlässt Eric Berne die Armee mit dem Majorsrang und nimmt seine Ausbildung bei Eric Erikson wieder auf.

Das Psychoanalytische Institut in San Francisco verweigerte ihm 1956 seine Anerkennung zum Psychoanalytiker.

Schon 1949 waren die ersten Abschriften zur Transaktionsanalyse erschienen, nach der Absage des Psychoanalytischen Instituts machte er sich nun daran diese Gedanken zu vertiefen und weiter zu entwickeln, ungeachtet der strengen Ansichten der Psychoanalytiker. (vgl. Paul Gamber, 2016. S.34)

Der erste große Vortag zur Transaktionsanalyse datiert aus dem Jahr 1957 und 1964, mit der Veröffentlichung des Bestsellers “Spiele für Erwachsene“ rückte die Transaktionsanalyse erstmals in den Fokus der Öffentlichkeit.

Seitdem entwickelte sich die Transaktionsanalyse ständig weiter, dies zeigt sich besonders gut darin:

Heute gibt es im Gedankengut der TA ein paar zentrale Begriffe, von denen Eric Berne, der Begründer der TA, nie etwas gehört hatte, als er 1970 starb. (Stewart Ian/Joines Vann; Die Transaktionsanalyse; S.15)

Thomas Harris, ein enger Vertrauter von Eric Berne, veröffentlichte das Buch “I’m OK, you’re OK“ drei Jahre vor Eric Berne’s Tod durch einen Herzinfarkt. Dieses Buch richtete sich ganz bewusst nicht an Fachleute. Es gilt als erster Auslöser für die noch immer anhaltende Kritik, dass die Transaktionsanalyse zu unwissenschaftlich sei, da Berne stets versuchte hatte seine Theorien in verständlicher Sprache zu schreiben und seine Gedanken allen zugänglich zu machen.

Bei der Weiterentwicklung der Transaktionsanalyse liegt daher ein Fokus auf einem begründeten wissenschaftlichen Zugang um diesem Kritikpunkt etwas entgegenzusetzen.

Als Meilensteine in der Weiterentwicklung der Transaktionsanalyse gelten die 1974 erschienene Arbeit von Taibi Kahlers zu den inneren Antreibern und dem Miniskript, welche mittlerweile feste Bestandteile der Transaktionsanalyse sind, sowie der Arbeit von Richard Erskine und Marilyn Zalcman zum Maschensystem aus dem Jahre 1979.

1.2. Die Grundanschauung der Transaktionsanalyse

Die Transaktionsanalyse beruht auf drei wesentlichen Ansichten:

- Jeder Mensch ist in Ordnung.
- Jeder Mensch hat die Fähigkeit zum Denken.
- Jeder Mensch entscheidet über sein eigenes Schicksal und trägt Verantwortung für sich selbst.

Aus dieser Grundanschauung ergeben sich für die Transaktionsanalyse zwei wichtige Arbeitsprinzipien:

- Jede Arbeit stützt sich auf eine Abmachung (Vertrag).
- Die Kommunikation ist frei und offen.

Eric Berne bemühte sich intensiv seine Gedanken in einfacher Sprache wiederzugeben und sie für viele Menschen zugänglich zu machen.

Auch hat er sich stets davon distanziert, Menschen zu kategorisieren und diese zu bewerten.

Die Transaktionsanalyse ist eine beschreibende, rationale, nicht aber eine (be-)wertende Methode. (Paul Gamber, 2016, S. 36)

1.3. Grundbegriffe der Transaktionsanalyse

- Das Ich-Zustands-Modell

Ein Ich-Zustand ist eine Kombination aus zusammenpassendem Denken, Fühlen und Verhalten. Die Transaktionsanalyse beschreibt drei Ich-Zustände: das Kind-Ich, das Eltern-Ich und das Erwachsenen-Ich.

- Transaktionen

Person A sagt etwas, Person B reagiert darauf – ein solcher Austausch kann als Transaktion bezeichnet werden. Diese Mitteilungen kommen immer aus einem der drei Ich-Zustände und können daher parallel oder gekreuzt verlaufen (oder verdeckt) und sind analysierbar.

- Strokes

Mit jeder Handlung mit dem ich jemanden zur Kenntnis nehme bzw. dessen Existenz anerkenne, verteile ich einen Stroke (=Einheit der Anerkennung). Das Erhalten von Strokes ist ein menschliches Grundbedürfnis.

- Die 4 Grundeinstellungen

Beschäftigt sich damit wie Menschen sich und andere sehen. Entweder können Sie sich als in Ordnung oder nicht in Ordnung sehen, genauso können sie andere Menschen als in Ordnung oder nicht in Ordnung wahrnehmen. Daraus ergibt sich Akzeptanz oder Ablehnung.

- Lebensskript

Schon in unserer frühen Kindheit entwerfen wir unterbewusst einen Plan / eine Geschichte für unser Leben, dem wir dann oftmals ohne es zu wissen folgen und unsere Handlungen entsprechend anpassen. Es gibt Gewinner-, Verlierer- oder Nicht-Gewinner-Skripten.

- Innere Antreiber

Strokes sind ein menschliches Grundbedürfnis, daher sind wir getrieben diese zu erhalten. Schon in der Kindheit haben wir uns Strategien zurecht gelegt um an Strokes zu kommen, ein spezielles Antreibermuster.

1.4. Die Anwendungsgebiete der Transaktionsanalyse

Da die Transaktionsanalyse sehr viele Themen und Unterthemen hat, wird es ihr möglich in vielen Bereichen der heutigen Zeit Anwendung zu finden.

Grundlegend deckt sie drei große Gebiete ab:

Die Transaktionsanalyse ist eine Theorie der menschlichen Persönlichkeit, der zwischenmenschlichen Beziehungen und der Kommunikation. (Martin Wendt, Erziehung und Kommunikation, S. 8)

Die Transaktionsanalyse wird oft in Therapie-, Coaching- und/oder Beratungssituationen angewendet, da sie sehr darauf bedacht ist die menschliche Persönlichkeit zu stärken, zu fördern und weiter zu entwickeln. Sie legt viel Wert darauf, den Menschen Handwerkszeug bereit zu stellen damit diese autonom ihre eigene Entwicklung vorantreiben können.

Weiters ist sie auch eine bekannte Theorie in pädagogischen Berufen, da sie viele Erklärungen für die Entwicklung der menschlichen Persönlichkeit liefert.

Auch in der Kommunikation ist die Transaktionsanalyse sehr bekannt, da Transaktionen analysiert werden können und Probleme sichtbar.

Aufgrund der vielen Themen und Bereiche welche die Transaktionsanalyse abdeckt und der sehr menschennahen Erklärungen findet sie überdies in verschiedensten Bereichen der Erwachsenenbildung Anwendung, sowie in der Organisationsentwicklung.

1.5. Trainingskonzept

Mein Trainingskonzept beginnt inhaltlich:

nach der Begrüßung, Abklärung von Erwartungshaltung und Vorkenntnissen, dann beginne ich sofort mit den Ich-Zuständen. Die Thematiken die hier beschrieben wurden – Entwicklung der Transaktionsanalyse, Grundanschauungen und Grundbegriffe, Anwendungsgebiete – halte ich für sehr essentiell da sie für ein Grundverständnis der Transaktionsanalyse sorgen und diese für ein Transaktionsanalytisches Training unverzichtbar sind. Die Themen finden sich im Trainingskonzept wieder und werden von mir im Training erklärt, werden aber nicht so strikt abgehandelt wie von mir in der Trainingsarbeit hier beschrieben. Ich habe diesen Theorieteil aus Gründen der Struktur und Verständlichkeit vorgereiht und zu einem großen Thema zusammengefasst.

2. ICH- Zustände

2.1. Was ist ein ICH-Zustand?

Eric Berne hat einen Ich-Zustand definiert als ein in sich geschlossenes Muster von Fühlen und Erleben. (Stewart Ian/Joines Vann; Die Transaktionsanalyse; S.39)

Es handelt sich also um ein geschlossenes System, in dem Erleben und Fühlen gleichzeitig ablaufen.

Zur Verdeutlichung ein Beispiel aus meiner Tätigkeit als Freizeitpädagoge:

Ich spiele im Hof gerne mit den Kindern mit, vor allem beim Fussball. Ich habe über die Jahre gemerkt, dass es den Beziehungsaufbau fördert und es macht mir auch viel Spaß. Oftmals schlagen die Kinder das Spiel 9-Monate vor. Dabei darf jede/r den Ball nur einmal berühren und man versucht ein Tor zu schießen, schießt jemand vorbei muss diese/r ins Tor. Ich habe dieses Spiel in meiner Kindheit/Jugend manchmal stundenlang mit Freunden gespielt und immer wenn ich es nun mit den Kindern in der Schule spiele, erlebe ich den Spaß, den ich früher in meiner Kindheit mit meinen Freunden hatte und fühle mich glücklich und motiviert.

Ein Ich-Zustand ist eine Gesamtheit von zusammenhängenden Verhaltensweisen, Denkmustern und Gefühlen. (Stewart Ian/Joines Vann; Die Transaktionsanalyse; S.24)

Auch zu dieser Definition, ein Beispiel aus der Freizeitpädagogik:

Ein Freizeitpädagoge wurde von seinen Eltern sehr obrigkeitshörig erzogen, ihm wurde erklärt dass er Vorgesetzten, Staatsorganen etc. Folge zu leisten hat.

Er ist im Normalfall ein eher lockerer Pädagoge, der sehr auf eine gute Beziehung zwischen ihm und seiner Gruppe bedacht ist. Seine Direktorin hat hier etwas andere Ansichten und ist der Meinung, es brauche ein ausgeprägtes Distanzverhältnis zwischen Kindern und PädagogInnen.

Immer wenn die Direktorin in der Nähe ist, ändert sich seine Einstellung zu den Kindern und er wird viel strenger im Umgang mit ihnen.

Er fühlt sich etwas unsicher und bedrückt in Gegenwart der Vorgesetzten, in seinem Denken ist manifestiert, dass er der Vorgabe/Haltung seiner Direktorin (Distanzverhältnis zwischen Kindern und PädagogInnen) Folge zu leisten hat und ändert dementsprechend seine Verhaltensweisen (strengeres Vorgehen mit den Kindern).

2.2. Welche Ich-Zustände gibt es

Die Transaktionsanalyse unterscheidet zwischen drei verschiedenen ICH-Zuständen:

- Kind-ICH
- Eltern-ICH
- Erwachsenen-ICH

Bei näherer Betrachtung lässt sich, dass Kind-ICH nochmals unterteilen in:

- Angepasstes Kind-ICH
- Natürlich-spontanes Kind-ICH
- Rebellisches Kind-ICH

Auch, dass Eltern-ICH lässt noch 2 Unterteilungen zu:

- Kritisches Eltern-ICH
- Fürsorgliches Eltern-ICH

2.3. Strukturmodell

Die Transaktionsanalyse bietet für die Erklärung und Erläuterung der Ich-Zustände zwei Modelle. Das Strukturmodell und das Funktionsmodell.

Das Strukturmodell beschäftigt sich mit dem Inhalt, versucht zu erklären WAS in jedem Ich-Zustand steckt.

Das Funktionsmodell betrachtet primär den Prozess, das WIE, wie wir diese Eigenschaften einsetzen. (vgl. Stewart Ian/Joines Vann; Die Transaktionsanalyse; S.47)

Bei der nachfolgenden Erläuterung der Ich-Zustände werde ich das Strukturmodell heranziehen um typische Verhaltensweisen, die dahinter liegenden Intentionen und sprachlichen Muster aufzuzeigen, welche für die einzelnen Ich-Zustände markant sind.

- Erwachsenen-Ich

Verhalten: aufmerksam, konzentriert, beobachtend, rational, offen, unvoreingenommen, überlegend, überprüfend, sachlich, abwägend, vermittelnd, ..

Intention: Unvoreingenommenes Zugehen auf Menschen und Situationen um rationale, durchdachte Entscheidungen zu treffen.

Sprache: „Was sind die Fakten?“; „Warum ist das so?“ (offene Fragen um möglichst viele Informationen zu sammeln)

Laut Eric Berne, können wir uns das Erwachsenen-Ich wie einen Computer vorstellen welcher Informationen sammelt und auf deren Grundlage eine rationale Entscheidung trifft.

- Kritisches Eltern-Ich

Verhalten: bewerten, befehlen, moralisieren, bestrafen, belehren, verbieten, Stirn runzeln, ausgestreckter Zeigefinger, Arme vor der Brust verschränken, gerunzelte Brauen…

Intention: Von oben herab, aus der Sicht des Stärkeren, versucht die andere Person klein zu machen

Sprache: „Du sollst ..“; „Du musst ..“; „Das tut man nicht.“

- Fürsorgliches Eltern-Ich

Verhalten: zuhören, versucht zu helfen, tröstet, ermuntert die andere Person, einem anderen den Kopf tätscheln,…

Intention: Von oben herab, aus der Sicht des Stärkeren, versucht die andere Person groß zu machen

Sprache: „Du schaffst das.“; „Du kannst das.“

- Angepasstes Kinder-Ich

Verhalten: nett, brav, ruhig, hilfesuchend, traut sich meist nicht viel zu, lässt andere gerne über sich bestimmen,…

Intention: Aktualisierung und Erfüllung der eigenen situativen Gefühle, Bedürfnisse und Wünsche

Sprache: „Bitte darf ich?“; „Ich weiß nicht.“

- Rebellisches Kinder-Ich

Verhalten: trotzig, wütend, zornig, genervt,…

Intention: Aktualisierung und Erfüllung der eigenen situativen Gefühle, Bedürfnisse und Wünsche

Sprache: „Das mach ich nicht.“; „Das will ich nicht.“

- Spontanes Kinder-Ich

Verhalten: frei, direkt, ausgelassen, neugierig, abenteuerlustig, begeisterungsfähig, spontan, impulsiv,… Intention: Aktualisierung und Erfüllung der eigenen situativen Gefühle, Bedürfnisse und Wünsche Sprache: Wörter wie toll, spitze, cool,…

2.4. Wie die ICH-Zustände sich entwickeln

Im Alter von 0-6 Jahren entwickeln sich die Kind-Ich- Zustände.
Typische Situationen für das angepasste Kind-Ich sind bspw. Situationen in denen ich brav zur Schlafenszeit ins Bett gehe, höflich zu Verwandten und Bekannten bin.
Wenn Kinder aber zum Beispiel noch unbedingt ihre Serie zu Ende schauen wollen oder im Supermarkt herum schreien weil sie diese Süßigkeit unbedingt haben wollen, sind sie im rebellischen Kinder-Ich.

Situationen wo Kinder in die Situation vertieft sind, alles herum ausblenden (bspw. bauen eines großen Lego-Turms) oder etwas von sich aus herausfinden wollen, sind sinnbildlich für das natürlich-spontane Kind-Ich.

Das Eltern-Ich entwickelt sich in den Jahren von 6-12 Jahren, wenn ich ohne zu hinterfragen Vorstellungen und Handlungen meiner Eltern annehme.

Wenn beispielsweise meine Eltern oftmals Müttern mit Kinderwagen geholfen haben aus den alten Straßenbahnen herauszukommen, sind das Situationen die mein Fürsorgliches Eltern-Ich beeinflusst haben.

Haben Kinder oftmals mitbekommen, wie bspw. die Mutter den Vater kritisiert weil dieser sein Gemüse nicht aufgegessen hat, waren das belehrende Gesten, die unser kritisches Eltern-Ich beeinflusst haben.

Mit Beginn der Pubertät beginnen Kinder Wertvorstellungen zu hinterfragen, nochmals rational und nicht mehr ungefiltert zu betrachten, hier beginnt die Entwicklung des Erwachsenen-Ich. (siehe Skriptum Schmolmüller, Kommunikationspsychologische Grundlagen II, 2017)

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Details

Seiten
37
Jahr
2018
ISBN (eBook)
9783668888609
ISBN (Buch)
9783668888616
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v455689
Institution / Hochschule
Kirchliche Pädagogische Hochschule Wien / Krems
Note
Schlagworte
Transaktionsanalyse Freizeitpädagogik Training

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Titel: Transaktionsanalytisches Training für angehende FreizeitpädagogInnen