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Die Taumelschale Jerusalem. Gedanken zu Sacharja 10,2-4

Quellenexegese 2018 35 Seiten

Theologie - Sonstiges

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einführung in das Thema

Einteilung des Buches

Das Thema: Jerusalem, die Taumelschale oder Giftschale

Die Taumelschale Jerusalem, historisch betrachtet

Die Taumelschale Jerusalem, geistlich betrachtet

Hagar und Sarah als Symbolpersonen für Jerusalem

Literaturverzeichnis

Einführung in das Thema

Der Name Sacharja, der im deutschsprachigen Raum vielleicht am besten mit Zacharias wiedergegeben werden kann, hat die Bedeutung von „der Gott Jahwe gedenkt“ oder „… erinnert sich“. Er ist einer der drei Propheten des Alten Testamentes nach dem Exil in Babylon, ein Zeitgenosse des Propheten Haggai. Er wirkte um das Jahr 518 v. Chr., vielleicht etwas später als Haggai, der im Jahre 520 v. Chr. in Judäa prophezeite. Beide Propheten ermutigten das Volk Juda nach der Rückkehr aus der Gefangenschaft in Babylon zur Fortsetzung des Tempelbaues in Jerusalem, wobei sich Sacharja viel mit den Königreichen der großen Nationen beschäftigte. Seine Prophezeiungen reichen bis zur Zeit der Ankunft des Messias, seiner Kreuzigung und der Zeit danach.

Doch seine Weissagungen waren unter den aus der babylonischen Gefangenschaft zurückgekehrten Juden in Ungnade gefallen. Dafür sprechen seine mahnenden Worte in einigen Aussagen, die er im Auftrag Gottes verkündigen sollte: „Rufe zum Rest dieses Volkes und sage ihnen: So spricht Jahwe Zebaot: Kehret um zu mir, so kehre ich um zu euch: Spricht Jahwe Zebaot. Seid nicht wie eure Väter, denen die früheren Propheten gepredigt haben, indem sie sagten: So spricht Jahwe Zebaot: Kehret um von euren bösen Wegen und euren bösen Werken; doch sie hörten nicht und achteten nicht auf mich, spricht Jahwe.“1 An anderer Stelle mahnte der Prophet mit der Rückschau auf die vergangenen Zeiten des Volkes Juda: „Sie wollten nicht darauf achten und zeigten einen störrischen Nacken und machten ihre Ohren taub, dass sie nicht hörten.“2 Der fehlende Glaube oder die mangelhafte Arbeit für Gott lag und liegt also nicht an Gott, sondern an der Einsicht und dem Verhalten des Menschen.

Einteilung des Buches

Das Buch Sacharja bereitet in dem Versuch der Einteilung einige Schwierigkeiten. Vielleicht ist es am verständlichsten, die Aufteilung so klein wie möglich zu halten. Dann lassen sich die Ausführungen des Propheten in zwei Teile aufteilen:

Teil 1 ruft zur Buße und Umkehr auf. Es umfasst die Kapitel 1 bis 8.

Teil 2 beschäftigt sich mit dem kommenden Messias, der Wiederherstellung Jerusalems und dem zukünftigen Friedensreich. Er beinhaltet die Kapitel 9 bis 14.

Während die Kapitel 1 bis 11 historische Ereignisse wiedergeben, bringen die Kapitel 12 bis 14 prophetische Aussagen.

Teil 1: Kapitel 1-8:

Aufruf zu Umkehr und Buße in der Erwartung des Messias:

Der Abschnitt enthält den Leitgedanken der ersten acht Kapitel: „Dies ist das Wort des HERRN an Serubbabel: Es wird nicht durch Macht und nicht durch Kraft geschehen, sondern durch meinen Geist, spricht der HERR der Heerscharen“.3

1. Teil: Aufruf zu Buße und Umkehr

In acht Visionen werden zunächst die Entscheidungen Gottes beschrieben.4

In der ersten Vision erscheint ein Reiter im Tal der Myrten oder einfach ein Mann auf einem roten Pferd:5 Mit ihm soll zum Ausdruck gebracht werden, dass Gott die Nationen richtet. Er führt Israel durch Tiefen, aber schließlich erbarmt er sich über Jerusalem oder Zion oder Israel. Durch die Fürbitte des Engels des Herrn, der gleichzeitig Hoherpriester ist und sich für Israel verwendet, wird das gute Ende des Volkes gesichert, das Ziel erreicht, das Gott vorgesehen hat.

Die zweite Vision ist das Bild der vier Hörner und der vier Schmiede oder der Werkleute.6 Gott zeigt, dass er die Nationen richtet, die sein Volk bedrängt haben: Babylon durch das Reich der Meder und Perser, Medo-Persien durch Griechenland, Griechenland durch Rom und Rom durch Jesus Christus. Doch Gott sammelt wieder seine Gemeinde und beschützt sie.

In der dritten Vision erscheint ein Mann mit einer Mess-Schnur.7 Sie weist auf die Wiederherstellung und das Wachstum Jerusalems hin und auf den Schutz Gottes, der in der Mitte der Stadt wohnt.

In der vierten Vision sieht der Prophet die Reinigung des Hohenpriesters Josua.8 Durch den Hergang der Reinigung des Hohenpriesters, als ein Sinnbild für die Reinigung des gesamten Priestertums in Judäa, wird die Voraussetzung für die Segnung Jerusalems geschaffen und für die Aufnahme des Hohenpriesters unter die Himmlischen.

In der fünften Vision zeigte der Engel dem Sacharja einen goldenen Leuchter und zwei Ölbäume.9 Gott beabsichtigt, das Volk Israel erstrahlen zu lassen. Das Volk soll leuchten im missionarischen Sinne durch Jesus Christus als Hoherpriester, der dem Volk den Heiligen Geist spendet, damit es durch ihn seinen Dienst ausrichten kann.

In der sechsten Vision schaut der Prophet eine fliegende Schriftrolle.10 Sie hat die Bedeutung, dass Gott jede Sünde im Volk richtet und verurteilt nach dem Verhalten des Einzelnen. Er richtet seine Gerechtigkeit auf und schafft sich ein heiliges Volk.

In der siebenten Vision kam ein Epha zum Vorschein, in dem eine Frau saß.11 Das Epha oder Scheffelmaß war ein Volumenmaß und hier ein Symbol für den Betrug und die Frau ein Bild für die Gottlosigkeit und den Götzendienst. Gott will dem Volk sagen, dass er Gottlosigkeit oder Götzendienst sowie den Betrug oder die Sünde aus seinem Volk und Land auslöschen wird. Sie wird in das Sinear (Babylon) gebracht und hat in Israel keinen Platz mehr.

In der achten und letzten Vision rollen vier Wagen mit Pferden zwischen ehernen Bergen hervor.12 Gottes Heils- oder Rettungsabsichten bestimmen sein Handeln, und er benutzt dazu die fremden Nationen Babylon, Persien, Griechenland und Rom, die seinen Willen erfüllen müssen.

In dem weiteren großen Abschnitt der Botschaft richtete Sacharja das Augenmerk auf den kommenden Messias und auf die dazu notwendigen Vorbereitungen des Volkes.

Zuerst verkündete der Prophet die Krönung des Josua zum König und gleichzeitig zum Hohenpriester,13 die gleichzeitig eine Verheißung auf den kommenden Messias ist.

In einer weiteren Aussage wird der Zustand des Volkes Israel zur Zeit Sacharjas geschildert und die Reaktionen Gottes auf das Verhalten des Volkes beantwortet.14

Die Fastenzeiten sah Gott nur als menschliche Einrichtungen zum Selbstgefallen an.15

Gott wünschte Mitgefühl und gegenseitiges Erbarmen und keine selbstgefälligen Opfer.16 Das Volk Israel sollte in der Liebe zum Nächsten wachsen, Gerechtigkeit üben17 und darauf achten, dass die Liebe im Herzen beginnt.18 Dann wird Gott nach Zion zurückkehren und wieder in Jerusalem wohnen.19 Er wird die Zerstreuten des Volkes Israel sammeln, und in Jerusalem wird Frieden und Lebensfreude sein als Zeichen des Gehorsams. Die Fastenzeiten werden dann nicht mehr Last, sondern Freudenzeiten werden.20

2. Teil: der kommende Messias und sein Friedensreich

In den Kapiteln 9 bis 14 sind die Vorhersagen der Ankunft des Messias, die Wiederherstellung Jerusalems sowie der Aufbau des Friedensreiches deutlich zu erkennen.

Zunächst wird das Gericht an den Nachbarvölkern beschrieben.21 Zur Wiederherstellung Israels gehört die Vernichtung der Feinde des Volkes. Das Gericht über Chadrak wird angekündigt, einer Stadt bei Damaskus, die hier ein Gebiet bezeichnet, zu dem Damaskus, Phönizien, Hamat und Philistäa gehören.

Dann folgt die Schilderung des Einzugs des Messias, der nicht als Herrscher die Stadt einnimmt, sondern als ein friedlicher und demütiger König.22

Das Zeichen des Friedenskönigs ist der Einzug als Reiter auf einem Esel. Er richtet sein Friedensreich auf, das sich über die ganze Welt erstreckt.

Die Völker, die sich noch in der Gefangenschaft befinden, werden erlöst, und das gesamte Israel wird wiederhergestellt als das neue Israel Gottes.23

Dazu müssen die falschen Hirten gerichtet werden.

Im neuen Israel wird der Stamm Juda eine Vormachtstellung einnehmen als ein Stamm, der den Messias hervorbrachte.

Dann folgt eine Beschreibung der bösen und guten Hirten, der bösen und guten Anführer des Volkes.24

Der Prophet weist anschließend auf die Zeit nach der Ankunft des Messias hin. Jerusalem wird zerstört werden,25 weil die Gottlosen den Messias verwarfen, auf die Seite des Antichristen wechselten und böse Hirten auftraten,26 aber den oder die guten Hirten verschmähten sie.27

Der böse Hirte wird aus den eigenen Reihen kommen und die Schafe verlassen, wenn sie in Not geraten.28

In den letzten drei Kapiteln (Sacharja 12-14) schreibt der Prophet über die letzten Kämpfe um die Stadt Jerusalem und über den Aufbau eines Friedensreiches:

Jesus Christus wird als Erlöser wiederkommen.

Die Gottlosen werden vernichtet und die Gott Getreuen errettet.29 Das neue Jerusalem wird zum pulsierenden Zentrum des Friedensreiches.

Das Thema: Jerusalem, die Taumelschale oder Giftschale

30 Was ist unter einer Taumelschale oder einem Taumelbecher oder einer Giftschale zu verstehen? Es handelt sich um ein Gefäß, das ein Rauschmittel enthält, welches die Sinne betäubt, den Verstand trübt und das Erkennen der Wirklichkeit beeinträchtigt, und so den Trinkenden erregt, der sich nicht mehr wie ein normaler Mensch bewegen kann.

[...]


1 Sacharja 1,3-4

2 Sacharja 7,11

3 Sacharja 4,6

4 Sacharja 1-6,8

5 Sacharja 1,7-17

6 Sacharja 2,1-4

7 Sacharja 2,4-17

8 Sacharja 3,1-10

9 Sacharja 4,1-14

10 Sacharja 5,1-4

11 Sacharja 5,5-11

12 Sacharja 6,1-8

13 Sacharja 6,9-15

14 Sacharja 7,1-8,23

15 Sacharja 7,1-7

16 Sacharja 7,8-14

17 Sacharja 7,9

18 Sacharja 7,10

19 Sacharja 8,1-17

20 Sacharja 8,18-23

21 Sacharja 9,1-8

22 Sacharja 9,9-17

23 Sacharja 10,1-12

24 Sacharja 11,1-17

25 Sacharja 11,1-3

26 Sacharja 11,1.6.

27 Sacharja 11,7-14

28 Sacharja 11,15-17

29 Sacharja 13,8-9

30 Sacharja 10,2-4

Details

Seiten
35
Jahr
2018
ISBN (eBook)
9783668862845
ISBN (Buch)
9783668862852
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v454954
Schlagworte
Sacharja Prophet Jerusalem Taumelschale Taumelbecher Tempelbau Messias

Autor

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Titel: Die Taumelschale Jerusalem. Gedanken zu Sacharja 10,2-4