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Einsatz der Nintendo Wii in der Arbeit mit demenzerkrankten Senioren

Konzept für Wohn- und Tageseinrichtungen

Hausarbeit 2015 22 Seiten

Pflegewissenschaften

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1.Motivation

2.Demenz
a.Demenz – ein allgemeiner Überblick
b.Demenz – Pathologie
c.Demenz – Therapieformen

3.Zielsetzung
a.Ziele und Umsetzung
b.Forschungsprojekte mit der Nintendo Wii

4.Teilnehmende Beobachtung

5.Perspektiven für die Soziale Arbeit

6.Literaturverzeichnis

7.Abbildungsverzeichnis

1.Motivation

Beginnend in den 90er Jahren lässt sich der Werdegang der bloßen Alterssenilität zum ernstzunehmenden Krankheitsbild Demenz beobachten. In Folge dessen stellte sich die Erkenntnis ein, dass es im Zuge der Erkrankung schnell zu einer sowohl extrinsisch als auch intrinsisch motivierten sozialen Isolation kommt. Demenzerkrankte Senioren sind innerhalb der Gesellschaft oftmals sich selbst überlassen und vereinsamen zusehends. Weiterhin zeigte sich, dass die Krankheit in ihrer Umwelt auf wenig Verständnis und Anerkennung trifft und es gerade im sozialen Bereich nur wenige spezifische Hilfsangebote für Erkrankte und deren Angehörigen gibt. Dieser Missstand ist ein Ansatzpunkt für die Soziale Arbeit.

Im Verlauf der letzten Jahre ist Demenz zu einem weltweit vermehrt auftretenden Krankheitsbild geworden, damit einher geht die Entwicklung neuer Arbeitsmethoden und Hilfsangebote. Altenheime verfügen inzwischen oft über eigene, jedoch separierte Stationen für demenziell Erkrankte. Es kommt zu Gründungen spezieller Demenz-Wohngruppen, die dem Prinzip des Betreuten Wohnens folgen. Pflegepersonal wird allmählich für den speziellen Umgang geschult. Obwohl die Demenzkrankheit inzwischen medizinische Anerkennung findet, mangelt es aber immer noch an Verständnis in der Öffentlichkeit. Ein Grund dieser Problematik zeigt sich im Umgang mit dem Erkrankten, die Unwissenheit wie man mit ihm umgehen und sich mit ihm beschäftigen kann. Gerade in Bezug auf Beschäftigungsangebote für Demenzerkrankte gibt es kaum spezifische Methoden. Hier kann sich die Soziale Arbeit als Vermittler zwischen dem Erkrankten und seiner sozialen Umwelt verorten.

Nur wenige Senioren setzen sich mit digitalen Medien wie Computern oder gar Spielekonsolen auseinander. Für die meisten ist der Umgang zu kompliziert, es herrschen offenbar zu viele Barrieren. Es hat sich jedoch gezeigt, dass gerade das Auseinandersetzen mit neuen Medien sich positiv auf die kognitiven Fähigkeiten und das Gedächtnis auswirkt. Inzwischen gibt es sogar Spielekonsolen die motorische Fähigkeiten fördern. Verschiedene medizinische wie wissenschaftliche Institute, vorwiegend im Ausland, haben ihren Fokus auf die Kompatibilität von Videospielen für Senioren gelegt und deren Auswirkungen auf ihr Lebensumfeld getestet. Es wird ebenfalls ein Augenmerk auf den Umgang demenziell Erkrankter mit digitalen Medien gelegt. Die Gruppe der demenziell Erkrankten war bis dato eher zufällig unter den Testsubjekten zu finden. Bei den aktuellen Versuchen wird speziell darauf geachtet ob durch die Nutzung eine evtl. Verbesserung des psychophysischen Zustandes auftritt. Verschiedene Beobachtungen zeigen, dass während des Spielens weniger Anzeichen einer Demenz auftreten. Außerdem kann regelmäßiges Spielen zur allgemeinen Verbesserung der Reaktionszeit führen. In amerikanischen Seniorenheimen werden aufgrund dessen seit Jahren Videospielkonsolen in der Pflege eingesetzt.

Unter sozialarbeiterischen und pädagogischen Aspekten betrachtet können digitale Medien das Methodenspektrum in der Arbeit mit demenzerkrankten Senioren erweitern. Eine solche Erweiterung findet bereits in unterschiedlichen Sparten statt. Es kann eine Verbindung zu Kindern und Jugendlichen darstellen oder aber behinderten Menschen neue Zugänge in ihre soziale Umwelt verschaffen. In der Arbeit mit demenzerkrankten Senioren ist neben der seelischen und körperlichen Betreuung vor allem die Beschäftigung und Förderung ein wichtiger Bestandteil der Fürsorge. Hier werden in der Regel Methoden angewendet die kognitive und motorische Fähigkeiten fördern, dies kann z.B. in Form von Gedächtnis- und Bewegungsspielen geschehen. Verschiedene Videospiele, vor allem solche mit Bewegungssteuerung, erfordern die Anwendung kognitiver und motorischer Fähigkeiten. In Zuge dessen könnten Videospiele in eine Betreuungsplanung mit einbezogen werden. Weiterhin können Videospiele diesem spezifischen Klientel neue Beschäftigungsmöglichkeiten aufzeigen und sogar den Gemeinschaftssinn durch Teamspiele fördern.

In diesem Projekt soll der Fokus hauptsächlich auf einer evtl. Verbesserung der Lebensqualität legen. Lebensqualität beinhaltet viele verschiedene Aspekte, im Fall demenziell Erkrankter sollte sie insbesondere das persönliche Wohlbefinden, ein Gefühl von Sicherheit und einen stabilen Gesundheitszustand umfassen. Der Alltag demenziell Erkrankter leidet oftmals unter der Ausgrenzung durch das soziale Umfeld, somit ist häufig nur die Option gegeben sich alleine zu beschäftigen. Hinzu kommt, dass Demenz entweder körperliche Unruhe hervorruft und somit einen hohen körperlichen Bewegungstrieb, oder aber körperliche Beschäftigung auf ein Minimum reduziert. All dies beeinträchtigt das Wohlbefinden des Klienten und somit seine Lebensqualität. Videospiele können eine Beschäftigungsoption darstellen. Sie bieten körperlich aktiven wie auch inaktiven Klienten die Möglichkeit der Betätigung und lassen sich auf die Wünsche und Bedürfnisse der Klienten anpassen.

2. Demenz

a. Demenz– ein allgemeiner Überblick

Die Alzheimer-Krankheit (benannt nach Alois Alzheimer) ist seit ca. 1900 bekannt. Wesentliche Erkenntnisse im Bereich der demenziellen Erkrankungen sind seit den 1970er Jahren bekannt, bzw. eine einheitliche Einteilung der Diagnostik existiert erst seit den 1990er Jahren. Seit 1980 ist der Begriff der Alzheimer-Demenz klinisch-wissenschaftlich akzeptiert. Demenz stammt von dem lateinischen Begriff „ demens “ (25 v.Chr.) ab und bedeutet: des Verstandes beraubt. 1797 prägt der Mediziner Dr. Pinel den Begriff der Demenz als eine chronisch verlaufende Erkrankung. Ab dem 19.Jahrhundert fällt unter diesen Begriff jede Form des psychischen Abbaus im Rahmen einer chronischen Hirnerkrankung.[1]

Nach Angaben von Alzheimer’s Disease International wurden 2008 24,3 Millionen Demenzfälle weltweit diagnostiziert, davon 30% in Europa.[2] Die Prävalenz in Deutschland betrug nach Angaben aus dem Jahr 2010 geschätzt zwischen 900 000 bis 1 200 000 Fälle im mittelschweren bis schweren Stadium. „Demenzerkrankungen gehören zu den wichtigsten psychischen Erkrankungen in Deutschland.“[3] Gerade in der Altersgruppe der über 60Jährigen ist Demenz eine der häufigsten Diagnosen innerhalb der Gruppe psychischer Veränderungen. Die Gefahr einer Erkrankung steigt linear mit zunehmendem Alter. Im Zuge steigender Lebenserwartung rechnet man dementsprechend mit einer deutlichen Zunahme an Demenzerkrankungen in den nächsten Jahren. Aktuell geht man von einer Inzidenz von 20 000 Erkrankungen pro Jahr aus.

b. Demenz – Pathologie

„Demenz (F00-F03) ist ein Syndrom als Folge einer meist chronischen oder fortschreitenden Krankheit des Gehirns mit Störung vieler höherer kortikaler Funktionen, einschließlich Gedächtnis, Denken, Orientierung, Auffassung, Rechnen, Lernfähigkeit, Sprache und Urteilsvermögen. Das Bewusstsein ist nicht getrübt. Die kognitiven Beeinträchtigungen werden gewöhnlich von Veränderungen der emotionalen Kontrolle, des Sozialverhaltens oder der Motivation begleitet, gelegentlich treten diese auch eher auf. Dieses Syndrom kommt bei Alzheimer-Krankheit, bei zerebrovaskulären Störungen und bei anderen Zustandsbildern vor, die primär oder sekundär das Gehirn betreffen.“[4]

Demenz ist also eine langfristig (min. 6 Monate) bestehende Störung verschiedener kognitiver Leistungen. Die Erkrankung führt zu einem Absinken des individuellen Leistungsniveaus und einer Beeinträchtigung des Alltags. Da verschiedene Einzelsymptome in der Demenz zusammenwirken, spricht man medizinisch vom Demenzsyndrom. Dieses unterteilt sich in primäre und sekundäre Demenzformen. Zu den primären Demenzformen zählt u.a. die Alzheimer Krankheit, generell sind hier die Ursachen im Gehirn zu suchen. Im Fall der sekundären Demenzform ist die Ursache in anderen Krankheitsbildern, wie z.B. der Parkinsonerkrankung zu suchen.

Eines der wesentlichen Symptome der Demenz sind die kognitiven Störungen, diese können in unterschiedlicher Form auftreten, sind jedoch bereits im Frühstadium der Krankheit erkennbar. Allerdings treten sie nicht gleichzeitig auf, sondern entwickeln sich je nach Demenzstadium zu unterschiedlichen Zeiten. Alle Demenzerkrankungen haben jedoch gemein, dass sich mit Fortschreiten alle kognitiven Symptome zunehmend verschlechtern. Zu den kognitiven Symptomen zählen:

- Störung des Gedächtnis
- Einschränkung von Urteilsvermögen und Fähigkeit der Problemlösung
- Orientierungsstörungen
- Aufmerksamkeitsstörungen
- Einschränkung der visokonstruktiven Fähigkeiten (Störung der gedanklichen Raumordnung)
- Einschränkung der praktischen Fähigkeiten
- Einschränkung der exekutiven Funktionen
- Aphasie (Sprachstörungen, von Wortfindungsstörungen bis hin zum Sprachverlust)
- Apraxie (Werkzeugstörung, Unfähigkeit, Handlungen und Bewegungsabläufe sinnvoll auszuführen)
- Agnosie (Störung des Wiedererkennens von Objekten, Subjekten oder Handlungsabläufen. Dazu zählt auch das Nichterkennen der eigenen Krankheit, die Anosognosie)

Die psychischen Symptome und Verhaltensänderungen werden von kognitiven abgegrenzt und unter dem Begriff BPSD zusammengefasst (Englisch: behavorial and psychological symptoms of dementia). Dieser Symptomkomplex ist von besonderer Bedeutung für Versorgung, Therapie und Pflege des Erkrankten. Wichtige Aspekte des BPSD sind vor allem die multifaktorielle Bedingtheit und der Umstand, dass BPSD die Auswirkung einer regionalen, z.B. im Gehirn verorteten Funktionsstörung sind. Einschneidende Erlebnisse können Symptome verstärken, auch negativ geprägte Krankenhausbesuche können hierzu beitragen.

Psychische Symptome haben gemein, dass sie nicht konstant sein müssen. Sie können über längere Phasen auftreten, an Intensität gewinnen, sich zurückbilden oder gar verändern. Psychische Symptome bei Demenzerkrankungen sind:

- Angst, Misstrauen, Furcht
- Depressivität
- Verkennungen und Halluzinationen
- Frustrationen

Diese Symptome können z.B. als Folge der organischen Veränderungen (organische Depression) oder der psychischen Verarbeitung der zunehmenden kognitiven Leistungseinbußen (reaktiv depressive Störung) auftreten. Zu den häufigsten Verhaltensänderungen zählen u.a. Umherlaufen, Störungen des Schlaf-Wach-Rhythmus, Rufen und Schreien, Aggressivität, sowie das zwanghafte Sammeln und Verstecken.

Im zumeist fortgeschrittenen Stadium der Demenz treten zusätzlich körperliche Symptome auf, die vereinzelt auch in Frühstadien beginnen können. Eine große Problematik sind hier neurologische Störungsbilder. Hier kann der Fokus, im Gegensatz zum Schlaganfall, nur auf ein verlangsamtes Fortschreiten der Krankheit und auf eine Stabilisierung gelegt werden. Weitere Symptome sind u.a. Gehstörungen, die häufig zu Stürzen führen und ein vermindertes Hunger-/Durstgefühl.

Oftmals wird der Beginn einer Demenz mit normalem Altern verwechselt. Dabei gibt es unverwechselbare Warnzeichen für eine beginnende demenzielle Erkrankung. Zu nennen ist hier zum einen der soziale und emotionale Rückzug, der bereits im Anfangsstadium der Demenz auftritt, sowie Probleme in der Alltagsführung. Außerdem tritt eine verminderte Merkfähigkeit und Orientierungslosigkeit auf, selbst an vertrauten Orten.

Die Demenzerkrankung ist in den letzten Jahren zu einem weltweit vermehrt auftretenden Krankheitsbild geworden. Im Zuge des demographischen Wandels wird der Umgang mit dieser Alterserkrankung zukünftig immer prägnanter werden.

c. Demenz - Therapieformen

Zum aktuellen Zeitpunkt ist die Heilung der primären Demenzerkrankungen nicht möglich, ergo richten sich therapeutische Bemühungen auf eine Stabilisierung oder Verlangsamung des Krankheitsverlaufs. Außerdem ist eine Verminderung der Begleitsymptome, die Entlastung und Unterstützung der Angehörigen und Pflegenden, sowie die Sicherung des Hilfssystems von Bedeutung. Das subjektive Wohlbefinden des Patienten und die Abwehr von Fremd- oder Eigengefährdung sind ebenfalls wichtige Therapieziele. Zu beachten ist jedoch, dass viele Behandlungskonzepte dem Alltag entwachsen und es somit keine wissenschaftlichen Studien über deren Wirksamkeit gibt. Viele Konzepte fungieren erfahrungsorientiert.

Bei der Ausrichtung des Gesamtbehandlungskonzeptes sollte eine multiprofessionelle Orientierung gegeben sein, die sowohl an die individuelle Situation des Betroffenen, als auch an den Krankheitsverlauf angepasst werden muss. Eine Grundvoraussetzung ist die allgemeinmedizinische Basisbehandlung um körperliche Begleitsymptome zu erkennen und zu behandeln. Im weiteren Verlauf unterscheiden sich die vorrangigen Maßnahmen nach dem Krankheitsstadium. Zu Beginn der Erkrankung stehen progressionsverhindernde Maßnahmen und Beratungsangebote für Angehörige im Vordergrund. Ein wirksames Hilfssystem muss unter Berücksichtigung finanzieller, juristischer und pflegerischer Rahmenbedingungen entwickelt werden. Im folgenden Verlauf kommen medikamentöse Therapieformen der Begleitsymptome zum Tragen, während im letzten Krankheitsstadium somatisch-pflegerische Maßnahmen im Vordergrund stehen. Hier treten oftmals ethischen Fragstellungen bezüglich lebensverlängernden und freiheitsentziehenden Maßnahmen in den Vordergrund. Ein wichtiger Punkt, der sich durch alle Stadien zieht und ein Ansatzpunkt für die Soziale Arbeit ist, ist die durchgängige Begleitung der Angehörigen.

Im psychotherapeutischen Bereich kann bis ins mittlere Krankheitsstadium mit dem Patienten individuell gearbeitet werden. Wichtige Themen sind hier z.B. der erlebte Kompetenzverlust, Umgang mit Stress und Stimmungsschwankungen, sowie die Erarbeitung externer Gedächtnisstützen und Hilfsmittel. Die Therapie hat zum Ziel Verhaltensveränderungen und psychische Begleitsymptome zu reduzieren und so dem Patient bei der Bewältigung seiner Krankheit zu unterstützen. Dabei obliegt es dem Therapeuten durch Wiederholungen der Sitzungen Kontinuität zu gewährleisten. Die Psychotherapie kann das Wohlbefinden des Patienten und seiner Familie fördern. Oftmals finden psychotherapeutische Sitzungen im Rahmen einer Familientherapie statt.

Ein wesentlicher Bestandteil diverser Konzepte und Verfahren ist die Erinnerungs- oder Biografiearbeit. Sie dient der emotionalen Entlastung und ist als Mittel zum besseren Verstehen, zur Kommunikation, zur Stärkung der Identität und zur geistigen Aktivierung des Patienten zu sehen. Es ist jedoch zu beachten, dass es innerhalb der Biografiearbeit u.a. zu einer Retraumatisierung kommen kann, dementsprechend sollte immer nur mit den Inhalten gearbeitet werden, die der Patient intrinsisch thematisiert. So kann besser auf verschiedene Verhaltensveränderungen eingegangen werden, einige können sich sogar aus der Biografiearbeit heraus erklären.

Innerhalb der Milieutherapie ist man versucht die materielle und soziale Umwelt an die veränderte Wahrnehmung, Empfindung und Kompetenz des Demenzerkrankten anzupassen. Es wird versucht den ursprünglichen häuslichen Alltag des Patienten möglichst genau nachzustellen um den Erhalt von Alltagsfähigkeiten und Kompetenzen zu fördern. Dies dient auch der Symptomlinderung psychischer Störungen und Minderung von Verhaltensänderungen. Aufgrund der Schwierigkeit der Umsetzung innerhalb einer Einrichtung ist dieses Verfahren jedoch sehr störungsanfällig, so kann bereits die Krankheit einer Pflegekraft das bestehende Konzept kippen. Die Milieutherapie kann jedoch Normalität und Sicherheit bieten, während die klassische Institution des Krankenhauses oder Altenheimes oftmals Unselbstständigkeit und sozialen Rückzug fördern.

Im Zuge der verschreibungspflichtigen Ergotherapie kann der Patient auf verschiedene Art und Weise aktiviert werden. Sie soll eine größtmögliche Handlungsfähigkeit im Alltag gewährleisten, sowie Lebensqualität fördern und eine gesellschaftliche Partizipation ermöglichen. Ziele sind hier u.a.:

- Förderung der motorisch-funktionellen Fähigkeiten und Erhaltung der Grundmobilität, sowie Geschicklichkeit
- Aktivierung und Förderung kognitiver Fähigkeiten
- Selbsthilfetraining zur Erhaltung größtmöglicher Selbstständigkeit
- Erhaltung der Kontaktfähigkeit, Kommunikation und Orientierung
- Psychische Stabilisierung

Hier können auch kreativtherapeutische Verfahren zum Einsatz kommen. Da sich oftmals die sprachliche Ausdrucksfähigkeit der Demenzerkrankten im Zuge der Krankheit verschlechtert, können diese Techniken zunehmend an Bedeutung gewinnen.

Zur medikamentösen Therapie gegen Demenz werden Antidementiva als Basistherapie eingesetzt. Sie gelten progredienzverzögernd und haben ebenfalls eine positive Wirkung auf nichtkognitive Begleitsymptome. Allerdings wirken Antidementiva nicht bei allen Erkrankten und die reale Verschreibungssituation beträgt 10-20% aller Erkrankten. Oftmals werden zur Beruhigung in Altenheimen Psychopharmaka eingesetzt.

[...]


[1] Löbach, Rita und Kastner, Ulrich: Handbuch Demenz, München: Urban & Fischer 2010, S.1

[2] Vgl. Berkman, Barbara und Kaplan, Daniel: Dementia care: A global concern and social work challenge, Durham University: International Social Work 2011, S.362

[3] Löbach und Kastner: Handbuch Demenz, S.3

[4] Deutsches Institut für medizinische Dokumentation und Information: ICD10: http://www.dimdi.de/static/de/klassi/diagnosen/icd10/htmlgm2012/block-f00-f09.htm

Details

Seiten
22
Jahr
2015
ISBN (eBook)
9783668850705
ISBN (Buch)
9783668850712
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v452242
Institution / Hochschule
Universität Siegen
Note
1,3
Schlagworte
einsatz nintendo arbeit senioren konzept wohn- tageseinrichtungen

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