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Gaming Culture. Computerspiele als Kulturgut?

Hausarbeit (Hauptseminar) 2013 11 Seiten

Kulturwissenschaften - Sonstiges

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung – Vorstellung des Themas

2. Was ist Kultur?

3. Was ist Kulturgut?

4. Der Deutsche Kulturrat und seine Verbände

5. Vertreter der Computerspielbranche

6. Das ‚junge‘ Medium Computerspiele

7. Duldung auf niedrigem Niveau – Videospiele in der heutigen Gesellschaft

8. Das Fazit

9. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

In dieser Hausarbeit werde ich mich mit dem neueren Kulturgut ‚Computerspiele‘ beschäftigen und mich dabei mit der großen Streitfrage auseinandersetzen, ob Computerspiele zum Kulturgut zählen oder nicht. Eine Streitfrage, die anfangs wenige Kompromissmöglichkeiten bot.

Es ist offenbar ein Thema, zu dem jeder eine feste Meinung hat und das ständig zu Provokationen führt. Die Diskussionen führten sogar dazu, dass Politiker aktiv wurden und sich für den Verbot der sogenannten ‚Killer-Spiele‘ einsetzten, aus der die Debatte um die ‚Killer-Spiele‘ entsprang. Jedoch stellt sich die Frage, ob man mit dem Verbot gewisser Spiele die Jugendlichen schützen oder eher weiter dazu anregen würde, denn: „wer spielen will, findet immer einen Weg.“[1]

Doch abgesehen von den negativen Aspekten, die Computerspielen nachgesagt werden, haben diese auch viele positive Eigenschaften wie die Tatsache, dass sie Menschen verbinden und einen lernenden Effekt ausüben, indem die Spieler bspw. durch taktisches Spielen und Zusammenhalten die Gegner überlisten müssen. Diese sind nur einige der vielen Aspekte, die für Computerspiele sprechen. Dennoch war bzw. ist es ein lang umstrittenes Thema.

Mit der Erfindung des Computers wurde der erste Grundstein für die Entwicklung der Videospiele gelegt. Heutzutage gehören Videospiele zur Alltagskultur von vielen dazu und sind fast gar nicht mehr wegzudenken. Daher ist es mittlerweile berechtigt zu fragen, ob man Videospiele zum Kulturgut zählen kann oder ob es dies schon bereits geworden ist?

2. Was ist Kultur?

Der Begriff Kultur hat seinen Ursprung aus dem „lateinischen ‚colere‘ (pflegen, urbar machen) bzw. ‚cultura‘ und ‚cultus‘ (Landbau, Anbau, Bebauung […])“ , und hebt hervor, dass Kultur im weitesten Sinne eine vom Menschen „selbst geschaffene Welt der geistigen Güter, materiellen Kunstprodukte und sozialen Einrichtungen“ ist.[2] Die Natur dagegen nicht.

„Der Begriff der Kultur ist […] vielfältig. Hunderte von Definitionen lassen sich in der Forschungsliteratur nachweisen, doch ist dies nicht unbedingt ein Zeichen totaler Uneinigkeit, sondern vielmehr Ausdruck der vielfältigen Aspekte und Faktoren dessen, was Kultur ausmacht […].“[3]

Jede Nation, Gesellschaft, Organisation bzw. Gruppe hat ihre eigene Kultur, die sich durch ihre Besonderheiten von anderen unterscheidet. Durch die unterschiedlichen Orientierungen, die jede Kultur aufweist, wird die Identität bzw. die Persönlichkeit des Einzelnen geformt und beeinflusst.

Alexander Thomas, Professor für Psychologie, definiert Kultur als ein „sehr spezifisches Orientierungssystem“, was „aus spezifischen Symbolen gebildet und in der jeweiligen Gesellschaft […] tradiert“ wird.[4] Denn „es beeinflusst das Wahrnehmen, Denken, Werten und Handeln aller Mitglieder und definiert somit deren Zugehörigkeit zur Gesellschaft […].“[5]

Man kann zwischen sichtbaren (wie Literatur, Theater, Musik, Essen, Kleidung, Sprache und Kommunikationsformen) und unsichtbaren Merkmalen (wie Werte, Normen, Auffassungen sowie Verpflichtungen) unterscheiden. Jedes Merkmal ist in den Kulturen unterschiedlich definiert, weshalb es beim Zusammentreffen von verschiedenen Kulturen zu Missverständnissen kommen kann, da das Verhalten bzw. die Merkmale anhand der eigenen Erfahrung und Vorstellung interpretiert wird. Man muss erst lernen, den sogenannten ‚kulturellen Code‘ der anderen Gesellschaft zu verstehen und zu deuten, ehe man bspw. eine Konversation ohne Missverständnisse führt. Diese Ansicht vertritt der Kulturanthropologe Clifford Geertz, die er in seinen Werken genauer beschrieben hat.

3. Was ist Kulturgut?

Wenn man den Begriff ‚Kulturgut‘ im Duden nachschlägt, erhält man folgende Definition: „etwas, was als kultureller Wert Bestand hat und bewahrt wird“.[6]

Daher bezeichnet man die Gesamtheit der Güter auch als 'kulturelles Erbe', da diese der Nachwelt erhalten bleiben. Dabei kann es sich um ein schönes Gebäude (wie einem Denkmal) als auch um die Bestände von Bibliotheken und Archiven handeln, die als schützenswert angesehen sind. Von Geschichte über Archäologie bis hin zu Kunst sind fast aus jedem Bereich Güter vertreten und es sind so gut wie keine Grenzen gesetzt. Kulturgut kann auch als Ausdruck der damaligen kulturellen Zeit angesehen werden und "ist das Produkt der Bildungsgeschichte menschlicher Sinnlichkeit".[7]

"Kulturgüter [...] werden als Kulturbesitz zu einem Wert für sich [...] , der nicht aus der durchschnittlich aufgewandten Arbeitszeit, sondern aus der besonderen Einzigartigkeit und Privatheit des Kulturguts resultiert."[8]

4. Der Deutsche Kulturrat und seine Verbände

Als Spitzenverband der Bundeskulturverbände dient der Deutsche Kulturrat bei "kulturpolitischen Angelegenheiten" als Ansprechpartner für Bund, Länder und die Europäische Union.[9]

1981 wurde der Rat, mit seinem Sitz in Berlin, als "politisch unabhängige Arbeitsgemeinschaft skultur- und medienpolitischer Organisationen und Institutionen von bundesweiter Bedeutung gegründet."[10]

Im Jahre 1995 folgte eine Umstrukturierung und aus der Arbeitsgemeinschaft wurde ein "gemeinnützige[r] Verein".[11] Das " 'Dachverband der Dachverbände' " setzt sich heute aus mittlerweile "236 Bundeskulturverbänden und Organisationen" zusammen, die in acht fachlichen Sektionen (Deutscher Musikrat, Rat für darstellende Kunst und Tanz, Deutsche Literaturkonferenz, Deutscher Kunstrat, Rat für Baukultur, Sektion Design, Sektion Film und audiovisuelle Medien, Rat für Soziokultur und kulturelle Bildung) unterteilt sind.[12]

[...]


[1] J. Schmieder: Waffen, de keiner kontrollieren kann, 17.05.2010. In: sueddeutsche.de, URL: http://www.sueddeutsche.de/digital/verbot-von-computerspielen-waffen-die-keiner-kontrollieren-kann-1.398919 (26.8.13)

[2] Ansgar Nünning: Vielfalt der Kulturbegriffe, 23.07.2009. In: bpb.de, URL:http://www.bpb.de/gesellschaft/kultur/kulturelle-bildung/59917/kulturbegriffe?p=all (26.8.13)

[3] -, Kulturwissenschaften und Europa oder die Realität der Virtualität – Kulturbegriffe, 1998. In: inst.at, URL:http://www.inst.at/ausstellung/kultbeg.htm (26.8.13)

[4] S. Franken: Kulturbegriff und kulturelle Unterschiede, 06.04.2006. In: wi.fh-koeln.de, URL:http://www.wi.fh-koeln.de/homepages/s-franken/docs/Interkulturelles%20Management/02IM-Kulturbegriff.pdf (26.8.13)

[5] Vgl. ebd.

[6] Quellenangabe: Auszug aus Munzinger Online/Duden - Deutsches Universalwörterbuch; 7., überarbeitete und erweiterte Auflage, Bibliographisches Institut GmbH, Mannheim, 2011. (abgerufen von Universitäts- und Stadtbibliothek Köln am 26.8.2013)

[7] W. Pfreundschuh: Kulturgut, k.A. In: Kulturkritik.net, URL:http://kulturkritik.net/begriffe/begr_txt.php?lex=kulturgut (26.8.13)

[8] Vgl. ebd.

[9] k.A.: Was ist der Deutsche Kulturrat e.V.?, 23.08.2013. In: kulturrat.de, URL:http://www.kulturrat.de/detail.php?detail=170&rubrik=1 (26.8.13)

[10] Vgl. ebd.

[11] Vgl. ebd.

[12] Vgl. ebd.

Details

Seiten
11
Jahr
2013
ISBN (eBook)
9783668848443
ISBN (Buch)
9783668848450
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v451881
Institution / Hochschule
Universität zu Köln – Institut für Theater-, Film- und Fernsehwissenschaften
Note
2,3
Schlagworte
Videospiele Kultur Computerspiel Kulturgut Medien Medienkultur Gesellschaft

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