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Shakespeare's "Macbeth" als Film von Justin Kurzel im Englischunterricht (10. Klasse, Gymnasium)

Unterrichtsentwurf 2018 49 Seiten

Englisch - Literatur, Werke

Leseprobe

Inhaltsvereichnis:

1 Bedingungsanalyse

2 Sachanalyse

3 Stundenziele

4 Didaktische Überlegungen
4.1 Legitimation
4.2 Akzentuierung
4.3 Struktur

5 Methodische Überlegungen

6 Verlaufsskizze

7 Arbeitsmaterialien
7.1 Synopsis
7.2 Character Overview
7.3 Worksheet 8
7.4 Szenen zur Bearbeitung
7.5 Arbeitsauftrag zur Gruppenarbeit
7.6 Bilder der zentralen Charaktere

8 Reflexion

9 Gesamtreflexion

10 Literaturverzeichnis

1 Bedingungsanalyse:

1. Schule:

Die Schule ist eine Privatschule mit gymnasialer Oberstufe in Rostock Die Jahrgänge sind üblicherweise zwei- bis dreizügig. Das Schulklima ist geprägt durch ein offenes und freundliches Miteinander.

2. Klassengemeinschaft:

Die zehnten Klassen der Ecolea haben eine Klassenstärke von 17 - 18 Schülern und sind damit im Vergleich zu einer durchschnittlichen Klassenstärke von 26 - 30 Schülern an Regelschulen auffallend klein. Dies ist der Lernatmosphäre sehr zuträglich. Der Anteil japanischer Schülerinnen und Schüler der Klasse 10 von Frau Vaughn liegt bei vier bis fünf Schülern. Es sind mehr Jungen als Mädchen in der Klasse, der Anteil liegt etwa bei 1/3 zu 2/3. Die Klassengemeinschaft wirkt stabil und harmonisch, das Sozialverhalten untereinander und der Lehrkraft gegenüber ist sehr gut. Arbeitsaufträge erfüllen die Schülerinnen und Schüler zielorientiert und in angemessener Art und Weise.

Da es insgesamt drei Klassen der Jahrgangsstufe zehn gibt, wir aber nur zwei Lehrpersonen sind, wird die übrige dritte Klasse hälftig den anderen beiden Klassen zugeteilt. Insgesamt umfasst die Klassengröße dann etwa 25 Schülerinnen und Schüler.

3. Räumliche Ausstattung/ Medien:

Der Raum ist durch eine große Fensterfront hell und lichtdurchflutet. Angrenzend zum Klassenraum befindet sich ein nach meiner Einschätzung weiterer kleiner Arbeitsraum mit Staumöglichkeiten. Dieser ist durch Glaswände und -türen abgetrennt. Die Schülerinnen und Schüler haben rollbare, dreieckige Einzeltische, welche zu größeren Tischgruppen zusammengestellt und nach Bedarf individuell verschiebbar sind. Aktuell sind die Tische so angeordnet, dass alle Schüler nach vorn gewandt, mit Blickrichtung zur Tafel sitzen. Zweisprachige Wörterbücher sind stets verfügbar, die japanischen Schülerinnen und Schüler nutzen vorwiegend Übersetzungscomputer. Zur Darstellung von Präsentationen, digitalen Arbeitsaufträgen und Filmen, ist ein Beamer installiert. Eine Tafel ist ebenfalls vorhanden.

4. Vertrautheit mit Arbeits- und Sozialformen:

Auf Basis meiner Hospitationserfahrungen sind die Schülerinnen und Schüler mit allen gängigen Arbeitsweisen vertraut. Insbesondere die Gruppenarbeit scheint sehr gut zu funktionieren. Es gab keine Konflikte und alle Mitglieder wurden gleichermaßen beteiligt. Der soziale Umgang während der Gruppenarbeitsphase war stets respektvoll, alle Schüler kamen zu Wort. Feedback zu erarbeiteten Ergebnissen erteilten sie ihren Mitschülern wertschätzend, aber dennoch kritisch. Dies wurde von den Schülern stets gut aufgenommen.

5. Fremdsprachliches Können und fachspezifischer Kenntnisstand laut Rahmenplan:

Die Schüler und Schülerinnen verfügen insgesamt über eine gute Fremdsprachenkenntnis. Sie sind in der Lage ihre Ansichten und Interessen flüssig und ohne Unterbrechungen vorzutragen und verfügen über ein gutes Vokabular. Einige leistungsstärkere Schüler fallen dabei durch eine sehr gute Aussprache und einen erweiterten Wortschatz heraus. Ein paar wenige Schüler sind dagegen in Teilbereichen etwas schwächer, verfügen beispielsweise über ein geringeres Vokabular und gestalten ihre Redeanteile vergleichsweise klein.

Das Hör-/ und Hör-Seh-Verstehen (B1), die mündliche Interaktion (A2 -B1), die Sprachproduktion sowie der Wortschatz entspricht den Anforderungen der KMK- Bildungsstandards (vgl. KMK, 2012, Operatoren für das Fach Englisch) und auch den Niveaustufen des Gemeinsamen europäischen Referenzrahmens (GER) (vgl. Haß, 2006, S.50ff.) voll. Auffällig war jedoch, dass die Schüler trotz guter fremdsprachlicher Kenntnis im direkten Lehrergespräch oftmals auf Deutsch fragten und/ oder antworteten.

6. Entwicklungspsychologische Voraussetzungen:

Die Schülerinnen und Schüler der zehnten Klasse sind in etwa 15 bis 16 Jahre alt und somit in der frühen Phase der Adoleszenz (vgl. Kasten, 1999, S.15). Sie sind in einer aufregenden Phase ihres Lebens und damit beschäftigt, sich vom Jugendlichen zum jungen, selbstständigen Erwachsenen zu entwickeln. Dieser Lebensabschnitt ist nach Erikson geprägt durch verschiedenste Krisen, die es zu lösen gilt. Vor allem die Frage nach der eigenen Identität ist häufig ein zentraler Aspekt dieser Krisen. Sie sind auf der Suche nach ihrem Platz in der (Klassen-) Gemeinschaft. Die Frage nach dem Wer bin ich? beschäftigt die Schülerinnen und Schüler daher regelmäßig (vgl. Schick, 2012, S.32 ff.). „Im Falle der positiven Lösung [dieser Krise] resultiert daraus eine handlungskompetente Persönlichkeit“ (vgl. ebd., S. 34). Darüber hinaus ist die Adoleszenz geprägt durch einen Wettstreit von gleichaltrigen versus altersgemischten Gruppen. Die Jugendlichen möchten sich zunehmend von den Erwachsenen abgrenzen, benötigen diese aber gleichzeitig ebenso als eine Art Vorbild, zu dem sie aufsehen und an dem sie sich orientieren können. Schülerinnen und Schüler sind nach Piagets Modell der kognitiven Entwicklung in der formal- operationalen Phase und nach und nach dazu fähig, nicht nur die Frage nach dem Was ist?, sondern auch nach dem Was k ö nnte sein? zu beantworten. Dies macht neue Themenfelder wie beispielsweise Politik, Ethik oder Science-Fiction (-Literatur) für sie zugänglich und interessant und lässt „... Begriffe wie Wahrheit und Moral nicht absolut ... sondern relativ...“ (Pinquart et al., 2011, S.92) erscheinen.

2 Sachanalyse:

Zentraler Unterrichtsgegenstand des Projekttages ist der Film „Macbeth“ von Justin Kurzel, der die Tragödie von William Shakespeare in neuer und moderner Spielfilmfassung zeigt.

Zu Beginn der Unterrichtseinheit wird den Schülern eine inhaltliche Zusammenfassung (AB Synopsis) der Handlung gereicht, die die wichtigsten Aspekte des zuvor noch nicht behandelten Dramas beinhaltet. Das Stück handelt vom Aufstieg und späteren Untergang des gleichnamigen Protagonisten Macbeth, der zu Beginn des Stücks das schottische Heer anführt und das norwegische Königshaus besiegt. Nach seiner Rückkehr werden er und sein Kamerad Banquo von drei geheimnisvollen Hexen (‘three weird witches‘) aufgesucht und ihnen verkündet, dass Macbeth zunächst „Thane of Cawdor“ und später König von Schottland wird, Banquo soll derweil für den Fortbestand der Königsdynastie sorgen. Kurz darauf wird Macbeth Thane of Cawdor, doch das genügt ihm nicht. Als der schottische König Duncan in seinem Schloss übernachtet, tötet Macbeth den König, um so die Thronfolge zu erlangen. Seine Frau Lady Macbeth sorgt dafür, dass sie königlichen Wachen des Mordes verdächtigt werden. Duncans Söhne Malcom und Donaldbain fliehen. Kurz nach dem Mord wird Macbeth zum König gekrönt. Ihn beschleicht die Angst, dass in nächster Generation Banquos statt seiner Nachkommen Könige werden und beschließt aus Angst vorsorglich Banquo und dessen Sohn Fleance ermorden zu lassen. Wenig später wird Banquo ermordet, sein Sohn aber konnte entkommen. Als Macbeth bei Versammlung davon erfährt, sieht er Banquos Geist vor sich und spricht mit ihm. Die anwesenden Gäste verdächtigen ihn daraufhin den Mord am König begangen zu haben.

Danach begegnen Macbeth erneut die drei Hexen und prophezeien ihm, er solle sich nur vor Macduff fürchten, er muss keine Angst vor jemandem haben, der auf natürliche Weise von einer Frau geboren wurde und dass er nun besiegt wird, wenn der Wald von Birnam nach Dunsinane kommt. Macduff ist inzwischen nach England geflohen. Macbeth lässt seine Frau und seinen Sohn töten. Macduff schwört Rache und verbündet sich mit Malcolm, einer von Duncans Söhnen. Mit der Hilfe des englischen Königs stellen sie eine Armee zusammen, mit der sie Macbeth vernichten wollen.

Macbeths Frau leidet unterdessen unter ihrer Mitschuld am Mord des Königs Duncan und den beauftragten Morden ihres Mannes. Sie halluziniert und schlafwandelt. Kurze Zeit später nimmt sie sich das Leben.

Malcolms Truppen sind indes bis Birnam vorgedrungen. Sie tarnen sich mit Ästen und Zweigen aus dem Wald und nähern sich Macbeths Schloss in Dunsinane. Am Schloss angekommen besiegt Malcolms und Macduffs Armee die Truppen von Macbeth. Es kommt zum Kampf zwischen Macduff und Macbeth. Während des Kampfes erfährt Macbeth, dass Macduff nicht auf natürliche Weise von einer Frau geboren wurde, sondern als Kaiserschnitt zur Welt kam. Macbeth erkennt die Doppeldeutigkeit der Prophezeiung, kämpft jedoch weiter und wird schließlich durch Macduff getötet. Malcolm, Sohn des toten König Duncan, wird König.

In Kleingruppen untersuchen die Schülerinnen und Schüler vor und während des Films eine ihnen zuvor zugeteilte Rolle. Die entsprechenden Arbeitsanweisungen erhalten sie hierzu schriftlich (Worksheet). Vorab erklären die Lernenden, wie sie sich ihren Charakter vorstellen, während des Films achten sie auf die tatsächliche Darstellung ihrer Person. Abschließend überprüfen sie ihre Ergebnisse auf Gemeinsamkeiten und Unterschiede.

Zu bearbeitende Szenen:

Die ausgewählten Szenen waren ursprünglich für eine einzelne Klasse von 17 Schülern ausgelegt. Als Neuerung schließen sich nun weitere acht bis neun Schüler einer anderen Klasse der Gruppe an. Selbstverständlich hätten dafür auch noch entsprechend mehr Szenen zur Verfügung gestellt werden können, doch aufgrund der wenigen zur Verfügung stehenden Zeit zur Vorstellung und Auswertung ihrer Arbeit, entschied ich mich es bei den bereits ausgewählten sechs Szenen zu belassen und die entsprechenden Szenengruppen dafür etwas größer zu gestalten. Dadurch ist gewährleistet, dass alle Gruppen ihre Ergebnisse im Zeitrahmen präsentieren können und entsprechend honoriert werden. Auf diese Weise werden nicht alle Schüler die Möglichkeit haben, die Ergebnisse dem Plenum zu präsentieren, erfahrungsgemäß wollen das jedoch auch nicht immer alle. Die Schülerinnen und Schüler, die nicht präsentieren, bringen ihre Arbeit auf andere W eise in die Gruppe ein und helfen beispielsweise bei der Charakterisierung der Rollen oder der Inhaltswiedergabe des Textes.

Akt 1, Szene 3, 35 - 87: Die drei Hexen treffen auf einem Feld auf Macbeth und Banquo. Sie prophezeien, dass Macbeth „Thane of Glamis“, „Thane of Cawdor“, „king hereafter“ und Banquo Königsnachkommen zeugen wird. Beide sind beeindruckt und befragen die Hexen nach ihrer weiteren Zukunft, doch die Hexen verschwinden wieder.

Rollen: Macbeth, Banquo, drei Hexen = 5

Akt 2, Szene 1, 1 - 64: Banquo und sein Sohn Fleance sind zu Gast auf Macbeths Schloss. Banquo ahnt, dass etwas vor sich geht. Er und sein Sohn treffen Macbeth nachts im Hof an und sprechen über die bereits eingetretene Prophezeiung der Hexen. Macbeth gibt vor, nicht mehr daran gedacht zu haben.

Rollen: Banquo, Macbeth, Fleance ( sollte erweitert werden) = 3

Akt 2, Szene 2, 1 - 46: Macbeth hat König Duncan soeben im Schlaf getötet und trifft mit den blutigen Dolchen in seinen Händen auf seine Frau, der er davon erzählt. Macbeth scheint verwirrt und sagt, er könne nie wieder schlafen, weil er einen Schlafenden getötet habe.

Rollen: Macbeth, Lady Macbeth = 2

Akt 4, Szene 2, 1 - 61: Der Edelmann Ross unterhält sich mit Lady Macduff über die Flucht ihres Mannes. Ross verteidigt Macduff zunächst, verschwindet dann aber. Lady Macduff erklärt daraufhin ihrem Sohn, dass sein Vater ein Verräter sein Landes und seiner Familie sei.

Rollen: Lady Macduff, Ross, Son of Macduff = 3

Akt 5, Szene 1, 1 - 53: Lady Macbeth schlafwandelt in der Nacht und erzählt dabei über den Mord an Duncan. Dabei wird sie von ihrer Kammerdienerin und einem Arzt begutachtet.

Rolle: Lady Macbeth, Doctor, Gentlewoman = 3

Akt 5, Szene 8, 1 - 35: Macduff erreicht das Schloss von Macbeth. Sie kämpfen gegeneinander. Während des Kampfes erfährt Macbeth, dass Macduff nicht auf natürliche Weise von einer Frau geboren wurde (Prophezeiung der Hexen). Macduff tötet Macbeth.

Rollen: Macduff, Macbeth = 2

Kurzcharakterisierung der Hauptfiguren:

Bei der Charakterisierung der haupthandelnden Personen verhält es sich ähnlich wie mit der Szenenauswahl. Auch an dieser Stelle gibt es der zeitliche Rahmen nicht her, auf jede auftretende Rolle einzugehen. Es wäre ebenso wenig umsetzbar wie zielführend, auf unbedeutende Randcharaktere einzugehen, die für den Verlauf der Handlung nicht (weiter) von Bedeutung sind. Daher habe ich mich an der Liste der „Leading Characters in the Play“ (vgl. Gill, 2004, S.viii) und gehe im Verlauf der Unterrichtseinheit auf folgende Charaktere ein:

Macbeth: Der Charakter Macbeth vollzieht einen Wandel im Laufe der Handlung. Zu Beginn des Stücks ist er ein angesehener und tapferer Kommandeur der Armee von König Duncan, der mehrere bedeutende Schlachten für sich entscheiden konnte. Durch die Prophezeiungen der Hexen und vom Ehrgeiz getrieben, begeht er den Mord an König Duncan und wird zunehmend skrupelloser und brutaler, indem er schließlich auch noch den Mord an seinem Kameraden Banquo und dessen Sohn sowie an Lady Macduff und ihrem Sohn in Auftrag gibt. Er verstrickt sich immer mehr und leidet scheinbar an den Folgen seiner Taten, indem er fast schon paranoid wirkt und in ständiger Angst lebt. Zum Ende des Stücks ist er nahezu isoliert, auch bedingt durch den Selbstmord seiner Frau, und ohne Lebensmut.

Lady Macbeth: Die Frau von Macbeth ist noch mehr von Ehrgeiz getrieben als ihr Mann und hat weniger moralische Skrupel hinsichtlich ihrer Taten. Sie überredet Macbeth den König zu töten und weist all seine Skrupel und Bedenken zurück. Nach dem Mord am König tritt sie mehr und mehr in den Hintergrund des Geschehens. Sie verzweifelt immer mehr an ihrer Mitwisserschaft über die Tat, wandelt Schlaf und nimmt schließlich das Leben.

Banquo: Er ist mit Macbeth befreundet und ein mutiger Kommandeur bei der Armee des Königs. Er hört die Prophezeiungen der Hexen auch, kann ihnen aber widerstehen, obwohl auch ihm ein Leben im Königshaus vorausgesagt wurde. Insgesamt ist sein Verhalten deutlich weiser und nobler als das von Macbeth, obwohl er keinen königlichen Rang hat.

Macduff: Die Rolle des Patrioten Macduff übernimmt in dem Stück die des Antagonisten, also des Gegenspielers zu Macbeth. Macduff hat einen ausgeprägten Sinn für Recht und ist seinem Land (und seinem König) gegenüber sehr loyal. Er ist der erste, der den Mord am König entdeckt. Schnell verdächtigt er Macbeth, der ihn in der Mordnacht lange vor verschlossenen Toren warten ließ. Zu dessen späterer Krönung und zum Bankett erscheint er nicht und macht so vor allen deutlich, wen er für den Schuldigen hält. Aus Angst vor Macbeth flieht er nach England. Seine zurückgelassene Familie wird in der Zwischenzeit im Auftrag von Macbeth getötet. Als er von der Nachricht erfährt, schwört er Vergeltung und verbündet er sich mit dem Sohn des Königs, Malcolm, um mit dessen Armee in den Kampf gegen Macbeth zu ziehen. Beim Zusammentreffen mit Macbeth tötet er diesen.

Malcolm: Ältester Sohn des Königs und demnach rechtmäßiger Thronnachfolger. Ihn zeichnet ein ebenso guter Charakter aus wie ihn Duncan hatte, deshalb war es auch der Wille des Königs, dass er König wird. Nach dem Tod seines Vater flieht er aus Angst vor Macbeth nach England und stellt dort Truppen zusammen, mit denen er Macbeth anzugreifen plant. Er ist gutherzig, doch vertraut nicht blind. Deshalb testet er Macduffs Loyalität, bevor er sich mit ihm gegen Macbeth verbündet.

Drei Hexen: Die drei Hexen sind von Grund auf Böse und manipulativ und gleichzeitig auch treibende Kraft des Stücks. Sie spielen mit Macbeths Schicksal und bringen ihn dazu, den König zu töten und erwecken so das Böse auch in ihm und seiner Frau. Da sie in die Zukunft sehen können, ist davon auszugehen, dass sie bereits vorher um die Konsequenzen wissen. Zum Ende des Stücks locken sie Macbeth durch drei weitere hinterlistige und doppeldeutige Voraussagungen in die Falle und wiegen Macbeth in Sicherheit, der sich infolge dessen unbesiegbar fühlt.

3 Stundenziele:

Grobziel:

Das Theaterstück Macbeth wird behandelt und den Schülern wird in der Zielsprache ein Einstieg in das Stück, sowohl thematisch als auch literarisch, vermittelt.

Feinziele:

1. Die Schülerinnen und Schüler lernen die Handlung des Theaterstücks in der Zielsprache kennen.
2. Die Schülerinnen und Schüler üben den Umgang und das Verstehen der verwendeten altenglischen Sprache.
3. Die Schülerinnen und Schüler schreiben Szenenausschnitte des Originaltextes um und tragen diesen abschließend in der Zielsprache vor.

4 Didaktische Überlegungen:

4.1 Legitimation:

Das Thema Shakespeare - Macbeth war uns zu Beginn unserer Planung durch den ursprünglich geplanten Besuch des White Horse Theaters vorgegeben. Als die Vorstellung abgesagt wurde, waren wir alle schon so weit mit der Planung vorangeschritten, dass wir uns dazu entschieden dieses Thema beizubehalten. Für die Jahrgangsstufe zehn ist Shakespeare zwar nicht im Rahmenplan vorgesehen, jedoch ist die Bearbeitung zu diesem Zeitpunkt grundsätzlich förderlich und hilfreich für die spätere Behandlung dieses Themenbereichs in der Sekundarstufe II.

Durch die Bearbeitung verschiedener Texte und Textauszüge wird die Lesekompetenz und methodische Kompetenz der Textrezeption gefördert. Darüber hinaus schult die Vorführung des Filmmaterial in der Zielsprache das Hör-/ und Hör- Seh-Verstehen in besonderem Maße. Bei der schlussendlichen Mediation der einzelnen Szenenabschnitte in Modern English ist das Schreiben, die Sprachmittlung und Textproduktion zentraler Gegenstand. Zur Ergebnissicherung werden die erarbeiteten Dialoge vorgetragen, was somit die Methodenkompetenz der Präsentation(-sweise) schult. Alle genannten Aufgaben und Unterrichtsphasen festigen zudem die Grammatik, den Wortschatz sowie die Aussprache und Intonation (vgl. Thaler, 2012, S.22 ff.).

Als Arbeitsformen sind sowohl direkte Schüler-Lehrer-Interaktionen als auch Einzelund Gruppenarbeit für den kommunikativen Austausch untereinander vorgesehen. Einige Aufgabenstellungen sind dabei klar strukturiert und abgegrenzt, andere sind bewusst offen gestaltet und bieten somit den Raum dafür die Methodenkompetenz der Schülerinnen und Schüler, vor allem in den Punkten Lernstrategie, Lernbewusstheit und Lernorganisation zu festigen. Auf diese Weise wird das eigenverantwortliche und selbstbestimmte Lernen gefördert.

4.2 Akzentuierung:

Es war schnell klar, dass man dem gesamten Umfang des Stückes Macbeth samt zeitgeschichtlichem Kontext, der Shakespeare-Sprache und seiner Bedeutung für die (englische) Literatur sowie der gesellschaftlicher Einordnung etc. nicht im Rahmen eines einzigen Projekttages gerecht werden kann. „Shakespeares Frühneuenglisch ist den Lernenden unvertraut: der elaborierte Stil, die komplexe Metaphorik und sein breiter Wortschatz bereiten Schwierigkeiten“ (Thaler, 2012, S.268). Aufgrund dessen habe ich mich dazu entschieden den Schwerpunkt des Unterrichts auf die inhaltliche sowie sprachliche Ebene des Dramas zu legen, mit dem Ziel, dass die Schülerinnen und Schüler die anspruchsvolle Ausdrucksweise verstehen und schlussendlich die Handlung in eigenen Worten wiedergeben können. Inhalte wie beispielsweise Shakespeares bekannter Blank Verse (Shakespeare Verse) (vgl. Brady/ James, 2014, S.172) werden hierbei - vor allem aus Zeitgründen - bewusst nicht bearbeitet, um nicht zu sehr von dem Verständnis der eigentlichen Handlung abzulenken. Der Fokus meiner Planung liegt auf der Transfer- bzw. Mediationsleistung, die die Schülerinnen und Schüler vollbringen, indem sie die szenischen Ausschnitte in Modern English umformen, wiedergeben und darstellen. Bei der Auswahl meines inhaltlichen Schwerpunktes habe ich mich vor allem an den Curricularen Standards sowie den KMK-Bildungsstandards für die Jahrgangsstufe sieben bis zehn an Gymnasien (vgl. Rahmenplan Englisch, 2011, S.14ff.) orientiert, da die Schülerinnen und Schüler im nächsten Jahr in die Sekundarstufe II eintreten und die Allgemeine Hochschulreife anstreben. In der Kategorie der kommunikativen Fähigkeiten wird durch den Film bereits der Aspekt des Hör- und Hör-Sehverstehens (vgl. Haß, 2006, S.74f) geschult sowie in der späteren Transferaufgabe/ Mediation die Sprachmittlung (vgl. ebd., S.112f). Durch das Umschreiben der Szenen wird darüberhinaus noch der sprachliche Aspekt bedient sowie der vorhandene Wortschatz und die Grammatik gefestigt und erweitert.

4.3 Struktur:

Die Unterrichtsplanung verfolgt grundsätzlich einen ganzheitlichen Ansatz, die jeden Kompetenzbereich abdeckt. Da es sich um eine einzelne Einführungseinheit zu diesem Themenbereich handelt, werden die Aufgaben zwar alle Anforderungsbereiche bedienen, speziell für die Textmediation des Anforderungsbereiches III in der Anwendungsphase werde ich den Schülern aber aufgrund der schweren Verständlichkeit des Werkes entsprechende Hilfsmittel zur Verfügung stellen (Scaffolding). Konkret bedeutet dies, dass sich am Rand der Szenenauszüge Vokabelhilfen- und erklärungen in der Zielsprache sowie zu Beginn der Szenen eine kurze Zusammenfassung der folgenden Handlung und Angaben zum Schauplatz befinden.

In der Erarbeitungsphase I bearbeiten die Schülerinnen und Schüler den Anforderungsbereich I, indem sie die Textabschnitte zusammenfassen (summarise) und anschließend wiedergeben. Daran schließt sich die Erarbeitungsphase II des Anforderungsbereichs II während des Films an. In dieser Phase analysieren (analyse) die Lernenden zunächst die vorgegebene Rolle und stellen im darauffolgenden Arbeitsschritt nach dem Film ihre gesammelten Ergebnisse gegenüber und vergleichen sie (contrast). Der darauffolgende Aufgabenbereich der Anwendung ist zunächst keinem Anforderungsbereich zuzuordnen, da er über keinen konkreten Operator verfügt. Es handelt sich hierbei um eine kreative Schreibaufgabe, die somit eine „… komplexe Gesamtleistung unter Berücksichtigung aller drei Anforderungsbereiche …“ (KMK, 2012, Operatoren für das Fach Englisch) darstellt. Insbesondere diese kreative Anwendungsphase schult die Lernenden darin, eigenständig und zielorientiert zu arbeiten. Die abschließende Aus- und Bewertung der erreichten Resultate dienen abschließend der Ergebnissicherung.

Grundsätzlich bauen alle Unterrichtsphasen aufeinander auf, sodass ein kontinuierliches Voranschreiten mit zuvor erreichten Ergebnissen gewährleistet ist. Zum Ende der Unterrichtseinheit haben die Schülerinnen und Schüler alle Anforderungsbereiche durchlaufen und einen strukturierten Überblick über die Handlung des Dramas sowie einen sprachlichen Einstieg erhalten. Anhand der erstellten Charaktersierungen der vier Hauptcharaktere (Macbeth, Lady Macbeth, Macduff und Banquo) zu verschiedenen szenischen Zeitpunkten des Stücks, werden die Entwicklung und der Verlauf dieser Personen deutlich.

Der Lebensweltbezug zu den Schülern zwischen dem über 400 Jahre alten Stück und der heutigen Zeit ist zum einen durch die Verwendung der neuen Medien und des modern aufbereiteten Films gegeben. Zum anderen aktiviert die Auseinandersetzung mit Macbeth und somit der Geschichte Schottlands/ Englands das kulturhistorische Denken und Verständnis, schließlich spielt das Stück in den frühen Jahren des 17. Jahrhunderts. Auch die Bewältigung der sprachlichen Barrieren ist in diesem Zusammenhang ein weiterer wichtiger Aspekt, denn in ihrem bisherigen und weiteren Leben werden sich die Schülerinnen und Schüler immer wieder mit schwierigen Aufgaben konfrontiert sehen, die es zu bewältigen gilt - so wie in diesem Fall der Umgang mit einer völlig fremden altenglischen Sprache. Darüber hinaus stellt auch der Hauptcharakter des Stücks, Macbeth selbst, einen weiteren Lebensweltbezug dar: im Wesentlichen handelt das Drama vom Aufstieg eines hoch angesehenen Soldaten zum König von Schottland, seine durch Lügen und Intrigen geprägte weitere Entwicklung zum unehrenhaften Tyrann bis hin zum letztlichen Fall und Tod. Aus dieser Entwicklung kann die Lehre abgeleitet werden, auch in schwierigen Situationen aufrichtig und ehrlich zu sein und sich selber treu zu bleiben, denn alles Schlechte fällt irgendwann wieder auf einen selbst zurück.

5 Methodische Überlegungen:

Da sowohl die erste Erarbeitungsphase durch Bearbeitung des Arbeitsblatts als auch die zweite Erarbeitungsphase vor und während des Films der direkten Wissensvermittlung dienen und somit das Fundament der weiteren Arbeit bilden, verlaufen diese zunächst einmal recht passiv und überwiegend rezeptiv. Nach einem kurzen thematischen Abriss meinerseits erfolgt der Einstieg in den Unterricht durch die Ausgabe einer zweieinhalb Seiten umfassenden Synopsis, die den Inhalt des gesamten Stücks sowie die wichtigsten Handlungsverläufe aufzeigt.

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Details

Seiten
49
Jahr
2018
ISBN (eBook)
9783668848917
ISBN (Buch)
9783668848924
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v451252
Institution / Hochschule
Universität Rostock
Note
2,0
Schlagworte
Unterrichtsentwurf Macbeth Shakespeare

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Titel: Shakespeare's "Macbeth" als Film von Justin Kurzel im Englischunterricht (10. Klasse, Gymnasium)