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Finanzierung der Weiterbildung - ein Kurzvortrag

Referat (Ausarbeitung) 2004 14 Seiten

Pädagogik - Berufserziehung, Berufsbildung, Weiterbildung

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Vorwort

1 Grundzüge der Weiterbildungsfinanzierung
1.1 Prämissen
1.2 Finanzierungsinstanzen
1.3 Finanzierungspositionen

2 Weiterbildungsfinanzierung im Detail
2.1 Datenlage
2.2 Vorfinanzierung
2.3 Refinanzierung

Fazit

Quellen

Vorwort

Die vorliegende Arbeit ist Teilthema des Grundlagenseminars „Einführung in die Weiterbildung“, geleitet von M.A. Matthias Vonken, Fachgebiet Erziehungswissenschaft. Sie umfasst die Verschriftlichung des Referats zum Thema „Finanzierung der Weiterbildung“ vom 7. Juni 2004.

Ziel der Arbeit ist es, Einblick in die Finanzierung für Weiterbildungsmaßnahmen zu geben. Dabei werden die betreffenden Instanzen bzw. Institutionen und Positionen kurz vorgestellt und die Arten der Finanzierung aufgezeigt. Zudem werden auch die Probleme bei der Erfassung von Daten angesprochen.

1 Grundzüge der Weiterbildungsfinanzierung

1.1 Prämissen

Vor dem Hintergrund, dass es in der Bundesrepublik Deutschland deutliche Probleme bei der Ausgestaltung von Weiterbildung gibt, hat die Expertenkomission „Finanzierung lebenslangen Lernens“ folgende Prämissen zugrunde gelegt:

- Weiterbildungsaktivitäten verursachen nicht nur Kosten, sondern stellen Investitionen dar!
Denn Weiterbildungsaktivitäten steigern letztendlich das Humankapital, also den Besitz von Wissen, Kenntnissen, Fertigkeiten, Fähigkeiten und Einstellungen eines Individuums, eines Betriebs und einer Gesellschaft.
- Prinzipien der Effizienz und Gerechtigkeit

Bei der Gestaltung von Finanzierungsmodalitäten sollte im Interesse der grundlegenden Prinzipien Effizienz und Gerechtigkeit gehandelt werden, auch wenn diese in einem Spannungsverhältnis zueinander stehen.

Wenn es um Effizienz geht, wird unterschieden in interne und externe Effizienz. Dabei bedeutet interne Effizienz Weiterbildungsoutput ohne Ressourcenüberhänge, also den betriebswirtschaftlichen Gedanken. Und e xterne Effizienz besagt, dass Ressourcen für Weiterbildungsaktivitäten genauso wirksam genutzt werden sollen, wie für mögliche Verwendungsalternativen, betrachtet also den volkswirtschaftlichen Aspekt.

Beim Prinzip der Gerechtigkeit teilt man das Äquivalenzprinzip vom Leistungsfähigkeits-prinzip. Wobei das Äquivalenzprinzip die Verteilung der Weiterbildungskosten auf Individuen oder Gruppen dann als gerecht ansieht, wenn die zu tragenden Kosten in einem wertgleichen Verhältnis zu denen der Weiterbildungsträgern dieser stehen. Während das Leistungsfähigkeitsprinzip die Verteilung der Weiterbildungskosten für gerecht hält, wenn sich die Verteilung dieser Kosten nicht an den erwartbaren Erträgen, sondern an ihrer ökonomischen Leistungs- bzw. Zahlungsfähigkeit orientiert.

- Unterscheidung von Finanzierungsarten für Analysen der Weiterbildungsfinanzierung

Hier wird unterschieden zwischen Vorfinanzierung, d.h. „Wer zahlt?“ und Refinanzierung, d.h. „Wer trägt die Kosten?“. Schließlich können die, die Weiterbildung finanzieren (Zahlende), sich u.U. über vielfältige Mechanismen refinanzieren (Kostenträger).

1.2 Finanzierungsinstanzen

Zu den Finanzierungsinstanzen zählen in erster Linie die öffentlichen Haushalte, die private Wirtschaft, die privaten Haushalte und die Träger von Weiterbildungseinrichtungen.

Dabei zählen zu den öffentlichen Haushalten die Gebietskörperschaften, wie der Bund, die Länder und die Gemeinden, sowie Zweckverbände und die Bundesanstalt für Arbeit. Zur privaten Wirtschaft zählen Betriebe und Unternehmen, die privaten Haushalte werden von den Individuen repräsentiert und als Träger von Weiterbildungseinrichtungen können Gewerkschaften, Wirtschaftsverbände und Arbeitgeberorganisationen genannt werden.[1]

1.3 Finanzierungspositionen

Die Finanzierungspositionen (auch Kostenarten) sind sehr unterschiedlich, trotzdem kann man sie in Gruppen einteilen. Diese wären:

- Lehrmaterial, Räume, Ressourcen. Hierzu zählt alles angefangen vom Bleistift, über Kopien, dem Overhead-Projektor, den Lehrraum usw. Diese Finanzierungspositionen lassen sich am Deutlichsten zuordnen.
- Lehrpersonal. Das Lehrpersonal ist der Dozent, der letztendlich die Weiterbildungsmaßnahme durchführt und betreut.
- Institutionelle Kosten. Diese Kosten entstehen durch die Verwaltung, Leitung und Öffentlichkeitsarbeit im Bereich der Weiterbildungsmaßnahmen. Diese Kosten sind am schwierigsten darzustellen. Sie beinhalten zum Beispiel auch die Lohnkosten einer Sekretärin, die die Teilnehmer einer Weiterbildungsmaßnahme anschreiben muss, oder die des Chefs, der den Dozenten dafür auswählen muss.
- Anfahrt, Unterkunft, Verpflegung der Teilnehmenden. Also sämtliche Kosten, die die Teilnehmer an Mehraufwand haben, nur weil sie an einer Weiterbildung teilnehmen.
- Nebenkosten. Hier zählen viele kleinere Finanzierungsposten, die durch den Mehraufwand entstehen und nicht zu einer der anderen Finanzierungsposition zugeordnet werden können, wie zum Beispiel die Betreuung der Kinder der Teilnehmer.
- Sonderkosten. Dies sind zusätzliche Kosten die im Rahmen der Maßnahme entstehen und meist zusätzlich oder vor Ort gezahlt werden müssen wie Prüfungsgebühren etc.[2]

2 Weiterbildungsfinanzierung im Detail

2.1 Datenlage

Die Datenlage bei den Finanzierungsinstanzen gesamt, kann als mäßig beurteilt werden. Bei der Erfassung von Kosten und Ausgaben in der Weiterbildungsfinanzstatistik, ergeben sich Probleme durch Stichproben und Schätzwerte, unberücksichtigte Kosten, die Unterscheidung in Vor- und Refinanzierung und ein nahezu unbekanntes Finanzvolumen in der allgemeinen Weiterbildung.[3]

Datenlage bei den öffentlichen Haushalten

In den öffentlichen Statistiken fehlen Angaben über Kosten für Weiterbildungsberatung, über Werbungsbudgets für Weiterbildungsmaßnahmen, Aufschlüsselungen der Ausgaben für die Weiterbildung der öffentlich Beschäftigten, sowie entstehende Steuerausfälle.

Dafür sind folgende Daten für Ausgaben besonders transparent darstellbar: die Daten von Volkshochschulen und die Daten der SGB III - geförderten Weiterbildung.

Datenlage bei den Betrieben und Unternehmen

Bei der Gewinnung der Daten aus Betrieben und Unternehmen werden meistens Stichproben genutzt, die letztlich schlecht miteinander vergleichbar sind. Weiterhin liegen diese oft nur vereinzelt vor oder werden in zu großen Abständen durchgeführt. Zudem gibt es bei solchen Stichproben begriffliche und methodische Unterschiede, die den Vergleich erschweren oder Daten verfälschen können.

Ferner kommt es zu Problemen durch die schlechte Operationalisierung von Weiterbildungskosten wegen eines engem und weitem Weiterbildungsbegriffs. Während ein enger Weiterbildungsbegriff Kosten für Lehrgänge, Kurse und Seminare umfasst, enthält ein weiter Weiterbildungsbegriff auch die Unterweisung durch Vorgesetzte, die Einarbeitung neuer Mitarbeiter, Informationsveranstaltungen, sowie selbstgesteuertes Lernen.

Des Weiteren verfügen kleine Unternehmen kaum über eine entwickelte Kostenrechnung und können somit ihre Ausgaben für Weiterbildungsmaßnahmen kaum oder gar nicht darstellen.

Zu guter Letzt mangelt es bei der Datenlage auch durch die fehlerhafte Erfassung der Kosten wegen direkten und indirekten Kosten. Während direkte Kosten, wie Honorare, Lehrgangsgebühren und Reisekosten, noch gut erfass- und darstellbar sind, sind indirekte Kosten, oft nicht so eindeutig. Sie beinhalten zum Beispiel Ausfallkosten durch Wegfall der produktiven Leistungen der Weiterbildungsteilnehmer, wenn die Weiterbildung während der Arbeitszeit stattfindet.

Datenlage bei den privaten Haushalten

Über die Kosten der Weiterbildungsteilnehmer ist im Ganzen am wenigsten bekannt. Diese Kosten wurden bisher weder von öffentlichen noch privaten Finanzstatistiken erfasst. Stichproben, wie die des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) von 1992 und des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) von 1999 sind wegen unterschiedlicher Abgrenzungen schlecht miteinander vergleichbar. Immaterielle Kosten werden dort beispielsweise gar nicht erfasst und berücksichtigt, wobei sie die Motivation der Weiterbildungsteilnehmer beinträchtigen können, da sie oft erheblichen Wert haben. Darunter zählt zum Beispiel die entgangene Freizeit, welche negative Auswirkungen auf familiäre Beziehungen haben kann.

[...]


[1] Ekkehard Nuissl - „Einführung in die Weiterbildung“ S. 122

[2] Ekkehard Nuissl - „Einführung in die Weiterbildung“ S. 122

[3] Expertenkommission Finanzierung lebenslangen Lernens - „Auf dem Weg zur Finanzierung lebenslangen Lernens“ S. 95-97

Details

Seiten
14
Jahr
2004
ISBN (eBook)
9783638425742
Dateigröße
532 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v45111
Institution / Hochschule
Universität Erfurt – Erziehungswissenschaftliche Fakultät
Note
2,0
Schlagworte
Finanzierung Weiterbildung Kurzvortrag Einführung

Autor

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Titel: Finanzierung der Weiterbildung - ein Kurzvortrag