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Praktikumsbericht - Schule für geistig Behinderte

Praktikumsbericht / -arbeit 2001 22 Seiten

Pädagogik - Heilpädagogik, Sonderpädagogik

Leseprobe

1. Inhaltsverzeichnis

2. Bedingunsfeldanalyse
2.1 Institutionelle Vorraussetzungen
2.2 Die Klassensituation
2.3 Die SchülerInnen

3. Planung einer Unterrichtseinheit
3.1 Thema der Unterrichtsstunde
3.2 Ziele/Intentionen
3.3 Begründung der Themenwahl und Zielsetzung
3.4 Unterrichtsverlaufsskizze
3.5 Begründender Kommentar

4. Reflexion der durchgeführten Unterrichtsstunden

5. Schwerpunktthema

6. Reflexion des Praktikums

7. Literaturliste

2. Bedingungsfeldanalyse

2.1 Institutionelle Voraussetzungen der Schule

Die Schule in B., ist eine Schule für SchülerInnen mit geistiger Behinderung. Es gibt 11 Klassen, mit, zu Schuljahresbeginn, insgesamt 106 Schülern. Die 11 Klassen teilen sich auf in: 3 Unterstufen, 4 Mittelstufen, 1 Oberstufe, 2 Oberwerkstufen und 1 Werkstufe. In jeder Mittel-, Ober- , Oberwerk- und Werkstufe werden etwa 10 SchülerInnen unterrichtet, in den Unterstufen nur 7-8 Schüler pro Klasse.

Das Kollegium besteht aus 30 Lehrerinnen, das bedeutet, dass jede Klasse von 2 oder 3 LehrerInnen unterrichtet wird. Zusätzlich gibt es 2 Werräume, einer für das Werken mit Holz, einer für das Werken mit Metall, sowie einen Tonraum. Den Werkunterricht in den Werkräumen führen 2 Werklehrer durch.

Die Schule ist Teil eines Schulzentrums, zu dem noch eine Schule für Lernbehinderte und eine Realschule gehören. Die benachbarte Sporthalle, wird von den 3 Schulen gemeinsam genutzt. Die Schule hat einen Schulhof der nur von ihren Schülern genutzt wird und abgezäunt ist. Die Schule wird vom Ortsverband der Lebenshilfe gefördert, so stellt die Lebenshilfe eine Trainingswohnung für die Ober- und Werkstufen, sowie ein Computerraum, im benachbarten Gebäude der Lebenshilfe, zur Verfügung.

2.2 Die Klassensituation

Die Klasse, in der ich mein Praktikum absolviert habe, besteht zur zeit aus 11 SchülerInnen, 6 Jungen und 5 Mädchen. Es ist eine Mittelstufe (M1) mit SchülerInnen zwichen 11 und 15 Jahren. In der Zeit meines Praktikums kam eine Schülerin von der benachbarten Schule für Lernbehinderte neu hinzu.

Das Team besteht aus zwei Lehrerinnen und einem Lehrer. Ein Sonderpädagoge ( Herr H.) und eine Fachlehrerin (Frau N.) in Vollzeit, sowie eine Sonderpädagogin (Frau B.) mit einer halben Stelle, welche sich allerdings auf zwei Klassen aufteilt. Zusätzlich sind im Stundenplan insgesamt 6 Werkstunden vorgesehen, welche von den Werklehrern durchgeführt werden.

2.3 Die SchülerInnen

Im Allgemeinen würde ich die Klasse in ihrer Gesamtheit als sehr leistungsstark, vielseitig interessiert und unruhig bezeichnen.

Als ich die Klasse zum ersten Mal betreten habe, viel mir zunächst ein Schüler besonders auf, da er auch im allgemeinen das Klassenbild dominiert. Dieser Schüler heisst C. und ist erst im Laufe des laufenden Schuljahres in die Klasse gekommen, nachdem er vorher nur durch Hausunterricht beschult werden konnte. Er fordert permanent die ungeteilte Aufmerksamkeit der Lehrpersonen und hat das Bedürfnis auch während des Unterrichts im Mittelpunkt zu stehen. Auch Leistungsmäßig gehört er zu den stärksten in der Klasse, ist jedoch sehr hyperaktiv und kann sich daher selten länger als eine viertel Stunde auf einen Unterrichtsinhalt konzentrieren, wenn er dabei ruhig sitzen bleiben und still sein muss. Häufig kommt es zwischen ihm und einem anderen Schüler (D.) zu Auseinandersetzungen, auch körperlicher Art. D. ist ebenfalls als hyperaktiv zu bezeichnen. Seine sozialen Kontakte zu den anderen Schülern der Klasse beschränken sich vorwiegend darauf, dass er versucht diese zu ärgern oder zu provozieren.. Dieser Umstand resultiert möglicherweise daraus, dass er altersmäßig etwas nach unten vom Durchschnitt der Klasse abweicht, er ist 11 Jahre.

Leistungsmäßig ist auch S. besonders stark. Sie bestimmt daher oft mit C. das Unterrichtsgeschehen und will gerne im Mittelpunkt stehen. Saskia bildet zusammen mit Cl., Y. und M. eine Art Clique in der Klasse, die auch ausserhalb des Unterrichts oft gemeinsam etwas unternehmen. M. sticht noch etwas aus dieser Gruppe heraus, da sie erst seit kurzem in der Klasse ist und noch nicht so starke Bindungen zu ihren MitschülerInnen hat. Im Unterrichtsstoff, hebt sie sich deutlich vom Rest der Klasse ab. Vor allem in den Kulturtechniken ist sie den anderen SchülerInnen weit voraus.

Dennis und J. haben wenig soziale Kontakte zu ihren MitschülerInnen. J. spielt zwar gerne mit seinen MitschülerInnen Kartenspiele, Memory oder Ähnliches, den Anstoss dazu, muss er aber zunächst durch einen Lehrer bekommen. De. versucht sich oft aus dem Unterrichtsgeschehen zurückzuziehen und sich selbst zu beschäftigen, vor allem durch Computerspiele.

K. und F. sind in ihren kognitiven Fähigkeiten etwas schwächer als der Rest der Klasse und nehmen meist aufmerksam, jedoch fast ausschließlich im Hintergrund am Unterrichtsgeschehen teil.

Eine besondere Stellung in der Klasse nimmt B. ein. Er ist der einzige Rollstuhlfahrer in der Klasse und hat, ebenso wie Ferdinand, kaum Möglichkeiten sich sprachlich zu äussern. Er ist bei allen Klassenkameraden sehr beliebt. Durch seinen elektrischen Rollstuhl ist er sehr mobil. Im Unterricht muss er in einigen Bereichen einzelgefördert werden, da seine Lernvoraussetzungen besondere Methoden erfordern.

3. Planung einer Unterrichtseinheit

3.1 Thema und Einordnung der Unterrichtseinheit

Die Unterrichtseinheit fand im Fach Musik statt. Das Thema war die Erarbeitung eines neuen Liedes aus der Musikrichtung Jazz. Die laufende Unterrichtsreihe beschäftigte sich mit verschiedenen Musikrichtungen, die fächerübergreifend vorgestellt wurden.

So wurde in dieser Unterrichtsreihe eine Klassen-CD erstellt, auf der die Lieblingslieder der SchülerInnen zusammengefasst wurden. Ausserdem gestalteten die SchülerInnen eine Wand der Klasse mit Bildern verschiedener Musiker und Bands.

In dieser Unterrichtsreihe ging es ferner um das Einüben von Melodien und Liedtexten, sowie um die Begleitung dieser mit einfachen Rhytmusinstrumenten.

Der Bereich Pop-Musik wurde im Vorfeld bereits ausfühlich behandelt, so wurden zum Beispiel verschiedenen Künstler aus dem Bereich Pop-Musik vorgestellt.

Im Sportunterricht haben die SchülerInnen einen Tanz auf ein Musikstück der Backstreet Boys einstudiert, der bei einer Karnevalsfeier, sowie bei einem Tanztreff vorgestellt wurden.

Im weiteren Verlauf der Unterrichtsreihe wurde den SchülerInnen auch der Bereich Jazz, hier im Besonderen der Bereich Blues näher gebracht. Hierzu wurde den SchülerInnen die Herkunft der Bluesmusik, beziehungsweise der Bluesmusiker und die Entstehungsgeschichte des Blues erklärt.Um den Schülern den besonderen Rhytmus des Blues zu vermitteln, sollte das Musikstück „Instrumenten-Blues“ mit selbstgebastelten Rasseln begleitet werden. Um den Rhytmus exakt einhalten zu können, erklärte ich den SchülerInnen die Funktionsweise eines Metronoms und setzte es für Vorübungen ein.

Im weiteren Verlauf der Unterrichtsreihe werden weitere Musikrichtungen vorgestellt und erlernt diese von anderen zu unterscheiden. Ausserdem wird die Schulung im Bereich der Rhytmik fortgesetzt.

3.2 Ziele/Intentionen

3.2.1 Kurzfristige Ziele

Fachliche Ziele: Die SchülerInnen sollen lernen neue Liedtexte und –melodien aufzunehmen und wiederzugeben. Ferner ist es Ziel der Stunde, den SchülerInnen die Funktion eines Metronoms zu erklären und mit Hilfe dessen ein Gefühl für gleichmäßige Rhytmen verschiedener Tempi zu entwickeln.

Desweiteren sollen verschiedene Rhytmusinstrumente ( Trommel, Holzblocktrommel, Rassel) kennegelernt werden und geübt werden mit diesen umzugehen.

Kognitive Ziele: Die SchülerInnen sollen den Charakter des Blues kennenlernen und später wiedererkennen können.

Affektive Ziele: Im emotionalen Bereich soll die Erlebnisfähigkeit und Eigenwahrnehmung geschult , sowie eine Fähigkeit zur Entspannung erlangt werden.

Psychomotorische Ziele: Es soll eine Förderung der auditiven Wahrnehmung sattfinden.

Soziale Ziele: Die Unterrichtsstunde soll die Fremdwahrnehmung fördern, sowie die Ineraktion zwischen den SchülerInnen unterstützen.

3.2.2 Individuelle Ziele

C.: C. soll versuchen sich den Text des Liedes lesend zu erarbeiten. Ausserdem soll ihm die Möglichkeit gegeben werden seinem Drang nach Annerkennung, durch eine exponierte Rolle während der Liederarbeitung nachzukommen. Er soll aber auch lernen, auch anderen Schülern die Beteiligung am Unterricht zuzugestehen.

S.: S. soll sich den Text lesend erarbeiten, sowie ihre häufige Überlegenheit gegenüber MitschülerInnen zurückzuhalten.

Cl.: Cl. soll sich sängerisch möglichst deutlich darstellen, sowie Hemmungen abbauen sich vor der Gruppe zu präsentieren.

[...]

Details

Seiten
22
Jahr
2001
ISBN (eBook)
9783638127783
Dateigröße
528 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v4508
Institution / Hochschule
Universität zu Köln – Fachbereich Pädagogik
Note
gut
Schlagworte
Praktikumsbericht Schule Behinderte

Autor

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Titel: Praktikumsbericht - Schule für geistig Behinderte