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Beurteilung einer Diagnostischen Kompetenz an einem Fallbeispiel

Ausarbeitung 2018 8 Seiten

Pädagogik - Sonstiges

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Diagnostische Kompetenz

Inhaltsverzeichnis

I. Einführung

II. Fallbeispiel

III. Definiton: Diagnostische Kompetenz

IV. Einschätzung

Literaturverzeichnis

I. Einführung

In dieser Seminaraufgabe zum Thema „Leistungen sehen, fördern und bewerten“ soll die Diagnostische Kompetenz einer Lehrperson in einer Leistungssituation, an einem Beispiel bewertet werden. Dabei wird zunächst ein beobachtetes Lehrerverhalten dargestellt. Im Anschluss erfolgt eine kurze Definition über den Begriff „Diagnostische Kompetenz“ und daraufhin eine Analyse sowie Beurteilung darüber, inwiefern die Lehrperson über eine diagnostische Kompetenz in dieser Leistungssituation verfügt hat.

II. Fallbeispiel

Im Folgenden möchte ich ein beobachtetes Lehrerverhalten in einer Leistungssituationen beschreiben. Im Laufe meines Praktikums durfte ich in Klassen unterschiedlicher Bildungsgänge hospitieren. Dabei habe ich unter anderem in einer Klasse hospitiert, in der die Schüler*innen eine Fachoberschulreife anstrebten. Ich hatte es mir zur Aufgabe gemacht, die Anzahl der Wortbeiträge der Schüler*innen in Form einer Strichliste zu dokumentieren und diese der Lehrperson zu übergeben, da sie die Leistungen der Schüler*innen in dieser Unterrichtsstunde beurteilen wollte. Es war zu erkennen, dass die Schüler*innen dieser Klasse deutliche Unterschiede bezüglich ihrer Vorkenntnisse, Leistungen und Schwierigkeiten aufwiesen. Besonders auffallend war, dass einige Schüler*innen qualitativ hervorragende Beiträge lieferten und dazu beitrugen, den Unterricht fortzuführen. Bei einigen Schüler*innen dokumentiere ich jedoch wenige, bis gar keine Wortbeiträge. Es war zu beobachten, dass diese Schüler*innen offensichtlich Schwierigkeiten mit der Auseinandersetzung des Lernmaterials besaßen und zum Teil irgendwann eine passive Rolle einnahmen, indem sie sich nicht mehr aktiv am Unterricht beteiligten und ihre Aufmerksamkeit anderen Dingen widmeten. Gegen Ende der Unterrichtsstunde, händigte ich die Strichliste der Lehrperson aus und beobachtete ihre Leistungsbewertung. Dabei fiel mir auf, dass die Lehrperson die Schüler*innen mit den qualitativ hervorragenden Beiträgen für diese Stunde zwischen sehr gut (1) und gut (2) benotet hatte. Interessant zu beobachten war auch, dass die Lehrperson die Schüler*innen, die sich selten bis gar nicht gemeldet hatten, innerhalb der Notenskala ausreichend (4) bis ungenügend (6) benotet hatte.

III. Definiton: Diagnostische Kompetenz

Unter einer Diagnostischen Kompetenz sind im Allgemeinen Fähigkeiten zu verstehen, die eine angemessen und zutreffende Beurteilung ermöglichen (vgl. Schrader, 2006, S.95)1. Im unterrichtlichen Kontext bedeutet das, dass mit einer diagnostischen Kompetenz sowohl individuelle Lernvoraussetzungen und Leistungsstände der Schüler*innen, als auch der eigene Unterricht regelmäßig diagnostiziert werden kann (vgl. Helmke (o.D.))2. Dabei soll eine Beurteilung hinsichtlich festgelegter Kriterien erfolgen (vgl. Paradies u.a. 2011, S.54)3. Mithilfe dieser „diagnostischen Expertise“ wie Andreas Helmke sie nennt, kann das didaktische Handeln einer Lehrperson entsprechend reflektiert und situationsgerecht angepasst werden. Die diagnostischen Einsichten sollen die Lehrkräfte für darauf folgendes pädagogisches und didaktisches Handeln befähigen (vgl. Helmke, 2012). Eine diagnostische Kompetenz beschreibt demnach vor allem die Analysefähigkeit einer Lehrperson, mit welcher Schüler- und Unterrichtsmerkmale zutreffend eingeschätzt und entsprechende Methoden ausgewählt werden können. Um erfolgreich zu diagnostizieren, müssen Schüler*innen und Lehrkräfte miteinander interagieren um beispielsweise Problemlagen festzustellen. Die Kommunikationsfähigkeit einer Lehrperson ist damit unabdingbar. Dabei müssen mögliche Fehlerquellen und Urteilstendenzen den Lehrkräften bekannt sein und vermieden werden (vgl. Diagnosekompetenz)4.

IV. Einschätzung

Im Folgenden werde ich die diagnostische Kompetenz der Lehrperson aus meinem angeführten Beispiel einschätzen. Wie bereits erwähnt war deutlich zu erkennen, dass einige der Schüler*innen erhebliche Probleme in der Auseinandersetzung mit dem Lernstoff hatten und nur wenig oder keine Leistungen erbringen konnten. Die Ursache dafür, liegt meiner Meinung nach in der Unterrichtsqualität. Diese Annahme möchte ich zunächst anhand des Angebot-Nutzungs-Modells der Unterrichtswirksamkeit nach Helmke (2006a)5 begründen.

Das Modell beschreibt Unterricht als ein Angebot, welches von Schüler*innen wahrgenommen und genutzt werden kann. Es bietet einen überschaubaren Überblick über die verschiedenen Einflussgrößen des Unterrichts, indem es aufzeigt welche Personengruppen, Rahmenbedingungen und Faktoren auf den Lernprozess und den Unterricht einwirken. Dabei wirkt die Lehrperson, die den Unterricht anbietet unter anderem durch ihre fachlichen, didaktischen, diagnostischen sowie ihrer pädagogischen Orientierung und ihren Erwartungen und Zielen auf den Lernprozess ein. Obwohl einige Schüler*innen das Unterrichtsangebot nicht erfolgreich nutzen konnten, führte die Lehrperson den Unterricht mit der restlichen Schülerschaft fort, ohne den schwächeren Schüler*innen ein passendes Lehrangebot zu unterbreiten. Aus ihrem angebotenem Unterricht lässt sich erkennen, dass die Lehrperson die Leistungsstände und den individuellen Förderbedarf dieser Schüler nicht zutreffend eingeschätzt hat. Sie hat nicht, wie es mit einer diagnostischen Kompetenz möglich ist, die Ursache für die Schwierigkeiten der Schüler*innen ergründet und methodisch-didaktische Ansätze gefunden um diese Schwierigkeiten abzubauen. Demnach konnten die entsprechenden Schüler*innen den Unterricht nicht vollständig als Angebot nutzen, da die didaktischen und diagnostischen Kompetenzen aber auch die Erwartungen und Ziele der Lehrperson den Lernprozess der Schüler*innen nicht gefördert haben. Das führte dazu, dass die Schüler*innen ihre Aufmerksamkeit und das Interesse am Unterricht verloren.

Der Zensurenvergabe nach, haben diese Schüler*innen kaum beziehungsweise keine Leistungen erbracht, da sie wenig bis gar keine Wortmeldungen erbracht haben.

[...]


1 vgl. Schrader, 2006, zitiert nach Christian Lorenz, „Diagnostische Kompetenz von Grundschullehrkräften“https://d-nb.info/1019648252/34. Aufgerufen am 27.10.2018

2 vgl. A. Helmke et al. „KMK-Unterrichtsdiagnostik“, http://www.unterrichtsdiagnostik.de/media/ files/Link%207_Unterrichtsqualitaet.pdf. Aufgerufen am: 26.10.2018

3 vgl. Paradies u.a. 2011, S.54, zitiert nach „Lehrerinnenfortbildung Baden-Württemberg“ https:// lehrerfortbildung-bw.de/st_if/bs/if/paedagogische_diagnose/05_diagnosekompetenz/. Aufgerufen am: 26.10.2018

4 vgl. „Lehrerinnenfortbildung Baden-Württemberg“ https://lehrerfortbildung-bw.de/st_if/bs/if paedagogische_diagnose/05_diagnosekompetenz/. Aufgerufen am: 26.10.2018

5 vgl. Helmke, 2007 in „Was wissen wir über guten Unterricht?“ https://www.bildung.koeln.de/ imperia/md/content/selbst_schule/downloads/andreas_helmke_.pdf. Aufgerufen am 27.10.2018

Details

Seiten
8
Jahr
2018
ISBN (eBook)
9783668848504
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v450711
Institution / Hochschule
Universität Siegen
Note
0,0
Schlagworte
Diagnostische Kompetenz Lehrkräfte Pädagogik Lehrerbildung Lehrerkompetenzen Unterricht Schule Förderung individuelle Förderung Inklusion Bildung

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