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Phänomenologische Pädagogik am Beispiel Max von Manen

Referat (Ausarbeitung) 2005 13 Seiten

Pädagogik - Allgemein

Leseprobe

INHALTSVERZEICHNIS

1. PHÄNOMENOLOGISCHE PÄDAGOGIK
1.1. WAS IST DAS PÄDAGOGISCHE
1.2. WELCHEN ANSPRUCH HAT DAS PÄDAGOGISCHE
1.3. DAS WESEN DES PÄDAGOGISCHEN
1.4. DIE PÄDAGOGISCHE KOMPETENZ
1.5. WELCHEN EINFLUSS HAT DIE PHÄNOMENOLOGISCHE PÄDAGOGIK

2. KINDHEIT UND GEHEIMNISSE
2.1. WAS SIND GEHEIMNISSE
2.2. WIE UND WO ERFAHREN WIR GEHEIMNISSE
2.2.1. DER GEHEIME RÜCKZUGSORT / DAS VERSTECK
2.2.2. GEHEIME FÄCHER, SCHUBLADEN UND KISTEN
2.2.3. GEHEIME ERSCHEINUNGEN UND PHANTASIEN
2.3. KINDHEIT UND IHRE GEHEIMNISSE
2.4. DER VERRAT EINES GEHEIMNISSES
2.5. PÄDAGOGISCHER UMGANG MIT GEHEIMNISSEN
2.6. DER ZWECK FÜR DIE ENTWICKLUNG DER PERSÖNLICHKEIT

3. SCHLUSS

4. LITERATUR

1. PHÄNOMENOLOGISCHE PÄDAGOGIK

Die Phänomenologische Pädagogik befasst sich mit der Lebenswelt von Heranwachsenden. In der sie umgebenden Umwelt existieren unzählige Ereignisse, die ihrem Charakter Form und Prägung verleihen. Sei es die Erfahrung der familiären Nähe oder der, zunächst anonymen, Schulklasse. Geschehnisse die zum ersten Male wahrgenommen werden, wirken mitunter befremdlich und erzeugen ein Gefühl von Unbehagen. Als phänomenlogisch ausgerichteter Pädagoge versucht man das wahrgenommene Ereignis an sich zu sehen. Vielleicht so zu sehen, wie es das Kind sieht. Es gilt zu verstehen, was den Zögling daran so begeistert, wenn es eine Kugel bergab rollen sieht oder wenn zwei zusammen spielende Kinder plötzlich anfangen sich zu streiten. Aus welchen Gründen ist es fasziniert oder verärgert. In diesen Momenten muss der Erzieher erklärend oder schlichtend eingreifen, ohne aber die natürlich gegebenen Bewältigungsstrategien der Heranwachsenden zu untergraben.

Das Pädagogische an sich zu klären und anschließend aufzuzeigen, welche Eigenschaften der phänomenologischen Pädagogik zuzuordnen sind, wird Aufgabe des ersten Teils dieser Arbeit sein.

1.1. WAS IST DAS PÄDAGOGISCHE

Als erstes beschreibt das Pädagogische die Beziehung zwischen Kindern und Erwachsenen, sowie zwischen Lernenden und Lehrenden. Es steckt in dem Verhältnis der Praxis zwischen den beiden Parteien. Auch ist es die Art und Weise, vor allem mit Kindern, lehrreich umzugehen und sie auf den Alltag, Familie, Zukunft, Wissen und Moral vorzubereiten und zu unterstützen. In der Pädagogik gilt es weiterhin Lehrer, Lenker und Motivator zu sein. Ein Begleiter und Beschützer bei all den Aufgaben die stündlich auf die Heranwachsenden warten. Letztlich ist das Pädagogische das, was in konkreten, realen und lebensweltlichen Situationen Konsequenzen trägt.

Das Pädagogische sollte eine fundamentale Garantie bieten. Die Sicherheit dafür, dass was auch immer geschehe, man für den Menschen da ist. Es sollte für den Zögling spürbar sein, dass auf einen gezählt werden kann.

1.2. WELCHEN ANSPRUCH HAT DAS PÄDAGOGISCHE

Um aufzuzeigen welchen Anspruch das Pädagogische hat, soll zunächst ein Exkurs zu einem Aufsatz von Max van Manen und Bas Levering („’Caring’ in and for Linguisitic Contexts“) dazu dienen, die grundlegende Situation zwischen Lehrer und Lernendem näher zu betrachten. Bei der Herangehensweise über sprachliche Begrifflichkeiten wird deutlich, dass im deutschen nur das eine Wort ‚sorgen’ existiert. Dieses meint jedoch Verhaltensweisen wie Fürsorgen und umsorgen, aber auch Verhalten im Sinne von beängstigt sein. Im Englischen hingegen wird das Wort ‚care’ als etwas wünschenswertes verstanden, beziehungsweise als eine Form von Geben. Demgegenüber steht der Begriff ‚worrying’. Dieser meint nun, dass man konstant, mitunter lebenslang für das Leben eines anderen da ist. Beispielhaft dafür ist die Sorge einer Mutter um ihre Kinder. Die Heranwachsenden, oder unter Umständen eben schon Erwachsenen, mögen zwar permanentes umsorgen als anstrengend oder gar nervig empfinden, wissen aber gleichzeitig ganz intuitiv, dass es viel schlimmer wäre, nicht umsorgt zu werden. Sich um jemanden sorgen, hält uns in Verbindung mit dieser Person. Levering und van Manen bezeichnen es als den „spiritual glue“[1] zwischen dem Erzieher und dem Erziehenden.

Der pädagogische Anspruch steckt also in der Sorge und Zuneigung zu den Kindern, indem man auf deren Leben einwirkt und sie unter Aufsicht und Betreuung leitet. Weiterhin ist es das Vernehmen des Anspruchs auf Erziehung, wobei man sich in Beschlag genommen fühlt und zwar als ganze Person. Man erfährt ein starkes, impulsives Gefühl für das Kind, welches man als das pädagogische Sein bezeichnen kann.

1.3. DAS WESEN DES PÄDAGOGISCHEN

Das Wesen des Pädagogischen eröffnet sich in der Erfahrung, zum Erziehen herausgefordert zu werden. Nur in Situationserfahrungen ist ein intensives Erfahren überhaupt möglich. Zum Beispiel in Bedeutungsträchtigen Blicken des Lehrer an den Schüler. Auch im immer wieder ‚neu verantworten’ und ‚neu ausloten’ einer Situation zeigt sich das Wesen. Dies birgt somit auch Raum für Kreativität. Das Wesen des Pädagogischen liegt folglich darin, dass es ständig

eingelöst, wiedergefunden, zurückgewonnen und zurückgerufen werden muss.

1.4. DIE PÄDAGOGISCHE KOMPETENZ

Die pädagogische Kompetenz ist ein dynamisch- funktionales System, welches mit den Elementen Sicherheit, Liebe, Wechselseitigkeit, Stabilität, Vertrauen oder Beständigkeit operiert. Das heißt man verpflichtet sich der Situation angemessen zu reagieren. Diese Kompetenz schließt Vorwegnahme und Reflexion ein, die auf Förderung, Formung und Führung gerichtet ist. Pädagogische Kompetenz liegt aber nicht nur in der Praxis, sondern auch in der theoretischen Reflexion über das Handeln und Denken. Gemeint sind also die pädagogischen Erkenntnisse während der praktischen Arbeit. Geschehen sollte dies, nachdem die Kinder im Bett oder die Klasse nach Hause geschickt worden ist. Dies kann in Gedanken passieren oder in Gesprächen mit Kollegen, Freunden oder Partnern.

1.5. WELCHEN EINFLUSS HAT DIE PHÄNOMENOLOGISCHE PÄDAGOGIK

Zunächst ermöglicht die phänomenologische Pädagogik den Blick auf das ‚was’ des Pädagogischen. Was ist das Wesen des pädagogischen und was ist ein Lehrer als Pädagoge. Es zielt damit auf die Unterschiedlichkeit der Lebensformen von Erziehern und anderen Erwachsenen ab. Weiterhin regt sie zur Theoriebildung an, die zum eigenen Einfallsreichtum beiträgt. Theoretisieren ist also als Kampf um die eigenen Grenzen, den eigenen Ursprung und die Gründe für das Erzieherleben zu verstehen.

[...]


[1] Van Manen, Max / Levering, Bas: ‚Caring’ in and for Lingistic Contexts. Aus: Lippitz, Wilfried / Meyer-Drawe, Käte (Hrsg.): Kind und Welt. Phänomenologische Studien zur Pädagogik. 1984. S. 49

Details

Seiten
13
Jahr
2005
ISBN (eBook)
9783638425124
ISBN (Buch)
9783656881889
Dateigröße
428 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v45037
Institution / Hochschule
Justus-Liebig-Universität Gießen
Note
2,4
Schlagworte
Phänomenologische Pädagogik Beispiel Manen

Autor

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