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Wie anwendbar ist die Kasuistik auf empirische Daten?

Hausarbeit 2016 17 Seiten

Pädagogik - Allgemein

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Thematik, Forschungsmethode und Ergebnisse des zu untersuchenden Materials
2.1 Thematik der Untersuchung
2.2 Forschungsmethode
2.3 Ergebnisse der Untersuchung

3. Kritische Reflexion der Ergebnisse der„harmoniebedurftigen Optimistin"
3.1 Die harmoniebedurftige Optimistin
3.2 Kritische Reflexion der Ergebnisse

4. Fazit

5. Quellenverzeichnis

1. Einleitung

Die Erziehungswissenschaft, und damit auch die Padagogik zeichnet sich durch vielerlei Forschungsmethoden aus, welche der Zielsetzung nachgehen, eine uber die subjektive Meinung, sowie uber das Alltagswissen hinausgehende Gultigkeit zu beanspruchen. Durch den richtigen Verlauf einer Methode kann zudem sichergestellt werden, dass jeder den Prozess der Methodik, sowie die Ergebnisse nachvollziehen kann. Demnach erfolgt ein zielgerichtetes, planvolles und systematisches Vorgehen, welches wissenschaftliche Er­gebnisse zum Ziel hat. Unterschieden werden hierbei qualitative, sowie quantitative Me- thoden. Quantitative Forschung soil einen Zugang zur Realitat bieten, welches durch die Durchfuhrung verschiedener Messoperationen, wie beispielsweise eine Fragebogenerhe- bung und deren statistische Analyse erfolgt. Qualitative Forschungsmethoden hingegen sollen einen sinnverstehenden hermeneutischen Zugang, in diesem Fall zur Erziehungs- wirklichkeit und deren besondere Betrachtung bestimmter Einzelfalle in deren konkreten Lebenswelt bieten. Beispiele hierfur sind unter anderem die teilnehmende Beobachtung, das Experteninterview, das narrative Interview Oder die qualitative Inhaltsanalyse. Um qua­litative Daten auszuwerten hat sich die objektive Hermeneutik neben dem narrativen Inter- viewverfahren und der qualitativen Inhaltsanalyse zu einem weit verbreiteten Instrument entwickelt. Die Grunde dafur liegen in der Bandbreite hinsichtlich der Auswertung. So kon- nen nicht nur Beobachtungs- und Fragedaten ausgewertet werden, sondern es konnen beispielsweise auch Dokumente wie Bilder interpretiertwerden. Der Forscher, beziehungs- weise die Forscherin kann also ein weites Spektrum an Daten untersuchen. Wichtig ist hierbei nur, dass diese in Textform vorliegen (vgl. Brusemeister, 2008, S.199). Weiterhin ist bei der Auswertung nicht nur die Problemstellung, sowie das Wissen uber ein bestimmtes Problem relevant, sondern auch die methodischen Uberlegungen. Essentiell ist hierbei un­ter anderem der Entstehungskontext, sowie die Entstehungsgeschichte des zu untersu- chenden Dokuments. Weiterhin ist das Vorgehen aufeinander aufgebaut, was bedeutet, dass am Anfang begonnen wird und sich schrittweise vorgearbeitet wird. Jedes Wort, jeder Satz und jeder Absatz soil dabei so ausfuhrlich wie moglich interpreted werden. Auch die Analyse soil dabei so unvoreingenommen wie moglich vollzogen werden. (vgl. Koring, 2015).

Der Anlass fur die Darstellung einzelner Grundzuge der objektiven Hermeneutik liegt in der Thematik der vorliegenden Arbeit. Das Hauptthema dieser ist eine kritische Reflexion einer Untersuchung, welche ihre Ergebnisse auf der Grundlage der qualitativen Inhaltsanalyse erfasste. Das Ziel dieser Arbeit ist durch die Darstellung der erfassten Ergebnisse und de- ren kritische Reflexion mit den durch die objektive Hermeneutik eigens erfassten Resultate eine Bewertung beider Auswertungsmethoden vorzunehmen. Somit beginnt diese Arbeit mit der Darlegung des durch die Forscherin interpretierten Materials, wobei auf die The- matik, auf die angewandte Forschungsmethode, sowie auf die daraus resultierenden Er­gebnisse Bezug genommen werden soil. AnschlieGend werden die Ergebnisse des Materi­als mit den eigens erarbeiteten Ergebnissen ausgewahlter Textstellen kritisch reflektiert, wobei besonders auf Widerspruche Bezug genommen werden soil. AbschlieGend werden die Besonderheiten der methodischen Ergebnisse noch einmal zusammengefasst und an- hand der eigenen Analyse bewertet.

2. Thematik, Forschungsmethode und Ergebnisse des zu untersuchen- den Materials

Das zu untersuchende Material entstammt einer Masterarbeit, welcher sich eine Studentin widmete. Das Thema dieser Arbeit lautet: „Resilienz - Einflussfaktoren auf die psychische Widerstandsfahigkeit von Lehrerinnen und Lehrern bei Belastungen im Berufsalltag. Er­gebnisse einer qualitativen Studie." Es wird herausgestellt, dass der Resilienzbegriff be- zuglich Lehrkrafte ein relativ unbekannter Terminus zu sein scheint. Begrundet wird dieses durch die ersten spaten Untersuchungen, welche erst Anfang der 80er Jahre durchgefuhrt wurden. Resilienz im Kontext zum Beruf ruckte erst in den letzten 10-15 Jahren in den Fo- kus und somit in das wissenschaftliche, sowie offentliche Interesse. An immenser Bedeu- tung gewinnen hierbei die psychischen Erkrankungen, welche Lehrer und Lehrerinnen zur Berufsunfahigkeit und Fruhpensionierung fuhren. Depression und Burnout sind dabei die am haufig auftretenden Ursachen. Die Erkenntnis, dass diese Thematik wenig untersucht wird, nimmt sich die Studentin zum Anlass, sich dieser Thematik anzuschlieGen (vgl. Jah- ler, 2015, S. 4f.).

2.1 Thematik der Untersuchung

Wie der Titel der Masterarbeit dokumentiert, beinhaltet diese das Themenfeld verschiede- ner psychischer Belastungen, welche sich auf den Lehrerberuf beziehen, beziehungswei- se mit ihm einhergehen. So ist es nicht nur Ziel verschiedener Studien, sondern auch das der Forscherin in ihrer Arbeit das Bild des Lehrerberufes auf eine soziale Betrachtungs- ebene zu stellen, urn so die Anforderungen, welche mit diesem Beruf verbunden sind, an- gemessen bewerten und so die Ausbildung, sowie die Fortbildung von Lehrern und Lehre­rinnen entsprechend darauf vorbereiten zu konnen. Das Forschungsinteresse bezieht sich somit auf die Ebene der Arbeit, womit die Institution Schule und die Ebene der Lehrer na- her betrachtet wird. Jedoch ist nicht nur die Mikroebene von Bedeutung, sondern ebenfalls die Meso- und Makroebene, also demnach die Systemebene. Der Grund fur diese Be- trachtungsebenen begrundet die Forscherin auf dem Tatbestand der vielen Einflussfakto­ren, welche nicht isoliert, sondern im Zusammenhang auf die psychische Verfassung wir- ken (vgl. Jahler, 2015, S. 11).

2.2 Forschungsmethode

Die Forscherin bedient sich ausschlieGlich der qualitativen Forschungsmethodik. Der Grund hierfur liegt in der Betrachtung sozialer Zusammenhange. Durch die Methodik von Interviews, welcher sich die Forscherin bedient, soil ein offener Einblick hinsichtlich sub- jektiver Sichtweisen handelnder Lehrer und Lehrerinnen geboten werden. Dabei wird der Fokus besonders auf die personliche Darstellung des Alltagslebens gerichtet, denn da- durch kann die soziale Wirklichkeit beleuchtet, sowie Strukturmerkmale des Berufslebens hervorgehoben werden (vgl. Jahler, 2015, S. 5).

Die durchgefuhrten problemzentrierten Interviews entstanden in einem Zeitraum von zwei Monaten. Dabei waren die Interviewpartner Lehrer und Lehrerinnen einer Berufsschule und einer Schule, welche sich auf Lernforderung spezialisierte. Damit der Einblick in deren Lebens- und Arbeitswelt als praventiv geltend gemacht werden konnte, wurde zusatzlich ein Interview mit einem Stressmanager durchgefuhrt. Das Heranziehen spezieller Sekun- darliteratur gait dieser Arbeit als Unterstutzung, da dieses Themengebiet doch als sehr komplexes Feld mit verschiedenen ineinanderflieGenden Bereichen, welche gegenseitigen Einfluss haben, verstanden werden kann (vgl. Jaehler, 2015, S. 5).

Bevor die Durchfuhrung der Interviews stattfinden konnte, wurden bestimmte Gesprachs- rahmenbedingungen festgelegt. Fur eine entspannte und offene Interviewfuhrung, konnten die Lehrer und die Lehrerinnen, sowie der Stressmanager den Ort fur die Durchfuhrung selbst bestimmen. Aus diesem Grund erfolgten die Interviews entweder zu Hause, am Ar- beitsplatz Oder in der jeweiligen Schule. Jedes Interview begann mit einem Vorgesprach, welches das Anliegen, sowie die Ausfuhrung und die Vertraulichkeit der Interviews und dessen Anonymisierung beinhaltete. Nach dem Vorgesprach entstand die Aufnahme mit Hilfe eines Diktiergerates. Mitschriften dienten zu einer weiteren Sicherung der Dateien. Die Interviews hatten in der Regel einen Umfang von 30 bis 90 Minuten. Die Form der In­terviews erfolgte problemzentriert. Dadurch gelang der Forscherin eine freie Erzahlung der Befragten Personen. Die Forscherin bediente sich des weiteren eines Interviewleitfadens, welcher der thematischen Orientierung diente. Demzufolge kann die Erhebungsmethode als eine Mischform angesehen werden, welche zum einen leitfadenorientiert war und zum anderen als narrative Gesprachsform gait (vgl. Jahler, 2015, S. 28).

Urn das gesprochene Wort zu verschriftlichen, bediente sich die Forscherin der Form des gesprachsanalytischen Transkriptionssystems, urn genauer zu sein der Version GAT2. Ziel war hierbei ein Minimaltranskript zu erstellen, was vordergrundig das Verstehen des jewei- ligen Ausschnittes zum Ergebnis haben sollte. Auf eine diffizile Gesprachsauswertung soll- te aufgrund der Forschungsthematik verzichtet werden (vgl. Jahler, 2015, S. 31).

Die Auswertungsmethode unterlag den Grundprinzipien der Inhaltsanalyse nach Philipp Mayring. Der Grund fur die Auswahl dieser Methode begrundet die Forscherin auf Grund- lage der inhaltlichen Basis. Dabei wurde das Material schrittweise und theoriegeleitet durch Kategoriensysteme bearbeitet. Die Grundformen Zusammenfassung, Explikation und Strukturierung unterstutzen hierbei die Kategorienbildung. Die Auswertung sollte laut der Forscherin erkenntnisgenerierende Aussagen herausfiltern und diese in neu struktu- rierte Kapitel filtern. Diese Kapitel beinhalteten den Berufsalltag, die Charaktereigenschaf- ten, fordernde und hemmende Faktoren, psychische Belastungen, sowie Anerkennungen. Somit wurde die inhaltliche Strukturierung angewandt. Nachdem die Hauptkategorien fest- gelegt, definiert und mit Ankerbeispielen belegt wurden, erfolgte eine Zusammenfassung jeder Kategorie. Dadurch wurde das Material auf die wesentlichen Aussagen reduziert (vgl. Jahler, 2015, S. 33f.).

2.3 Ergebnisse der Untersuchung

Die Ergebnisse der Untersuchung zeigen, welche Erfahrungen, Herausforderungen und Hoffnungen mit dem Lehrerberuf im Berufsalltag einhergehen und wie diese reflektiert werden. So kristallisiert die Forscherin beispielsweise heraus, dass die Arbeitszufrieden- heit verschiedenen individuellen MaGstaben unterliegt. Es zeigt sich ein Wechselspiel, welches durch hemmende und verstarkende Begegnungen entsteht. Komplette Erfah- rungsbereiche konnen aus diesem Grund tendenziell nur als negativ Oder als positiv zu- sammengefasst werden. So projizieren sich positive Erlebnisse, welche beispielsweise durch die Kooperationen im Kollegium, durch die Zusammenarbeit mit Schulern Oder durch die Gestaltungsfreiheit im Unterricht auch positiv auf die Arbeitszufriedenheit. Wei- terhin stellt die Forscherin heraus, dass berufliche Unzufriedenheit sich auch auf samtliche Lebenslagen auswirkt. Die schlechte Ausstattung der Schule, ungenugende Weiterbil- dungs- und Fortbildungsangebote, sowie die schulische Verwaltung werden als Haupt- grunde fur die Unzufriedenheit aufgefuhrt. Ein gelungener Arbeitstag jedoch auGert sich nicht durch die im Vorfeld genannten Unannehmlichkeiten, sondern hangt von den indivi­duellen Zielen ab.

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Details

Seiten
17
Jahr
2016
ISBN (eBook)
9783668891401
ISBN (Buch)
9783668891418
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v450236
Note
1,7
Schlagworte
kasuistik daten

Autor

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