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Welche Ursachen sind für Mobbing in der Berufswelt verantwortlich und welche Interventionen des Arbeitgebers können Mobbing verhindern?

Hausarbeit 2017 17 Seiten

Ethik

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Mobbing
2.1 Definition
2.2 Ursachen von Mobbing in der Berufswelt
2.3 Täter
2.3.1 Ursachen und Auslöser, Mobbingtäter zu werden
2.3.2 Handlungen der Täter
2.4 Opfer
2.4.1 Gründe, warum jemand zum Mobbingopfer wird
2.4.2 Erste Reaktionen der Mobbingopfer

3 Auswirkungen von Mobbing

4 Interventionsmöglichkeiten des Arbeitgebers

5 Zusammenfassung und Fazit

Literaturverzeichnis:

1 Einleitung

Auf Grund meiner praktischen Tätigkeit als Ausbilderin in einem Berufsbildungs- werk habe ich häufig mit jungen Erwachsenen zu tun, die bereits einige Jahre Mobbing erleben mussten. Dies geschah zum Beispiel während der Schulzeit, eines Ausbildungsversuchs oder einer früheren Berufstätigkeit. Einige dieser Mobbingopfer haben seitdem psychische Beeinträchtigungen, manche wurden auch vom Opfer zum Täter. Zudem stellte ich während meiner beruflichen Lauf- bahn in verschieden Wirtschaftsunternehmen fest, dass Arbeitgeber oft nicht wis- sen, wie sie mit Mobbingopfern bzw. -tätern umgehen und intervenieren sollen. Ziel dieser Arbeit ist es, Ursachen von Mobbing aufzuzeigen, Verhaltensweisen zu analysieren und die daraus entstehenden Folgen zu untersuchen. Im An- schluss daran werden verschiedene Interventionsmöglichkeiten für Arbeitgeber herausgearbeitet, um diesen eine Hilfestellung zu bieten.

2 Mobbing

2.1 Definition

Zunächst sollte festgehalten werden, woher der Begriff Mobbing stammt und wel- che Bedeutung dieser hat, um diesen richtig abgrenzen und untersuchen zu kön- nen.

Der Begriff Mobbing wird vom englischen Verb „to mob“ abgeleitet, was übersetzt „über jemanden herfallen“ bedeutet (vgl. Duden, 2017). Damit assoziiert man das absichtlich ständige schikanieren, quälen und verletzen von Arbeitskollegen, um sie oder ihn aus dem Unternehmen zu vertreiben (vgl. ebd.). Nachfolgend wird dieser Begriff von weiteren Autoren beschrieben und zugeord- net. „Unter Mobbing am Arbeitsplatz werden Handlungen einer Gruppe oder ei- nes Individuums verstanden, denen von einer Person, die diese Handlungen als gegen sie gerichtet wahrnimmt, ein feindseliger, demütigender oder einschüch- ternder Charakter zugeschrieben wird. Die Handlungen müssen häufig auftreten und über einen längeren Zeitraum andauern. Die betroffene Person muss sich zudem aufgrund wahrgenommener sozialer, ökonomischer, physischer oder psy- chischer Charakteristika außerstande sehen, sich zu wehren oder dieser Situa- tion zu entkommen.“ (vgl. Niedl,1995: S. 23).

Meschkutat et al. (vgl. 2002: S. 19) verstehen unter Mobbing ebenfalls, dass das Mobbingopfer über einen längeren Zeitraum drangsaliert, schikaniert, benachteiligt und ausgegrenzt wird. Da Mobbinghandlungen über einen längeren Zeitraum stattfinden, wird dies wird von den jeweiligen Betroffenen als sehr belastend bis unerträglich wahrgenommen (vgl. ebd.: S. 22).

Zusammenfassend ergeben sich folgende Aspekte: Bei Mobbing handelt es sich um Anfeindungen, Ausgrenzungen, Demütigungen sowie Schikanen, die zielgerichtet gegen eine einzelne Person und über einen längeren Zeitraum bestehen. Dabei muss sich die angegriffene Person außerstande fühlen, sich zu wehren, damit man von Mobbing sprechen kann.

2.2 Ursachen von Mobbing in der Berufswelt

Auf den ersten Blick erscheinen als Ursachen für Mobbing Schikane, Anfeindung, Ausgrenzung und Demütigung plausibel und einfach. Nun stellt sich die Frage, was Ursachen sind und wie diese entstehen, wann man zum Täter wird oder zum Opfer.

Einen Überblick über mögliche Motive für Mobbing gibt Katja Merk (vgl. 2014: S. 68 - 69). Sie beschreibt, dass Mobbing nicht zufällig entsteht. Wesentliche Ursa- chen um Mobbingopfer zu werden, können zum Beispiel wenig soziale Kompe- tenzen, soziopathische Persönlichkeit, Krankheiten, Leistungsprobleme, Auffäl- ligkeiten der äußeren Erscheinung, gezeigte Schwächen oder eine starke Mob- binganfälligkeit sein. Warum jemand zum Mobbingtäter wird, kann an Selbstwert- problemen, geringer Selbstsicherheit, soziopathischer Persönlichkeit, Ängsten, instabiler Persönlichkeit, niedrigem moralischen Niveau, übersteigerten Eigen- schaften und Fehlqualifikationen liegen (vgl. ebd.: S. 68). Weiter beschreibt sie Ursachen, die im sozialen System liegen, wie z. B. persönliche Machtstellung, soziale Zusammensetzung der Gruppe, Rangordnung und Rollenprobleme, Gruppendruck, Sündenbocksyndrom, Kommunikationsprobleme oder Bezie- hungsprobleme (vgl. ebd.: S. 68). Als weitere Ursache nennt sie die äußeren ne- gativen Rahmenbedingungen, zum Beispiel Defizite bei äußeren Arbeitsbedin- gungen, der Arbeitsgestaltung, mangelnde Arbeitsorganisation, Leitungsfehler, Situationsveränderungen oder grundsätzlich ein schlechtes Betriebsklima (vgl. ebd.: S. 69).

Litzcke, Schuh und Pletke (vgl. 2013: S. 114) verweisen darauf, dass zwar ver- schiedene Merkmale einen Mobbingprozess anfachen können, aber der Be- troffene nicht automatisch daran schuld sei. „Für die Entstehung der Mobbingsi- tuation kann es ausreichen, dass eine Person in einer bestimmten Gruppe auf- grund ihrer Persönlichkeit, ihres Geschlechts, ihrer Hautfarbe, ihrer kulturellen oder nationalen Identität in eine sozial herausgehobene Stellung geraten ist“ (ebd.: S.114).

Diese Ursachen benennen auch Meschkutat et al. (vgl. 2002: S. 110). Die Auto- ren schreiben dabei ebenfalls, dass in der Regel mehrere Auslöser vorhanden sein müssen. Dies kann der Führungsstil der Vorgesetzten sein, die Organisation der einzelnen Abteilungen oder des Unternehmens, die konjunkturelle Entwick- lung, Angst vor Arbeitsplatzverlust sowie zunehmender Stress und Leistungs- druck.

Zusammenfassend wird deutlich, dass zum Beispiel Leistungsdruck, Angst, Neid, Krankheit sowie mangelnde Führungskompetenz und fehlende Unternehmensstruktur in verschiedenen Kombinationen zu Mobbing führen können.

2.3 Täter

Im Weiteren werden die Ursachen und Auslöser beleuchtet, weshalb jemand zum Täter wird.

2.3.1 Ursachen und Auslöser, Mobbingtäter zu werden

Sven Litzcke et al. (vgl. 2013: S.113) verdeutlichen, dass vor allem hoch narziss- tische Personen, mit wenig Selbstkonzeptklarheit dazu tendieren, als Mobbing- täter zu agieren. Narzisstische Menschen besitzen in der Regel eine hohe Selbst- überschätzung sowie ein überhöhtes Selbstwertgefühl oder starke Selbstwert- schwankungen. Jeder, der dieses überzogene Selbstbildnis in Frage stellt, beutet für den Narzissten eine Bedrohung, was wiederum ein aggressives Verhalten hervorruft. Das Selbstwertgefühl wird durch die Überlegenheit, welche er gegen- über der anderen Person zeigt, wiederhergestellt (vgl. ebd.: S. 113).

Diesen Sachverhalt führt Merk (vgl. 2014: S. 73) ebenfalls an. Sie schreibt, dass Unzufriedenheitsgefühle, Neidgefühle, Minderwertigkeitsgefühle oder persönliche Schwächen und daraus resultierende Ängste, ein geringes Selbstwertgefühl sowie geringe Selbstsicherheit zu Mobbinghandlungen führen. Diese Beeinträchtigung wird als sehr gravierend empfunden und der potentielle Täter nimmt den Kollegen oder Mitarbeiter als Bedrohung seiner eigenen Interessen wahr, was ihn dabei emotional stark bewegt (vgl. ebd.: S. 73).

2.3.2 Handlungen der Täter

Nach Kolodej (vgl. 2016: S. 49 - 50) gibt es verschiedene Vorgehensweisen für Mobbinghandlungen, die Vorgesetzte und Kollegen gegenüber ihren Opfern an- wenden, wie die Vergabe von sinnlosen Aufgaben, kränkende Arbeitsaufträge, Aufgaben, die weit unter dem eigentlichen Können liegen oder ihre Qualifikation übersteigen, um denjenigen zu diskreditieren, Androhungen von körperlicher Ge- walt, Zwang zu gesundheitsschädlichen Arbeiten, sexuelle Übergriffe, Verursa- chen von Kosten im Namen des Betroffenen, Versetzungen oder Behandlung des Kollegen wie Luft.

Nach ihrer Häufigkeit differenziert steht an erster Stelle das Verbreiten von Gerüchten und Unwahrheiten, gefolgt von falsch bewerteten Arbeitsleistungen, Sticheleien und Hänseleien sowie Verweigerung wichtiger Informationen (vgl. Meschkutat et al., 2002: S. 50).

Die Rechtsanwältin Erika Schreiber (vgl. 2017) zeigt ebenfalls typische Verhaltensmuster von Mobbern auf, wie willkürliche Beschneidung der Zuständigkeiten, Überfrachten mit Arbeit, Anordnungen von sinnlosen Tätigkeiten, gezielte Unterdrückung von Informationen, willkürliche Abmahnungen oder Versetzungen, Ignorieren von Fragen, pauschale Kritiken, Angriffe gegen das Selbstwertgefühl, wie zum Beispiel durch Demütigungen, Erniedrigung und Angriffe gegen die Privatsphäre, wie etwa Kontrollbesuche, und noch vieles mehr.

2.4 Opfer

Nachfolgend wird erläutert, welche Gründe und Voraussetzungen in der Regel vorliegen, um ein Mobbingopfer zu werden.

2.4.1 Gründe, warum jemand zum Mobbingopfer wird

Gemäß Schreiber (vgl. 2017) gibt es zunächst kein typisches Verhalten von Mobbingopfern.

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Details

Seiten
17
Jahr
2017
ISBN (eBook)
9783668834811
ISBN (Buch)
9783668834828
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v449739
Institution / Hochschule
DIPLOMA Fachhochschule Nordhessen; Zentrale
Note
1,0
Schlagworte
Mobbing Intervention

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