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Der Fall Rosenberg - Die Hinrichtung zweier vermeintlicher Atomspione im Kalten Krieg

Seminararbeit 2005 20 Seiten

Politik - Internationale Politik - Thema: Int. Organisationen u. Verbände

Leseprobe

Inhalt

1. Einleitung

2. Der Kalte Krieg
2.1 Das „Manhattan – Project“

3. Die amerikanischen Geheimdienste
3.1 Die CIA
3.2 Die “McCarthy-Ära”
3.3 VENONA

4. Der Fall Rosenberg
4.1 Verhaftung und Verurteilung
4.2 Was verrieten die Spione?

5. Fazit

6. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Am 29. August 1949 testete die damalige Sowjetunion erfolgreich ihre erste Atombombe. Neben den Vereinigten Staaten, die vier Jahre zuvor die weltweit erste Bombe dieser Art gezündet hatten, war nun auch die UDSSR zur Nuklearmacht geworden. Das Atommonopol der Vereinigten Staaten existierte damit nicht länger.

Die US-Regierung unter Präsident Truman war entrüstet, zumal die CIA noch ein Jahr zuvor versichert hatte, dass die UDSSR ihre erste Atombombe frühestens 1953, wahrscheinlich aber erst in 10 bis 15 Jahren, fertig stellen könnte. Wie hatte ein Land ohne Rohstoffkapazitäten und ohne technisches Wissen in so kurzer Zeit eine Atombombe entwickeln können? Und wie war es möglich, dass die Geheimdienste dies nicht bemerkt hatten?

Als Entschuldigung für die Fehleinschätzung der CIA wurde verbreitet, dass sowjetische Spionageringe für die schnelle Entwicklung der Atombombe in der UDSSR verantwortlich gewesen wären. Es gab zwar keine Beweise dafür, doch es wurde eine regelrechte Jagd auf mutmaßliche sowjetische Agenten in den USA eröffnet.

Im Zuge der fieberhaften Suche nach Schuldigen wurden unter anderem Ethel und Julius Rosenberg, ein amerikanisch-jüdisches Ehepaar, verhaftet, zum Tode verurteilt, und trotz weltweiter Proteste, 1953 hingerichtet.

Im Folgenden wird der Fall des Ehepaares Rosenberg und die Rolle der Geheimdienste analysiert. Bis heute gibt es Spekulationen um die Verurteilung, da es nie stichhaltige Beweise für die Weiterleitung von Atomgeheimnissen an die Sowjetunion durch die Rosenbergs gegeben hat. Es stellt sich die Frage, warum die Rosenbergs zum Tode verurteilt wurden. Warum fiel das Urteil so hart aus, wieso reichte eine Gefängnisstrafe nicht aus? Welche Rolle spielte ihre kommunistische Einstellung? Waren sie Spione oder Opfer, die als Sündenböcke für die Fehler der US-Geheimdienste herhalten mussten?

Des Weiteren wird der Aspekt betrachtet, in wieweit Spione bei der Entwicklung der sowjetischen Atombombe wirklich eine Rolle gespielt haben. Der Journalist Phillip Knightley stellt in seinem Buch auf Grund von Recherchen die These auf, dass die sowjetischen Wissenschaftler weit mehr über die Atomforschung wussten, als den amerikanischen Geheimdiensten bekannt war, und die Spione demnach keine neuen Erkenntnisse verrieten. Ein Grund mehr zu hinterfragen, warum die CIA nichts von der Entwicklung der russischen Atombombe bemerkt hat. Wie kam es zu den offensichtlichen Fehleinschätzungen? Welche Bedeutung hat der Fall Rosenberg für die Geheimdienste in den Internationalen Beziehungen, speziell für die CIA?

Diese Fragen sollen in der Hausarbeit bearbeitet werden.

Dabei wird zuerst auf den politisch-geschichtlichen Hintergrund eingegangen.

2. Der Kalte Krieg

Die Verhaftung und anschließende Hinrichtung des Ehepaares Ethel und Julius Rosenberg ereignete sich inmitten des Kalten Krieges.

Der Kalte Krieg war eine Periode scharfer Gegnerschaft und Konkurrenz zwischen den ehemaligen Bündnispartnern USA und UDSSR vom Ende des Zweiten Weltkrieges bis zur Auflösung der Sowjetunion im Jahr 1991.

Auf Grund unvereinbarer Auffassungen über die Gestaltung der Nachkriegsordnung in Europa kam es zwischen den beiden Supermächten mehrmals zu schweren Krisen, die an den Rand eines 3. Weltkrieges führten. Durch gegenseitiges Wettrüsten wollte sich jeder der beiden Staaten als stärkste Weltmacht etablieren und versuchte, sowohl durch Propaganda und politischen Druck, als auch durch Unterstützung von Staatsstreichen, andere Staaten auf seine Seite zu ziehen.

Einer der bedeutendsten Konflikte im Kalten Krieg war das Wettrennen der beiden Nationen um die Entwicklung der Atombombe. Dieser Aspekt ist von großer Bedeutung für den Fall Rosenberg und wird deshalb in den folgenden Kapiteln ausführlich behandelt. Dabei wird zunächst das „Manhattan-Project“ betrachtet, das vor sechzig Jahren zur Zündung der ersten Atombombe durch die Amerikaner führte.

2.1 Das „Manhattan - Project“

Bereits im Jahre 1907 beschäftigte sich Albert Einstein mit der Atomenergie. Dabei stellte er die These auf, dass Atome von gewaltigen Kräften zusammengehalten würden, die man durch Zerstörung des Atomaufbaus gewinnen und als Energie nutzen könne.

Für die internationale Politik relevant wurden diese Überlegungen jedoch erst ab dem Jahr 1941, als britische Wissenschaftler verkündeten, die Konstruktion einer funktionstüchtigen Uranbombe sei möglich, und es deutschen Wissenschaftlern kurz vor Beginn des Zweiten Weltkrieges gelang, den Atomkern zu spalten. Die USA gründeten daraufhin, genehmigt durch Präsident Roosevelt, das „Manhattan-Project“. Dies war ein geheimes Atomforschungsprojekt der USA, Kanadas und Großbritanniens mit dem Ziel, die ersten auf der Welt zu sein, die Atomenergie in einer funktionstüchtigen Bombe nutzbar machen konnten. Insgesamt arbeiteten 37 Forschungsstätten mit 120 000 Beschäftigten an dieser Aufgabe, die US-Regierung investierte zwei Milliarden Dollar.

Am 16. Juli 1945 testeten die Amerikaner erfolgreich ihre erste Atombombe. „Etwas ganz Neues war soeben entstanden, eine neue Macht, ein neues Wissen, das der Mensch über die Natur gewonnen hatte.“[1]

Trotz strengster Geheimhaltung wurde das „Manhattan-Project“ von Anfang an von sowjetischen Agenten ausspioniert. So gab unter anderem der Physiker Klaus Fuchs, der im Forschungslabor Los Alamos am Bau der Bombe mitarbeitete, alle Entwicklungen an die Sowjets weiter. Die amerikanischen Geheimdienste bemerkten offenbar nichts von diesen Spionageaktivitäten und versicherten Präsident Truman, wie in der Einleitung bereits erwähnt, dass die USA ihr Atommonopol vorerst wahren könnten. Durch die Zündung der sowjetischen Atombombe am 29. August 1949 in Kasachstan zeigte sich jedoch, dass diese Informationen falsch waren.

In den nächsten Kapiteln wird diese Fehleinschätzung der Geheimdienste genauer analysiert und die Folgen für die internationale Politik, die Geheimdienste und den Fall Rosenberg aufgezeigt werden.

Zunächst wird jedoch ein kurzer Überblick über die Aufgaben, die Funktion und die Geschichte der amerikanischen Geheimdienste gegeben.

3. Die amerikanischen Geheimdienste

Die Gemeinschaft der insgesamt dreizehn nationalen Nachrichtendienste in den Vereinigten Staaten setzt sich aus der Central Intelligence Agency ( CIA ) und diversen anderen Organisationen, wie zum Beispiel dem FBI, auf das später noch eingegangen werden wird, zusammen, die im Auftrag der US-Regierung operieren.

Die drei grundlegenden Aufgaben der Geheimdienste bestehen im Sammeln und Interpretieren von Informationen aus aller Welt, der Spionageabwehr, und der verdeckten Ermittlung zur Wahrung amerikanischer Interessen.

Die Spionageabwehr ist eine zentrale Aufgabe der Geheimdienste und auch für den Fall Rosenberg von besonderer Bedeutung. Deshalb soll dieser Aspekt im Folgenden genauer betrachtet werden.

[...]


[1] Jeremy Issacs, Taylor Downing: Der Kalte Krieg, München / Zürich 1999, S. 18.

Details

Seiten
20
Jahr
2005
ISBN (eBook)
9783638423861
ISBN (Buch)
9783638865975
Dateigröße
557 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v44876
Institution / Hochschule
Universität zu Köln – Institut für Politische Wissenschaft
Note
2,0
Schlagworte
Fall Rosenberg Hinrichtung Atomspione Kalten Krieg Proseminar Topic Spionage

Autor

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