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Altersspezifische Bildungskonzepte. Ein Blick auf Anbieter, Angebote und Nutzungsverhalten in der Erwachsenenbildung, sowie ihre gesellschaftliche Bedeutung

Hausarbeit 2017 19 Seiten

Pädagogik - Erwachsenenbildung

Leseprobe

Inhalt

1. Einleitung

2. Konzepte und Lernformen in der Erwachsenenbildung
2.1 Bildungskonzepte im Erwachsenenalter
2.2 Informelles Lernen und E-Learning als neue Lernform

3. Von der Vielfalt der Anbieter, über Bildungsangebote hin zu ihrer Bedeutung
3.1 Anbieter der offenen und geschlossenen Erwachsenenbildung und Weiterbildung
3.2 Bildungsangebote der verschiedenen Anbieter und Nutzungsverhalten der Teilnehmer/innen
3.3 Gesellschaftliche und individuelle Bedeutung von Bildungs- und Weiterbildungsangeboten

4. Fazit

5. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Diese wissenschaftliche Hausarbeit wirft einen Blick auf Bildungskonzepte in der Erwachsenenbildung, sowie Bildungsanbieter, Bildungsangebote und das Nutzungsverhalten der Erwachsenen. Zuletzt werden diese Themen in den gesellschaftlichen Kontext eingebettet, indem die gesellschaftliche und individuelle Bedeutung von Weiterbildung in den Fokus gerückt wird.

Ziel ist es, einen Überblick über den Bildungsbegriff in der Erwachsenenbildung zu verschaffen, indem versucht wird Bildungskonzepte in der Erwachsenenbildung darzustellen, die Aufgabe der Erwachsenenbildung zu analysieren und die Unterscheidung in der Begrifflichkeit Erwachsenenbildung und Weiterbildung deutlich zu machen. Das informelle Lernen wird angeführt und es wird erklärt, wie es sich gegenüber anderen Lernformen in unserem Bildungssystem unterscheidet und welche Rolle es in der Erwachsenenbildung einnimmt. Des Weiteren werden Förder- und Beratungsmöglichkeiten für Erwachsene vorgestellt und damit einhergehend verschiedene Bildungsanbieter, sowohl Anbieter der offenen Erwachsenenbildung, als auch jene der geschlossenen Anbieter. Es wird ein Überblick über Bildungsangebote der verschiedenen Anbieter gegeben und das Nutzungsverhalten von Teilnehmer/innen analysiert, indem verschiedene Erhebungen und Studien betrachtet werden und Merkmale der Teilnehmer/innen aufgefasst werden. Das bedeutet, dass auf Unterschiede und Gemeinsamkeiten deutschlandweit geblickt wird und die Vielfältigkeit der Teilnehmer/innen erläutert wird. Abschließend legt sich der Fokus auf die gesellschaftliche und individuelle Bedeutung von Bildungs- und Weiterbildungsangeboten für Erwachsene, indem verschiedene Weiterbildungsziele dargestellt, verknüpft und kategorisiert werden.

Diese Hausarbeit soll mit ihrer Thematik einen kurzen Überblick über den aktuellen Forschungsstand in der Erwachsenenbildung liefern und einen Beitrag zur empirischen und qualitativen Bildungsforschung leisten. Die Forschung der Erwachsenenbildung und -Weiterbildung muss weiter vertieft werden, denn in ihr liegt eine wichtige Rolle zur Ermöglichung von individueller und gesellschaftlicher Verwirklichung.

2. Konzepte und Lernformen in der Erwachsenenbildung

2.1 Bildungskonzepte im Erwachsenenalter

Der Begriff der Erwachsenenbildung und Weiterbildung steht im Zusammenhang mit dem Bildungsbegriff des Neuhumanismus und der Begrifflichkeit des lebenslangen Lernens: „Das Ideal des Neuhumanismus ist die Bildung des Menschen zu einer inneren, umfassenden Einheit, die „Erhöhung aller Geistes- und Gemütskräfte zu einer schönen Harmonie des inneren und äußeren Menschen“. (Frater o.J.) In der Erwachsenenbildung werden häufig Begrifflichkeiten wie „lebenslanges Lernen, selbstgesteuertes Lernen, Altenbildung, Weiterbildung (verwendet).“ (Leipold 2012: 18) Dabei bietet „lebenslanges Lernen“ oftmals einen breiten Begriff für den Wissenserwerb der im Erwachsenenalter stattfindet, d.h. nach der Schule. Auch der Begriff der Kompetenz ist von großer Bedeutung, denn neben definierten Inhalten ist es in der zieloffenen Erwachsenenbildung wichtig, methodische Kompetenzen zu erlangen um mit seinem Umfeld selbstgesteuert agieren zu können. Die Möglichkeiten der Weiterbildung sind vielfältig und können im institutionellen Rahmen, wie auch im nicht-institutionellen Rahmen stattfinden. Es geht dabei jedoch immer um die Vermittlung von Fertigkeiten und spezifischen Inhalten, sei es beruflicher Natur oder allgemeiner. Warum die Begrifflichkeit des lebenslangen Lernens so eine wichtige Rolle in der Erwachsenenbildung spielt, obwohl es um ein Lernen von Beginn bis Ende des Lebens geht, wird deutlich, wenn man sich klarmacht, dass die vorhandenen Bedingungen für Lernen sich mit dem Wandel der Lebensphasen stark verändern. Bildungskonzepte im Erwachsenenalter müssen somit an ihre spezifischen Vorkenntnisse und Lernbedingungen angeknüpft werden um eine erfolgreiche Wissensaufnahme zu ermöglichen. (vgl. Leipold 2012: 18-20)

In den Bildungskonzepten zur Erwachsenenbildung geht es um „das Phänomen der Bildung und Selbstbildung, des Lehrens und Aneignens, des organisierten und des informellen Lernens im Lebenslauf des erwachsenen Menschen“ (Behrmann 2010: 5). Die Inhalte der Konzepte orientieren sich dabei an allgemeinen Inhalten unserer Welt, Themen die das Alltagsleben betreffen. Lässt sich die Bildung eines Erwachsenen auf eine Motivation beruflicher Qualifikation zurückführen, so spricht man im allgemeinen Sinne von Weiterbildung. Dennoch erscheinen die Begriffe oft als Synonym füreinander, da der Begriff der Weiterbildung nichts weiter als die weiterverlaufende Ausbildung einer bestimmten Wissensgrundlage darstellt und diese Wissensgrundlage im Erwachsenenalter bereits vorhanden ist. (vgl. Behrmann 2010: 6)

Bildungskonzepte, die an die Bedingungen der Erwachsenen angepasst sind, lassen sich in vielfältiger Weise in Erwachsenenbildungsträgern finden. Weltweit existiert ein breites Spektrum an Trägern, Einrichtungen, Verbänden, Verbünden und Gruppierungen, die Weiterbildungen im mehr oder weniger institutionalisierten und organisierten Sinne anbieten. Damit verbunden herrscht eine Vielzahl an Nachfragen von Erwachsenen aus verschiedenen Milieus und verschiedenen Bedarfsfällen. (vgl. Behrmann 2010: 7)

Bund und Länder haben über die Jahre hinweg viele Fördermöglichkeiten der Weiterbildung geschaffen, wie beispielsweise Bildungsprämien oder Bildungsgutscheine. Damit diese Fördermöglichkeiten genutzt werden, ist Transparenz in den Bildungsangeboten äußerst wichtig. Die Transparenz hat sich seit dem Jahr 2014 deutlich verbessert, so sind es um Jahre 2016 circa zwei Drittel, 69%, die eine gute Übersicht über ihre individuellen Fördermöglichkeiten besitzen. Jeder neunte von zehn Suchenden, hat dabei auch die gezielten Informationen zu seinem Bedarf gefunden. Transparenz hängt zudem stark mit Beratung zusammen. Bei der Suche nach der geeigneten Weiterbildung werden besonders häufig kostenlose Beratungsangebote genutzt. Unter den kostenlosen Beratungsstellen sind Weiterbildungseinrichtungen wie die Volkshochschule und private Weiterbildungseinrichtungen, Arbeitgeberorganisationen, der eigene Arbeitgeber oder der Betrieb, sowie Bildungseinrichtungen wie die Hochschule, die Berufsschule, sowie Einrichtungen wie die Arbeitsagentur, Jobcenter oder unabhängige Beratungseinrichtungen. (vgl. Bilger und Strauß 2017: 58-61)

Empirische Studien zum Lernverhalten im Erwachsenenalter zeigen, dass es in den letzten 30 Jahren einen Wandel in der Erwachsenenbildung gab. Erwachsene weisen heutzutage eine erhöhte Bereitschaft zur Kritik, zum selbstsicheren Agieren und zum Zweifel an Autorität und Kompetenz von Lehrenden auf. Ihr Wille voneinander zu lernen ist deutlich angestiegen, ihr Wunsch in einer sozialen Gruppe gemeinsam Wissen zu erarbeiten ist gleichbleibend hoch, da Erwachsenenbildung immer in soziale Verhältnisse eingebettet ist. Die Lernprozesse von Erwachsenen finden allerdings nicht in immer in organisierten Einrichtungen statt, wie wir es aus der Kindheit und Jugendzeit in der Schule kennen, daher lernen Erwachsene nicht nur formell, wie wir es aus der Schule kennen, sondern informell. Dies wird im nächsten Abschnitt erläutert. (vgl. Hackl und Friesenbichler 2011: 1-3)

2.2 Informelles Lernen und E-Learning als neue Lernform

Man unterscheidet grundsätzlich zwischen „formalen Lernen“, „nicht-formalen Lernen“ und „informellen Lernen“. „Formales Lernen“ bezeichnet dabei das in unserem Bildungssystem anerkannte gesellschaftlich organisierte Lernen. „Nicht-formales Lernen“ hingegen bezeichnet alle anderen Lernformen, die außerhalb unseres formalisierten Bildungssystems stattfinden. „Informelles Lernen“ kann nicht unter eine allgemeingültige Definition erfasst werden: „Das reicht von der Charakterisierung als ungeplantes, beiläufiges, implizites und oft auch unbewusstes Lernen über die Bezeichnung für alle von den Lernenden selbst ohne Bildungs-Unterstützung entwickelten Lernaktivitäten bis zur Gleichsetzung mit dem „non-formal learning“ d. h. der Bezeichnung für alles außerhalb des formalen Bildungssystems praktizierte Lernen.“ Informelles Lernen gilt dabei als Oberbegriff für ein unbewusstes, unbeabsichtigtes Lernen, wie auch für ein beabsichtigtes, bewusstes Lernen, beides findet allerdings außerhalb der schulischen Umwelt statt. Das unbewusste Lernen unterliegt allerdings der Gefahr sich Missverständnissen und falschen Annahmen anzunehmen, was beim bewussten Reflektieren nicht geschieht, so ist es auch bei dieser Form des informellen Lernens wichtig, seine erworbenen Informationen kritisch zu evaluieren. (vgl. Dohmen 2001: 18-19) Im Jahre 2016 lernten 43 % der 18- bis 64-Jährigen auf intentionalem, informellem Wege. (vgl. Bilger und Strauß 2017: 47)

Informelles Lernen beruht auf dem eigenen Lernen und Verarbeiten von Informationen, das aus spontanen, nicht routinemäßigen Situationen hervorgeht, in nicht lerntypischen Organisationen. Das Resultat von informellem Lernen ist damit im Vergleich zum formalen Lernen nicht das Lernen an sich, sondern die Situationsbewältigung und Problemlösestrategie, die mit Hilfe vom Lernen besser ausgeführt wird. Dabei unterliegt diese Form des Lernens nicht nur den Fähigkeiten des Individuums, sondern auch den Umweltbedingungen, die es umgeben, wie unterstützende Maßnahmen und extrinsische Motivation, ähnlich wie auch beim formalen Lernen. (vgl. Dohmen 2001: 18-19) Als „Aktion mit Reflexion“ wird dabei die Normalform des informellen Lernens bezeichnet, ein Lernvorgang mit anschließender Reflexion. „Aktion ohne Reflexion“ ist dabei eine besondere Form des informellen Lernens, die beiläufig stattfindet. „Reflexion ohne Aktion“ bezeichnet ein Lernen ohne aktives Handeln, was als das formale Lernen definiert werden kann. (vgl. Dohmen 2001: 20)

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Details

Seiten
19
Jahr
2017
ISBN (eBook)
9783668828148
ISBN (Buch)
9783668828155
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v446971
Institution / Hochschule
Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg
Note
1,3
Schlagworte
Bildungsangebote Bildung im Alter Erwachsenenbildung

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