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Technische Entwicklung der Trompete und deren Einfluss auf Komposition und Instrumentation

Hausarbeit 2004 50 Seiten

Musikwissenschaft

Leseprobe

Inhalt

1. Einleitung; Vor- und Frühgeschichte

2. 12. bis 15. Jahrhundert
2.1. Die Entwicklung von der Busîne bis zur S-förmigen Trompete
und Bügeltrompete

2.2. Die Zugtrompete
2.3. Fazit

3. 16. bis 18. Jahrhundert
3.1. Die Feldtrompete und die Ausreizung der Naturtrompete
durch das Erlangen der Clarinlage

3.2. Das Jägerhorn und über den Mythos der „Clarintrompete“
3.3. Das Wiederaufleben der Zugtrompete
3.4. Der Stilwandel der Musik Mitte des 18. Jahrhunderts und die Trompete im klassischen Orchester
3.4.1. Die Suche nach Chromatik auf der Trompete
3.4.1.1. Die Stopftrompete
3.4.1.2. Die Inventionstrompete
3.4.1.3. Die Klappentrompete
3.5. Fazit

4. 19. Jahrhundert bis zur Gegenwart
4.1. Die Erfindung des Ventils
4.2. Der Einzug der Ventiltrompete in das Orchester
4.3. Die heute gebräuchlichsten Trompeten
4.4. Fazit

5. Sonderformen in der Trompetenentwicklung

6. Graphischer Überblick der Trompetengeschichte

7. Nachwort

8. Anhang
8.1. Quellenverzeichnis
8.2. Danke
8.3. Eidesstattliche Erklärung

1. Einleitung; Vor- und Frühgeschichte

Die Trompete ist eines der ältesten Instrumente, und war bei fast allen alten Völkern in der Urform vorhanden und in Gebrauch. Kaum ein Musikinstrument hat sich im Laufe der Zeit so stark gewandelt und entwickelt, wie sie.

Die Urform der Trompeteninstrumente war die sogenannte Heultrompete, oder –tube und wurde bereits im „Gilgamos“ – Epos zitiert. Diese bestand aus einem ausgehöhlten Baumstamm, in den hinein gesungen, gesummt, oder gesprochen wurde, um die Stimme (mystisch) zu verfärben.

Weitere Vorfahren der Trompete waren wohl die Tuben (Einzahl: Tuba), die meist ohne den heute bekannten Schalltrichter und Mundstück gebaut wurden. Tuben sind der römischen „tuba“ angenäherte Zwischeninstrumente, die vor allem im fernen Osten typisch waren. Die „tuba“ war etwa 120 cm lang und hatte ein konisches Rohr von ca. 10 bis 28 mm Durchmesser. Es gab nur einige Sonderformen mit zylindrischem Rohr aus Assam, Ozeanien, oder (Vorder-)Indien. Gebaut wurde sie meist aus Bambus.

Es wurden aber auch Materialien wie Elfenbein, Holz, Rinde, Rohr, Kalebasse und gebrannter Ton verwandt, denn das erste Auftreten von Trompeteninstrumenten war bereits vor der Metallzeit. So sind neben den afrikanischen, australischen und südamerikanischen primitiven Holztuben auch Tontrompeten aus Altzypern oder Altspanien bekannt.

So wie die bereits genannten Heultuben sind auch die ersten historischbelegbaren Tontrompeten Zyperns (4. Jahrhundert v. Chr.) und die Metalltrompeten Altägyptens noch mundstücklos. Hier wurde nur der obere Rand des Rohres wulstförmig umgebogen, um die Lippen gefahrlos ansetzen zu können, und sie vor den scharfen Kanten des Metallrohres zu schützen.

Trompeten aus Metall hat es bei den Sumerern nicht gegeben, obwohl dort schon mit Edelmetallen beschlagene, oder schlichte Blasinstrumente (Stierhörner) und wohl auch die Holztube bekannt waren. Erst verhältnismäßig spät schlossen sich Indien, China, Japan, der Iran und Kleinasien dem Bau von metallischen Trompeten an. So sind assyrische Kriegstrompeten gesichert[1], die wahrscheinlich aus Metall gefertigt waren.

In dieser Zeit gab es auch die sogenannten „hasosra“, silberne Trompeten des jüdischen Tempels, über die ausführlich im Alten Testament berichtet wird, und auf dem Triumphbogen des Titus dargestellt sind.

Ägyptische Belege ermöglichen es im Gegensatz zu den asiatischen Quellen die ersten Trompeten dort um einige Jahrhunderte vorzuverlegen. Es ist zwar erst einer spätzeitlichen Quelle zu entnehmen, dass die Trompete im Osiriskult verwendet wurde, jedoch hatte sie schon viel früher eine bestimmte Rolle im Totenkult gespielt[2] was aus einer bildlichen Darstellung des Alten Reiches aus der Zeit zwischen der IV. und VI. Dynastie hervorgeht (3. vorchristliches Jahrtausend). Neben dem kultischen Gebrauch hatte die Trompete in dieser Zeit auch eine große Bedeutung als königliches Symbol, was beispielsweise die beiden prunkvollen Trompeten aus dem Grabschatz des Tut’ Ankh Amon darlegen können. Diese beiden ersten, verschieden langen Blasinstrumente waren aus Bronze und Gold, bzw. aus reinem Silber gefertigt, und wiesen neben zahlreichen Darstellungen auch die Monogramme des Königs als Verzierung auf[3].

Unter den späteren Erobererkönigen, und hier besonders unter Ramses II., kam zur kultischen Bedeutung und königlicher Symbolik noch die Funktion als militärische Signalgeber hinzu. Denn die Bezeichnung des Trompeters, d. h. desjenigen, der mit dem „scheneb spricht“, deutet darauf hin, dass dieser mit Hilfe seines Instruments die königlichen Befehle übermittelte.

Die Trompete, die auf bildlichen Darstellungen des Neuen Reiches häufiger zu sehen ist, ist auch später im Niltal ein königliches und kultisches Instrument geblieben.

In der Ptolemäer-Zeit und während der griechisch-römischen Periode wurde sie jedoch von der griechischen „salpinx“ mit glockenförmiger Stürze[4] und den römischen Legionärsinstrumenten etruskischer Herkunft, der „lituus“ und der „tuba“ (beide eher nach dem Trompeten, oder Horntypus gebaut) verdrängt. Dann lebte sie jedoch in der arabisch-persischen Trompete „an-nafir“, mit der sie viele gemeinsame Züge hat, wieder auf.

Innerhalb des europäischen Raumes muss später für eine Systematik in der Einordnung der Metallblasinstrumente neben der Tonerzeugung auch die Mensur der Röhre als Kriterium zugrunde gelegt werden. Nur dann, wenn es sich um eine enge und auf mindestens zwei Drittel der Gesamtlänge zylindrische Röhre handelt, kann man von einer Zugehörigkeit zur Trompetenfamilie ausgehen. Hierbei ist die Form, oder Führung der Röhre (gestreckt, gebogen, oder gewunden) von untergeordneter Bedeutung[5].

Diese Kriterien grenzen die Trompeteninstrumente nicht nur von den Horninstrumenten ab, sondern schließen auch solche Metallblasinstrumente aus, die oft fälschlicher Weise trotz ihres kontinuierlich konischen Rohres wegen ihrer gestreckten Form oft der Trompete oder Posaune gleichgesetzt werden. Hier sind z. B. die oft auf bildlichen und plastischen Darstellungen auftretenden „Posaunen des Jüngsten Gerichts“ zu nennen, die ca. vom 1. Jahrhundert n. Chr. Bis in die Gegenwart anzutreffen sind. In ihnen lebt die altrömische Tuba weiter. Sie werden auch von Edward Buhle als konische Röhren weiter Mensur beschrieben[6].

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Verschiedene vorzeitliche Trompetenformen[7]

Deswegen ist es für die exakte Definition der Trompetenfamilie erforderlich zwi-schen der synonymen Verwendung des Wortes „Tuba“ für Trompetenformen und der Eigenform der Tuba zu unterscheiden. Diese sollten aber auch nicht mit der zylindrischen Busîne gleichgesetzt werden. Denn im Gegensatz zur Tuba gibt es keinerlei bildliche, oder literarische Quellen, noch sind erhaltene Instrumente aus dieser Epoche bekannt, die belegen, dass sich die gestreckten metallenen Busînen mit überwiegend zylindrischem Rohr und trompetenähnlicher Anblasweise über die Zeit der Völkerwanderung hinaus un-mittelbar im Instrumentarium des christlichen Abendlandes fortgesetzt haben.

In der karolingischen und nach-karolingischen Zeit wurden offenbar fast nur Horninstrumente, entweder aus ihrem natürlichen Material, oder als Nachbildung aus Metall verwendet. Nicht ausgeschlos-sen jedoch ist auch die Verwendung von trompetenähnlichen Instrumenten wie z. B. Instrumente nach Art der skandinavischen „Lur“, oder des fränkischen „Hirtenhorns“, die allerdings nicht aus Metall, sondern aus längsseitig gespaltenen Ästen, deren ausgeschabte Hälften zusammengefügt die zylindrische Röhre bilden.

2. 12. bis 15. Jahrhundert

2.1. Die Entwicklung der Busîne bis zur S-förmigen Trompete und Bügeltrompete

Um 1100 tauchte dann erstmals die Bezeichnung „buisine“ im „Rolandslied“ auf, die später im 12. und 13. Jahrhundert in den altfranzösischen und mittelhochdeutschen Dichtungen als „bouzigne“, „boisine“ und „busîne“ wiederkehrt. Dieses neue Blasinstrument wird im Klang als „clere“, „bruians“ und „haultaine“, bzw. als „lûte“ und „hell“ beschrieben. Ein erster Bildbeleg für die Busîne soll in einem Fresko der Basilika S. Angelo in Formis bei Capua vom Ende des 11. Jahrhunderts, die das Weltgericht darstellt zu sehen sein. Es ist aber nicht eindeutig ersichtlich, dass es sich bei den von den vier Engeln gespielten Instrumenten nicht um unter den Begriff „Tuba“ fallende Blasinstrumente handelt.

Eindeutige Abbildungen der Busîne, die als ältester reiner Trompetentypus in Europa gilt, sind jedoch nicht vor dem 13. Jahrhundert zu finden. Hier kann man sie mit einem langen, gestreckten Rohr sehen, das am Ende entweder in einen tiefen Schalltrichter übergeht, oder teilweise auch ein flacheres und breiteres glockenförmiges Schallstück hat.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Die Busîne[8]

Die Busîne wird, wie die meisten anderen ihrer Vorfahren auch, nach wie vor für militärische Zwecke und bei Kriegs- und Kampfhandlungen genutzt, wo aber auch das Horn seinen Platz behauptet. Sie wird daneben aber auch zum bevorzugten Instrument für festliche Aufzüge und viele Anlässe, die mit repräsentativem Auftreten verbunden sind. Hierbei können auch zwei oder mehr Instrumente verwendet werden. Bei Festmusiken steht die Busîne oft in Verbindung mit Schalmeien, Pauken und Trommeln.

Die weitere Entwicklung lässt sich zunächst ebenfalls nur an Texten der mittelalterlichen Dichtung verfolgen. Ende des 12. Jahrhunderts tritt erstmals die Bezeichnung „trombas“ oder „trompas“ und zu Beginn des 13. Jahrhunderts der Begriff „cleron“ auf.

Die im 14. Jahrhundert einsetzende S-förmige Biegung des Rohres[9] wird wahrscheinlich im Zusammenhang mit einer Unterteilung in längere, bzw. tiefere und kürzere, bzw. höhere Instrumente gestanden haben. Aus den Anfangs weiten Biegungen am unteren Ende des Rohres wurden bald in enger S-Form zusammenliegende Windungen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 3: S-förmige Trompete

Ihre Endgültige Form erhielt die Trompete durch eine weitere Drehung einer der äußeren Röhrenstangen um 180° zwischen die beiden anderen.

Die ältesten Darstellungen dieser Bügelform zeigen das Harley Roll Ms. 7353 in The British Library, London, aus dem frühen 15. Jahrhundert[10] und ein Marmorrelief der Orgelbalustrade im Dom Florenz von Luca della Robbia aus den Jahren 1431 – 1438. Diese Form wurde jedoch erst durch eine neue Technik der Instrumentenbauer, das Biegen der Röhre ermöglicht. Durch diese Biegungen konnten die vorher eher unhandlichen Instrumente verkleinert, und somit auch leichter transportiert werden.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 4: Die „Bügelform“, hier eine Naturtrompete in D[11]

Sowohl die Busîne, als auch die S-, und bügelförmige Trompete waren nur auf die durch überblasen entstehende Naturtonreihe beschränkt. In welchem Umfang diese jedoch in der Frühzeit beherrscht wurde, kann lediglich vermutet werden. Nach H. Heyde wurden bis ca. 1300 nur die ersten vier Naturtöne gespielt, und erst gegen 1400 die Reihe erweitert, die aber noch im 15. Jahrhundert mit dem sechsten oder achten Teilton abschloss[12].

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 5: Die ersten vier Teiltöne[13]

Ähnliches kann man auch dem Traktat des Musiktheoretikers J. de Grocheo „De arte musicae“, in dem er schreibt, dass die Trompete die drei vollkommenen Konsonanzen beherrsche entnehmen[14]. Man vergleiche jedoch dazu Guillaumes Dufays „Gloria ad modum tubae“, dessen Fanfarenostinato sich auf den dritten bis sechsten Teilton beschränkt. Zu beachten ist allerdings, dass die Bezeichnung Tuba, wie u.a. Heinrich Besseler nachweist[15] hier kein Besetzungsvermerk, sondern ein Tonmalerischer Hinweis ist, der auch mit anderen Klangmitteln nachgeahmt werden konnte[16].

In dieser Zeit erfüllte die Trompete wie bereits erwähnt eher repräsentative Zwecke, aber auch im Krieg Signalfunktionen. So entwickelten sich um 1400 zwei Arten von Ensembles: Einerseits das reine Trompetenensemble (oft mit Pauken), das sich später zum höfischen Trompeterkorps entwickelte und andererseits die sogenannte „Alta-Kapelle“, die aus lauten Instrumenten wie Pommern und Trompeten bestand.

Das reine Trompetenensemble blies sowohl im Krieg, als auch bei Hof das „Classicum“. Ausgehend von der Aussage J. de Groecheos über den Tonumfang der Trompete wird vermutet, dass sie ausschließlich tiefe Töne spielten. Hatten alle Trompeten die gleiche Grundstimmung, bzw. die oft gemeinsam spielenden langen und kurzen Trompeten waren in der Tonhöhe aufeinander abgestimmt, so ergab sich eine Konsonanz, bzw. ein Art fortlaufenden Grundakkord (Bordun). Diese Bordunbegleitung muss für die Komponisten dieser Zeit sehr beeindruckend gewesen sein. So ist es wohl zu erklären, dass alle Autoren die große Lautstärke der Trompeten im Ensemble hervorgehoben haben. Ihr Klang war nicht schmetternd, sondern dröhnend und vibrierend. Im „Parzival“ erwähnt Wolfram von Eschenbach beispielsweise „die hellen pusînen / mit krache vor im gâben dôs“[17].

Im „Jüngeren Titurel“ erdröhnten die Busînen, wie wenn dürre Äste eines großen Waldes zersplittern:

Un mit dem ruffe der busîn krachen

Als ob mit donres duzzen

breche ein grozzer walt

mit durren spachen

Die bereits erwähnte Alta-Kapelle erfüllte, ähnlich wie das Trompetenensemble repräsentative Aufgaben, spielte aber auch bei allerlei Festlichkeiten, hauptsächlich zum Tanz.

Der Zusammenklang einer Alta-Kapelle könnte aus einigen erhaltenen Spielmannsmusiken des 13. Jahrhunderts laut H. Heyde so rekonstruiert werden:

Die Pommern (Holzblasinstrumente mit einem Doppelrohrblatt) spielten eine bewegte Melodie über einem ausgehaltenen Bordun der Trompete. Bei den Phrasenschlüssen konnte die Trompete jeweils in die Quint springen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 6: Die Rekonstruktion de Zusammenklangs einer Alta-Kapelle (Auszug aus „Lamento Tristano“)[18]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 7: Die Übertragung der Abbildung 1 in unsere heutige Notenschrift[19]

2.2. Die Zugtrompete

Aus dem 15 Jahrhundert existieren bildliche[20] und plastische[21] Darstellungen von Trompetenbläsern, die mit einer Hand das Mundstück gegen die Lippen halten, mit der anderen das nach unten gerichtete Instrument auf einer das Mundstück verlängernden Röhre weiter ausgezogen haben. Daraus hatte Sachs gefolgert, dass sich dort eine Zugtrompete entwickelt hat, die es ermöglichte durch Vertiefen jedes Naturtones um je drei Halbtonschritte eine chromatische Skala zu spielen, die beim vierten Teilton einsetzte.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 8: Thomas Harper mit der Zugtrompete[22]

Das bedeutet wohl, dass von der Trompete neben Signalen, und Bordunbegleitungen zu anderen Trompeten nun auch die Mitwirkung in Ensembles verschiedener Instrumente verlangt wurde. H. Besseler[23] hat ein frühes Bildzeugnis aus der Bibel des Herzogs Borso von Ferarra aus den Jahren 1455 – 1461 nachgewiesen, das die Verbindung Schalmei, Bomhart und Zugtrompete zu einem dreistimmigen, gemischten Ensemble zeigt. Verschiedenen Kompositionen zufolge hatte die Zug-, oder auch Menestreltrompete die Alt-Tenor-Lage und einen Tonumfang von c-a’ oder A-f’.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 9: Tonumfang der Zugtrompete in Bezug auf ein C-Instrument

So ist sie u.a. in dreistimmigen Sätzen von E. Grossin, J. Franchois und A. de Latin aufgetaucht.

Aus der Zugtrompete entwickelte sich dann später die Posaune und wurde von ihr im 15. Jahrhundert fast verdrängt, erlebte aber als „tromba da tirarsi“ noch das 18. Jahrhundert.

2.3. Fazit

Als Fazit zum ersten Abschnitt kann folgendes gesagt werden:

Die Anfangs fast ausschließlich zu Signal-, Kriegs-, und Repräsentations-zwecken verwendete Busîne hat sich wohl einerseits aus Handhabungsgründen, aber wohl auch aus musikalischen Gründen zur gebogenen S-förmigen Trompete, bzw. zur Bügeltrompete entwickelt.

Durch die Windungen wurde die Trompete einerseits um etwa die Hälfte, zum Teil bis zu einem Drittel kürzer, obwohl die Gesamtlänge des Rohres gleich blieb. Dadurch war sie u. a. wesentlich leichter zu transportieren (s. oben). Andererseits konnte die Trompete durch ihre so erlangte Handlichkeit in verschiedenen Stimmungen, also z. B. noch länger (tiefer) gebaut werden. Dadurch konnte sie musikalisch besser und flexibler eingesetzt werden.

Eine noch größere Flexibilität verdankte man der Entwicklung der Zugtrompete, mit der die Grundstimmung z. B. sogar während eines Stückes verändert werden konnte. Dadurch war sie auch mit anderen Instrumenten kombinierbar.

[...]


[1] s. Galpin, „The Music of Sumerians“, Tafel IV, 7, um 700 v. Chr.

[2] s. H. Hickmann, „Die kultische Verwendung der altägyptischen Trompete“, in: „Die Welt des Orients“, Band 5, Stuttgart 1950

[3] s. H. Hickmann, „La trompette dans l’Egypte ancienne“, Kairo 1946, bzw. „Catalogue général des antiqués égyptiennes du Musée du Caire. Instruments de musique“, Kairo 1949

[4] s. Max Wegner, „Griechenland = Musikgeschichte in Bildern“, Band 2: „Musik des Altertums“, Lieferung 4, Leipzig 1962, S. 60 ff.

[5] vgl. „Musikinstrumente in Einzeldarstellungen“, Band 2: Blasinstrumente; Alfred Berner, „Herkunft und Entwicklung bis 1500: Tuba, Busine, Trombas, Cleron“

[6] Edward Buhle, „Die musikalischen Instrumente des in den Miniaturen des frühen Mittelalters“, Leipzig 1903

[7] aus: “Musikinstrumente der Welt”, SIGNA – Verlag, Berlin 1997

[8] Busîne aus dem Museum of Fine Arts, Boston

[9] früheste Darstellung in einer Holzschnitzerei auf dem Chorgestühl der Kathedrale in Worcester von 1397

[10] s. Galpin, „Old English Instruments of Music, London 1910

[11] aus E. Tarr, „Die Trompete“, Bern 1977; Naturtrompete in D v. Johann L. Ehe II, Nürnberg (1663 –1724); Basel, Sammlung E. Tarr

[12] H Heyde, „Trompete und Trompeteblasen im europäischen Mittelalter“, Leipzig 1965

[13] aus E. Tarr, „Die Trompete“, Bern 1977

[14] E. Tarr, „Die Trompete“, Bern 1977

[15] s. „Die Entstehung der Posaune“, in: „Acta musicologica 22“, 1950

[16] vgl. „Musikinstrumente in Einzeldarstellungen“, Band 2: Blasinstrumente; Alfred Berner, „Herkunft und Entwicklung bis 1500: Tuba, Busine, Trombas, Cleron“

[17] d. h. sie erzeugten ein krachendes Getöse

[18] aus H Heyde, „Trompete und Trompeteblasen im europäischen Mittelalter“, Leipzig 1965, S. 163a

[19] aus E. Tarr, „Die Trompete“, Bern 1977

[20] u.a. Hans Memling, Orgeltafeln von 1480

[21] u.a. Michael Pacher-Altar in St. Wolfgang von 1471 - 1481

[22] aus E. Tarr, „Die Trompete“, Bern, 1977; Foto R. Morley-Pegge

[23] s. „Die Entstehung der Posaune“, in: „Acta musicologica 22“, 1950

Details

Seiten
50
Jahr
2004
ISBN (eBook)
9783638420884
ISBN (Buch)
9783640856794
Dateigröße
4.2 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v44500
Note
1,3
Schlagworte
Technische Entwicklung Trompete Einfluss Komposition Instrumentation

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Titel: Technische Entwicklung der Trompete und deren Einfluss auf Komposition und Instrumentation