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Friedrich Heinrich Karl Baron de la Motte Fouqué - Das Galgenmännlein

Hausarbeit (Hauptseminar) 2003 11 Seiten

Germanistik - Neuere Deutsche Literatur

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Friedrich Heinrich Karl Baron de la Motte Fouqué

3. Inhaltliche Zusammenfassung von „Das Galgenmännlein“

4. Symbolik
4.1 Geist im Glas
4.2 Geist, Geister

5. Die Sage vom Galgenmännlein
5.1 Allgemein
5.2 Die Alraune – der Same Wotans?
5.3 Zur Alchemie der Alraune

6. „Das Galgenmännlein“ Was ist Novelle, was ist Märchen?

7. Schluss

1. Einleitung

Wenn man als Leser den Begriff „Galgenmännlein“ liest, stellt sich zunächst einmal die Frage, Was genau ist ein Galgenmännlein? Was soll ich mir hierunter vorstellen? Woher stammt der Begriff „Galgenmännlein“? Hat das Galgenmännlein etwas mit einem Galgen zu tun? Handelt es sich hierbei um einen Menschen, der erhenkt wurde? Bei dem Weiterlesen von Fouqués „Galgenmännlein“ wird dem Leser relativ schnell bewusst, dass es sich hierbei um einen Flaschengeist handelt, aber somit treten wieder andere Fragen auf, zum Beispiel: Welche Bedeutung nimmt der Geist aus dem Glase in einem Märchen ein? Was genau ist unter einem Geist zu verstehen? Ebenso ist wichtig zu klären, was in Fouqués „Galgenmännlein“ Teile eines Märchens und was Teile einer Novelle sind. All diese Fragen sollen in dieser Arbeit berücksichtigt werden. Ob die dargestellten Antworten wirkliche Antworten auf die gestellten Fragen darstellen, ist hier nicht geklärt, da die Literatur sich bisher noch nicht ausgehend mit dem „Galgenmännlein“ von Fouqué auseinandergesetzt hat. Die dargestellten Antworten sind somit nur als Versuch auf dem Weg zu einer Lösung dieser Fragen anzusehen.

2. Friedrich Heinrich Karl Baron de la Motte Fouqué

Fouqué wurde am 12. Februar 1777 als Sohn einer französischen Hugenottenfamilie in Brandenburg (Havel) geboren und verbrachte seine Jugend auf den elterlichen Gütern in der Mark bzw. bei Fehrbellin sowie in Potsdam. Nach 1789 wurde er von dem Philosophen August Ludwig Hülsen privat unterrichtet. Vier Jahre später ging er als Kornett zur preußischen Armee und nahm am ersten Koalitionskrieg gegen Frankreich teil. Später wurde das patriotische Engagement auch Element des literarischen Schaffens. 1802 reiste er nach Weimar und Berlin, wo er u.a. mit Johann Wolfgang von Goethe, Friedrich Schiller, Herder und August Wilhelm von Schlegel zusammentraf. 1803 machte Fouqué in Dresden die Bekanntschaft von Heinrich von Kleist, Philipp Otto Runge sowie Ludwig Tieck. Des Weiteren kam er in Berlin 1804 unter anderen mit Joseph von Eichendorff, Achim von Arnim, Johann Gottlieb Fichte, Clemens Brentano und Adelbert von Chamisso in Kontakt.

1808 veröffentlichte Fouqué seine gemeinsam mit Chamisso, August Bernadi, Wilhelm Neumann und Karl August Varhagen von Ense geschriebene Romanparodie Die Versuche und Hindernisse Karls. In den Jahren 1810 und 1811 war er Beiträger von Kleists Berlinern Abendblättern. Er selbst gründete die Ein-Mann-Zeitschrift Die Jahreszeiten (1811), in der auch der Vorabdruck seiner Erzählung Undine um die tragische, von der Natur selbst bekämpfte Liebe einer Wassernymphe zum Ritter Huldbrand erschien. Auch war er, gemeinsam mit Neumann, Herausgeber der Musen. Eine norddeutsche Zeitschrift.

Ebenso wie Eichendorff nahm Fouqué 1813 aktiv an den Befreiungskriegen teil, er musste aber wegen einer schweren Erkrankung schließlich den Dienst in der Armee quittieren. Danach trat er als Herausgeber von Chamissos Peter Schlemihl (1814) und als Benachworter von Eichendorffs Roman Ahnung und Gegenwart (1815) hervor.

Nach dem Tod seiner zweiten Frau 1831 heiratete Fouqué zwei Jahre später Albertine Tode (1806-1876) und zog von Berlin nach Halle um, wo er Privatvorlesungen über Literatur- und Zeitgeschichte hielt. Der Autor starb am 23.Januar 1843 in Berlin. 1841 waren die Ausgewählten Werke als „Ausgabe letzter Hand“ erschienen.

Einige Werke von Fouqué sind die Romane Allwin (2 Bde., 1808), Sängerliebe (1816), und Wunderbare Begebenheiten des Grafen Alethes von Lindenstein (1817), die Erzählungen Eine Geschichte vom Galgenmännlein (1810), Die Laterne im Schlosshofe (1814), Sintram und seine Gefährten (1814) und Mandrogara (1827) sowie das Drama Heldenspiele (1840).

Durch seine phantastisch-märchenhaften Erzählungen, Gedichte, Ritterromane und Dramen, die das Ideal eines herorischen Mittelalters zu kultivieren suchten, avancierte Fouqué schnell zu einem der beliebtesten Dichter seiner Zeit.

3. Inhaltliche Zusammenfassung von „Das Galgenmännlein“

Reichard, ein junger deutscher Kaufmann, zieht geschäftlich nach Venezia. Reichard ist sehr glücklich darüber, da in Deutschland zurzeit der 30jährige Krieg herrscht.

Er führt in Venezia ein Leben in Saus und Braus. Aufgrund dieses Lebensstils geht ihm sehr schnell das Geld aus. Er lernt einen Hisspanier kennen, welcher ihm das Galgenmännlein vorstellt. Bei dem Galgenmännlein handelt es sich um ein kleines eingesperrtes Teufelchen in einer Flasche. Wer so ein Galgenmännlein besitzt, dem wird jeder einzelne seiner Wünsche erfüllt, hauptsächlich aber materielle Wünsche. Als Gegenleistung hierfür bedient sich das Galgenmännlein im Auftrag seines Herrn Luzifers an der Seele seines Besitzers. Das Galgenmännlein kann nur durch einen Verkauf seinen Besitzer wechseln. Der Verkäufer muss von dem Käufer eine geringere Summe verlangen, als er zuvor selbst zahlte. Reichard kauft das Galgenmännlein für fünf Dukaten. Sobald er im Besitz des Galgenmännleins ist, fordert er das doppelt seiner bisherigen Ausgaben zurück. Dieser Wunsch wird ihm sofort erfüllt. Ein reiches und zufriedenes Leben ist somit gewährleistet. Reichard lebt wild und verschwenderisch. Als er all seine Genüsse frönt, überkommt ihn eine schwere Krankheit, bei seiner Genesung will ihm das Galgenmännlein jedoch nicht helfen. Reichard beschließt das Galgenmännlein wieder los zu werden. Mit List und Tücke verkauft er es an seinen Arzt, der bekanntlich ein Freund wilder Kreaturen ist. Durch unglückliche Zufälle erwirbt Reichard das Galgenmännlein immer wieder zurück. Gegen Ende bezieht er den Geist im Glase für nur einen Heller. Ein Verkauf kann somit nicht mehr stattfinden, da keine geringere Währung als einen Heller existiert. Reichard muss sich somit damit abfinden, dem Teufel nun vollkommen ausgeliefert zu sein.

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Details

Seiten
11
Jahr
2003
ISBN (eBook)
9783638420389
Dateigröße
502 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v44433
Institution / Hochschule
Justus-Liebig-Universität Gießen
Note
2
Schlagworte
Friedrich Heinrich Karl Baron Motte Fouqué Galgenmännlein Hauptseminar Europäische Märchennovellen

Autor

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Titel: Friedrich Heinrich Karl Baron de la Motte Fouqué - Das Galgenmännlein