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Design Thinking in der globalen Wettbewerbssituation. Entwicklung eines Vorgehensmodels

Hausarbeit 2018 18 Seiten

BWL - Unternehmensführung, Management, Organisation

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1 Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Zielsetzung
1.3 Vorgehensweise

2 Design Thinking
2.1 Idee
2.2 Begriff und Ursprung
2.3 Definition
2.4 Ziele

3 Ansätze für Design Thinking
3.1 Ansatz von Brown (2008)
3.2 Ansatz von Plattner, Meinel und Weinberg (2009)
3.3 Prinzipien

4 Entwicklung eines Vorgehensmodells
4.1 Anforderungen
4.2 Grundsätze der Modellierung
4.3 Vorgehensmodell
4.3.1 Design Challenge definieren
4.3.2 Design Challenge verstehen
4.3.3 Sichtweise definieren
4.3.4 Ideen gewinnen
4.3.5 Prototypen entwickeln
4.3.6 Prototypen testen
4.3.7 Abschluss

5 Schlussbetrachtung

6 Literaturverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

HPI Hasso-Plattner-Institut

IT Informationstechnologie

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Phasen nach Brown

Abbildung 2: Phasen nach Plattner, Meinel und Weinberg

Abbildung 3: Vier grundlegende Prinzipien

1 Einleitung

Rückblickend auf die letzten 20 Jahre hat die Informationstechnologie (IT) die Weltverändert. Durch die Möglichkeiten, welche die Technologie hervorbrachte, ändertensich die Arbeitsweisen in Unternehmen ebenso wie die Erwartungshaltung derKonsumenten, die sich an die Vorzüge der neuen Dienstleistungsangebote undFunktionen gewöhnt haben. Heute ist ohne die IT kaum noch ein Geschäftsfeldvorstellbar. In den vergangenen Jahren wurde die Informatik in bestehendebetriebliche Abläufe integriert. Die Digitalisierung fordert jedoch eine neuestrategische Ausrichtung, vor allem bei etablierten Unternehmen. Diese sindzunehmend damit konfrontiert, Geschäftsmodelle zu entwerfen, aus denen digitaleLeistungen hervorgehen.1

1.1 Problemstellung

Die rasante Weiterentwicklung der Technologien und die ständig komplexerwerdende globale Wettbewerbssituation erfordern eine rasche Entwicklunginnovativer Ideen und deren marktfähige Realisierung.2 Um dies zu erreichen, bedarfes einer unkonventionellen Herangehensweise, aus der kundenfokussierte und vorallem originelle Lösungen hervorgehen. Design Thinking ist eine solche Methode.3

1.2 Zielsetzung

Zielsetzung dieser Arbeit ist es, für die Design Thinking Methode einVorgehensmodell zu entwickeln, das die Prozessschritte und deren Ziele beinhaltet.

1.3 Vorgehensweise

Zunächst wird die Idee, die sich hinter Design Thinking verbirgt, der eigentlicheBegriff sowie Ziele, welche die Methode verfolgen, erörtert. In Kapitel 3 werdenAnsätze beschrieben, aus denen ein Gesamtbild mit den wesentlichen Prinzipienund Prozesse hervorgeht. Daraufhin werden die Anforderungen und Grundsätze, diean ein Modell gestellt werden, dargelegt, das Vorgehensmodell entstehen zu lassen.

2 Design Thinking

2.1 Idee

Anfang der sechziger Jahre wurde die Zusammenarbeit zwischen Ingenieuren undDesignern bei der Entwicklung von Produkten als schwierig empfunden. Durch dieunterschiedlichen Blickwinkel der Beteiligten wurde die angestrebte Lösung anderswahrgenommen. Um ein gemeinsames Verständnis zu entwickeln, wurden diezumeist umfangreichen Entwicklungsprozesse untergliedert. Die Ziele der jeweiligenProzessschritte wurden als Fragen formuliert, aus denen Teillösungen entstanden.Anschließend konnten die Teilergebnisse zu einer Gesamtlösung zusammengesetztwerden. Anhand der gemeinsamen Formulierung eindeutiger Fragen wurde derjeweilige Ausgangspunkt sowie die Zielsetzung unmissverständlicher. Der Design-Prozess bekam dadurch zunehmend einen Teamcharakter.4 Aus diesem Vorgehenheraus entstand in den 1990er Jahren die Idee, diese Herangehensweise zumDesignen von Produkten und Dienstleistungen als strategische Methode zuformulieren, aus der innovative Ideen und Lösungen hervorgehen.5

2.2 Begriff und Ursprung

David Kelley gilt als Erfinder und Gründungsvater der Methode Design Thinking. Erist ebenso Gründer der international tätigen Design- und InnovationsagenturNamens IDEO, in der Design Thinking angewendet wird. Der Informatiker TerryWinograd sowie der Ingenieur Larry Leifer, jeweils Professoren an der StanfordUniversity, haben sich an der Entwicklung der Innovationsmethode beteiligt.6 DerBegriff Design Thinking entstand in den Vereinigten Staaten von Amerika. Dabeiunterscheidet sich die deutsche Verwendung des Begriffes „Design“ im Vergleichzum englischen. Im Deutschen wird Design meist auf das Aussehen eines Objektesbezogen. Im Englischen steht der Begriff darüber hinaus auch für Funktions- undWirkungsweise von Dingen oder der Entwicklung von Prozessen.7

2.3 Definition

Design Thinking unterliegt keiner eindeutigen Definition.8 Das Hasso-Plattner-Institut, an dem die Methode seit 2007 sowohl angewendet als auch weiterentwickeltwird, beschreibt Design Thinking als: „[…] eine systematische Herangehensweise ankomplexe Problemstellungen aus allen Lebensbereichen. Der Ansatz geht weit überdie klassischen Design-Disziplinen wie Formgebung und Gestaltung hinaus. ImGegensatz zu vielen Herangehensweisen in der Wissenschaft und Praxis, die vonder technischen Lösbarkeit die Aufgabe angehen, stehen die Wünsche undBedürfnisse der Nutzer im Zentrum des Prozesses. Design Thinker schauen durchdie Brille des Nutzers auf das Problem und begeben sich dadurch in die Rolle desAnwenders.“9

2.4 Ziele

Design Thinking hat demnach als wichtigste Zielsetzung innovative Produkte und Dienstleistungen zu erschaffen, die sich konsequent an den Bedürfnissen der Kunden orientieren.10 Die Erwartungen an moderne Produkte sind vielschichtig und können sich rasch verändern. Sie sind zu komplex, um diese von einzelnen Personen bzw. einzelnen Abteilungen umzusetzen. Durch interdisziplinäre Teams sollen durch Erweiterung der Betrachtungswinkel originelle Ideen erzielt werden.11 Design Thinking verfolgt zudem das Ziel, jene Lösungsansätze zu identifizieren, die nicht nur den Bedürfnissen und Wünschen der Nutzer entsprechen, sondern auch technologisch und wirtschaftlich realisierbar sind.12

3 Ansätze für Design Thinking

Es existieren mehrere unterschiedliche Ansätze wie Design Thinking in der Praxis angewendet werden kann. Zwei dieser Ansätze, von Brown aus dem Jahr 2008 und von Plattner, Meinel und Weinberg aus dem Jahr 2009, werden in den folgenden Abschnitten dargestellt. Aus ihnen soll ein Gesamtbild entstehen, in dem die wesentlichen Komponenten des Design Thinking Modells dargestellt sind. Die zugrundeliegenden Prinzipien wie auch die zu durchlaufenden Phasen der jeweiligen Ansätze sollen als Ideengeber für ein Vorgehensmodell dienen.13

3.1 Ansatz von Brown (2008)

Tim Brown, der als Erfinder von Design Thinking gilt, skizziert den Prozess anhandvon Beispielen aus der Anwendung in seiner Agentur IDEO. Prinzipien erläutert TimBrown dabei nicht explizit. In seinem Ansatz finden sich jedoch Empfehlungen, ausdenen hervorgeht, dass alle Teammitglieder von Anfang an einbezogen werdensollen. Die Zusammensetzung der Teams soll interdisziplinär sein und als festenBestandteil berücksichtigen, an dessen Bedürfnissen und Präferenzen sich derProzess orientiert. Er empfiehlt ebenso ein Budget festzulegen, aus dem sinnvolleLösungen, die sich im Prozess ergeben, realisiert werden können.

Abbildung 1: Phasen nach Brown14

Abbildung in dieser leseprobe nicht enthalten

Die Herangehensweise und Ablauf wird, wie in Abbildung 1 dargestellt, in dreiPhasen untergliedert. Diese sind miteinander verbunden, jedoch nicht als linearverlaufender Prozess zu verstehen. Er bezeichnet die erste Phase als Inspiration. Inihr sollen Nutzer in deren Umwelt beobachtet werden, um dadurch ein Verständnisfür die Zielgruppe zu entwickeln und deren Probleme zu identifizieren. Aus dendaraus resultierenden Erkenntnissen sollen in einer darauffolgenden Phase zweiIdeen mittels Brainstorming gesammelt werden. Dabei sind die Vorschläge invisualisierter Form, etwa anhand von Skizzen, zu erfassen. Dadurch sollen diese visuellen Elemente zugleich als Prototypen zum Testen und Ausprobieren durch dasgesamte Team genutzt werden. Aus den Experimenten resultierende neue Ideen, sobeschreibt Brown das Ziel diese Phase, sollen kontinuierlich bessere Prototypenhervorgehen, bis eine marktfähige Version entsteht. Die dritte und letzte Phase nennter die Implementierung. Dabei soll der zuvor entstandene Prototyp als fertige Lösungumgesetzt werden. Die Erarbeitung einer zur Markteinführung dienendenKommunikationsstrategie wird als Bestandteil der finalen Phase gesehen. Innerhalbder jeweiligen Abschnitte werden die Arbeitsschritte jeweils solange erneutdurchlaufen, bis der gewünschte Zustand erreicht ist. Gelingt das nicht, so werdendie Ergebnisse der zuvor durchlaufenden Phase geprüft und zunächst dortweiterentwickelt.15

3.2 Ansatz von Plattner, Meinel und Weinberg (2009)

Die Professoren Plattner, Meinel und Weinberg stellen deren Ansatz in Form einesErfahrungsberichts dar. Dieser resultiert aus der Anwendung und Lehre von DesignThinking am Hasso-Plattner-Institut (HPI) in Potsdam sowie an der StanfordUniversity in Palo Alto. Im Vergleich zu Brown beinhaltet dieser Ansatz klarePrinzipien, die es in der Design Thinking Methode einzuhalten gilt. Vorausgesetztwird ein multidisziplinäres Team, aus dem ein breit gefächertes Fachwissenhervorgeht. Die Zusammensetzung darf jedoch nicht nur aus Spezialisten sein. Eswird diesbezüglich die Gefahr hervorgehoben, dass Experten durch festeVorgehensweisen bei der Problemlösung an ihre Grenzen stoßen. AlsArbeitsumgebung wird ein offener Raum, der über eine ansprechende Einrichtungsowie mobile Möbel verfügt, beschrieben. Dieser fordere die Kreativität derTeammitglieder. Sie setzen ebenso voraus, dass zwischen den Beteiligten eineoffene Fehlertoleranz herrscht. Der Umgang mit Fehlern soll Lerneffekte auslösenund dadurch die Chance zur Verbesserung herbeiführen. Grundsätzlich werdenWiederholungen als Erkenntnisgewinn und nicht als Zeitverlust angesehen. Jedochsollen durch zugleich festgelegte Zeitfenster spontane Lösungen neue Ansätzehervorbringen.16

Abbildung 2: Phasen nach Plattner, Meinel und Weinberg17

Im HPI Konzept werden sechs Phasen identifiziert, wie in Abbildung 2 dargestellt.Initiiert wird der Kreativprozess mit der Phase des Verstehens und wird gleichzeitigals wichtigster Abschnitt deklariert. Unklarheiten würden sich zwangsläufig auf dengesamten Ablauf auswirken und sind daher unbedingt zu vermeiden. Problem undUmfeld sollen erfasst und von allen Teammitgliedern verstanden werden. Aus demgemeinsamen Verständnis soll eine klare Aufgabenstellung formuliert werden, aufder die zweite Phase aufbaut. In dieser werden die Zielgruppe und Nutzerspezifiziert, an denen sich der Prozess orientiert. Durch deren Beobachtung beimGebrauch von vorhandenen Lösungen werden die Probleme sichtbar. Bevor es andie Generierung von Ideen geht, soll zunächst in einer eigens dafür vorgesehenenPhase ein gemeinsamer Standpunkt definiert werden. Dieser soll aus Auswertungen,Interpretationen sowie der Gewichtung zuvor gewonnener Erkenntnisse abgeleitetsein. Aus diesen Ausgangspunkt heraus sollen Vorschläge zur Problemlösunggesammelt werden. Mögliche Lösungsansätze, die aus der Phase der Ideenfindunghervorgehen, werden im weiteren Prozessschritt genutzt, um Prototypen zuentwickeln. Anwender sollen mit ihnen die Lösung nachvollziehen und ausprobieren.Erkenntnisse daraus sollen zur Identifizierung der erfolgversprechenden Lösungendienen und zur Anfertigung eines Produkts führen. Das Testen der resultierendenArbeit stellt die abschließende Phase des gesamten Prozesses dar. Ergebnisse ausden jeweiligen Schritten sollen zu Rückkopplungen genutzt werden, um deroptimalen Lösung anhand iterativer Vorgehensweise näher zu kommen.18

[...]


1 Vgl. Freudenthaler-Mayrhofer, D./Sposato, T., Corporate Design Thinking, 2017, S. 15

2 Vgl. Freudenthaler-Mayrhofer, D./Sposato, T., Corporate Design Thinking, 2017, S. 33

3 Vgl. Niermann, P. F.-J./Schmutte, A. M., Managemententscheidungen, 2017, S. 356

4 Vgl. Schallmo, D. R.A., Design Thinking erfolgreich anwenden, 2017, S. 1 f.

5 Vgl. Wörthmüller, A., Sechs Fragen zu Design Thinking, 2017

6 Vgl. Katharina Goe, Design Thinking | Denkwerkzeuge im Wissensmanagement auf WordPress.com,2015

7 Vgl. Wörthmüller, A., Sechs Fragen zu Design Thinking, 2017

8 Vgl. Blatt, M./Sauvonnet, E., Wo ist das Problem?, 2017, S. 19

9 Was ist Design Thinking?, 2018

10 Vgl. Schallmo, D. R.A., Design Thinking erfolgreich anwenden, 2017, S. 14

11 Vgl. Grots, A./Pratschke, M., Design Thinking — Kreativität als Methode, 2009

12 Vgl. Was ist Design Thinking?, 2018

13 Vgl. Schallmo, D. R.A., Design Thinking erfolgreich anwenden, 2017, S. 30

14 In Anlehnung an Schallmo, D. R.A., Design Thinking erfolgreich anwenden, 2017, S. 31

15 Vgl. Schallmo, D. R.A., Design Thinking erfolgreich anwenden, 2017, S. 31f

16 Vgl. Schallmo, D. R.A., Design Thinking erfolgreich anwenden, 2017, S. 33f

17 In Anlehnung an Schallmo, D. R.A., Design Thinking erfolgreich anwenden, 2017, S.33

18 Vgl. Schallmo, D. R.A., Design Thinking erfolgreich anwenden, 2017, S. 33f

Details

Seiten
18
Jahr
2018
ISBN (eBook)
9783668819948
ISBN (Buch)
9783668819955
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v443933
Institution / Hochschule
FOM Hochschule für Oekonomie & Management gemeinnützige GmbH, Stuttgart
Note
1,0
Schlagworte
Design Thinking Vorgehensmodel

Autor

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Titel: Design Thinking in der globalen Wettbewerbssituation. Entwicklung eines Vorgehensmodels