Lade Inhalt...

Ideen- und Wissensmanagement als Basis für Innovationen im Unternehmen

Studienarbeit 2005 41 Seiten

BWL - Unternehmensführung, Management, Organisation

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Verzeichnis der Tabellen und Abbildungen

Abkürzungsverzeichnis

1 Einleitung

2 Grundlagen betrieblicher Innovation
2.1 Der Begriff der Innovation
2.2 Erfolgsfaktor Innovation
2.3 Innovationsmanagement und der Innovationsprozess
2.4 Ideenmanagement
2.5 Der kontinuierlicher Verbesserungsprozess
2.5.1 Kaizen als Unternehmensphilosophie
2.5.2 Kaizen und Innovation
2.6 Der Begriff des Wissens
2.7 Kategorisierung von Wissen
2.8 Die Bedeutung von Wissen für Innovationen

3 Entwicklung von Ideen
3.1 Aufgabe & Funktionsweise der Ideengenerierung
3.2 Motivation als Grundlage der Ideengenerierung
3.2.1 Motivation im Rahmen der Ideengenerierung
3.2.2 Motivation durch Anreizsysteme
3.3 Ideengenerierung ohne spezifische Methoden
3.4 Methoden der Ideengenerierung
3.4.1 Methodenüberblick
3.4.2 Kreativitätstechniken
3.4.3 Methoden zur Ideenkomplettierung

4 Wissensmanagement als Innovationsunterstützung
4.1 Der Begriff des Wissensmanagements
4.2 Wissensmanagement als Unterstützer des Innovationsprozesses
4.2.1 Wissen als Auslöser der Ideengenerierung
4.2.2 Der systemtheoretische Ansatz
4.2.3 Der Prozessorientierte Ansatz

5 Wissensgewinnung & Wissenstransfer
5.1 Wissensgewinnung allgemein
5.2 Externe Wissensquellen
5.2.1 Externe Information allgemein
5.2.2 Der Kunde als Quelle von Innovation und Wissen
5.2.3 Der Konkurrent als Quelle von Innovation und Wissen
5.2.4 Kooperation als Wissensquelle
5.3 Interne Wissensentwicklung
5.3.1 Wissenstransfer
5.3.2 Wissensgewinnung durch Informationstechnologie

Schlusswort

Anhang

Literaturverzeichnis

Internetquellen

Selbstständigkeitserklärung

Verzeichnis der Tabellen und Abbildungen

Abbildung 1: Phasen des Innovationsprozesses

Abbildung 2: Innovation & Kaizen

Abbildung 3: Anreize zur Ideenweitergabe

Abbildung 4: Der Zusammenhang zwischen Wissenssystem und Wertschöpfungssystem

Abbildung 5: Systemorientierter Bezugsrahmen im Wissensmanagement

Abbildung 6: Verknüpfung von Wissensmanagement und Wertschöpfung

Abbildung 7:Optionen der betrieblichen Wissensgewinnung

Abbildung 8: Bedeutung der Informationsquellen für Innovationen

Abbildung 9: Kunde als Informationsquelle

Abbildung 10: Informationsfluss der IT Infrastruktur

Abbildung 11: Ideengenerierungsmethoden VIII

Tabelle 1 Wissensprozesse

Tabelle 2 externe Informationsquellen

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1 Einleitung

Die Fähigkeit eines Unternehmens, sich am heute existierenden polypolistischen Käufermarkt behaupten zu können sowie die langfristige Sicherung des Unternehmenserfolgs, hängen maßgeblich von einer nachhaltigen Aufrechterhaltung der Wettbewerbsfähigkeit ab. In heutzutage meist durchrationalisierten und prozessoptimierten Firmen steht es außer Frage, dass der Vorsprung zu Wettbewerbern nur durch Innovation aufrechtzuerhalten ist. Für Unternehmen gilt es dabei vor allem von der zufälligen Innovation, zu einem geplanten, effektiven, aber dennoch kreativitätsfördernden Prozess zu gelangen. Die gezielte Planung und die konsequente Umsetzung von Innovationen erfordern nachhaltiges Innovationsmanagement. Dabei muss Wissen und dessen Grundlage, die Information, als unverzichtbare Ressource angesehen werden. Nur durch gezieltes Ideen- und Wissensmanagement kann der kreative Prozess der Innovation optimal vollzogen werden.

Diese Arbeit befasst sich mit der Notwendigkeit von Ideen- und Wissensmanagement im Innovationszusammenhang. Dazu werden zunächst Begrifflichkeiten und Grundlagen erläutert, um den Rahmen der Arbeit zu definieren und die notwendigen Zusammenhänge in diesem Kontext zu erklären. Im Anschluss daran widmet sich das Kapitel der Ideenentwicklung den Methoden und Instrumenten mit denen im betrieblichen Umfeld, Innovationen zielgerichtet initiiert werden können. Das nachfolgende Kapitel beschreibt sodann die Basis und die theoretische Grundlage mit der Wissen und dessen Management, den Innovationsprozess unterstützen. Nachfolgend werden die verschiedenen Möglichkeiten der Wissensgewinnung aufgezeigt und zum Abschluss ein kurzer Abriss über die dafür notwendige IT Infrastruktur gegeben.

2 Grundlagen betrieblicher Innovation

2.1 Der Begriff der Innovation

Eine allgemein gültige Definition des Begriffs Innovation, lässt sich in der Literatur nicht finden. Weitestgehend gültig und anerkannt, können jedoch die Aussagen von Joseph A. Schumpeter und Everett M. Rogers angesehen werden. Nach Rogers liegt dann eine echte Innovation vor, wenn eine Idee von den betroffenen Adoptern[1] für neu befunden wird. Nach Schumpeter muss eine Innovation über die reine Idee hinaus realisiert worden sein um als solche definiert werden zu können.[2] Hausschildt beschreibt Innovationen wie folgt: „Innovationen sind im Ergebnis qualitativ neuartige Produkte oder Verfahren, die sich gegenüber dem vorangehenden Zustand merklich [..] unterscheiden.“[3]

Aus diesen und anderen Definitionen lässt sich ableiten, dass eine Innovation eine Neuerung darstellt, die über eine bloße, evolutionäre Weiterentwicklung von Bestehendem hinausgeht. Dabei ist es die Schwierigkeit zwischen Verbesserung und Innovation zu unterscheiden. Ob etwas als neu oder nur als verbessert gesehen werden kann, liegt wie in der Definition Everetts beschrieben in der subjektiven Auffassung des Personenkreises den die jeweilige Neuerung betrifft. Aus diesem subjektiven, nicht zu quantifizierenden Maßstab, begründet sich die Schwierigkeit den Begriff „Innovation“ genau einzugrenzen. Für die im Rahmen dieser Arbeit behandelte ökonomische Betrachtung von Innovationen, gewinnt die Definition Schumpeters an Bedeutung, der erst nach erfolgreicher Realisierung einer neuen Idee von Innovation spricht. In diesem Zusammenhang kann eine Innovation als Diversifizierungsmöglichkeit gesehen werden, die es einem Unternehmen ermöglicht sich vom Wettbewerb abzuheben.

2.2 Erfolgsfaktor Innovation

Die meisten Unternehmen befinden sich heute in einem sich schnell verändernden, durch den Kunden bestimmten Käufermarkt. Anpassungsfähigkeit, Rationalisierung und Differenzierung zu den Wettbewerbern, bestimmen zunehmend den Erfolg einer Unternehmung. Dabei ist es neben der Anpassung an andere Marktteilnehmer insbesondere wichtig, durch neue Ideen strategische Wettbewerbsvorteile zu erlangen.

Dabei bieten sich einem Unternehmen grundsätzlich zwei Strategien: Kostenführerschaft oder Leistungsführerschaft. Die Kostenführerschaft wird über einen Preiskampf geführt, der Rationalisierung und Standardisierung als Instrumente einsetzt. Hauptaugenmerk liegt hier auf der Optimierung des Produktionsprozesses. Die Strategie der Leistungsführerschaft setzt dagegen Differenzierung und Funktionalität voraus.[4] Obwohl der Fokus der Innovation meist auf dieser Diversifikationsstrategie liegt, muss ein Unternehmen auch in Bereichen der Prozessoptimierung innovierend tätig sein. Dabei bezieht sich die Forderung nach Neuem nicht nur auf Produkte, sondern auch auf technische und organisatorische Abläufe. Die bloße Imitation anderer Vorgehensweisen lässt einen immer einen Schritt hinter dem Wettbewerb bleiben. Somit besteht die Notwendigkeit in allen betrieblichen Bereichen neue Ideen zu generieren und diese möglichst schnell umzusetzen. Große Unternehmensberatungsfirmen wie Arthur D. Little International erachten die Steigerung der Innovationsfähigkeit der Unternehmen als so wichtig, dass diese als „die wichtigste Managementaufgabe“ verstanden wird.[5]

2.3 Innovationsmanagement und der Innovationsprozess

Nach Definition stellt Innovationsmanagement „die systematische Planung, Umsetzung und Kontrolle von Ideen in Organisationen“ dar.[6] Entgegen der kreativen Arbeit eine eigentliche Idee zu erzeugen, ist es Aufgabe des Innovationsmanagements, Innovationstätigkeiten zu steuern und zu fördern. Optimierung, Unterstützung und Lenkung des kreativen Vorgangs, steht hierbei im Mittelpunkt der Betrachtung. Gemäß Corsten werden die Aufgaben des Innovationsmanagements wie folgt beschrieben:[7]

- Setzen von Innovationszielen und gezieltes Initiieren von Innovationsprozessen
- Bewertung und Auswahl von Innovationsprojekten
- Entscheidung über den Einsatz von Maßnahmen zur Realisation der gesetzten Innovationsziele

Zur Erfüllung dieser Aufgaben müssen dafür notwendig Ressourcen geplant werden. Dabei bedarf es der sachlichen, räumlichen und zeitlichen Koordination von Aufgaben, Aufgabenträgern, Informationen und Wissen.[8] Im Rahmen dieses Prozesses ist es zudem die Aufgabe des Managements die betriebswirtschaftlich sinnvolle Umsetzung verwertbarer Ideen voranzutreiben. Über die eigentlichen Produktinnovationen hinaus bezieht sich das Management auf Service, Fertigungsprozess, Organisationsstrukturen und Managementprozesse. Innovationsmanagement stellt somit einen Teil der Unternehmensstrategie dar. Es lassen sich sodann zwei Absichten des Innovationsmanagements klar erkennen:

1. Bessere Befriedigung von Kundenbedürfnissen à Produktinnovation
2. Verbesserung der Effektivität und Effizienz àProzessinnovation[9]

Um diese Ziele erreichen zu können, muss ein organisierter und zielgerichteter Innovationsprozess installiert werden. Dieser lässt sich in einzelne Phasen unterteilen, um eine isolierte Betrachtung der einzelnen Aktivitäten des Innovationsmanagements zu ermöglichen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Phasen des Innovationsprozesses[10]

Abbildung 1 zeigt die vier Hauptphasen des Innovationsprozesses. Selbstverständlich können diese jeweils in weitere feinere Phasen aufgegliedert auf die im Laufe dieser Arbeit teilweise im Rahmen der Ideenherkunft näher eingegangen wird. Um jedoch Zusammenhang und Betrachtungsrahmen des Innovationsmanagements abzustecken zu können, sind im Folgenden die einzelnen Phasen kurz umrissen.

Phase 1 Vorlaufphase

Bevor eine Innovationstätigkeit beginnen kann, müssen klare Ziele und Strategien definiert werden, in welchem Zeitraum, mit welchen Mitteln, welche Arten von Innovationen mit welchen Effekten generiert werden sollen.[11]

Phase 2 Ideen generieren

Ziel der Ideengenerierung ist es in einem „Brainstorming“ ähnlichen Prozess möglichst viele Ideen zu erzeugen. In dieser Phase spielt vor allem Kreativität und deren Unterstützung eine wichtige Rolle.

Phase 3 Ideen bewerten

Aus der kreativen zweiten Phase gehen meist mehr Ideen hervor als umgesetzt werden können. Somit steht in der dritten Phase die Bewertung der einzelnen Ideen im Vordergrund. Ziel ist es die wichtigsten und die am erfolgsversprechendsten Ideen zu identifizieren.

Phase 4 Ideen umsetzen

Im Endeffekt machen gute Ideen nur Sinn, wenn diese auch umgesetzt werden und sich in betriebswirtschaftlichen Größen bezahlbar machen. Aus diesem Grund gilt es nicht nur zu erfinden sondern auch umzusetzen. Hierzu ist es nötig die Idee bedürfnisorientiert auszurichten, produktionsreif zu machen, zu designen, zu testen, betriebswirtschaftlich zu betrachten und zu vermarkten.

2.4 Ideenmanagement

Gemäß Winzer stellt Ideenmanagement „die systematische Förderung von Ideen und Initiativen der Mitarbeiter – bezogen auf Einzelleistungen und/oder Teamleistungen – zum Wohle des Unternehmens und der Mitarbeiter“ dar.[12] Nach Brinkmann und Heidack ist es Aufgabe des Ideenmanagements, Menschen umweltbezogen durch Systeme und in Prozessen der Analyse und Problemlösung, Entscheidungsfindung und Entscheidungdurchsetzung, sowie Kommunikation, so zu führen und so zu motivieren, dass durch zielbestimmtes, planvolles, organisiertes, gefördertes und kontrolliertes Leisten, Ideen durch Verbesserungsvorschläge bzw. Innovationen verwirklicht werden.[13] Wie aus der Definition Winzers zu lesen ist, steht insbesondere der Mitarbeiter im Vordergrund der Betrachtung. Das Ideenmanagement hat die Aufgabe sowohl die einzelne Person, als auch das Team möglichst optimal zu unterstützen, dem betrieblichen Zweck dienende Ideen zu generieren. So ist es auch nicht weiter verwunderlich in anderen Definitionen des Begriffs, das Ideenmanagement als Weiterentwicklung des „klassischen“ betrieblichen Vorschlagswesens zu sehen.[14] Der wesentliche Unterschied zum betrieblichen Vorschlagswesen besteht darin, dass es sich beim Ideenmanagement um eine Managementfunktion handelt. Beim traditionellen Vorschlagswesen reichen Mitarbeiter eher zufällig neue Ideen ein. Das Ideenmanagement dagegen hat die Aufgabe den Mitarbeiter zu motivieren, zielgerichtet Ideen zu generieren.[15] Die Förderung der Beteiligung aller Mitarbeiter am Prozess der ständigen Verbesserung, ist das Ziel des Ideenmanagements.[16] Neben den oben genannten Hauptzielen des Innovationsmanagements, welche selbstverständlich auch die Bestrebungen des Ideenmanagements sind, lässt sich nach Winzer als weiteres Ziel die Steigerung der Mitarbeiterzufriedenheit nennen. Qualitative Veränderungen, wie die Verbesserung der Zusammenarbeit, die Steigerung der Kreativität und der Motivation, lassen sich durch gezieltes Einbinden der Mitarbeiter erreichen. Die Aufgabe des Planens und Organisierens wird in der Definition von Heidack und Brinkmann (s.o.) ebenfalls vertreten. Somit nimmt das aktive Ideenmanagement den Platz des passiven betrieblichen Vorschlagswesens ein und versucht, dem kreativen und intuitiven Prozess der Ideenfindung[17] eine Richtung und einen standardisierten Prozess zu geben. Dieser Ideenprozess befasst sich mit der Ideengenerierung, Ideenfindung, Ideenbewertung und Ideenauswahl.[18] Somit kann das Ideenmanagement als ein Instrument des Innovationsmanagements verstanden werden. Dabei umfasst das Ideenmanagement sowohl Aktivitäten der im Folgenden beschrieben kontinuierlichen Verbesserung, Funktionen des betrieblichen Vorschlagswesens als auch Qualitätsmanagementaufgaben.

2.5 Der kontinuierlicher Verbesserungsprozess

2.5.1 Kaizen als Unternehmensphilosophie

Wie Barthel beschreibt, kommt es in den meisten Unternehmen „selten zu radikalen Innovationen, mit denen die bisherige Entwicklung nicht inkremental verbessert, sondern neue Lösungen möglich werden.“[19] Echte Innovationen, wie sie in Kapitel 2.1 definiert wurden, sind also keinesfalls an der Tagesordnung. Nur in Ausnahmesituationen besteht die Notwendigkeit, einer vollständigen Veränderung. Somit ist es Aufgabe jeder Unternehmung, eine ständige Verbesserung des Status quo, auch im Kleinen, anzustreben. Das japanische Managementkonzept „Kaizen“, realisiert diesen ständigen Verbesserungsprozess, indem in kleinen Schritten unter Einbeziehung aller Mitarbeiter an der Weiterentwicklung bestehender Prozess und Produkte gearbeitet wird.[20] Aufgabe jedes Mitarbeiters ist es, seinen eigenen Arbeitsbereich fortwährend zu analysieren und zu verbessern. „Kaizen“ hat sich im deutschen Sprachgebrauch als „kontinuierlicher Verbesserungsprozess (KVP)“ eingebürgert und umfasst Perfektionierung des betrieblichen Vorschlagswesens, Investition in die Weiterbildung der Mitarbeiter, mitarbeiterorientierte Führung, Prozessorientierung und Einführung eines Qualitätsmanagements.[21] Wenn man Kaizen als Denkstil betrachtet, kann man sagen, dass Kaizen automatisch das Ideenmanagement fördert. Sofern alle Mitarbeiter Verbesserung als hochpriorisierte Aufgabe betrachten, erfüllen sich viele Aspekte des Ideenmanagements.[22]

2.5.2 Kaizen und Innovation

Die begriffliche Definition von Kaizen und Innovation erscheinen gegensätzlich. Innovation stellt eine eher radikale, drastische Verbesserung[23], Kaizen dagegen eine Verbesserung in kleinen Schritten dar. Die Kombination von Kaizen und Innovation führt zu einer schnelleren und effektiveren Veränderung des bestehenden Standards.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Innovation & Kaizen[24]

Da Innovationen nicht direkt aufeinander folgen, findet in der dazwischen liegende Zeit unter normalen Umständen keine Verbesserung statt, sodass die Folgeinnovation auf Basis des Ergebnisniveaus der Vorgängerinnovation entsteht. Entwickelt man jedoch das Ergebnis der Innovation fortlaufend weiter, können Folgeinnovationen früher und auf einem höheren Ausgangsniveau aufsetzen.[25]

2.6 Der Begriff des Wissens

Die Literatur weist viele unterschiedliche Definition des Begriffs „Wissen“ aus. Dabei haben alle gemein, dass die Grundlage aus denen Wissen entsteht Informationen sind, welche wiederum aus Daten erzeugt werden. Der logische Aufbau von Wissen ist im Anhang VI zu finden. Im Innovationszusammenhang kann Wissen als Summe vernetzter Informationen verstanden werden. Hierbei ist zu beachten, dass die Vernetzung vor einem bestimmten geistigen Hintergrund erstellt und sinnstiftend interpretiert wurde.[26] Wissen setzt sich gemäß Oelsnitz aus den Komponenten Information, Weltbilder, Erfahrung, Faustregeln, (Vor-)Urteile zusammen. Da es sich im Zusammenhang mit Innovationen um operativ nutzbares Wissen handeln soll, lässt sich Wissen als die Gesamtheit der Kenntnisse und Fähigkeiten, die Individuen zur Lösung von Problemen einsetzen, beschreiben.[27]

2.7 Kategorisierung von Wissen

In der späteren Betrachtung des Wissenstransfers ist die Unterscheidung zwischen objektivem und subjektivem, sowie impliziten und explizitem Wissen von Bedeutung.

Objektives Wissen ist personenunabhängig und kann einfach durch informationstechnische Einrichtungen verarbeitet und verteilt werden. Individuelles Wissen ist im Unternehmen in Form des sog. subjektiven Wissens vorhanden. Diese Wissensform wird weiter in explizites und implizites Wissen unterteilt.[28] Als explizit, bezeichnet man Wissen, welches abstrakt und formalisierbar ist. Der entsprechende Wissensträger kann dieses Wissen in Worte und Sätze fassen. Somit ist diese Wissensform leicht übertragungs- und speicherungsfähig. Implizites Wissen stellt den Bereich des Wissens dar, der nicht vollständig in Worte gefasst werden kann. Es umfasst individuelles Wissen und Können und wird meist durch Erfahrung und/oder Übung aufgebaut.[29]

2.8 Die Bedeutung von Wissen für Innovationen

Ideenquellen bilden den Ursprung einer Innovation und können als dessen Auslöser gesehen werden. Die klassische Ansicht von Schumpeter, sah den Unternehmer als Hauptauslöser für Innovationen.[30] Aktuelle Literatur zu diesem Thema vertritt jedoch die einstimmige Meinung, dass nicht eine Person, sondern die Information, welche zu einer Überlegung geführt hat, als ursprüngliche Quelle für neue Ideen gesehen werden kann. Dabei spielen sowohl interne als auch externe Informationen eine wichtige Rolle. Somit stellt Information die Basis für sowohl zufällige als auch für zielgerichtete Ideengenerierung Informationen dar. Obwohl grundsätzlich jegliche Information Ursprung der Ideengenerierung sein kann, stellt der Hauptauslöser ein nicht ausreichend befriedigtes Bedürfnis dar. Dabei stellt sich heraus, dass innovative Aktivitäten in einem Unternehmen angestoßen werden, wenn die Interpretation von Daten, eine Notwendigkeit zum Handeln erkennen lässt.[31] Somit ist in besonderem Maße die Schwachstellenanalyse, also der klassische Soll-Ist-Vergleich, als Handlungsanreiz zu identifizieren.[32] Um diesen Vergleich jedoch durchführen zu können, bedarf es geeigneter Informationen, die an der richtigen Stelle, die richtige Auskunft über den Handlungsbedarf liefern. Herkunft, Vernetzung und Steuerung dieser Informationen übernimmt das in den nachfolgenden Kapiteln beschriebene Wissensmanagement. Dabei liegt das Hauptaugenmerk sowohl auf Ursprung als auch den Informations- und Wissensfluss im Unternehmen.

[...]


[1] Adopter = Übernehmer

[2] o.V.: Innovation in Wikipedia: http://de.wikipedia.org/Innovation, Abrufdatum: 5.1.2005

[3] vgl. Hausschildt, J.: [Innovationsmanagement],S.7 Hervorhebungen durch den Verfasser

[4] vgl. Willfort, Reinhard in: http://isn.at, Abrufdatum 20.1.2005

[5] vgl. Little, A. D.: Innovation als Führungsaufgabe, S.15ff

[6] o.V.: Innovationsmanagement, in Wikipedia: http://de.wikipedia.org/Innovationsmanagement, Abrufdatum: 20.12.2004

[7] vgl. Corsten, H.: [Innovationsprozessen], S.6

[8] vgl. Peritsch, M.: [Innovationsmanagement], S.191

[9] o.V.: Innovationsmanagement, in Wikipedia: de.wikipedia.org/Innovationsmanagement, Abrufdatum: 20.12.2004

[10] vgl. Wahren, H.: [Erfolgsfaktor], S.22

[11] vgl. Wahren, H.: [Erfolgsfaktor], S.23

[12] vgl. Winzer, O. : Ideenmanagement und andere Unternehmensstrategien, in: Deutsches Institut für Betriebswirtschaft GmbH (Hg.): Erfolgsfaktor Ideenmanagement, S.21f

[13] vgl. Heidack; Brinkmann: [Unternehmenssicherung], S.50

[14] o.V.: Ideenmanagement, in Wikipedia: http://de.wikipedia.org/Ideenmanagement, Abrufdatum: 20.12.2004

[15] vgl. Läge, K.: [Ideenmanagement], S.30f

[16] vgl. Winzer, O: Ideenmanagement und andere Unternehmensstrategien in: Deutsches Institut für Betriebswirtschaft GmbH (Hg.): Erfolgsfaktor Ideenmanagement, S21

[17] vgl. Hentze, J. u.a: Ideenmanagement als kontinuierlicher Verbesserungsprozess, in: Frey, D.; Schulz-Hardt, S. (Hrsg.): [Vorschlagswesen], S.47

[18] vgl. Schachtner, K.: [Produktinnovationsprozess], S.39f

[19] vgl. Barthel J.: [Produktinnovation], S. 70

[20] vgl. Läge, K.: Ideenmanagement, S. 27

[21] o.V.: Kaizen, in Wikipedia: http://de.wikipedia.org/Kaizen, Abrufdatum: 11.1.2005

[22] vgl. Winzer, O. : Ideenmanagement und andere Unternehmensstrategien, in: Deutsches Institut für Betriebswirtschaft GmbH (Hg.): Erfolgsfaktor Ideenmanagement, S.31

[23] siehe Definitionen des Begriffs „Innovation“ in Kapitel 2.1

[24] vgl. Läge, K.: Ideenmanagement, S.28

[25] vgl. Läge, K.: Ideenmanagement, S.27f

vgl. Wohinz, J.: Zum Wissensmanagement in Innovationsprozessen in: Schwarz, E.(Hrsg.): [Innovationsmanagement],S. 30f

[26] vgl. von der Oelsnitz, D.; Hahmann, M.: [Wissensmanagement], S.39

[27] vgl. Probst, G.; Raub, S.; Romhardt, K: [Wissen managen], S.46

[28] vgl. Jänig, C.: Wissensmanagement, S.246f

[29] o.V.: Wissenstheorie in Lehren und Lernen online, in http://www.teachsam.de; Abrufdatum 25.01.2005

[30] vgl. Wahren, H.: [Erfolgsfaktor], S.21ff

[31] vgl. ebd., S.29

[32] vgl. Schachtner, K.: [Produktinnovationsprozess],S.41

Details

Seiten
41
Jahr
2005
ISBN (eBook)
9783638419079
Dateigröße
680 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v44275
Institution / Hochschule
VWA-Studienakademie
Note
Schlagworte
Ideen- Wissensmanagement Basis Innovationen Unternehmen

Autor

Teilen

Zurück

Titel: Ideen- und Wissensmanagement als Basis für Innovationen im Unternehmen