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Essstörungen am Beispiel von Suchterkrankungen. Was bedeutet das für die Therapie und Soziale Arbeit?

Hausarbeit 2018 24 Seiten

Soziale Arbeit / Sozialarbeit

Leseprobe

Inhalt

1. Einleitung

2. Begriffsbestimmungen
2.1 ICD-10 und DSM-5
2.2 Essstörungen
2.2.1 Anorexia nervosa
2.2.2 Bulimia nervosa
2.2.3 Binge-Eating-Störung
2.3 Suchterkrankungen bzw. Abhängigkeitserkrankungen

3. Ätiologie (Fokus auf Anorexie)

4. Behandlungsmöglichkeiten (Settings) der Anorexia nervosa

5. Gesundheitsförderung bei Essstörungen als Aufgabe für die (Klinische) Soziale Arbeit im Gesundheitsbereich

6. Fazit

Literatur

Anhang

1. Einleitung

Die Ernährung dient nicht nur allein der Erhaltung des eigenen Selbst oder einer Möglichkeit der Zusammenführung von Freunden und Familie, sondern kann auch als ein politisches Druckmittel (Hungerstreik) oder als internationales Handelsgut in bestimmten Kulturen verwendet werden. Das Nichtvorhandensein von Lebensmitteln und eine daraus resultierende Hungersnot kann, ebenso wie das bewusste Reduzieren und die Verweigerung der Nahrungsaufnahme sowie eine übermäßige Zufuhr oder anschließendes Erbrechen vorangegangener Heißhungerattacken von Lebensmitteln, emotional stark besetzt sein (vgl. Fichter 2017: 2.257). Bezüglich auf zuletzt genannte Punkte liegt ein gestörtes Essverhalten und somit gegebenenfalls eine Essstörung vor. Aus Sicht der ICD-10[1] und der DSM-5[2] lassen sich die Anorexia und Bulimia nervosa sowie die Bringe-Eating-Störung zu den Essstörungen zählen. Grundlegendes gemeinsames Merkmal ist »eine Störung des Ess- und Gewichtskontrollverhaltens« (Wälte/Schneider 2017: 422). Des Weiteren wird das Leben und die alltägliche Lebensführung Betroffener stark von den Themen „Ernährung“, „Essen“ und „Figur“ geprägt. Da auf die einzelnen Essstörungen im engeren Sinne in den folgenden Kapiteln der vorliegenden Arbeit noch genauer eingegangen wird, soll hier auf ein Vorwegnehmen der dort dargelegten Fakten und Erkenntnisse verzichtet werden. Für eine differenzierte Eingrenzung der oben genannten Essstörungen wird eine Einschätzung des Gewichtszustandes mittels des Body-Mass-Indexes (BMI) vorgenommen. Durch die Formel (Gewicht in kg/Körpergröße in m²), kann zunächst eine grobe Einschätzung vorgenommen werden. Bei einem BMI von unter 17,5 besteht Untergewicht, ein Normalgewicht, wenn dieser zwischen 17,5 und 24,9 liegt. Übergewicht beginnt bei einem Wert zwischen 25 und 29,9 und der Verdacht auf Adipositas beginnt ab einem BMI von 30 oder mehr (vgl. Fichter 2017: 2.257). Ein (gravierendes) Untergewicht kann ein Hinweis auf Anorexia nervosa sein. Einige Symptome dieser umfassen beispielsweise eine übermäßige körperliche Betätigung und das Einstellen oder die Verweigerung der Nahrungsaufnahme. Die Bulimia nervosa ist gekennzeichnet durch plötzlich auftretende Heißhungerattacken und sich daran anschließende Gegenmaßnahmen (Erbrechen, Einnahme von Abführmitteln), um einer Gewichtszunahme entgegenzuwirken. Sowohl bei der Anorexie als auch bei der Bulimie leiden Betroffene unter der extremen Angst, an Gewicht zuzunehmen. Im Gegensatz zu den an der Anorexie erkrankten Personen, dessen Gewicht oftmals im unteren bis hin zum lebensbedrohlichen Bereich liegt, befindet sich das Körpergewicht der von der Bulimie Betroffenen eher im Normalbereich. Die Bringe-Eating-Störung geht mit periodischen Heißhungerattacken ohne gewichtsreduzierende Maßnahmen einher. Betroffene haben ausgeprägte Schuld- und Schamgefühle. Folgen sind soziale Isolation, gesellschaftlicher Rückzug und wie bei der Anorexie und Bulimie auch, starke gesundheitliche (Folge-)Schäden (vgl. ebd.; Waelte/Schneider 2016: 497f., vgl. BMG 2018: 1). Dem mit der Anorexie und Bulimie einhergehenden Missbrauch von Abführmitteln, Diuretika oder Ähnlichem schließt sich oftmals ein Abhängigkeitsgefühl gegenüber diesen an. Durch eine regelmäßige und übermäßige Zufuhr von Abführmitteln kann die natürliche Darmflora geschädigt werden und zum Erliegen kommen. Ziel dieser Arbeit ist es, wie bereits kurz erwähnt, zu klären, welche Bedeutung Essstörungen der Sozialen Arbeit gegenüber haben. Einer in diesem Sinne ebenso wichtigen Intensität kommt der Gesundheitsförderung anhand der Salutogenese (salutogenetischen Perspektive) zu.

Im folgenden zweiten Kapitel der vorliegenden Arbeit wird zunächst auf die Definitionen der für die Arbeit wichtigen und zugrunde liegenden Begriffe eingegangen. Der Erläuterung über die Bedeutung des ICD-10 und die des DSM-5 (2.1) schließen sich die Definition der Essstörungen im Allgemeinen (2.2), die der Anorexia nervosa (2.2.1), Bulimia nervosa (2.2.2) sowie die der Bringe-Eating-Störung (2.2.3) und Suchterkrankungen (2.3) an. Für dieses Kapitel wurde zahlreiche und aktuelle Literatur herangezogen (2015-2018). Das sich daran anschließende Kapitel (3) umfasst eine ätiologische Darstellung von Essstörungen und fokussiert sich dabei zum größten Teil auf die Risikofaktoren, symptomauslösenden und aufrechterhaltenden Kriterien der Anorexia nervosa. Unter anderem wird sich hier auf Literatur aus den Jahren 2013 und 2018 bezogen. Im vierten Kapitel werden einige Behandlungsmöglichkeiten, so genannte Settings, aufgezeigt. Dabei werden jedoch die damit verbundenen Therapiemöglichkeiten, wie beispielsweise die Pharmako- oder kognitive Verhaltenstherapie, nur beiläufig erwähnt, da diese für das eigentliche Ziel dieser Arbeit, zu klären, welche Bedeutung Essstörung und Suchterkrankungen für die Soziale Arbeit haben, von nicht allzu großer Bedeutung sind. Zudem wird in diesem Kapitel die (Klinische) Soziale Arbeit als eine wertvolle Unterstützung in der Behandlung von Essstörungen dargestellt. In diesem Zusammenhang wird auch das Modell der Salutogenese erwähnt, auf das in Kapitel 5 noch ausführlicher eingegangen wird. In einem abschließenden Fazit werden wichtige Punkte der vorliegenden Arbeit noch einmal aufgegriffen und resümiert. Bei den zuletzt genannten Kapiteln wurde auf Literatur aus den Jahren 2004-2006, 2009, 2011 und 2015 bis 2018 zurückgegriffen. Erstere wurden, trotz ihres frühen Erscheinungsjahres verwendet, da die durch Becker, Lützenkirchen und Huck verfassten Beiträge einen sehr guten, verständlichen und ausführlichen Beitrag über die Salutogenese und (Klinische) Soziale Arbeit leisten. Es wurde diesbezüglich jedoch auch auf ein durch Lammel und Pauls veröffentlichtes Werk aus dem Jahre 2017 zurückgegriffen.

Um das weibliche und männliche Geschlecht gleichermaßen zu berücksichtigen wird auf eine genderspezifische Ausdrucksweise Wert gelegt. Dies erfolgt entweder durch Nennen der weiblichen sowie der männlichen Bezeichnung als auch der Hervorhebung des Buchstabens „ I “ (beispielsweise KlientInnen oder PatientInnen).

2. Begriffsbestimmungen

2.1 ICD-10 und DSM-5

»ICD-10 und DSM-5 sind international anerkannte Klassifikationssysteme. Die ICD-10 ist das international verbindliche Klassifikationssystem, welches sich v. a. um eine international anerkannte, Kulturen übergreifende Beschreibung der Erkrankungen bemüht. Dagegen stellt das DSM-5 ein nationales amerikanisches Klassifikationssystem mit internationaler Verbreitung dar, das in Deutschland v. a. in der Forschung Anwendung findet.« (Schneider/Weber-Papen/Hettmann 2017: 33)

2.2 Essstörungen

Nach der Definition des ICD-10 lassen sich die Anorexia- und Bulimia nervosa zu den Essstörungen[3] zählen. Das DSM-5 beschreibt neben den oben genannten Essstörungen zusätzlich noch eine dritte, die Binge-Eating-Störung. Bei all diesen Erkrankungen ist »eine Störung des Ess- und Gewichtskontrollverhaltens« (Waelte/Schneider 2017: 422) zu vermerken. Des Weiteren gehen diese mit einer übermäßigen/abnormen Auseinandersetzung mit der Ernährung einher (vgl. ebd.). »Mit einer Lebenszeitprävalenzrate von etwa einem Prozent in der Normalbevölkerung sind Essstörungen eher selten.« (Caspar/Pjanic/Westermann 2018: 92) Im Gegensatz zur Anorexia nervosa, welche zumeist schon sehr früh ausbricht, tritt die Bulimia nervosa erst mit fortschreitendem Alter auf. Begleitet werden diese Essstörungen häufig von zahlreichen Komorbiditäten, wie beispielsweise von Zwangs- oder Angststörungen oder Substanzmissbrauch und -abhängigkeiten. Wird eine Essstörung nicht beziehungsweise nicht frühzeitig diagnostiziert und behandelt, so ist der Verlauf einer solchen Erkrankung meist chronisch (vgl. ebd.). Essstörungen unterliegen multifaktoriellen Ursachen, das bedeutet, dass diese selten „nur“ mit einer einhergehen . Es besteht unter anderem eine Synergie zwischen individuellen, familiären (biologischen), aber auch gesellschaftlichen Faktoren, die die Entstehung einer Essstörung begünstigen können (vgl. ebd.). »Aus der lebenserhaltenden Funktion „Essen“ wird bei diesen Krankheiten ein psychosomatisches Problem mit erheblichen körperlichen, seelischen und sozialen Folgen.« (Fritzsche 2016: 149) So werden Heißhungerattacken, Fastenzeiten oder die vollständige Nahrungskarenz (Verzicht auf Nahrung für eine bestimmte Zeit) suchtartig bzw. als eine Art Rausch wahrgenommen. Bei den folgend näher erläuterten Essstörungen „kann“ von einer Suchterkrankung gesprochen werden, da diese ebenfalls mit Kontrollverlusten, Scham- und Schuldgefühlen, Rausch- und Entzugserscheinungen und Suchtdruck einhergehen (vgl. Fritzsche 2016: 149.). Fichter ist jedoch der Meinung, dass dies dem komplexen Bild der Essstörungen nicht gerecht werden würde (vgl. Fichter 2017: 2.264f.). Auch Eva Wunderer schließt sich der Meinung Fichters an und plädiert, dass es sich bei den Essstörungen um psychosomatische Erkrankungen handele, welche jedoch mit einem Suchtcharakter einhergehen (vgl. Wunderer 2015: 30).

2.2.1 Anorexia nervosa

Kernmerkmal der Anorexia nervosa[4] (auch Magersucht) ist das selbstherbeigeführte starke Untergewicht. Betroffene haben eine stark ausgeprägte Angst vor der Gewichtszunahme und wirken dieser durch exzessive körperliche Aktivität, der Einnahme beziehungsweise dem Abusus von Abführmitteln (Laxantien) und/oder harntreibenden Mitteln (Diuretika) oder selbstinduziertes Erbrechen entgegen. Des Weiteren schränken Betroffene die Nahrungsaufnahme stark ein, oft finden längere Fastenzeiten statt. Nahrungsmittel mit einem hohen Kaloriengehalt werden komplett abgelehnt. Ebenso geht diese Erkrankung mit einer permanenten Auseinandersetzung der Themen „Essen“, „Figur“ und „Gewicht“ einher (vgl. Waelte/Schneider 2017: 422). Begleitet wird die Anorexia nervosa von einer sogenannten Körperschema-Störung. Diese führt dazu, dass an der Essstörung erkrankte Personen das Gefühl für ihren eigenen Körper verlieren oder diesen nicht mehr „richtig“ wahrnehmen können. Es werden Fettpolster an Stellen gesehen, wo längst keine mehr sind oder nie welche waren (vgl. Casper/Pjanic/Westermann 2018: 93). Neben den oben aufgeführten Diagnosekriterien weißt das ICD-10 zusätzlich noch darauf hin, dass das tatsächliche Körpergewicht mindestens 15% unter dem für das Alter und Geschlecht erwarteten BMI (Body-Mass-Index)[5] liegen muss (vgl. Waelte/Schneider 2017: 424). Ebenso können Endogene Störungen auftreten, welche bei Frauen mit einem Ausbleiben der Menstruation und bei Männern mit dem Libido- und Potenzverlust einhergehen (vgl. ebd.). Des Weiteren unterscheidet das ICD-10 zwischen einigen Subtypen der Anorexie (F50.0).:

- F50.00: Anorexie ohne aktive Maßnahmen zur Gewichtsreduktion, beispielsweise selbstinduziertes Erbrechen (ICD-10-GM 2018: o.S.)
- F50.01: Anorexie mit aktiven Maßnahmen zur Gewichtsreduktion, durch Erbrechen, Abführen in Verbindung mit Heißhungerattacken (ebd.)
- F50.1: Die atypische Anorexia nervosa, bei der ein oder mehrere Merkmale bei ansonsten typischen Krankheitsbild fehlen (ebd.)

Das DSM-5 hingegen differenziert zwischen dem restriktiven Typus der Anorexie, bei dem sich Betroffene sowohl langen Fastenzeiten unterziehen als auch körperlich stark betätigen und dem bulimischen Typus, welcher durch plötzlich auftretende und unkontrollierbare Nahrungsaufnahme („Fressattacken“) charakterisiert ist. Des Weiteren werden zusätzlich gewichtsregulierende Maßnahmen ergriffen, wie beispielsweise durch die Einnahme von Abführmitteln, Diuretika oder selbstinduziertes Erbrechen. Es besteht eine geringe bis keine Krankheitseinsicht (vgl. Herpertz-Dahlmann/Wewetzer 2016: 492).

2.2.2 Bulimia nervosa

Nach den Diagnosekriterien des ICD-10 ist die Bulimia nervosa[6] (F50.02), auch Ess-Brech-Sucht genannt, charakterisiert durch eine andauernde Beschäftigung mit dem Thema „Essen“. Verbunden ist diese mit in regelmäßigen Abständen auftretenden Heißhungerattacken, bei denen immense Mengen an fett- und zuckerhaltige Nahrungsmittel verschlungen werden, die den „persönlichen“ Grundumsatz[7] bei Weitem überschreiten. Ähnlich wie bei der Anorexia nervosa, haben auch an der Bulimie erkrankte Personen eine ausgeprägte Gewichtsphobie und greifen zu kompensierenden Maßnahmen, wie beispielsweise Abführmitteln oder Diuretika (vgl. Caspar/Pjanic/Westermann 2018: 94). Eva Wunderer verweist in ihrer Monografie auf eine Untersuchung Fichters, welche darlegt, dass 70% der an der Bulimie erkrankten PatientInnen sich (zusätzlich) exzessiv körperlich betätigen (vgl. Eva Wunderer 2015: 44). Auch bei der Bulimie kann vereinzelt eine Körperschemastörung als Kriterium diagnostiziert werden. Das Körpergewicht befindet sich meist im Normalgewicht, kann jedoch im unteren Bereich liegen. Des Weiteren wissen BulimikerInnen, im Gegensatz zu den an einer Magersucht erkrankten Personen, dass sie ein gestörtes Essverhalten aufweisen, sind jedoch nicht in der Lage, aus dem Teufelskreis der Ess-Brech-Sucht auszutreten (vgl. Herpertz-Dahlmann/Wewetzer 2016: 493). Durch die fehlende Selbstkontrolle schämen sich die Betroffenen, sie ekeln sich vor sich selbst, isolieren sich immer mehr von Freunden und vernachlässigen soziale Interessen und Hobbys (vgl. Gross 2016: 89). »Oft enden die Fressorgien mit einem Weinkrampf. Manche betäuben ihre Depressionen zusätzlich mit Alkohol und/ oder Schlaf- und Beruhigungspillen. Viele Betroffene sind selbstmordgefährdet.« (Gross 2016: 89) Auch bei der Bulimie benennt das ICD-10 zusätzlich noch zwei Subtypen der Essstörung:

- F50.03: Atypische Bulimia nervosa, bei der ein oder mehrere Merkmale bei ansonsten typischen Krankheitsbild fehlen (vgl. ICD-10-GM 2018: o.S.)
- F50.04: Essattacken bei anderen psychischen Störungen: Heißhungerattacken, übermäßiger Konsum von Lebensmitteln als Stressreduktion oder als Reaktion auf Schicksalsschläge, beispielsweise Todesfälle oder Krankheit (vgl. ebd.)

2.2.3 Binge-Eating -Störung

Im ICD-10 findet sich keine eigenständige diagnostische Leitlinie hinsichtlich der oben genannten Essstörung. Die Binge-Eating-Störung fällt dort unter die nicht näher bezeichneten Essstörungen (vgl. Benkert et al. 2016: 203). Nach der Definition des DSM-5 ist die Binge-Eating-Störung dadurch charakterisiert, dass Betroffene in kürzester Zeit größere Mengen an Lebensmitteln konsumieren. Diese sogenannten Episoden von Fressanfällen (Binge-Eating) finden in regelmäßigen Abständen statt und gehen meist ohne ein vorangegangenes Hungergefühl einher. Betroffene verlieren die Kontrolle über die Mengen, die sie zu sich nehmen, essen diesbezüglich aus Scham und Ekel allein und schneller als gewöhnlich bis hin zu einem stark unangenehmen Sättigungsgefühl (vgl. Waelte/Schneider 2016: 497f.). Anders als der Anorexie und Bulimie verzichten an der Binge-Eating-Störung erkrankte Personen darauf, auf kompensatorische Maßnahmen zurückzugreifen (vgl. ebd.: 80). »Dies führt im Laufe der Zeit zu einem extremen Übergewicht, nicht selten bis zu einem Body-Mass-Index (BMI) zwischen 25–30.« (Hoeler 2016: 150) Je nach Häufigkeit der Binge-Eating-Anfälle lässt sich die Symptomschwere der Essstörung erkennen. So besteht eine milde Ausprägung dieser, sollten die Essanfälle „nur“ ein bis dreimal pro Woche auftreten, eine milde bei vier bis sieben, eine schwere liegt zwischen acht und dreizehn Anfällen. Kommt es pro Woche bis hin zu vierzehn oder sogar mehr Binge-Eating-Episoden, so liegt eine extreme Ausprägung der Essstörung vor (vgl. Wunderer 2015: 51). Neben den oben aufgeführten Essstörungen, welche zu den bekanntesten gehören, lassen sich ebenso ein krankhaftes Übergewicht, auch Adipositas genannt und nächtliches Essen (Night-Eating) dazu zählen (vgl. DGESS e.V 2009: 1)

[...]


[1] Internationale statistische Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme.

[2] Diagnostisches und statistisches Manual Psychischer Störungen.

[3] Im ICD-10 sind Essstörungen in Kapitel 5 unter dem Code F50 zu finden.

[4] Anorexia nervosa (aus dem griech./lat. für „nervlich bedingte Appetitlosigkeit“). Der Zusatz „nervosa“ zielt auf die psychische Komponente der Anorexie ab (vgl. Hoewler 2016: 142).

[5] Body-Mass-Index (BMI) = Gewicht in kg/Körpergröße in m².

[6] Bulimia nervosa (aus griech. bous „Ochse“ und griech. limos „Hunger“) bedeutet sinngemäß „Ochsenhunger“; der Zusatz „nervosa“ zielt ebenfalls auf die psychische Komponente der Erkrankung ab (vgl. Hoewler 2016: 147).

[7] Für einen Überblick über den geschlechts- und altersspezifischen Energiebedarf siehe bitte im Anhang Seite 24.

Details

Seiten
24
Jahr
2018
ISBN (eBook)
9783668807532
ISBN (Buch)
9783668807549
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v442636
Institution / Hochschule
Hochschule Emden/Leer
Note
1,0
Schlagworte
essstörungen beispiel suchterkrankungen therapie soziale arbeit

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Titel: Essstörungen am Beispiel von Suchterkrankungen. Was bedeutet das für die Therapie und Soziale Arbeit?