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Erfolg und Qualität in der Sozialen Arbeit

Hausarbeit (Hauptseminar) 2017 10 Seiten

Pädagogik - Allgemein

Leseprobe

Inhalt

Einleitung

Die Bedeutung von Erfolg

Erfolgsnachweiß

Qualitätsdiskussion in der Sozialer Arbeit

Erkennungsmerkmale von qualitativ hochwertiger Sozialer Arbeit

Evaluation

Die Anforderungen an das Personals in Bezug auf Effektivität, Effizienz und Qualität von Sozialen Dienstleistungen

Fazit

Literatur

Einleitung

Qualität, Effektivität und Effizienz haben in der Sozialen Arbeit als zentrale ökonomische Begriffe eine wichtige Funktion. Dennoch ist der Stellenwert dieser theoretisch noch nicht ausreichend geklärt. Es stellt sich also die Frage, wie die personenbezogenen Dienstleistungen der Sozialen Arbeit mit den Begriffen Effektivität, Effizienz aber auch Qualität in Verbindung gebracht werden können und ob es möglich ist, diese Begriffe messbar zu machen (vgl. Möller 2003, S.2). Auch das Thema Erfolg spielt in der Sozialen Arbeit eine große Rolle. Denn wie wird Erfolg im Handlungsfeld der Sozialen Arbeit definiert und was ist unter erfolgreicher Sozialer Arbeit zu verstehen (vgl. Boecker 2015, S.11)? Da gerade im Bildungs- und Sozialwesen die leistungsbringenden Fachkräfte eine zentrale Bedeutung haben und deren Qualifikationen, Haltungen und Handlungen für eine Organisation von großer Bedeutung sind (vgl. Böttcher/Merchel 2010, S.163), stellt sich abschließend noch die Frage, welchen Beitrag sie zur erfolgreicher und qualitativ hochwertiger Sozialer Arbeit leisten.

Die Bedeutung von Erfolg

Durch die Finanznot der Öffentlichen Hand kam es in der Sozialen Arbeit zu einer Ökonomisierung, wodurch der Versuch unternommen wurde, die klassische Betriebswirtschaftslehre und ihre Konzeptionen sowie Erkenntnisse auf die Soziale Arbeit zu übertragen. Unter den Anbietern der Sozialen Arbeit wird als Folge ein Konkurrenzkampf geführt, welcher mittels Zertifikaten, der Erfüllung von scheinbaren oder tatsächlichen Industrie-(ISO)-Normen, Qualitätsmanagement, Qualitätshandbüchern aber unter anderem auch mittels Benchmarking betrieben wird (vgl. Möller 2003, S.2). Der Unterschied der Sozialen Arbeit, im Vergleich zu betriebswirtschaftlichen Qualitätssystemen, welche ihren Fokus der Organisation der Abläufe sowie der Messung von Resultaten widmen, liegt aus der Sicht von AvenirSocial (2015, S.2) darin, dass es in der Sozialen Arbeit darum geht, Kriterien und Indikatoren zu entwickeln, welche aus dem professionstheoretischen Hintergrund folgen und den Perspektiven der einzelnen Fachpersonen zu Gute kommen.

Organisationale Zusammenhänge sind ein Grundstein, auf dem das Handeln von Sozialer Arbeit sowie ihren Akteuren beruht. Damit Soziale Arbeit erfolgreich und auch wirksam sein kann, ist sie also abhängig, von organisierten Sozialen Systemen und deren Funktion und/oder Dysfunktion, von der sozialen Wirklichkeit, die durch die Interpretierenden konstruiert wird sowie den definierenden und beeinflussenden Akteuren (vgl. Boecker 2015, S.13). Die Definition von dessen, was allerdings genau als Erfolg in der Sozialen Arbeit bezeichnet wird, ist jedoch immer noch eine Frage die sich nicht eindeutig beantworten lässt (vgl. Boecker 2015, S.213). Im Allgemeinen, bedeutet Erfolg zu haben, dass menschliche Anstrengungen in Form von Ergebnissen sichtbar werden. Um Erfolg sichtbar zu machen, setzt dies Transparenz als Notwendigkeit voraus. Dies bedeutet so viel, wie Maßstäbe oder Erfolgskriterien widerzuspiegeln, welche einerseits öffentlich bekannt sein können, aber auch den subjektiven Vorstellungen entsprechen können (vgl. Boecker 2015, S.118).

Erfolgsnachweiß

Transparenz ist für den Nachweis von erfolgreicher Sozialer Arbeit eine klare Grundlage, die den beteiligten Akteuren hilft, sich über ausgewählte Teilbereiche des Geschehens und deren Angemessenheit verständigen sowie die Überlegungen zur zielgerechten Veränderung dieser in Angriff nehmen zu können. Damit Transparenz hergestellt werden kann, bedarf es das Geschehen in darstellbare Kategorien zu übersetzen und zu dokumentieren. Im Rahmen der Qualitätsentwicklung werden Indikatoren gesucht, welche Debatten darüber erlauben, ob es einer Einrichtung möglich war, die vorgegebenen Qualitätskriterien zu erfüllen und wenn ja, in welchem Ausmaß. Um eine Bewertung von der Qualität Sozialer Arbeit möglich zu machen, müssen die Indikatoren in eine Art von Kennzahlen oder beobachtbare Ereignisse übersetzt werden. Um Maßstäbe und Beurteilungen zur Qualität zu verbessern und sie leichter kommunikativ vermittelbar zu gestalten, bedarf es als Erstes Leistung in Quantitativen Größen darzustellen und des Weiteren über Quantifizierungen Vergleiche darzustellen, welche zwischen Organisationen oder Organisationssegmenten stattfinden. Je besser dies gelingt, umso besser gelingt auch die künftige Ausgestaltung von klaren Zielorientierungen, sowohl sozialpädagogischer, als auch organisatorischer Bemühungen, zu erleichtern (Merchel 2003, S. 12).

Qualitätsdiskussion in der Sozialer Arbeit

Sowohl in der Sozialen Arbeit, als auch im Bildungsbereich, wird das Thema Qualität immer bedeutender. Fragen nach der Definition, der Bewertung, aber auch der Entwicklung von Qualität stehen in der Qualitätsdiskussion im Mittelpunkt. In der Sozialen Arbeit gibt es eine Debatte bezüglich des Qualitätsmanagements, welche kein Arbeitsfeld auslässt. Das Thema Qualität, hat sich in der Sozialen Arbeit zu einer Herausforderung, fachlicher sowie fachpolitischer Hinsicht entwickelt, welcher sich kaum ein Arbeitsfeld aber auch kaum eine Organisation entziehen kann. Grund hierfür, ist mitunter die Einfügung in Teile des Sozialgesetzbuches von Anforderung bezüglich der Themen Qualitätssicherung, Qualitätsüberprüfung und Qualitätsentwicklung. In den einzelnen Arbeitsfeldern der Sozialen Arbeit wurden dementsprechend Verfahren zum Management von Qualität entwickelt (vgl. Böttcher/Merchel 2010, S.132-134).

Eine Forderung von einer Qualitätsdefinition, die objektiv oder auch nur annähernd objektiv ist, verfehlt im Kontext der Sozialen Arbeit die zentralen Eigenschaften des Begriffes von Qualität. Außerhalb persönlicher sowie gesellschaftlicher Normen, aber auch Erwartungen, Werten und Zielen, ist das Konstrukt Qualität nicht denkbar. Ein Diskurs über Qualität ist demnach ohne den Austausch über ethisch und normativ begründete Maßstäbe, welche festlegen, wie man in einer Gesellschaft mit andern Mitmenschen umgehen sollte, nicht möglich. Die Definition von Qualität in der Sozialen Arbeit, wird in erster Linie in Expertendialogen ausgemacht. Die Perspektive des Nutzers, welche durchaus eine bedeutsame Interessenslage darstellt, wird meist jedoch kaum in die Betrachtung miteinbezogen. Die Tatsache, dass die Nutzer oder auch die sogenannten „Kunden“ von Vertreter, welche Betriebswirtschaftliche Konzepte in Bezug auf das Qualitätsmanagement in der Sozialen Arbeit anwenden, in den Mittelpunkt gestellt werden, wenn es um das Thema Qualitätsdenken geht, aber auch, dass die Wichtigkeit des aktiven Einbezugs der Adressaten eine ausschlaggebende Notwendigkeit ist, um Leistungen gelingen zu lassen, stellt hierzu aber einen klaren Widerspruch dar. Es stellt sich nun also die Frage, wie sich in der Praxis der Sozialen Arbeit neben den Interessen der Experten, auch die Interessen der Nutzer in Bezug auf das Thema Qualität sozialer Dienstleistungen einbringen lassen (Merchel 2003, S.8-10).

Erkennungsmerkmale von qualitativ hochwertiger Sozialer Arbeit

Was ist also nun qualitativ hochwertige Soziale Arbeit? Laut Seithe, leitet sich (2013, S.14 zit.n. AvenirSocial 2015, S.4) qualitativ hochwertige soziale Arbeit aus professioneller Sicht von mehreren Punkten ab. Das Theoretische Konzept Sozialer Arbeit ist für ihn der erste Punkt, aus dem sich gute Soziale Arbeit ableiten lässt. Auch professionelle Ziele und Handlungsorientierungen die sich daraus ergeben, spielen laut ihm diesbezüglich eine große Rolle. An letzter Stelle stehen die wissenschaftlichen Erkenntnisse und das Erfahrungswissen, durch welche es möglich ist, Wege einzuschlagen, die zur Erreichung von Zielen beitragen. Die Sichtweise von Seithe wird ebenfalls von Greding geteilt. Laut Greding (2013, S.17 ff zit. n. AvenirSocial 2015, S.4) sind die Charakteristiken guter Praxis und somit guter Qualität Sozialer Arbeit in einer systematischen Schrittfolge darzustellen, in welcher das Problem im Rahmen einer kommunikativen Verständigung und Aushandlung definiert wurde und dessen Ausgang auf ein gemeinsam vereinbartes Ziel hinarbeitet und des Weiteren eine von Professionellen sowie Klientinnen und Klienten durchgeführte Form einer Koproduktion anstrebt. Aus Sicht von Greding (2013, S.17 ff zit. n. AvenirSocial 2015, S.4-5), lässt sich qualitativ hochwertige Soziale Arbeit also vielen Punkten Erkennen. Beispielsweise daran, dass Klientinnen und Klienten mit Professionelle Fachkräften zusammenarbeiten und darin auch einen Nutzen für sich selbst erkennen können. Das Handeln der Fachkräfte sollte sich an der Professionsethik orientieren und Interventionen sollen unterstützend für eine selbstbestimmte Lebensführung sowie Partizipation wirken. Folgend sollten die professionellen Fachkräfte, um gute Soziale Arbeit durchführen zu können, den Prozess kooperativ gestalten. Wissenschaftliches Wissen sollte bei Interventionen und die in ihrem Rahmen entstehenden Problemkonstruktionen und Vorschläge eine fundierte Grundlage bieten. Ebenfalls betont Greiding (2013, S.17 ff zit. n. AvenirSocial 2015, S.5), die Wichtigkeit von Interventionen und die Tatsache, dass es immer eine breite Palette dieser geben sollte, auf diese man zurückgreifen können sollte. Qualitativ hochwertige Soziale Arbeit sollte abschließend in einem Kontext agieren, welcher zugleich unterstützend und organisational ist sowie geprägt von einer Lernorientierten und Forschungsorientierten Kultur und der Offenheit in Bezug auf Variationen von Interventionen, welche fallbezogen sind.

Die Definition von dem, was nun unter guter beziehungsweise qualitativ hochwertiger Sozialer Arbeit verstanden werden kann, orientiert sich laut AvenirSocial (2015, S.5), an verschiedenen Merkmalen bezüglich ihres Handelns hinsichtlich der Klientinnen und Klienten. Darüber hinaus spielt die eigene Profession sowie die Disziplin der Sozialen Arbeit eine große Rolle für gute Qualität, ebenso andere Professionen und die Organisation des Sozialwesens.

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Details

Seiten
10
Jahr
2017
ISBN (eBook)
9783668812314
ISBN (Buch)
9783668812321
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v441888
Institution / Hochschule
Karl-Franzens-Universität Graz – Erziehungs- und Bildungswissenschaften
Note
2,0
Schlagworte
Erfolg Soziale Arbeit Qualität

Autor

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Titel: Erfolg und Qualität in der Sozialen Arbeit