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Der Umgang mit kultureller Vielfalt. Die Notwendigkeit der interkulturellen Ausrichtung der Sozialen Arbeit

Hausarbeit 2017 20 Seiten

Soziale Arbeit / Sozialarbeit

Leseprobe

Inhalt

1. Einleitung

2. Das Handlungsfeld Migration
2.1 Zusammenhang von Migration und Sozialer Arbeit
2.2 Herausforderungen der Sozialen Arbeit in der Einwanderungsgesellschaft

3. Interkulturelle Soziale Arbeit
3.1 Von der Ausländerpädagogik zur interkulturellen Sozialen Arbeit
3.2 Zugangsbarrieren zu sozialen Diensten
3.2.1 Zugangsbarrieren aufseiten der Migrantlnnen
3.2.2 Zugangsbarrieren auf Seiten der Fachkräfte
3.3 Interkulturelle Öffnung der sozialen Dienste
3.3.1 Interkulturelle Ausrichtung der Angebotsstruktur
3.3.2 Interkulturelle Ausrichtung der Personalstruktur
3.3.3 Interkulturelle Kompetenzen

4. Fazit

5. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Die Bundesrepublik Deutschland hat sich zu einem Einwanderungsland entwickelt. Innerhalb der letzten Jahre haben sich viele Millionen Menschen aus anderen Ländern in Deutschland niedergelassen. (Schulte & Treichler, 2010, s. 7) Gegenwärtig gehört das Zusammenleben von Menschen unterschiedlicher Herkunft zum Alltag in der Einwanderungsgesellschaft. (Marschke, 2011, s. 68) Die Bundesrepublik wird gekennzeichnet durch internationale Begegnungen mit unterschiedlichen kulturellen Milieus und durch eine damit einhergehende Pluralisierung der Kultur. (Schulte & Treichler, 2010, s. 102; Marschke, 2011, s. 68) Migration hat sich zum Normalfall in Deutschland entwickelt. (Salman & Ngassa Djomo, 2009, s. 555). Auch die Soziale Arbeit wird mit dieser Entwicklung konfrontiert. Die Begegnungen mit Menschen mit Migrationshintergrund gehören heutzutage zum Alltag der beruflichen Praxis. Durch die vielen Veränderungen und kulturellen Differenzierungen, die die Zuwanderungen mit sich bringen, entwickeln sich neue Zielgruppen, Aufgaben und Herausforderungen für die Fachkräfte der Sozialen Arbeit. (Spetsmann-Kunkel, 2013, s. 7) Diese steht vor der Aufgabe, Vielfalt zu gestalten und allen Menschen in der Gesellschaft eine gleichberechtigte politische Teilhabe, ausreichend soziale und finanzielle Absicherung und eine Kultur der Anerkennung zu verschaffen. (Fischer, 2011, s. 349f.)

In der nachfolgenden Ausführung wird der Umgang mit kultureller Vielfalt und die Notwendigkeit der interkulturellen Ausrichtung der Sozialen Arbeit thematisiert. Zu Beginn der Darstellung werden das Handlungsfeld Migration und ihre Angehörigen definiert. Das darauffolgende Kapitel beschäftigt sich mit dem Zusammenhang von Migration und Sozialer Arbeit. Es werden Gründe und Anlässe für die Inanspruchnahme sozialer Dienstleistungen durch Migrantlnnen dargelegt. Anschließend werden die Herausforderungen behandelt, die sich für die Soziale Arbeit in der Einwanderungsgesellschaft stellen. Es beinhaltet Aufgaben und Ziele der Sozialen Arbeit im Umgang mit einer ausländischen Klientel. Das dritte Kapitel widmet sich der interkulturellen Sozialen Arbeit. Zu Anfang wird die Entwicklung von der Ausländerpädagogik zur interkulturellen Sozialen Arbeit geschildert. Darauffolgend werden Zugangsbarrieren, welche die Inanspruchnahme sozialer Angebote behindern, zum Einem aufseiten der Migrantlnnen und zum Anderem aufseiten der Fachkräfte thematisiert. Der anschließende Absatz beinhaltet die Forderung einer interkulturellen Öffnung der sozialen Dienste in Folge der sich entwickelten kulturellen Differenzierungen in der Gesellschaft. Dieses Kapitel beschäftigt sich mit der interkulturellen Ausrichtung der Angebots- und der Personalstruktur. Abschließend folgt die Thematisierung der interkulturellen Kompetenz. Diese wird als ein neues Anforderungsprofil für Fachkräfte der Sozialen Arbeit gefordert. Bezogen auf die Beschäftigung mit diesen Inhalten wird im Fazit die Frage nach der Notwendigkeit der interkulturellen Ausrichtung der Sozialen Arbeit beantwortet.

2. Das Handlunqsfeld Migration

Die Einwanderung von Menschen aus anderen Ländern nach Deutschland lässt sich auf vielfältige Beweggründe zurückführen. Kriege und Verfolgungen sowie soziale, wirtschaftliche, politische oder individuelle Motive können unter anderem Anlässe sein, um den Wohnort dauerhaft zu verlegen. (Han, 2005, s. 25) Durch diese stetig wachsende Zuwanderung von Menschen fremder Herkunft entwickeln sich Menschen mit Migrationshintergrund als eine neue Zielgruppe für die Soziale Arbeit. (Schirilla, 2012, s. 138)

״Migranten und Migrantinnen, also Menschen mit Migrationshintergrund (...) werden (...) definiert als Personen, die entweder selbst nach Deutschland zugewandert sind oder von denen dies auf ein Elternteil zutrifft“. (Schirilla, 2012, s. 128) Die Soziale Arbeit ist hier konfrontiert mit einem sich von der üblichen Handlungsgruppe der Einheimischen unterscheidendem Klientel. Die Zuwanderer bringen unterschiedlichste Sprachen, kulturelle und religiöse Traditionen und kulturell differente Organisations- und Lebensformen mit. Die Einwanderung und das Niederlassen von Menschen fremder Kulturen verändern dementsprechend die Gesellschaft in Deutschland. (Freise, 2005, s. 7; Schirilla, 2012, s. 133; Freise, 2005, s. 7)

2.1 Zusammenhang von Migration und Sozialer Arbeit

Nicht alle Menschen mit Zuwanderungshintergrund sind automatisch Adressaten der Sozialen Arbeit. ״Migranten und Migrantinnen sind Gegenstand Sozialer Arbeit, sofern sie marginalisiert sind, benachteiligt oder ausgegrenzt werden“. (Schirilla, 2012, s. 128, zitiert nach: Hamburger, 2012) In Folge von Migration und Einwanderung werden Menschen mit Migrationshintergrund in den meisten Fällen mit vielfachen und überdurchschnittlichen Belastungssituationen konfrontiert. (Gaitanides, 2009, s. 534) Sie müssen sich bedingt durch die Zuwanderung mit neuen und fremden Lebensformen und Orientierungsmustern auseinandersetzen. Es können Ausstattungs-, Anpassungs- und Akzeptanzprobleme in vielerlei Bereichen entstehen. (Schwalb, 1995, s. 87) Zudem liegt im Hinblick auf die Migrantengesellschaft weder eine gesellschaftliche Teilhabe noch eine Chancengleichheit vor. (Marschke & Brinkmann, 2011, s. 11) Ihre Lebenssituation in dem Einwanderungsland ist oftmals gekennzeichnet durch soziale Ungleichheiten, Benachteiligungen und beeinträchtigte Lebenschancen im Vergleich zu der einheimischen Bevölkerung. (Schulte & Treichler, 2010, s. 100) Diese Ungleichheiten zeigen sich vor Allem im Schul- und Bildungssystem, auf dem Arbeitsmarkt, beim Einkommen, bei jeder politischen und gesellschaftlichen Partizipation, beim Wohnen und bei der Gesundheit. (Schulte & Treichler, 2010, s. 42; Marschke & Brinkmann, 2011, s. 11 )

Die vielfachen Benachteiligungen wirken sich dementsprechend in eine schlechte Integration der Migrantlnnen aus. Ihre Lebenssituation ist oftmals gekennzeichnet durch schlechte soziale, wirtschaftliche und materielle Bedingungen. Hinsichtlich ihres Minderheitenstatus sind sie auch konfrontiert mit einem höheren Arbeitslosigkeitsrisiko, einer höheren Armutsgefährdung und niedrigeren Erwerbsquoten. Diese Faktoren bedingen zudem stärkere soziale und psychosoziale Belastungen auf Seiten der Minderheiten. (Gaitanides, 2003, s. 44; Gaitanides, 2009, s. 533) Eine weitere soziale Folge stellt einerseits die schlechte Bildungsbilanz von Zuwandererkindern und andererseits das niedrige Bildungsniveau der Eltern dar, was sich auch in den geringen Deutschkenntnissen zeigt. (Gaitanides, 2009, s. 533; Schirilla, 2012, s. 130) Die fremde Sprache führt zu Sprachbarrieren, Verständigungsschwierigkeiten und Handlungseinschränkungen. Durch den Verlust von sprachlichen Gestaltungsmöglichkeiten entstehen Unsicherheiten und ein mangelndes Vertrauen in die Verständigungsmöglichkeit auf Seiten der Migrantlnnen. (Gaitanides, 2009, s. 537) Ebenso können Diskriminierungen, Rassismus und Gewalt soziale Folgen sein, mit denen Migrantlnnen konfrontiert werden. (Schirilla, 2012, s. 133) Diskriminierungen treten in vielerlei Bereichen auf: Schule, Ausbildungs- und Arbeitsmarktintegration oder auch auf dem Wohnmarkt. (Schirilla, 2012, s. 131) Die negative Etikettierung der Zuwanderer kann deren Bildungs-, Ausbildungs- und Beschäftigungschancen beeinträchtigen. (Gaitanides, 2009, s. 534) Auch die langen Zeiten der Aufenthaltsunsicherheit, die mangelnden aufenthaltsrechtlichen Perspektiven, die Nichtanerkennung von Abschlüssen auf dem Arbeitsmarkt und die fehlenden Bürgerrechte stellen eine Diskriminierung der Zuwanderungsgesellschaft dar. (Fischer, 2011, s. 349; Schirilla, 2012, s. 132) Des Weiteren sind einige Bereiche der Gesellschaft durch Fremdenfeindlichkeit, ethnische Ausschließungstendenzen, Religionskonflikte und Rassismus gekennzeichnet. Solche Ausgrenzungen und negative Zuschreibungen können die Segregation, also einen Rückzug mittels Aufbau eigener Netzwerke durch Migrantlnnen, zur Folge haben. Diese soziale Spaltung der Gesellschaft führt dazu, dass viele Migrantinnen in benachteiligten Quartieren von der allgemeinen Entwicklung ausgeschlossen werden. (Gaitanides, 2003, s. 44; Gaitanides, 2009, s. 534; Fischer, 2011, s. 349) Aufgrund dieser vielfachen Belastungssituationen besteht für Menschen mit Migrationsgeschichte ein erhöhtes Risiko für soziale Isolation und Exklusion. (Schirilla, 2012, s. 132) Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass die Soziale Arbeit im Hinblick auf die migrantische Klientel mit einer Vielzahl von sozialen Folgen konfrontiert wird. All diese sozialen Probleme der Migrantinnen stellen zentrale Themen dar, die die Soziale Arbeit zu bekämpfen versuchen sollte. (Fischer, 2011, s. 349)

2.2 Herausforderungen der Sozialen Arbeit in der Einwanderunqsqesellschaft

Schulte und Treichler (2010) zufolge heißt Einwanderung: kommen und bleiben. Migration und Integration stehen also in einem engen Zusammenhang. (S. 42f.) Soziale Arbeit hat vorrangig die Aufgabe, Menschen mit Migrationshintergrund in ihr Einwanderungsland Deutschland zu integrieren. (Schirilla, 2012, s. 131) Diese Integration hat die Einbindung von Migrantinnen in das gesellschaftliche Leben zum Ziel. Sie sollen als zugehörig akzeptiert werden und ein selbstbestimmtes Leben führen können. (Schulte & Treichler, 2010, s. 44; Marschke & Brinkmann, 2011, S.11) Die Soziale Arbeit zielt auf eine gleichberechtigte gesellschaftliche Teilhabe, soziale Gerechtigkeit und Gleichheit aller Mitglieder der Gesellschaft ab. Sie strebt eine größtmögliche Teilhabe an sozialen Partizipationsmöglichkeiten, am Erwerbsleben, an einer verbesserten Gesundheitsversorgung und an Chancen des Bildungsaufstiegs an. (Schirilla, 2012, s. 131) Im Hinblick auf die Konfrontation der Sozialen Arbeit mit einer ethnisch-kulturellen Vielfalt sollte sie Schulte und Treichler zufolge (2010) die Realisierung einer völligen Gleichstellung und somit die Vermeidung sozialer Ungleichheiten anstreben. (S. 101) Ebenso geht es um die Lösung und Prävention sozialer Probleme als auch um die Verbesserung der Lebens­und Gestaltungsmöglichkeiten. (Schirilla, 2012, s. 132) Das Ziel innerhalb des Einwanderungslands ist laut Spetsmann-Klunkel (2013) ״eine inklusive Gesellschaft der Chancengleichheit in der wie auch immer begründete Vielfalt wertgeschätzt und unzweifelhaft als eine Qualität der Gesellschaft verstanden wird“. (S. 10) Um die Anforderungen zu bewältigen, die sich in Folge der stetigen Zuwanderung und der kulturell vielfältigen Klientel stellen, muss sich die Soziale Arbeit interkulturell orientieren und ausrichten. (Hinz-Rommel, 1995, s. 9) Diese Thematik wird im nachfolgenden Kapitel untersucht.

3. Interkulturelle Soziale Arbeit

3.1 Von der Ausländerpädagogik zur interkulturellen Sozialen Arbeit

In den 1960er Jahren wurde die Ausländerpädagogik durch den dauerhaften Aufenthalt der Gastarbeiter, dem Anwachsen der ausländischen Bevölkerung und der kulturellen Vielfalt in der Gesellschaft und dem immer dringender werdenden Handlungsbedarf bekannt. Sie war gekennzeichnet durch eine unreflektierte Pädagogik und durch das fehlende Bewusstsein über spezielle Maßnahmen. (Marschke, 2011, s. 68f.) Das Konzept der Ausländerpädagogik konzentrierte sich einerseits auf die Überwindung sprachlicher Mängel und kultureller Defizite, die der Integration in das Einwanderungsland im Wege standen. (Freise, 2005, s. 146) Andererseits beschäftigte es sich mit der Reduzierung von Defiziten zwischen der Minder- und Mehrheitsbevölkerung, die als zu begleichende Mängel angesehen wurden. (Marschke, 2011, s. 70; Sprung, 2011, s. 65) Diese sogenannte Defizitpädagogik war geprägt durch Assimilation mit dem Ziel, die Migrantlnnen an die Kultur und die Sprache der Gesellschaft anzugleichen. Die Menschen mit Migrationshintergrund wurden hier lediglich als gesellschaftliche Randgruppe gefördert und litten unter einer Entmündigung. Auch die Lebensbedingungen der Migrantlnnen blieben größtenteils unberücksichtigt. Diese Zustände führten in manchen Fällen zur Segregation der Minderheiten. Im Laufe der Zeit entwickelte sich eine Notwendigkeit der Reformierung dieses Konzepts. (Marschke, 2011, s. 70) Filtzinger (1995) zufolge wurde die Ausländerpädagogik durch die interkulturell ausgerichtete Pädagogik abgelöst. (S. 111) Ausgangspunkt dieses Paradigmenwechsels waren die entstandenen Missverständnisse und Konflikte aufgrund der kulturell vielfältigen Gesellschaft. (Freise, 2005, s. 144) Anders als die Ausländerpädagogik konzentriert sich die interkulturelle Pädagogik auf die Interaktionen zwischen den Einwanderern und den einheimischen Deutschen. Die Aufmerksamkeit liegt hier nicht mehr auf den Defiziten, sondern auf den Ressourcen der Einwanderungskulturen. (Gaitanides, 2003, s. 46) Die Ungleichheiten zwischen Ausländerinnen und Deutschen wurden nicht mehr als zu korrigierende Fehler angesehen, sondern Verhaltens- und Handlungsweisen und ebenso die unterschiedlichen Sprachen, Traditionen und Religionen erfuhren eine Akzeptanz. (Marschke, 2011, s. 70) Es entwickelte sich eine positive Umdeutung zur Wertschätzung der Differenz und die Hervorhebung des Bereicherungsaspekts von kultureller Vielfalt. (Gaitanides, 2003, s. 46; Sprung, 2011, s. 65) Die entstandene interkulturelle Soziale Arbeit zielt auf die Integration der Eingewanderten in einer mehrkulturellen Gesellschaft ab und ist ein Teil der Sozialen Arbeit, der sich mit der Ermöglichung eines geregelten Zusammenlebens zwischen Einheimischen und Einwanderern in Deutschland beschäftigt. (Schwalb, 1995, s. 89f.; Freise, 2005, s. 10) Die interkulturelle Soziale Arbeit leistet Hilfestellungen zum Abbau gegenseitiger Abschottung der Einheimischen und Einwanderern aufgrund kultureller Unterschiede. Sie zielt auf die Förderung des Austausches zwischen Menschen unterschiedlicher kultureller Abstammung und auf die Entwicklung wechselseitiger Akzeptanz gegenüber kultureller Phänomene. Ebenso kümmert sie sich um die Bearbeitung von Problemen, die durch die Zuwanderung entstehen. Ihre Arbeit erfolgt auf humanitären Grundsätzen. (Schwalb, 1995, S.90) Zusammenfassend konzentriert sich die interkulturell ausgerichtete Soziale Arbeit auf die Beziehung zwischen Menschen unterschiedlicher kultureller Abstammung. (Freise, 2005, s. 19f.)

3.2 Zugangsbarrieren zu sozialen Diensten

Die interkulturelle Soziale Arbeit hat den Auftrag zu einer multikulturellen Gemeinschaft in Deutschland zu verhelfen. Unterscheidungen, Ausgrenzungen und Abschottungen der Kultur betreffend sollen durch den integrativen Austausch zwischen Menschen unterschiedlicher kultureller Milieus vermieden werden. (Schwalb, 1995, s. 89f.) Allerdings zeigt sich eine kulturell bedingte Differenzierung in der Unterrepräsentanz der Inanspruchnahme von Regeldiensten durch Migrantlnnen. Diese lässt sich auf eine Reihe von Zugangsbarrieren zurückführen, die Menschen mit Migrationshintergrund daran hindern, soziale Dienste aufzusuchen. (Gaitanides, 2009, s. 536; Fischer, 2011, s. 347)

3.2.1 Zuqanqsbarrieren aufseiten der Migrantlnnen

Dass die Anzahl der Wahrnehmung von sozialen Angeboten durch Migrantlnnen schwach vertreten ist, lässt sich durch eine Vielzahl von Zugangsbarrieren begründen. Diese sind in den meisten Fällen kulturell bedingt. (Fischer, 2011, s. 347) Ausgelöst durch sprachliche Verständigungsschwierigkeiten entstehen Unsicherheiten auf Seiten der Minderheitsbevölkerung und ein mangelhaftes Vertrauen in die interkulturelle Verständigungsmöglichkeit zwischen Migrantlnnen als Nutzer sozialer Angebote und der Fachkräfte. (Gaitanides, 2009, s. 537) Diese Zugangsschwelle wird beispielsweise zudem unterstützt durch das Nichtvorhandensein von Muttersprachler in der Einrichtung. (Gaitanides, 2003, s. 45) Die Angst vor Diskriminierungen und Vorurteilen gegenüber Migrantlnnen stellen weitere Hemmschwellen dar. (Gaitanides, 2009, s. 537; Schirilla, 2012, s. 138)

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Details

Seiten
20
Jahr
2017
ISBN (eBook)
9783668800953
ISBN (Buch)
9783668800960
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v441861
Institution / Hochschule
Universität Trier
Note
1,0
Schlagworte
umgang vielfalt notwendigkeit ausrichtung sozialen arbeit
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Titel: Der Umgang mit kultureller Vielfalt. Die Notwendigkeit der interkulturellen Ausrichtung der Sozialen Arbeit