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Ostasiatische Musikelemente in James-Bond-Filmen

Seminararbeit 2003 21 Seiten

Medien / Kommunikation - Film und Fernsehen

Leseprobe

Inhalt

1. Einleitung

2. Die Musik der James-Bond-Filme
2.1 Rolle der Musik
2.2 Komponisten & Kompositionen

3. Analyse der betreffenden Filme
3.1 „Dr. No“
3.2 „Goldfinger“
3.3 „You Only Live Twice“
3.4 „Diamonds Are Forever“
3.5 „The Man With The Golden Gun“
3.6 „A View To A Kill“
3.7 „Licence To Kill“
3.8 „Tomorrow Never Dies“
3.9 „Die Another Day“

4. Resümee und ausblick

Literaturverzeichnis

Anlage 1: VHS-Kassette mit den besprochenen Filmausschnitten

Anlage 2: Inhaltsübersicht für die VHS-Kassette

Anlage 3: Chronologische Übersicht aller James-Bond-Filme

1. Einleitung

Die Verfilmungen zu Ian Flemings Roman-Held „James Bond, Agent 007“ bilden die erfolgreichste und dauerhafteste Spielfilm-Reihe der Welt. Seit der Aufführung des ersten 007-Abenteuers im Jahre 1962 ist der Agent von 5 verschiedenen Schauspielern verkörpert worden, die 20 bisherigen Filme spielten inflationsbereinigt weltweit insgesamt mehr als 7,6 Milliarden Euro ein und ein Ende der Reihe ist nicht abzusehen.

Bond-Filme werden überall auf der Welt mit großem Erfolg gezeigt, und dieser Erfolg gründet auf zahlreichen Faktoren, welche sich in jedem der Filme wiederfinden.

Einer der wichtigsten Faktoren ist die musikalische Untermalung der Szenen. Jeder Film wird eingeleitet mit dem charakteristischen „Bond-Thema“, komponiert von Monty Norman. Es wird außerdem im Verlauf aller Filme in den verschiedensten Variationen verarbeitet.

Zur musikalischen Begleitung aller Bond-Filme werden stets große Orchester eingesetzt, was sie von der Masse anderer Filmproduktionen abhebt.

Der Soundtrack jedes Films ist eng mit der Handlung verwoben. Der regelmäßige Einsatz James Bonds an Schauplätzen überall in der Welt bringt somit auch ein enorm breites musikalisches Spektrum mit sich, das der Musiktradition der jeweiligen Länder und Orte angepasst wird. Da Bond auch mehrfach in Ostasien unterwegs war, finden sich in den Filmen entsprechende musikalische Elemente.

Doch wo genau kommen sie vor? Wie werden sie eingesetzt und was bewirken sie?

Ich werde in der vorliegenden Arbeit diese Elemente vorstellen, sie in den jeweiligen Handlungskontext einordnen und ihre Wirkung interpretieren sowie die verwendeten landestypischen Instrumente herausarbeiten.

Ich beschränke mich bei der Analyse der Filme jedoch nicht auf das Vorkommen dieser Elemente bei der Darstellung ostasiatischer Schauplätze, sondern ich beachte den Einsatz jeglicher ostasiatischer Musik. Dafür ist eine Auswertung aller 20 Filme nötig, auch wenn Bond nur in einigen davon an die entsprechenden Orte reist.

Die Arbeit umfasst alle 20 offiziellen, von EON Productions hergestellten James-Bond-Filme. Parodien, Remakes, etc. werden nicht berücksichtigt. Die Zeitangaben für die erwähnten Stellen in den Filmen beziehen sich auf die Fassungen der deutschen Special-Edition-DVDs. Die Bezeichung „Ostasien“ beschränkt sich durch das vorliegende Filmmaterial auf Musikstile der Länder China, Japan, Hongkong, Nord- und Südkorea, Vietnam und Thailand.

Hintergrundinformationen zu den Produktionen der Bond-Filme gibt es zahlreich in Buchform und Magazinen sowie im Internet und neuerdings auch als teilweise speziell angefertigtes Zusatzmaterial auf DVDs.

Die Soundtracks zu den ersten 17 Filmen sind 2003 in neu-gemasterten und teilweise ergänzten Fassungen auf CD erschienen, einige enthalten erstmals die komplette Fimmusik. Die Soundtrack-CDs zu den letzten drei Filmen seit 1997 wurden bereits mit der neuesten Digitaltechnik aufgenommen, enthalten aber jeweils nur einen Teil der im Film verwendeten Musik.

2. Die Musik der James-Bond-Filme

2.1 Rolle der Musik

Am Anfang eines jeden Films erklingt das von Monty Norman komponierte „Bond-Thema“[1]. Es ist die Erkennungsmelodie der Reihe und die wohl bekannteste Filmmusik überhaupt. Sie hat die schlichte Funktion, dem Publikum anzukündigen, dass ein Bond-Film beginnt.

Dann folgt in der Regel eine Spannung erzeugende Musik, welche die übliche Eröffnungssequenz untermalt, in der Bond einem Gegner entkommt bzw. einen Fall abschließt.

Der danach beginnende Vorspann wird mit einem Popsong unterlegt und nicht, wie sonst bei Spielfilmen üblich, instrumental eingespielt. Ausnahmen sind jedoch „Dr. No“ und „Im Geheimdienst Ihrer Majestät“.

Es gibt drei zentrale Arten von Musiken, die in den Filmen dominieren. Zum einen ist da das „Bond-Thema“, welches in verschiedenen Variationen zum Einsatz kommt, wenn der Titelheld Handlungen unternimmt, die für ihn typisch sind; so z.B. das Entkommen aus schier ausweglosen Situationen, die Anwendung technischer Spezialgeräte und spektakuläre Verfolgungsjagden. Aber auch in eher ruhigen Szenen findet das „Bond-Thema“ Anwendung, z.B. wenn Bond leise in das Versteck eines Gegenspielers eindringt.

Ein weiterer Teil des Soundtracks sind die sogenannten „Liebes-Themen“. Hierbei handelt es sich um langsame, oft von Streichinstrumenten dominierte Musikthemen, die, im Gegensatz zum „Bond-Thema“, in jedem Film völlig neu sind. Das jeweilige „Liebes-Thema“ taucht mehrmals in Variationen im Film auf, um Liebesszenen zu untermalen.

Die dritte und am häufigsten angewandte Art von Musik in Bond-Filmen ist schließlich jene zur Begleitung von Action-Szenen. Ihre Aufgabe ist es, Spannung nicht nur zu erzeugen, sondern vor allem auch für die Dauer der gesamten Szene aufrecht zu erhalten und bis zum Höhepunkt zu steigern. Diese Musik ist meist schnell, steht im deutlichen Kontrast zu den „Liebes-Themen“ und geht häufig direkt über in eine Variante des „James-Bond-Themas“, und zwar an dem Punkt, wenn Bond die Oberhand über die dargestellte Situation gewinnt. Seit den 90er Jahren werden verstärkt Computer zur Erzeugung der Musik für die Action-Sequenzen eingesetzt, doch das große Orchester spielt nach wie vor eine große Rolle.

Hin und wieder können in einzelnen Szenen zwei Ebenen von Musik ausgemacht werden, zwischen denen zu unterscheiden ist. In der Regel hat der klassische im Studio eingespielte Soundtrack des Films die Aufgabe, Spannung und Atmosphäre zu erzeugen und die Handlung treffend zu begleiten. Er bildet die erste Ebene. Unterstützend kann jedoch in einer zweiten Ebene auch Musik zum Einsatz kommen, die nicht unmittelbar dem Soundtrack zuzuordnen ist, wie z.B. ein Autoradio oder Straßenmusikanten. Dies kann, wie es z.B. in einigen Bond-Filmen der Fall ist, dazu genutzt werden, den Ort des Geschehens dem Publikum noch realistischer vorzustellen. Häufig werden beide Musik-Ebenen vermischt und übereinandergelegt, wodurch jedoch gerade der Unterschied zwischen diesen deutlicher wird.

2.2 Komponisten & Kompositionen

Der bekannteste und einflussreichste Komponist der Reihe ist John Barry. Der 1933 geborene Brite komponierte 11 der bisher 20 Soundtracks. Bezogen auf die Musik war er es, der den sogenannten „Bond-Stil“ generierte.

Barry begann ursprünglich als Jazz-Musiker, und als solcher arrangierte er auch die von Monty Norman geschriebene „James-Bond-Theme“ für „Dr. No“. Die Produzenten waren so zufrieden, dass sie ihn als Komponisten für die kompletten Soundtracks der folgenden Produktionen engagierten. John Barry berichtet über seine Arbeitsweise:

„Zuerst studiere ich das Drehbuch, dann reise ich zu den Dreharbeiten und besuche regelmäßig die Studios, um mir die Innendekorationen anzusehen. Ich sehe mir einige der täglichen Aufnahmen an und konzentriere mich, bis ich Kopfschmerzen bekomme. Aber nur selten beginne ich zu schreiben, ehe ich die Rohschnittfassung des Films gesehen habe.“[2]

Der Soundtrack des 8. Bond-Films wurde von George Martin, dem Produzenten der Beatles, komponiert. Für den Titelsong „Live and Let Die“, komponiert von Paul und Linda McCartney und vorgetragen von Paul McCartney & Wings, erhielt die Filmreihe ihre erste Musik-bezogene Oscar-Nominierung.[3]

Weitere Oscar-Nominierungen gab es für Marvin Hamlischs Soundtrack zu „The Spy Who Loved Me“ sowie den zugehörigen Titelsong „Nobody Does It Better“, gesungen von Carly Simon.[4]

Filmkomponist Bill Conti zeichnete verantwortlich für „For Your Eyes Only“. Sein von Sheena Easton interpretierter Titelsong erhielt ebenfalls eine Oscar-Nominierung. Conti komponierte für zahlreiche Hollywood-Filme und TV-Serien, von ihm stammt u.a. die Titelmelodie von „Dallas“.[5]

Für „Licence To Kill“, Timothy Daltons zweiten und letzten Auftritt als James Bond, wurde Michael Kamen engagiert, der u.a. mit Luciano Pavarotti und Pink Floyd zusammenarbeitete und ebenfalls Musiken zu zahlreichen weiteren bekannten Filmen komponierte.[6]

Nachdem der Soundtrack von Eric Serra zu „Goldeneye“, dem ersten Film mit Pierce Brosnan in der Hauptrolle, mit eher schlechten Kritiken belegt wurde, übernahm 1997 David Arnold die Regie über die Bond-Soundtracks. Er ist nach Barry der erste, der für mehr als einen Bond-Film die Musiken schrieb. Arnold näherte sich wieder dem erfolgreichen Stil Barrys an und transferierte diesen in zeitgemäße Arrangements. Er komponierte die Soundtracks zu „Tomorrow Never Dies“, „The World is Not Enough“ und „Die Another Day“.[7]

[...]


[1] Pfeiffer, Lee und Worrall, Dave, „The Essential Bond. The Authorized Guide to the World of 007,“ London, Basingstoke und Oxford 2000, S. 20.

[2] Barry, John, zit. nach Tesche, Siegfried, „Das große James Bond Buch,“ Berlin 1999, S. 356.

[3] vgl. http://www.shanklinsailingclub.btinternet.co.uk/ali/music007.htm, Stand: 4.8.2003.

[4] vgl. ebd.

[5] vgl. Larkin, Colin, „The Virgin Encyclopedia of Popular Music. Concise Edition,“ London 1997, S. 298.

[6] vgl. http://www.shanklinsailingclub.btinternet.co.uk/ali/music007.htm, Stand: 4.8.2003.

[7] vgl. ebd.

Details

Seiten
21
Jahr
2003
ISBN (eBook)
9783638417990
ISBN (Buch)
9783638750417
Dateigröße
502 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v44146
Institution / Hochschule
Universität Erfurt – Erziehungswissenschaftliche Fakultät / Philosophische Fakultät
Note
1,0
Schlagworte
Ostasiatische Musikelemente James-Bond-Filmen Seminar Musik Asien“

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