Lade Inhalt...

Analyse des Salary-Cap in der NBA aus Sicht der amerikanischen National Basketball Association (NBA)

Essay 2016 8 Seiten

Gesundheit - Sport - Sportökonomie, Sportmanagement

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Definition

3. Nachteile

4. Vorteile

5. Fazit

Literaturverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

NBA National Basketball Association

NFL National Football League

NHL National Hockey League

MLB Major League Baseball

MLS Major League Soccer

CBA collective bargaining agreement

1. Einleitung

Aufgrund der stetig steigenden Spielergehälter sowie den zunehmenden finanziellen Unterschieden in den Lizenzspieleretats in der Bundesliga zwischen Spitzen-mannschaften wie Bayern München und Mittelfeldclubs wie Eintracht Frankfurt[1], kommt in den Medien immer häufiger der Vorschlag auf, Gehaltsobergrenzen im europäischen Vereinsfußball einzuführen. In vielen professionellen amerikanischen Sportligen wie der NFL, NHL, MLB, MLS oder der NBA sind solche Gehaltsober-grenzen, genannt „Salary-Cap“, bereits seit vielen Jahren Standard.

In dieser Arbeit wird anhand des Salary-Cap in der amerikanischen „National Basketball Association“ (NBA) die Frage analysiert, welche Vor- und Nachteile dieser Salary-Cap für die Association (Liga) selbst gegenüber einem System ohne Gehaltsobergrenze aufweist.

2. Definition

Als Salary-Cap bezeichnet man die Gehaltsobergrenze, die festlegt, wieviel ein Team in einer Saison an Spielergehälter ausgeben darf.[2] Er ist ein vor allem in nordameri-kanischen Sportligen weit verbreitetes Instrument, um Gehaltszahlungen zu regu-lieren. In der NBA wurde der Salary-Cap in seiner heutigen Form zur Saison 1984/85 eingeführt und betrug damals 3,6 Mio. $ pro Saison.[3] Die genauen Regelungen und Inhalte des Salary Cap werden in einem Tarifvertrag (engl. CBA) zwischen Vertretern der NBA (Sportkommissare und Teambesitzer) und der Spielervereinigung der NBA festgelegt. Die Restriktionen werden hierbei sowohl in Bezug auf individuelle Gehäl-ter, als auch in Bezug auf die Gehaltssumme des gesamten Spielerkaders auferlegt.[4] Die Obergrenze hängt hierbei von den Gesamteinnahmen der Liga im Vorjahr ab. Die Entwicklung zeigt, dass sich der Salary-Cap mit Ausnahme weniger Jahre jedes Jahr erhöht hat.[5] Der Salary-Cap für die aktuelle Spielzeit beläuft sich auf 70 Mio.$.[6]

Hauptziele sind die Begrenzung der Ausgaben für Spieler, Steigerung der Rentabili-tät sowie eine Ausgeglichenheit der Liga. Ob diese Ziele erreicht werden und welche Vor- und Nachteile sich für die Liga ergeben, wird im Folgenden genauer betrachtet.

3. Nachteile

Fehlendes Spitzenteam

Ein Problem des Salary-Cap ist die im Gegensatz zum Fußball kaum vorhandene Möglichkeit, dauerhaft ein Spitzenteam mit dem Stellenwert von z.B. Real Madrid oder Bayern München als Zugpferd in der Vermarktung der Liga zu etablieren. Durch Erfolge eines Teams steigen automatisch die Gehaltsvorstellungen der Spieler. Für erfolgreiche Mannschaften ist es folglich ein nahezu aussichtsloses Unterfangen, ihren Spielerkader dauerhaft zusammenzuhalten und gleichzeitig im Rahmen des Salary-Cap zu bleiben, was in den meisten Fällen ein Abrutschen dieser Mannschaften in untere Tabellenregionen zur Folge hat. Die Ligaverantwortlichen greifen deshalb als Zugpferde in der Vermarktung auf Vereine wie die Boston Celtics oder Los Angeles Lakers zurück, die aufgrund ihrer Erfolge in der Vergangenheit ein hohes Standing bei den Fans genießen.

Spielerabgänge

Durch den Salary-Cap läuft die Liga zudem Gefahr, Spieler an ausländische Ligen zu verlieren. Die absoluten Superstars im Team erhalten in vielen Fällen ein Gehalt in Höhe von 25-30% des gesamten Salary-Cap eines Teams.[7] Dies hat teils gravierende Einkommensunterschiede innerhalb einer Mannschaft zur Folge, die zu einer Unzufriedenheit bei einem Teil der Spieler führen kann, da sich diese im Milliardengeschäft NBA nicht marktgerecht für ihre erbrachte Leistung entlohnt fühlen und deshalb einen Wechsel ins Ausland in Betracht ziehen.

Hierbei hilft der NBA allerdings ihre „Stand-Alone-Position“, mit deren Hilfe sie ein weltweites Monopson im Bereich der Basketball-Ligen etabliert hat. In keinem anderen Land der Welt wird Basketball auf einem vergleichbar hohen sportlichen und wirtschaftlichen Niveau gespielt. Das Humankapital der Spieler würde also außerhalb der NBA einen deutlich geringeren Ertrag erzielen, so dass die Spieler quasi gezwungen sind, die gegebenen Konditionen des Salary-Cap zu akzeptieren.[8] Einige ausländische Ligen, insbesondere in China und Spanien, haben in den vergangenen Jahren wirtschaftlich jedoch deutlich aufgeholt, so dass es gerade mittelklassige NBA-Spieler mit einem vergleichbaren geringen Verdienst vermehrt in diese Ligen zieht.

Unvollkommener Markt

Ansonsten übliche Marktmechanismen werden durch den Salary-Cap außer Kraft gesetzt. Eine natürliche Entstehung des Marktgleichgewichts durch Zusammenwirken von Angebot und Nachfrage wird durch die Restriktionen der Liga auf der Nachfrageseite ausgeschlossen. Teams, die aufgrund bestimmter Faktoren besonders attraktiv für Fans und Investoren sind, können ihre Wettbewerbsvorteile nicht in vollem Umfang nutzen, da erzielte Erträge nicht unbegrenzt in die Mannschaft investiert werden können. Dies hat auch zur Folge, dass Investoren und Sponsoren abspringen bzw. ihre Investitionen zurückschrauben, weil ihre Investitionen nicht den gewünschten Erfolg erzielen können, was zu Einnahmeeinbußen für Vereine und Liga führen. In Zusammenwirkung mit dem vorhandenen Draft-System[9] führt der Salary-Cap zudem dazu, dass künftige Superstars nicht zu dem Team transferiert werden, in dem sie für den Verein und die Liga die größte Wertschöpfung erzielen könnten.

Defizite in der Ausgestaltung

In der Ausgestaltung des Salary-Cap gibt es für die Teams zahlreiche Ausnahmen zur Umgehung der eigentlichen Obergrenze von aktuell 70 Mio. $. Es handelt sich also um einen sogenannten „Soft-Cap“. Im Gegensatz dazu steht z.B. in der NFL die eine absolute Obergrenze (Hard-Cap).[10] Diese zahlreichen Ausnahmen sorgen für viele Unstimmigkeiten und Unklarheiten bei der Auslegung der aufgestellten Regeln. Der eigentliche Salary-Cap kann von Teams deshalb nahezu beliebig überschritten werden, was durch einen Großteil der Teams auch so erfolgt. In der aktuellen Spielzeit liegen 25 der 30 Teams über dem eigentlichen Salary-Cap von 70 Mio. $.[11]

4. Vorteile

Umverteilung

Der Hauptgrund, dass der Salary-Cap trotz der nahezu willkürlichen Auslegungsmöglichkeiten trotzdem in einem gewissen Rahmen funktioniert, liegt an dem Zusammenwirken mit der ebenfalls von der Liga eingeführten „Luxury-Tax“, eine Luxus-Steuer für Teams, die den Salary-Cap überschreiten.[12] Die Höhe dieser Strafzahlungen hängt dabei von der Höhe der Überschreitung ab sowie der Frage, ob das entsprechende Team den Salary-Cap wiederholt überschritten hat.[13] Diese Strafzahlungen werden anschließend an die kleineren Vereine ausgezahlt, welche innerhalb der Grenzen des Salary-Cap bleiben, wodurch die Konkurrenzfähigkeit dieser Vereine sowie die Ausgeglichenheit der Liga weiter verbessert werden.

Durch das Zusammenwirken von Salary-Cap und Luxury-Tax wird zudem auch Teams aus kleineren Städten wie Charlotte oder Utah mit einer geringeren Fan-Basis und einem geringeren Investoren- und Sponsorenpool ermöglicht, gegenüber Teams aus Metropolen wie New York oder Los Angeles dauerhaft konkurrenzfähig zu bleiben.

Ausgeglichenheit & Spannung

Durch diese Umverteilung der Einnahmen sowie der Begrenzung der Gehaltsausgaben ergibt sich in der NBA eine im Vergleich zu anderen Sportligen besondere Ausgeglichenheit und Spannung in der Liga. Während beispielsweise in der deutschen Bundesliga in den letzten 20 Jahren der Titelträger in 17 Fällen Bayern München oder Borussia Dortmund hieß[14], gab es in der NBA im gleichen Zeitraum gleich neun verschiedene Titelträger.[15]

Vermarktung

Der Salary-Cap sorgt also für eine größere Spannung in der Liga, was von den Ligaverantwortlichen in der Vermarktung zur Erzielung höherer Erträge genutzt werden kann. Zudem gibt es in nahezu jeder Mannschaft einen oder zwei absolute Starspieler, welche eine enorme Medienwirksamkeit und hohe Erträge aus dem Verkauf von Merchandising-Artikeln garantieren. Diese Situation ist für die gesamte Liga profitabler als beispielsweise die Situation in der spanischen Primera Division, in der nahezu alle Starspieler bei Real Madrid oder dem FC Barcelona spielen, wodurch diese Mannschaften auch einen Großteil der Fans besitzen sowie einen Großteil der Einnahmen generieren, während nahezu alle sämtlichen Clubs um ihre finanzielle Existenz zittern müssen.

Rentabilität

Der Salary-Cap erhöht außerdem die Attraktivität für die Teambesitzer, weiterhin in die Mannschaft zu investieren, da sie durch die begrenzten Gehaltszahlungen oftmals sehr rentabel wirtschaften können. Die Teams der NBA gehören meist einem privaten Investor, der das Team wie ein Unternehmen ansieht und im Gegensatz zu den meisten Investoren bei Fußballclubs mit seiner Franchise Gewinne erzielen möchte.[16] Diese höhere Rentabilität für die einzelnen Vereine und damit automatisch auch für die gesamte Liga liegt neben dem speziellen Draft- und Tradesystem insbesondere auch am Salary-Cap und den damit verbundenen geringeren Ausgaben, Vermarktungsvorteilen und der Ausgeglichenheit der Liga.

5. Fazit

Insgesamt lässt sich sagen, dass der Salary-Cap in der NBA für die Liga überwiegend positive Aspekte mit sich bringt.

Natürlich wird es dadurch immer einige Spieler geben, die mit ihrem Gehalt unzufrieden sind, Teams die ihren Erfolg nicht langfristig bestätigen können, und es können durch die Obergrenze auch nicht alle Potenziale aller Teams vollkommen ausgeschöpft werden.

Jedoch hat die NBA gerade durch den Salary-Cap, insbesondere in Verbindung mit der Luxury Tax, ihre einzigartige Ausgeglichenheit und Spannung innerhalb der Liga erreicht.

Gerade diese Ausgeglichenheit und Spannung sorgen dafür, dass die Liga-Verantwortlichen solch hohe Summen in der Vermarktung der Liga generieren können und die Liga die mit Abstand populärste Basketball Liga der Welt ist.

Durch diesen Status als beste und erfolgreichste Basketball Liga der Welt und des enormen finanziellen und qualitativen Vorsprungs gegenüber anderer Basketballigen ist es weiterhin für jeden Basketball Spieler der Welt das Ziel, in der NBA zu spielen. Die NBA wird also trotz oder gerade aufgrund des Salary-Cap auch in Zukunft weltweit die beste, beliebteste und die finanzstärkste Basketballliga der Welt mit den höchsten Gehältern bleiben.

Literaturverzeichnis

- ESPN (2014): https://www.youtube.com/watch?v=PV3OBjjxUSY , Stand: 07.01.16

- Globig, K. (2010): „Welche Kriterien tragen zur Gehälterbildung von NBA- Spielern bei?“ , S.24 , Internet: www.hsmw.bsz-bw.de/files/748/BA_Globig.pdf Stand: 07.01.16
- Kipker, I. (2002): http://www.arbeitskreis-sportoekonomie.de/dez2.pdf , S.3
- Nüesch, S. (2007): „The Economics of Superstars and Celebrities“, S.67
- Quitzau, Jörn (2014): „Das Spiel als Premium-Produkt – Die Ökonomie der Bundesliga“, Bundeszentrale für politische Bildung, Internet: http://www.bpb.de/gesellschaft/sport/bundesliga/160773/oekonomie-derbundesliga?p=all, Stand: 05.01.16
- Rosen, S., Sanderson, A. (2000): „Labor Markets in Professional Sports“ S.25
- o.V. (2015): http://www.spox.com/de/sport/ussport/nba/1307/Artikel/begrifflichkeiten-unrestricted-free-agent-trade-vertraege-salary-cap-luxury-tax-player-option.html , Stand: 05.01.16
- o.V. (2015): http://static3.businessinsider.com/image/540f51e46da8110b16973c21-800-600/01-522.png , Stand: 05.01.16
- o.V. (2015): http://www.nba.com/2015/news/07/08/nba-salary-cap-2016-official-release , Stand: 07.01.16
- o.V. (2015): http://hoopshype.com/salaries/los_angeles_lakers/ , Stand: 07.01.16
- o.V. (2015): http://www.spotrac.com/nba/cap/ , Stand: 07.01.16
- o.V. (2015): http://www.sportingcharts.com/dictionary/nba/luxury-tax.aspx , Stand: 07.01.16
- o.V. (2013): http://www.sportingintelligence.com/wp-content/uploads/2013/06/NBA-tax.jpg , Stand: 07.01.16
- o.V. (2015): http://www.dfb.de/bundesliga/statistik/bisherige-meister/ , Stand: 07.01.16
- o.V. (2015): http://www.nba.com/history/nba-season-recaps/ , Stand: 07.01.16

[...]


[1] Vgl. Quitzau, J. (2014)

[2] Vgl. o.V. (2015) http://www.spox.com/de/sport/ussport/nba/1307/Artikel/begrifflichkeiten-unrestricted-free-agent-trade-vertraege-salary-cap-luxury-tax-player-option.html , Stand: 05.01.16

[3] Vgl. Nüesch, S. (2007), S.67

[4] Vgl. Rosen, S., Sanderson, A. (2000), S.25

[5] Vgl. o.V. (2015): http://static3.businessinsider.com/image/540f51e46da8110b16973c21-800-600/01-522.png , Stand: 05.01.16

[6] Vgl. o.V. (2015): http://www.nba.com/2015/news/07/08/nba-salary-cap-2016-official-release , Stand: 07.01.16

[7] Vgl. z.B. o.V. (2015) http://hoopshype.com/salaries/los_angeles_lakers/ , Stand: 07.01.16

[8] Vgl. Kipker, I. (2003) http://www.arbeitskreis-sportoekonomie.de/dez2.pdf , S.3, Stand: 07.01.16

[9] Erklärung Draft-System vgl. ESPN (2014) https://www.youtube.com/watch?v=PV3OBjjxUSY , Stand: 07.01.16

[10] Vgl. Kipker, I. (2003) http://www.arbeitskreis-sportoekonomie.de/dez2.pdf , S.4ff. , Stand: 07.01.16

[11] Vgl. o.V. (2015) http://www.spotrac.com/nba/cap/ , Stand: 07.01.16

[12] Vgl. o.V. (2015) http://www.sportingcharts.com/dictionary/nba/luxury-tax.aspx , Stand: 07.01.16

[13] Vgl. o.V. (2013) http://www.sportingintelligence.com/wp-content/uploads/2013/06/NBA-tax.jpg , Stand: 07.01.16

[14] Vgl. o.V. (2015) http://www.dfb.de/bundesliga/statistik/bisherige-meister/ , Stand: 07.01.16

[15] Vgl. o.V. (2015) http://www.nba.com/history/nba-season-recaps/ , Stand: 07.01.16

[16] Vgl. Globig, K. (2010), S.24, Stand: 07.01.16

Details

Seiten
8
Jahr
2016
ISBN (eBook)
9783668816145
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v441219
Note
1,5
Schlagworte
Salary Gehalt Grenze NBA MLB NFL MLS NHL Football Basketball Finanzen Reich Spieler Sport Geld

Autor

Zurück

Titel: Analyse des Salary-Cap in der NBA aus Sicht der amerikanischen National Basketball Association (NBA)